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Periodical volume 11. Oktober 1905

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1905

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zu einem angemessenen Preise nicht möglich Die Versammlung beschließt mit großer Mehrheit 
ist, zur Enteignung zu bringen. nach dem Antrage des Magistrats, wie folgt:
5. Die Kosten der Kanalisierung, soweit diese Die Etatsnummer Ord. Kap. I B  Ab­
nicht bereits früher hergestellt ist, in Höhe von schnitt 22 für 1905 «Kosten des Brandenbur­
6700 M  sind in das Extia-Ordinaniim des gischen Städtetages) wird um 764,07 M  aus 
Kanalisativnsetats für 1906 einzustellen. dem Dispositionsfonds verstärkt.)
6. Die mit den Anliegern Kretzschmar und Berg 
geschlossenen Regulierungsverträge — Nr. 521, Punkt 9 der Tagesordnung:
685 und 645 des Urkundenverzeichnisses der 
Stadt Charlottenburg — werden genehmigt.) Vorlage betr. Einsetzung einer gemischten 
Deputation zur Beratung der Maßnahmen  
Die öffentliche Sitzung ist geschloffen. gegen die Mcischtcuerung. — Drucksache 360.
(Schluß der Sitzung 6 Uhr 30 Min.) (Die Beratung wird eröffnet und geschloffen. 
(Es folgt eine geheime Sitzung.) Die Versammlung nimmt von der Mitteilung des 
Magistrats .Kenntnis und wählt zu Mitgliedern der 
Wiederbeginn der öffentlichen Sitzung um 7 Uhr. gemischten Deputation die Stadtv. Barnewitz, Dr. Griff 
ger, Heise, Kaufmann, Dr. Rief, Dr. Rose, Rosen« 
Vorsteher Roscnbcrg: Wir kommen zu Punkt 6 berg, Scholz. Vogel, Dr. Zepler.)
der Tagesordnung:
W a h l eines besoldeten Stadtbaurats für de» Punkt io  der Tagesordnung:
Hochbau für die W ahlzeit vom 2 1 . Dezem­
ber 1 9 0 5  bis 2 0  Dezember 1 9 1 7 . Vorlage betr. Nachbetvilligung von M itte ln  
bei Kapitel X  des E tats  für 1 9 0 5 . — Druck­
Nach § 31 der Städteordnung erfolgt die Wahl sache 361.
auf 12 Jahre. § 32 der Städteordnung bestimmt: 
Für jedes' zu wählende Mitglied des Ma­ Stadiv. l)r . Spiegel: Ein großer Teil der Be­
gistrats wird besonders abgestimmt. Die Wahl völkerung ist in Unruhe versetzt morden durch den 
erfolgt durch Stimmzettel. Wird die absolute Vorfall am letzten Sonntag Abend, Ivo das elek­
Stimmenmehrheit bei der ersten Abstimmung trische Licht hier im Rathause wie auch in der 
nicht erreicht, so werden diejenigen vier Per­ Berlinerstraße vollständig während etwa zwei Stunden 
sonen, auf welche die meisten Stimmen gefallen versagte. Da diese Angelegenheit mit dem Punkt 10 
sind, auf eine engere Wahl gebracht. Wird der Tagesordnung in, wenn auch etwas lockerem Zu­
auch hierdurch die absolute Stimmenmehrheit sammenhange steht, so möchte ich hier die Gelegen­
nicht erreicht, so findet unter denjenigen zwei heit benutzen, um an den Magistrat die Anfrage zu 
Personen, welche bei der zweiten Abstimmung richten, welche Maßregeln er ergriffen har oder zu 
die meisten Stimmen erhalten haben, eine ergreifen gedenkt, um einer Wiederholung solcher 
engere Wahl statt. Bei Stimmengleichheit Vorkommnisse vo>zubeugen. Es ist ja ein ganz un­
entscheidet das Los. haltbarer Zustand, wenn hier im Rathaus die A r­
Ich ernenne zu Wahlaufsehcrn die Herren Stadtv. beiten plötzlich unmöglich gemacht werden können. 
Scholz und Zander. Ich bitte die Herren, die Stimm­ Und noch viel schlimmer ist es, wenn die Beleuch­
zettel zu verteilen. tung unserer Straßen versagt, wenn die Fahrdämme 
unserer belebtesten Straßen in Dunkel gehüllt sind. 
(Die Stimmzettel werden verteilt. Die Wahl Es wird auf die eine oder andere Weise Vorkehrung 
erfolgt. Das Ergebnis wird ermittelt.) getroffen iverden müssen, und es ivürde sehr erfreu­
lich sein, wenn wir heute schon hören könnten, was 
Es sind 49 Stimmzettel abgegeben. Das Er­ in dieser Beziehung geschehen ist oder geschehen soll.
gebnis der Wahl ist folgendes: 45 Stimmen sind 
auf Herrn Professor Schmalz gefallen. 2 auf Herrn Stadtrat Dr. Jaff«: Es ist auf einen ganz un­
Bratring und 2 auf Herrn Winternein. Herr Pro­ erklärlichen Umstand zurückzuführen, daß in einer 
fessor, Regierungs- und Baurat Schmalz hat somit Transformatorsäule am Knie ein Porzellanisolator 
die absolute Majorität erhalten. gesprungen ist. Dadurch hatte sich ein Erdschluß 
(Bravo!) hergestellt; es waren die Sicherungen durchgebrannt. 
Es erfordert natürlich Zeit, um festzustellen, worin 
W ir kommen zu Punkt 7 der Tagesordnung: eigentlich die Ursache dieser unangenehmen Erschei­
nung zu suchen ist. Unsere Speisepunkte sind zum 
M itte ilung  betr. das Vermögens- und Schnld- teil durch die kolossale Zunahme der Stromabgave 
lagcrbuch »ach dem Abschluß ant 3 1 . M ä rz  überlastet, und wir gehen damit um, an den Haupt­
1 90 5 . — Drucksache 358. speisepunkten anstatt der Porzellanisolatoren Olisola- 
toren einzuführen. Die Sache ist bereits im Gange, 
(Die Beratung wird eröffnet und geschlossen. es ist von der Deputation schon genehmigt, und in 
Die Versammlung nimmt Kenntnis.) naher Zeit wird damit schon vorgegangen werden, 
sodaß also derartige Störungen in Zukunft wohl 
Punkt 8 der Tagesordnung: vermieden werden. Daß auf einem Werk immerhin 
auch einmal Störungen vorkommen können, wird ja 
Vorlage betr. Kosten des Brandcnburgischcn jeder wissen, der mit der Technik vertraut ist.
Städtetages. — Drucksache 359. Der betreffende Porzellanisolator ist seit 3 oder 
4 Jahvn schon im Gange gewesen und ist ohne 
(Die Beratung wird eröffnet und geschlossen. nachweisbare Ursache gesprungen. Das sind Unglück-
        
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