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Periodical volume 27. September 1905

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1905

Stabtu. Otto Herrn Stabtu. Holz zu wählen. — Punkt 9 ber Tagesorbnung:
Die Versammlung ist, wie ich sehe unb feststelle, 
einuerstanben. Vorlage betr Neubau der Charlottenburger 
Dann ist zu Punkt 5 ber Tagesordnung Uon1  Brürke — Drucksache 347.
einem Stobtucrorbiieten, ber hier nicht anwesend ist, 
ein Schreiben mittelst Rohrpost soeben eingegangen: 
In  ber Anlage überreiche ich Ihnen ein Stabil). Heim: Meine Herren, wir haben hier 
Amenbcment zu Punkt 5 ber heutigen Tages­1 eine Angelegenheit, die uns, wie Sie ja wissen, schon 
orbnung — „Vcrstabtlichung ber Müllabfuhr";;  sehr Uiel Sorge bereitet hat. Wie hier in der Vor­
— mit bem höflichen Ersuchen, basselbe zur lage gesagt wird, ist der Entwurf, der früher die 
Abstimmung gelangen zu lassen. 1 Genehmigung der Versammlung gefunden hat, weiter 
Die erforderliche Unterstützung zur Stellung bearbeitet worden und hat die allerhöchste Gc- 
bes Antrages wirb nach gefälliger Bekanntgabe]   nehmigung nicht gefunden, uielmehr ist, wie der Ent- 
seitens ber Versammlung bezw. meinerFraktions-L’  wurf I I I  zeigt, eine Skizze bearbeitet worden, welche mit besonderen Anmerkungen Seiner Majestät uer- 
genossen erfolgen. sehen worden ist. Von meinem persönlichen Stand­
Hochachtungsuoll 
— folgt ber Name bes Stabtucrorbnctcn. Ich muß punkt aus muß ich im allgemeinen dem Entwurf,
bemerken, baß bieser Antrag uon mir nicht berück­5 der früher Uon Ihnen genehmigt worden ist, wegen 
sichtigt werben kann. größerer Monumentalität entschieden den Vorzug 
Wir kommen nunmehr zu Punkt l  ber Tages­ geben gegenüber demjenigen, welcher jetzt die aller­höchste Genehmigung gefunden hat. Ich muß ferner 
ordnung : immer wieder besonders heruorheben, daß eine Brücke 
nach meincrAnsicht uor allem frei undgroßseinmuß.und 
Mitteilung über den Jahresabschluß der 
Ttadthauptkasse für . — Drucksache 340. daß. wenn wir eine Breite uon 50 m zur Verfügung1904 ■ haben, diese 50 m auch zum Ausdruck kommen müssen, 
(Die Beratung wirb eröffnet unb geschlossen. was nach dieser Skizze nicht der Fall ist, indem■ ein gewisser Abschluß der Brücke gegen den Tier­
Die Versammlung nimmt Kenntnis). garten und gegen das Vorterrain geschaffen ist. Aber 
immerhin, wenn einmal diese Idee des Abschlusses 
Punkt 2 ber Tagesorbnung: durchgeführt werden soll, so bin ich uon meinem 
Bericht des Ausschusses über die Vorlage Standpunkt aus — ich glaube, die Herren werden,
betr. Beschaffung einer maschinellen St Ö l ­' um die Sache zu Ende zu führen, auch alle meiner 
transport- und Aufbereitungsanlage ans!  Ansicht sein — der Meinung, daß diese Skizze uon uns sanktioniert werden muß. Es wird sich bloß 
Gasanstalt I I .  — Drucksache 341. fragen: wie soll der Abschluß im Detail behandelt 
Berichterstatter Stabtü. Freund: Meine Herren, werden.
wie Sie unter Nr. 2 ber heutigen Tagesorbnung Die Skizze, die Seiner Majestät uorgelegen hat, 
sehen wollen, hat der Ausschuß, welcher in ber findet, wenn man das Prinzip billigt, durchaus 
Sitzung uom 6. bicses Monats gewählt wurde zur,  meinen Beifall, und besonders sind die Bemerkungen, 
Prüfung bes Magistratsantrages betr. eine maschinelle welche Uon Seiner Majestät selbst gemacht worden 
Kokstransport- und Aufbereitungsanlage auf Gas­ sind, so richtig empfunden und geißeln die Schwächen 
anstalt I I  und die Genehmigung, die anschlagmäßigen des Entwurfs so genau, daß man sich nur freuen 
Kosten in Höhe uon 250 000  aus Anleihemitteln kann über diese knappe und treffende Kritik. Da­M
zu entnehmen, diesem Antrage einstimmig zugestimmt. runter steht das Wort: Gruppen! Es sind nämlich 
Es hat durch den Ausschuß eine Ortsbesichtigung statt­ die Müttelaufbauten uiel zu schwer gegen die Seiten­
gefunden und nachher eine eingehende Prüfung der Pro- architekturen behandelt, und dem hat Seine Majestät 
jcktzeichnungen usw. Der Ausschuß hat sich überzeugt kurz Ausdruck gegeben durch das Wort: Gruppen! 
uon der Zweckmäßigkeit und Notwendigkeit der An­ — mit anderen Worten also: eine leichtere Ausge­
lage und uon dem wirtschaftlichen Vorteil, der durch staltung dieser an sich Uiel zu schweren Bekrönungen. 
die Vorlage erzielt werden würde. Ich empfehle Wie man das löst, ist Sache des Künstlers. Wie­
Ihnen daher namens des Ausschusses die Annahme weit die Gruppen beherrschend sein sollen, wird der 
der Vorlage. Künstler schon richtig empfinden. Reine Gruppen hinzusetzen, würde sich wohl kaum empfehlen, sondern 
(Die Beratung wird geschlossen. Die Ver­ man wird sie an die Formen, wie sie gegeben sind, 
sammlung beschließt mit großer Mehrheit nach dem anschließen und eine schöne Endigung in der Gruppe 
Antrage des Ausschusses, wie folgt: finden.
a) Die Beschaffung einer maschinellen Kokstrans­ Was ist nun aber geschehen? Wir sehen in dem 
port- und Aufbereitungsanlage auf Gasanstalt I I  Entwurf IV, daß die große Monumentaliät der 
wird genehmigt. Seitenflankierungen uerloren gegangen ist.
b) Die ünschlagsmäßigen Kosten in Höhe uon (Sehr richtig!)
250 ooo M  sind aus Anleihemitteln zu ent- A, nehmen.) n ihrer Stelle ist beiderseits des Mittelweges eine Architektur entstanden, die besonders durch die Be­
Borsteher Rosenberg: Herr Stabtu. Heim, ber ;h andlung der Mitte — ich möchte fast den Aus­
um 8 Uhr in Berlin sein muß, hat mich gebeten, d1 ruck gebrauchen — dekorateurartig wirkt, und statt 
bei Ihnen zu beantragen. Punkt 9 der Tagesordnung 'e ine leichtere Bekrönung zu schaffen, wie doch ange­
uorweg zu nehmen. Wenn ich keinen Widerspruch r' egt war, ist erst recht ein großer, massiuer Aufbau 
höre, bars ich annehmen, daß der Bitte des Herrn g! ewählt worden, der die gewünschten Gruppen trägt.
Stabtu. Heim stattgegeben werden soll. — Ich höre Meine Herren, künstlerisch genommen, steht 
keinen Widerspruch' \meiner Ansicht nach der Entwurf, der Seiner Majestät
        
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