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Periodical volume 28. Juni 1905

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1905

ständig zu, daß eine V eräußerung  auch m ir  in  Augen geführt wurde, das  auch durchschlagend in 
höchstem G rade  unsympathisch wäre. Ich  sehe auch dieser Richtung war. D e r  H err  M agis tra tsvertre ter  
nicht die Notwendigkeit m i t  Rücksicht auf  die V er­ führte au s ,  daß  es sich nicht allein d a ru m  handelt, 
zinsung der Zwölsmillionenanleihe. D a s  ist hier ja  ob w ir  diese Gelände verkaufen oder nicht, sondern 
schon gesagt w orden und  auch in  der P e t i t io n  a u s ­ darum , daß wir, wenn w ir  sie behalten, w ir  sie auch 
gedrückt: Landverkäufe sollten m eines Erachtens von aufschließen müßten, damit sie überhaupt W ert  be­
einer S t a d t  n u r  dann  gemacht werden, w enn die kommen, und zu dieser Ausschließung würden M ill ionen  
S t a d t  gleichzeitig die Gelegenheit hat, andere wenn von K apita l ien  gehören; es würde u n s  aber n iemals 
auch weiter gelegene T e r r a in s  m i t  dem gewonnenen eine Anleihe für  die Erschließung von Gelände oder, 
Gelde so fo r t 'w iede r  anzukaufen, so daß  sie n iemals wie der H err  M agis tra tsvertre ler  sich im Ausschuß 
wirklich einen Verlust an  L and  erleidet. D ie  ausdrückte, fü r  d as  tägliche B ro t  bewilligt werden.
übrigen Lasten, die u n s  durch die Anleihe auferlegt A u s  diesem G runde  sind w ir  in der Mehrheit 
w orden sind, w ürden  sich meines Erachtens sehr leicht dazu gekommen, das  P r in z ip  dem M agis tra t  a ls  
verteilen lassen eben dadurch, daß  w ir  eine W e r t ­ M a te r ia l  zu überweisen, damit er sich weiter dam it  
zuwachssteuer oder einen Zuschlag zur  Umsatzsteuer beschäftigt und, wenn die F ra g e  reif geworden ist, 
in möglichster Eile einführten. mit Vorschlägen kommt, da aber, wo die P e t i t io n  in 
finanzielle Verhältnisse jetzt eingreifen würde, über sie 
S tad tv .  K aufm ann:  M eine  Herren, ich halte z u r  T agesordnung  überzugehen.
nicht die Absicht, in  diese Debaile  einzugreifen, weil 
diese Versam m lung  ja bereits am  29. M ä r z  dieses S tad tv .  D r .  Borchardt: M eine  Herren, ich m uß  
Them a gelegentlich des A n trages  des H errn  Kollegen um  Entschuldigung bitten, wenn ich in  dieser Ange­
Borchardt au f  E in führung  der Werlzuwachssleuer legenheit zum zweiten M a le  d as  W ort  ergreife, ob­
gründlich erörtert hat. Nachdem aber H err  Kollege wohl unsere T ag esordnung  40  P un k te  aufweist. Ich  
Borchardt heute die ^Beschlüsse des P e t i t io n s a u s -  bin m ir  dessen' wohl bew ußt;  aber trotzdem halte 
schusses bemängelt hat. nachdem H err  Kollege Penzig  ich es fü r  notwendig, diese F rage ,  die eine Lebens­
n am en s  der M in o r i t ä t  des Ausschusses gesprochen frage für  die Interessen  jeder aufblühenden S t a d t ,  
hat, würde es sonderbar erscheinen, wenn ich nicht speziell fü r  die S t a d t  C harlo ltenburg  ist, bei jeder 
wenige W orte  für die M a jo r i t ä t  des Ausschusses hier sich bietenden Gelegenheit eingehend zu behandeln, 
vortragen wollte. schon m it  a u s  dem G runde, u m  überhaupt eine M enge 
H err  Kollege Borchardt hat d a r in  Recht: es von V orurte ilen , die in den weitesten Kreisen dieser 
wäre grundsätzlich richtiger gewesen, über die P eti t ion  V ersam mlung sowohl, wie außerhalb  dieser V er­
ganz zur Tagesordnung  überzugehen. —  ein S t a n d ­ sam mlung über die Bodenfrage bestehen, allmählich 
punkt. den ich auch im  Pelitionsausschusse vertreten zu überwinden.
hatte. W ir  waren aber im P eti t ionsausschuß  ziem­ M eine  Herren, auf  die Wertzuwachssteuer will 
lich einmütig der Ansicht: die Wertzuwachssteuer ist ich nicht noch einm al eingehen. Ich nehme lediglich 
grundsätzlich a ls  eine sehr vernünftige diskutable Akt von der E rklärung , daß der A n trag  des A u s ­
S te u e r  anzusehen, sie eignet sich n u r  absolut nicht schusses gar  nichts besagen soll, daß er n u r  sagen 
fü r  die Charlo ttenburger Verhältnisse, und w ir  können soll: studieren darf  m a n  die Werizuwachssteuer. N u n ,  
sie nicht einführen, da w ir  umgeben sind von einer ich habe a l lerdings zu dem M ag is tra t  d a s  V er trauen  
Anzahl Gemeinden, die gleiche Interessen haben wie —  imm erhin  noch mehr V ertrauen  zu dem M agis tra t ,  
wir, w ir  würden u n s  selbst einfach jede Möglichkeit daß  er die F ra g e  der Wertzuwachssteuer weiter 
der Entwickelung abschneiden. I c h  will nicht mehr studieren wird. a ls  zu der M ehrzah l  derjenigen 
au f  das  G anze eingehen, sondern n u r  sagen, daß  w ir  Herren, fü r  die der geehrte H err  V orredner  gesprochen 
u n s  grundsätzlich der Möglichkeit irgend einer D i s ­ hat. I c h  hatte a llerdings vorhin geglaubt, daß etwas 
kussion, einer E rw äg un g  über die Wertzuwachssteuer mehr. a ls  die E r la u b n is  zum S tu d ie ren  dieser F rage ,  
in  der Zukunft  nicht entziehen wollen, daß die E in ­ in dem Beschluß des Ausschusses liegen soll.
führung  zurzeit u n s  aber unmöglich ist. Aber, meine Herren, fü r  sehr viel wichtiger halte 
D esha lb  haben w ir  u n s  verständigt, über die ich den zweiten P un k t ,  der u n s  hier beschäftigt, jenen, 
Grundsätze getrennt abzustimmen: w ir  wollen den von welchem der H err  V orredner sagte: es handelt 
P u n k t  a  dem M agis tra t  a ls  M a te r ia l  überweisen, sich u m  eine praktische F rage , und da müssen w ir  
dam it  der M agis tra t,  der ähnliche Empfindungen sofort einen Beschluß fassen. E s  handelt sich u m  die 
gegenüber der Wertzuwachssteuer hat, sich m it  dieser F rage ,  wie die T e r r a in s  verwertet werden sollen. 
F ra g e  ferner beschäftigen und im gegebenen M eine  H erren , es ist m ir  unerfindlich, in welcher 
M om en t,  wenn Charlottenburg  vielleicht in der Lage Weise die S t a d t  Schwierigkeiten haben könnte bei der 
wäre, diese S te u e r  einzuführen, d. h. wenn alle Nach­ sogenannten Ausschließung des T e r ra in s ,  die irgend 
bargemeinden gleichzeitig einen solchen Sch ri t t  tun  ein P r iv a te r  nicht haben sollte. D ie  S t a d t  hat dieses 
würden, dann  dieser F ra g e  näher treten kann. T erra in ,  sie besitzt es. und  sie besitzt es schuldenfrei. 
A nders  verhielt sich die Sache bei dem zweiten D ie  S t a d t  würde also m it  der B ebauung  dieses 
P u n k t  der P e t i t ion . H ie r  handelt es sich nicht um T e r ra in s  jederzeit in sehr viel leichterer Weise vor- 
theoretische, sondern u m  praktische F ragen ,  u m  die gehen können a ls  irgend jemand, der es von der 
praktische F rage ,  w as  mit dem Gelände zu geschehen S t a d t  überhaupt erst übernim mt. M eine  Herren, 
hat, d as  wir fü r  die Verbreiterung der Bismarck­ gerade der Vorschlag, den ich vorhin  anzudeuten  m ir  
straße erkauft haben. I »  dieser praktischen F ra g e  ist erlaubte, beruht ja  ebenfalls mit darauf,  daß eine 
es einfach unmöglich, dem A ntrage der Peten ten  Gesellschaft, der dieses T e r ra in  von der S t a d t  über­
nachzukommen; wir würden u n s  damit selbst solche eignet würde, schuldenfrei, umsonst überlassen würde, 
Schwierigkeiten bereiten, indem w ir  z. V. den E tat daß eine solche Gesellschaft mehr wie jeder andere in  
in  einer Weise belasten, daß w ir  nachher diese V er­ der Lage wäre. sofort mit der V erwertung, m it  der 
pflichtungen nicht erfüllen können. H e r r  Kollege Aufschließung, m i t  der B ebauung  dieses T e r ra in s  
Borchardt w ar  nicht zugegen, a ls  u n s  im P e t i t io ns -  vorzugehen, und  ich erlaubte m ir  n u r  in  kurzen U m ­
ansschuß vom M agis tra t  ein neues M o m e n t  vor die r issen 'anzudeuten , wie schnell dann  auch die A m orti-
        
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