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Periodical volume 21. Juni 1905

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1905

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W elt. Und daß sich jetzt die W elt ein bischen m it gekommen, wo es sich um  nächtige D inge  fü r mich 
den, H erren  M a rc u s  .und K au fm an n  beschäftigen w ird, handelte; z. B . bei der S chulfrage w ar ich derjenige, 
(S ta d tv .  M a rc u s :  M i t  H errn  B uka auch!) der bis zum letzten Augenblick d a fü r eingetreten  ist, 
d as  schaffen S ie  auch nicht a u s  der W elt. D enn , daß kein U m fall e in tritt, den ich leider aber doch 
m eine H erren , die H erren  haben zu keiner Z e it ge­ nicht habe verhüten  können.
g laub t, daß  die Bedenken, die sie vorbringen , wirk­ (G ro ße  U nruhe. Glocke des V orstehers.)
lich vorgebracht w erden können a ls  Bedenken gegen 
m eine E hrenhaftigkeit. A ls  in  der zw eiten S en io ren  Vorsteher Roscuberg: W egen dieses letzten A u s­
konventssitzung, einberufen zum  Ü berdenhaufenw erfen drucks m uß ich S ie  zur O rd nu ng  rufen, H err 
des ersten Seniorenkonventsbeschlusses, diese Sachen S ta d tv . Buka.
vorgebracht w urden, bezeichnete sie G en era l Becker 
a ls  Fam ilienklalfch und  sträubte sich m it aller E n t­ Stadtv. D r. Rose (zu r G eschäftsordnung):
schiedenheit, a ls  auch hier der Versuch zunächst ge M eine  H erren , wegen der allgem einen Erschöpfung 
macht w urde, d as  G eheim nis zu proklam ieren, gegen bei so später S tu n d e  möchte ich eine P au se  von 
diese P ro k lam atio n , und  da erklärte der Vorsteher, einer V iertelstunde vorschlagen.
H e rr  R osenberg: „M ein e  H erren , es brauchen ja (W iderspruch.)
nicht G rü n d e  der Ehrenhaftigkeit zu sein, die sollte 
ja  nicht angezw eifelt w erden; aber es g ib t verw an d t­ Vorsteher Roscuberg: M eine H erren , es haben 
schaftliche Rücksichten, a u s  denen ein  S tad tv e ro rd n e te r  sich so viele R edner noch zum  W orte gemeldet, daß
nicht zum  S ta d t r a t  geeignet ist." N u n , meine ich glaube, es ist besser, eine P au se  nicht ein tre ten
H erren , S ie  w erden sich ja  bei H e rrn  G eneral zul assen. D iejen igen  H erren , die ein R uhebedürfn is
Becker in form ieren  können, welche E n trü stun g  er haben, können sich ja au f einige M in u te n  a u s  dem 
d am als  zum  Ausdruck gebracht hat. S a a le  entfernen.
Ich  habe es fü r  m eine P flicht gehalten, der D a s  W o rt h a t H err S ta d tv . K aufm ann.
Öffentlichkeit diese D in ge  zu übergeben. E s  m uß 
geklärt w erden, w as h in te r verschlossenen T ü re n  vor S tad tv . Kaufmann: M eine  H erren , w enn das 
gegangen w ar, und  ich überlasse es auch freudig den außenstehende P u b lik u m  diese V erhandlungen  lesen 
H erren  —  H e rr  K au fm an n  h at mich ja  dazu au f­ w ird , w ird  es bedauern , daß sie stattgefunden haben, 
gefordert —  ffberlasse es ihnen, n u n  gegen mich und es w ird  sagen, daß es besser gewesen w äre, 
klagend vorzugehen. E r  soll sehen, w ieviele Leute wenn tatsächlich diese V erhandlungen  h in ter ver­
bereit sein w erden, m ir  zu bestätigen, w as ich vor­ schlossenen T ü re n  stattgefunden hätten , a ls  daß sie 
gebracht habe, soweit es überh aup t u n te r Z eugen sich in  diesem T one geführt w orden sind.
zugetragen  hat. Ich  halte  es fü r u n te r  m einer W ürde, in  den 
M eine H erren , daß die persönliche Rachsucht T o n  zu verfallen, den H e rr  S ta d tv . B uka h ier a n ­
eines M a n n e s  nicht die D in ge  in einer S ta d t  geschlagen hat, um  m eine P e rso n  irgendw ie a u s  der 
verorduetcuversam m lung regieren kann, das ist ganz V ergangenheit zu belasten. M eine  Ehrenhaftigkeit 
klar, und  es ist jetzt an  Ih n e n , zu zeigen, wie S ie  steht m indestens „so hoch wie die des H errn  B uka; 
über die D in ge  denken. A llerd ings scheint H err darüber hat die Öffentlichkeit w iederholt zu G ericht 
K au fm an n  ja  seiner M ehrh e it vollständig sicher, er gesessen, und  m eine B erufsgenossen haben mich 
üb t eine zw ingende G ew alt au s . A us einem n iem als in  dieser Hinsicht im  S tich  gelassen Ich  
G ru n d e , m eine H erren : in  einem  G eld fo rd erun gs­ nehme keinen A nstand zu bekennen, daß  d as  einzige, 
schreiben. d as  neulich von der liberalen  F rak tio n  w as in  dieser Rede w ah r w ar, ist, daß  m a n  vor 
losgelassen w urde fü r Wahlzwecke, das auch m ir einigen J a h re n  eine In t r ig u e  gegen mich zu spielen 
freundlichst zugesandt w orden ist, suchte a u s  der Tatsache, daß ich in  der V ergangenheit 
(H eiterkeit bei den S ozia ldem okraten) kaufmännisch Unglück gehabt habe. A ber au s  dieser 
ist m itgete ilt w orden, daß diejenigen S tad tv e ro rd n e te n , Tatsache haftet kein M osel an  m einer E hre.
sogar unpolitische, die sich wohl verhalten  —  das Und d ann  ist dasjen ige w ahr, daß ich H errn  
steht nicht d rin , aber es steht d rin : die sich bew ährt B uka in  jener Z eit, a ls  die F ra k tio n  A lt-C h ar­
haben ; m an  kann sich ja denken, w as u n te r  „be­ lo ttenburg  m it u n s  befreundet w ar. um  R a t fragte, 
w äh rt"  zu verstehen ist —  von den L iberalen  bei wie ich mich in dieser A ngelegenheit zu verhalten  
der W iederw ahl unterstützt werden sollen. hätte . D a s  ist richtig, m eine H erren .
(Z u ru fe  bei den L ibera len : D ie  tüchtig sind, die w as E ine A rt P ro to ko ll hat Ih n e n  hier H e rr B uka 
leisten! —  Glocke des V orstehers.) vorgetragen ; ich weiß nicht, ob er es a u s  jen er Z e it 
—  vor zwei J a h re n  —  hat oder heule erst a u s  
Vorsteher Roscuberg: M eine H erren , ich bitte, seinem G edächtnis zu P a p ie r  gebracht h a t. D ieses 
die Zwischenrufe zu u n terlassen ! H e rr S ta d tv . Vuka P ro toko ll stim m t m it m einen E rin n eru n g en  keines­
ha t d as  W o rt w eiter. fa lls  überein  Richtig ist n u r, daß  ich ihm  zuge­
standen habe, w ir wollten zwei Sitze der ersten A b­
Stadtv. Buka (fo rtfah rend): W as  H e rr  Kollege teilung der F rak tio n  A lt-C harlo ttenb urg  opfern, um  
R u ß  sagt —  ich glaube, er hat es gesagt — den einen S itz  M a rc u s  u n s  zu sichern. Ich  habe 
(S ta d tv . R u ß : J a w o h l! )  noch hinzuzufügen, daß  ich nicht a u s  eigenem  A n ­
soll wohl den V o rw u rf gegen mich bedeuten, ich trieb  zu H errn  Buka gekommen b in ; H e rr  B uka 
hä tte  mich in  den S itzungen  nicht sehen lassen. _ H err hatte mich telephonisch aufgefordert, zu ihm  zu 
S ta d tv .  R u ß , ich habe m eine F reu n d e  d a ra u f  v o r­ kommen,
bereitet, daß dieser V o rw u rf gegen mich erhoben (hört, hört! bei den L ibera len) 
w erden kann. Aber, m eine H erren , wer die D inge und zw ar au f G ru n d  einer U nterredung  m it H errn  
kennt, w eiß, wie ich früher gearbeitet habe, und  w ird  v. L isz t. E r  hatte auf der Rückreise —  ich weiß 
es nach den jetzigen V orgängen  begreiflich finden, nicht, woher —  auf der E isenbahn H e rrn  v. L isz t 
w aru m  ich andertha lb  J a h r e  n u r  im  höchsten Slot- getroffen; H e rr  v. L isz t ha tte  m ir  gesagt, ich 
fall h ierher gekommen bin. Trotzdem aber bin  ich 1möchte mich wegen dieser A ngelegenheit m it H errn
        
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