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Periodical volume 21. Juni 1905

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1905

Ich  m uß  baun  van  neuem mein E rs taunen  daß einem so schwer angegriffenen Kollegen G en ug ­
darüber  ausdrücken, daß der Kollege Buka sich nicht tuung  zu teil wird.
blos über mein Lachen aufgeregt, sondern zum Über­ H err  Kollege Holz sagt, daß die maßgebenden P e r ­
fluß nach eine Bemerkung d a ran  geknüpft hat, über sönlichkeiten gezwungen wären, sich zu entfernen. 
die ich von ihm erwarte, daß  er ihr noch eine richtige J a ,  meine H errn ,  von denjenigen H erren , die nach 
A uslegung  zu teil werden lassen wird, sei es hier, Ansicht des Kollegen Holz gezwungen sind, sich zu en t­
sei es an anderer S telle . fernen —  ich sehe einen Z w ang  überhaup t nicht a ls  
(Lochen des S tad tvero rdne ten  Buka.) vorliegend an — , kommt fü r  die bevorstehende D e ­
—  D e r  Kollege Buka hat eben gelacht; ich halte batte n u r  ein einziger in Betracht, und  dieser H err  
das  aber nicht fü r  unparlamentarisch. kann ganz ruhig hier bleiben. Ich  würde wenigstens, 
(Heiterkeit und S e h r  gut!) wenn ich an  der S te l le  dieses Kollegen wäre, es vo r­
M eine  Herren, der Kollege B uka hat a m  Schluß  ziehen, hier im S itzungssaal zu bleiben und  mit uns  
seiner letzten Rede gesagt, wie er über meine P erson  für die F o r t fü h ru n g  der Sitzung  einzutreten, anstatt 
denkt. Ich  möchte darau f  hinweisen, ohne zu er­ an  einem Festmahl teilzunehmen.
wähnen, ob ich ihm diejenige pupillarische Sicherheit 
zutraue, die m a n  sonst einem M a n n e  zu trauen  m uß, Stadtv. Baake: M eine  H errn , ich m üßte  eigent­
daß m ir  an  seinem Urteil  möglichst wenig gelegen lich die Rede wiederholen, die mein Kollege Hirsch 
ist. W enn  er aber hinzugefügt hat, daß er ganz eben gehalten hat, und  das  wäre vielleicht auch n o t­
genau  weiß —  das  wird  j a  das  S te n o g ra m m  er­ wendig, da der H e r r  S tad tvero rdne te  Holz nach 
geben — , wie m a n  in unserem S ta n d e  über mich eigner Angabe an  schwerern V erständnis  leidet.
denkt, so ist d as  eine In s in u a t io n ,  die ich aus das  (O ho! —  Unruhe.)
Allerentschiedenste zurückweisen muß, und  gegen die E r  beginnt seine Reden ja im m er damit,  daß er 
ich m ir  mein  Recht dort holen werde, wo es erforder­ erklärt: ich verstehe nicht wie, und  ich verstehe nicht 
lich ist, sei es in  der S tad tverordne tenversam m lung  wieso.
selbst, sei es an anderer maßgebender S te l le .  D e n n  (Heiterkeit bei den Sozia ldemokra ten .)
ich verlange von einem E h re n m a n n  —  das  will I m  Interesse dieser Aufklärung will ich n u r  ein 
doch H err  Buka sein — , wenn er eine derartige W o r t  hinzufügen.
B ehauptung  aufstellt, daß er sie auch m it  dem ge­ G erade weil zwischen m ir  und  dem H errn  S t a d t ­
hörigen Tatsachenmaterial unterstützt. verordneten Buka außerordentlich wenig B e rü h ru n g s ­
(S e h r  richtig!) punkte au f  politischem Gebiet bestehen, gerade des­
W enn  H e r r  Kollege Buka sagt: a u s  unserem S ta n d e , halb bin ich in  der angenehmen Lage, auch für  einen 
—  so wäre folgende Auslegung  zulässig. E ntw eder Gegner fü r  Gerechtigkeit zu sorgen. Ich  glaube, 
m eint er den S t a n d  der S tad tvero rdne ten ,  und  da daß in  dieser Lage eigentlich alle H erre n  hier im 
bitte ich, meine verehrten H erren, u m  I h r  Urteil, S a a l e  sein sollten, und  ich verstehe nicht, wie m an  
ob eilte derartig  kühne In s in u a t io n  gerechtfertigt ist sich überhaupt hiergegen wehren kann. E s  gibt keine 
oder nicht. M e in t  er aber meinen Beruf, nun , dringendere Angelegenheit, a ls  J e m a n d e m , dessen 
meine H erren, dann  werde ich an  anderer  S te l le  G e ­ Ehre  gekränkt worden ist. Gelegenheit zu geben, zu 
legenheit finden, m ir  zu meinem Recht zu verhelfen, sagen, um  w as  es sich handelt, in  Rebe und  G egen­
u m  m it  H errn  Buka ein Wörtchen zu reden. H ier rede öffentlich die B ehauptungen  festzustellen. D a s  
begnüge ich mich, entschieden gegen eine derartige eine ist so selbstverständliche Pflicht, so selbstver­
beweislose B ehauptung  P ro te s t  einzulegen. ständlich wie alles Moralische, daß  m an  eigentlich 
(B rav o !) garnicht darüber reden sollte. E s  ist t rau rig ,  daß 
m an  es tun  kann, und  ich kann es n u r  verstehen, 
Vorsteher Rosenberg: H e rr  S tad tv e ro rd ne te r  wenn ich m ir  sage, daß auch dieser Versuch, die so­
Holz. ich habe I h r e n  A u sfüh rungen  nicht ganz genau fortige E rö r te ru ng  dieser Angelegenheit zu u n te r ­
folgen können; ich glaube aber, L-ie haben gesagt, drücken, n u r  ausgehen kann von H erren , die sich in 
es liege I h n e n  möglichst wenig an  dem Urteil des den D ienst  der 'H auspo li tik  des Kollegen M a rc u s  
H e r rn  S tad tvero rdne ten  Buka. E inen  solchen A u s ­ stellen.
druck m üßte  ich, wenn S i e  ihn gebraucht haben, (Heiterkeit. —  S ta d tv .  M a rc u s :  Ic h  bitte u m s  
für  unzulässig erachten. W o r t  zur  persönlichen B em erkung!)
Ebenso würde ich auch den Ausdruck, wenn S i e  
ihn gebraucht haben, „H err  S ta d tv e ro rd n e te r  Buka Vorsteher Roscnbcrg: H e rr  S t a d tv .  Baake, S i e  
will ein E h re n m a n n  sein" in dieser e tw as a ls  haben einem S ta d tv e ro rd n e te n  vorgeworfen, das  er 
zweifelnd hingestellten Fassung für unzulässig erklären an  schwerem V ers tändnis  leide. D e r  Ausdruck ist 
müssen. ungewöhnlich.
N u n  hat das  W or t  H err  S ta d lv .  Buka.
Stadtv. Hirsch: M eine  H erren, H e r r  Kollege (S ta d tv .  B uka :  Ich  verzichte vorläufig!)
Holz verkennt die H a l tu n g  meines F re u n d e s  Baake, D a n n  hat  das  W or t  H e r r ^ S ta d tv .  M a rc u s .
der die Ansichten meiner F rak t io n  ausgesprochen hat, 
vollkommen. W ir  lassen u n s  keineswegs etwa durch Stadtv. M arcus: M i r  w ar es unverständlich, 
die Begeisterung für  H e r rn  Kollegen Buka dazu h in­ w as  der H e r r  Kollegen Baake m it  (dem eigenartigen 
reißen, gegen den A n tra g  a u f  V er tagung  zu sprechen, Ausdruck „H auspoli t ik"  meinte. Ich  stehe jetzt bald 
sondern u n s  treibt lediglich das  Gerechtigkeitsgefühl. 14 J a h r e  an  dieser S t e l l t  und  habe stets und  un te r  
Diejenigen H erren, die schon einige J a h r e  hier in schwierigsten Verhältnissen meinen M a n n  gestanden, 
der V ersam m lung  sitzen, werden wissen, daß w ir  zu sowohl sachlich a ls  auch da, wo es sich etwa u m
gegebener Z e i t  sehr energisch H e r rn  Kollegen Buka meine P erson ,  die G o t t  sei D an k  bis heute noch
bekämpft haben. Aber a u s  denselben sachlichen G r ü n ­ keinen A n laß  gegeben ha t  besprochen zu werden, in  
den, mit denen w ir  dam als  gegen H e r rn  Kollegen gegnerischen Angriffen hätte  handeln können. Ich  
Buka gekämpft haben, genau a u s  diesen G rü nd en  will  nicht den Ausdruck brauchen, der dem H e r rn
sehen wir u n s  heute veranlaß t,  dafür  einzutreten, Kollegen Holz—  gegenüber einem anderen  H e r rn
        
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