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Periodical volume 7. Juni 1905

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1905

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elektrische Beleuchtungsanlage der B erliner- und gemessene A usstattung" w ar gesagt worden. D ie 
H ardenbcrgstraße, des P latzes am  Knie und des S tadtverordnetenversam m lung m ußte darüber befragt 
Luisenplatzes, bedeutet fü r mich keine erfreuliche Auf­ werden. D ie  technische Leitung hat sich darauf be­
gabe, unerfreulich nach zwei Richtungen h in : einm al schränkt, bei dem Voranschläge n u r die Offerte der 
weil w ir u n s m it einer ungeheuren Überschreitung Siemcns-Schuckert-Werke und der F irm a  Lahmeyer 
der S u m m e abfinden müssen, die fü r diese Zwecke einzuholen; es wäre doch vielleicht richtig gewesen, 
vorgesehen und bewilligt w ar, und zum andernm al des­ schon dam als die die M asten liefernden F irm en  zu 
halb, weil ich nicht um hin kann, Vorwürfe gegen die Voranschlägen aufzufordern.
technische Leitung der elektrischen Beleuchtungsan­ W as die Anzahl der Lampen betrifft, so ist die­
lage auszusprechen. selbe in  den S traßenzügen nicht geändert w orden: 
M eine H erren, es handelt sich darum , daß fü r dagegen sind an einigen m arkanten Punkten  aller- 
die Hardenbergstraße 113 000 JC vorgesehen waren, gings neue Lampen vorgesehen und dadurch auch — 
und jetzt 174 ooo J l  gefordert werden, und daß für unbedingt berechtigter Weise —  Mehrkosten hervor­
die Beleuchtung am  Luisenplatz 20 ooo J l  vorge­ gerufen worden.
sehen und 28 000 J l  heute gefordert werden. Am 
25. F eb ru a r 1903 wurden von der S tad tverordneten­ N un, meine H erren ,.. komme ich zu einer sehr 
versammlung zu dm  Vorversuchen 40 000 J l  be­ wichtigen und sehr großen Überschreitung der Vorlage, 
w illigt. D eshalb w ar es wohl berechtigt, daß in  der hervorgerufen durch die Berliner Wasserrohre. Ich  
Sitzung am 26. M a i 1904 der damalige Berichter­ kann m ir nicht helfen, es existieren doch von den 
statter die schlanke Annahm e der Vorlage befür­ Rohrleitungen ganz genaue Zeichnungen, und deshalb 
wortete m it der M otivierung, daß ja  alles genau hätte dam als schon bei der Vorlage ausdrücklich auf 
geprüft sei, und daß vor allen D ingen sehr genaue die durch die Lage der W affcrrohre bedingte Schw ierig­
Kostenaufstellungen gemacht worden wären. D as  keit Rücksicht genommen werden müssen. E s  ist auch 
heutige R esultat zeigt leider, daß die Kostenauf­ tatsächlich teilweise Rücksicht genommen worden; denn 
stellungen alles andere a ls  genau waren. Ich  schicke ich finde in den Akten eine Notiz, daß bereits am 
vorweg: selbstverständlich lagen gewisse G ründe für 23. M ärz  50 M  pro M ast zu diesem Zwecke vor­
die heutige Überschreitung vor, die dam als in dem gesehen worden sind. E s  stellte sich aber nachher 
Umfange nicht gewürdigt werden konnten. Indessen heraus —  und ich meine, das hätte sich vorher 
bedauere ich, daß von den 40 000 M, die dam als herausstellen müssen — , daß Erdstützen nötig wurden, 
vorgesehen waren, • n u r 15 ooo J l  zu den V orver­ die ohne die erforderlichen Erdarbeiten allein einen 
suchen ausgegeben w orden' sind. Ich  möchte an­ Kostenaufwand von 229 J l  pro Stück verlangten. 
nehmen, daß wenn w ir von den 40 000 J l  weit­ Diese Erdstützen wurden in A uftrag gegeben, und als 
gehenden Gebrauch gemacht hätten, w ir auch zu m it ihrer A nfertigung begonnen w ar, zeigte sich wieder 
besseren Resultaten gekommen wären. —  und zwar infolge eines Briefes der B erliner Wasser­
I n  der V orlage ist zunächst gesagt worden, daß werke — . daß auch diese Erdstützen noch nicht 
m an dam als m it einer Lichtpunkthöhe von 8 m  bei genügten, daß sie verlängert werden und daß große 
den M asten gerechnet habe. M eine H erren, in den Betonklötze angebracht werden mußten.
Akten, die sehr umfangreich sind, und fü r deren W as nun die Schalthäuschen betrifft, so ist ihre 
S tu d iu m  m ir allerdings leider n u r eine kurze Z eit Anlage vielleicht recht zweckmäßig, aber zweifellos 
zur Verfügung stand, findet sich ein B rief der S iem cns- recht unschön. D ie  Schalthäuser, die jetzt an  der 
Schuckert-Werke bereits vom 7. M ai, in  dem au s­ Hardenbergstraße stehen, bilden in dieser F o rm  jeden­
drücklich darauf aufmerksam gemacht wird, daß falls keine Zierde fü r diese sehr schöne S tra ß e .
mindestens m it einer Lichtpunkthöhe von 9 m  ge­ (S e h r richtig!)
rechnet werden müßte. Trotzdem ging u n s  am  26. D ie Anlage der Schalthäuschen wurde auf Anregung 
M a i die Vorlage m it n u r 8 m Lichtpunkthöhe zu. der F irm a  Lahmeyer von der E lektr.-D eputation 
Ich kann natürlich nicht beurteilen, welches der beschlossen, und zwar am 26. Oktober. E rst am 
leitende Gesichtspunkt hierfür w ar, ich nehme aber l .  November ging uns die V orlage zu betr. die 
an, daß eben die Kostenanschläge, die V orlagen, Aufstellung der M asten fü r den Luisenplatz. Ich 
nicht mehr geändert werden sollten. Übrigens kann meine nun, diese ganz neue Anlage der Schalthäuser, 
ich den Preisunterschied zwischen einem Lichtmaß die einen Kostenaufwand von etwa 7000 J l  hervor­
von 8 m und 9 m nicht so hoch veranschlagen. rief, hätte u n s gleichzeitig in der Sitzung vom 
N un  aber, meine H erren, w ar in der Vorlage l .  November zur Bewilligung vorgelegt werden 
vom 26 . M a i vorgesehen worden, daß die M asten müssen. I n  der Sitzung vom l .  November w ar 
—  ich weiß augenblicklich nicht genau den W ortlau t —- leider fü r die Vorlage betr. die Beleuchtung des 
nu r dem Zwecke angemessen, also jedenfalls nicht reich Luisenplatzes kein Berichterstatter e rnann t; wäre ein 
verziert sein sollten. B ei der Ausschreibung, die im solcher 'bestellt gewesen, so hätte er gefunden, daß 
August vorgenommen wurde, ergab sich nun, daß von in t Gegensatz zu der Vorlage vom 26 . M a i jetzt die 
drei verschiedenen F irm en  drei verschiedene Preise Kandelaber m it 650 pro -Stück vorgesehen waren, 
offeriert w urden, und zwar schwankend zwischen 327 Jl während sie am 26. M a i nu r m it 250 J l  bewertet 
und 465 Jl. D a s  bedeutet fü r die in F rage  stehenden waren, u n d ..w ir  hätten dam als schon Gelegenheit 
M asten einen Preisunterschied von lo o o o  Jl. Die gehabt, die Übcrschreitungsfrage im  P len u m  anzu­
E lektrizitätsdeputation bat sich nun für die teuersten schneiden.
M asten entschieden. M eine H erren, dam it komme ich zu dem P unk t, 
(S e h r  richtig!) der meine V erw underung in höchstem G rade hervor­
Ich  meine, meine H erren, das w ar nicht ganz korrekt, gerufen hat, daß nämlich trotz der dam als bereits 
wenigstens nicht korrekt, nachdem in der Vorlage erhöhten Forderung fü r die M asten, trotz B e­
vo m ' 26. M a i ausdrücklich gesagt w ar, daß die rücksichtigung der E rfahrungen, die m it der H arden­
M asten „angemessen" sein sollten, während jetzt berg- und Berlinerstraße bis dahin gemacht waren, 
reich verzierte M asten genommen sind; — ich die Kosten fü r die Beleuchtung des Luisenplatzes 
finde jetzt auch den W o rtlau t: „einfache, aber an ­ noch mit 40 %  überschritten worden sind. Tatsüch-
        
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