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Periodical volume 10. Mai 1905

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1905

aus noblesse oblige. I m  Gegenteil, die Verhand>­- Fragesteller Stadtv. Gredy: Meine Herren, ich 
lungen sind ziemlich scharf gepflogen, und ich habe ' glaube, die Begründung kann ich m ir sehr einfach 
bei der Bearbeitung der Sache den Eindruck gehabtt,, machen. Jeder von uns, der das Knie passiert, w ird 
als ob dem M agistrat doch auch sehr daran gelegen die Begründung ohne weiteres zugeben. D ie Gegend 
sein müßte, den Vertrag zu stände zu bringen. ist wirklich gefährlich, und w ir müssen uns alle 
(Bürgermeister M a ttin g : Selbstverständlich!) sagen, daß sie immer gefährlicher w ird, namentlich 
Nach den eben gehörten Ausführungen wäre es durch den Automobilbetrieb, der in  erschreckendem 
aber recht gewesen, m it der Vorlage solange zui Maße zunimmt. I n  der Bürgerschaft herrscht die 
warten, bis das heutige Schreiben vorgelegen hätte; lebhafte Besorgnis: wie soll das in der Zukunft 
denn die 300 000 JC sind ein ganz neu eingeworfener werden? —  eine Besorgnis, die natürlich m it dem
Gesichtspunkt. D ie Verhandlung über den Ver­- Vertrauen gepaart ist, daß der M agistrat rechtzeitig 
trag ist bis jetzt auf der Grundlage geführt worden, die nötigen Vorkehrungen treffen w ird. Ich wäre 
daß Sie (zum M agistrat gewendet) eine M illio nt deshalb dem M agistrat dankbar, wenn er uns 
M ark zahlen und zu der Verzichtleistung sich bereit darüber Aufklärung geben wollte.
erklären. I n  der Magistratsvorlage heute kommt 
der Gesichtspunkt, daß S ie diese Verzichtleistung m it Stadtbanrat Brcdtschncider: F ü r die Regulierung 
300000 J ( ablösen wollen, ganz neu hinzu: davont des Knies ist ein Entw urf aufgestellt, welcher die 
steht in den Akten nicht das Geringste. Nun, meine; allseitige Genehmigung gefunden hat, und welcher 
Herren, wo es sich um solche hohe Summe handelt,, in diesem Jahre zur Ausführung kommen wird. I n  
und wo der Herr Stadtbaurat sagt: w ir  braucheni diesem E ntw urf sind Jnselperrons in ausreichender 
nicht mehr zu bewilligen, wie werden w ir denn aufs Anzahl vorgesehen, welche den Straßenpassanten die 
die Kosten verzichten, w ir  können ja das in baremi Möglichkeit geben, darauf halt zu machen und sich 
Umsatz zusetzen, —  d. H. aho. daß w ir in 8 Tageni dorthin zu flüchten, um vor dem vorübergehenden
statt 300000 M  vielleicht dann 600 000 J f  zu­- Straßenverkehr, namentlich vor den Automobilen, 
schießen, bloß damit w ir Verzicht leisten wollen aufs Schutz zu finden. D ie Jnselperrons sind so nahe
die Beiträge, die die Untergrundbahn zu leisten hat, aneinander gelegt, daß nach meiner Auffassung eine 
—  ich meine, bei solcher ernsten Sachlage hätten Schwierigkeit fü r die Straßenpassanten nicht ein­
doch die Verhandlungen m it den beiden Gesellschaften treten wird.
soweit erst geklärt werden müssen, daß uns eine 
definitive Unterlage hier hätte vorgelegt werden Vorsteher Rosenbcrg: Eine Besprechung des
können. Das bedaure ich auf das lebhafteste. Gegenstandes der Anfrage ist nicht beantragt.
Das Protokoll vollziehen heute die Herren 
(D ie  Versammlung beschließt m it großer M ehr­ Stadtv. Heise, Holz und Zander.
heit nach dem Antrage des Berichterstatters die E in ­
setzung eines Ausschusses von 15 M itgliedern und Punkt 8 der Tagesordnung:
wählt zu M itgliedern dieses Ausschusses die Stadtv. 
Baake, Becker, D r. Borchardt, Eallam. D r. Frentzel, Bericht des Anöschnsses über die Vorlage  
Gredy, Heise, Holz, Kaufmann, M anu, Meschelsvhn, betr. Vorentw urf für den Bau einer Zentral- 
M ittag . Pasche, Rackwitz und Rosenbcrg.) markthalle nebstN Bahnanschluß. — Druck­
sachen 158, 181.
Borstet,cr Rosenbcrg: Inzwischen ist auch die 
Vorschlagliste für den Ausschuß zur Beratung der Berichterstatter Stadtv. D r .  Frentzel: Meine
Vorlage N r. 5 der Tagesordnung eingegangen. Es Herren, der Ausschuß hat sich m it der Vorlage betr. 
sind vorgeschlagen die Herren Stadtverordneten Vorentwurf fü r den Bau einer Zentralmarkthalle in  
Barnewitz, D r. Borchardt, ,Eallam. D r. Frank, D r. einer Sitzung ziemlich eingehend beschäftigt. E r ist 
Frentzel, Freund, Mehl, Sachs, D r. Spiegel. - dabei von der Annahme ausgegangen, daß es nicht 
Ich darf feststellen, daß diese Liste angenommen ist. seine Aufgabe wäre, in alle Details dieser sehr um­
Es ist eine Interpella tion eingegangen: fangreichen und sehr komplizierten Vorlage einzu­
D ie Stiaßcnübergänge am Knie bieten gehen, sondern hat geglaubt, sich darauf beschränken 
durch den stets wachsenden Verkehr erhebliche zu müssen, an Hand der eingehenden Ausführungen, 
Schwierigkeiten und Gefahren fü r dasP ublikum. die von seiten des Magistratsvertreters gemacht 
D ie Unterzeichneten richten an den Magistrat wurden, nochmal nachzuprüfen, ob diese Vorlage im  
die Anfrage, ob geeignete Veränderungen an ganzen und großen demjenigen Bilde entspricht, 
dieser Stelle in  Aussicht genommen sind. welches Magistrat und diese Versammlung gehabt 
Charlottenburg, den 9. M a i 1905. haben, als sie zuerst dem Bau einer Zentralmarkt­
Gredy, Kaufmann, Eallam halle näher traten und diese Frage auch schon inso­
und noch eine größere Anzahl von Unterschriften. fern verwirklichten, als sie die Platzfrage lösten und 
—  Ich erlaube m ir die Anfrage an den M agistrat die Grundstücke dafür ankauften. Ich kann es m ir 
zu richten, ob und wann cr diese In terpellation zu wohl versagen, auf die Einzelheiten der Beratung ein­
beantworten gedenkt. zugehen und möchte nur auf zwei Punkte kommen, 
welche unter I  und I I  in dem vorliegendem M ate­
Stadtbaurat Brcdtschncider: Ich bin bereit, sie r ia l Aufnahme gefunden haben, und von welchen sich 
sofort zu beantworten. der erste m it der Verlängerung der Krummenstraße 
unter dem Eisenbahndamm beschäftigt.
Vorsteher Rosenberg: Dann würde ich vorschlagen, I n  dem Projekt ist vorgesehen, daß diese Unter­
diese Anfrage sogleich zur Verhandlung zu stellen. f1 ührung nur eine Breite von 17 m haben soll, während 
(Zustimmung.) die Krummestraße selber eine Breite von 23 m auf­
weist. Es ist darauf, und wohl m it Recht, hinge­
Anfrage des Stadtv. Gredy und Ge», betr. iw iesen worden, daß auf diese Weise sehr leicht ein 
Straßenübergänge am Knie lEngpaß gebildet werden könnte, der bei dem sehr
        
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