Path:
Periodical volume 3. Mai 1905

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1905

Stavtv Vogel: Meine Herren, ich glaube, ein Anschlag an ihrer Arbeitsstelle, unterzeichnet:
Anlaß liegt doch gerade jetzt vorteilte solche Lücke zu „Charlottenburg. 19. IV . 05 Pfudel" vor dem 
ergänzen/ das ist die Zweihundertjahrfeier. Die Ar­ Besuch einer öffentlichen Versammlung zur 
beiter stehen doch ganz genau in demselben Ver­ Besprechung ihrer Lohnverhältnissc dringend 
hältnis wie die Beamten: sie sind fest angestellt, ihr gewarnt worden sind, und was der Magistrat 
Gehaltsverhältnis ist geregelt —, es ist kein Unter­ zu tun gedenkt, um derartige Beeinträchtigungen 
schied zwischen ihnen und den übrigen Angestellten. des Versammlungsrechts der städtischen Arbeiter 
Nur bei der Festsetzung des Statuts sind die Ar­ für die Zukunft zu verhüten.
beiter ausgelassen worden. Das hindert aber doch Charlottenburg. 3. 5. 05.
nicht, dies'Statut zu ergänzen oder eine besondere Hirsch
Stiftung für die Arbeiter zu errichten. Bedenken und eine größere Anzahl von Unterschriften, jeden­
Sie doch, meine Herren, welchen Eindruck es macht, falls mehr als 5.
wenn Sie jetzt die Stiftung für die Beamten und Ich erlaube mir, die Anfrage an den Magistrat 
städtischen Angestellten erhöhen, und die Arbeiter zu richten, ob und wann er diese Anfrage zu be­
gehen leer aus! Das bringt den Arbeitern keine antworten gedenkt.
Freude, und die wollen Sie ihnen doch auch zu­
kommen lassen. Und dann, meine Herren, will ich Stadtrat Boll: Am Freitag haben wir eine Sitzung 
Ihnen offen sagen: wenn Sie das ablehnen, so der Beleuchtungsdeputation, in der diese Angelegen­
macht das auch im allgemeinen keinen guten Ein­ heit noch einmal zur Sprache kommen wird. Wir 
druck. W ir sind jetzt ein Dutzend; aber das sage werden Gelegenheit nehmen, in einer der nächsten 
ich Ihnen: wenn Sie diesen Antrag ablehnen, dann Sitzungen auf diese Frage zu antworten.
sind wir im nächsten Jahr mehr als anderthalb 
Dutzend! Vorsteher Rosenberg: Ich werde dementsprechend 
verfahren.
Vorsteher Rosenberg: Herr Stadtv. Vogel, ich W ir kommen nunmehr zu Punkt 10 der Tages­
möchte Sie fragen, wie Sie Ihren Antrag stellen ordnung :
wollen. Es liegt ja ein Gemeindebeschluß bezüglich 
der Fritsche-Stiftung vor. Wollen Sie den Antrag Vorlage betr. Vorcntwurf für den Bau einer 
so stellen, daß Sie die 50 ooo M., die jetzt be­ Zenträlmarkthalle nebst Bahnanschluß. —
antragt sind, nur bewilligen wollen unter der Be­ Drucksache 158.
dingung der Abänderung der Fritsche-Stiftung, ober 
wollen Sie die 50 ooo M  glatt bewilligen und zu Berichterstatter Stadtv. M itta g : Meine Herren, 
gleicher Zeit den Magistrat ersuchen, einer Abänderung durch Gemeindebeschluß vom 7. und 20 . April ist 
der Fritsche-Stiftung zuzustimmen? für die Anlage einer Zentralmarkthalle das Terrain, 
(Stadtv. Vogel: Das Letztere!) welches sich' südlich der Stadtbahn zwischen der 
— Also im letzteren Sinne. Dann schließe ich die Wilmersdorfer-, der Niebuhr- und der Leibnizstraße 
Diskussion und stelle zunächst den Antrag des Ma­ erstreckt, angekauft worden. Es sind außerdem Ver­
gistrats zur Abstimmung. handlungen mit dem Fiskus eingeleitet worden über 
Pachtverträge des vorliegenden Geländes und sonstiger 
(Die Versammlung beschließt mit großer Mehr­ Bahnanlagen, die auch auf einen günstigen Abschluß 
heit nach dem Antrage des Magistrats, wie folgt: hoffen lassen. W ir haben nunmehr beinahe 2120 
Aus Anlaß der Zweihundertjahrfeier der Quadratruten für die Markthalle zur Verfügung, 
Stadt Charlottenburg wird der aus städtischen das sind nahezu 12 Morgen, mit einem Grund­
Mitteln errichtete Fonds der Fritsche-Stiftung erwerbskostenfonds von 2 339 000 M . Der Baublock 
zu Unterstützungen vom bedürftigen Hinter­ ist jetzt vollständig abgerundet bis auf ein kleines 
bliebenen städtischer Beamten und Angestellten Eckgrundstück, welches wir zur Zeit noch nicht er­
um 50 000 M  erhöht. Die dazu erforderlichen worben haben. Genügende Zufahrten zu der Markt­
M ittel sind in Höhe von 10 000 M  aus dem halle bieten die Wilmersdorferstraße, die Niebuhr- 
Dispositionsfonds des diesjährigen Etats, der und die Leibnizstraße. Um aber noch einen direkten 
Rest ist aus den nächstjährigen Etats mit Zugang aus dem Zentrum Charlottenburgs zu haben, 
mindestens io  ooo JC in jedem Etatsjahr zu wird die Krummestraße verlängert; es wird eine 
entnehmen.) Unterführung unter dem Bahndamm herbeigeführt 
und dadurch ein großer Teil des Verkehrs diesen 
Nunmehr beantragt Herr Stadtv. Vogel, zu­ drei Straßen abgenommen; ich glaube sogar, sie 
gleich auszusprechen: wird den größten Verkehr aufweisen. Gleichzeitig 
Der Magistrat wird ersucht, das Statut ist links von dieser Unterführung ein großes Gelände 
der Fritsche-Stiftung dahin zu ändern, daß freigelassen, worauf die Wagen ihre Aufstellung 
aus den Zinsen der Stiftung nicht nur Hinter­ finden sollen. Das ist ein großer Vorteil nament­
bliebene von städtischen Beamten und An­ lich gegen die Einrichtung der Berliner Markthalle, 
gestellten, sondern auch von Arbeitern im Falle wo die Wagen die Nächstliegenden Straßen zeitweise 
nachgewiesener Bedürftigkeit Unterstützungen bis vollständig versperren. Die Wagen fahren hier (auf 
zum Höchstbetrage von 500 M  für das Jahr der Karte zeigend» hinein, können gleichzeitig in die 
im Einzelfalle erhalten sollen. Markthalle hineinfahren, durchfahren sie und gelangen 
auf der andern Seite durch die Leibnizstraße wieder 
(Die Versammlung beschließt demgemäß.) heraus, oder sie nehmen bei der Abfahrt hier Auf­
stellung und machen dann denselben Weg, wie ich 
Es ist folgende Anfrage eingegangen: ihn vorhin angegeben habe.
Die Unterzeichneten richten an den Magistrat Das Marktpallengebäude an und für sich wird 
die Anfrage, ob ihm bekannt ist, daß die zunächst eine Ausdehnung von 120 m Länge und 
Arbeiter der städtischen Gasanstalten durch 50 m Breite bekommen, das sind 6600 qm über-
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.