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Periodical volume 12. April 1905

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1905

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verlieren, der Baumwuchs gefördert und die gau§e bahn genehmigt diesen § 4 und verpflichtet sich, den 
Gegend gehoben werden. Das ließe sich alles mit Antrag beim Bezirksausschuß zurückzuziehen. Die 
der verhältnismäßig recht geringen Summe von Bedingungen, die im übrigen gestellt sind, sind die 
1500 M  erreichen. gleichen wie in früheren Verträgen. Der Betrieb 
wird aufgenommen bei Fertigstellung des Bahnhofes 
Stadtv. Dr. Crüger: Meine Herren, ich möchte Witzleben.
darauf aufmerksam machen, daß der Antrag nur Ich ersuche Sie, der Vorlage zuzustimmen.
dann einem Ausschuß überwiesen werden muß, wenn 
sich ein Widerspruch erhebt. Ich bin doch der An­ Stadtv. Marcus: Meine Herren, da wir hier­
sicht, daß, nachdem vorher gegen die Dringlichkeit des ein Referat über eine Vorlage empfingen, welche das 
Antrages kein Widerspruch erhoben war, es ein Verkehrswesen betrifft, so meine ich, daß es nicht zu 
innerer Widerspruch sein würde, wenn Herr Kollege weit abliegt, wenn ich mir die Anfrage an den 
Baake jetzt Widerspruch erheben wollte. Magistrat erlaube, ob der Antrag, den ich seinerzeit 
unter Zustimmung der sämtlichen Herren Kollegen 
Stadtv. Baake: Wenn wir keinen Widerspruch hier eingebracht habe, nämlich eine Verstärkung der 
gegen die Dringlichkeit erhoben haben, so deswegen Verkehrsmittel in der Stadt eventuell durch Ein­
nicht, weil die Angelegenheit ziemlich rasch erledigt führung von Omnibussen, gleichviel ob mit einem 
werden muß, wenn für 1500 Jt Grassamcn noch oder zwei Pferden oder mit Automobilen, herbei­
in dieser Jahreszeit verwendet werden soll. Ander­ zuführen, vollständig unter den TischUgefallenh. ist, 
seits muß doch erst einmal geprüft werden, ob oder ob er noch ein wenig sein Dasein fristet. Ich 
sich der Antrag wirklich empfiehlt. Die Gründe habe seinerzeit, als dieser Antrag von uns eingebracht 
des Herrn Magistratsvertreters waren derart, daß war, eine große Anzahl Freudenbriefe von Leuten 
die ganze Angelegenheit meiner Auffassung nach im empfangen, die ihre Genugtuung darüber aussprachen, 
Ausschuß erst geprüft werden muß. Ich sehe gar daß eine Vermehrung der Verkehrsmittel unserer 
keinen inneren Widerspruch in meinem Vorgehen. Stadt zu erwarten sei. In  letzter Zeit empfange ich 
dagegen schon mehrfach Trauerbriese, die bedauern, 
(Die Beratung wird geschlossen. Die Versamm­ daß von der ganzen Sache gar nicht mehr; die 
lung beschließt nach dem Antrage des Stadtv. Baake Rede ist.
die Überweisung des Antrages der Stadtv. Braune Wenn ich mir vor ungefähr 14 Tagen erlaubt 
und Gen. an einen Ausschuß von 9 Mitgliedern.) habe, meine Ansicht dahin auszusprechen, daß mithin 
Charlottenburg zunächst alten Anlaß haben, alle 
Vorsteher Rosenberg: Punkt 7 der Tagesordnung: Hindernisse des Aufschwunges der Baulust k. beiseite 
zu räumen, damit die Bautätigkeit sich recht entfalte, 
Borlage betr. Abschluß eines Nachtragsver­ so, meine ich, ist das Korrelat zu diesem Wunsche, 
trages mit der Großen Berliner Straßen­ daß unsere Verkehrsverhältnisse nach Möglichkeit ge­
bahn über den Bau und Betrieb einer neuen hoben und verbessert werden. Nach meiner eigenen 
Straßenbahnstrecke in der Straße » d  (ver­ Anschauung und der sehr vieler Herren, die mit mir 
längerte Kantstraße) zwischen der Snarez- darüber gesprochen haben, verspricht man sich ^nament­
sträßc und der Ringbahn. — Drucksache 142. lich in denjenigen Straßen, die von der Straßen­
bahn jetzt noch nicht befahren sind. einen recht be­
Berichterstatter Stadtv. Meschelsohn: Meine deutenden Aufschwung, ein viel bequemeres und 
Herren, bei Begründung der Aktiengesellschaft Park angenehmeres Wohnen, wenn Omnibuslinien ein­
Witzleben hat die Große Berliner Straßenbahn die gerichtet würden. Deswegen erlaube ich mir also 
Verpflichtung übernommen, die Straßenbahn durch die Bitte an den Magistrat, uns zu sagen, ob irgend 
die Kantstraße nach der verlängerten Kantstraße zu etwas in der Richtung unseres damaligen Antrages 
verlegen und zu betreiben bis zum Stadtbahnhofe geschehen ist, und ob wir vielleicht Aussicht Haben, 
Witzleben hin. Es ist nun die Slraßenbahn an die ihn wenigstens im Laufe einiger Jahre verwirklicht 
Stadtgemeinde Charlottenburg in ihrer Eigenschaft zu sehen.
als Unterhaltung*))süchtige mit dem Ersuchen heran­
getreten, ihr die Erlaubnis zur Legung dieser Straßen­ Stadtbaurat Bredtschucider: Es hat sich vor
bahnschienen zu erteilen, um so mehr als die Suarez- einiger Zeit bei uns eine Gesellschaft gemeldet, welche 
straße und Kantstraße jetzt asphaltiert werden. Das die Absicht kundtat, mehrere Omnibuslinien zu er­
Zustandekommen des Vertrages scheiterte an dem richten, nicht allein hier in Charlottenburg, sondern 
§ 4 der Bedingungen, die die Stadtgemeindc der auch in den Nachbargenieinden. Wir haben die Be­
Straßenbahn auferlegt hatte. Es handelt sich darum, strebungen unterstützt und haben die Gesellschaft er­
daß die Straßenbahn in anbetracht des alten muntert, ihre Absicht zur Ausführung zu bringen. 
Streites wegen Ausschlusses einer Konkurrenzlinie Die Gesellschaft hat dann mit den Nachbargemeinden 
behauptet, daß die Stadt fein_Recht hätte, andere verhandelt und hat uns mitgeteilt, daß sie nunmehr 
Linien zu genehmigen, und die Stadt wiederum ver­ im allgemeinen mit den Nachbargemeinden so weit 
langt die Erlaubnis zur Untergrundbahn. Infolge­ sei. daß die Genehmigung erteilt werden würde, und 
dessen hat die Stadtgemeinde denselben Passus, den hat uns gebeten, ihr gleichfalls unsererseits die Ge­
wir im vorigen Jahre beschlossen haben, aufgenommen nehmigung zu erteilen. Diese Genehmigung haben 
und unter Aufrechterhaltung der beiderseitigen An­ wir erteilt und haben die Gesellschaft zu gleicher Zeit 
sichten verlangt, daß die Straßenbahn für diese Strecke an die Polizeibehörde gewiesen, welche in letzter Linie 
aus ein Einspruchsrecht verzichte, ohne anzuerkennen, ja die Genehmigung zu erteilen hat. Das ist vor 
daß ihr ein Einspruchsrecht nicht zustehe. Die einiger Zeit gewesen. Wie weit über das hinaus, 
Straßenbahn hat mit aller Gemalt diesen Para­ ivas ich eben mitgeteilt habe, die Sache gediehen ist. 
graphen nicht annehmen wollen nnd einen Ergän­ entzieht sich zur Zeit meiner Kenntnis.
zungsantrag beim Bezirksausschuß gestellt. Schließlich 
ist es zu einer Einigung gekommen. Die Straßen­ (Die Beratung wird geschlossen. Die Per
        
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