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Periodical volume 18. Januar 1905

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1905

I Nächstliegende fü r  jeden Menschen, der gewohnt ist, Ju s t iz ra t  v o n  G o r d o n  einen sehr beachtenswerten 
|  in citiern R e c h t s s t a a t e  zu leben, würde natürlich Artikel da rüber  veröffentlicht, der I h n e n  ja  in der 
I  fein, zu sagen: h i e r  m u ß  d e r  R e c h t s w e g  be-  großen M ehrzah l  wahrscheinlich nicht entgangen sein 
I s c h r i t t e n  w e r d e n  in  irgend einer F o rm ,  der Zivil- wird. E s  ist hingewiesen worden auf  H a u s f r i e d e n s ­
I  rcchtsweg oder der Weg bei den Perw altungsgerich ten . b ru c h .  auf  E n t s c h ä d i g u n g s a n s p r ü c h e .  M eine  
■ J a ,  meine Herren, ich will es nicht behaupten, H erren, ob m a n  es versuchen soll, diese Wege zu 
■ es liegt aber die V erm utung  ungemein nahe, daß beschreiben, —  w ir  werden heute jedenfalls nicht gut 
I der M in is ter  bei jenem E r la ß  vom N ovem ber 1903 in  der Lage sein, u n s  darüber  schlüssig zu machen. 
I  sich nicht ganz sicher gefühlt h a t ;  denn er ha t  m it  W ir  werden wahrscheinlich darüber  dem M agis tra t  
I jenem E r la ß  einen Weg beschritten, von dem er die Entscheidung überlassen müssen, ü b e r  einen 
I ganz zweifellos wußte, daß  nun  die K om m unen P u n k t  wollen w ir  ja doch dabei ohne weiteres auch 
« auf G nade  und  Ungnade in  die H ände dieses Erlasses u n s  klar sein: daß, wenn wirklich auf  diesem U m ­gegeben sind, d a ß  a u f  d e m  R e c h t s w e g e  g e g e n  wege der Rechtsweg beschritten wird, w ir  keinen d e n  E r l a ß  v o r z u g e h e n ,  d e n  K o m m u n e n  T en o r  eines U rte ils  bekommen, in  dem klar zum I b e n o m m e n  ist. Ausdruck gebracht wird, daß das  und  d as  die Rechte M eine  Herren, m a n  sp r ich t— und  h ie r ,  glaube der K om m une gegenüber den Schulgebäuden sind, 
ich. könnte m an  ganz gewiß darauf  hinweisen —  sondern w ir  können n u r  a u s  den G rü n d e n  h eraus­
; von der U n v e r l e t z l i c h k e i t  d e s  E i g e n t u m s .  M a n  lesen, daß  die K om m une  die und  die Befugnisse hat. 
L verlangt von jedermann, daß das  P r iva te ig en tu m  W i r  lesen sie heraus ,  und, meine H erren , nach den 
I  geschützt und  respektiert wird. D a s  öffentlich recht« E rfah rungen , die w ir  m it  der Regierung  gemacht 
S licheEigenlum,dessen sich die öffentlichen K orporationen  haben, müssen w ir  annehmen, daß  die Regierung  
I  zu erfreuen haben, n u n  d as  hat doch auch den a u s  diesen Entscheidungsgründen eben etw as a n d e r e s  I p r i v a t r e c h t l i c h e n  S c h u tz  im vollsten Umfange, herauslesen wird.
I und  ich glaube, es wäre tatsächlich nicht zu viel M eine  H erren , J u s t i z r a t  von G o rd o n  macht 
I verlangt gewesen, wenn der M inis ter ,  wollte er einen Vorschlag für die Zukunft .  E r  sag t:  die K o m ­
ß ü b e rh a u p t ' in  das  Verwaltungsrecht der K om m unen  m unen  sollten wenigstens für  die Z ukunft  S o rg e  
|  gegenüber ihren Schulgebäuden eingreifen, dann  tragen, daß  derartige D inge  sich nicht wiederholen 
|  einen Weg beschritten' hätte, a u f  d e m  d e n  können, wie w ir  sie im  Novem bererlaß  von 1903 
I K o m m u n e n  d ie  M ö g l i c h k e i t  b l i e b ,  z u n ä c h s t  erlebt haben. E r  schlägt vor, d a ß  m a n  d ie  e i g e n t ­
w e n i g s t e n s  e i n m a l  d ie  V e r w a l t u n g s g e r i c h t e  l iche V e r w a l t u n g  v o l l s t ä n d i g  t r e n n e n  s o l l  
|  a n z u r u f e n ! v o n  d e r  S c h u l v e r w a l t u n g .  M a n  kann so viel­
M eine  Herren, es ist nicht gerade w underbar, leicht einen Versuch machen, diesen Weg zu beschrei­
I wenn der Umstand, daß  der M in is te r  diesen Weg ten, obgleich ich keinen Anstand nehme, auf  ein 
.v>, nicht beschritten hat, das  Rechtsgefühl des Volkes Bedenken sofort hinzuweisen. Ich  fürchte nämlich, 
.. au fs  schwerste verletzt hat. daß dann  der K u ltu sm in is te r  seinen Kollegen vom 
W  ( S e h r  richtig!) I n n e r n  an rufen  wird, und  der M in is te r  des I n n e r n  
I  I c h  g l a u b e ,  d a ß  s e h r  s e l t e n  e i n e m  M i n i s t e r i u m  wird auf  a n d e r n  Wege versuchen, die K om m unen  
I g e g e n ü b e r  e i n  s c h ä r f e r e s  M i ß t r a u e n s v o t u m  zu drangsalieren. D ie  beiden M in is te r  werden dann  
t z u m  A u s d r u c k  g e b r a c h t  i s t ,  w i e  e s  d e r  wahrscheinlich H a n d  in  H a n d  arbeiten. W ir  befinden 
i P r e u ß i s c h e  S t ä d t e t a g  a u s g e s p r o c h e n  h a t  in u n s  ja  leider in  einer Z w a n g s -  u nd  N otlage. Gleich­
l dem letzten Satze der im  Dezember gefaßten wohl bin  ich der M e in u n g ,  —  und  ich Hoffe, daß  der 
1 R e s o lu t io n : M ag is tra t  in  dieser Beziehung vollständig befriedigende 
E s  ist d a r a u f  h i n z u w i r k e n ,  d a ß  f ü r  d ie  E rk lärungen  abgeben wird — , daß der M a g is t ra t  wenig­
E n t s c h e i d u n g  d e r  S c h u l a u f s i c h t s b e h ö r d e n  stens die Wege versuchen wird, die u n s  gegeben sind. 
e i n e  R e c h t s k o n t r o l l e  g e s c h a f f e n  w i r d . W enn  w ir  u n s  auch beim M in is te r  über  den M in is te r  zu 
M eine  H erren, ich glaube, der M in is te r  hätte beschweren u n s  gezwungen sehen: w ir  wollen wenig­
|  im  Interesse der Regierung besser gehandelt, wenn stens diesen Weg versuchen. O b  er zum  E rfolg  führt, 
1 er es vermieden haben würde, den S tä d le ta g  Heraus« —  nun, w ir  wollen u n s  über  den E rfolg  g ar  keine 
I  zufordern, eine solche Resolution zu fassen, d u rch  I l lu s io nen  machen. A b e r  w e n i g s t e n s  h a b e n  w i r  
d ie  d e m  M i n i s t e r i u m  d a s  a l l e r s c h ä r f s t e  nach  d i e s e r  R i c h t u n g  h i n  u n s e r e  S c h u l d i g k e i t  
i M i ß t r a u e n s v o t u m  z u m  A u s d r u c k  g e b r a c h t  g e t a n :  w i r  h a b e n  p r o t e s t i e r t  g e g e n  d i e  R e c h t s -  
\ w i r d . g ü l t i g k c i t  d ie s e s  E r l a s s e s ,  und, meine Herren, 
M eine  H erren , ich. wie gesagt, bin der M einu ng ,  einen derart igen  P ro tes t  zum  Ausdruck zu bringen, 
i daß sich schwer ein Rechtsweg finden w ird ;  u n s  ist m eines Erachtens die Pflicht j e d e r  K om m une.
; bleibt also n u r  der Beschwerdeweg. I c h  h o f f e ,  M e ine  H erren , dieser F a l l  zeigt wieder e inm al 
I d e r  M a g i s t r a t  w i r d  d e n  B e s c h w e r d e w e g  so recht, wie leicht es fü r  die Aufsichtsbehörde ist, 
I b e s c h r e i t e n .  Aber., bei wem führen w ir  Beschwerde'? den K om m unen  Schwierigkeiten auf  S ch r i t t  und  T r i t t  
[ B e i m  M i n i s t e r !  Über wen führen w ir  Beschwerde? zu bereiten, wie leicht es fü r  die Behörde ist, die 
|  U b e r  d e n  M i n i s t e r ! K om m unen  — m a n  m u ß  tatsächlich hier bei dieser 
(S ta d tv .  D r .  von L isz t :  S e h r  richtig!) Gelegenheit das  W o r t  gebrauchen! —  zu drangsalieren 
M eine  Herren, das  w ar  auch nicht schön von und  besonders dann, wenn die Behörden  einen Weg 
; dem H errn  M inis ter ,  daß er einen E r la ß  bekannt beschreiten, der den K om m unen  die Möglichkeit n im m t, 
l gab, bei dem er ohne weiteres wußte, daß e r  doch dagegen ihrerseits den Rechtsweg einzuschlagen.
schließlich die In s ta n z  war, die auf die Beschwerde Ich  glaube, daß  dieser E r laß ,  wie ich es ein­
1 über die Berechtigung des Erlasses in  letzter S te lle  leitend bemerkte, n u r  a ls  ein kleiner Teil  des ganzen 
: zu entscheiden hat. M e ine  Herren, der M ag is tra t  S y s te m s  zu betrachten ist, d as  heute bei der R e ­
wird  vielleicht in E rw ägung  ziehen, ob nicht doch gierung gilt, d as  maßgebend ist für d a s  V erhalten  
I T  noch irgend welche H i n t e r t ü r  v o r h a n d e n  is t ,  der Reg ierung  gegenüber den K om m unen ,  u nd  dieses 
d u rc h  d ie  m a n  z u  i r g e n d  e i n e m  R e c h t s w e g  S ys tem  kommt d a rauf  h inaus ,  daß  a u s  jenem G e ­
g e l a n g t .  I n  der Deutschen Ju ris tcnzei tung  hat bäude, das  a u s  d e r  Z e i t  d e r  W i e d e r g e b u r t
        
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