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Periodical volume 29. März 1905

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1905

leitet, also diejenigen Arbeiten ausgeführt, die gerade ausgeführt. Wie wir alle, die wir in der Ver­
in einer Zeit der starken Entwicklung einer Stadt waltung Eharlottenburgs stehen, meinen, daß wir 
die hochbcdeutsamen Grundlagen für diese Entwick­ dem Gemeinwesen nur dann dienen können, ivenu 
lung bilden, d. i. im großen ganzen die Auf­ wir nach dem Grundsätze arbeiten: Rast' ich, so rost' 
stellung. die Ausarbeitung und die Durchführung der ich, — so sind wir auch davon überzeugt, daß Ihnen 
Bebauungspläne und die Entwicklung des Verkehrs die intensive Arbeit im Dienste unserer Stadt wahre 
nach einem wohldurchdachten System von Verkehrs­ und volle Lebensbefriedigung gewährt. Viele Auf­
linien, welches System seinerseits wieder in unmittel­ gaben wird noch für Charlottenburg die Zukunft 
barem und engstem Zusammenhange steht mit der bringen, und vielleicht die allerwichtigsten liegen noch 
erfolgreichen Besiedelung des städtischen Gebietes. in der Zukunft Schoß gerade für das Tiefbauamt. 
Bei der Ausführung dieser Arbeiten sind Sie mit Sollte es Ihnen gelingen, mein verehrter Herr Stadt­
einer staunenswerten Arbeitskraft und Arbeitslust, baurat, auch diese Aufgaben einer glänzenden oder 
die sich selten einmal eine Ruhepause gönnte, und befriedigenden Lösung entgegenzuführen, dann wird, 
mit dem Ihnen eigentümlichen, Sie nie verlassenden wie auch ich mit dem Herrn Oberbürgermeister an­
Scharfblick tätig gewesen, der es nicht nur verstanden nehme, eine spätere Charlottenburger Historie, nennt 
hat, die Gegenwart und ihre Bedürfnisse mit Klug- j sie die besten Namen, auch Ihren Namen nennen.
heit zu erfassen und zu umfassen, sondern der auch Ich habe die Ehre, Sie beim Eintritt in Ihre 
vorausschauend in die Zukunft blickte und auch deren neue Amtsperiode namens der Stadtverordneten­
glückliche Entfaltung zweckmäßig und klug vorbereitete. versammlung auf herzlichste zu begrüßen.
Die glanzende Entwicklung, welche im Laufe der (Bravo!)
letzten zwölf Jahre unsere Stadt genommen hat, — 
ich spreche es mit großem Dank Ihnen gegenüber, 
Herr Stadtbaurat, aus — diese glänzende Entwicklung Stadtüaurat Bredtschucider: Hochverehrter Herr 
beruht zum großen Teil auf den Erfolgen Ihrer Oberbürgermeister! Hochverehrter Herr Stadtver 
Arbeit. Und so betrachten wir es denn als ein Glück ordnetenvorsteher! Ich danke Ihnen für die freund­
für die Stadt Charlottenburg sowohl wie für unsere liche Begrüßung bei meinem Eintritt in die neue 
Verwaltung, daß es gelungen ist, Ihre Arbeitskraft Wahlperiode. Ich danke Ihnen für die ehrenden 
auf die Dauer einer neuen Amtsperiode der Stadt und anerkennenden Worte, mit welchen Sie meiner 
zu erhalten, und wir freuen uns dessen herzlich. bisherigen Tätigkeit gedacht haben. Es waren fast 
Aber nicht nur als iveit ausschauenden, hervor­ — so will mir scheinen — der Ehrungen zu viel. 
ragenden, klugen Techniker kennen und schätzen wir Wiewohl es nicht zu meinen Gepflogenheiten gehört, 
Sie. In  gemeinsamer jahrelanger Arbeit haben wir ohne besondere triftige Gründe Opposition zu machen, 
Sie auch kennen gelernt als einen starken Charakter, so, glaube ich, liegen hier doch derartige Gründe vor, 
als einen treuen Mann, der sein Amt führt niemandem und ich muß daher gegen einige Ihrer Äußerungen 
zu Leide, niemandem zu Liebe, der ohne Menschen­ Einspruch erheben. Dieser Einspruch betrifft die be­
furcht nur der Sache dient, und der immer und sondere Betonung und Hervorhebung meiner an­
überall bestrebt gewesen ist, der Wahrhaftigkeit und geblichen Verdienste. Wenn während meiner ver­
der Gerechtigkeit in seiner Amtsführung zum Siege flossenen Amtstätigkeit irgendwo innerhalb meines 
zu verhelfen. So besitzen Sie, mein hochverehrter Amtsbereiches etwas Besonderes hervorgetreten sein 
Herr Kollege, nicht nur unsere unbegrenzte Hoch­ sollte, so habe ich persönlich wohl nur einen ganz 
achtung. sondern auch unser unzerstörbares Vertrauen. geringen Anteil daran gehabt.
M it Ihnen zu arbeiten ist uns allen stets eine hohe Ihnen, mein hochverehrter Herr Oberbürger­
Freude gewesen, und deshalb begrüßen wir Sie auch meister, möchte ich noch an dieser Stelle meinen ganz 
bei dem Eintritt in Ihre neue Amtsperiode auf­ besonderen Dank abstatten für Ihre stets bereitwillige 
richtigen Herzens. Der Erfolg, der Ihrer Arbeit in Unterstützung, die Sie mir und meinen Bestrebungen 
den letzten zwölf Jahren angehangen hat, — wir während der verflossenen Zeit in allen Fällen, zu 
hoffen es zuversichtlich — wird ihr auch treu bleiben allen Zeiten und unter allen irgendwie gearteten 
in den kommenden zwölf Jahren. Umständen haben zuteil werden lassen.
Und mit diesem Wunsche verpflichte ich Sie Meine sehr geehrten Herren von der Stadtver­
durch Handschlag an Eides statt auf den von Ihnen ordnetenversammlung! Das Vertrauen, welches Sie 
bereits geleisteten Eid und händige Ihnen die An­ mir durch die von Ihnen vollzogene Wahl entgegen­
stellungsurkunde aus. gebracht haben, hat mich auf das Höchste geehrt; ich 
(Bravo!) weiß es sehr wohl zu schätzen und zu würdigen, 
und ich spreche Ihnen dafür meinen verbindlichsten
Vorsteher Rosenberg: Mein sehr verehrter Herr und herzlichsten Dank aus. Ich gedenke auch des
Stadtbaurat! Ihre Verdienste um die Stadt Char- freundlichen Entgegenkommens und Wohlwollens, 
lottcnburg hat der Herr Oberbürgermeister nach Ge­ welches Sie mir in den verflossenen zwölf Jahren 
bühr gewürdigt. Auch wir, die Stadtverordneten stets erwiesen haben, und danke Ihnen dafür von 
dieser Stadt, haben in zwei Beschlüssen, welche mit ganzem Herzen, sowie auch für die' Nachsicht, mit
großer Mehrheit gefaßt worden sind, kundgegeben, welcher Sie meine Fehler geduldig und freundlich 
ivie sehr uns daran liegt, Ihre Dienste, Ihre Tat­ aufgenommen haben. Ich gestatte mir noch den 
kraft, Ihre Arbeitskraft unserer Verwaltung erhalten Hinweis, daß während der verflossenen zwölf Jahre 
zu sehen. Unsere Stadt hat im letzten Jahrzehnt, das Einvernehmen zwischen der Stadtverordneten­
wie keine andere Stadt in Deutschland, eine unge­ versammlung und mir nie gestört, nie getrübt, stets 
mein schnelle Entwicklung erfahren und damit eine ein herzliches und gutes gewesen ist. Ich bitte Sie, 
überaus große Fülle von Arbeiten überkommen, die mir Ih r  Wohlwollen und Ih r  Vertrauen auch für 
in verhältnismäßig kurzer Zeit zu erledigen waren. die Zukunft bewahren zu wollen, und ich werde be­
Ein großer Teil von diesen Arbeiten fiel in Ih r müht bleiben, mich desselben würdig zu erweisen.
Ressort, in das des Tiefbauamts, und nach allge­
meinem Urteil haben Sie diese Arbeiten glänzend (Lebhaftes Bravo.)
        
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