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Periodical volume 15. Februar 1905

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1905

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der M ilch. Absatz in  kleinen P o rtio n e n , wie sie fü r zentsatz au f die Unkosten schlagen m uß. W o bleiben 
den G ebrauch des S ä u g lin g s  beschaffen sein müssen. S ie  hier d a m it?  D a s  sind a lles D inge , die so klar 
S te r ilis a tio n , Abkochung w ährend der heißen J a h r e s ­ liegen, daß  m an  diese F rag e , die so schlimm liegt, 
zeit — , und  w as a lles noch w eiter dazu gehört. eigentlich nicht e rö rte rn  kann.
Ich  b itte S ie  also, sich diesem Vorschlage sympathisch W enn  S ie  I h r e  A usfüh rungen  noch naher be­
gegenüberzustellen. Z u  gleicher Z e it werden w ir da g ründen w ollen —  S ie  haben sich noch einm al zum 
ein bißchen M itte ls tand spo litik  treiben. M i t  irgend W orte gem eldet — , so können S ie  d as  auch n u r 
welchen P ro d u ze n ten  müssen w ir u n s  ja  in  V er­ theoretisch tun . Praktisch ist die Sache nicht au szu ­
b indung  setzen, wenn w ir zu r B ekäm pfung der führen.
Säuglingssterb lichkeit gute M ilch liefern  wollen. 
A lso ' w aru m  sollen w ir es nicht m it diesen kleinen Stabtu Dr. Zepler: Ich  gehe au f diese F ra g e  
G ew erbetreibenden tu n , die noch dazu C h arlo tten ­ nicht ein. Ich  halte diese F ra g e  durchaus noch nicht 
burger sind! D esh a lb  hoffe ich auch, daß dieser fü r abgeschlossen, w enn  auch H e rr  P rofessor Back­
A n tra g  bei dem T eile des H auses, welcher gern h au s  vorläufig  den kürzeren ziehen m uß  in  diesen 
M itte ls tand spo litik  tre ib t. Beachtung finden w ird. noch theoretischen F ra g e n . D a s  h a t aber dam it 
Aber auch die L ibera len  w erden wegen des S ta n d ­ nichts zu tu n  — d a s  bezog sich au f eine Anschaffung 
punktes, den sie in  der Genossenschaftsfrage ein­ von K ühen — , daß w ir den A n trag  der M ilch­
nehm en, dem A n trage  günstig  gestim m t sein. p roduzenten  in der Genossenschaft zu r A nnahm e 
Ich  bitte den M a g is tra t, der Sache große S y m ­ em pfehlen. D ie  S ta d tv e rw a ltu n g  kann ja  auch ohne 
p ath ie entgegenzubringen und  bald der V ersam m lung die Rieselfelderbenutzung m it eigner G rü n d u n g  vor­
eine V orlage zu un terb re iten . gehen; d as  h a t also auch d am it nichts zu tun . Ich  
empfehle u n te r  allen U m ständen, w enigstens dem 
Stabtu. M arcus: Ich  w ill n u r  dem H errn  A n trag  der Produktivgenossenschaft zuzustim m en.
Kollegen Dr. Z ep le r auf einen einzigen P u n k t er­
w idern . W enn S ie  auf H e rrn  P rofessor Dr. Back­ S tab tu . Dr. Borcharbt: Ich  mochte n u r  noch 
h au s  hingewiesen haben, gestatte ich m ir, d arauf das  E ine  h inzufügen. W enn  w ir den M ag is tra t 
aufm erksam  zu machen, daß  derselbe a ls  A u to ritä t um  w ohlwollende E rw äg un g  dieser P e t i t io n  ersuchen, 
au f diesem G ebiete kaum noch anzusprechen ist, so möchten w ir allerd ings von dieser w ohlw ollenden 
nam entlich fü r diejenigen, welche die vorgestrigen E rw äg un g  den einen P a ssu s  ausnehm en, daß  ein 
V erhand lungen  der B e rlin e r  S tad tv e ro rd n e te n v e r­ städtisches T e rra in  zu günstigen B ed ingungen  an  
sam m lung verfolgt haben. H e rr  P rofessor Dr. Back­ die Gesellschaft verkauft w ird. D a s  mochten w ir 
h a u s  ist, um  es gelinde auszudrücken, von seinem doch b itten , nicht zu erwägen.
P osten  bereits abgedankt. E s  sind sehr eingehende (O berbürgerm eister S chusteh rus: S tre ichen  S ie  doch 
M itte ilu n g en  darüber gemacht worden, w eshalb d as  W ohlw ollen! —  H eiterkeit.)
gerade diejenigen M ethoden , durch deren A nw endung D u rchaus nicht! D em  A n trage  selbst, eine M olkerei 
ursprünglich H err P rofessor Dr. Backhaus geglaubt au f genossenschaftlichem Wege herzustellen, diesem 
hatte , durch E rz ie lung  gu ter M ilchnährung  die S ä u g ­ G rundgedanken  des A n tra g es  stehen w ir durchaus 
lingssterblichkeit stark reduzieren zu könnem nach sympathisch gegenüber und  bitten den M ag is tra t, 
keiner R ichtung hin  sich bew ährt haben. S o w o h l diesen G edanken s e h r  w ohlw ollend zu erw ägen.
Theoretiker wie P rak tik er sind seiner M ethode von 
A nfang an m it starken Bedenken entgegengetreten (D ie  B era tu n g  w ird  geschlossen. D ie  V ersam m ­
bezüglich der V erw endung des G rases der R iesel­ lung beschließt nach dem A ntrage des Ausschusses, 
felder zu r F ü tte ru n g  der Kühe. E s  hat sich jetzt die P e ti t io n  dem M ag is tra t zu r w ohlw ollenden E r ­
herausgestellt, daß  er m it seinen T heorien  nach gar w ägung zu überw eisen.)
keiner R ichtung hin  irgend  welchen greifbaren  Nutzen 
schaffen konnte. Also, wie gesagt, a ls  A u to r itä t ist Vorsteher Noseubcrg: W ir komm en zu
H e rr  P rofessor Backhaus w enigstens nach den v o r­
gestrigen V erhand lungen  der S tad tv e ro rd n e te n v e r­ III. P e t i t i o n  d e s  H a u s -  u n d  G r u n d b e s i t z e r -  
sam m lung von B e rlin  —  ich bin ja  nicht näher v e r e i n s  d e r  s ü d l ic h e n  u n d  w e s tlic h e n  S t a d t ­
d arüb er un terrich te t —  au f diesem G ebiete kaum  noch t e i l e  v o n  1 9 0 3  zu  C h a r l o t t e n b u r g  u. a. m. 
anzusehen. b e t r .  p ro v is o r i s c h e  E r r i c h t u n g  e i n e r  h ö h e r e n  
M ä d c h e n s c h u le  in  d e m  H a u s e  B is m a r c k s t r a ß e  
Stabtu. Heise: M eine  H erren , ich habe eigentlich N r .  4 3 /4 4 .
w enig diesen A u sfüh rungen  hinzuzusetzen. B e i einer 
S tad tv e rw a ltu n g  können I r r tü m e r  ja vorkom m en; Berichterstatter Stabtu. Dr. Penzig: M eine
m an kann F eh le r machen. A ber, H e rr  Kollege Z epler, H erren , unsere B ew ohner der westlichen und  südlichen 
nie w ürde die S t a d t  einen g roßem  F eh le r begehen, S ta d tte i le  beklagen sich bereits seit längerer Z eit 
a ls  w enn sie d as  e in führte ,' w as S ie  befürw orten. darüber, daß sie ihre K inder viel zu w eit in  die 
I n  dieser B eziehung bin ich F achm ann! Ich  habe Mädchenschule schicken müssen, daß vor allen D ingen  
erst neulich im E ta tsausschuß  d a rau f hingewiesen: in  dieser G egend eine städtische M ädchenschule über­
S ie  können machen, w as  S ie  wollen, fü tte rn  S ie  haup t nicht vorhanden ist. D e r  H au s- und G ru n d ­
sechs M o n a te  ein R in d  m it R iese lg ras, wie S ie  es besitzerverein der westlichen und südlichen S ta d tte ile , 
vorschlagen, d ann  kommen die B az illen  a u s  dem ferner der südlichen S tadbezirke, der F reisinn ige B e ­
E u ter. zirksverein  C h arlo ttenb urg  S üdw est, der Vorsitzende 
A ber dann  noch e tw as anderes! W enn S ie  das des V ere in s  der westlichen S tad tbezirke und der 
hier so leicht hinstellen und  sagen: die S ta d t  soll Vorsitzende des konservativen B ü rg erv ere in s  zu C h ar­
u nd  kann d as  einrichten —  und  d an n  betonen: billiger! lo ttenbu rg  wenden sich in  einer P e ti t io n  an  den 
—  J a ,  meine H erren , m an m uß  die Landw irtschaft M ag is tra t und  die S tad tv e ro rd n e te n , _ um  möglichst 
kennen, wenn m an  dieses T hem a e rö rte rn  w ill; m au bald eine städtische höhere Mädchenschule in  jene 
m uß wissen, daß der L an dw irt einen großen P r o ­ G egend hineinzubekom m en.
        
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