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Periodical volume 15. März 1905

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1905

w enn er nicht zu betreten  ist?  D a ra u f  könnte m an  jedoch der A uffassung, daß die A nw ohner um  den 
ja  einfach d as  a lte  geflügelte W ort m odifiziert a n ­ W ittenbergplatz bester fahren, wenn sie zurzeit auf 
wenden und  sagen: ein W eg, der nie betreten w er­ Befestigung der Wege verzichten.
den darf, h a t seinen B e ru f  verfehlt.
N u n  müssen S ie  auch nicht etw a denken, daß Stadtv. Heinzelmann: M eine  H erren , w as der 
der M a g is tra t in  U nkenntnis davon gelassen ist. H err S ta d tv . B ru n s  gesagt hat. ist m eines Erachtens 
D e r  w eiß Bescheid. W enn  es da regnet, w ird  auch durchaus keine Ü bertreibung, es entspricht ungefähr 
alle Wochen drei-, v ierm al nicht etw a frischer K ies, den tatsächlichen V erhältnissen. Ic h  möchte noch h in­
sondern schmutziger S a n d  d a rau f geschüttet, jeden­ zufügen, daß gerade der T eil des W ittenbergplatzes, 
fa lls  um  größere U nfälle zu verhüten, daß  jem and wo der M ark t stattfindet und  wo besonders die Fisch­
d o rt ertrinken könnte. Aber das nutzt nichts, die verkäufer sich aufstellen, die die Überreste von den 
W ege sind nicht zu passiren. Fischen, die Eingeweide auf die S tra ß e  werfen, in 
D ie  Sache ist sehr leicht zu reparieren , wenn einem besonders üblen Gerüche steht. E s  ist die 
w ir d a fü r eine kleine S u m m e  ausgeben wollten. höchste Z eit, daß irgend etw as geschieht, um  diesen 
5000 M  w ürden ausreichen zu r B efestigung dieser tibelständen abzuhelfen.
kreuzenden W ege. Und w eiter verlangen  w ir gar- W enn aber der H err M ag is tra tsvertre ter u n s  
nichts. W ir  verzichten auf jede gärtnerische A u s­ sagt, daß  fü r die Um gestaltung des W ittenbergplatze», 
schmückung, auf die u n s  schon seit J a h re n  versprochene w ofür ja , wie ich gehört habe, etwa 50 b is 60 000 M .  
E rfü llu n g  unseres Wunsches, a lles d as  wollen w ir angelegt werden sollen, dies ein H in dern is  sein 
nicht haben ; w ir b itten  aber, die Wege so zu ver­ könnte — , wenn er u n s  versichert, daß die A u s ­
bessern und  zu befestigen, daß w ir sie benutzen führung  des P ro jek tes d arun te r leiden w ird, dann  
können. Ich  stelle daher den A n trag , eine S u m m e  würde Ich mich dam it vielleicht einverstanden erklären 
von 5000 M  in  den d iesjährigen  E ta t  einzustellen können, diese Ubelstäitbe noch eine Z eit lang m it an ­
fü r  die Befestigung des südlichen T eiles  des W itten ­ zusehen. W ir w erden übrigens Gelegenheit haben, 
bergplatzes. bei K ap . 10 der gegenw ärtigen E ta tsb e ra tu n g  noch 
näher au f die F ra g e  der U m gestaltung des W ittenberg­
Stadtbaurat Bredtschnridcr: M eine H erren, w ir platzes einzugehen. Ich  w ürde also n u r  dann  d arau f 
beabsichtigen, den W ittenbergplatz vollständig um zu­ verzichten, jetzt die 5000 M  in den E ta t  einzustellen, 
gestalten und  ihn sehr schon auszugestalten. D ie w enn u n s  bei G elegenheit der B era tu n g  des K ap. 10 
T iefbaudeputation  und  die P arkdepu ta tion  hatten  die die ausreichende G a ra n tie  gegeben w ird, daß  diesen 
Kosten h ierfür, und zw ar zunächst fü r den südlichen Übelständen einm al rad ikal abgeholfen werde.
T eil, der es am  nötigsten hat, in  den E ta t fü r 1905 
eingesetzt; es w ar aber unmöglich, die F o rderung  bei Stadtv. Braune: M eine H erren , ich möchte
der B era tu n g  des E ta ts  im  M ag is tra t aufrechtzu­ bei dieser G elegenheit nicht versäum en, d a ra u f  h in ­
erhalten, es ' fehlte nämlich dazu das erforderliche zuweisen, daß genau das, w as vom  H errn  Kollegen 
G eld. D ie  Id e e , den südlichen T eil des W ittenberg­ B ru n s  über den W ittenbergplatz h ier zum  Ausdruck 
platzes vornehm  auszugestalten, ist dam it aber keines­ gebracht ist, auch auf den S av ignyp la tz  zu trifft. S e i t  
wegs aufgegeben. D ie  P arkd ep u ta tion  und die J a h re n  bem üht sich schon die P a rk o ep u ta tio n , hier 
T iefbaudeputation  w erden fortgesetzt m it ihren die P flasterung  der D iagonalw ege m it M osaikpflaster 
A n trägen  an  den M ag is tra t herantreten, und ich durchzuführen, aber im m er sind es die m angelnden  
zweifle nicht, daß, wenn es irgend möglich sein M itte l, die seitens der M ag is tra tsv e rtre te r  dagegen 
w ird, der M ag is tra t Ih n e n  bereits in einem der in s  F e ld  geführt w erden. Ich  möchte doch an  die 
nächsten J a h r e  die V orlage zu r B ew illigung der T iefbauverw altung  den dringenden Wunsch a u s ­
G elder bringen w ird. E s  w ird also nach meiner sprechen, angesichts der dringenden  N otw endigkeit, 
A ustastung in v erhältn ism äß ig  kurzer Zeit dahin a u s  laufenden M itte ln  und  'zw ar noch in  diesem 
kommen, daß  der südliche T eil des W ittenbergplatzes J a h re  die M osaikpflasterung der D iagonalw ege über 
neu hergestellt werden w ird. M eine H erren, dann den S av ignyp la tz  vorzunehm en. Zahlreiche berechtigte 
ist natürlich das G eld, d as  jetzt nach dem A ntrag  Beschwerden w erden dort nach jedem  Regen darüber 
des H e rrn  S ta d to . B ru n s  verwendet werden soll, lau t, daß die Kiesw ege derartig  aufgeweicht sind, daß 
um  die Wege zu befestigen, fortgeworfen, dann das P ub likum  b is  über die Knöchel im  Schmutz 
m üßte das P flaste r ja  wieder beseitigt werden. w aten m uß. D a s  sind auf die D a u e r  unerträgliche 
N u n  glaube ich, daß H err S ta d tv . B ru n s  das Z ustände. Ich  m eine, angesichts des rap iden  A n ­
eine übersieht: wenn w ir jetzt die Wege quer über wachsens der Bevölkerung, die gerade in  dieser G e­
den W ittenbergplatz pflastern, dann w ird naturgem äß  gend a u s  sehr steuerkräftigen M itb ü rg e rn  besteht, 
die N enausgestaltung  des W ittenbergplatzes eventuell sowie auch a u s  hygienischen G rü n d e n  dürfte  es sich 
in  den H in te rg rund  gedrängt und läu ft G efahr, sehr doch sehr empfehlen, m einem  Wunsche zu entsprechen.
weit hinausgeschoben zu werden, und  das möchte ich 
selbst nicht. Ic h  bin der A ustastung, daß der W ilten- Borst.-Stellv. Kaufmann: H aben  S ie  einen
bergplatz etw as Besseres verdient, a ls  daß er in diesem bestim m ten A n trag  gestellt?
Zustande, selbst m it den gepflasterten Wegen, noch 
länger bestehen bleibt. Ic h  glaube, der H err S ta d tv . Stadtv. Braune: Ich  habe n u r  einen w arm en 
B ru n s  tu t den A nw ohnern  des W ittenbergplatzes Appell an  die T iefbauverw altung  gerichtet, a u s  
keinen G efallen , wenn er jetzt d a ra u f  besteht, daß die laufenden M itte ln  die P flas te ru ng  vorzunehm en.
Wege au f der S üdseite  des W ittenbergplatzes ge­
pflastert werde». Ic h  erkenne an, daß  schlechte Z u ­ Stadtv. Bruns: Ich  freue mich ja darüber, daß  
stände vorhanden sind; u n s  der H err S ta d tb a u ra t  die baldige R egu lierung  
(Z u ru f :  N a  also!) des W ittenbergplatzes in  Aussicht gestellt h a t. A ber 
er hat diese ja  ein bischen drastisch dargestellt, so in  dieser B eziehung bin  ich der re ine T h o m a s : ich 
schlimm, wie er es dargestellt hat. ist es nicht; aber glaube nicht daran .
ich nehme ihm  d as  nicht w eiter übel. Ic h  bin (H eiterkeit.)
        
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