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Periodical volume 15. März 1905

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1905

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in die Praxis übertragen, so würde die nächste Ge­ Da aber die Versammlung diesen Antrag ab­
meindedoppelschule mit dem 1. April 1907 eröffnet lehnte, schon aus dem Grunde, 'weil sie damals der 
werden müssen, und Sie ersehen aus dem ersten Meinung war. es sei noch nicht notwendig, in diesen 
Teil des Ausschußantrages, daß der Ausschuß dem Etat schon Mittel einzusetzen, glaubte ich zunächst, 
Standpunkte des Magistrats beigetreten ist. Nun im Etatsausschuß aus einen Antrag auf Erhöhung 
ist aber schon heute anzunehmen, daß der Bau der dieser Position verzichten zu können — verzichten 
Gemeindedoppelschule, für die ein Platz noch nicht zu müssen, da ja die Meinung der Mehrheit durch 
bestimmt ist, sich über den l. April 1907 hinaus die damals gepflogenen Verhandlungen bereits fest­
verzögern wird, allerdings allerhöchstens bis zum stand. Es zeigte sich aber im Etatsausschuß selbst, 
1. Oktober 1907. Wir sind bei der Beurteilung daß den Mitglieder des Ausschusses, wie ja auch der 
dieser Frage auf Wahrscheinlichkeitsberechuuugen an­ Herr Referent hervorgehoben hat, große Bedenken 
gewiesen. Die Meinung der Magistratsmitglieder aufstießen, ob nicht zum April 1907 ein Mangel an 
war in dieser Frage nicht ganz einheitlich. Während Schulräumen eintreten würde, ob nicht eine ganze 
von einer Seite betont wurde, daß die Wahrschein­ Reihe sogenannter fliegender Klassen würde einge­
lichkeit dafür spreche, daß eine Gemeindedoppelschule richtet werden müssen, und der Etatsausschuß hat 
zum l. April 1907 bereits notig sei, wenigstens eine nun diese Resolution beschlossen: den Magistrat zu 
bestimmte Anzahl von Räumen davon, wurde von ersuchen, bis zum 1. April 1907 für Fertigstellung 
der andern Seite im Magistrat hervorgehoben, daß einer neuen Gemeindedoppelschule, eventuell für eine 
die letzten Erfahrungen diese Notwendigkeit verneinen kurze Zeit für Bereitstellung notwendiger Mietsräume 
ließen. Jedenfalls muß mit der Möglichkeit ge­ zu sorgen. Aber, meine Herren, indem der Etats­
rechnet werben, daß der Andrang zu unseren Ge­ ausschuß gleichzeitiĝ  darauf verzichtet, eine erste 
meindeschulen am l. April 1907 so groß ist, daß Baurate für diese Schule einzusetzen, verzichtet er 
die zur Zeit verfügbaren Schulräume nicht ausreichen. darauf, dem Magistrat die Mittel zu geben, der 
Für diesen Fall wollte nun der Etatsausschuß Aufforderung nachzukommen, die er an ihn richtet, 
zweierlei unter allen Umständen verhindern: er wollte nämlich zum ersten April eine Gemeindedoppelschule 
erstens verhindern eine Erhöhung der Frequenzziffer fertigzustellen. Der Magistrat kann diese Schule 
der Klassen unserer Gemeindcschulen und zweitens gar nicht fertigstellen, kann garnicht dafür sorgen, 
verhindern, daß sogenannte „fliegende Klassen" in daß sie fertiggestellt wird, wenn nicht im diesjährigen 
größerem Umfange eingerichtet werden, und deshalb Etat eine erste Baurate erscheint. Wie hoch eine 
empfiehlt er Ihnen im Schlußsatz, daß für den Fall, solche Baurate bemessen sein muß, weiß ich nicht; 
daß Räume mehr nötig werden, als vorhanden sind, sie kann nicht zu niedrig bemessen sein, wie der 
ausreichende Mietsräume bereitgestellt werden. Der Herr Referent sagte. M ir schwebt etwa die Summe 
Ausschuß hat sich nicht verhehlt, daß auch dieser von 300 000 M  vor; aber wenn der Herr Stadt­
Ausweg ein nicht angenehmer ist. Aber es steht baurat für den Hochbau erklären würde, daß als 
ganz sicher fest, daß dieser Ausweg nur für ein erste Baurate auch eine geringere Summe, etwa 
halbes Jahr inbetracht kommt. Anderseits sah der 100 ooo M  oder 200 ooo M  genügen würden, so 
Ausschuß keine Möglichkeit, schon in den diesjährigen würde ich mich auch damit zufrieden geben, eben eine 
Etat eine erste Baurate, die ziemlich reichlich hätte erste Baurate in dieser Höhe einzusetzen. Nachdem 
bemessen werden müssen, für ein neues Gemeinde­ aber der Herr Stadtbaurat erklärt hat, es sei einfach 
doppelschulgebäude einzustellen. Er ist deshalb zu unmöglich, ivenn nicht sofort begonnen wird, bis zum 
seinem Antrage gekommen, den ich Ihnen zur An­ l. April 1907 eine Gemeindedoppelschule fertig zu 
nahme empfehle. stellen, halte ich es für ganz überflüssig, den Magi­
strat zu dieser Fertigstellung aufzufordern, ivenn 
man nicht gleichzeitig ihm die Mittel bewilligt.
Stflbtv. Dr. Borchardt: Meine Herren, ich möchte Ich stelle daher den Antrag, an dieser Stelle 
daran erinnern, daß bereits vor der Aufstellung des für den Bau von Gemeindeschulen eine Summe von 
Etats von unserer Seite ein Antrag hier eingebracht 200 ooo M  einzusetzen, damit eben diese 200 ooo M  
und verhandelt wurde, durch den der Magistrat auf­ als erste Baurate erscheinen. Andernfalls, wenn das 
gefordert werden sollte, schon in diesem Etat eine abgelehnt wird, scheint es mir unnötig, den Magi­
erste Baurate für den Bau einer neuen Gemeinde­ strat aufzufordern, für die Fertigstellung der Schule 
doppelschule einzusetzen, weil wir der Meinung waren, zu sorgen. Denn, meine Herren, wie soll er das 
daß, wenn einmal der Etat vom Magistrat bearbeitet machend Zaubern kann er nicht. Eine Schule aus 
ist und vorgelegt wird, es dann ungemein schwierig dem Erdboden hervorrufen, ohne daß man ihm die 
sein würde, noch die Einsetzung einer Baurate, die, notwendigen Mittel zur richtigen Zeit zur Verfügung 
wie der Herr Referent ja eben betont hat, doch stellt, das kann er auch nicht. Es scheint mir da 
ziemlich reichlich bemessen sein müßte, zu erreichen, also eine Resolution vorzuliegen, die danach aussehen 
und der Herr Referent hat ja auch schließlich eigent­ soll, als ob die Stadtverordnetenversammlung dafür 
lich zugegeben, daß der Etatsausschuß nur deswegen sorgen will, daß die Schule zum 1. April 1907 fertig 
auf die Einsetzung einer ersten Baurate für die Ge- wird, ohne daß sie doch fertig werden kann. Ich 
meindedoppelschnle zum April 1907 verzichtet hat, würde also bitten, von einer solchen Resolution ab­
weil er keine Möglichkeit sah, sie in diesem Etat zusehen, und würde Sie bitten, diese 200 000 JC 
unterzubringen, das heißt also, weil er keine Mög­ einzusetzen.
lichkeit sah, die dafür notwendige Summe aus den Den Platz für die Schule selbst zu bezeichnen, 
Einnahmen des Etats zu decken. wie cs in unserem Antrage — ich weiß nicht mehr, 
Meine Herren, es geht also zunächst mal daraus wie lange es her ist; einige Monate — in unserem 
hervor, daß die Stadtverordnetenversammlung nicht damaligen Antrage geschehen ist, davon,, sehe ich ab. 
richtig daran gehandelt hat. den seinerzeit von uns Ich bin allerdings auch heute noch der Überzeugung, 
eingebrachten Antrag abzulehnen, sondern daß es daß die Schule an jener Stelle jenicits der Spree 
besser gewesen wäre, die Stadtverordnetenversammlung dringend notwendig ist. Aber anderseits meine ich. 
hätte damals unserem Antrage zugestimmt. ivird die Einschulung, die zum 1. April erfolgt —
        
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