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Periodical volume 15. März 1905

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1905

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Einmalige Ausgabe». .100 0 0 0 ,# , im Jahre 1901 100 000 JC, im Jahre 
Abschni t t  17 1902 50 000 ' , #  und im Jahre 1904 50 000 JC. Jetzt zur Enthüllung soll die Stadtverordnetenver­
soll lauten:
Kosten zur Enthüllung des Kaiser Friedrich- sammlung nochmals 10 000 JC bewilligen.
Denkmals l oooo JC. Es ist ja erklärlich, daß es für die Herren, die seinerzeit diese Bewilligung befürwortet und ihr zu­
Als Abschni t t  18 gestimmt haben, eine' schwierige Sache ist. Das 
ist neu einzustellen: Denkmal ist gebaut, und die Herren gehen von dem 
Druck des Reiseberichts des Stadtbaninspektors Grundsatz aus: das Denkmal muß auch enthüllt 
Kahser über die von ihm im Jahre 1903 aus­ werden. Meine Freunde und ich find im Prinzip 
geführte Studienreise nach Nordamerika 500 M . dagegen. Die nähere Begründung ist wohl über­
Einnahmen flüssig; denn Sie kennen unsern Standpunkt. Einer 
Abschni t t  2. Stelle, von der w ir derartig abfällig kritisiert werden, Haben w ir keine Veranlassung irgendwie eine beson­
Nr. 1. Beitrag der Kanalisationsverwaltung, erhöht
JC dere Genugtuung noch dafür zu bezeigen.a u f ................................................... 129 734 Die 40 ooö JC —  es sind also _ im ganzen 
Nr. 3. Beitrag der Lagerplatzverwaltung, 70 000 JC — möchte ich Sie ebenfalls ersuchen abzu­
erhöht a u f ......................................  8850 „ lehnen und diese Summe einzustellen für Schul­
Nr. 5. Beitrag derGasanstaltsveiwaltung, bauten. oder es kann ja auch eine besondere S t if ­
erhöht a u f ......................................207 900 „ tung gegründet werden. Das. glaube ich. wurde der 
Nr. 6. Beitrag der städtischen Sparkasse, Stadt Charlottenburg mehr zum Segen gereichen, 
erhöht a u f ......................................  61890 „ als wenn diese 40 000 JC für diesen Zweck veraus­
Abschni t t  3. gabt werden sotten.
A ls N r. 9 ist einzustellen: Der größte Teil der Herren hat überhaupt noch 
Miete für den Ratskeller von den Restaurateuren nicht gehört, wie die Feierlichkeiten sich gestalten 
Kart und Otto Heyne, zahlbar während der sollen/ Ich muß Ihnen erklären: ich habe in der 
ersten 3 Werktage eines jeden Kalenderviertel- Etatsausschußsitzung gehört, daß die Uniform sozu­
jahres im voraus, l io o  M . sagen die Hauptrolle dabei spielt, und der schlichte 
Die bisherige Nr. 9 wird Nr. 10. Bürgersmann kann aus die Zweihundertjahrfeier 
Abschni t t  4. wohl wenig rechnen. Es wurde von Magistratsstelle
Nr. 1. Überschuß aus dem Betriebe der städtischen 
Gasanstalten, ermäßigt auf 1 175 600 JC. "^Andauernde Unruhe. Glocke desIVorstehers.)
Stabtu. Mcschelsohn: Der Etat, der Ihnen vor­ Vorsteher Roscnbcrg: Ich bitte um etwas Ruhe, 
liegt, ist, wie anerkannt werden muß, sehr vorsichtig meine Herren; der Redner ist hier nicht zu verstehen.
aufgestellt worden. Die Einnahmen sind nicht zu 
hoch angesetzt in der festen Überzeugung, daß sie so. Stabtu. Scharnberg (fortfahrend): —  daß es 
ivie sie angesetzt sind, eingehen werden, und d'e wohl allbekannt ist. daß auf unser Erscheinen bet 
Ausgaben sind so bemessen, daß man glaubt, den derartigen Festlichkeiten wohl nicht zu rechnen wäre. 
sozialen Anforderungen möglichst gerecht werden zu Aber, meine Herren, ich kann Ihnen erklären: wenn 
können. Es sind trotzdem im Etatsausschuß Wünsche, das eine wirklich bürgerliche Feier werden soll, wer­
die sowohl der Ausschuß selbst als auch ein Teil den Sie auch aus unser Erscheinen rechnen können: 
der Bürgerschaft gern erfüllt gesehen hätte, zurück­ aber nach dem, was w ir bis jetzt gehört haben, ist 
gestellt worden und haben zurückgestellt werden es uns unmöglich, an dieser Feier teilzunehmen.
müssen. So möchte ich hier in meinem und in Ich möchte Sie also ersuchen, daß Sie diese 
meiner Freunde Namen dem Wunsche und der Hoffnung beiden Posten ablehnen. M it  den 20 000 JC, glaube 
Ausdruck geben, daß Überschreitungen so weit wie ich, wird das Denkmal wohl enthüllt werden können. 
möglich vermieden werden. Vor einigen Jahren ist Sie befinden sich ja in einer Zwickmühle; Sie müssen 
ein' Beschluß gefaßt worden, daß bei Etatsüber­ ja jetzt Ja sagen. Der Magistrats hat es ja ver­
schreitungen der Magistrat, uns eine neue Vorlage standen, die Feier dieser beiden Sache» auf einen 
bringen 'soll, sobald eine Überschreitung voraussicht­ Tag zu verlegen, und ich glaube, auch aus gewissen 
lich zu erwarten ist. und nicht erst, wenn eine Über­ Gründen- denn die 70 000 JC werden wohl mehr 
schreitung bereits stattgefunden hat. Es erübrigt sich aus die Enthüllung des Kaiser Friedrich-Denkmals 
infolgedessen, hierauf' von neuem zurückzukommen. zu rechnen sein als auf die wirkliche Zweihundert­
Ich begnüge mich damit, daß ich diesen Wunsch aus­ jahrseier. Es wurde gesagt,  ̂ es' müßte eine Tribüne 
gesprochen habe, und hoffe, daß Überschreitungen-  gebaut, eine Ehrenpforte errichtet werden, es müßten 
selbstredend im gesetzlichen Rahmen —  möglichst in der Berliner Straße die ganzen Laternenpfähle 
vermieden werden. usw., wie w ir es bei der Zentenarfeier gehabt haben, geschmückt werden. Ich meine, für die Zweihundert­
Stabtu. Scharnberg: Meine Herren, auf Seite 156. jahrfeier wäre dies wohl nicht für notwendig befun­
einmalige Ausgaben, sind die Positionen 16 und 17 den; ich habe wenigstens den Eindruck durch die 
zur Zweihundertjahrfeier und zur Enthüllung des Ausführungen des Herrn Oberbürgermeisters gewon­
Kaiser Friedrich-Denkmals bestimmt. Beide Posten nen: nur weil Seine Majestät kommt, deshalb wäre 
haben auch den Etatsausschuß lebhaft beschäftigt. Es es unbedingt notwendig, daß die Stadt ausgeschmückt 
sind 50 000 JC eingesetzt; es sind aber nicht 50 000 M , werden muß Meiner Ansicht nach werden dazu 
sondern es sind 70 000 J l \  denn im vergangenen 10 000 JC. nicht reichen, sondern von den 40 000 JC 
Jahre, im Etat 1904, sind ebenfalls 20 000 JC für wird wohl ein guter Teil noch dazu gebraucht wer­
die Zweihundertjahrfeier eingesetzt worden. Das den, und w ir werden wohl, wenn Sie diese Vorlage 
Kaiser Friedrich-Denkmal kostet der Stadt Char- bewilligen, noch eine Vorlage zu erwarten haben, 
lottenburg 300 000 JC, und zwar im Jahre 1900 worin der Magistrat noch einen Zuschuß verlangen
        
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