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Periodical volume 1. März 1905

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1905

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Borlage betr. Gewährung einer Umzugs- Bevor ich auf diese Abänderungen selbst eingehe, 
entschädigung an einen Beamten. — Druck­ möchte ich noch eins hervorheben. E s  hat uns 
sache 86. namentlich länger beschäftigt die Festsetzung der Lohn- 
verhältnisse der städtischen Arbeiter im ständigen Ar- 
(Die B era tung wird eröffnet und geschlossen. beiisverhältnis. D er Magistrat hat diese Position 
D ie  Versammlung beschließt nach dem Antrage des im allgemeinen ausgebessert. Ich  werde mir gestatten, 
M agistrats , wie folgt: Ih n e n  prozentual die einzelnen Positionen vorzu­
D em  Sekretär des Bürgerhauses —  führen, damit S ie  ein Bild darüber bekommen, wie 
Schneider —  wird eine Umzugsentschädigung die Aufbesserung einesteils im Verhältnis zur all­
von 300 J t  bewilligt. —  D e r  Betrag ist aus gemeinen Aufbesserung, anderenteils im Verhältnis 
dem Dispositionsfonds zu entnehmen.) zu den bisher gezahlten Lohnsätzen steht.
W ir  haben für die Kämmereiarbeiter 3 Klassen. 
P unk t  18 der Tagesordnung: Die Arbeiter ohne handwerksmäßige oder sonstige 
technische Vorbildung bilden die unterste Klasse; sie 
Borlage betr. Verstärkung der Etatsnummer bezogen bis dahin einen M onats lohn von 85 Jt, 
Ord. I II—1—2 d für 1904 . — Drucksache 87. der nach den bei uns geltenden Sätzen von 2 zu 2 
(Die Beratung wird eröffnet und geschlossen. Jah ren  Dienstalter und zwar mit je 5 J t  steigt. 
D ie  Versammlung beschließt nach dem Antrage des D er Magistrat hat für das J a h r  1905 eine Erhöhung 
M agistrats , wie folgt: der Einheitsstufe von 85 auf 95 Jt beantragt, unter 
Die Ausgabenummer 2 d  Abschnitt 1. Beibehaltung derselben S tufen, also einen M o n a ts ­
Kapitel I I I  des O rd ina r iu m s für 1904 „ S te l l ­ lohn der ungelernten Arbeiter von 95 bis 120 J t  Ein 
vertretung und Mehrstunden an den Gemeinde- im Ausschuß gestellter Antrag, diesen Lohn um weitere 
und Hilfsschulen" wird um  l i o o o  J t  aus  dem 5 Jt  zu erhöhen, den m an ' im ersten M om ent sym­
Dispositionsfonds verstärkt.) pathisch aufnahm, konnte bei näherer Überlegung nicht aufrecht erhalten werden. W ir haben es hier mit 
Punkt 19 der Tagesordnung: einer Klasse von Arbeitern zu tun, die ungelernte Arbeiter sind, in einem Alter von ca. 20 Jahren  
Bericht des Ausschusses über die Vorlage bei ttns eintreten, die teilweise sogar —  ich weise 
betr. Revision des Rormalbcsoldungsctats. auf das Krankenhaus hin. wo eine große Anzahl 
Drucksache 34, 77. solcher Arbeiter angestellt ist —  mit dem 17. J a h r  
schon beginnen, also nichts mitbringen als  ihre Kraft. 
Berichterstatter S tad tv . K aufm ann: Meine Herren, W ir  lohnen sie im Verhältnis zu anderen S täd ten  
der Ausschuß, dem S ie  die Vorlage betr. Revision höher, und wir lohnen sie im Verhältnis zu Privat« 
des Normalbesoldungsctats überwiesen haben, hat Unternehmungen bedeutend höher. Berlin hat. um dies 
seine Aufgabe in 4 langen Sitzungen, die sich bis Beispiel anzuführen, keine einheitliche Klasse; ich muß 
über Mitternacht hinaus ausdehnten, erledigt. D a s  dort in Vergleich ziehen die Arbeiter bei der Parkverwal­
ganze Thema dieser Vorlage ist eins der schwierigsten tung, die auch ohne handwerksmäßige Vorbildung sind 
und undankbarsten, die Magistrat wie S tad tver­ und einen M onats lohn von i h j t  steigend auf 90 Jt  be­
ordnete beschäftigen. M a n  kommt in einen dauern­ ziehen, und die handwerksmäßig gebildeten Arbeiter, die 
den Konflikt zwischen Gefühl und Verstand, und es einen M onats lohn  von 90 auf 105 Jt  steigend er­
ist sehr schwer, in diesen Fällen immer das erstere halten. Unsere Charlottenburger Löhne für Arbeiter 
zu unterdrücken. Schließlich kommt m an doch dazu, obne handwerksmäßige Vorbildung betrugen bisher 
daß m an die allgemeinen Veistandeserwägungen hier­ 85 «ft und jetzt 95 Jt  in der Anfangsstufe, also 
bei entscheidend sein lasten muß. höher a ls  die Schlnßstufe in Berlin. W ir müssen 
Diese einleitenden Worte beziehen sich lediglich aber auch auf Privatbetriebe Rücksicht nehmen. H in ­
darauf, daß wir zu einer ganzen Anzahl v o n 'P e ­ mächte ich als  Beispiel die Siemens-Schuckert-Wcrke 
titionen um Aufbesterung einzelner Gehallsklassen, anführen, die im Verhältnis zu anderen, glaube ich, 
die an un s  gelangt sind, S te l lung  zu nehmen hatten. noch gute Löhne zahlen. Hier erhält ein Arbeiter 
I n  erster Reibe hat un s  hierbei —  allerdings unter ohne handwerksmäßige Vorbildung einen S tundenlohn 
Anerkennung der Berechtigung eines jeden Beamten von 33 P f . .  der in 1 bis 2jährigen Abschnitten, nach 
oder Lehrers oder Arbeiters, eine Besserung seiner M aßgabe der Leistungen, bis auf 43 P f .  steigt. 
Verbältnisse zu erstreben —  doch im großen Ganzen D er  Arbeitstag ist dort in der Regel zehnstündig, 
der Gesichtspunkt leiten müssen, daß der Normaletot bei Arbeitsmangel aber die Möglichkeit einer ge­
gewissermaßen ein einheitliches Gewebe darstellt, das, ringeren S tundenzahl und keine Gewährleistung der 
sobald sich eine Masche darin löst. zusammenfällt. dauernden Beschäftigung vorhanden, während bei uns 
D a s  war für uns bei den langen Beratungen häufig ein ständiger Arbeiter für das ganze J a h r  -gesichert 
das ausschlaggebende Moment. W ir haben für viele ist. Nehme ich einen zehnstündigen Arbeitstag und 
Positionen eine Verbesserung angestrebt. W ir hatten, rechne eine Gesamtsumme von 25 Arbeitstagen im 
wie das ja auch die Ausschußberichte ergeben, in der M onat,  so kommen die Arbeiter unter Zugrunde­
ersten Lesung für eine Klasse von Beamten eine legung des angegebenen Stundenlohnes, aus einen 
Aufbesserung beschlossen, die wir in der zweiten M onats lohn von 8 2 ^  steigend bis zu 107,50 Jt  
Lesung, nach den Ausführungen des Magistrats, nach Bei u n s  also, wiederhole ich wieder, stehen diese A r ­
Vorführung der Konsequenzen, die sich an diese Auf­ beiter in einem Anfangsgehalt von 95 «ft und steigen 
besserung einer einzelnen Gehaltsklaste anknüpfen bis auf 120 ,ft.
würden, nicht aufrecht erhalten konnten. Wenigstens E s  dürfte auch noch eine Zusammenstellung 
ist es. zum Bedauern einzelner Mitglieder, nicht interessieren, in welchem Dienstjahre die Arbeiter 
möglich gewesen, noch eine M ajor itä t  für diesen B e­ stehen, die bei uns ja steigende Klassen bis zum 10 . 
schluß der ersten Lesung in zweiter Lesung zu er­ Ja h re  haben. Danach habe ich aus  den Zusammen­
halten. W ir sind im ganzen nu r zu geringen Ab­ stellungen ermittelt, daß von diesen ungelernten A r­
änderungen der Vortage des M agistrats  gekommen. beitern sich 31 im ersten Jah re ,  24 in der zweiten
        
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