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Periodical volume 1. März 1905

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1905

Müllumladestelle, entfernt ist, die ihm von einem Ich empfehle Ihnen nochmals die Annahme der 
Beamten als solche bezeichnet wurde. Magistratsvorlage, weil die Anlage dringend ist und 
Herrn Kollegen D r. Frentzel möchte ich bitten, keinen Aufschub leidet.
sich doch einmal bei den Anwohnern der Beussel- 
straße zu erkundigen, wie unangenehm dort die Be­ Vorsteher Roscnbcrg: W ir kommen zur Ab- 
lästigungen empfunden werden, die besonders durch stimmung. Ich nehme jetzt au, Herr Stadtv. Braune, 
die Ausdünstungen und das Stauben von Müllwagen daß I h r  Antrag ein selbständiger Antrag ist, nicht 
entstehen, die dort in  langer Reihe oft stundenlang etwa ein Unterantrag zu dem Antrag des Herrn 
an heißen Sommertagen äufgefahreu sind und nicht Stadtv. D r. Bauer, und daß I h r  Antrag dahin geht, 
immer so schnell abgefertigt werden können, wie das die Versammlung wolle die Beratung und Entschei­
wohl wünschenswert wäre. Außerdem stehen die m it dung über die Magistratsvorlage vertagen und den 
M ü ll beladenen Lowries, überdeckt m it einfacher Lein­ Magistrat ersuchen, zunächst eine Auskunft oder ein 
wand, stundenlang dort —  es soll vorgekommen sein, Gutachten der Deputation für Gesundheitspflege ein­
daß sie tagelang gestanden haben, che sie weggefahren zuholen. —  Is t  das richtig?
wurden, wegen der öfteren großen Inanspruchnahme (Stadtv. Braune: Jaw ohl!)
des Eisenbahnmaterials zu den Ferienreisen und Dann lasse ich zunächst über den Antrag des 
anderen Zwecken. Herrn Stadtv. Braune abstimmen.
Meine Herren, alles das veranlaßt • mich, Sie (Der Antrag w ird abgelehnt.)
zu bitten, die Sache zu vertagen, ein Zeugnis der W ir kommen nun zum Antrag des Herrn Stadtv. 
Gesundheitskommission einzuholen und den M agistrat zu D r. Bauer, den ich nochmals vorlesen werde:
ersuchen, Schritte zu tun, um die voll m ir bezeichnete D ie Versammlung wolle beschließen:
Stelle doch noch in  Aussicht zu nehmen, da deren W ir erkennen an. daß die Errichtung einer 
Umgebung vorläufig auf lange Zeit nicht bebaut Müllverladehalle ein dringendes Bedürfnis ist; 
werden kann. W ir haben doch bloß m it dem unteren w ir können uns aber aus hygienischen Gründen 
Teile des Fürstenbrunner Weges zu tun, m it der m it der Errichtung an der vorgeschlagenen 
Oberförsterwiese, wo vorläufig nur die Pumpstation Stelle nicht einverstanden erklären und ersuchen 
errichtet werden soll; von anderer Bebauung dürste den Magistrat, fü r die Errichtung einen andern 
vorläufig dort keine Rede sein. Platz vorzuschlagen.
(Die Besprechung w ird geschlossen.) (Der Antrag wird abgelehnt. Die Versammlung 
beschließt darauf nach dem Antrage des Ausschusses, 
Berichterstatter Stadtv. ZSeibcrtz (Schlußwort): wie fo lgt:
D ie vom Kollegen Heinzelmann angeschnittene Frage Der Errichtung einer Müllverladehalle auf 
der Verstadtlichung der M üllab fuhr ist bereits Gegen­ dem Güterbahnhofe Wellend nach dem vorge­
stand der Erörterung im  Grundbesitzerverein von legten Entw urf w ird zugestimmt. D ie Kosten 
Charlottenburg gewesen. Dieser Verein hat durch hierfür im Betrage von etwa 69300 JO find 
ein Gesuch vom 28. November 1904 die S tad t er­ den Vorschüssen zu entnehmen.)
sucht, die M üllabfuhr zu verstadtlichen. Unter anderen: 
wird darin gesagt: die M üllab fuhr würde m it einem Punkt 11 der Tagesordnung:
Schlage alle ih r heute anhaftenden hygienischen und 
wirtschaftlichen Schäden verlieren, wenn die S tad t­ Vorlage betr. den Stadthaushaltsetat für das 
verwaltung die Ordnung dieser Frage in  die Hand Rechnungsjahr 190 5 . —  Drucksache 66.
nehmen wollte usw. • I n  derselben Petition  wendet 
sich der Grundbesitzerverein von Charlottenburg an Stadtrat und Kämmerer Scholtz: Meine Herren, 
Magistrat und Stadtverordnete m it dem Gesuch, an bei der vorgerückten Tagesstunde und der großen A n ­
der setzt geplanten Stelle die Müllverladestelle zu zahl Vorlagen, welche w ir heule noch zu erledigen 
errichten, und zwar in  Ansehung des Umstandes, daß haben, werde ich mich möglichster Kürze befleißigen. 
durch die Halle ein staub- und geruchfreies Verfahren S ie müssen m ir aber gestatten, daß ich den Ihnen 
herbeigeführt wird. heute vom Magistrat überreichten Etat doch m it 
Es liegt jetzt eine neue Petition  des G rund­ einigen einleitenden Worten und m it einer kurzen 
besitzervereins vom 28. Februar d. I .  vor, worin Übersicht zur Beratung in  Ih re r  M itte  geleite.
dieser bittet, die Bedenken, welche der Badeanstalts­ F ü r die Gestaltung des Haushaltsplans fü r das 
besitzer Görgs geltend macht, zu prüfen. Das ist kommende Jahr ist von größter Wichtigkeit der Ab­
ausreichend im  Ausschuß geschehen! Gerüche sind ta t­ schluß unseres verflossenen Jahres. W ir können m it 
sächlich nicht zu befürchten bei dem in  Aussicht ge­ dem Abschluß des Jahres 1903 äußerst zufrieden 
nommenen Verfahren. Ich habe bereits im Aus­ sein; es ist der beste Abschluß, den die S tadt Char­
schuß in Anregung gebracht, ob es nicht im  Interesse lottenburg je gehabt, und er übertrifft m it etwa 
der Arbeiter in  der Halle geboten sei, einen Schlot 1100000  JO rund um etwa 500000  Jo noch den­
zur Lüftung der Halle anzubringen; was m ir notwendig jenigen Betrag, den w ir im laufenden Etat dafür 
zu sein scheint. Der Herr Stadtbaurat hat das auch einstellen konnten. Das günstige Ergebnis dieses Ab­
bereits zugesagt. Staub werden w ir nicht haben; schlusses war s. Z. herbeigeführt insbesondere durch 
von einer Verunreinigung des Wassers kann nicht unser erstes städtisches Werk, durch die Gasanstalt, 
die Rede sein! W ir sehen alle Tage unsere M ü ll­ welche allein 450000 „00 über den Etatsansatz 
wagen aus der Straße; die Räder sind jetzt bei dem von 700000  JO abgeworfen hat. Sodann waren 
trockenen Wetter annähernd sauber. Es entsteht ja, erhebliche Ersparnisse bei der Schuldenverwaltung da­
wenn die Müllkästen entleert werden, eine kleine durch eingetreten, daß größere Summen zur Rück­
Staubwolke, diese w ird sich auch in der Halle entwickeln, verzinsung kamen und in  den Etat hineinflössen. Es 
aber nicht nach draußen dringen. Von einer Ver­ war dies dadurch herbeigeführt, daß große Bauten 
unreinigung der Lu ft in  weiterem Umkreise durch die und große Anleiheunternehmungen etwas später erst 
Gerüche kann —  wie schon gesagt —  nicht die Rede sein. ins Leben gerufen tvurden. als beabsichtigt war, und
        
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