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Periodical volume 1. Juni 1904

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1904

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Ich glaube, ich habe gar keinen Zweifel darüber ge­ (Die Beratung wird eröffnet und geschlossen. 
lassen, Haß ich das für das Richtige halte, und daß Die Versammlung beschließt nach dem Antrage des 
mir eigentlich die Magistratsvorlage vom vorigen Magistrats, wie folgt:
mal am angemessensten erschienen ist Aber ich a) Zum Betriebe von Fahrstuhl- und Aufzugs­
halte einen solchen Antrag in diesem Stadium der motoren sind in der Joachimsthaler- und Ranke- 
Beratung, nachdem der Beschluß der vorigen Sitzung , straffe sowie am Kurfürstendamm die in der 
gefaßt ist, nicht für zulässig und gehe deshalb' auf nachstehend abgedruckten Zusammenstellung be­
den Antrag der Tiefbaudeputation zurück, die 1 J t zeichneten Kraftkabel zu verlegen. Die ver­
'verlangte. anschlagten Kosten von 23000 M  sind aus 
Wenn gesagt ist, der Verein habe nicht ge­ den durch den Haushaltsplan für 1904 be­
schrieben: wir wollen die Statuten ändern, — nun, reitgestellten Mitteln zu entnehmen.
ich glaube, der Vorstand eines Vereins ist gar nicht b) Die Deputation für das Elektrizitätswerk wird 
befugt, eine solche Erklärung glatt abzugeben. Es „ ermächtigt, die Verlegung besonderer Kraftkabel
ist das nicht Sache des Vorstandes, sondern der selbständig zu beschließen und die Kosten aus 
Mitglieder. Dann bin ich auch durch die Aus­ den durch den Haushaltsplan zur Verfügung 
führungen der Herren Kollegen v. Liszt und Penzig gestellten Mitteln zu decken, sobald eine Ver­
nicht überzeugt worden, daß der Verein bei seiner zinsung von mindestens 6 °/0 des aufgewendeten 
Tätigkeit nach konfessionellen Grundsätzen verfährt, Kapitals durch die für die Fahrstuhlmotorcn 
und für uns als Stadtgemeinde kommt es wesentlich zu erhebenden Grundtaren in dem in Frage 
darauf an, ob interkonfessionell in dem Verein ge­ kommenden Straßenzuge gesichert ist.)
handelt wird.
(Sehr richtig!) Punkt 10 der Tagesordnung:
Wenn nun gesagt wird, daß in dem Waisen­
hause die Erziehung' jedenfalls eine konfessionelle Vorlage betr. elektrische Beleuchtung der 
oder christliche sein wird, so möchte ich betonen, daß Berliner- und Hardenbergstraste. — Druck­
dann die Stadtgemcinde gerade deshalb um so mehr sache 269.
eine Verpflichtung hat, nun möglichst rasch mit der 
Erbauung eines eigenen Waisenhauses vorzugehen. Berichterstatter Stadtv. Gredh: Meine Herren, der 
(Sehr richtig!) Magistrat beantragt in dieser Vorlage die elektrische 
Das kann uns aber doch nicht hindern, nun einem Beleuchtung für den Straßenzug der Hardenberg­
Verein, selbst wenn es sich um ein konfessionelles straße und der Berlinerstraße,' und zwar be­
Waisenhaus handelte, eine Unterstützung angcdeihen absichtigt der Magistrat in der Hardenbergstraße 
zu lassen. Denn ich für meine Person muß sagen: die volle Beleuchtung des Straßeuzuges, in der 
ich würde, auch abgesehen davon, daß ich städtische Berlinerstraße in anbetracht der Bäume bloß die 
Einrichtungen auf diesem Gebiete in erster Linie Beleuchtung des Fahrdammes.
verlange, doch, wenn neben diesen städtischen Ein­ Die Elektrizitätsdeputation hat sich mit dieser 
richtungen Leute konfessionelle Einrichtungen treffen Vorlage sehr eingehend beschäftigt. Es wurden 
wollen, unter Umständen auch solchen Veranstaltungen Proben gemocht, die den Herren ja bekannt sind, 
sehr wohl öffentliche Zuwendungen machen. Aber und schließlich dazu geführt haben, daß ein genauer 
das sind Erwägungen, die hier noch nicht einmal Plan aufgestellt wurde und mich sehr genaue Kosten­
zutreffen. Ick meine, für diejenigen Herren Kollegen berechnungen, deren Ergebnisse in der Vorlage zu 
der vorigen Majorität, für welche die Betätigung finden sind.
des Vereins die Hauptsache ist und nicht das Ich sehe keinen Grund, die Vorlage nicht an­
S ta tu t, fällt die Voraussetzung, aus der sie vor zunehmen, sondern empfehle sie, möchte indessen an 
14 Tagen gestimmt haben, fort, und diese Herren den Magistrat eine Frage richten, die in der letzten 
Kollegen können ohne weiteres für den von mir ge­ Zeit aus den Kreisen der Bürgerschaft an mich ge­
stellten Antrag stimmen. richtet wurde, nämlich, ob es nicht besser wäre, die 
(Bravo!) Masten der elektrischen Beleuchtung in der Harden­
bergstraße mit den Masten für den Betrieb der 
(Die Versammlung lehnt den Antrag des Be­ elektrischen Straßenbahnen zu vereinigen. Ich selbst 
richterstatters Stadtv. Dr. Borchardt ab und beschließt habe keine Gelegenheit gehabt, mich zu überzeugen, 
darauf nach dem Antrage des Magistrats, wie folgt: ob es technisch möglich und wünschenswert ist, das 
Dem Verkauf der Wegelänoflächen-Karten- zu tun. und wäre dankbar, wenn der Magistrat 
blatt 4 Flächenabschnitt 4584/243 und Karten­ darüber eine Auskunft gäbe.
blatt 5 Flächenabschnitt 5336/167 von zusammen 
etwa 82 qm Größe an die Luisenkirchen­ Stadtrat Dr. Jaff4: Auf die Anfrage des
gemeinde zum Preise von 500 M'. für die Herrn Referenten möchte ich erwidern, daß ich für 
Lluadratrutc wird vorbehaltlich der Genehmigung die Hardenbeigstraße die Verbindung der Straßen­
durch den Bezirksausschuß zugestimmt.) bahnmaste mit den Masten für die elektrische Be­
leuchtung nicht für durchführbar halte. Die Anord­
Vorsteher Roscnberg: Der Antrag des Magistrats nung in der Hardenbergstraße ist so gedacht, daß 
ist mit großer Mehrheit angenommen. Das Protokoll die Beleuchtungsmaste an die Bordschwelle kommen 
vollziehen heute die Herren Dr. v. Liszt, Lohmann mit Auslage nach dem Straßendamm. Wenn nun 
und Mehl. dort die Bogenlampen an den Straßenbahnmasten 
hängen, so würden sie leicht in Kollision mit den 
Punkt 9 der Tagesordnung: Tragdrähten der elektrischen Bahn kommen. Beim 
Hinaufziehen und Herunterlassen der Lampen würde 
Vorlage betr. Verlegung von Kraftkabeln in eine Berührung mit den Leitungsdrählen für die 
der Joachimsthaler-, Rankeftraste und am Straßenbahn zu befürchten sein. Der Mast für die 
sturfürstendanirn. — Drucksache 268. elektrische Beleuchtung ist höher zu wählen als der
        
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