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Periodical volume 1. Juni 1904

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1904

Das Schreiben des Vorsitzenden des Vereins schiedenen Vorzügen der beiden in Betracht kommen­
Kaiser Friedrich-Andenken liegt ebenfalls aus und den Grundstöcke beschäftigt. Als sachverständiges 
wird bei Punkt 8 der Tagesordnung zum Vortrag Mitglied war Herr Oberregisseur Grube vom König­
gelangen. Ich bitte den Berichterstatter Herrn lichen Schauspielhaus hinzugezogen, der namentlich 
Stadtv. Dr. Borchardt, das Schreiben entgegenzu­ für das an der Schlüterstraße gelegene Grundstück 
nehmen und vorzutragen urd demnächst nach seinem betriebstechnische Gründe ins Feld führte; er glaubte, 
Referat wieder an den Herrn Schriftführer zurück­ einen betriebstechnischen Vorteil darin zu sehen, daß 
gelangen zu lassen. die Lage dieses Grundstücks, das direkt an die 
Don den zu Beisitzern und deren Stellvertretern Straße grenze, die Hineinschaffung der Kulissen in 
für die Stadtverordnetenwahlen ant 10. und 11. Juni das Bühnenhaus wesentlich erleichtere. Daß diese 
d. I .  gewählten Herren haben 14 abgelehnt. Der Gründe nicht unberücksichtigt gelassen werden dürfen, 
Magistrat beantragt Ersatzwahlen, die noch in der ist von uns anerkannt worden; bei der weiteren 
heutigen Sitzung vorzunehmen sind. Der Wahl­ Beratung ist man deshalb dazu gekommen, nach 
ausschuß wird Vorschläge in der nicht öffentlichen dieser Richtung hin eine Abänderung der vom 
Sitzung vorlegen. Ich beantrage, für diesen Antrag Magistrat uns vorgelegten Pläne für wünschenswert 
die Dringlichkeit zu beschließen. — Ich stelle fest, zu erachten.
daß die Dringlichkeit beschlossen ist. Ich kann mich in meiner Berichterstattung ja 
Es würde nun zunächst Punkt 1 der Tages­ möglichst kurz fassen, weil alle die Theaterfrage selbst 
ordnung herankommen, die betreffenden Punkte bereits im Plenum wiederholt 
Vorlage betr. die Wahl eines Stellvertreters und eingehend erörtert worden sind.
des Vorsitzenden des Gcwerbegerichts. Der Ausschuß hat bei der Platzfrage das Für
Die Versammlung ist wohl damit einverstanden, daß und Wieder nach allen Seiten eingehend beleuchtet
wir diesen Punkt zunächst aussetzen, aber heute noch und sich dahin entschieden, das Grundstück der Tietz-
erledigen. schen Erben in der Bismarck Straße für die Er­
(Zustimmung.) bauung des Theaters für geeigneter zu erachten und 
der Stadtverordnetenversammlung für diesen Zweck 
Punkt 2 der Tagesordnung: in Vorschlag zu bringen. M it Rücksicht auf die 
betriebstechnischen Bedenken, die geltend gemacht 
Wahl von 11 Mitglieder« für den zur Bor­ worden sind, — auch z. B. die Feuersicherheit wird 
beratung der Mitteilung der Magistratsbe­ durch die Lage des Theaters an der Straße besser 
schlusse zu dem Antrag des Ltadtv. Hirsch gewährleistet — empfiehlt der Ausschuß aber, den 
und Gen. vom 11. Februar 1903 betr. Ar Magistrat gleichzeitig zu ersuchen, für das Theater­
beiterausschüsse usw. eingesetzten Ausschuß. gebäude selbst nicht den in der vorliegenden 
— Drucksache 239. Projektierung in Aussicht genommenen Platz auf dem 
Teile des Grundstücks zu wählen, der an die beiden 
(Die Versammlung wählt zu Mitgliedern des der Stadt bereits gehörenden Grundstücke anstößt, 
Ausschusses die Stadtv. Baake, Döbler, Foerstuer, sondern den Teil," der von der Bismarck- und 
Hirsch, Mann, Mittag, Dr. Penzig, Platz, Rackwitz, Grolmanstraße begrenzt ist. Auf dem Ihnen zu­
Dr. Spiegel und Stuckten). gegangenen Plane ist das Grundstück, das wir in 
Vorschlag bringen, mit nbcdea bezeichnet. Den 
Punkt 3 der Tagesordnung: Herren liegt ja der Plan vor, und ich kann mich 
darauf beschränken, Ihnen die Ausschußanträge hier­
Vorlage betr. die Festsetzung des Gehalts mit zur Kenntnis zu bringen.
eines besoldeten Magistratsmitgliedes. — Der Ausschuß beantragt sodann, die Bau- und 
Drucksache 262. Pachtverträge so, wie sie der Magistrat vorgelegt 
hat, anzunehmen, jedoch einige kleine Änderungen 
(Die Beratung wird eröffnet und geschlossen hineinzuamcndieren.
Die Versammlung beschließt nach dem Antrage des In  den Bauvertrag ist hineiuzusetzen, daß die 
Magistrats, wie folgt: Frist, die das Schillertheater sich vorbehalten hat 
Für den Fall der Wiederwahl des Stadtbau­ zum Nachweise der Erhöhung des Aktienkapitals und 
rats Bredtschneider (1. April 1905 bis 31. März zur Aufbringung der nötigen Obligationen, von 
1917) wird dessen Besoldung wie folgt fest­ 3 Monaten auf 6 Monate verlängert wird Maß­
gesetzt: gebend dafür war der Umstand, daß in den nächsten 
1. normaletatsmäßiges Gehalt . .10750 M Monaten, den Sommermonaten, gerade diejenigen 
2. dazu eine persönliche pensions­ Kreise, die die Beschaffung der Geldmittel zu ge­
fähige Zulage v o n ..................   3000 JO währleisten haben würden, zumeist aus Charlotten­
zusammen 13750 JO) burg und aus Berlin abwesend sein würden. Es 
ist ebenfalls dabei ins Auge gefaßt worden, daß eine 
Punkt 4 der Tagesordnung: Generalversammlung, die zur Erhöhung des Aktien­
kapitals notwendig ist, nicht beschlußfähig sein könnte 
Bericht des Ausschusses über die Vorlage und eine neue einzuberufen sein würde. Wir nehmen 
betr. die Errichtung eines Lchillertheaters in auch an, daß das Schillertheater das Bestreben haben 
Charlottenburg. — Drucksachen 259, 263. wird, den von uns angenommenen Vertrag so rasch 
s möglich zur Ausführung zu bringen, daß also 
Berichterstatter Stadtv. Kaufmann: Meine Herren, ne willkürliche Verzögerung nicht zu befürchten ist, 
der Ausschuß, der von Ihnen zur Prüfung der Vor­ müßte denn eine höhere Gewalt vorliegen. Wir 
lage betr. die Erbauung des Schillertheaters und den chen also den Wunsch ausgesprochen, die Frist von 
Ankauf eines dazu geeigneten Grundstücks eingesetzt r Monaten auf 6 Monate auszudehnen, haben daran 
worden ist, hat drei Sitzungen abgehalten. I n  der i r die Bedingung geknüpft, daß, falls der Nach- 
ersten Sitzung hat er sich gründlich mit den ver- i o nicht rechtzeitig erfolgt und der Magistrat von
        
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