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Periodical volume 18. Mai 1904

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1904

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Stadtschulrat l)r . Renfert: M e in e  H erren ,  au f  die W a s  dann  die Realschule anbetiiffl ,  so sind zum 
A nregung  des H e rrn  © labtu . D r .  P en z ig  möchte ich Teil  erhebliche Abweichungen in „ bezug au f  die 
erwidern^ daß  die S ch u lve rw al tu ng  es ganz gewiß einzelnen Posten  vorhanden  — d as  Übereinstimmende 
fü r  wertvoll erachtet, wenn ein Stück L and  zu der­ lasse ich außer  betracht, u m  m ir  auf die Unterschiede 
a r t igen  S chulgarten  zu r  B e i fü g u n g  steht. W i r  haben hinzuweisen — . Beispielsweise ist die L e h r e r -  
auch in einer Geineindefchule. und  zw ar  in der Bleib- b i b l i o t h e k  an  der Realschule u m  1 0 0 0  M geringer 
trenstraße. feit kurzer Zeit  Versuche nach dieser R ichtung dotiert, a l s  die an  den b ic i  übrigen  S chulen .  D a s  
gemacht, non denen ich annehme, daß  sie zu einem hat seinen G r u n d  dar in , daß  in der Realschule die 
guten Resulta t  führen werden. A ber ich glaube, in Z a h l  der Klassen eine kleinere ist u n d  d aß  d as  
größerem U m fange werden Versuche bei den jetzt be­ M a te r ia l  z u r  V orbere i tung  für den Unterricht in  den 
stehenden Geineindeschnlen nicht möglich lein. D ie  oberen Klaffen einer V o ilans ta i t  n a tu rg e m äß  ein 
Schulhöfe, von denen ein ©rück weggenommen umfangreicheres sein m u ß .  I n  der P h y s i k  ist der 
werden müßte, um  cs zur  A npflanzung  herzugeben, B e t ra g  ebenfalls  geringer a l s  bei den anderen A n ­
find nicht groß genug. I n  erster Reihe müssen w ir  s ta l ten ;  er bleibt u m  2 5 0 0  M h inter den gleich­
doch dafür  sorgen, daß  die K inder  in den P a u s e n  a u s ­ artigen  E ia tsposteu  der Kaiser Fpiedrichschule und  
reichenden R a u m  zu r  B ewegung haben, womöglich so des M o m m sen q t jm nafiu m s  zurück und  u m  2 0 0 0  JC 
groß, daß  sie au f  demselben auch in den Nachm ittags-  h inter dem der höheren Mäfcchrnichule. D a m i t  ist 
stunden ein bißchen spielen können. A b e r im  Auge werden glücklicherweise der F eh le r  einer Gleichstellung ver­
w ir  die S ach e  gern behalten, und  w enn sich e inmal mieden worden, den einst der verstorbene S t a d t ­
ein größeres  Schulgrundstück finden sollte, werden schulrat Schw albe in  B e r l in  rügte.
w ir  die Versuche nach dieser Richtung fortsetzen. Ebenso bleibt der B e t ra g  in  der C h e m i e  um  
(D ie  B e ra tu n g  w ird  geschlossen. D e r  Bericht- 1000  J l hin ter  den Be trägen  der drei anderen  S ch u ten  
ers ta i t t r  verzichtet. D ie  V ersam m lung  beschließt die zurück. Auch d as  hat feine volle Berechtigung; denn 
Einsetzung eines Ausschusses von 9 M itg l iedern  und eine Realschule ha t  kein L ab o ra to r iu m  m it  wöchentlichen 
w ählt  in  denselben die S ta d tv e ro rd n e ten  D öbler ,  praktischen Übungen. A ußerdem  dauert  der U n ter­
D ö r re ,  F ink ,  Heim, Liugiier, M eh l ,  S ch w arz ,  Seibertz, richt in der Chemie hier viel kürzere Zeit.
D r .  Zepler.) E s  heißt n u n  in Absatz 4 der M a g is t r a t s v o r la g e :  „U m  den Lehrerkonferenzeii einen genügenden 
Vorsteher Rosenberg: P u n k t  10 der T a g e s o r d n u n g : © p ie l ta m n  zu lassen, d ringenden Wünschen der Lehrer  der i ia lu , geschichtlichen F äch er  entgegen­
V orlage betr. die A »sftatt««g des M ommsen- zukommen, zugleich aber auch, u m  einer der 
gymnasrnrus, der Realschule und der höheren dre i  Ansta lten, welche eben erst durch die hoch­
Mädchenschule I I  mit Unterrichtsmitteln. — herzige Schenkung unseres jüngst verstorbenen 
Drucksache 231 . E h ieu b ü rg e rs  eine n am h af te  S u m m e  zu Bibliothek-zwecke» erhalten hat, Gelegenheit zu 
Berichterstatter S ta b tu .  Schw arz:  M e in e  Herren , geben, die hierdurch etwa fü r  die Bibliothek 
der M a g is t r a t  beantragt, die B ew il ligung  einer entbehrlich gewordenen S u m m e n  f ü r  ein 
S u m m e  von 03 200  M a u s  Anleihemilte tn  zu r  V e r ­ anderes  Fach  zu  verwenden, sollen die M it te l  
volls tändigung des Grundstocks von Büchern. A ppara ten  fü r  Lehrerbibtiothek u nd  N a tu ra l ie n  bei allen 
u nd  anderen Lehrm ateria lien, der bereits seit bet drei Schu len  b is  zur  Hohe von 100 0  J l gegen­
G r ü n d u n g  der drei S ch u len  in Aussicht genommen seitig ü ber t ra g b a r  sein."
ist, b isher  aber nicht vollständig beschafft werden E s  ist eine alte Klage, meine H erren ,  daß  ein 
konnte, weil die R ä u m e  nicht ausreichten. Diese Teil  der fü r  die naturwissenschaftlichen Lehrmitte l  
S u m m e  verteilt sich auf die drei Anstalten in brr bewilligten S u m m e  der Lehrerbibtiothek zugute ge­
Weise, daß  fü r  das  M om m sen gh m naf ia in  23  100 Jl, kommen ist Diese Klage erhob auch S chw albe  in-  
fü r  die Realschule 17 600  M  und  fü r  die höhere B er t i» ,  der gewiß in der Lage w a r ,  ü ber  ein reiches 
Mädchenschule II nebst den angegliederten Real- M a te r i a l  an  E r fah ru n g en  zu verfügen. W en n  ge­
ghinnasialknrseu 22  5 00  J l gefordert werden. sagt wird, d aß  a u s  den Äkiiteln, die zu r  V erfü g u n g  
M a n  kann n u n  f ra g e n :  welchen M a ß s tab  hat stehen, den d ringenden Wünschen der Lehrer der 
der M a g is t ra t  fü r  die Aufstellung dieser einzelnen naturwissenschaftlichen F äch er  ̂ entgegengekommen werden 
S u m m e n  gehab t?  D a r a u f  ist zu e rw idern :  a l s  soll, io ist dies dankbar zu b egrüßen ;  erfreulich ist 
N o rm  haben diejenigen P os ten  gedient, die fü r  die die B e g rü n d u n g ,  d aß  die Lehrerbibliotheken dazu wohl 
Kaiser Fricdrichschule ausgesetzt worden  sind. Und in der Lage sind, da sie bereits durch unsern  ver­
m a u  kann es n u r  m it  F re u d e  begrüßen, wenn storbenen E h re n b ü rg e r  reich dotiert sind. E s  ist dem­
beispielsweise die B eträge fü r  das  M om m sengym nasit im  nach gewiß nichts dagegen einzuwenden, d aß  die 
ebenso hoch bemessen sind, wie die fü r  die Kaiser M it te t  der Lehrerbibliothek ü b e r t ra g b a r  gemacht werden 
Friedrichschule, weil dam it  diese R epräsen tan tin  einer sollen. Aber die E r f a h ru n g  spricht dagegen, daß  
neuen S ch u lg a ttu n g  jenem V ertre te r  der älteren  F o r m  auch die M i t te l  fü r  N a tu ra l ie n  ü b e r t ra g b a r  gemacht 
höheren Unterrichts völlig gleich gestellt erscheint. werden. D e n n  d an n  könnte die Möglichkeit ein treten, 
B ei  der höheren Mädchenschule II, welcher daß  wiederum  M it te l ,  die dem naturwissenschaftlichen 
Realgymnasialklassen angegliedert sind, sehen w ir  Unterricht zugute kommen sollen, etwa a u  einer A n ­
kleine Abweichungen. Besonders ist hier in der stalt, die im  klassischen Geiste geleitet w ird , f ü r  die 
Physik ein u m  5 00  J l geringerer B e t ra g  angenom m en, Ausgestaltung der Bibliothek, insbesondere des F o n d s  
a ls  bei den beiden anderen  Vollanstalten'. D ieser  U n ter­ fü r  klassische Werke verwendet werden.
schied w ird  dam it  begründet:  „daß  der Unterricht in B ei  der B edeutung , die die Naturwissenschaften 
der Physik bei der höheren Mädchenschule II weniger heute haben, w ird  es notwendig  sein, fü r  sie ganz 
hohe Ansprüche stellt und  daher nicht so kostspielige besonders große M it te l  zu verwenden, u m  jo mehr, 
A p pa ra te  fordert, wie der Unterricht in den m it  dem da die gesteigerte Möglichkeit, m i t  der Anschauung 
G y m n as iu m  verbundenen Realklaffen der Kaiser im  Unterricht zu rechnen, erhöhte A n fo rd e ru n g en  an  
Friedrichschule." d a s  L e h rm a te r ia l  stellt. M i t  den P ro je k t io n sa p p a ra te n ,
        
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