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Periodical volume 18. Mai 1904

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1904

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Die Vorschläge des Wahlausschusses zu Tagesord­ bibliothek in dem östlichen Stadtbezirk. Der Aus­
nung Nr. 18 bis 20 und 23 liegen nebst den bezüglichen schuß ist, wie Sie sehen, in seiner großen Mehrheit 
Akten aus und gelten als genehmigt, wenn bis zum dahin gelangt. Ihnen vorzuschlagen, daß Nr. 1 ge­
Schlüsse der öffentlichen Sitzung keüi Widerspruch nehmigt wird, daß überhaupt ein Lesezimmer im 
erhoben ist. Osten eingerichtet wird, daß aber Nr. 2 abgelehnt 
Dem Verein zur Besserung der Strafgefangenen wird, daß eine Anmietung also nicht stattfinde in 
ist durch den Etat für 1904 erstmalig ein Betrag einem Hause der Wormserstraße 6 a. Der Ausschuß 
von 200 JC bewilligt worden. Das Direktorium schlägt Ihnen vor, daß für die vorübergehende Zeit, 
genannten Vereins hat für diese Zuwendung ein die doch nur einige Jahre betragen soll, diese Filiale 
Dankschreiben eingesandt. der Volksbibliothek in dem Neubau des Mommsen- 
Der Stadtv. Gredy ist aus dem Ausschuß zur gymnasiums untergebracht werden soll, wo zwei 
Vorberatung der Angelegenheit betr. das Verdin­ Drittel der gesummten Räume noch nicht gebraucht 
gungswesen' ausgeschieden. Es wird vorgeschlagen, werden. _ Die übrigen Punkte empfiehlt der Ausschuß 
an seiner Stelle den Stadtv. Mann zu wählen. — zur Bewilligung.
Es erhebt sich kein Widerspruch; ich darf feststellen, Der Ausschuß hat sich nämlich, was den zweiten 
daß der Stadtv. Mann gewählt ist. Punkt angeht, in seiner Mehrheit nicht davon über­
Stadtv. Dr. Crüger ist aus hem Ausschußzez ugren können, daß das. was gegen die Benutzung 
Vorberatung des Antrages betr. Änderung des Ge­ des Mommsengymnafiums eingewandt wird, wirklich 
meindewahlrechts ausgeschieden Als Ersatz für ihn stichhaltig sei. Es ist gesagt worden, daß es den 
wird Stadtv. Otto vorgeschlagen. — Es erhebt sich Unterricht stören könnte. Es läßt sich aber leicht ein­
kein Widerspruch; ich darf feststellen, daß Stadtv. richten. daß die Bücherausgabe außerhalb der Unter­
Otto gewählt ist., richtszeit stattfindet, und dann wird der Unterricht 
Wir kommen nunmehr zur Tagesordnung. dadurch garnicht gestört. Es wird dann die Lese­
halle eben abends benutzt, wo kein Unterricht in der 
Punkt 1 der Tagesordnung: Schule erteilt wird.
Ferner ist von dem Ausschuß darauf Gewicht 
Mitteilung .betr. Zustimmung zu der bc gelegt worden, daß zwei Eingänge an dem Schul- 
schlossenc« Änderung der (Geschäftsordnung hause des Mommsengymnafiums da sind, sodaß also 
für die Stadtverordnetenversammlung. — auch, ohne daß die Schüler mit dem Publikum in 
Drucksache 226. Berührung kommen, der Büchcrverkehr abgemacht 
werden kann. Damit fällt auch der Grund hinweg, 
(Die Versammlung nimmt zustimmend Kenntnis.) der geltend gemacht worden ist, daß eine Ansteckungs­
gefahr vorliegen könnte, daß aus hygienischen Rück­
Punkt 2 der Tagesordnung: sichten die Schule nicht in Benutzung genommen 
werden dürfte, weil eben die Möglichkeit nicht aus­
Mitteilung betr. die Einsetzung einer ge­ geschlossen sei, daß durch das Publikum Ansteckungs­
mischten Deputation zur Beratung über die keime hineingetragen werden. Der Ausschuß war in 
Ausgestaltung der Errichtung und Beschickung seiner Mehrheit der Meinung, daß man doch so ängstlich 
von Ferienkolonien aks Gemeindeeinrichtung, nicht sein sollte; denn dann müßte man von den Schulen 
sowie W abl von IO  Stadtverordneten für vieles ausfchließen: dann müßte man auch die Benutzung 
diese Deputation. — Drucksache 227. der Turnhallen ausschließen durch das Publikum, 
dann müßte man auch z. B. bei der Kaiser Friedrich- 
(Die Versammlung nimmt Kenntnis und wählt Schule die Benutzung der großen Aula ausschließen, 
zu Mitgliedern der gemischten Deputation die Stadtv. die von dem Publikum sehr in Anspruch genommen 
Braune, Heinzelmann, Dr. Hubatsch, Kaufmann, wird, und anderes meist. Es ist auch nicht anzu­
Protze, Rackwitz, Dr. Rose, Sachs, Vogel und Dr. nehmen, daß durch dieses Lesepublikum gerade haupt­
Zepter. sächlich Krankheiten übertragen werden. Außerdem, 
wenn die Eingänge getrennt sind und die Räume, 
Punkt 3 der Tagesordnung: die für die Bibliothek in Aussicht genommen sind, 
gleichfalls vollständig getrennt sind, wenn die Korri­
Anfrage des Stadtv. Heinzelmann und Gen. dore auch andere sind als die welche die Schüler be­
betr. den Entwurf eines Gesetzes znr V er­ nutzen, dann ist wohl alle Bürgschaft dafür gegeben, 
besserung der Wohnnngsvcrhältnisse und daß keine Übertragung einer Ansteckung erfolgt. Es 
Mitteilung des Magistrats zu dieser An­ ist doch von Wert, daß jährlich 1800 M. erspart 
frage. — Drucksache 228. werden; das kommt doch in Betracht.
Dann empfehlen sich diese Räume im Mommsen- 
Der Stadtv. Heinzelmann ist nicht anwesend. gymnasium auch noch dadurch, daß sie mit allen 
Es handelt sich um eine Anfrage. Der Magistrat Vorzügen, was Heizung und Beleuchtung betrifft, 
hat erklärt, daß er die Anfrage nicht beantworten außerordentlich schön ausgestattet sind, was doch auch 
wolle. der Filiale der Bibliothek wieder zu gute kommt.
Aus diesen Gründen empfiehlt Ihnen der Aus­
Punkt 4 der Tagesordnung: schuß, die Vorlage mit dieser Abänderung zu ge­
nehmigen.
Bericht des Ausschusses über die Vorlage 
betr. die Errichtung einer Bücherausgabe­ Stadtschulrat Dr. Neufcrt: Meine Herren, der 
stelle nebst Lesezimmer im Osten der Stadt. Herr Referent hat soeben hauptsächlich aus Rücksichten 
— Drucksachen 224, 229. der Sparsamkeit empfohlen, entsprechend dem An­
trage der Mehrheit des Ausschusses, die Anmietung 
Berichterstatter Stadtv. Dr. Hubatsch: Meine des Grundstücks Bayreuther- und Wormserstraße ab­
Herren, es handelt sich um die Filiale der Volks­ zulehnen und die Volksbibliotheksfiliale nach dem
        
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