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Periodical volume 7. Dezember 1904

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1904

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oder aus  anderen Gründen. Ich  meine, das ist ein allerdings überlassen, ob sie nach dem Antrag die 
Prozentsatz von Erkrankungen, der gar nicht ins Schule heute schon für 1905 festlegen wollen oder nicht.
Gewicht fällt. W ir stehen ja  auch auf dem S t a n d ­ (Die Besprechung wird geschloffen)
punkt. daß wir nicht wollen, daß die Schulklassen 
mehr Kinder haben als  heute; aber wir stehen ferner Antragsteller Stabtu. D r .  Borchardt (Schluß­
auf dem Standpunkt, daß wir heute kurz vor der wort): M eine Herren, H err Kollege Meschelsohn 
Etalsbeialung nicht noch den Antrag annehmen entgeguele, ich hätte ziemlich dieselben Ausführungen 
sollen, eine neue Schule einstellen zu wollen und in demselben Umfange schon vor einem Ja h re  gemacht. 
werden daher den Antrag ablehnen. M i r  ist davon absolut nichts erinnerlicki. A ls  ich 
vor einem Ja h re  dafür plaidierte. stärkere Mittel für 
S tad tv . D r .  P en z ig : Meine Herren, ich habe Schulbauten in bett E tat einzustellen, handelte es sich 
ans  den Ausführungen des H errn  Stadtschulrat den um den Osten der S tad t ,  mit Inangrif fnahm e der­
Eindruck gewonnen, daß sich die Herren Antragsteller jenigen Schule, die der Magistrat jetzt in Angriff 
mit seiner Antwort beruhigen können. Ich  will nicht nehmen will, und durchaus nicht um diejenige Gegend, 
sagen, daß sie auf den Antrag verzichten sollen; aber von welcher ich heute sprach. Ich  weiß nicht, ob da­
dasjenige, was der Antrag überhaupt erreichen sollte mals  schon Stenogramm e der Reden ausgenommen 
und könnte, hat er erreicht. Meine Freunde und ich wurden; wäre das der Fa ll ,  so würde Herr Kollege 
persönlich wissen ja längst, daß der. M agistrat in sehr Mescbelsohn sich davon überzeugen können, daß so 
tüchtiger Weise mit dem B au  von neuen Gemeinden­ ziemlich nichts von denjenigen Gründen, die ich heute 
schulen vorangeht. Aber ab und zu ist es einmal für diesen Antrag ins  Feld führte, dam als von mir 
nötig, daß auch au s  dem Schoße dieser Versammlung angeführt worden ist.
ein kleiner S to ß  erfolgt für einen etwas vernach­ D ie  Ausführungen des Vertreters des M agistrats  
lässigten Stadtteil .  D enn das ist sehr dankenswert. geben un s  ja, wie Herr Kollege Penzig gesagt hat. 
D ie  Schule soll der Besiedlung der verschiedenen S t a d t ­ eine gewisse Beruhigung. Im m erh in  erkennt ja  auch 
teile nicht immer erst nachlaufen, meine Herren, Herr Kollege Penzig an, daß cs durchaus angebracht 
sondern soll ihr vorangehen. E s  ist auch zu bedenken, ist, durch einen Antrag den Magistrat um eine größere 
daß gerade solche etwas vernachlässigten Stadtteile, Beschleunigung zu ersuchen, da auch er bedenklich 
wie dieser S tadtteil jenseits der Spree, für die H au s­ wird, ob nicht die Rechnung des M agistrats  zu opti­
eigentümer und Grundbesitzer etwas Anziehenderes mistisch ist. Ich  bin in meiner eiwas pessimistischen 
bekommt, wenn sie erst einmal genau wissen, daß Auffassung dieser Dinge durch die Ausführungen 
dort eine Gemeindeschule hinkommt, daß sich dort nicht erschüttert worden. Ich  würde also darum bitten, 
ein gewisses Zentrum bildet, wo Häuser gebaut den Antrag doch anzunehmen.
werden, können. D er  Herr Stadtschulrat sagte, die Frage, wie 
Die Statistik, die Herr Kollege Borchardt uns große S um m en  wir für Schulbauten in den Etat 
aufgemacht hat. hat er ja  selbst a ls  etwas unvoll­ einstellen sollen, möchten wir doch vertagen, bis der 
kommen bezeichnet. Ich  meine allerdings, daß die Etat un s  vorliegt. J a ,  meine Herren, der Antrag 
Kinder, die schon bei einer so unvollkommenen ist gerade der Erfahrung und der Befürchtung ent­514 
Aufnahme gezählt worden sind, doch den Magistrat sprungen. daß, wenn einmal der Etat vorliegt, und 
bedenklich machen sollten, ob nicht seine Rechnung wenn einmal eine bestimmte S u m m e für bestimmte 
ein wenig zu optimistisch gewesen ist, daß das Be­ Schulbauten vom M agistrat eingesetzt ist, es zu spät 
dürfnis nicht früher eintritt, a ls  er es eigentlich er­ ist, einen Antrag auf Erhöhung dieser Sum m e, nament­
warten könnte. lich auf eine erhebliche Erhöhung, noch durchzubringen. Wenn der Magistrat sich einmal schlüssig geworden 
Die 47 Kinder, die nach Berlin gehen, machen ist, und es würde dann beantragt werden, etwa 
m ir gar keine Sorgen, denn wie das schon ausge­ 400 000 oder 300 OOO J i  mehr a ls erste Rate für 
führt worden ist, geschieht das zum Teil aus  rein eine neue Schule einzusetzen, dann wird der Wider­
persönlichen Gründen. Ich  verstehe nu r  nicht, aus stand des Herrn  Kämmerers derartig stark sein, daß, 
welchem Etatstilel Herr Kollege Borchardt einen wie auch die Erfahrungen des letzten J a h re s  ge­
Kostenersatz für die Eltern dieser Kinder hat bean­ zeigt haben, dagegen nicht aufzukommen ist. W ir 
tragen wollen. Diesen Koftenersatz kann ich mir haben geglaubt, den Antrag so zeitig stellen zu müssen, 
überhaupt garnicht vorstellen; genau ebenso könnte um möglicherweise vom M agistrat noch vor Fert ig­
ein Charlottenburger Steuerzahler, der in einer schlecht stellung des E ta ts  zu erreichen, daß eine größere 
gepflasterten S t ra ß e  wohnt, einen Kostenersatz für S u m m e  in den Voranschlag mit aufgenommen wird, 
seine gemißbrauchten Stiefel beantraget, weil er eben und deswegen bitten wir um Annahme des Antrages.
unglücklicherweise von der S tad tverwaltung etwas N u n  ' hat H err Kollege Meschelsohn noch be­
anders behandelt wird a ls andere Stadtteile. Auf mängelt, daß ich ausgeführt habe, eine Reihe von 
diese Gründe können wir nicht eingehen. Kindern sei gezwungen, Berliner Schulen zu besuchen. 
I m  großen Ganzen glaube ich, dürfen wir dem E r  führte demgegenüber einerseits die G ründe an. 
Magistrat zutrauen, daß er bei dem B a u  von neuen die der Herr Stadtschulrat schon angeführt hatte, daß 
Gemeindeschulen das rechtzeitige Tempo innehalten das vorzugsweise Kinder in den letzten Jahrgängen  
wird. Ich  glaube, die Siebenneuntelrechnung des seien. E s  tut m ir  leid, daß ich bei der Statistik 
Herrn Stadtschulrats ist augenblicklich bereits etwas m ir  nicht überall das Alter — es ist, wie das leider 
überholt. W ir werden vielleicht sehr bald auf das bei solcher unvollkommenen Statistik nicht weiter ver­
J a h r  eine volle Schule bauen müssen, und das ist wunderlich, nicht überall genau angegeben —  ausge­
ja nur durchaus erfreulich. Ich  möchte also anheim zogen habe, um  angeben zu können, um welche A l­
geben, den Antrag anzunehmen; er schadet dem tersstufen es sich bei den Kindern handelt. Z u m  
Magistrat nicht, er schadet uns  nicht; wir haben aber Teil handelt es sich nach meiner Erinnerung um 
die Sache dadurch etwas vorwärts gebracht. D a s  Kinder in den letzten Jahrgängen , zum Teil aber 
Bedürfnis für 1905 freilich ist immer noch nicht auch um  Kinder in den ersten Jahrgängen . N a ­
nachgewiesen worden; ich m uß es den Herrn daher mentlich den kleinen Kindern sind die Wege zu den
        
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