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Periodical volume 7. Dezember 1904

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1904

schulpflichtigen Kindern von ihr erfaßt werden von betroffen ist natürlich die Beuffelstraße. Die 
konnten oder erfaßt worden sind. Das Resultat Beuffelstraße gehört ja zum größten Teil zu Berlin, 
kann also nur eine unterste Grenze angeben. und die Charlottenburger Seite ist so weit von den 
Diese Zählung ergab nun 514 schulpflichtige Kinder, Charlottenburger Schulen entfernt, daß män sich 
von denen 456 Charlottenburger Schulen besuchen; nicht wundern kann, daß eine Reihe von Eltern 
47 dagegen besuchen Berliner Gemeindeschulen, ihre Kinder nicht nach Charlottenburger Schulen 
11 besuchen Schulen die hier nicht in Be­ schicken können, sondern Berliner Schulen in Anspruch 
tracht kommen — 3 Kinder einer Familie besuchen nehmen müssen. Von 81 Kindern der Beuffelstraße 
die Schule in Sorau aus Gründen, die mir nicht besuchen 66 Charlottenburger Schulen, 15 dagegen 
bekannt sind, eins besucht ein Berliner Gymnasium, Berliner Schulen; ebenso steht es in der Hutten­
und 7 besuchen das Johannesstift, eine Anstalt, deren straße: von 75 Kindern, die dort die Schule besuchen, 
Charakter ich nicht kenne. gehen nur 63 auf Charlottenburger Schulen, 12 da­
Vielleicht wird der Magistrat sagen: diese gegen sind gezwungen, Berliner Schulen zu besuchen; 
Zählung ergäbe eigentlich, daß jetzt schon mit dem in den anderen Straßen ist das Verhältnis nicht 
Bau einer neuen Schule nicht vorgegangen werden ganz so groß wie bei diesen beiden. Zu erwähnen 
muß, denn die Schule in der Wielandstraße gibt ja wäre noch der Spandaucr Schiffahrtskanal mit den 
keineswegs Raum für so viel Kmder, als eine beiden Privalwegen, wo wir 67 Schulkinder haben, 
Dvppel-Gemeindeschute geben wird, und wenn die davon 55 auf Charlottenburger Schulen, 5 in Ber­
Kinder, die die Schule in der Wrelandstraße besuchen, liner Schulen und weitere 7 besuchen das Johannes- 
und diese zusammengenommen werden, so würde die stift. Ich sagte vorhin schon, ich kenne den Charakter 
Schule in der Helmholtzstratze vielleicht auch noch des Johannesstifts nicht; sollte es sich aber dabei 
nicht ganz gefüllt sein. Dem möchte ich aber fol­ auch um eine ähnliche Veranstaltung handeln, wie 
gendes entgegenhalten. Wenn Schulbauten neu be­ die Volksschulen, so scheint mir aus dem Umstande, 
schlossen werden, so ist ja gar nicht daran zu denken, daß gerade Kinder, die dort am Spandauer Schiff­
daß zum Oktober 1905 nun außer der Schule in fahrtskai,al wohnen, diese Schule besuchen, doch eben­
der Helmholtzstraße eine Schule, für die etwa heute falls Hervorzugehen, daß sie aus denselben Er­
auch schon Mittel vorgesehen werden sollen, mit wägungen gezwungen sind, auf Charlottenburger 
eröffnet wird. Eine weitere Schule im Norden der Schulen zu verzichten, wie die Kinder, die an der 
Stadt würde doch. wenn auch der Antrag, den wir Beuffelstraße wohnen. Nun hat die Stadt Char- 
heute gestellt haben, von Ihnen angenommen wird, lottenbnrg doch die zweifelsfreie Verpflichtung, in 
und wenn der Magistrat diesem Antrage beitritt, ausreichender Weise für Gelegenheit zum Schulbesuch 
doch frühestens zum April 1907 beziehbar sein. Zu zu sorgen, und wenn die Stadt dieser ihrer Ver­
der Zeit aber werden in der Tat die Verhältnisse pflichtung auf eigenem Charlottenburger Gebiet mit 
jener Gegend sich sehr verändert haben, nicht zum eigenen Charlottenburger Schulen nicht nachkommt, 
schlechteren sich verändert haben insofern eben, daß so wäre es doch wohl eine — ja, Anstandsver­
die Gegend sich sehr gehoben hat, sehr viel stärker pflichtung möchte ich nicht gern sagen, denn ich glaube, 
bebaut sein wird. Aber die Schulverhältnisse werden es handelt sich sogar um eine rechtliche Verpflichtung 
dann eine arge Kalamität hervorrufen, denn die den betreffenden Bürgern gegenüber, mindestens ihnen 
Schule in der Helmholtzstraße wird von der dann die Aufwendungen zu ersetzen, die sie machen müssen, 
völlig bebauten Halbinsel in Anspruch genommen sein, um den Kindern angemessenen Schulunterricht zuteil 
und diejenigen Gegenden, die ich eben angeführt werden zu lassen. Das heißt also: ich möchte gleich­
habe. werden dann noch dringender eine besondere zeitig bei meinem Antrag an den Magistrat die An­
Schule notwendig haben, als es heute schon der Fall regung geben, zu erwägen, ob es nicht angebracht 
ist; denn auch die Bebauung dieser Gegend schreitet wäre, denjenigen Charlottenburger Bürgern, die aus 
rüstig fort, sodaß es ganz zweifellos ist. daß Mangel an geeigneten Schulen in Charlottenburg 
die Schulkalamität mit der Vollendung der Schule gezwungen sind, ihre Kinder nach Berlin auf die 
in der Helmholtzstraße nicht gehoben sein wird.S chDueles ­ zu schicken, wenigstens solange, bis in Char­
wegen bitten wir eben den Magistrat jetzt schonl,o tVteonbr­urg die Gelegenheit zum Schulbesuch vor­
sorge zu treffen, jetzt schon den Plan auch für eine handen ist, die notwendigen Kosten zu ersetzen.
weitere Schule auszuarbeiten und eine erste Rate zur 
Errichtung in dem neuen Etat vorzusehen. Stadtschulrat Dr. Renfert: Meine Herren, was 
Ich möchte zum Schlüsse mir erlauben, auch zunächst den Ausschuß zur Beratung von Maßregeln 
noch eine weitere Anregung zu geben und den Ma­ zur Hebung des Volksschulwesens anlangt, so sind 
gistrat um eine Antwort ersuchen, wie er sich zu der Herr Bürgermeister und ich dahin einig ge­
dieser Anregung stellt. Ich habe hier vorhin ver­ worden, daß derselbe in der nächsten Woche tagen 
lesen. daß von den 514 Kindern 456 Charwloirttde.n ­ Der Herr Stadtverordnete Dr. Borchardt wird 
burger Schulen besuchen, während 47 in Berliner ja dann Gelegenheit haben, noch Näheres in der An­
Gemeindeschulen eingeschult sind. Dieser Besuch einer gelegenheit zu erfahren, von der er eben gesprochen hat.
Berliner Gemeindeschule durch Charlottenburger Kinder Das Mictsschulhaus in der Wielandstraße, über 
legt den betreffenden Bürgern doch ziemlich erhebliche welches so häufig Klagen erhoben worden sind, 
Verpflichtungen auf. Sie wissen, daß der Besuch werden wir vom nächsten Sommersemester ab nicht 
der Berliner Gemeindeschulen für Nichtberliner keines­ mehr zu Schulzwecken benutzen; es ist vom Magistrat 
wegs umsonst ist, sondern daß die Betreffenden dort bereits gekündigt worden. Nach den Nachrichten, die 
ein Schulgeld — ich glaube 30 M  — zu bezahlen mir vom Hocbbauamt zugegangen sind, ist anzunehmen, 
haben. Nun steht es ja zweifellos fest, daß ein daß die Schule, welche gegenwärtig auf der Halb­
großer Teil dieser Bürger, die ihre Kinder auf Ber­ insel gebaut wird, bis Michaelis nächsten Jahres 
liner Gemeindeschulen schicken, das lediglich des­ fertiggestellt sein wird. Bis jetzt ist ja der Winter 
wegen tun. ja lediglich deswegen tun müssen, weil günstig gewesen, und ich hoffe, daß auch in der 
in der ihnen erreichbaren Gegend Charlottenburger weiteren Zeit tüchtig gebaut werden kann.
Schulen nicht vorhanden sind. ' Ganz besonders hier­ Wir haben uns in der Schulverwaltung uatür-
        
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