Path:
Periodical volume 20. April 1904

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1904

14 -
ich habe unseren prinzipiellen Standtpnnkt dazu vor­ dem Eisenbahnfiskus noch einige Punkte zu erledigen 
hin ganz kurz betont. M il dem Grundsatz, den Herr sind. Diese Vorlage ist uns nun in nahe Aussicht 
Dr. Hubatsch proklamiert haben will, sind wir voll­ gestellt, und die heutige Vorlage ist eigentlich nur 
kommen einverstanden; dieser Grundsatz wird ja auch eine Zwischenvorlage, die aber insofern wesentlich ist,
von Magistralsseile aneikannt. als der erste Teil der Vorlage die Festlegung-------
Ganz anders aber verhält es sich mit dem An­ (Unruhe. Glocke des Vorstehers.)
trage Frentzel. Herr Kollege Frentzel beantragt, be­ Vorst.-Stellv. Kaufmann: Ich bitte um Ruhe; 
reits jetzt zum 1. Oktober d. I .  einen Michaelis« der Redner ist sonst nicht zu verstehen.
coetus für Sexta einzurichten. Nun hat der Herr Berichterstatter Stadtv. Meschclsohn (fortfahrend): 
Stadtschulrat bereits hervorgehoben, daß. wenn dieser — die Festlegung des Oites beschließen soll, au den 
Antrag Annahme sindet, der Magistrat zunächst in die Markthalle kommt. Es kommt hierbei in Be­
eine Prüfung eintreten muß, wie die Verhältnisse tracht, daß die Markthalle an einem Orte gebaut 
liegen. Ich meine, die Frage liegt für uns genau werden soll, der Bahnanschluß hat, und da bleiben 
so; diese Prüfung müßen wir ebenfalls vornehmen, eigentlich nur zwei Plätze in Betracht zu ziehen: 
bevor wir einen solchen positiven Antrag annehmen das ist der Platz an dem Bahnhof Charlottenburg 
können Wir können uns nicht damit begnügen, daß. und der Platz jenseits der Spree. Der Platz jen­
wenn wir einen Antrag angenommen haben, der seits der Spree hat den einen Vorzug, daß er zu 
Magistrat nachher seine Berechtigung oder Nichlbe- gleicher Zeit einen Wasserzufuhrweg bieten würde; 
rechtigung prüft, sondern ich meine, es ist richtiger aber das wird nicht für besonders wertvcll gehalten, 
und sachgemäßer — die Zeit drängt auch durchaus da die Zufuhren, die auf dem Wasserwege kommen, 
noch nicht so —, daß wir diesen Antrag selber erst nur minimal sind. Dagegen ist ein wesentlicher 
in einem Ausschuß vorberaten und uns vom Magistrat Vorzug des Platzes am Bahnhof Charlottenburg, 
dort über die einschlägigen Verhältnisse Auskunft er­ daß dieser Bahnhof zur Stadtbahn gehört, dadurch 
teilen lassen. Ich wollte sie also bitten, diesen An­ eine leichtere Zufuhr von allen Seiten geschaffen ist, 
trag einem Ausschuß zu überweisen. und außerdem, daß der Eisenbahnfiskns auch diesem 
(Die Beratung wird geschlossen.) Gelände den Vorzug gegeben hat. Bei der Vorlage, 
Vorsteher Roscnberg: Es liegt zunächst der An­ die seinerzeit zum Kanf des Geländes vorlag,, hat 
trag des Magistrats vor. dazu der Antrag des Heirn ja die Stadtverordneten-Versammlung auch im Auge 
Stadtverordneten Dr. Frentzel: gehabt, die Zentralmarktdalle dorthin zu verlegen. 
Den Magistrat zu ersuchen, zum 1. Oktober er. Ich würde empfehlen, dem Antrage des Magistrats 
am Mommsen-Gymnasium nicht nur eine in diesem Punkte zuzustimmen.
Michaelis-Vorschulklasse, sondern auch eine Der zweite Teil der Magistratsvorlage verlangt 
Michaelis-A'xta zu errichten. eine Bewilligung von 18000 M . Der Bau der Halle 
Zu diesem Antrage des Herrn Stadtv. Dr. Frentzel ist ja noch ‘ nicht vorzusehen. Es sind von uns im 
hat der Herr Stadtv. Dr. Borchardt Ausichußberatung Etat 100 000 J t eingestellt worden in der Erwar­
beantragt. Anß-rdem liegt der Antrag des Herrn tung. daß sie in diesem Jahre verbraucht werden. 
Stadtv. Dr. Hubatsch vor, der dahin geht: Es dreht sich darum, daß das Anfahren des Bodens, 
Am Realgymnasium und an der Oberrealichule der zum Anschluß der Gleise notwendig ist, ungefähr 
sind Michaelisklassen ebenfalls bis zur Ober­ 130 000 M. erfordern würde. Der Eisenbahnfiskus
prima durchzuführen. hat sich bereit erklärt--------
Ich werde zunächst über den Antrag des Herrn (Andauernde Unruhe. Glocke des Vorstehers.)
Stadtv. Dr. Borchardt abstimmen lassen, nämlich Vorst-Stellv. Kaufmann: Ich bitte, die Privat« 
darüber, ob der Antrag des Herrn Stadtv. Dr. gespräche möglichst in diesem Saale nicht zu führen.
Frentzel einem Ausschuß von 9 Mitgliedern über­ Berichterstatter Stadtv. Mcschelsoh« (fortfahrend): 
wiesen werden soll. — hat sich bereit erklärt, diesen Boden, den er ge­
(Der Antrag des Stadtv. Dr. Borchardt wird rade zur Verfügung hat und sonst vorbeifahren 
abgelehnt. Die Versammlung beschließt nach dem müßte, dort unentgeltlich abzuladen, wenn von der 
Antrage des Magistrats, wie folgt: Stadt gleich die An!chlußglei,e bezahlt würden. Sie 
Der Einrichtung von Michaeliscoeten am würdech wenn die Zentralmarkthalle dorthin kommt, 
Mommsengnmnasium in der Wormser Straße doch später gebaut werden Durch Zinsverluste und 
von Michaelis 1904 ab wird mit der Maß­ sonstige kleine Unkosten wird zwar eine kleine Mehr­
gabe zugestimmt, daß dir Durchführung der ausgabe von 2000 M  entstehen; durch das Anfahren 
Michaelisklassen bis zur Ober-I festgelegt wird, des Bodens wird aber d ie,Hafte, also rund 60 000 M , 
und nimmt sodann die Anträge der Stadtv. Dr. in absehbarer Zeit erspart werden können. Stimmen 
Frentzel und Dr. Hubatsch gleichfalls an.) Sie dem ersten Teil der Magistratsvorlage zu, dann werden Sie auch wohl dem zweiten Teil Ihre Zu­
Punkt 6 der Tagesordnung: stimmung erteilen, die ich für beide Teile beantrage.Stadtv. May: Meine Herren, wir können uns 
Vorlage betr. Errichtung einer Zentral­ ja nur freuen, daß der Magistrat diese Sache ener­
markthalle. — Drucksache 190. gisch in die Hand nimmt. Ich hätte nur den Wunsch 
Berichterstatter Stadtv. Meschclsohn: Meine gehabt, der ja scheinbar jetzt nicht durchgeführt werden 
Herren, der Ban der Zentralmarkthalle, der diese kann, daß die Markthalle im Nordwesten, an der 
Versammlung bereits seit dem Jahre 1897 beschäf­ Jungfernheide zu liegen kommt. Aber andererseits 
tigt hat, rückt mit der heutigen Vorlage einen großen ist die Frage, wie die Bahnverwaltung sich dazu 
Schritt näher. Die Stadtverordnetenversammlung stellt. Aus der Magistratsvorlage geht eine direkt 
hat im September vorigen Jahres einen Beschluß ablehnende Haltung der Eisenbahndirektion nicht her­
gefaßt, den Sie hier noch einmal gedruckt in der vor; ich nehme aber an, daß der Eisenbahnfiskus 
Vorlage finden. Der Magistrat hat sich Mühe ge­ sich ausschließlich für das Gelände am Bahnhof Char­
geben. dem Beschlusse Folge zu leisten, ist aber bis­ lottenburg ausgesprochen hat. In  diesem Fall haben 
her noch nicht zu der Vorlage gekommen, da mit wir ja keine Wahl weiter. Sollte aber noch die
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.