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Periodical volume 9. November 1904

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1904

300 000 J i beansprucht, beantrage ich. diesen Gegen­ weitern, und in welcher Weise wir es erweitern 
stand einem AuSschuffe von 9 Mitgliedern zu über­ müssen. Gerade dadurch, daß wir uns im nächsten 
weisen. Jahre mit dem alten Maschinenhaus noch behelfen 
können, geivinnen wir die Zeit, diese Fragen, die 
Stadtrat v r .  Jaff«: Meine Herren, an sich ist vor ihrer Lösung stehen, aber noch nicht als gelöst 
ja gegen eine Ausschußberatung niemals etwas ein­ zu betrachten sind, noch ein Jahr weiter zu studieren, 
zuwenden; ich glaube aber, der Ausschuß würde hier sodaß wir im nächsten Jahre hoffentlich klarer sehen 
an dieser Vorlage schwerlich etwas ändern, und da werden und Ihnen mit einem Vorschlage werben 
es sehr wichtig ist, die Bestellungen so schnell wie kommen können, der sich auf die inzwischen gemachten 
möglich aufzugeben, so würde ich bitten, wenn Sie Erfahrungen gründet.
doch der Überzeugung sind, daß die Vorlage im Ich würde also bitten, die Vorlage anzunehmen.
verändert bleibt, von der Ausschußberatung diesmal 
Abstand zu nehmen. Die Maschinenfabrik, die vor­ Stabtu. Olbrich: Meine Herren, mit Rücksicht 
aussichtlich den Auftrag bekommen wird, hat die Be­ auf die Dringlichkeit der Vorlage, wie wir eben ge­
dingung gestellt, daß der Auftrag ihr bis zum hört haben, ziehe ich meinen Antrag zurück.
18. November erteilt sein muß, wenn sie die Liefer­ (Bravo!)
frist bis zum l.  August nächsten Jahres einhalten 
soll. Wir haben bei der letzten Erweiterung des Stabtu. Braune: Meine Herren, im Fall diese Vor­
Werks sehr traurige Erfahrungen mit der Unpünkt­ lage ohne Ausschußberatung angenommen wird, möchte 
lichkeit der Lieferungen gemacht, und infolge dessen ich dem Magistrat an die Hand geben, doch diejenige 
im vorigen Jahre ohne jede Reserve gearbeitet. elektrische Lichtfärbung in Anwendung zu bringen, 
Glücklicherweise ist alles glatt gegangen. Es brauchte die im hiesigen Gocthepark eingerichtet ist. Nicht 
nur das geringste an irgend einer Maschine passieren, das tiefgclbe Licht, das wir früher in der Harden­
dann saßen wir fest. Das lag daran, daß die bergstraße versuchten, auch nicht das blasse, tote, wie 
Lieferanten, die bis zum 1. November die Maschinen es Wilmersdorf eingerichtet hat, sondern das, dem 
betriebsfertig hergestellt haben sollten, am 1. Februar Auer-Gasglühlicht in seiner etwas gelblichen Farbe 
soweit waren, als die Zeit des Hochbetriebes vorüber gleichende, angenehm wirkende elektrische Licht dürfte 
war. Infolgedessen müssen ivir mit der größten sich hier eignen.
Vorsicht für die Zukunft vorgehen, und da die 
Maschinenfabriken ziemlich beschäftigt sind und eine (Die Beratung wird geschlossen. Die Versamm­
Lieferfrist von fast einem Jahr für diese großen lung beschließt nach dem Antrage des Magistrats, 
Maschinen beanspruchen, so möchte ich doch bitten, wie folgt:
die Vorlage heute schon anzunehmen. Wenn die 1. Die Kraftanlage des Elektrizitätswerkes ivird 
Herren irgendwelche Auskunft haben wollen, bin ich nach Maßgabe des der Vorlage beigefügten 
gern bereit, sie Ihnen zu geben. Kostenvvranschlages erweitert; die kleine Dreh­
Die Summe ist ja keine so erschreckend hohe strom-Dampfdynamomaschine ist zu beseitigen 
für ein Werk, das in einer solchen Entwicklung be­ und zu verkaufen.
griffen ist. Ich kann den Herren schon heute sagen, 2. Die anschlagmäßigen Kosten werden auf 
daß wir im nächsten Jahre mit erheblich höheren 300 000 M  festgesetzt. Sie sind aus Anleihe­
Forderungen werden kommen müssen. Die jetzt mitteln zu bestreiten, zu Lasten des Anlage­
projektierte Maschine können wir noch in der Weise kapitals des Elektrizitätswerkes zu schreiben 
in das Maschinenhaus hineinbringen, daß wir, wie und von der Elektrizitäts-Aktien-Gesellschast 
Sie aus dieser Vorlage ersehen haben werden, eine vormals W. Lahmeyer nach den Bestimmungen 
andere Maschine entfernen und hierdurch den Raum des Betriebsvertrages vom 3./12 Mai 1899 
für die größere Maschine schaffen. Im  nächsten Jahre zu verzinsen. Der Erlös der kleinen Dampf­
werden wir an größere Bauten herangehen müssen. dynamo ist von dem Anlagekapital abzusetzen.)
Es wird sich bis dahin die Frage entscheiden, ob wir 
mit Turbinen, mit Dampfmaschinen oder mit Gas­ Borst.-Stellu. Kaufmann: Ich schließe die öffent­
maschinen den weiteren Betrieb einrichten; davon liche Sitzung.
wird es abhängig sein, ob wir ein neues Kesselhaus 
herstellen müssen, ob wir das Maschinenhaus er­ (Schluß der Sitzung 7 Uhr 5 Minuten.)
Druck von A dolf Gertz, Charlottendurg.
        
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