Path:
Periodical volume 29. Juni 1904

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1904

—  126 
S tu n d en  wöchentlich vorgesehen werden soll. W enn daß m an erst in kleinerem Umfange anfängt. H err 
m an die O rtssta tu te  anderer S tä d te  eingehend ge­ Kollege D r. Hubatsch führte an, daß der M agistrat 
p rü ft hat, dann sollte m an ihnen doch entnom m en vorsichtig beim A nfang ist. D a fü r können w ir ihm 
haben, daß bezüglich der Unterrichtszeit die meisten alle n u r sehr dankbar sein.
S täd te  weiter gehen und sich nicht auf zwei S tu n d en  W as die ungelernten A rbeiter betrifft, so hatte 
Deutsch und zwei S tu n d en  Rechnen beschränken, sondern die D eputation  sie zuerst m it einbegriffen. W ir 
diesen vier S tu n d en  noch zwei S tu n d en  sogenannte B e­ haben u n s aber au s  ganz gewichtigen G ründen dam it 
rufskunde anfügen. Auch diese F rag e  entzieht sich vor­ einverstanden erklärt, sic einstweilen noch aus der 
läufig weiterer E rörterung, wenn w ir heute das O r ts ­ Fortbildungsschule herauszulassen. W ir wollten erst 
statut annehm en; ich meine, w ir können auch in dieser E rfahrungen  m it den gelernten A rbeitern sammeln, 
F rage  dem M agistratsvorschlage nicht ohne w eiteres m it dem M ateria l, das w ir heute haben, den Lehrern, 
beitreten. dem D irektor usw., und wenn w ir sicher sind, auf 
Auch die F rag e  der weiblichen F o rtb ild u n g s­ vollständig festem Fuße zu stehen, erst die u n ­
schule ist in der M agistratsvorlage nach m einer gelernten A rbeiter m it einbeziehen; w ir wollten eine 
Ansicht nicht gerade sehr glücklich bei S e ite  geschoben. ruhige Entwicklung der Schule und - ein gewisses 
D en n  wenn ausdrücklich angegeben ivird, daß nu r P ro g ram m ; w ir können die finanzielle S e ite  der 
eine verhältnism äßig geringere Schülerzahl fü r diese ganzen Sache noch gar nicht übersehen usw. usw. 
Schule in Betracht käme, so sollte m an daraus doch Ich  habe die Überzeugung, daß, wenn w ir einen 
logischer Weise schließen, es hätte keine großen Versuch machen und die Erw eiterungen später ein­
Schwierigkeiten, nun  auch diese F rage  gleich zu er­ führen, w ir dann  zu demselben Ziele kommen, a ls  
ledigen. Ich freue mich ja, daß der A ntrag  des wenn w ir das alles heute schon m it einführen
H errn  Kollegen Baake auch dieser F rage  seine A uf­ Und, meine H erren, der ganze H inw eis auf 
merksamkeit zuwendet; ich meine aber, w ir müssen B erlin ! E s  sollte eigentlich ein S p o rn  fü r u n s  sein, 
die Möglichkeit haben, u n s  auch über diese F rage  daß w ir hier in  der N ähe von B erlin  die ersten 
im Ausschuß zu unterhalten. sind m it dem O rtss ta tu t.' W ir müssen die ersten 
M eine H erren, wenn ich alle diese m ateriellen sein, die m it der obligatorischen Fortbildungsschule 
Gesichtspunkte —  und es find n u r die wesentlichsten; vorgehen, und wenn w ir den S te in  in s  R ollen ge­
um  S ie  nicht zu sehr zu ermüden, um  nicht zu tief bracht haben, dann w ird auch B erlin  u n s  sofort 
in  Einzelheiten hineinzusteigen, erlasse ich es m ir folgen. O b die B erliner nun die ungelernten A rbeiter 
und Ih n e n , noch weitere Punkte  aufzuführen •— m it hineinbeziehen oder nicht, das ist eine F rage  für 
wenn ich alle diese Gesichtspunkte erwäge, so m uß sich. Ich  habe die Überzeugung: sie werden sich 
ich sagen: es ist eine der wichtigsten V orlagen, die wahrscheinlich nach u n s  richten und aus den G ründen, 
der M ag istra t u n s  je gebracht hat, die heutige V or­ die u n s bewogen haben, die ungelernten Arbeiter 
lage über die obligatorische Fortbildungsschule, und auch noch nicht hineinbeziehen. Jeden fa lls , meine 
die S tadtverordnetenversam m lung ist es, ganz ab­ H erren, wenn w ir heute die Fortbildungsschule be­
gesehen von den m ateriellen Erwägungen, auch sich schließen, dann marschieren w ir an  der tete. E r­
selbst schuldig, sich in  dieser F rage  die Möglichkeit w eitern können w ir sie im m er noch; es w ird nichts 
einer eingehenden P rü fu n g  und Beschlußfassung vor­ versäumt. D ie Schule soll sich n u r ruhig und gut 
zubehalten. Diese G ründe zwingen mich, S ie  m it entwickeln.
dem Herrn Referenten zu bitten, die V orlage einem M eine H erren, ich bin gegen Ausschußberatung. 
Ausschuß zu überweisen. E s  tu t m ir leid, daß ich es nicht nam ens aller 
V on kleineren und größeren Übeln ist heute m einer F reunde erklären kann; aber, meine H e r r e n ,  
hier geredet worden. W enn es ein Übel ist, die ich bitte S ie :  fassen S ie  heute diesen Beschluß, 
E in führung der obligatorischen Fortbildungsschule um  nehmen S ie  die V orlage an!
ein halbes „Jah r hinauszuschieben, und wenn es 
w eiter ein Übel ist, die V orlage heute g la tt anzu­ Stadtv. I)r. Spiegel: M eine H erren, ebenso 
nehmen, so halte ich das erste Übel fü r das kleinere wie meine F reunde, die bisher zum W orte gekommen 
und den W ert, den die Ausschußberatung hat, fü r sind, halte ich die V orlage des M ag istra ts  und das 
so bedeutend, daß ich davon nicht abgehen kann. sie begleitende O rtss ta tu t durchaus nicht fü r a u s ­
(B ravo! bei den Liberalen.) reichend, um  unseren Wünschen zu entsprechen. Ich 
frage mich aber: kann es schaden, wenn die obliga­
Stadtv. May: M eine H erren, ich hatte eigent­ torische Fortbildungsschule so, wie sie jetzt ist, zu­
lich vorausgesetzt, daß die A usführungen, die u n s nächst einm al in s  Leben tritt, oder ist nicht der 
vom M agistratstisch gegeben sind, die H erren, die Schaden größer, wenn w ir sie, um  etw as Besseres 
jetzt noch fü r Ausschußberatung sind, veranlassen zu erzielen, noch um  ein halbes J a h r  hinausschieben? 
würden, ihren Vorschlag fallen zu lassen. E s  ist d a r­ I m  Gegensatz zu meinen F reunden , die bisher 
getan worden, daß alle die Vorschläge, die hinzu­ sprachen, komme ich doch zum Schluffe, daß das 
gekommen sind, keine Abänderungen, sondern eigent­ Nehmen des Unvollkommenen zunächst das geringere 
lich Erw eiterungen des P la n e s  sind, und zw ar solche Übel ist. Allerdings, meine H erren, n u r dann, wenn 
Erweiterungen, die sich ohne große Schwierigkeit die Möglichkeit gegeben ist, das, w as >vir augenblick­
treffen lassen, auch wenn w ir das O rtss ta tu t in der lich nicht haben können, bald zu erreichen. Ich  will 
jetzigen F o rm  annehmen. Gegen die Vorschläge, die recht gern zugeben, daß m an m it der F o rtb ild u n g s­
gemacht worden sind, läß t sich gar nichts sagen. Ich  schule auf dieser G rundlage erst E rfahrungen sammeln 
stehe vollständig auf Ih re m  S tandpunkt, meine soll. Aber, meine H erren, m an m uß u n s  das R esultat 
H erren; aber wenn m an eine solche V orlage m it der dieser E rfahrungen dann baldigst vorlegen und u n s 
F rage  verquicken will, ob freie L ernm ittel gegeben Gelegenheit geben, unsere weiteren Wünsche zur 
werden sollen usw., so ist das unpraktisch und un ­ G eltung zu bringen. A ls Ausdruck dieser Bedingung 
zweckmäßig. würde ich Ih n e n  vorschlagen eine Resolution zu 
(S e h r richtig!) fassen:
D azu  ist die F rage zu wichtig; es ist ganz richtig, D er M agistra t w ird ersucht, spätestens in  zwei
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.