Path:
Periodical volume 29. Juni 1904

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1904

113
bleibt einem Dcfonb.ivu Gemciiidcbcschlnffe vor­ (Die Beratung wird geschlossen. Die Versammlung 
behalten.) beschließt nach dem Antrage des Magistrats, wie folgt:
1. Die Änderung der Fluchtlinie der Königin 
Punkt 9 der Tagesordnung: Elisabeth-Straße Abteilung V Sektion 4 des Bebauungsplans nach dem Entwurf vom 21. Juni 
Vorlage betr. Entschädigungen für Durch­ 1904 wird genehmigt.
feuchtungen von Grundstücken in der Nähe 2. Der mit dem Rechtsanwalt Dr. Richard 
des Rieselfeldes. — Alexander-Katz abgeschlossene abgedruckte Ver­Drucksache 293. trag vom 30. April d. I .  wird unter Auf­
(Die Beratung wird eröffnet und geschloffen. hebung des Vertrages vom 1. September 1908 
Die Versammlung beschließt »ach dem Antrage des (Stadtv.-Vorlagcn, Drucksache Nr. 357) ge­
Magistrats, wie folgt: nehmigt.)
a) Von der abgedruckten Nachweisung über die im 
Rechnungsjahre 1903 gezahlten Entschädigungen Vorsteher Rvsciibcrg: Ich darf wohl feststellen, 
für Durchfeuchtungen von Grundstücken in der daß die Vortage mit großer Mehrheit angenommen ist.
Nähe des Rieselfeldes wird Kenntnis genommen.
b) Der Magistrat wird ermächtigt, dergleichen Ent­ Punkt 10 der Tagesordnung:
schädigungen für die Rechnungsjahre 1904 und 
1905 aus dem Ordinarii»» des Kanalisalions- Vorlage betr. Herstellung eines Stichkauals 
etats auch in Fällen, in denen eine gerichtliche mit mechanischer Entladevorrichtnng ans 
Verurteilung nicht vorliegt, zu gewähren, wenn dem städtischen Lagerplatz am Nonncndamm.
dieselben von der Kanalisativnsdepntation ge­ Drucksache 294.
prüft und festgestellt sind, und wenn die für 
das einzelne Jahr zu gewährende Entschädigung Berichterstatter Stobt«. Mann: Meine Herren, 
in dem betreffenden Falle den Betrag von die Vorlage betrifft die Anlegung eines Stichkanals 
600 JC nicht übersteigt.) aus unserem Grundstück am Nonncndamm. Wir besitzen dort einen ziemlich großen Ladeplatz, der 
Das Protokoll vollziehen teilte die Herren von der Spree durch den sogenannten Leinpfad 
Stadlv. Jander, Meschelsohn und Otto. getrennt ist, und haben dort durch Zusage des Regierungspräsidenten augenblicklich drei Anlegeböcke, 
Punkt 10 der Tagesordnung muß vorläufig um unsere Ladungen dort in Empfang zu nehmen. 
ausgesetzt werden, da der Herr Berichterstatter augen­ Der Magistrat hat beim Regierungspräsidenten be­
blicklich nicht anwesend ist. antragt, drei neue Anlegeböcke anlegen zu dürfen. Das ist ihm versagt worden, und zugleich ist auch 
die Genehmigung der bestehenden drei Anlegeböcke 
Punkt 11 der Tagesordnung: zurückgezogen. Es bleibt also nichts anderes übrig, 
als in irgend einer Weise einen Weg zu finden, wie 
Vorlage betr. Änderung der Fluchtlinien wir die Materialien, welche wir zu unseren Bauten 
der Königin Elisabeth - Straße zwischen gebrauchen, dort entladen können. Der Regierungs­
Spandanerberg und Südgrcnze des Ka- präsident ist wahrscheinlich bereit, die Genehmigung 
sernengrnndstiicks. — Drucksache 295. zur Anlegung eines Stichkanals zu geben.
Die Vorlage betrifft nun die Anlegung dieses 
Berichterstatter Stabtu. Lingncr: Meine Herren, Stichkanals, der in einer Länge von 70 m, in einer 
ich kann die Vorlage als interessant und die Lösung Breite von 9 m und in einer Tiefe von 2,65 m 
des vorliegenden Fluchtplanes, der dort aushängt, geplant ist. Dieser Stichkanal würde uns in den 
als gelungen betrachten. Die Breite der Straße an Stand setzen, unsere ziemlich bedeutenden Materialien 
der Nordgrenze des Kaserneugrundstücks des Königin dort in verhältnismäßig kurzer Zeit zu entladen. 
Elisabeth-Regiments soll von 40 auf 32 m einge­ Während wir bisher für die Ausladung eine» Elb­
schränkt werden. Das ist hauptsächlich ans diszipli­ kahnes, der 50 ooo Steine resp. 200 cbm Kies oder 
nären Gründen notwendig geworden. Ich erinnere Sand enthält, ca. drei Tage gebrauchten, geht die 
dabei an die Zeit zwischen dem Zapfenstreich und Verladung durch die Anlegung einer elektrischen 
dem Wecken; da ist sehr oft Gelegenheit, daß Leute Vorrichtung in ca. 8 Stunden vor sich. Der Jahres­
in die Fenster einsteigen. Das ist durch den Vor­ bedarf der Stadt an Ziegelsteinen und Pflastersteinen, 
garten ausgeschloffen. Interessant denke ich mir das Mosaik und Zement beläuft sich auf 155 Schiffs­
Straßenbild hauptmchlich auch dadurch, daß durch ladungen; dazu kommen ca. 9000 cbm .Kies und 
diese Einengung den Architekten Gelegenheit geboten Sand, welche in 45 Schiffsladungen herangeschafft 
ist, d>c Fassadenausbildung malerisch zu gestalten. werden. Wir müssen also im Jahre ca. 200 Elb­
Da die Königin Elisabcth-Siraße immerhin an ihrer kähne entladen. Durch Anlegung eines derartigen 
schmälsten Stelle noch 32 m breit bleiben wird. so Stichkanals würden wir diese ganzen Materialien 
stehe ich nicht an, diesen eisten Teil der Vorlage zu in ca. 200 Liegetagen erledigen, während mir sonst 845 
empfehlen. Liegetage nötig hätten; wir gebrauchen also 645 
Was den zweiten Teil, den Vertrag mit dem Liegetage weniger. Natürlich ist das eine kolossale 
Rechtsanwalt Dr. Richard Alexander-Katz. anbetrifft, Ersparnis für die Stadt.
so will ich an dieser Stelle nicht verfehlen, die Um Leider sind die Kosten für den Stichkanal recht 
eigennützigkeit des genannten Herrn hervorzuheben. teuer; sie belaufen sich aus ca. 100000 JC Dazu 
Er erhält durch den Vertrag ein Stück Straßenland kommt die Anlage einer elektrischen Entladung, die 
von etwa 21 qm und gibt dagegen vollständig softem ca. 16 000 M  kostet. Aber ich kann vor diesen 
und lastenfrei ein Stück Bauland her von 109 qm. großen Kosten nicht zurückschrecken, wenn ich bedenke, 
Ich empfehle mit dem ersten Teil auch den zweiten daß wir im großen ganzen durch schnelle Entladung 
Teil der Magistralsvorlagc zur Annahme. erhebliche Ersparnisse haben.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.