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Periodical volume 15. Juni 1904

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1904

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Schulen gehen von der Oberrealschule aus dieser durchgeführt werden sollen. Aber es ist dam als —  
Klasse die allermeisten ab. und es treten also aus und das stelle ich hier fest —  vom M agistratstische 
den anderen sechs Klassen der Oberrealschule nu r die Erklärung abgegeben worden, daß der M agistrat 
verhältnism äßig wenig alte Schüler in  dw oberen sich vorbehält, in jedem einzelnen F a lle  zn prüfen, 
Klassen ein. Je d e r von Ih n e n  —  auch der M ag istra t ob die Z ah l der Schüler auch so groß ist, daß es 
—  wird sagen: es ist ja  recht schön, wenn A us. sich auch wirklich lohnt, und zweitens zu prüfen, ob 
wörtige kommen, die zahlen wenigstens Schulgeld, nicht die Z ahl der A usw ärtigen so stark ist, daß m it 
und dann haben w ir unsere Klassen voll. Aber Rücksicht auf sie die Teilung nötig ist. E s  ist da­
H err D irektor G ropp h a t doch nicht über das M aß  m als —  ich glaube mich dessen ausdrücklich zu er­
h inaus aufgenom m en: er hat aufgenommen, soweit innern —  von dem H errn Referenten —  es w ar 
das zulässige M a ß  es gestattet, bis die Klasse voll auch H err D irektor D r. Hubatsch —  anerkannt wor­
ist. bis 30. den, daß natürlich der M agistrat das Recht habe, 
W as die Aufnahm e der ausw ärtigen  Lchulcr zu prüfen, ob die Z ah l der Schüler die Teilung 
betrifft, so ist es naturgem äß, daß seit 1900 wo rechtfertige. W as heute H err D r. Hubatsch ausge­
die Berechtigung der Oberrealschule wesentlich er­ führt hat. klang aber anders; es klang so, a ls  ob 
weitert werden ist, eine große Anzahl Schüler mehr w ir un s gebunden hätten, un ter allen Umständen 
die Neigung haben, die Oberrealschule durchzumachen, die Teilung sogleich b is zur O berprim a durchzu­
sodaß ein ' großer Z udrang  zu den Ober-realschulen führen, gleichgiltig, ob n u r 2 oder 3 Schüler darin  
fühlbar ist. ' Natürlich trifft das auch unsere O ber­ sitzen. D a s  sind "nicht angenommene Zahlen; es ist 
realschule. F e rn e r dürfen w ir nicht verkennen, daß in  C harlottenburg vorgekommen, daß die Z ah l der 
in dem nächsten Umkreis eine große M enge von P rim a n e r nicht größer gewesen ist.
Realschulen vorhanden sind —  auch in  der P ro v inz  H err D irektor D r. G ropp hat gewiß auf die 
B randenburg — . daß aber sehr wenig O berreal­ Nachbarschulen Rücksicht genom m en; er hat —  das 
schulen da sind. und daß der Z udrang  zu den O ber­ nehme ich an —  es wohl a ls  ein nobile officium 
realschulen sehr bedeutend zugenommen hat, sich vervier­ betrachtet, daß die große S ta d t  Charlottenburg aus 
facht. verfünffacht ha t; also sind, meine ich, die A n­ kleineren S täd ten , welche n u r  Realschulen m it sechs- 
meldungen so außerordentlich zahlreich gekommen, klasstgem Lehrgang haben, diejenigen Schüler, welche 
daß H err D irektor G ropp gar nicht anders konnte, m it Erfolg die Untersekunda besucht haben, in  ihre 
a ls  die Schüler aufnehmen, soweit es ihm in  den Obersekunden und in ihre P rim e n  aufnim m t. Aber, 
Grenzen seiner Klassen gestattet w ar. M ehr hat er meine H erren, wenn er den Schluß zieht, daß, 
doch nicht aufgenommen; das kann m an ihm nicht wenn dadurch eine so starke Frequenz in  unsern 
nachsagen. _  , „ ... . Oberklassen entsteht, daß eine Teilung notig oder 
D an n  sprach der H err Oberbürgerm eister immer wenigstens wünschenswert ist, diese auch vorgenom­
von der ministeriell festgesetzten M axim alzahl von 30. men werden m uß, dann, glaube ich, wäre es billig 
Auf dem S tan d p u n k t stehen w ir doch jetzt nicht mehr. gewesen, daß er vorher die Zustim m ung der beiden 
W ir haben einen Gemeindebeschluß vor uns, der städtischen Körperschaften, welcbe die Kosten zu be­
ausdrücklich sagt, daß die D urchführung der Michaelis» willigen haben, nachgesucht hätte. D a s  ist aber 
röten bis zur O berprim a stattfinden soll. W ir nicht geschehen. D er M agistra t steht auf dem S ta n d ­
werden ja die E rfahrung machen, daß in den punkt, daß er gern A usgaben bewilligt im  In teresse 
Michaeliscöten des M om m senghm nasium s. der der C harlottenburger Schüler, daß er aber durchaus 
Kaiser Friedrichschule usw. n u r  6, 8. 10 Schüler sparsam sein muß, wenn es sich um  In teressen  au s­
sind; die A nstalt w ird sich erst allmählich füllen; w ärtiger handelt.
aber auf dem S tan dpun k t haben w ir doch gestandeii, (S e h r  richtig!)
daß dieser pädagogisch höchst wichtige Fortschritt auch Ich  bitte S ie , doch den S tan d p u n k t des M ag istra ts  
den alten Schulen zugute kommen soll. N un  sind einzunehmen.
die Schüler doch da in der Oberrealschule; m an (B ra v o !)
kann doch nicht m it rückwirkender K raft sagen: sie 
hätten nicht aufgenommen werden sollen, und weil S tad tv . Schwarz: M eine H erren, w enn bean­
sie nicht hätten aufgenommen werden sollen, darum  trag t w orden w ar, Doppelcöten zu schaffen, so ist 
darf die Klasse nicht geteilt werden, darf diese wich­ das doch in  erster Linie aus dem Gesichtspunkt ge­
tige M aßregel, die pädagogisch von hohem W ert ist, schehen, daß Schüler des M om m senghm nasium s nicht 
nicht eingeführt werden. Talsächlich liegt die Sache ein ganzes J a h r  in einer Klasse sitzen bleiben sollten. 
doch fo. daß nicht mehr Schüler vorhanden sind, a ls  Diese Einrichtung ist in  Aussicht genommen für eine 
fü r diese Klasse aufgenommen werden durften; ganz neue A nstalt. Selbstverständlich lag keine V er­
mehr Schüler sind nicht da! Also wenn dieser G e­ anlassung vor, daß w ir gleich das G e,am tgehalt 
meindebeschluß zur A usführung kommt, so, meine fü r alle Lehrkräfte einer ausgebauten V ollanstalt 
ich, ist einfach die F o lgeru ng : es w ird geteilt. Und bewilligten. W enn jetzt davon die Rede ist, daß 
das will ja  auch der M a g is tra t ; er will ja teilen; nu n  auch sofort alle Klassen , in  der Oberrealschule 
er will die Teilung n u r auf zwei J a h re  ver­ geteilt werden m üßten, so m uß ich doch sagen: n u r 
teilen; und dagegen habe ich gesprochen, dafür sehe scheint, diese Forderung hätte dadurch vermieden 
ich keinen G run d , keine Notwendigkeit W enn doch werden können, daß auf Reservierung einiger freien 
geteilt werden soll —  und es soll geschehen , dann Plätze im  In teresse von C harlottenburger Schülern 
kann es doch gleich geschehen im  J a h re  1905, dam it rechtzeitig Bedacht genommen worden wäre. Ich 
die A nstalt en tlaste t'w ird , die seit J a h re n  schon m it kann überhaupt nicht genug vor einer allzu starken 
großen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Aufnahm e in  die oberen K laffen w arnen. W as H err Kollege Hubatsch gesagt hat, ist vollständig 
Stadtschulrat D r. Ncufcrt: Ich halte es doch richtig: eine A nstalt wie die Oberreaftchule h a t 
fü r wichtig, hier einem M ißverständnis vorzubeugen. naturgem äß in  den oberen Klassen besonders starken 
E s  ist der Gemeindebeschluß allerdings gefaßt w or­ Z udrang ; aber im  Interesse unserer C harlottenburger 
den. daß die M ichaeliscöten bis zur O berprim a ist eine peinliche S ichtung des S chülerm aterials ge-
        
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