Path:
Periodical volume 15. Juni 1904

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1904

Linie ausschlaggebend sein. sondern w ir  werden bei einmal betone, daß  der S t a a t  selbst diese Grenze auch 
der B ea n tw o rtu ng  der F rage ,  die H e r r  Kollege nicht immer innehält. Also. meine Herren, ein innerer 
D r  Hubatsch u n s  hier vorgelegt hat. n u r  zu prü fen  Umstand, der die Teilung  notwendig machte, liegt 
haben, ob dadurch, daß eine bestimmte A nzah l Schüler nicht vor.
in  einer bestimmten Klasse sind. unsere K inder  in W a s  n un  die S te l lun gn ahm e  der Herren Direk­
der A usbi ldung  beeinträchtigt werden. M üssen  wir toren an  den Anstalten betrifft, so hat der M ag is tra t  
diese F ra g e  bejahen, so müssen w ir  u n s  darüber klar­ wohl Anspruch darauf ,  daß diese seinen ausgesprochenen 
werden. wie w ir  eine A bänderung  schaffen. Ich  Wünschen folgen; und  der M agis tra t  sagt: w ir  w ün­
glaube, w ir  haben kein Schutzmittel dagegen, daß schen nicht, daß die ausw ärt igen  Kinder in einer 
au sw är t ige  Kinder in  unsere Schulen aufgenom men Z a h l  aufgenommen werden, daß es nachher an  Platz 
werden. fehlt fü r  die K inder der eigenen S ta d l .
(Z u ru f  von den L ibera len: O  ja ;  der D irek tor  kann ( S e h r  richtig! bei den Liberalen.)
sie abweisen!) W ir  wollen den A usw ärt igen  gern entgegen­
—  J a ,  meine H erren , w enn  S i e  sie abweisen, kommen —  ich betone d a s  nochmals — , soweit wir 
können sie nicht aufgenom m en werden, natürlich; P latz  in  unseren eigenen Schulen  haben. Aber das  
aber w enn  S i e  von diesem Schutzmittel keinen G e­ ist doch klar, meine H e r re n :  w ir  bauen doch unsere 
brauch machen, wenn unsere Klaffen tatsächlich ein Schulen für  die Kinder u n s e r e r  B ü rger ,  nicht für 
bestimmtes M a ß  der F ü l le  erreicht haben, d ann  frage die A n gehangen  anderer Gemeinden,
ich S i e :  w as  machen w ir  denn n u n ?  W ollen wir (ichr richtig!) 
jetzt an  H errn  D irek tor  G ro p p  eine freundliche M a h ­ und wenn  die Herren  Direktoren die ausw ärt igen  
nung  ergehen lassen: in  Z ukunft  n im m st du keine Kinder aufnehmen, sodaß die einheimischen nicht 
au sw är t ige n  K inder  m ehr aus —  ? Und wenn w ir  hineinkommen oder die Klassen un ter  Aufwendung 
u n s  fü r  berechtigt hielten, das  zu tun. —  nun , meine erheblicher M itte l  geteilt werden müssen, so ist das  
H erren, so hoch stehen w ir  meines Erachtens nicht, ein M ißstand. D a s  werden auch S i e  anerkennen! 
d aß  w ir  u n s  a n  den sehr berechtigten Tadel, der lind wenn trotz dieser wohl berechtigten Wünsche, die 
u n s  von d ri t te r  S e i te  in  diesem F a l l  treffen würde, d e r .M a g is t r a t  ausgesprochen hat, der Leiter einer 
nicht e tw as zu kehren hätten! Schule hartnäckig auf  seinem entgegengesetzten S t a n d ­
D e r  V o rw u r f  gegen H errn  D irek to r  G ro pp  ist punkt verharr t  und  trotz mehrfacher Ablehnung seiner 
—  ich will nicht ein schönes und  naheliegendes W o r t ­ Anträge imm er weiter seine Ziele v-r folgt, nicht 
spiel gebrauchen —  ist e tw as sehr weitgehend. Herr- blos im M agis tra t,  sondern auch hier imm er wieder 
D irektor G ropp  ist nicht hier. Ich  glaube H errn  damit kommt, —  ja, meine H erien , ich glaube wirk­
Oberbürgermeister, daß  H e r r  D irek tor  G ro pp  in der lich, daß das  nicht zu billigen ist.
T a t  ein sehr großes In te resse  d a ra n  gehabt hat, seine Ic h  bitte, daß S ie  dem M agis tra t  nicht entgegen­
Anstalt zu fördern, und  das  geschieht dadurch, daß treten, wenn er den Grundsatz betont: wir wollen 
er volle Klassen ha t  D a ß  er möglichst viele a u s ­ mit dem Gelde unserer B ü rg e r  zweckmäßig und  spar- 
wärtige Schüler — ich kann m ir  übrigens gar  nicht fnui umgehe». E s  mag ja sehr schön sein, wenn 
denken, wie er d a s  machen sollte —  herangezogen m a n  sagen kan»: seht, wie die Anstalt floriert — , 
hat, n u r  u m  hier diesen A n tra g  stellen zu können: wenn m a n  hohe Frequenzzahlen  angeben kann. weint 
ich glaube, ich habe wohl H e r rn  Oberbürgermeister die Anstalt in allen Klaffen, selbst in der P r i m a ,  ge­
m ißvers tanden: denn  ich kann im  E rn s t  nicht glauben, füllt ist. D a s  macht sich wunderschön in pädago­
daß  das  möglich wäre, und  daß  der H e r r  d a s  ta t ­ gischen Berichten, und  es mag auch an sich gut sein;
sächlich bezweckt hat. aber w ir  haben dabei doch immer unsere F inanzk raf t  
Aber, ivie gesagt, die Ursache, weshalb hier eine in Rücksicht zu ziehen; daß dieser entsprechend ver­
so stark gefüllte P r i m a  ist, wollen w ir  jetzt, meine fahren werde, darüber  haben wir zu wachen und  S i e  
ich, g a r  nicht untersuchen. W ir  haben leider das  mit uns .  D esha lb  bitte ich S ie ,  wenn w ir  nach 
F a k tu m :  die F ü l le  ist da, und  w ir  müssen u n s  dieser Richtung hin gewirkt haben, u n s  nicht im S tich  
f ragen: wie helfen w i r ?  Ich  glaube, w ir  können zu lassen, sondern eS zu unterstreichen, daß auch S i e  
nicht anders  helfen, a ls  indem  w ir  dem A n trag  des wünschen, daß in erster Linie die hiesigen Kinder 
H e r rn  Kollegen D r .  Hubatsch beistimmen, und  das und die finanziellen M itte l  der S t a d t  Rücksicht ver­
umsomehr, a ls  dam it  e twas geschaffen wird, ivas dienen und  die ausw ärt igen  Kinder erst in zweiter 
spätestens nach einem J a h r  doch geschaffen werden m uß. Reihe kommen. E s  läßt sich, H err  D r .  Niel, z. B . 
Ic h  glaube, bei der ganzen Sache, u m  die es sich sehr gut machen, daß m au  beim S ch u lan ia ng  bei der 
hier handelt, wird  die S u m m e  von 5000  M  kaum Aufnahme zunächst ein p a a r  S te llen  freiläßt, um  ab­
wesentlich in  betracht kommen können. Ich  bitte, zuwarten, ob nicht im  letzten M o m e n t  noch hiesige 
dem A n trage  zuzustimmen. Schüler kommen,
(B ravo!  bei der F re ie n  Verein igung.) (sehr richtig!)
und die Anstalt nicht m it  ausw ärtigen  Schülern  
Oberbürgermeister Schuftehrus: M eine  Herren, gleich füllt.
ich möchte zunächst dem H errn  V orredner sagen, daß 
«ine Beeinträchtigung der Schüler  der P u m a  nicht Stnbtti. I t r .  Hubatsch: M eine  H erren , n u r  wenige 
stattfindet. D e r  H e r r  V orredner sagte, die F ü l le  lei W orte ;  ich will S i e  nicht lange aushalten. Ich  halte 
da, wir müßten teilen. D a s  ist hier gar  nicht der es fü r  meine Pflicht, daß  ich zu r  V erteid igung des a n ­
Fall ,  H e r r  D r .  Niel! D e r  M iuis ter ia le r laß  nennt, gegriffenen Kollegen G ropp  noch ein p a a r  W orte  sage.
wenn er von der HöckstzaHl spricht, die Z ah l  30. Ich  kann nicht finden, daß  mein Kollege in  der 
, (Z u ru f :  Höchstzahl I) Aufnahme von A usw ärt igen  über d a s  M a ß  h in a u s ­
Meine Herren, die ist in der einen P r im a  noch gegangen ist. W ir  dürfen doch nicht vergessen, daß 
nicht vorhanden —  da sind 28 — , und in der anderen die Oberrealschule ihrer N a t u r  nach eine Schule  ist, 
sitzen zwei mehr, 32 D a ß  dabei eine Beeinträch­ welche außerordentlich viele S chü le r  in  der U n te r­
tigung der vorhandenen S chüler  stattfindet, können sekunda m it  dem Z eu gn is  zum ein jährigen Dienst  
w ir  nicht sagen. E s  kommt hinzu, w as  ich noch entläßt.  V on  allen drei Kategorien von höheren
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.