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Periodical volume 15. Juni 1904

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1904

Inzwischen bitte ich Herrn Stadtv. Heise, das Vorlage betr. Beschaffung der M it te l für 
Wort zu ergreifen, die Erbauung eines Schillertheaters in 
Charlottenbnrg. — Drucksache 277.
Stadtv, Heise: Meine Herren, ich w ill ein paar 
Worte nur zu der Petition des Klempnermeisters (Die Versammlung beschließt mit großer Mehr­
Kumm sprechen und bemerke gleich im voraus, daß heit nach dem Antrage des Magistrats, wie folgt: 
ich keinen Antrag stelle, worüber Sie sich schlüssig Die M ittel für die Erbauung eines „Char­
machen sollen, sondern ich w ill nur den Magistrat lottenburger Schillertheaters" im Betrage von 
bitten, daß er erneut in eine Prüfung der Ange­ 2 150 000 JC sind in die nächste mit 3 l /? %  
legenheit eintritt. Die Sache, die der Petent hier oder 4 %  jährlich verzinsliche Anleihe einzu­
erwähnt, ist von ganz eminenter Wichtigkeit, Denken stellen, Die Tilgung dieses Betrages hat vom 
wir uns, wie Charlottenburg vielleicht "nach 30, 40, l.  Oktober 1905 ab, bei späterer Fertigstellung 
50, 100 Jahren aussehen wird, — dann ist es viel­ des Schillertheaters vom Tage der Inbetrieb­
leicht schwer wieder gut zu machen, wenn jetzt etwas nahme des Theaters mit jährlich i 1/» %  der 
gesündigt wird Wenn die Entwicklung jenseits der Schuldsumme unter Zuwachs der durch die 
Spree fortschreitet, dann wird die Spreestraße einen stattgehabte Amortisation ersparten Zinsen statt­
wesentlichen Faktor als Zufahrtsstraße von Norden zufinden.
nach Süden bilden Ich bitte daher den Magistrat, Bis zur Genehmigung dieser Anleihe sind 
die Angelegenheit nochmals ernstlich und wohlwollend die M itte l durch ein von der Stadtgemeinde 
zu prüfen, aufzunehmendes Darlehn aufzubringen.)
Punkt 5 der Tagesordnung:
Vorsteher Rosenberg: W ir sind beschlußfähig; 
wir sind jetzt 37, wie das Bureau soeben konstatiert Vorlage betr. die Errichtung vo» 12  Ober- 
hat. lehrcrftellen. — Drucksache 278.
Der Ordnung wegen möchte ich zunächst noch 
einmal auf Punkt l  der Tagesordnung zurückkommen. Stadtv Dr. Hubatsch: Meine Herren, der An­
Ich eröffne die Debatte über Punkt l  der Tages­ trag zu Nr. 5 der Tagesordnung bringt die Folge­
ordnung nochmals, - schließe sie und darf nun fest­ rungen aus früheren Beschlüssen, Es sind soviel 
stellen, daß die beschlußfähige Versammlung die Stellen an den neugegründeten Schulen und auch an 
Entlastung des Magistrats nach den Anträgen des den älteren Schulen notwendig. Dagegen ist keine 
Ausschusses erteilt hat, Einwendung zu erheben. Ich möchte aber einen 
Wi> kommen nunmehr zur Beschlußfassung über kleinen Abändcrungsantrag stellen.
Punkt 2 der Tagesordnung, Ich eröffne die Debatte Am 20. April hat die Stadtverordnetenver­
nochmals — und schließe sie. sammlung die Michaeliscöten für das neue Mommsen- 
gymnasium beschlossen, und zwar mit der Bestimmung, 
(Die Versammlung beschließt nach den Anträgen daß diese Cöten getrennt von den Ostercöten bis zur 
des Petitionsausschusses, wie folgt: Oberprima durchgeführt werden. Das wird nun au 
zu I  und IV : Überweisung an den Magistrat der jungen neuen Anstalt geschehen, ohne Rücksicht 
als Material, auf die Frequenz der einzelnen Abteilungen; ob diese 
zu I I :  Überweisung an die gemischte Deputa­ zehn, fünfzehn, zwanzig Schüler stark "sind, das ist 
tion zur Beratung der Frage der Ausge­ ganz gleich, sie werden als besondere Klassen behandelt. 
staltung der Ferienkolonien als Gemeinde­ In  Erwägung, daß das, was für die neue Anstalt 
einrichtung, recht ist, "doch auch den alten Anstalten, die schon 
zu H I, V und V I :  Übergang zur Tages­ Michaeliscöten haben, billig ist, hat an demselben 
ordnung.) 20. April die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, 
daß die Michaeliscöten getrennt auch an den alten 
Punkt 3 der Tagesordnung: Anstalten — am Realgymnasium, an der Oberrealschule 
— durchzuführen sind, und der Magistrat ist, wie Sic 
aus der Vorlage sehen, diesem Beschlusse beigetreten. 
Vorlage betr. Verkauf eines 138  q m  großen Da nun die alten Anstalten die Erschwerung des 
Trennstnrks des zur Witteschen Stiftung ge­ Unterrichts, die in der Vereinigung verschiedenaltriger 
hörigen, an der Straße 4  des Bebauungs­
VI Gruppen zu einer Klasse liegt, mit Seufzen viele planes Abt. belegencn Grundstücks. — Jahre ertragen haben, so wäre es wohl dringend 
Drucksache 276. wünschenswert, die Durchführung der Maßregel mög­
lichst zu beschleunigen. Man hätte eigentlich erwarten 
(Die Versammlung beschließt mit großer Mehr­ sollen, daß schon jetzt zu Michaelis die aus der Ver­
heit nach dem Antrage des Magistrats, wie folgt: setzung hervorgehende neue Unter- und Oberprima 
a) Dem Verkaufe des Trennstücks a b c d a in nicht mehr erst mit dem Ostercötus vereinigt wird, 
Größe von etwa 138 qm des zur Witteschen sondern gleich als selbständige Klasse weitergeführt 
Stiftung gehörigen, an den Straßen 4 und wird. Hier in der Vorlage ist aber ein späterer 
37 a Abt. V I des Bebauungsplans belegencn Termin in Aussicht genommen, und zwar ist die 
Grundstücks Band 136 B latt 4881 des Grund­ Maßregel in zwei Hälften geteilt: erst Ostern 1905 
buches von der Stadt Charlottenburg nach soll die Unterprima geteilt werden und erst Ostern 
Maßgabe des abgedruckten Vertrages wird zu­ 1906 die Oberprima.
gestimmt. Was das Realgymnasium anbetrifft, so ist, diese 
b) Der Erlös ist dem Stiftungsfonds der Witte­ Einrichtung entschieden zweckentsprechend; denn dort 
schen Stiftung zuzuführen.)" sind alle Unterrichtsräume, die überhaupt zu verwerten 
find, in Gebrauch. Es sind noch von dem dritten 
Punkt 4 der Tagesordnung: Cötus vier Klassen übrig; die müssen langsam erst
        
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