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Periodical volume 1. Juni 1904

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1904

m ir,  I h n e n  hier einige D aten , die ich zusam m en­ nach scheint das  J a h r  1903 fast, durchweg eine 
gestellt habe, mitzuteilen. Ic h  habe mich deshalb rege Bautätigkeit entfaltet zu haben. I n  Berlin  
gerade an  dieses Publika tionsm itle l  gehalten zur selbst wird  die Z ah l  der im Laufe des J a h r e s  
Kontrolle der angeblichen W ohnungsno t ,  weil es neuerstellten W ohnungen  a ls  ausreichend für  
über die ganze S t a d t  B e i l in  im weitesten S in n e  55 000  Personen  angesetzt, in Charlo ltenb ing  
mitsamt ihren Bororten  Aufschluß gibt, und  wir auf  9000. Schöneberg 11 200 , R ixdorf 16 bis 
doch Hier nicht außerhalb  der ganzen zivihssieiten 20 000, Deutsch-Wilmersdorf 9 - 1 0  000 . Selbst 
Welt wohnen, sondern es fü r  die meisten Leute Boxhagen-Riimmelsburg, Gr.-Lichterfelde und 
ziemlich gleichgiliig ist, ob sie diesseits oder jenseits Reinickendorf erscheinen noch m it  Ziffern wie 
der Knrfurstenstraße, ob in W ilm ersdorf  oder Chnr- 4000 . 3000, 2000. M e  ganz G ro ß -B er l in ,  
lotlenbnrg wohnen. M a n  steht doch auf  einem im Umfange der im B er l ine r  Adreßbuch ver­
falschen S tand pu nk t ,  wenn m an n u r  exklusiv sich an zeichneten Ortschaften, wird der F a ssu u g s ra u m  
die W ohnungsaiigaben,Edie,für^Charlo>tenburg allein der neu erstellten W ohnungen auf etwa 125 000  
gelten, hallen will. Personen  geschätzt.
N u n  ist es doch vielleicht von gewissem I n t e r ­ D a s  ist neulich vom H errn  Kollegen Hiisch, ob­
esse, wenn ich I h n e n  mitteilen  kann, daß  nach dem gleich er im Ausschuß nicht opponiert hatte, m ißver­
W ohnungsregister, welches also m einer  M e in u n g  nach standen worden. Ich  habe I h n e »  deshalb das  a u s ­
etwa den 2 4 te n  T e i l  repräsentiert ,  am  12. M ä rz ,  führlich vorgelesen, um  I h n e n  zu zeigen, daß ich 
also vor dem angeblichen Wohnungswechsel 3 582  auch in der Beziehung sicher zu gehen versucht habe.
W ohnungen  angezeigt w aren  m it  12020  Z im m ern , W enn  ich Hier nicht auf die Z ah len  eingegangen 
an  dem 16. A pril ,  also u nm it te lba r  nachdem dieser bin, die H e r r  Kollege Hirsch neulich angeführt  ha t  
Austausch stattgefunden hat, 2 5 1 3  W ohnungen  m it  von den 25  kleinen W ohnungen, so ist das  deshalb 
9 542  Z im m e rn .  N u n  hat  m a n  ja  g e s a g t : ' d a s  ist geschehen, weil d as  nicht ein B ew eis  sü rd ie W o h n u n g s ­
im m er bloß ein Wechsel, die einen wohnen Hier, die n o t  ist, sondern im Gegenteil  ein B ew eis  davon, 
andern  da und  wechseln beide m it  einander, d a s  kann wieviel noch nach dem Wohnungswechsel übrig  ge­
doch keinen Ausschluß darüber  geben, ob die W oh ­ blieben sind, wieviel eben überflüssig gewesen sind, 
nungen  leer standen oder nicht. D a s  ist aber gerade und  das  entspricht ja dem ungefähr, w as  aus  dem 
—  und  deshalb habe ich mich au f  d a s  W o h n u n g s ­ W ohnungsreg is ter  hervorgeht. Ich  habe m ir  die 
register bezogen —  da der F a l l ;  denn da finden S ie  M ü h e  gegeben, nach dem W ohnungsregis ter  zusam m en­
bei vielen W ohnungen  —  gewiß nicht bei allen —  zustellen, w a s  alles ausgeboten wurde in  Neu«
angegeben, ob die W ohnung  sofort zu vermieten  sei, C harlo ttenanrg , w as  un te r  B er l in  W  geht, in  Alt-
d a s  Heißt doch, daß  sie leer stand. N u n  wird  es C harlo ttenburg  und  in Westend und  dabei ha t  sich 
S i e  vielleicht interessieren, zu sehen, wie sich der ergeben, daß Hier am  12. M ä r z  1143 W ohnungen  
Prozentsatz der leerstehenden W ohnungen  bei diesen m it  4764  Z im m e rn  ausgeboten wurden, von denen 
A nnoncen verhält. A m  12. M ä r z  standen von diesen 360  schon leer standen. W enn  es im m er bloß ein 
3 582 W ohnungen  1014 leer. I m  Gegensatz dazu Austausch wäre und weiter nichts, so würde eschoch
finden S i e  a m  16. April  —  wo also alles besetzt auffällig sein, daß  sich a m  16. A pril  die «ache
sein sollte, wenn es sich wirklich um  eine große W oh­ folgendermaßen gestaltet h a t :  da sind 966 W ohnungen  
nun gsn o t  handelte —  nicht wie eben daß  */7 säm t­ m it  4413  Z im m e rn  angeboten und  679  W ohnungen  
licher W ohnungen  leerstanden, sondern daß  von den leer, also fast das  Doppelte  von leerstehenden 
2513  W ohnungen  m it  9 5 42  Z im m e rn  1939, also W ohnungen  vorhanden. U nd wenn S i e  noch weiter 
über 3/« leer standen. S i e  sehen also, daß  die leer­ gehen wollen, da S i e  sich augenblicklich doch meist 
stehenden W ohnungen  bei diesem Überblick zugenommen gerade fü r  die kleinen W ohnungen  interessieren, so 
haben von %  ans S/4. kann ich I h n e n  auch in  dieser Beziehung maßgebende 
N u n  bin ich doch der M e in u n g ,  daß  das  ohne Zahlen  gerade a u s  dem W ohnungsreg is ter  anführen. 
V oreingenom m enheit  einen ganz unparteiischen A n ­ V o n  den kleinen W ohnungen , die ein und  zwei 
haltepunkt gibt. Ich  habe mich deshalb grade Hieran Z im m e r  bloß höchstens haben, sind leer gewesen am 
gehalten, nicht an  die exklusive officiöse C h ar lo t ten ­ 12. M ä r z  122 W ohnungen  und  a m  16. A p r i l  351.
burger Statis t ik . Ich  habe mich aber natürlich da­ Also in jeder Beziehung m uß  m an  wohl zugeben, 
m a ls  auch umgesehen, ob nicht eine S ta t is t ik  fü r  das  daß  der W ohnungs-Überfluß  ein bleibender ist und auch 
ganze G ro ß -B e r l in  von absoluter G e l tu ng  zu haben ein zunehmender sogar, wie er ja nach dem großen 
wäre. I c h  habe mich dann berufen auf  die M i t ­ Häuserkrach 1896 ganz kolossal gewesen ist, wo nach 
teilung. welche die Kaufmannschaft gemacht hat. E s  den M itte i lungen  inneres statistischen A m ts  allein in 
ist m ir  vielleicht erlaubt, wenn der H e r r  Vorsteher Charlo tlenbnrg  4354  W ohnungen  leer gestanden haben. 
nichts dagegen hat, die kurze Notiz a u s  der Zeitung Dementsprechend w aren  natürlich auch die kleinen 
vorzulesen, damit eS nicht wieder Mißverständnisse gibt. W ohnungen stärker vertreten, wie jetzt, wo sich diese 
I n  der Natio iialzeitung fand sich ein klein ge­ Verhältnisse anders  gestaltet haben.
druckter Artikel, der die verdiente Beachtung nicht Ic h  bin also nicht der M einung ,  daß biete A n ­
gefunden hat. W a r u m ? —  weil wahrscheinlich viele fechtung meiner Überzeugung von W ohnungsüberflnß , 
Leute ein Interesse d a ran  haben, daß der W ohnungs-  die ich neulich ausgesprochen habe, richtig ist. kann 
überfluß nicht g ar  zu bekannt wird, Leute, die, wie aber trotzdem empfehlen, die M agis tra lsvorlage  an z u ­
ich, Grundbesitzer sind. D a  heißt es: nehmen.
„D ie  Aussichten des Berliner  W ohnungsm ark tes  H e r r  Hirsch hat dann  noch einige weitere B e ­
sind von den Ältesten der Kaufmannschast von merkungen d a ran  geknüpft —  nicht im Anschluß, aber 
B er l in  zum Gegenstände einer E rm it t lu n g  in wenigstens hier mit der Absicht, die Beschleunigung 
der Hauptstadt selbst und in 31 Vororten  ge­ der E rb a u u n g  dieses Asyls fü r  Obdachlose a ls  
macht morden. D ie  Ergebnisse werden von den wünschenswert darzustellen. E r  hat sich beruren auf 
Attesten in ihrem nunm ehr in Buchform als  den „haltlosen Zustand, die mangelhaften R au m e"  
„Berliner Jah ibnch  für H andel und  Ind us t r ie "  dieser Fam ilienhäuser .  I c h  habe n u n  auch, obgleich 
erscheinenden Jahresbericht veröffentlicht. D a ­ ich die Familie»Häuser früher gekannt habe, wo sie
        
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