lRämmerer Dr. Karding1
Rückwirkung auf . die Wähler Rücksicht zu nehmen, dann
müssen 'wir auch - in Berlin wieder zu gefunden Verhält-
, )
nissen . kommen.
1
--
' (Sehr ichtig ! )
Soviel er die ' Ausgaben ! '
w
.
Bei den E in nahmen steht -im Vordergrund . der
--
Anteil der Stadt an der -Reichteinkommen -
stene r . Seit die städtischen Zuschtüge zur Einkommen-
steuer der Vergangenheit angehören, ist die Stadt auf
diesem - Gebiete Kostgänger des Reiches . Würden . wir
,
nicht vor wenigen Wochen durch die Novelle zum Reicht-
einkommensteuergesetz die Erträge dieser Steuer so außer-
ordentlich beschränkt haben, so tte man die Ueber-
zeugung haben können, daß auch die Anteile der Städte
steigen würden, daß wir vielleicht schon .1921 als Anteil
nach dem Verteilungsmaßstab . mehr hätten erwarten
können als die uns garantierie Mindesteiunahme, die
Einahme von 1919 hlus 35 pCt.
Die Novelle hat diese Hoffnung , jäh zerstört . .Wir
werden für 1921 nicht mehr erhalten, .als wir 1920 zu-
.
gesichert bekommen . haben , und wir werden als Anteil
an - der Reicheeinkommensteuer nur die 904 Millionen
Mark einstellen können, die wir auch im - vorigen Jahre
eingestellt hatten . Es ist uns weiter die , Möglichkeit
.
genommen, aus der Reichdeinkoensteuer. mehr heraus-
.
, .,
.
steuerfreiendurchzuholen Abgabe bau.die
Einkommen . Wäre sie geblieben, so würde es keinem
.
Zweifel unteilegen haben, daß Berlin 1921 diese Steuer-
" ssen, als es ' fürquelle ganz -anders hätte ausnutzen
das letzte Vierteh'ahr 1920 benbsichtigt war. Wir werden
.
uns deshalb bei den Verhandlungen mit dem Reich, das
grundsätzlich anerk mit hat, daß für"' den Ausfall dieser
. nichtmuß,Einnahme werdengewährttschä igung
mit . dem begnügen können, was wir im vorigen Jahre
aus dieser Einnahmequelle gehabt haben, sondern wir
werden verangen müssen, daß uns - mindestens das ge-
zahlt wird, was wir als Mindestentrag in diesem Jahre
.
un d in künftigen Jahren aus dieser Quelle hätten
.
.
schöpfen müssen . Ich glaube, wir hätten beim Fortbe-
stehen dieser alten Bestimmung , aus dieser Gemeinde-
abgabe wesentlich mehr als die 100 Millionen Mark
erzielen können, welche wir als Entschädigung in den
Haushalt eingestellt haben ; die Not unserer . Finanzen
hätte uns gezwungen, hier wesentlich weiter zu gehen,
als es bisher richtig erschien, und in demselben Um-
fange wie andere Groß- und Mittelstädte im Reiche
aus dieser Quelle zu schepfen .
,w . .
Wir . halten es aber für unwahrscheinlich, daß bei
,
den Verhandlungen mit dem Reich ' eine höhere Ent-
.
schädigungssumme' für die Stadt erreicht werden wird
als die 100 Millionen Mark. Die Einstellung einer
.
,
größeren Summe würde uns deshalb d Vorwurf aus-
1
gesetzt haben, daß wir -den Haushalt nur auf dem Papier
.
ins Gleichgewicht gebracht hätten, und wir haben uns
,
darauf - beschränkt; den Betrag " in . der Höhe einzustellen,
wie er uns nach unserer Ueberzeugung allerdings unter
muß .allen . Umständen zufließen
r--
., is Erheblich gefliegen ist in diesem Jahre .auch .
- rStadt an der - Reichtumfassener. Im
,) w, .
übge' her . werden die kleinen indirekten
,. -..-
.
S strg ; je 'wir zum -Teil seit vielen Jahren, kennen,
--
zum Teil erst in . den letzten Monaten eingeführt haben,
zwar ganz mitnehmbare und wertvolle Erträge bringen ,
aber doch : nicht von entscheidendem Einfluß auf das
Gesamtergebnis sein; Sie sehen in dem Haushalts-
.
ent rf, daß die kleinen Steuern, die wir schon immer
hatten, mit 110 Millionen Mark gegenüber 96 im Vor-
.
jahre ein gestellt sind.
--
(Zuruf rechts : Vwaltungskosten ! )
-- io Verwaltungskosten sind veältnismäßig recht ge-
r
rng . - -- Die menen Meinen Steuern 'werden ms rund
49 Millionen 'Mark bringen, während sie in den Not-
haualt des Vorfahres nur mit 4 Millioen Mark be-
werket worden waren . Sie w issen , daß ein l dieser
neuen Sten inzwischen endlich so .weit gefördert worden
ist, daß mit dem Inkrafttreten schon in der . nächsten eit
gerechnet werden kann . Die Wertzuwachssteuer wird
hoffentlich in wenigen Tagen in Kraft treten . - Ich er-
hoffe das Gleicho von d er Ange stelltensten e r, und wir
werden bei den übrigen . Steuern von uns . uns alles tun,
um - uns so rasch wie möglich chre . Erträge Ttmar zu
machen .
. 1 'l 9 .
Im Großen ' betrach tet werden - für die städtischen
Finanzen iterhin neben den Einnahmen aus den Werken
.
doch nur die R ea lsteu er n entscheidende Bedeutung
haben, und da wird es sich . -- darüber kann gegenwärtig
9 1
kein Zweifel sein -- weniger um die ' Grundltener als um
die Gewerbesteuer handeln . Die Grundltener können wir
ist diesem Augenblick -nicht erhöhen ; wir müßten gleich-
zeitig . eine aberinaltge Erhöhung dar Mieten vornehmen .
De einzige Steuer, die uns ' bleibt, ist die .G e w e rb e -
r
steuer , und von der -glaube ich allerdings, daß sie och
seha viel stärken als bish aufgebant werden kann .
r
.
Ich bedaura - lebhaft, ' daß wir nicht schon in diesem
.
Haushalt Ihnen den Entwurf einer b esonderen Ge -
.
meindegewerbesteuer vorlegen können
--
1
.
(sehr uchtig ! rechts)
--
,
).
die anderwärts längst eingebürgert ist und sich bewährt
..
hat, uab die 'uns ellos ' eine echtere Ve ilung
der Lasten und wesentlich höhere Erträge bringen würde.-
--
er die rze Zeit machte es aussichtslos, die e-
werdesteuerordnung so rasch zu fördern" -daß .wir mit
ihrer An dung ..schon für ' das iarfende Rechnungsjah
hätten rechnen können . Der Ent rs rd in den nächsten
. .
--
Wochen - der Stadtverordnetenversammlung zgehen , und
ich hoffe, daß das Jahr -1922 uns dann die rüchte
.
dieser besonderen .Gemeindegewerbesteuerordnung bringen
.
wird. .
.
ür dle Herstellung de Gleichgewichts
im Haushalt haben wir tatsächlich bei den Einnah
..
nur die Erträge aus den - Werken - und dic Verschärfang
der Gewerbesteuer, . und Sie haben aus der schriftlichen
rlage gese, daß der Mag i strat für unbe eid-
1
lich hält, aus den Werken .einen Ertrag von 75 Millionen
Mark, aus der Gewerbesteuer eire Steigerung herauszu-
holen, die ungefähr das 21/e sache des vorfährtgen . (Er-
w w
imges unsmacht.
,
(Hört, hert ! rechts .)
Wenn Sie .auf den aushatt ini ganzen einen Mick
--
en, so werden Sie sehen, daß im r di narium ,
abgesehen von den Nachforderungen ftir . Neukölln, eine
)
Steigerung der Ausgaben von ' rund . 4,3 auf
rund 5 Milliarden eingetreten ist, also um rund 16V2 pCt .
.
In den außerordentlichen .Ausgaben ,
(Ext rdinarium 1 .und 2 ist dagegen eine erhebliche
Ver min derung eingetreten .
.