Stadtverordneten-Verfanunung orr Stadtgenge Beein 18221821
.
itzung auc 73 . . Juni 192L
Kämmerer Dr. Karding1
..
dem Umfange , wie wir es zweifellos .alle gewünscht hätten,
)
Mittel für No tstandsa rbeiten ' einstellen., können .
1--
r
(rt, hö rt ! links.) .
,
Für .Notstandfarbetten sind . größere Beträge nun im
.
Siedlungs - und Wohnungswesen vorgesehen,
w.
und zwar im Extraordinarium .57 Milllanen - Mark.
.
Darin sind die 34 .Millionen - Mark euchalten , die Sie.
.
vor wenigen Wochen bewilligt haben . Für den - Ausbau
des We sth a sen s haben wir, 40 Millionen Mark ein-
gestellt . Das sind im ganzen -nur 107 - Millionen Mark.
.
Leider haben wir nichts , einstellen '
1
können für die Fortsetzung der Arbeiten
r
an der Nord . : Süd .Bahn- Das ist vielleicht ' zur
Zeit" die größte Sorge der städtischen Verwaltung . Es
.
ist undenkbar, daß wir die Arbeiten an der Nord-St
-- . ,
Bahn . einfach. 'einstellen md ruhen lassen oder daß .wir
gar die - Baugruben wieder zuschütten . Es ist aber schlecht-
.
hin ..umnäglich, mit der ' gegenwärtigen' Finanzlrast '- der
Stadt selbst . diese Arbeiten weiterzuführen und fertig-
zusteuer . Der Magistrat ist bemäht, Wege zu suchen, . mn
auf andere Weise inter - Heranziehung fremden ' Kapitals
.
diese Arbeitei . fortführen zu können .
(Hört, hört ! links .
--
, ----
Zch würde mich freuen,e weru es möglich wäre, Ihnen
,, w
bald ' darüber positwe Vorschläge zu machen .
. .
Mit einigen Worten muß ich - noch ein undenes
Kapitel - berühren, an dem mir eigentlich ' nichts Besbn-
,
deres aufgefallen' war-. Es ist das Kapitel der Ver
,.
w al tu ngs kd ste n . Ich bin' dazu- gezwungen durch
,
eine Kritik im ,,berliner Lokal-Anzeiger'', die . bei jedem
Leser Kopfschütteln erregen mußte . Der ritiker des
.
,,lokal-Anzeigers'' - hat die Verwaltungsausgaben' - des
.
Jahres 1914 mit denen von 1921 zusammengestellt und -
.
hat sie auf den Kopf . der Bevölketung davals . und jetzt
..
bezogen . Dagegen ist nichts ' einzuwenden . 'Er- ist ..dann '
--
zu dem ' Ergebnis gekommen, - daß . diese Ausgaben auf
,
den Kopf der Bevölkerung 1914, 1M be gen und- 1921
.. ..
150 M .
1
(Hört, hört ! ' rechtn
...
Er meint dann, entsprechcud der Verschlechterung . 'des .
.--
Geldtoertes würde man . - das Fünfzehnfac ' heute ' .recht-
,
fertigen . können, aber nicht das - .undertfünszigfache,
1
Zwischen .dem Herrn Kritiker dieses Blattes - . und '
r
uns besteht eine Differenz grundsätzlicher - Art . Wir sind
' w--
bisher von der Meinung ausgegangen, ' daß, wenn - man
...
die Zahl 20. durch . 2 teilt, - dann . das Ergebnis 10 ist .
.1
,
Aber der Kritiker des ,,lokal-Anzeigers ' kommt u - dem .
1.
Ergebnis 1 , In dieser Frage werden wir kein Kom-
1w.
promiß ichließen 'können.
(Heiterkeit Zu rufe . s -
.
-- Es ist leider kein Druckfehler ; denn" die Schlussfolge-
rung, daß die Versenerung .das Hundertfün(zigfache aus-
mache, - hat der -Schreiben dieses Aussatzes gezogen .
,
Ich will .mir - diese Beweisführung zuinize machen
--, --
und will Ihnen selbst ' den Vergleich ge , - der .in
diesem Aufsatze g ewünscht .:wird. Vergleichen Sie die
...-
Ausgaben 1914 mit denen von 1921, und -da wiederum
.
Zahlen, die - man miteinander vergleichen -kann ! - Nämlich
nicht den- Bedarf in einem Jähre -mit den Gefamiausgabe
1
. ,
im anderen Jahre , wie es geschehen ist, sondern natürüch
.,
. ,
die famiausgabe mit der Gefarntausgabe oder de
..
28. Sitzg . Stadtv.-Oert.
Bedarf mid dun Bedarf l Vergleichen Sie diesen, dann -'
.
ergibt sich, daß es 1921 auf den Kopf der Bevölk ng
--
130 . M sind gegenüber 10 M im Jahre 1914, so daß
w
also das Fünfzehnsache, das uns zugebilligt wurde, nicht
) .
erreicht, sondern - unterschritten ist.
,. ----
(Heiterkeit . )
--. r
Aber, meine Damen un Herren, trotz dieses rechne-
.w
, risch für die - Verwaltung wertvollen Ergebrisses gebe ich
--
ohne weiteres zu , daß die Verwnitungskosten der Stadt-
gemeinde stärken . als notwendig .migefliegen spd.
.
(Sehr richtig ! rechts . ) '
Ich . sehe es als - eine Aufgabe der nächsten Zukunft m,
,
in diesem Punkte ' abzubauen .
--
,
sbravo !)
.
In wenigen Worten will ich an Stellung ne en
zum Etat der We rke . Ich habe hier schon früher
ausgeführt, . daß die Werke von Groß Berlin finanziell
.
nicht das ' leisten , was Berlin in der gegenwärtigen Ft-
nanzlage von ihnen verlangen mus . Es gibt da sehr
.
merkwürdige Vergleichdzahlen . Wir .hen heute in
r
rr
Deutschland Großstädte, denen . es gelingt , von d Ge
famibedarf, den sie durch Steuern und Erträge der Werke
.
zusammen aufbringen müssen, aus den 'Werken nicht
weniger als ein ..Viertel, in Einzelfällen sogar ein tel
.
.
zu ziehen .' Zum Vergleiche diene Ihnen, daß Groß
rr
Berlin in diesem . Jahre ½o dieses samarss aus
seinen Werken herausholen wird. ' Ich muß auch hier
sagen, daß der heutige 'Zustand bei den städtischen Gas .
w erken , in en ein Kapital von 300 Millionen Mark
nicht nur keinen Ertrag bringt , sondern
--
eine Zubuße von 1- 1 'Millionen ark er -"
.
fordert ,
l
(hört, . hörtt rechts )
, --
) ..
schlechthin unmöglich ist , und daß eine Besse-
rung auf diesem Gebiete unabwerfbar ist, wenn wir über-
haupt . wieder zu gefunden ' wirtscheftlichen Zuständen
. --
kommen llen .
1
,
Was von den Gaswerken lt, gilt mindestens im
1
.
gleichen -. Maße von . der Straß end a hn . Sie sehen -
.
'- in ,.dem Haushaltentwurf, , daß die Straßenbahn zwor
r
nicht, wie im Vorjahre, mit ' einenr Sehetrag voi rund
1
70 Millionen Mark erschein, - sonderst daß Einnahmen'
r .. .
und Ausgaben sich ' ausgleichen, aber . nichd etwa, reil
das Untenehmen innerlich soviel gesünder "geworden wäre,
.
sondern . einfach,. weil - wir ' außerstande . sind.' diesem Unter-
,
nehmen ' jetzt erhebliche Beträge aus 'Anleihemitteln zu '
geben . Die Straßenbahn mu ß deshalb ihren Betrieb
so schte 'cht und ' recht einrichten , . wie es mög-
lich ist, um sich durch diese . finanzielle Not hindu
-- .
.
zuhelfen
-- ,
(Zuruf rechts . )
w
,,
Ich glaube nicht, 'daß - das mit der Sozialisterung
w
irgend etwas zu tun hat .
,
) -- I
(Sehr richtig ! bei der Sozialdeniokratischen Fraktion .
-- - . ,-'1
Wenn andere Städte ihre Straabahnei 'auf - e "g-
licher Höhe halten ' und aus ihren Gaswerken ..eebliche
.
Einnahmen schlpfeu können, dann sehe ich nicht ein, warum
dus in .Groß .Berlin - nicht auch ntöglich sein soll, wenn
--
der gute Wille auf allen -Seiten' vorhanden ' ist .
w
(Lachen rechts . )'
. J,
Wenn man sich - entschließt; - in diesen -Fragen, die '. für
das Leben der Stadt von allergrößter Beutung sind,
nach wirtschafüichen .Gesichtspunkten und - mit . dem - " Ge-
r
fühl ' der Verantwortung zu arbeiten 'null nicht .auf die
--
3 '