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Volume No. 6, 19.02.1914

Full text: Stenographische Berichte über die öffentlichen Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung der Haupt- und Residenzstadt Berlin (Public Domain) Issue41.1914 (Public Domain)

.70 Stabtv.-vers. Sitzung Vorsteher Michelet : Meine Herren, ich muß . doch jedem Redner die Freiheit des Reden s wahren . Ich bitte Ruhe .Uu Stadtverordneter , .Bry : Ich wollte uur ganz kurz ich ''re schon längst fertig , wenn Siebemerkennoch nnch nicht mterbrochen hätten -, daß der Verband für 1 955 Knaben und 1249 Mabchen bereits solche - Lehrstellen besorgt hat . Also ich möchte Sie bitten, die 4000 M für die Zentralstelle für Lehrstellenvermittlung und Berufs. beratung bereit zu stellen . (Bravo ! ) Stadtverordneter Goldschmidt : Meine Herren, ich darf mich sogar sehr kurz fassen . Herr Kollege Bry hat alles wesentliche gesagt, was ich auch zu sagen gehabt hätte . Nur will ich feststellen , daß ich derjenige war, der im Ausschnß den Antrag auf Erhöhung auf 4000 M gestellt l) atte . Damit bin .ich aber . im Ausschnß nicht durchge- kommen . Jetzt scheint ja erfreuliche Uebereinstinnnung über die - Erhöhnng auf 4 M zu herrscheu. rüber bin ich erfreut uud will nur noch erktären, daß auch meine Fraktion einstimmig beschlossen hat , für 4000 M zu stimmen . . Unruhe . )(Bravo ! Vorsteher Michelet : Meine Herren, ich muß drin- gend um Ruha ditten ; es kommen noch andere Redner . Sie müssen noch Nachsicln üben. Stadtverordneter Vruns : Meine Freunde, die im Ausschuß waren , haben erklärt, daß die Begründung für die Erhöhnng in dem Ausschuß nicht überzeugend war. Aber nach der Rede des Horrn Kollegen Bry, die so ein- . drucksvoll gewesen ist, (!) werden wir für die Erhöhung auf 4 M stimmen . (Beifalt und Heitermt . ) . Vorsteher Michelet : Meine Herren, ich denke, daß wir über die einzelnen Positionen noch nicht abstimmen , sondern die Abstimmung nachher zusammenfassen. (Zustimmung. ) Es ist noch en Herr zu Position 41 zum Wort gemeldet . -- Nachher werde ich die Anträge verlesen, die inzwischen hier eingereicht sind. Stadtverordneter Pfaunkuch : Nach den Verhand- luugen im Ausschuß siud meine Freunde ja die einzigen, die gegen diese Position ftimmen . (Sehr richtig ! ) -- Das ist nicht "sehr richtig'' ; denn ich will Sie daran erinnern, Herr Kollege Mommseu , daß der Vertreter Ihrer Fraktion im Ausschuß wenigstens iusoweit eine Konzession für unsere Anficht und unsere Ablehnunggrüde machte, als rr erklärte, auch Ihrer Fraktion hätten sich sehr schwere Bedenken aufgedrängt , und zwar insolge der Leitsätze, die der Berein der liner Turnlehrer im Dezember vorigen Jahres veröffentlicht hat . Ich versage mir, die Leitsätze jetzt vorzulesen ; aber Herr Kollege Feiedoerg erklärte , die Fraktion habe sich schließlich , wenn auch mit sehr schwerem Herzen , entschlossen, der Vorlage znzustimmen. Wir wollen Ihr Herz nicht erleichtern ; bleiben Sie mit schwerem Herzen bei der Vorlage ! .Für uns bleiben die ünde, die ich in der früheren Sitzung als Ablehiungsgrüide angeführt habe, auch fernerhin bistehen ; wir können für die Vorlage aus den dunals angegebenen Gründen nicht stimmen . Ich will die ünde heute Abend, da Sie doch ' schon ein bißchen. aufgeregl find, (Heiterkeit ) nicht wiederholen, .um Sie nicht in Ihren ' Gefschlen noch weiter in Rage zu bringen. Wir lehnen die Vorlage ab . ) . . Vorsteher Michelet : Meine H en, es liegen noch Anträge vor, die wir jetzt erst werden . besprechen können. 1 Zu Pofüion 6 liegt der Antrag vor : Wir beantragen, die Snnune von 4 M auf 6 M zu erhöhen. May, hlmann, Fröhlich usw.i . Zu Pofüion 10 : . Zu 10, Verein für Volkskindergärten, beautragen wir, am 19. Februar 1914 . die Sunnne von 24 000 ./ aus 28 M zu - erhöhen . Rosenow und Map . Stadtverordneter May : Meine Herren, meine Freunde bitten Sie, dem Antrage, den der Berliner Kinder- schutzveren gestellt hm , die Zuwendung von 4000 M aus t)0 M zu erhöhen, zuzustimmen und die Position 6 entsprechend zu erhdhen . Der Magisteat hat die Summe auf 4000 .M getürzt . Die Nützlichkett und Wohltätig- t des Vereins ist wohi allen bekanut . Die Arnen- direktion ud ' die Waisendevntation erkeunen die Dätig - seit des Vereins als schätzenswert an. Es wurde entgegnet , daß der Verein noch ein Vernrtige von 120 0l)0 M besitzt , -- das erst aufgeze werden sotlte ; aber man muß doch bedenken, daß in diesen 1 20 0(w M zum größten Teil Stiftungsgelder enthalten sind, die uicht aufgebraucht wer- den dürfen . Ich möchte also den Antrag stellen, di Summe von 6i)(il ) M als n otweudig einzustellen . Stadtverordneter Roseuow : Meine Herren , de Verein für Volkskindergärteu hat kürzlich hier - im Rathase sein sünfzigjähriges Bestehen - geseiert, und es hat mit eine gewissen Wehmut festgestellt werden mäfsen , daß mangele von Mitteln nicht ausreichend für die vorschulpslichtigc Jugend gesorgt werden kann . Wir sind bisher nur in der Lage gewesen , 9 Volkskindergärten für je 60 nde zu etablieren . Das Bedürfnis aber steigt von Tag zu Tag und nnsere Volkskindergärten kommen diesem Bedürfnie auch nach , indem sie Mittel zur Verfügung stellen . Abe der Verein hat nicht die Mittel, mm die Volkskindergärten zu betr ei b eu. Es ist ja nur zu natürlich , daß de Kreis derer , die freiwillige Beiträge leisten, nicht größe wird mit der Aufgabe, die gestellt wird ; naturgemäß geh er immer oeiter zurück . Wir hatten daher gebeten , da wi Not leiden , uus bei den Kindergärten 28 M zu be willigen . Ich biu zweiter Vorsitzender des Vereins red aber selbstverständlich nicht pro domo und kann mit : teileu, daß wir jetzt den zehnten Kindergarten zu eröffne haben , nach dem der neunte a tempo geflltlt war. Wem einer erösfnet ist, ist er ' auch schon überfüllt . (seha richtig ! ) r Wir bitten also angesichts der Tatsache, daß wir wiede einen Volkskindergarten eröfsnen wollen md gern die Arbei anf uns nehmei nnd neue Mittel bereit stellen wollen uns bei 10 Volkslindergärten den Vetrag von 28 000 , jetzt zu bervilligen, den wir bei 9 schou dringend bedurf hätten . Die heutigen Abendzeitungen bringen zufällig di Summen, die andere Gemeinden für Volkskindergärten anf wenden ; sie sinb gar nicht in Vergleich zu stellen, mit dem jenigen, was wir aufwenden . Sollte die Stadt einmal ge zoungen sein , die Volkskindergärten zu übernehmen, dam wird sie wohl auch den Betrag aufzuwelden . habeu , de jetzt anderweit gegeben wird . Ich bitte Sie also , den MAntrage zuzustimmen ud die .Position 10 auf 28 . zu ' erhöhen . Vorsteher Michelct : Es liegen zu dem Referat, da- wir bisher gehört habeu, keine Wortmeldungen mehr vo Ich werde uun über die Positionen abstimmen lassen, z denen Awräge vorliegen, deren Enrpfehlung wir eben gehör haben, und sodann über die übrigen Positionen gemeitsau die in dem Ansschußantrage zu I, Seite 200 und 201 de Protokolls, enthalten sind . (Die Versammlung bcschließt nach dem Ausschußan trage zu I mit der Maßgabe, daß gemäß den Anträge der Stadtverordneten May md Bry einzustellen sind : 6000 M,in Position 6 400033 . ) Verichterstatter Stadtverordueter Liebenow Zu den sub II auigeführten Positionen ist folgendes zu b merken . Zu Position 11 , Zuschuß für den Hauptverei Kinderhort zu Berlin, sind vom Magisteat 24 000 M b< antragt worden . Im Ausschuß ist dieser Betrag auf 27 00 Mark erhöht worden . Die Verhältnisse des Klnderhort wurden im Ausschuß eingehend dargelegt ; der Ausschu hat sie eingehend geprüft und gefunden, daß eine Erhöhun um 3 M wohl am Platze sti . 1 Ich möchte hier gleich die sub Ill aufgeführte Pc ,sition 13 besprechen, bei welcher ein Zuschuß von 3 für deu Verein ' für Kindervolksküchen und Volkskinderhorl
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