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Volume No. 9, 12.03.1914

Full text: Stenographische Berichte über die öffentlichen Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung der Haupt- und Residenzstadt Berlin (Public Domain) Issue41.1914 (Public Domain)

Stadtv.-vers. Sin Stadtverordncter Manasse : Meine Herren , de Ban cr neuen Küche ist durchans nichts Kostspieliges ; die n nötigen Räme ' sind da . Die gesamte Ansgabe br- gt 14 0( n) , . Der Vertreter der Zentrale Buch hal selbe im Magistrat sehr warm dafür plädiert . (Hört, hört ! ) ) möchte dem Herrn Kollegen Ulrich sagen, daß doch Unterschied ist , ob iu der Irrenanstalt die Leute esseu, zum Tcil mit, aber zum Teil auch mit recht ge- nälerter Vermmft die Speisen verzehren , oder ob die schmädchen , die den ganzen Tag schver arbeiten, die er kompakteren Nahrung bedürfen, Speiseu bekommen, den weiten Weg von der Irrenaustalt bis zur Zen- le Buch znrüctlegen müssen . 'Sehr wahr ! ) ; r tollege Ulrich, e ist doch ein Unterschied : wenn für e kleine Auzahl von Mädchrn gekocht wird, ' könuen ezialwünsche erfüllt werdeu , während die große Irren- talt , die für Tausende zn sorgen hat , Lieblingsgerichte t zubereiten kann . Ich erinnere dclran, daß in der trale Buch svgar einmal ein Eßstreik geherrscht hat, nnd war nach gewissenhafter Information eine sehr gerecht- igte Rebellion . Zurufe . Ich glabe, sogar die Suppe im Asyl schmeckt einem , m man sie nur vorübergehend ißt . Wenn man alle ge Kuchen ißt, ist Kommißbrot mit weißem Käse eine . ikatesse ; Sie essen es wahrscheinlich nicht alle Tage . Der Bau einer neuen Kochküche ist keine Belastung den Etat ; er wird gerade eine Ersparung, Herr Käm- ler , Also wenu der Antrag im Magistrat wieder ein- racht wird, bringen Sie ihn dort durch ! gsänunerer Vöß : Ich kann ganz kurz die Aus- rungen des Herrn Stadtverordneten Ulrich bestätigen . ' ist die Auffassung , die im Magistrat mit großer hrheit vertreten worden ist . Meine Herren, eine Ur- e für die augeblich schlechte Qualität des lsens soll , daß eine doch recht geringe Entferuung für den Trans- t der Spersen zurückgelegt wird . In anderen Kranken- sern werden erheblich größere Entfernungen bei dem insport von der Küche zu den einzelnen Pavillons zu- gelegt, und doch kommen die Speisen in ganz gnter : fassung an, wo sie verzehrt werden sollen und verzehrt den , Es ist in Buch durch wiederholte Proben fest- ellt wordeu, daß das Essen gut ist . In einzelnen .'len kaun es vorkommen, wie überall, daß es nicht n Anforderungen entspricht ; da muß man ebeu den zelfall verfolgen und für Abhilfe sorgen . Aber so . t es nicht, daß man Ersparnisse durch die Errichtung r besondern Kochküche erzielen kann . Nicht 'nur die Aus- ung kommt in Frage, sondern auch der besondere Be- d ; der dovpelte Betrieb macht ganz erhebliche Mehr- trr (Sehr richtig ! ) glaube nicht, daß der Magistrat seine Stelluug in dieser ge äudern wird, weil er eben überzeugt ist, daß hier lich richtig und gweckmäßig verfahren ist . Stadtverordneter Hoffmann : Es handelt sich doch t darum, daß hin und wieder mal eine Probe des Essens findet, eine Kostprobe enommen wird . Das machen wir Arbeitshaus n nd Ob ach sehr oft . Es ist doch etwas eres, wenn Mädchen, die tüchtig arbeiten, ständig davon ihrt werden sollen . Auch die Kostenfrage darf keine Rolle len. Die Beschwerden, die immer und immer wieder - en und von dem Leiter der Anstalt befürwortet werden , en doch wohl, daß es ' richtig ist , was hier gesagt wird . llte man sich ein Urteil bilden, dann wäre es richtig , der r Kämmerer würde einmal einen Monat die Kost da ßen genießen und uns dann Bescheid sagen. (Sehr richtig ! ) 133 arn 12 . März 1914. Stadtverordueter Manasse : Das ist ja gerade der haultsächlichste Vorwurs, den man deru Virchowkranken- diehaus (tfernungen von dermacht, daß Küche bis zu den Krankenpavillons so aveit sicd . Die Klagen werden auch , ) wiederkehren . Es haabelt fich auch - nichtIiumer Um em 1 1 nur wurde ebenpaar M ädchen zngerufen ; 4 neln, handelt 42 .es FürDmsich Umdie zehnfache Zah(, 42 Personen lohnt wohl eine Extraküche. -Das Geschirr l, kann in - der Anstalt m vel beqnemerer Weise abgewaschen werden. Es ist genau . geprüft worden im Kuratorinm der Zentrale , es ist ansgerechnet worden , daß nicht nur die Ver- zinsung der 14 0lw M gespart wird, sondern weit mehr. Zum Schluß kommt noch ein Wichtiges hinzu die Mabchen werden mit rößerer Lust und Liebe arbeiten, weil sie die Be- friedigung eses gerechtfertigten Wunsches genießen dürfen . (sehr richtig ! ) (Die Versammlung setzt den Etat Kapitel VI Abteilung 8 nach den Anträgen des Ausschusses fest . ) Verichterstatter Stadtverordneter Dr. Landau : Kapitel VI Abteilung 9. Rett ungswesen . Der Etat ist ohne Debatte angenommen . Die Einnahme beträgt 162 100 M , die Ausgabe 381330 M ; der Bedarf 219230 M . (Die Versammlung beschließt demgemäß. ) Kapitel W Abteilung 10 . Wohnungsamt . Dasselbe gilt auch hier . Der Etat wurde en bloc ohne Debatte angenommeu . Die Summe der Ausgaben betrbgt 104 510 M . Einnahmen sind nicht zu erwarten . (Die Versammlung beschließt demgemäß . Vorsteher Michelet : Meine Herren, jetzt möchte ich Ihnen vorschlagen, nur noch die Punkte 6 und 7 der Tages- ordnung zu erledigen und Beschluß über die vakant ge- wordenen Stellen zu fassen, damit wir doch noch etwas von der Tagesordnung erledigen ; dann wollen wir Schluß machen . (Zustimmung . / Wir kommen also jetzt zum sechsten Gegenstand der Tagesordnung : Veschlußfassung über die Besetznng der durch den Tod des Stadtverordneten Nelke freigewordenen Stellen a) in der Finanzdepntation , , b) in dem Kuratorium der F. und C. Liebermann- stiftung . .'Die Versammlung wichlt zu a den Stadtverordneten Loeser, zu b den Stadtverordneten Galland . ) Siebenter Gegenstand der Tagesordnung - Beschlußfassung über die Besetzung der durch das Ausscheiden des Stadtverordneten Reimann frei- gewordenen Stellen a) in der Direktion des Mär schen Provinzial- museums, b) in dem Kuratorium für die Stadtbibliothek md die städtischen Volksbibliotheken und Lesehallen, c) in dem Knratorium für das Turn - nnd Bade- wesen , a) in der Verkehrsdeputation. '.Die Versammlung wählt zu a den Stadtverordneteu Dr . Levv I , zu d den Stadtverordneten Schulze, zu .c den Stadtverordneten Gronetvaldt, zu d den Stadtver- ordneten Sökeland. ' Das Protokoll der heuti en Sitzung werden die Kol- legen Einwaldt, Heinze und ömssen am Sonnabend Vor- mittag um 11 Uhr zu unterzeichnen ersucht . Ich schließe die Sitzung . (Schluß der Sitzung 9 Uhr 40 Minuten . )
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