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Volume No 4, 28.01.1875

Full text : Stenographische Berichte über die öffentlichen Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung der Haupt- und Residenzstadt Berlin (Public Domain) Ausgabe 2.1875 (Public Domain)

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deputation,  in  der  Deputation  für  Ausschmückung  des  neuen  Rathhauses 172
  und  in  der  Deputation  für  Staftitik.  Ich  werde  diese  Wahlen
auf  die  nächste  Tagesordnung  setzen,  so  daß  sie  in  der  nächsten
Sitzung  ausgeführt  werden  können.
Ferner  sind  zwei  Exemplare  der  Deutschen  Gemeinde-Zeitung
  vakant  geworden,  nämlich  durch  das  Ausscheiden  der
Hrn.  Gneist  und  Kuhtz,  welche  ein  solches  Exemplar  bezogen  haben.
Ich  bitte,  daß  die  Herren,  die  daraus  reflektiren,  sich  bei  der  Kontrole
  melden.  8  Exemplare,  glaube  ich,  haben  wir  im  Ganzen.
Zn  der  letzten  Sitzung  ist  die  Wahl  der  Mitglieder  der  Kommission 172
  zur  Einschätzung  der  juristischen  Personen  vorgenommen, 172
  es  hat  aber  das  Resultat  nicht  sofort  ermittelt  werden
können;  die  Deputation  ist  deshalb  beauftragt  worden,  das  Resultat
festzustellen,  welches  dann  in  der  heutigen  Sitzung  verkündigt  werden 172
  sollte.  Es  sind  56  Stimmzettel  abgegeben,  von  denen  6  ungültig 172
  waren,  so  daß  die  absolute  Majorität  26  beträgt.
Es  haben  Stimmen  erhalten  die  Herren:  Kommerzienrath  Arendt
48,  Kommerzienrath  Ebeling  48,  Banquier  Mendelssohn  45,  Banquier 172
  Simonsohn  43,  Geh.  Rath  a.  D.  Willens  43,  Banquier
Hardt  42,  Banquier  Heisst  38,  Kommerzienrath  Wollheim  38,  Kommerzienrath 172
  Vollgold  33,  Generalkonsul  Behrend  33,  Banquier
ertel  30,  Banquier  Schüler  30,  Banquier  Meyer  28,  Banquier
chwarz  28,  Banquier  Plaut  26.
Außerdem  haben  Stimmen  erhalten  die  Herren:  Banquier  I.
Bleichröder  25,  Banquier  Loewenstein  25,  Banquier  Behrend  23,
Fabrikbesitzer  L.  Liebermann  21,  Dr.  Horwitz  20,  Konsul  Müller  18,
Kommerzienrath  Schwabach  18,  Banquier  Güterbock  13,  Makler
Stettiner  10,  Stadtrath  A.  Wolfs  6,  Stadtrath  Magnus  3.
Die  erstgenannten  15  Personen  sind  also  gewählt.
M.  H.!  Dann  wollte  ich  mir  noch  eine  Bemerkung  in  Beziehung 172
  auf  die  Berichterstattung  der  Deputation  gestatten,  welche
Sie  zur  Berathung  der  Geschäftsordnung  eingesetzt  haben.  Diese
Deputation  sollte  m  14  Tagen  Bericht  erstatten.  Das  ist  heute.  Es
ist  nun  durch  ein  Versehen  unterlassen  worden,  das  auf  die  Tagesordnung 172
  zu  setzen.  Die  Sache  hat  aber  nur  eine  formelle  Bedeutung, 172
  denn  materiell  kann  heute  der  Bericht  noch  nicht  erstattet  werden, 172
  weil  die  Kommission  mit  ihren  Arbeiten  noch  nicht  fertig  ist.
Wir  gehen  nun  zur  Tagesordnung  über.
Ich  bitte  Herrn  Kollegen  Romstaedt  zu  reseriren.

1.  Mittheilung  des  Magistrats  in  Bezug  auf  eine  Vermehrung 172
  der  Turnstunden  bei  der  Vttztoriaschule.
Vorl.  34.
Ref.  Stadtv.  Romstadt:  M.  H.!  Sie  haben  am  26.  März
v.  Z.  dem  Magistratsantrage  zugestimmt,  daß  der  Turnunterricht  bei
der  Viktoriaschule  im  Sommersemester  erweitert  werde.  Es  wurden
12  neue  Turnstunden  eingerichtet,  welche  unter  spezieller  Leitung  und
Beaufsichtigung  des  städtischen  Oberturnwarts  Dr.  Angerstein  ertheilt
wurden.  Sie  bewilligten  dazu  die  Kosten,  jedoch  nur  auf  ein  Jahr
und  ersuchten  gleichzeitig  den  Magistrat,  nach  Ablauf  des  Semesters
der  Stadtverordnetenversammlung  über  das  Resultat  der  Erweiterung 172
  des  Turnunterrichts  in  der  Viktoriaschule  Nachricht  zukommen
zu  lassen.
Der  Magistrat  kommt  diesem  Ersuchen  nach  und  theilt  uns  den
Bericht  des  Direktor  Dr.  Haarbrücker  mit,  wonach  das  erweiterte
Turnen  von  ungemeinem  Vortheil  gewesen  ist.  Es  wird  darin  gesagt, 172
  daß  nicht  nur  in  den  höheren  Klassen,  sondern  sogar  die  kleinst 172
  en  Schüler  bestrebt  und  bemüht  gewesen  sind,  den  größeren,  soweit 172
  es  eben  ihre  Körperkräfte  gestatten,  nachzukommen.  Bezüglich
der  höheren  Klassen  hat  sich  in  Folge  dieser  neuen  Einrichtung  bei
den  Schülern  eine  außerordentliche  Präzision  gezeigt  und  es  wird
nunmehr  beantragt,  daß  auch  für  das  nächste  Jahr  dieser  Turnunterricht 172
  in  der  bisherigen  erweiterten  Weise  fortgesetzt  werde.  Im
Etat  ist  auch  bereits  die'  erforderliche  Summe,  wie  sie  im  vorigen
Jahre  bewilligt  war,  vorgesehen.
Der  Magistrat  giebt'  uns  von  dem  Bericht  Kenntniß  und  sagt,
daß  die  Einrichtung  als  solche  sich  sehr  zweckmäßig  erwiesen  habe
und  daß  die  Kosten  im  Etat  bereits  vorgesehen  sind.  Es  geht  hieraus
hervor,  daß  wir,  oblgleich  es  nicht  direkt  ausgesprochen  ist,  unsere
Zustimmung  nicht  zu  ertheilen  brauchen.  Der  Magistrat  scheint
unseren  Zusatz  damals  nicht  recht  aufgefaßt  zu  haben,  er  scheint  von
der  Ansicht  auszugehen,  daß  er  uns  dies  nur  zur  Kenntniß  mitzutheilen 172
  brauche.  Ich  bin  jedoch  der  Meinung,  daß  wir,  da  wir  die
Bewilligung  nur  auf  ein  Jahr  ausgesprochen  haben,  auch  jetzt  unsere
Bewilligung  aussprechen  müssen,  die  ich  hiermit  beantrage.
Die  Stadtverordnetenversammlung  hatte  damals  noch  beschlossen: 172

Zugleich  ersucht  die  Versammlung  bei  dieser  Gelegenheit
den  Magistrat,  ihr  in  möglichst  kürzester  Frist  eine  Vorlage
wegen  Einführung  des  Turnunterrichts  bei  der  Luisenschule
zu  machen.
M.  H.!  Bei  dieser  Schule  ist  überhaupt  noch  kein  Turnunterricht 172
  eingerichtet.  Ich  möchte  mir  erlauben,  Sie  zu  ersuchen,  daß
wir  den  Magistrat  an  diesen  Beschluß  erinnern  und  ihn  auffordern.

uns  schleunigst  hierüber  eine  Antwort  zukommen  zu  lassen.  Es  wurde
damals  allerdings  hervorgehoben,  daß  es  unter  dem  jetzigen  Direktor
sehr  schwer  sein  würde,  dort  Turnunterricht'  einzurichten,  weil  derselbe 172
  dem  Turnen  überhaupt  nicht  sehr  gewogen  ist.  Indessen  wurde
ausdrücklich  gesagt  und  ich  erinnere  mich,  daß  der  Herr  Stadtschulrat!) 172
  Hofmann  dem  zustimmte,  daß  wir  von  seiner  Energie  wohl  erwarten 172
  dürften,  daß  er  das  durchsetze,  was  für  eine  Schule  als  zweckmäßig 172
  erachtet  werden  müsse.
Ich  möchte  also  beantragen,  daß  wir  dem  zustimmen,  daß  der
Turnunterricht  in  der  bisherigen  Weise  wie  im  vorigen  Sommersemester 172
  auch  in  diesem  Jahr  fortgeführt  werde,  daß  wir  gleichzeitig
aber  den  Magistrat  an  unseren  Beschluß  vom  26.  März  v.  I.  in
Bezug  auf  die  Luisenschule  erinnern  und  ihn  um  eine  schleunige
Vorlage  darüber  ersuchen.
Stadtv.  Kochhann:  M.  H.!  Ich  möchte  bitten,  die  Genehmigung 172
  nicht  blos  für  dies  Jahr,  sondern  fortan  weiter  zu  ertheilen,
da  der  Turnunterricht  nicht  anders  ordnungsmäßig  weiter  geleitet
werden  kann;  ich  glaube,  daß  das  System  ein  dauerndes  sein  muß.
Ref.  Stadtv.  Nomstädt:  Ich  habe  gegen  diesen  Antrag  nichts.
Ich  hatte  nur  Bedenke»  wegen  des  Dr.  Angerstein,  ob  der  sich  für
die  Dauer  dazu  hergeben  würde.  Ich  glaube  wohl,  daß  er  sich  der
Aufgabe  weiter  unterziehen  wird  und  habe  also  gegen  diesen  Zusatz
nichts.
(Der  Antrag  des  Referenten  wird  mit  dem  Amendement  des  Stadtverordneten 172
  Kochhann  angenommen.)

2.  Mittheilung  des  Magistrats  in  Betreff  der  Separatausgabe 172
  des  Berichts  des  Baumeisters  Hennicke  über
Markthallen.  (Vorl.  30.)
Ref.  Stadtv.  Bertheim  (für  den  ausgeschiedenen  Stadtverordneten 172
  Wedding):  Unter  Nr.  30  der  Vorlagen  ist  eine  Mittheilung 172
  des  Magistrats  in  Betreff  der  Separatausgabe  des  Berichts  des
Baumeisters  Hennicke  über  die  Markthallen  enthalten.  In  Folge
mehrfacher  Erinnerung  sowohl  seitens  der  Versammlung  als  des
Vorstandes  theilt  der  Magistrat  mit,  daß  nunmehr  Mitte  Februar
mit  Bestimmtheit  dieser  Bericht  zu  erwarten  fern  wird.  Es  ist  das
nur  zur  Kenntnißnahme.
(Die  Versammlung  nimmt  Kenntniß.)

ß.  Vorlage  wegen  Ausführung  von  Erweiterungsbauten 172
  u  f.  w.  bei  den  städtischen  Gasanstalten.  (Vorl.  28.)
Ref.  Stadtv.  Bertheim:  Ferner  sind  zwei  Anträge  des  Magistrats 172
  unter  Nr.  28  und  29  in  Bezug  auf  die  städtischen  Gaswerke
eingegangen.
Die  Nr.  28  betrifft  die  Bewilligung  der  Kosten  zu  den  Erweiterungsbauten 172
  im  Jahre  1875.  Nachträglich  finden  Sie  noch  zu  der
Vorlage  28  den  Bericht  des  Kuratoriums  vom  30.  November  v.  I.,
worin  diese  Erweiterungsbauten  ausführlich  motivirt  sind.  Derselbe
nimmt  Bezug  auf  einen  früheren  Bericht  vom  11.  Februar  1874,
der  der  geehrten  Versammlung  bereits  im  vorigen  Jahre  zur  Beschlußnahme 172
  vorgelegen  hat  und  in  welchem  die  sämmtlichen  Erweiterungsbauten, 172
  welche  nothwendig  sein  würden  für  die  Jahre  1874
bis  1878,  dargelegt  werden  Mit  dem  Beschluß  vom  1.  April  v.  I.
hat  die  geehrte  Versammlung  im  Allgemeinen  diese  Erweiterungsbauten 172
  für  die  vier  Jahre  bewilligt  und  auch  die  Kosten  für  das
Jahr  1874  durch  den  Beschluß  vom  Mai  vorigen  Jahres  bewilligt.
Jetzt  handelt  es  sich,  um  die  Kosten  für  die  Erweiterungsbauten
für  das  Jahr  1875.  In  dem  Bericht  des  Gaskuratoriums  vom
30.  November  v.  I.  ist  ausführlich  dargelegt,  daß  die  Erweiterungsbauten 172
  nothwendig  werden,  um  den  Maximalverbrauch  des  höchsten
Tages,  also  der  Dezembertage,  bestreiten  zu  können.  Es  ist  dargelegt 172
  worden,  daß  eine  Fabrikation  von  33  l,000  Kubikmeter  erforderlich 172
  sein  würde,  während  bisher  nur  303,000  Kubikmeter  erforderlich
waren.  Es  war  die  Frage,  ob  die  Nothwendigkeit  überhaupt  vorhanden 172
  sei,  und  die  mußte  zugegeben  werden,  weil  gegen  das  vergangene 172
  Jahr  eine  Zunahme  von  ungefähr  10  Prozent  vorhanden
sei.  Gegen  diese  Vergrößerung  war  also  nichts  einzuwenden.  Dieselbe 172
  wurde  für  nothwendig  gehalten,  wenn  auch  nur,  wie  erforderlich 172
  wäre,  um  den  Verbrauch  weniger  Wochen,  vielleicht  nur  weniger
Tage  befriedigen  zu  können,  da  der  Verbrauch  in  den  Dezembertagen
ungefähr  doppelt  so  stark  ist  als  der  Durchschnitt  des  Jahres  und
fünfmal  so  stark  als  der  Verbrauch  der  Sommermonate.  Immerhin
aber  ist  es  nicht  möglich,  diesen  Verbrauch  für  wenige  Tage  in  anderer 172
  Weise  befriedigen  zu  können  als  durch  diese  Vergrößerung  der
Fabrikation.
Sie  finden  nun  in  der  Darstellung  genau  angeführt,  für  welche
Anstalten  dieser  Bedarf  erforderlich  ist.  Da  scheiden  eigentlich  zwei
der  älteren  Anstalten  aus,  nämlich  die  in  der  Müllerstraße  und  die
am  Stralauerplatz,  wo  es  sich  eigentlich  nur  um  Reparaturen  und
kleine  Ergänzungen  handelt,  die  möglicherweise  auch  aus  dem  laufenden 172
  Reparaturfonds  zu  bestreiten  sein  möchten  und  gegen  die
            
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