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Full text: Ökologische Untersuchungen zum Bebauungsplan 7-21 im Bezirk Tempelhof-Schöneberg von Berlin

Ökologische Untersuchungen zum Bebauungsplan 7-21
im Bezirk Tempelhof-Schöneberg von Berlin

Auftraggeber:
Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin
Abteilung Bauwesen
Amt für Planen, Genehmigen und Denkmalschutz
Tempelhofer Damm 165
10820 Berlin

Bearbeitung:

Planungsgruppe Landschaftsentwicklung
Pohlstraße 58
10785 Berlin
Fauna:
Büro Alnus
Linge & Hoffmann
Lehrter Straße 8
10557 Berlin

Dezember 2007

Ökologische Untersuchungen zum Bebauungsplan 7-21
im Bezirk Tempelhof-Schöneberg von Berlin

Seite 2

INHALTSVERZEICHNIS
Seite

1.

ANLASS UND AUFGABENSTELLUNG .....................................................3

2.

LAGE DES PLANGEBIETES ....................................................................4

3.

BIOTOPTYPEN .........................................................................................6

4.

FLORA ....................................................................................................18

5.
5.1
5.2
5.3
5.4
5.5

FAUNISTISCHE ERFASSUNGEN ...........................................................23
Vögel .......................................................................................................23
Reptilien ...................................................................................................25
Wildbienen ...............................................................................................27
Laufkäfer ..................................................................................................33
Heuschrecken ..........................................................................................39

6.

GESAMTBEWERTUNG ..........................................................................43
Literatur- und Quellenverzeichnis .............................................................45

TABELLENVERZEICHNIS
Tab. 1:
Tab. 2:
Tab. 3:
Tab. 4:
Tab. 5:
Tab. 6:

Biotoptypen ................................................................................................6
Florenliste ................................................................................................18
Vögel im Geltungsbereich ........................................................................24
Bienen im Geltungsbereich ......................................................................30
Laufkäfer im Geltungsbereich ..................................................................35
Heuschrecken im Geltungsbereich ..........................................................41

KARTEN
Karte 1:
Karte 2:

Brutvögel, Rote-Liste-Arten der Bienen und Heuschrecken
sowie besondere Laufkäfer im Untersuchungsgebiet
Biotoptypen

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1.

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ANLASS UND AUFGABENSTELLUNG

Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin hat mit Datum vom 13.03.2007 die
Aufstellung des Bebauungsplanes 7-21 beschlossen. Das B-Plangebiet umfasst im wesentlichen die historischen Bahnflächen des sogenannten Flaschenhalses zwischen den
Yorckbrücken im Norden und der Monumentenbrücke im Süden.
Der Großteil des Geländes wird seit Anfang bis Mitte der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts, d.h. seit ca. 40 Jahren nicht mehr genutzt (mdl. Auskunft von Herrn Buttkau,
Bahn AG). Lediglich im Osten des Geltungsbereiches unterhält das Deutsche Technikmuseum eine Museumstrasse, die das Museumsgelände an der Trebbiner Straße mit
dem Lokschuppen südlich der Monumentenstraße verbindet.
Entsprechend § 1 (6) BauGB sind bei der Aufstellung der Bauleitpläne insbesondere auch
die Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen sowie die biologische Vielfalt zu berücksichtigen. Darüber hinaus sind im Rahmen des Verfahrens die artenschutzrechtlichen
Belange gem. § 42 BNatSchG einzustellen.
Als Grundlage für die Umweltprüfung hat das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von
Berlin das Büro planland mit dem vorliegenden Gutachten zur floristischen und faunistischen Bestandsermittlung beauftragt.
Zur Charakterisierung der Lebensräume von Flora und Fauna wurden die Biotoptypen
durch eine terrestrische Kartierung erfasst. Die Einordnung der Biotoptypen erfolgte entsprechend der Berliner Biotoptypenliste (KÖSTLER ET AL. 2005). Die Kartierung wurde im
Juni 2007 durchgeführt. Zusätzlich wurden als Grundlage für die Bewertung des Artenpotentials floristische und faunistische Erhebungen durchgeführt. Faunistische Untersuchungen erfolgten zu den Artengruppen der Vögel, Reptilen, Wildbienen, Laufkäfer und
der Heuschrecken.

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2.

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LAGE DES PLANGEBIETES

Das Planungsgebiet befindet sich im Bezirk Tempelhof-Schöneberg von Berlin im Ortsteil
Schöneberg. Das Gebiet wird im Norden durch die Bezirksgrenze an der Yorckstraße, im
Westen durch die Nord-Süd-Bahntrasse im Süden durch die Monumentenstrasse begrenzt. Im Osten bildet die angrenzende Bebauung die Geltungsbereichsgrenze. Die
Größe des Geltungsbereichs beträgt 5,7 ha.
Die Abgrenzung des Geltungsbereichs ist der Abb. 1 zu entnehmen.

Abb. 1:

Übersichtsplan Lage und Abgrenzung des Plangebiets, M 1:10.000

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Das Plangebiet befindet sich am Rande des Berliner Urstromtals im Übergangsbereich
zur südlich anschließenden Hochfläche des Teltow. Die Standortverhältnisse sind bestimmt durch die ehemalige Nutzung als Bahnfläche. Bohrsondierungen, die im Rahmen
des B-Planverfahrens durchgeführt wurden, ergaben flächenhafte Aufschüttungen in einer Mächtigkeit von zumeist 0,5 bis 1,5 m in Einzelfällen auch über 2,0 m. Die Aufschüttungen bestehen fast flächendeckend aus einer 0,6 bis 0,8 m mächtigen Schotterschicht.
Im nordwestlichen Teil des Plangebietes sind die Aufschüttungen tiefgründiger und durch
hohe Anteile von Bauschutt und Beimengungen von Schlacken und Kohle geprägt. Unterhalb der Aufschüttungen stehen natürlicherweise Geschiebesande- bzw. -mergel an.
Nach Süden geht die künstlich geschaffene Hochlage in eine Einschnittlage über
(s. Abb. 2).

Abb. 2:

Geländesituation

(Quelle: www.gleisdreieck-berlin.de)

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3.

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Biotoptypen

Nachdem zunächst die Lage der Einzelgehölze und der Gehölzbestände aus dem Luftbild
übertragen worden sind, wurden die Biotoptypen auf der Grundlage einer Geländekartierung differenziert und kartenmäßig abgegrenzt. Die Biotoptypenkartierung erfolgte
auf der Grundlage der aktuellen Berliner Biotoptypenliste (KÖSTLER ET AL. 2005). Die Kartierung wurde im Juni 2007 durchgeführt.
Mit 63,9 % der Fläche wird der überwiegende Teil des Geltungsbereichs von gehölzgeprägten Biotoptypen wie Gebüschen, Vorwäldern und Wäldern eingenommen. Offene
vegetationslose, meist durch Schotter geprägte Standorte nehmen 13,6 % und Ruderalfluren 10,9 % der Fläche ein. Versiegelt bzw. durch Lagerflächen geprägt sind 5,6 %,
wobei der weit überwiegende Teil der versiegelten Flächen auf die im Norden des Geltungsbereichs teilweise einbezogene Yorckstraße entfällt.
Im Einzelnen wurden die in Tabelle 1 aufgeführten Biotoptypen unterschieden (ZiffernCode laut Berliner Biotoptypenliste). Die Lage der Biotoptypen ist in der Karte 2 „Biotoptypen“ im Maßstab 1:1.000 dargestellt.

Tab. 1:

Biotoptypen

ZiffernCode

Biotoptyp

03

Anthropogene Rohbodenstandorte und Ruderalfluren

03100

vegetationsfreie und -arme Rohbodenstandorte

03110

vegetationsfreie und -arme Sandflächen

03120

vegetationsfreie und -arme kiesreiche Flächen

03130

vegetationsfreie und -arme schotterreiche Flächen

03190

sonstige vegetationsfreie und -arme Flächen

03200

ruderale Pionier-, Gras- und Staudenfluren

03210

ruderale Landreitgrasfluren

03220

ruderale Halbtrockenrasen

03222

ruderale Rispengrasfluren

03229

sonstige ruderale Pionier- und Halbtrockenrasen

03230

einjährige Ruderalfluren

03240

zwei- und mehrjährige ruderale Stauden und Distelfluren

03242

Möhren-Steinkleefluren

03249

sonstige ruderale Staudenfluren

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ZiffernCode

Biotoptyp

03244

Solidago canadensis-Bestände auf ruderalen Standorten

05

Grünland, Staudenfluren und Rasengesellschaften

05113

ruderale Wiesen

05120

Trocken- und Magerrasen

05121

Sandtrockenrasen

07

Gebüsche, Baumreihen und Baumgruppen

07100

flächige Laubgebüsche

071031

Laubgebüsche trockener und trockenwarmer Standorte, überwiegend heimische
Arten

071032

Laubgebüsche trockener und trockenwarmer Standorte, überwiegend nicht heimische Arten

07152

Einzelbaum

07300

mehrschichtige Gehölzbestände

07311

mehrschichtige Gehölzbestände aus überwiegend heimischen Arten, alt

07321

mehrschichtige Gehölzbestände aus überwiegend nicht heimischen Arten, alt

07322

mehrschichtige Gehölzbestände aus überwiegend nicht heimischen Arten, jung

08

Wälder und Forsten

08280

Vorwälder

08281

Vorwälder trockener Standorte

082814

Robinien-Vorwald trockener Standorte

082816

Birken-Vorwald trockener Standorte

082817

Espen-Vorwald trockener Standorte

082818
08700

sonstiger Vorwald aus Laubbaumarten auf trockenen Standorten
Waldmäntel

08740

Rubus-Gestrüpp und Vormantel

08900

Pionier- und Stadtwälder

08910

Ahorn-Stadtwald

08920

Birken-Stadtwald

08930

Robinien-Stadtwald

08950

Zitterpappel-Stadtwald

10

Grün- und Freiflächen

10270

Gärtnerisch gestaltete Freiflächen

10272

Gärten und Gartenbrachen

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ZiffernCode

Biotoptyp

12

Bebaute Gebiete, Verkehrsanlagen und Sonderflächen

12300
12700
12800

Siedlungsflächen

12310

Gewerbeflächen (in Betrieb)

12740

Lagerflächen

12831

Ruinen

12600

Verkehrsflächen

12612

Straße mit Asphalt- oder Betondecke

12655

Stege (über Wasser oder Land)

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(Quelle: KÖSTLER ET AL. 2005)

Anthropogene Rohbodenstandorte und Ruderalfluren (03)
Vegetationsfreie und -arme Flächen (03110, 03130, 03190)
Zu den anthropogenen Rohbodenstandorten gehören die vegetationsfreien und -armen
Sandflächen (03110), die vegetationsfreien und -armen schotterreichen Flächen (03130)
sowie sonstige vegetationsfreie und -arme Flächen (03190). Die schotterreichen Flächen
markieren im wesentlichen den Verlauf der ehemaligen bzw. noch in Betrieb befindlichen
Bahntrassen, wohingegen Sandflächen angrenzend an die Nord-Südtrasse der Bahn sowie unter der Monumentenbrücke zu finden sind. Zu den sonstigen vegetationsfreien und
-armen Flächen zählen einzelne, der über die Yorckstraße führenden Brückentröge aus
Eisen, die keine weiteren Substrate beinhalten.
Ruderale Pionier-, Gras- und Staudenfluren (03200)
Unterschiedliche ruderale Pionier-, Gras- und Staudenfluren konzentrieren sich im wesentlichen im östlichen Teil des Geltungsbereiches, zwischen und angrenzend an die
noch genutzten Gleise. Zu den vorgefundenen ruderalen Pionier-, Gras- und Staudenfluren gehören Landreitgrasfluren, Halbtrockenrasen, Rispengrasfluren und sonstige ruderale Pionier- und Halbtrockenrasen.
• Ruderale Landreitgrasfluren (03210 / 032102)
Ruderale Landreitgrasfluren nehmen ehemalige Gleisflächen und Gleiszwischenräume im
Nordosten des Geltungsbereichs ein. Sie sind durch die Dominanz des Landreitgrases
(Calamagrostis epigejos) geprägt. Hinzu treten weitere Arten der ruderalen Halbtrockenrasen sowie Arten der Hochstaudenfluren.
• Ruderale Rispengrasfluren (03222)
Die ruderalen Rispengrasfluren sind im Gebiet durch die Platthalmrispe (Poa compressa)
geprägt. Sie sind meist als schmale Bestände in den Gleiszwischenräumen der noch befahrenen Gleise sowie auf den Brücken über die Yorckstraße entwickelt. Hinzu treten in

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der Regel weitere Arten der ruderalen Halbtrockenrasen sowie Arten der Hochstaudenfluren wie Goldrute (Solidago canadensis, S. gigantea) und Tüpfel-Johanniskraut (Hypericum perforatum).
• Sonstige Ruderale Halbtrockenrasen (03229)
Den sonstigen ruderalen Halbtrockenrasen sind Bestände zugeordnet, die durch unterschiedliche Arten der ruderalen Halbtrockenrasen geprägt sind. Hierzu gehören das
Land-Reitgras (Calamagrostis epigeios), der Glatthafer (Arrhenatherum elatius), die
Platthalm-Rispe (Poa compressa), Ackerwinde (Convolvulus arvensis), Straußblättriger
Ampfer (Rumex thyrsiflorus), Tüpfel-Johanniskraut (Hypericum perforatum) sowie der
Kriechende Hauhechel (Ononis repens). Hinzu treten Arten der zwei- und mehrjährigen
Ruderalarten wie Wilde Möhre (Daucus carota), Frauenflachs (Linaria vulgaris), Gemeine
Nachtkerze (Oenothera biennis agg.) und Kanadische Goldrute (Solidago canadensis)
sowie die Gemeine Waldrebe (Clematis vitalba).
• Einjährige Ruderalfluren (03230)
Einjährige Ruderalfluren sind ausschließlich auf einer durch Baumaßnahmen gestörten
Fläche im Süden des Gebietes zu finden. Die lückige Flur wird durch das Kanadische
Berufskraut (Conyza canadensis) und die Geruchlose Kamille (Tripleurospermum inodorum) gebildet. Hinzu kommen einzelne Arten der Folgegesellschaften wie Gemeine
Nachtkerze (Oenothera biennis agg.) und Schmalblättriger Doppelsame (Diplotaxis tenuifolia) sowie Robinienaufwuchs.
Zwei- und mehrjährige ruderale Stauden und Distelfluren (03240)
Zwei- und mehrjährige ruderale Stauden und Distelfluren folgen in der Sukzession den
Pioniergesellschaften. Sie besiedeln mehr oder weniger stickstoffreiche Standorte. Die
ruderalen Staudenfluren sind vorwiegend am östlichen Rand des Untersuchungsraumes
und vereinzelt auf den Brücken der Yorckstraße ausgebildet.
• Möhren-Steinkleefluren (03242)
Die Möhren-Steinkleeflur gehört zum Biotoptyp der zweijährigen ruderalen Staudenfluren
und ist im Gebiet lediglich im Nordosten im Verlauf einer ehemaligen Gleistrasse zu finden. Neben dem Echten Steinklee (Melilotus officinalis) ist der Bestand auch durch die
Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) geprägt.
• Solidago canadensis-Bestände auf ruderalen Standorten (03244 / 032442)
Die Dominanzbestände der Goldrute (Solidago canadensis) finden sich am östlichen
Rand des Gebietes im Bereich von Gleiszwischenräumen. Auch hier sind weitere Arten
der Staudenfluren und ruderalen Halbtrockenrasen wie Rainfarn (Tanacetum vulgare),
Sichelmöhre (Falcaria vulgaris), Straußblättriger Ampfer (Rumex thyrsiflorus), AckerKratzdistel (Cirsium arvense) und Kratzbeere (Rubus caesius) vertreten.
• Sonstige ruderale Staudenfluren (03249)
Den sonstigen ruderalen Staudenfluren wurden meist artenreiche Übergangsstadien der
zwei- und mehrjährigen Arten zugeordnet. Meist sind hier auch noch zahlreiche Arten der
ruderalen Halbtrockenrasen sowie auch der Trockenrasen wie z.B. Silber-Fingerkraut
(Potentilla argentea) und Kleiner Sauerampfer (Rumex acetosella) beigemischt. Als charakteristische Arten zu nennen sind Weißer Steinklee (Melilotus alba), Gemeiner Natternkopf (Echium vulgare), Gemeiner Beifuß (Artemisia vulgaris), Land-Reitgras (Cala-

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magrostis epigeios), Gemeine Lichtnelke (Silene vulgaris), Seifenkraut (Saponaria officinalis), Saat-Luzerne (Medicago sativa), Kanadische Goldrute (Solidago canadensis),
Platthalm-Rispe (Poa compressa) und Sichel-Möhre (Falcaria vulgaris). Besonders bunt
blühend stellt sich eine Fläche unmittelbar an der östlichen Grenze dar. Hier bereichern
so außergewöhnliche Arten wie Cytisus supinus (Kopf-Ginster) und Nizza-Wolfsmilch
(Euphorbia cf. niccaensis) sowie verwildere Zierarten wie Wald-Platterbse (Lathyrus sylvestris), Großblütiges Mädchenauge (Coreopsis grandiflora) und Sonnenauge (Heliopsis
helianthoides) das Bild. Hinzu kommen einige Straucharten wie die Hundsrose (Rosa
canina), Bastard-Indigo (Amorpha fruticosa), Gewöhnlicher und Busch-Erbsenstrauch
(Caragana arborescens; C. frutex) und der Pfriemenginster (Spartium junceum).

Grünland, Staudenfluren und Rasengesellschaften (051)
Sandtrockenrasen (05121)
Sandtrockenrasen, teilweise noch sehr lückig ausgebildet, haben sich auf einer abgeschobenen Fläche im Süden des Gebietes sowie als schmaler Streifen parallel zur NordSüd-Bahntrasse entwickelt. Ein weiterer Trockenrasen findet ich im Nordosten innerhalb
eines Gleiszwischenraumes. Charakteristische Arten sind Rauhblatt-Schwingel (Festuca
brevipila), Silbergras (Corynephorus canescens), Scharfer Mauerpfeffer (Sedum acre),
Weißer Mauerpfeffer (Sedum album) und Mausohr-Habichtskraut (Hieracium pilosella).
Hinzu kommen Arten der ruderalen Halbtrockenrasen und der Staudenfluren wie Platthalm-Rispe (Poa compressa), Land-Reitgras (Calamagrostis epigeios) und Graukresse
(Berteroa incana). Daneben sind Sandtrockenrasen kleinflächig in den noch lichten Vorwäldern zu finden.
Sandtrockenrasen sind gemäß § 26 a NatSchGBln geschützt.
Ruderale Wiesen (05113)
Bestände, die dem Grünland zuzuordnen sind, sind im Geltungsbereich nur sehr vereinzelt zu finden. Lediglich eine Fläche im Norden, die durch Schafgarbe (Achille millefolium), Rot-Schwingel (Festuca rubra) und Tüpfel-Johanniskraut (Hypericum perforatum)
gekennzeichnet ist, wurde diesem Biotoptyp zugeordnet.

Gebüsche, Baumreihen und Baumgruppen (07)
Flächige Laubgebüsche (071031/071032)
Flächige Laubgebüsche sind kleinflächig in die Wald- und Offenlandbereiche eingestreut.
Die Gebüsche aus überwiegend heimischen Arten werden im wesentlichen von der
Hundsrose (Rosa canina) geprägt. Als weitere Arten sind Himbeere (Rubus idaeus), SalWeide (Salix caprea) und Birke (Betula pendula) zu nennen. Zwischengelagert sind meist
ruderale Halbtrockenrasen mit Platthalm-Rispe (Poa compressa) bzw. Staudenfluren. Die
Gebüsche aus nicht heimischen Arten sind überwiegend durch den Gemeinen Flieder
(Syringa vulgaris) charakterisiert. Hinzu kommen einzelne Baumarten wie Stiel-Eiche
(Quercus robur), Gemeine Esche (Fraxinus excelsior) und Robinie (Robinia pseudacacia). Entsprechende Bestände finden sich insbesondere angrenzend an die Yorckstraße.
Am östlichen Gebietsrand befindet sich ein Gebüsch, das überwiegend durch den Bastardindigo (Amorpha fruticosa) aufgebaut wird. Weiter Arten sind die Hundsrose (Rosa

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canina), Holunder (Sambucus nigra), Wald-Kiefer (Pinus sylvestris) und Zitter-Pappel
(Populus tremula). Als weitere seltene Verwilderungen sind die Baumhasel (Corylus colurna) und die Busch-Eiche (Quercus ilicifolia) zu nennen. Begleitend sind überwiegend
Arten der Staudenfluren zu finden wie Kanadische Goldrute (Solidago canadensis), Gemeine Nachtkerze (Oenothera biennis agg.), Königskerze (Verbascum densiflorum),
Rainfarn (Tanacetum vulgare) und der Knorpel-Lattich (Chondrilla juncea).
Einzelbäume (071521)
Als Einzelbäume sind lediglich eine Stiel-Eiche (Quercus robur) und ein Spitz-Ahorn (Acer
platanoides) im Norden des Gebietes aufgenommen worden.
Mehrschichtige Gehölzbestände (07311, 07321, 07322)
Mehrschichtige Gehölzbestände bestehen sowohl aus Strauch- als auch Baumarten verschiedenen Alters. Sie sind vereinzelt in Gleiszwischenräumen und im Bereich der Gaststätte „Floriansgarten“ ausgebildet. Die aufgenommenen Bestände werden neben den
häufig vorkommenden Pioniergehölzarten Birke (Betula pendula), Robinie (Robinia pseudacacia) und Zitterpappel (Populus tremula) durch weitere Arten wie Spitz-Ahorn (Acer
platanoides), Hybrid-Pappel (Populus x hybridus), Italienische Säulenpappel (Populus
nigra „Italica“), Stiel-Eiche (Quercus robur), Stein-Weichsel (Prunus mahaleb) und WinterLinde (Tilia cordata) aufgebaut. An Straucharten sind die Hundsrose (Rosa canina), der
Gemeine Flieder (Syringa vulgaris) und Holunder (Sambucus nigra) vertreten.

Wälder und Forsten (08)
Vorwälder (082814, 082816, 082817, 082818)
Im Plangebiet können entsprechend der dominanten Baumart unterschiedliche Vorwaldbestände trockener Standorte unterschieden werden. Neben Beständen, die von einer
Baumart geprägt sind – meist Birke oder Robinie – sind Mischbestände ausgebildet. Diese sind dem Biotoptyp „sonstige Vorwälder“ (082818) zugeordnet worden. Ebenso wurden Vorwälder mit Götterbaum diesem Biotoptyp zugeordnet. Besonders artenreiche
Vorwaldbestände sind prägend für den südlichen Bereich des Gebietes. Neben den typischen Vorwaldarten Birke (Betula pendula), Robinie (Robinia pseudacacia) und Zitterpappel (Populus tremula) sind hier zahlreiche weitere Arten wie Weiß- und Grau-Pappel
(Populus alba, P. canescens), Winterlinde (Tilia cordata), Stiel-, Rot- und Zerr-Eiche
(Quercus robur, Q. rubra, Q. cerris), Eberesche (Sorbus aucuparia), Stein-Weichsel (Prunus mahaleb), Steppen-Ahorn (Acer tataricum), und Waldkiefer (Pinus sylvestris) vertreten. Hinzu kommen Straucharten wie Erbsenstrauch (Caragana arborescens), Hundsrose
(Rosa canina) und Weißdorn (Crataegus spec.). Kleinflächig eingelagert in die lückigen
Bestände sind Ruderale Halbtrockenrasen und Sandtrockenrasen.
Rubus-Gestrüpp und Vormantel (08740)
Vereinzelt sind auf den Schotterflächen der ungenutzten Gleistrassen flächige Brombeerbestände (Rubus fruticosus agg.) entwickelt.
Pionier- und Stadtwälder (08910, 08920, 08930, 08950),
Prägend für das Plangebiet sind Birken- (08920) und Robinienstadtwälder (08930).
Ahorn- (08910) und Zitterpappelstadtwald (08950) sind dagegen nur kleinflächiger ausgebildet. Die Birkenstadtwälder sind neben der Birke (Betula pendula) durch Zitterpappel

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(Populus tremula) und vereinzelt auch Spitz-Ahorn (Acer platanoides) und Stiel-Eiche
(Quercus robur) geprägt. Die im Vergleich zu den Robinienwäldern lichteren Bestände
weisen in der Krautschicht teilweise noch Arten der Ruderalen Halbtrockenrasen wie
Platthalm-Rispe (Poa compressa) und Johanniskraut (Hypericum perforatum) auf. In der
Strauchschicht finden sich Gemeine Heckenkirsche (Lonicera xylosteum), Weißdorn
(Crataegus spec.), Blutroter Hartriegel (Cornus sanguinea) und Efeu (Hedera helix). Die
Robinienbestände sind dagegen in der Kraut- und Strauchschicht durch schattenverträgliche und nährstoffliebende Arten wie Spitz-Ahorn (Acer platanoides), Holunder (Sambucus
nigra), Mahonie (Mahonia aquifolia), Westlicher Zürgelbaum (Celtis occidentalis), StadtNelkenwurz (Geum urbanum), Schöllkraut (Chelidonium majus), Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata), Efeu (Hedera helix) und Gemeine Waldrebe (Clematis vitalba) gekennzeichnet.

Grün- und Freiflächen (10272)
Eine gärtnerisch angelegte und mit Ziersträuchern bepflanzte Fläche findet sich unmittelbar angrenzend an den Lidl-Markt.

Siedlungsflächen (12310, 12740, 12831, 12612, 12655)
Als Handels- und Dienstleistungsfläche (12310) ist der versiegelte Bereich des Restaurants „Floriansgarten“ kartiert worden. Bei den Lagerflächen (12740) handelt es sich um
gestapelte bzw. als Haufen abgelegte Bahnschwellen. Das ehemalige Stellwerk und
sonstige Gebäude, die sich auf dem Gelände befinden, sind als Ruinen (12831) aufgenommen worden. Die asphaltierte Yorckstraße ist dem Biotoptyp 12612 zugeordnet. Eine
balkonartige Erweiterung der Freiflächen des Lidl-Marktes ist als Steg (12655) aufgenommen worden.

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Abb. 3:

Vegetationslose Gleistrasse

Abb. 4:

Zweijährige Ruderalflur mit Natternkopf (Echium vulgare) und Graukresse
(Berteroa incana) auf einer der Yorck-Brücken.

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Abb. 5:

Nizza-Wolfsmilch (Euphorbia cf. niccaensis)

Abb. 6:

Kopf-Ginster (Cytisus supinus)

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Abb. 7:

Nizza-Wolfsmilch (Euphorbia cf. niccaensis), Kopf-Ginster (Cytisus supinus) und Bastard-Indigo (Amorpha fruticosa) im Nordosten des Gebietes

Abb. 8:

Staudenflur mit Kanadischer Goldrute (Solidago canadensis), Gemeiner
Nachtkerze (Oenothera biennis agg.), Wald-Platterbse (Lathyrus sylvestris)
und Großblütigem Mädchenauge (Coreopsis grandiflora) sowie Gewöhnlichem Erbsenstrauch (Caragana arborescens)

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Abb. 9:

Abb. 10:

Blüte des Bastard-Indigo (Amorpha fruticosa)

Pfriemenginster (Spartium junceum)

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Abb. 11:

Abb. 12:

Zerr-Eiche (Quercus cerris) innerhalb eines Vorwaldes im Süden des
Plangebietes

Busch-Eiche (Quercus ilicifolia)

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4.

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FLORA

Die Erfassung des floristischen Arteninventars erfolgte durch mehrere Begehungen des
Geltungsbereichs am 14.05., 15.06, 17.07. und 23.08.2007. Die erfassten Arten zeigt die
Tabelle 2.
Das Gebiet stellt sich als sehr artenreich dar. Insgesamt wurden 177 Pflanzenarten erfasst, der Anteil an Arten, die nach der Roten Liste Berlins (SENSTADT 2001) als selten
oder gefährdet gelten ist jedoch sehr gering. Lediglich die Graugrüne Rose (Rosa subcanina), gilt als „stark gefährdet“. Als weitere seltene Art, die mehrere Vorkommen im Gebiet hat, ist der Harte Schöterich (Erysimum marschallianum) zu nennen. Die Art gilt entsprechend der Einordnung der aktuellen roten Liste als nicht etabliert und wird daher nicht
bewertet. In Berlin hat die Art nur wenige Vorkommen auf Bahnflächen.
Die Sandstrohblume (Helichrysum arenarium), die an zwei Standorten aufgenommen
wurde, gilt nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchVO) als besonders geschützt.
Hervorzuheben sind darüber hinaus zahlreich verwilderte Gehölzarten wie Zerr-Eiche
(Quercus cerris), Busch-Eiche (Quercus ilicifolia), Steppen-Ahorn (Acer tataricum), Bastard-Indigo (Amorpha fruticosa), Busch-Erbsenstrauch (Caragana frutex), Cytisius supinus (Kopf-Ginster) und der Pfriemenginster (Spartium junceum).

Tab. 2:

Florenliste

Wissenschaftlicher Name

Deutscher Name

1

Acer campestre
Acer negundo
Acer platanoides
Acer pseudoplatanus
Acer tataricum
Achillea millefolium
Aesculus hippocastanum
Agropyron repens
Agrostis gigantea
Agrostis tenuis
Ailanthus altissima
Alliaria petiolata
Amorpha fruticosa
Arabidopsis thaliana
Arenaria serpyllifolia
Arrhenatherum elatius
Artemisia campestris

Feld-Ahorn
Eschen-Ahorn
Spitz-Ahorn
Berg-Ahorn
Steppen-Ahorn
Schafgarbe
Roßkastanie
Gemeine Quecke
Riesen-Straußgras
Rot-Straußgras
Götterbaum
Knoblauchsrauke
Bastard-Indigo
Acker-Schmalwand
Quendel-Sandkraut
Glatthafer
Feld-Beifuß

X
X
X

X

2

X
X
X
X
X
X

X
X
X

X
X
X
X
X

X
X
X

X

RL/
BA

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im Bezirk Tempelhof-Schöneberg von Berlin

Seite 19

Wissenschaftlicher Name

Deutscher Name

1

Artemisia vulgaris
Astragalus glycyphyllos
Ballota nigra
Berberis spec.
Berteroa incana
Betula pendula
Bromus sterilis
Bromus tectorum
Calamagrostis epigeios
Caragana arborescens
Caragana frutex
Cardaminopsis arenosa
Carex spec.
Celtis occidentalis
Cerastium semidecandrum
Chaenarrhinum minus
Chelidonium majus
Chondrilla juncea
Cirsium arvense
Clematis vitalba
Colutea arborescens
Convolvulus arvensis
Conyza canadensis
Coreopsis grandiflora
Coronilla varia
Cornus sanguinea
Cornus stolonifera
Corylus colurna
Corynephorus canescens
Cotoneaster cf. divaricata
Crataegus spec.
Crepis capillaris
Cytisus supinus
Daucus carota
Digitaria sanguinea
Diplotaxis tenuifolia
Echium vulgare
Eleagnus angustifolia
Eleagnus commutata
Epilobium adenocaulon
Equisetum arvense
Erigeron annuus
Erysimum marschallianum
Euphorbia cyparissias
Euphorbia cf. niccaensis
Falcaria vulgaris
Festuca arundinacea

Gemeiner Beifuß
Bärenschote
Schwarznessel
Berberitze
Graukresse
Hänge-Birke
Taube Trespe
Dach-Trespe
Land-Reitgras
Erbsenstrauch
Busch-Erbsenstrauch
Sand-Schaumkresse
Segge
Westlicher Zürgelbaum
Fünfmänniges Hornkraut
Klaffmund
Schöllkraut
Großer Knorpellattich
Acker-Kratzdistel
Gemeine Waldrebe
Gemeiner Blasenstrauch
Acker-Winde
Kanadisches Berufkraut
Großblütiges Mädchenauge
Bunte Kronwicke
Blutroter Hartriegel
Weißer Hartriegel
Baum-Hasel
Silbergras
Zwergmispel
Weißdorn
Kleinköpfiger Pippau
Kopf-Ginster
Wilde Möhre
Bluthirse
Schmalblättriger Doppelsame
Gemeiner Natternkopf
Schmalblättrige Ölweide
Silber-Ölweide
Drüsiges Weidenröschen
Acker-Schachtelhalm
Feinstrahl-Berufkraut
Harter Schöterich
Zypressen-Wolfsmilch
Nizza-Wolfsmilch
Gemeine Sichelmöhre
Rohr-Schwingel

X
X

2

X
X
X
X
X
X
X
X
X
X

X
X

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X

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X

X

RL/
BA

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Seite 20

Wissenschaftlicher Name

Deutscher Name

1

Festuca rubra
Festuca brevipila
Fraxinus excelsior
Galium aparine
Geranium robertianum
Geum urbanum
Hedera helix
Helichrysum arenarium
Heliopsis helianthoides
Hieracium lachenalii
Hieracium laevigatum
Hieracium murorum
Hieracium pilosella
Hieracium sabaudum
Humulus lupulus
Hypericum perforatum
Hypochoeris radicata
Juglans regia
Lathyrus latifolius
Latyrus sylvestris ssp. sylvestris
Ligustrum vulgare
Linaria vulgaris
Lonicera xylosteum
Lolium perenne
Lotus corniculatus
Mahonia aquifolium
Malus domestica
Medicago lupulina
Medicago falcata
Medicago sativa
Medicago x varia
Melilotus alba
Melilotus officinalis
Oenothera pygnocarpa
Oenothera coronifera
Oenothera fallax
Oenothera rubicaulis
Oenothera biennis agg.
Ononis repens
Papaver rhoeas
Parthenocissus inserta
Phleum pratense
Picris hieracioides
Pinus sylvestris
Plantago indica
Poa compressa
Poa nemoralis

Rot-Schwingel
Rauhblättriger Schwingel
Gemeine Esche
Kletten-Labkraut
Stinkender Storchschnabel
Stadt-Nelkenwurz
Gemeiner Efeu
Sand-Strohblume
Sonnenauge
Gewöhnliches Habichtskraut
Glattes Habichtskraut
Wald-Habichtskraut
Kleiner Hasenlattich
Savoyer Habichtskraut
Gemeiner Hopfen
Tüpfel-Johanniskraut
Gemeines Ferkelkraut
Walnuss
Breitblättrige Platterbse
Wald-Platterbse
Gemeiner Liguster
Gemeines Leinkraut
Rote Heckenkirsche
Gemeines Weidelgras
Hornklee
Mahonie
Kultur-Apfel
Hopfenklee
Sichel-Luzerne
Saat-Luzerne
Saat-Luzerne
Weißer Steinklee
Echter Steinklee
Nachtkerze
Kronen-Nachtkerze
Nachtkerze
Rotstengelige Nachtkerze
Nachtkerze
Kriechende Hauhechel
Klatsch-Mohn
Fünfblättrige Zaunrebe
Wiesen-Lieschgras
Gemeines Bitterkraut
Wald-Kiefer
Sand-Wegerich
Platthalmrispe
Hain-Rispengras

X
X
X

X
X
X
X
X
X
X
X
X
X

2

X
X
X
X
X
X
BA
X
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X

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BA

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X
X

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im Bezirk Tempelhof-Schöneberg von Berlin

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Wissenschaftlicher Name

Deutscher Name

1

2

Poa palustris
Poa pratensis
Populus alba
Populus canescens
Populus x hybridus
Populus nigra ‘Italica’
Populus tremula
Potentilla argentea
Prunus mahaleb
Prunus padus
Prunus spec.
Qercus cerris
Quercus ilicifolia
Quercus petraea
Quercus robur
Quercus rubra
Reseda lutea
Reynoutroa japonica
Ribes spec.
Ribes aureum
Robinia pseudoacacia
Rosa canina
Rosa corymbifera
Rosa cf. subcanina
Rosa inodora
Rubus armeniacus
Rubus caesius
Rubus fruticosus agg.
Rumex acetosella
Rumex thyrsiflorus
Salix caprea
Salsola kali
Sambucus nigra
Sarothamnus scoparius
Saponaria officinalis
Sedum acre
Sedum album
Sedum reflexum
Sedum sexangulare
Senecio vernalis
Silene vulgaris
Sisymbrium loeselii
Solidago canadensis
Solidago gigantea
Sorbaria sorbifolia
Sorbus aucuparia
Spartium junceum

Sumpf-Rispengras
Wiesen-Rispengras
Silber-Pappel
Grau-Pappel
Hybrid-Pappel
Pyramiden-Pappel
Zitter-Pappel
Silber-Fingerkraut
Steinweichsel
Gewöhnliche Traubenkirsche
Pflaume
Zerr-Eiche
Busch-Eiche
Trauben-Eiche
Stieleiche
Rot-Eiche
Gelbe Resede
Japanischer Staudenknöterich
Johannisbeere
Gold-Johannisbeere
Robinie
Hunds-Rose
Hecken-Rose
Graugrüne Rose
Rose
Rose
Kratzbeere
Brombeere
Kleiner Sauerampfer
Rispen-Sauerampfer
Sal-Weide
Salzkraut
Schwarzer Holunder
Besenginster
Echtes Seifenkraut
Scharfer Mauerpfeffer
Weiße Fetthenne
Felsen-Fetthenne
Milder Mauerpfeffer
Frühlings-Greiskraut
Gemeines Leimkraut
Lösels-Rauke
Kanadische Goldrute
Riesengoldrute
Spierstrauch
Eberesche
Pfriemenginster

X
X

X

RL/
BA

X
X
X
X
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X
X
X
X
X
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X
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X

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X
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2

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X
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X
X
X
X
X
X
X
X
X

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Wissenschaftlicher Name

Deutscher Name

1

Spirea billardii
Symphoricarpos rivularis
Syringa vulgaris
Tanacetum vulgare
Taraxacum officinale agg.
Taxus baccata
Tilia cordata
Tragopogon dubius
Tragopogon pratense
Trifolium arvense
Trifolium campestre
Trifolium pratense
Tripleurospermum inodorum
Ulmus spec.
Ulmus glabra
Verbascum densiflorum
Verbascum thapsus
Vicia villosa
Xanthium albinum

Spierstrauch
Gemeine Schneebeere
Gemeiner Flieder
Gemeiner Rainfarn
Gemeine Kuhblume
Eibe
Winter-Linde
Große Bocksbart
Wiesen-Bocksbart
Hasenklee
Feld-Klee
Wiesen-Klee
Geruchlose Kamille
Ulme
Berg-Ulme
Großblütige Königskerze
Kleinblütige Königskerze
Zottel-Wicke
Elb-Spitzklette

X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X

2

RL/
BA

X
X
X
X
X
X
X

X
X

Legende Tabelle A1:
1
2

Vorkommen im Offenland
Vorkommen in Gebüschen und Waldbereichen

RL
Gefährdung entsprechend der Roten Liste von Berlin (SENSTADT 2001):
0 - ausgestorben oder verschollen, 1 - vom Aussterben bedroht, 2 - stark gefährdet,
3 – gefährdet, 4 - potentiell gefährdet, ? - unklare Bestandssituation
BA
Besonders geschützte Art entsprechend der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV)

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5.

FAUNISTISCHE ERFASSUNGEN

5.1.

VÖGEL

Seite 23

Methode
Die insgesamt 4 Begehungen wurden in den frühen Morgenstunden zwischen 5 und 9
Uhr bei sonnigem Wetter und geringer Windstärke durchgeführt, da unter diesen Bedingungen Vögel ihre Aktivität am besten entfalten. Zur Einstufung als Brutvogel diente als
hauptsächliches Kriterium der Reviergesang eines Männchens bei mindestens zwei aufeinanderfolgenden Begehungen sowie Junge führende Weibchen. Die Begehungen fanden am 03.05, 16.05. 31.05. und 11.06. im Jahr 2007 statt.
Ergebnisse
Im Plangebiet wurden insgesamt 18 Vogelarten nachgewiesen (10 Brutvögel und 8 Nahrungsgäste, s. Tab. 3). Die Brutstandorte bzw. Reviere sind in Karte 1 eingetragen.
Die meisten Brutpaare fanden sich im Bereich des Waldes. Im nördlichen Teil des Waldes zur Yorckstraße hin brüteten Mönchsgrasmücke, Nachtigall, Amsel, Zilp-Zalp, Blaumeise und Kohlmeise. Weiter südlich kamen im Wald außerdem noch Reviere bzw. Brutpaare von Rotkehlchen, Schwanzmeise und Fitis hinzu. Mönchgrasmücke, Amsel, Nachtigall und Schwanzmeise sind Freibrüter während Zilp-Zalp, Fitis und Rotkehlchen Bodenbrüter sind. Kohlmeise und Blaumeise sind Höhlenbrüter. Wahrscheinlich brüten letztere in den Gebäuderuinen im nördlichen Waldbereich.
Neben den genannten Arten brütete ein Hausrotschwanzpärchen erfolgreich im zerfallenden Bahnwärterhäuschen im mittleren östlichen Teil des Gebietes (s. Abb. 13 und Karte 1). Außerhalb der Waldflächen fanden sich außerdem noch ein Brutpaar bzw. Revier
von Amsel und Kohlmeise.
Als Nahrungsgäste wurden Haustaube, Ringeltaube, Mauersegler, Buntspecht, Klappergrasmücke, Elster, Nebelkrähe und Grünfink beobachtet.

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Tab. 3:

Seite 24

Vögel im Geltungsbereich

Deutscher Name

Wissenschaftlicher
Name

Rote-Liste
Berlin

BNatSchG

Brutvogel
Amsel

Turdus merula

-

besonders geschützt

Blaumeise

Parus caeruleus

-

besonders geschützt

Fitis

Phylloscopus trochilus

-

besonders geschützt

Hausrotschwanz

Phoenicurus ochruros

-

besonders geschützt

Kohlmeise

Parus major

-

besonders geschützt

Mönchsgrasmücke

Sylvia atricapilla

-

besonders geschützt

Nachtigall

Luscinia megarhynchos

-

besonders geschützt

Rotkehlchen

Erithacus rubecula

-

besonders geschützt

Schwanzmeise

Aegithalos caudatus

-

besonders geschützt

Zilp-Zalp

Phylloscopus collybita

-

besonders geschützt

Buntspecht

Dendrocopus major

-

besonders geschützt

Elster

Pica pica

-

besonders geschützt

Grünfink

Carduelis chloris

-

besonders geschützt

Haustaube

Columbia livia f.domestica

-

-

Klappergrasmücke

Sylvia curruca

-

besonders geschützt

Mauersegler

Apus apus

-

besonders geschützt

Nebelkrähe

Corvus corone cornix

-

besonders geschützt

Ringeltaube

Columba palumbus

-

besonders geschützt

Nahrungsgast

Rote Liste Berlin: Rote Liste und Liste der Brutvögel (Aves) von Berlin, 2. Fassung (17.11.2003)
BNatSchG: nach dem Bundesnaturschutzgesetz (2002) geschützte Art

Zusammenfassende Bewertung
Im Geltungsbereich wurden 10 Brutvogelarten nachgewiesen. Acht Arten nutzen das Gebiet als regelmäßige Nahrungsgäste.
Die gefundenen Brutvogelarten sind in Berlin meist häufig und weisen einen stabilen,
teilweise sogar zunehmenden Bestandstrend auf (W ITT & OTTO 2002). Unter den Brutvögeln Gebietes befindet sich keine Art die einer Gefährdungskategorie der aktuellen
Roten Liste von Berlin zugeordnet ist (W ITT 2005).
Aufgrund der relativ geringen Artenzahl an häufigen, ungefährdeten Brutvögeln und der
teilweise niedrigen Siedlungsdichte dieser Arten ist das Gebiet für Brutvögel bisher noch
von eher geringer Bedeutung. Da ältere Bäume fehlen, sind z.B. für anspruchsvollere
Höhlenbrüter wie Bunt- und Grünspecht bisher keine geeigneten Nistmöglichkeiten vorhanden.

Ökologische Untersuchungen zum Bebauungsplan 7-21
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Seite 25

Abb. 13: Junger Hausrotschwanz in der Nähe des ehemaligen Bahnwärterhäuschens

5.2

REPTILIEN

Methode
An 3 Begehungsterminen im Jahr 2007 (03.05., 17.05. und 16.08.) wurde das Gebiet
nach Reptilien abgesucht. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die landes- und bundesweit gefährdete und nach Anhang IV FFH-RL streng geschützte Zauneidechse gelegt.
Zur Erfassung wurde das Gebiet per Sicht langsam abgegangen.
Bereiche, in denen ein Vorkommen der Zauneidechse möglich erschien wurden zweimal
während der Fortpflanzungsperiode (03.05. und 17.05.) und am 16. August zur eventuellen Erfassung diesjähriger Jungtiere abgesucht, da zu diesen Zeiten die Beobachtungsdichte am besten gewährleistet ist. Die Begehungen fanden bei überwiegend sonnigem
Wetter vormittags statt, weil die meisten Tiere dann ihre Nachtverstecke verlassen haben
um sich zu sonnen und somit am besten sichtbar sind, bevor sie sich nach dem Jagen bei
Eintritt der Mittagshitze wieder im Schutz der Vegetation aufhalten.
Auch für die Blindschleiche als weitere potenzielle Reptilienart des Gebietes wurde diese
Methode angewandt. Zum Nachweis der Blindschleiche wurden vor allem Bereiche mit
geschlossener deckungsreicher Vegetation und einer gewissen Bodenfeuchtigkeit abgesucht, also überwiegend die Waldbereiche. Der entsprechende Lebensraum muß das
ausreichende Vorkommen von Schnecken und Regenwürmern als Hauptbeutetiere der
Blindschleiche gewährleisten.
Die Vorkommen anderer Reptilienarten wie Ringelnatter oder Kreuzotter sind mit der be-

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Seite 26

schriebenen Methode ebenfalls zu erfassen. Ihr Auftreten im Gebiet war aber von vorn
herein als sehr unwahrscheinlich anzunehmen. Die Kreuzotter gilt in Berlin als ausgestorben. Die besonderen Habitatansprüche der Ringelnatter (Feuchtlebensräume) sind im
Gebiet nicht zu befriedigen. Für die schwer nachzuweisende Schlingnatter konzentrieren
sich die einzigen aktuellen Nachweise in Berlin auf einen Bereich zwischen Köpenick und
Gosen (KÜHNEL ET AL. 2005).
Ergebnisse
Während der Begehungstermine konnten im Plangebiet keine Reptilien, auch keine
Zauneidechsen, nachgewiesen werden. Um nach möglichen Ursachen für das Fehlen der
Zauneidechse zu suchen, seien im folgenden zuerst näher die Phänologie und Habitatansprüche der Art beschrieben.
Die Jahresaktivität der Zauneidechse beginnt durchschnittlich im April, die Paarungszeit
ist im April/Mai und im Juni bis Juli graben die Weibchen ihre Eier bis zu einer Tiefe von
ca. 10 cm in den Boden ein, wobei sandiger spärlich bewachsener Boden in der Nähe von
Gehölzen bevorzugt wird. Im August sind die meisten Jungen geschlüpft, die sich danach
noch an die Erdoberfläche graben müssen. Schon im August ziehen sich die ersten
Männchen in ihre Winterquartiere zurück, die Weibchen folgen einige Wochen später und
die Jungen sind oft noch bis in den Oktober hinein zu beobachten. Entsprechend der Lebensweise der Zauneidechse sind die Ansprüche an ein günstiges Habitat ein grabbarer
Boden für die Eiablage, ein ausreichender Anteil an Versteckstrukturen (Totholz, Gebüsche, Zwergsträucher), geeignete Sonnenplätze und ein ständiger Wechsel unterschiedlich hoher und dichter Vegetation als insgesamt natürliches ungleichartiges Mosaik, das
ausreichend Futter, Schutz und adäquate Temperatur- und Feuchtigkeitsverhältnisse bietet. Wichtig ist außerdem die Vernetzung zur Umgebung. Die Zauneidechse zeichnet sich
durch ein extremes Beharrungsvermögen am einmal besiedelten Standort aus. Sonnenplätze und Verstecke sind im Eidechsenleben von großer Bedeutung und bilden oft die
Aktionszentren, welche inmitten des Aktionsraumes (gesamte Fläche, in der sich ein Individuum bewegt und der nicht freiwillig verlassen wird) liegen oder dessen äußeren Punkte
beschreiben. Innerhalb einer Saison legen Eidechsen beispielsweise zum Jagen oder zur
Eiablage Strecken bis zu max. 100 m zurück, viele Zauneidechsen entfernen sich lebenslang nicht weiter als 30 m von ihrem Schlupfort. Im Gebiet sind die beschriebenen Strukturen mit augenscheinlich günstigen Lebensbedingungen vor allem am westlichen und
südlichen Rand gegeben. Dort finden sich gut grabbare spärlich bewachsene Sandbodenflächen mit randlich gelegenen geeigneten Versteckmöglichkeiten. Trotz intensiver
Absuche konnten jedoch auch hier keine Zauneidechsen gefunden werden. Die übrigen
Bereiche sind aufgrund fehlender günstiger Eiablageplätze bzw. zu starker Beschattung
im Waldbereich für die Zauneidechse von vorn herein weniger geeignet.
Auch die Blindschleiche wurde im Gebiet nicht gefunden. Möglicherweise ist eine ausreichende Nahrungsgrundlage (Schnecken, Regenwürmer) auch im potenziellen Lebensraum der feuchteren Waldbereiche nicht gegeben.
Zusammenfassende Bewertung
Im Plangebiet konnten weder die Zauneidechse noch eine andere in Berlin vorkommende
Reptilienart nachgewiesen werden. Für die Zauneidechse sind teilweise geeignete Lebensräume im untersuchten Bereich vorhanden, jedoch sind diese nicht besiedelt. Eine
Zuwanderung von Zauneidechsen aus anderen Berliner Populationen ist nur über die

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Seite 27

bestehenden angrenzenden Gleisanlagen möglich. Für die Blindschleiche sind geeignete
Habitatstrukturen vorhanden. Ein Nachweis konnte jedoch nicht erbracht werden.

5.3

WILDBIENEN

Methode:
An 6 Begehungsterminen (03.05., 17.05., 24.05., 19.06., 19.07. und 16.08.) wurden bei
sonnigem und windarmem Wetter im Jahr 2007 die Wildbienen durch gezielten Sichtfang
an blühenden Pflanzen, die den Bienen als Nektar- und Pollenquellen dienen gefangen.
Außerdem wurden potenzielle Nistplätze abgesucht.
Da eine Vor-Ort-Bestimmung nur bei wenigen Arten möglich war, wurden die Tiere mit
Essigether abgetötet und im Büro mit dem Binokular bestimmt (zur Bestimmungsliteratur
siehe verwendete Quellen).
Ergebnisse:
Insgesamt wurden 65 Bienenarten nachgewiesen. Unter den Wildbienen fanden sich 18
Arten der Roten Liste von Berlin (SAURE 2005). Drei Arten sind vom Aussterben bedroht,
fünf Arten gelten als stark gefährdet, fünf Arten sind gefährdet, und fünf Arten stehen auf
der Vorwarnliste (s. Tab. 4).
In Berlin vom Aussterben bedroht sind die Punktierte Wollbiene (Anthidium punctatatum),
die Veränderliche Hummel (Bombus humilis) und die Hummelart Bombus veteranus. Die
Punktierte Wollbiene wurde in Berlin bisher nur an wenigen Stellen, wie z.B. auf dem ehemaligen Flugplatz Johannisthal nachgewiesen (SAURE 2005). Die Art lebt in trockenwarmen Lebensräumen und nistet vorwiegend in Erdritzen und zwischen Steinen und
losem Geröll. Zum Bau des Nestes, welches aus einer bis vier hintereinander liegenden
Brutzellen besteht, verwendet sie abgeschabte Pflanzenhaare z.B. von der Königskerze
oder der Sandstrohblume. Die Punktierte Wollbiene ist eine polylektische Art, d.h. sie
sucht den Pollen als Proviant für ihre Larven bei Pflanzenarten mehrerer Pflanzenfamilien. Nach W ESTRICH (1989) sind jedoch der Gemeine Hornklee und Gelbe Resede die
Hauptpollenquellen, die auch im Plangebiet vorkommen. Die Biene überwintert als Ruhelarve im Kokon.
Die Veränderliche Hummel (Bombus humilis) wurde nach SAURE (2005) in Berlin zuletzt
1995 im Wedding im Bereich des Festplatzes am Hohenzollerndamm und 1996 in der
Umgebung des Fort Hahneberg in Staaken nachgewiesen. Die Lebensräume dieser
Hummel befinden sich vorwiegend in offenem Gelände, aber auch an Waldrändern. Bisweilen tritt sie auch im Siedlungsbereich in Parkanlagen und Gärten auf. Die individuenarmen Nester werden bevorzugt oberirdisch in der Krautschicht unter Grasbüscheln und
Moospolstern angelegt. Seltener nistet die Art auch unterirdisch in verlassenen Mäusenestern.
Von der in Berlin ebenfalls vom Aussterben bedrohten Hummelart Bombus veteranus gibt

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Seite 28

es bisher nur einen aktuellen Fund aus Hohenschönhausen aus dem Jahre 1995 (SAURE
2005). Ihre Lebensräume und ihre Nistweise ähneln der Veränderlichen Hummel. Die
überwinternden Weibchen erscheinen Mitte April.
Folgende fünf in Berlin stark gefährdete Wildbienenarten wurden im Gebiet gefunden: die
Filzbiene Epeolus cruciger, die Furchenbiene Lasioglossum setulosum, die Blattschneiderbiene Megachile pilidens, die Mauerbiene Osmia mustelina und die Graubiene Rhophitoides canus.
Die Filzbiene Epeolus cruciger ist eine Kuckucksbiene bei den Seidenbienenarten Colletes succinctus und Colletes marginatus. Letztere Art kommt möglicherweise auch im Gebiet vor, wurde jedoch 2007 nicht nachgewiesen. Als Nektarquelle zur Eigenversorgung
dient dieser Filzbienenart u.a. Hasenklee und Rainfarn. Ihre Flugzeit reicht von Anfang
Juli bis in den September.

Abb. 14:

Weibchen der Rosen-Blattschneiderbiene (Megachile centuncularis)
an einer Blüte des Gemeinen Bitterkrautes

Die 5-6 mm große Furchenbienenart Lasioglossum setulosum gilt auch bundesweit als
stark gefährdet. Sie erscheint im Sommer auf Ruderalfluren und Trockenrasen. Die Blattschneiderbiene Megachile pilidens lebt in trockenwarmen Lebensräumen. Sie nistet in
vorhandenen Hohlräumen besonders unter Steinen. Diese Wildbiene ist polylektisch, bevorzugt aber Schmetterlingsblütler wie Luzerne, Sichelklee und Hauhechel. Die gehölzarmen Bereiche des Plangebietes stellen daher sowohl was die Nistmöglichkeiten, als
auch was die Pollen- und Nektarversorgung anbelangt einen günstigen Lebensraum für
diese Blattschneiderbiene dar.
Die Mauerbiene Osmia mustelina, von der beide Geschlechter gefangen wurden, ist bundesweit ebenfalls stark gefährdet. Ihre Brutzellen legt sie direkt nebeneinander in unter-

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Seite 29

schiedlichen Hohlräumen wie z.B. Mauerlöchern oder zwischen aufgeschichteten Steinen
an. Möglicherweise nutzt sie im Gebiet die besonnten Backsteinruinen oder die Schotterflächen der Gleisanlagen als Brutplätze. Als Material zum Bau der bis zu 23 Brutzellen
verwendet Osmia mustelina zerkaute grüne Blattstücke. Als Pollenquellen für die Versorgung der Brut dienen ihr u.a. Natternkopf und Gewöhnlicher Hornklee.
Die Graubiene Rhophitoides canus erscheint im Juni. An ebenen bis geneigten vegetationslosen bis lückig bewachsenen sandigen Stellen gräbt sie 20 bis 30 cm tiefe Nester in
den Boden. Die Brutzellen liegen einzeln oder bis zu drei direkt hintereinander am Ende
von 1-3 cm langen Seitengängen, die rechtwinklig vom senkrechten Hauptgang abgehen.
Diese Graubiene ist oligolektisch auf Arten der Gattung Medicago spezialisiert, wie Sichel-Luzerne und Hopfenklee, die auch im Plangebiet wachsen.
Bei den fünf in Berlin gefährdeten Wildbienenarten die im Untersuchungsgebiet leben
handelt es sich um die Wollbiene Anthidium oblongatum, die Sechsbindige Furchenbiene
(Halictus sexcinctus), die beiden Furchenbienenarten Lasioglossum zonulum und Lasioglossum intermedium und die Rosen-Blattschneiderbiene (Megachile centuncularis). Die
Wollbienenart Anthidium oblongatum lebt u.a. auf trockenwarmen Ruderalfluren. Ihre
Nester legt sie in vorhandenen Hohlräumen an wie Erdritzen, Mauerfugen oder aufeinander liegenden Steinen. Die Nester bestehen aus bis zu 8 Brutzellen. Als Baumaterial dienen abgeschabte Pflanzenhaare z.B. von der Sandstrohblume. Pollenquellen sind u.a.
Steinklee und Gelbe Resede.
Die mit 13-16 mm auffällig großen Weibchen der Sechsbindigen Furchenbiene erscheinen im April. Die Männchen finden sich Anfang bis Mitte Juli. Die solitäre Art nistet neben
Steilwänden auch in ebenen vegetationsarmen Bereichen. Die Weibchen sind langlebig
und erleben oft das Schlüpfen ihrer Nachkommen. Pollen und Nektar werden häufig auf
Korbblütlern gesammelt.
Die Furchenbiene Lasioglossum zonulum, ist als typische Offenlandart auf trockenen
Wiesen und Ruderalstellen zu finden. Die Nester dieser solitären Biene werden an spärlich bewachsenen Stellen auch in harten Boden gegraben. Als Pollenquelle dienen viele
Pflanzenarten z.B. Schafgarbe, Wegwarte und Schöllkraut. Als Kuckucksbiene schmarotzt bei ihr die Blutbiene – Sphecodes monilicornis, die ebenfalls im Plangebiet gefunden
wurde.
Die ebenfalls gefährdete Furchenbiene Lasioglossum intermedium lebt bevorzugt in
Sandgebieten und holt sich ihren Pollen u.a. beim Wiesen-Löwenzahn und auf Weiden.
Die Rosen-Blattschneiderbiene (Megachile centuncularis) besiedelt u.a. Waldränder und
Ruderalstellen. Diese Wildbiene nistet in vorhandenen Hohlräumen, z.B. in Ritzen von
Balken oder in hohlen Stengeln von Heckenrosen oder dürren Brombeerranken. Die Brutzellen werden aus Teilen von Laubblättern verschiedener Sträucher und Bäumen, wie
Heckenrose oder Robinie hergestellt. Als polylektische Art nutzt sie Pollenquellen von
Pflanzenarten verschiedener Familien wie Hauhechel oder Gemeines Bitterkraut
(s. Abb. 14). Als Kuckucksbiene wurde u.a. die im Plangebiet ebenfalls vorkommende
Kegelbiene Coelioxys elongata beobachtet.
Auf der Vorwarnliste von Berlin, die keine eigentliche Kategorie der Roten Liste darstellt,
stehen folgende fünf im Gebiet gefangenen Arten: die Sandbiene Andrena pilipes, die

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im Bezirk Tempelhof-Schöneberg von Berlin

Seite 30

Kegelbiene Coelioxys elongata, die Furchenbiene Halictus leucaheneus, die Goldglänzende Furchenbiene (Halictus subauratus) und die Blattschneiderbiene – Megachile
alpicola.
Die Sandbienenart Andrena pilipes und die Furchenbiene Halictus leucaheneus gelten
bundesweit sogar als gefährdet, so dass diese beiden Arten auch kurz beschrieben werden sollen. Die schwarz gefärbte 11-15 mm große Sandbiene Andrena pilipes lebt als
Offenlandart u.a. auf Ruderalflächen. Als Pollenquelle nutzt A. pilipes z.B. Kreuzblütler
und Gelbe Resede. In Süddeutschland ist die Art stark zurückgegangen und ist daher
sowohl in Bayern als auch in Baden-Württemberg stark gefährdet. Die 7-9 mm große
Furchenbiene Halictus leucaheneus siedelt überwiegend in Sandgebieten, wie Binnendünen und sandigen Ruderalstellen. Arten wie Berg-Sandglöckchen, Kleines Habichtskraut
und Graukresse dienen ihr als Pollenquelle.
Zusammenfassende Bewertung
Das Plangebiet stellt mit seinen Ruderalflächen und stellenweise gering bewachsenen
Sandflächen einen bedeutenden Lebensraum für Bienen dar. Von Anfang Mai bis Mitte
August konnten durch 6 Begehungen 65 Bienenarten nachgewiesen werden, von denen
18 Arten, also über ein Viertel, auf der Roten Liste von Berlin stehen, einschließlich 5 Arten der Vorwarnliste. Besonders hervorzuheben sind 3 vom Aussterben bedrohte und fünf
stark gefährdete Arten. Alle Bienenarten mit Ausnahme der Honigbiene sind nach der
Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Vor dem Hintergrund, dass 20 Erfassungstage von April bis September angenommen werden um 60-80 % des Wildbienenbestandes eines Gebietes zu erfassen (HAESELER & RITZAU 1998), sind weitere RoteListe Arten zu erwarten.
Durch die arten- und blütenreichen Ruderalfluren einschließlich der besonnten Schotterflächen der Bahnanlagen sowie die vor allem am westlichen und südlichen Rand vorhandenen oft spärlich bewachsenen Sandflächen sind für fast alle nachgewiesenen Bienenarten sowohl geeignete Pollen- und Nektarquellen für die Brut und zur Selbstversorgung
vorhanden sowie auch geeignete Nistmöglichkeiten.
Tab. 4:

Bienen im Geltungsbereich

Wissenschaftlicher
Name

Deutscher Name

Rote-Liste
Rote Liste
Berlin
Deutschland

BA

Ökol.
Typ

Andrena barbilabris

Sandbiene

-

-

§

en

Andrena flavipes

Sandbiene

-

-

§

en

Andrena minutula

Sandbiene

-

-

§

en

Andrena pilipes

Sandbiene

Vorwarnliste

gefährdet

§

en

Anthidium manicatum

Große Wollbiene

-

-

§

en/hy

Anthidium oblongatum

Wollbiene

gefährdet

Vorwarnliste

§

en/hy

Anthidium punctatum

Punktierte Wollbiene

Vom
Aussterben
bedroht

gefährdet

§

en

Anthophora plumipes

Gemeine Pelzbiene

-

-

§

en

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im Bezirk Tempelhof-Schöneberg von Berlin

Seite 31

Wissenschaftlicher
Name

Deutscher Name

Apis mellifera

Honigbiene

-

-

Bombus campestris

Hummel

-

-

§

par

Bombus humilis

Veränderliche Hummel

Vom
Aussterben
bedroht

Vorwarnliste

§

en/hy

Bombus lapidarius

Steinhummel

-

-

§

en/hy

Bombus pascuorum

Hummel

-

-

§

en/hy

Bombus rupestris

Hummel

-

-

§

par

Bombus terrestris

Erdhummel

-

-

§

en

Bombus veteranus

Hummel

Vom
Aussterben
bedroht

gefährdet

§

en/hy

Coelioxys conica

Kegelbiene

-

-

§

par

Coelioxys elongata

Kegelbiene

Vorwarnliste

Gefährdung
anzunehmen

§

par

Colletes daviesanus

Gemeine Seidenbiene

-

-

§

en

Colletes fodiens

Seidenbiene

-

gefährdet

§

en

Colletes similis

Seidenbiene

-

-

§

en

Dasypoda hirtipes

Hosenbiene

-

-

§

en

Epeolus cruciger

Filzbiene

Stark
gefährdet

Vorwarnliste

§

par

Epeolus variegatus

Filzbiene

-

-

§

par

Halictus leucaheneus

Furchenbiene

Vorwarnliste

gefährdet

§

en

Halictus sexcinctus

Sechsbindige
Furchenbiene

Gefährdet

gefährdet

§

en

Halictus subauratus

Goldglänzende
Furchenbiene

-

§

en

Hylaeus hyalinatus

Maskenbiene

-

-

§

en/hy

Hylaeus communis

Maskenbiene

-

-

§

hy

Hylaeus confusus

Maskenbiene

-

-

§

hy

Hylaeus signatus

Maskenbiene

-

-

§

en/hy

Lasioglossum albipes

Furchenbiene

-

-

§

en

Lasioglossum
intermedium

Furchenbiene

gefährdet

Gefährdung
anzunehmen

§

en

Lasioglossum laticeps

Furchenbiene

-

-

§

en

Lasioglossum parvulum

Furchenbiene

-

Gefährdet

§

en

Lasioglossum pauxillum

Winzige Furchenbiene

-

-

§

en

Lasioglossum setulosum Furchenbiene

stark
gefährdet

stark gefährdet

§

en

Lasioglossum zonulum

gefährdet

-

§

en

Furchenbiene

Rote-Liste
Rote Liste
Berlin
Deutschland

Vorwarnliste

BA

Ökol.
Typ
hy

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Wissenschaftlicher
Name

Deutscher Name

Lasioglossum
minutissimum

Furchenbiene

Megachile centuncularis

RosenBlattschneiderbiene

Megachile maritima

Blattschneiderbiene

Megachile alpicola

Blattschneiderbiene

Megachile circumcincta

Seite 32

Rote-Liste
Rote Liste
Berlin
Deutschland

BA

Ökol.
Typ

-

-

§

en

gefährdet

-

§

en/hy

gefährdet

§

en

Vorwarnliste

-

§

hy

Blattschneiderbiene

-

-

§

en/hy

Megachile ericetorum

Blattschneiderbiene

-

Vorwarnliste

§

en

Megachile pilidens

Blattschneiderbiene

stark
gefährdet

gefährdet

§

en

Megachile rotundata

Blattschneiderbiene

-

-

§

en/hy

Megachile willughbiella

Blattschneiderbiene

-

-

§

en/hy

Melecta albifrons

Trauerbiene

-

-

§

par

Melitta haemorrhoidalis

GlockenblumenSägehornbiene

-

-

§

en

Melitta leporina

Sägehornbiene

-

-

§

en

Osmia adunca

Mauerbiene

-

Vorwarnliste

§

en/hy

Osmia aurulenta

SchneckenhausMauerbiene

-

-

§

hy

Osmia bicornis

Rote Mauerbiene

-

-

§

hy

Osmia caerulescens

Blaugrüne Mauerbiene

-

-

§

en/hy

Osmia claviventris

Mauerbiene

-

-

§

hy

Osmia mustelina

Mauerbiene

stark
gefährdet

stark gefährdet

§

en/hy

Panurgus calceratus

Zottelbiene

-

-

§

en

Rhophitoides canus

Graubiene

stark
gefährdet

Vorwarnliste

§

en

Sphecodes marginatus

Blutbiene

-

Daten defizitär

§

par

Sphecodes albilabris

Blutbiene

-

-

§

par

Sphecodes ephippius

Blutbiene

-

-

§

par

Sphecodes monilicornis

Blutbiene

-

-

§

par

Sphecodes pellucidus

Blutbiene

-

-

§

par

Sphecodes puncticeps

Blutbiene

-

-

§

par

Sphecodes reticulatus

Blutbiene

-

-

§

par

Rote Liste Berlin: Saure, C (2005),
Rote Liste Deutschlands: Bundesamt für Naturschutz (Hrsg.)(1998)
BA: Bundesartenschutzverordnung (2005), §: besonders geschützt
Ökol. Typ: en (endogäisch): nestbauende Arten, die ihre Nester in selbstgegrabenen oder vorgefundenen
Hohlräumen im Erdboden anlegen; hy (hypergäisch): Nestbauende Arten, die ihre Nester oberirdisch in
Totholz, in dürren Pflanzenstengeln, in Mauerspalten in leeren Schneckenhäusern u.ä. anlegen oder freistehende Nester bauen; par: Arten mit schmarotzender Lebensweise

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5.4

Seite 33

LAUFKÄFER

Methodik
Zur Erfassung der epigäischen Laufkäferfauna wurden Bodenfallen an 3 Standorten unterschiedlicher Vegetationsstruktur und -zusammensetzung ausgebracht (s. Abb. 15-17).
Pro Standort wurden sechs Fallen in einem Abstand von 10 m zueinander installiert. Als
Fallen kamen handelsübliche Einmachgläser mit einem Fassungsvermögen von 230 ml
und einem Durchmesser von 7,2 cm zum Einsatz. Sie wurden abschließend mit der Bodenoberfläche eingegraben. Als Fangflüssigkeit diente 5%-ige Essigsäure, als Detergenz
wurde handelsübliches unparfümiertes Spülmittel verwendet. Die Fanggefäße wurden zu
drei jeweils 2-wöchigen Fangperioden im Gebiet ausgebracht:
Fangperiode 1: 10.05. – 25.05.2007
Fangperiode 2: 06.06. – 21.06.2007
Fangperiode 3: 21.08. – 13.09.2007
Innerhalb jeder Fangperiode wurden die Fallen im Abstand von 5 Tagen kontrolliert, um
die Auswirkungen von Austrocknung bzw. Überlaufen durch Regenwasser zu minimieren.
Zusätzlich zu den Fallenfängen wurden an 2 Terminen an einigen zusätzlichen Standorten Handaufsammlungen durchgeführt. Hierbei handelte es sich um kleinflächige Sonderstandorte bzw. Übergangsbereiche:
Fangplatz H 1: Bereich zwischen ICE-Trasse und Gehölzrand (29.06.2007; 03.09.2007)
Fangplatz H 2 Halbruderale Grasflur im N-Teil (03.09.2007)
Fangplatz H 3: Lockere Gehölzbereiche mit Totholz östlich Offensandfläche
(03.09.2007)
Die gefangenen Exemplare wurden unter dem Binokular nach MÜLLER-MOTZFELD (2006)
bestimmt. Bei schwer zu trennenden Arten (hier insb. Calathus ambiguus und erratus)
wurden Genitalpräparate angefertigt. Von allen Arten wurden Belegexemplare präpariert;
diese befinden sich beim Bearbeiter.
Zur Bestimmung von Aktivitätsdominanzen innerhalb der an den Standorten festgestellten
Laufkäferzönose wurden die Dominanzklassen nach MÜHLENBERG (1993) berechnet.
Dominanzklasse

Anteil am Gesamtfang (%)

eudominant

32,0 – 100%

dominant

10,0 – 31,9%

subdominant

3,2 – 9,9%

rezedent

1,0 – 3,1%

subrezedent

0,32 – 0,99%

sporadisch

> 0, 32%

„Hauptarten“

„Begleitarten“

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Seite 34

Fallenstandorte:
Abb. 15: Fallenstandort 1 wurde in
der Sandoffenfläche im Süden des
Gebietes eingerichtet (s. Karte 1). Es
handelt sich um eine voll besonnte
Offensandfläche mit einer Vegetationsdeckung von < 30 %.
Den
Bestand
prägen
SchafSchwingel (Festuca ovina agg.), Kleiner Sauerampfer (Rumex acetosella),
Nachtkerze (Oenothera spec.) und
Dach-Trespe (Bromus tectorum).

Abb. 16: Fallenstandort 2 wurde im Bereich
der noch sporadisch genutzten Gleise im
Osten des Gebietes eingerichtet (s. Karte 1).
Es handelt sich um eine voll besonnte Grobschotterfläche mit einer Vegetationsdeckung
von ca. 50 %.
Den Bestand prägen Platthalm-Rispe (Poa
compressa), Johanniskraut (Hypericum perforatum), Nachtkerze (Oenothera spec.),
Wilde Möhre (Daucus carota), Goldrute (Solidago spec.), Glatthafer (Arrhenatherum elatius) und Waldrebe (Clematis vitalba).

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Seite 35

Abb. 17: Fallenstandort 3 wurde innerhalb
des Robinien-Vorwaldes im Zentralbereich
des Plangebietes eingerichtet (s. Karte 1).
Die Gehölzdeckung beträgt 60 – 70%, der
Unterwuchs ist meist recht spärlich. Der Boden ist durch anthropogen eingebrachten
Grobschotter geprägt, es ist eine deutliche
Humusakkumulation feststellbar.
Der Bestand wird dominiert von Robinie (Robinia pseudoacacia), daneben kommen an
Gehölzen Spitz-Ahorn (Acer platanoides),
Weißdorn (Crataegus spec.), Brombeere
(Rubus spec.) und Efeu (Hedera helix) vor.
Bestimmende Krautige sind Hain-Rispe (Poa
nemoralis), Schöllkraut (Chelidonium majus)
und Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata).

Ergebnisse
Im Plangebiet konnten insgesamt 28 Laufkäferarten nachgewiesen werden (s. Tabelle 5),
davon konnten 23 Arten in den Bodenfallen gefangen werden (insg. 512 Individuen), für 5
Arten gelang ein Nachweis nur über Handfänge.
Tab. 5:

Laufkäfer im Geltungsbereich

Wissenschaftl. Deutscher Name
Name

RL B

RL D

BArt
SchV

Fundort Vorzugshabitat

Amara aenea

Erzfarbener
Kamelläufer

-

-

-

2

11

Amara bifrons

Brauner PunkthalsKamelläufer

-

-

-

1,2

13

-

-

-

H2

5

-

Vorwarnliste

-

3

13

Amara communis Schmaler WiesenKamelläufer
Amara eurynota

Großer Kamelläufer

Amara familiaris

Gelbbeiniger
Kamelläufer

-

-

-

3

14

Amara fulva

Gelber Kamelläufer

-

-

-

1

12

Asaphidion
pallipes

Gewöhnlicher
Haarahlenläufer

-

-

-

H1

12

Badister bullatus

Gewöhnlicher
Wanderläufer

-

-

-

3

9

Bembidion
lampros

Gewöhnlicher
Ahlenläufer

-

-

-

H1

14

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Seite 36

Wissenschaftl.
Name

Deutscher Name

RL B

RL D

BA

Fundort Vorzugshabitat

Calathus
ambiguus

Breithalsiger Kahnläufer

-

-

-

1,2

11

Calathus erratus

Schmalhalsiger
Kahnläufer

-

-

-

1,2

11

Calathus fuscipes

Großer Kahnläufer

-

-

-

1,2

13

Calathus
melanocephalus

Rothalsiger
Kahnläufer

-

-

-

H2

13

Cicindela hybrida

Brauner
Sandlaufkäfer

-

-

§

1

12

Harpalus affinis

HaarrandSchnelläufer

-

-

-

2

14

Harpalus anxius

Seidenmatter
Schnelläufer

-

-

-

1,2

11

Harpalus pumilus

Zwerg-Schnelläufer

-

Vorwarnliste

-

2

11

Harpalus rubripes

Metallglänzender
Schnelläufer

-

-

-

1,2,3

13

Harpalus
smaragdinus

Smaragdfarbener
Schnelläufer

-

-

-

1,2

11

Harpalus tardus

Gewöhnlicher
Schnelläufer

-

-

-

2,3

13

Harpalus
Goldfüßiger
xanthopus winkleri Schnelläufer

-

Daten
defizitär

-

3

7

Microlestes
minutulus

Schmaler
Zwergstutzläufer

-

-

-

2

13

Nebria brevicollis

Gewöhnlicher
Dammläufer

-

-

-

3

7

Notiophilus
biguttatus

Zweifleckiger
Laubläufer

-

-

-

2,3

8

Olisthopus
rotundatus

Sand-Glattfußläufer

Erstnachweis
für Berlin

stark
gefährdet

-

2

Ophonus
puncticeps

Feinpunktierter
Haarschnelläufer

-

-

-

1,2

13

Panagaeus
bipustulatus

TrockenwiesenKreuzläufer

-

-

-

3

9

Trechus
quadristriatus

Gewöhnlicher
Flinkläufer

-

-

-

H2

14

RL B: Rote Liste Berlin: KIELHORN 2005,
RL D: Rote Liste Deutschland: TRAUTNER, MÜLLER-MOTZFELD & BRÄUNICKE 1998
BA: Bundesartenschutzverordnung (2005), §: besonders geschützt
Fundort: 1: Fallenstandort offene Sandfläche; 2: Fallenstandort Ruderalflur auf Bahnschotter; 3: Fallenstandort Robinien-Vorwald; H 1: Handaufsammlung Gehölzrand – Übergang zu offenen Sandflächen; H 2: Handaufsammlung lückige Ruderalflur im Nordteil
Vorzugshabitate: 5 Frischwiesen und –weiden; 7 Mesophile Laubwälder; 8 Bodensaure Mischwälder; 9 Gehölzsäume, Vorwälder, Hecken; 11 Sandtrockenrasen, Halbtrockenrasen, Magerrasen; 12 vegetationsarme
Rohböden; 13 Ruderalfluren; 14 Ackerunkrautfluren

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Seite 37

Eine Art (Olisthopus rotundatus), die bundesweit als „stark gefährdet“ gilt, konnte für Berlin neu nachgewiesen werden. Weiterhin konnten 2 Arten nachgewiesen werden, die
deutschlandweit auf der Vorwarnliste (TRAUTNER ET AL. 1997) geführt werden. Der Braune
Sandlaufkäfer (Cicindela hybrida) ist von der Bundesartenschutzverordnung als besonders geschützte Art erfasst.
Der Sand-Glattfußläufer (Olisthopus rotundatus) konnte im Gebiet für das Land Berlin
neu nachgewiesen werden, bundesweit gilt die Art als „stark gefährdet“. Der Fund wurde
von KIELHORN bestätigt, das Belegexemplar befindet sich dort.
Der Sand-Glattfußläufer (s. Abb. 18) gilt als typische Art der Sandmagerrasen und scheint
in Brandenburg an geeigneten Standorten verbreitet aber insgesamt selten zu sein
(KIELHORN, schriftl. Mitteilung). In Brandenburg wird er als derzeit nicht gefährdet angesehen (SCHEFFLER ET AL. 1999). Die Art pflanzt sich im Herbst fort und überwintert als
Larve. Obwohl flugfähige (makroptere) Individuen häufiger vorkommen, wurde Flugaktivität zur Ausbreitung noch nicht beobachtet. Es wird aber von einem guten fußläufigen
Ausbreitungsvermögen ausgegangen (DE VRIES 1996).

Abb. 18:

Sand-Glattfußläufer (Olisthopus rotundatus)
(Quelle: www.koleopterologie.de)

Im Gebiet konnte der Sand-Glattfußläufer in einem Einzelexemplar in einer Bodenfalle am
Fallenstandort 2 gefangen werden. Fangzeitpunkt war die erste Septemberwoche. Ausgehend von den bekannten Daten zur Ausbreitungsfähigkeit kann vermutet werden, dass
die Art auch in den nördlich und südlich an das Plangebiet angrenzenden BahnbracheBereichen vorkommt. Aufgrund der wohl arttypisch geringen Populationsgrößen scheint
es durchaus möglich, dass die Art weitere geeignete Bahnbrache-Gelände in Berlin besiedelt, ohne das sie bisher nachgewiesen werden konnte.
Der Braune Sandlaufkäfer (Cicindela hybrida) als „besonders geschützte Art“ nach Bundesartenschutzverordnung gilt sowohl in Berlin als auch bundesweit derzeit als ungefährdet. Die Art ist typisch für voll besonnte Offensandflächen. Sie ist voll flugfähig und besitzt

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Seite 38

ein gutes Ausbreitungsvermögen. Im Geltungsbereich konnte sie häufig sowohl auf der
Offensandfläche im Süden als auch in den Offensandbereichen entlang der ICE-Trasse
beobachtet werden (s. Abb.19). In den Schotterbereichen fehlt Cicindela vollständig.
Fallenstandort 1 – Offensandfläche:
Am Fallenstandort 1 konnten 10 Laufkäferarten mit insgesamt 276 Individuen nachgewiesen werden. Harpalus smaragdinus ist eudominant (68% der Individuen), daneben
spielen noch Amara bifrons (dominant – 10% der Individuen), Calathus ambiguus (subdominant – 8% der Individuen), Calathus erratus (subdominant – 6% der Individuen) und
Cicindela hybrida (subdominant – 5% der Individuen) eine größere Rolle. Die Artenzusammensetzung ist bestimmt durch weiter verbreitete Arten der Sandtrockenrasen und
Offensandflächen. Artenzusammensetzung und Dominanzstruktur kennzeichnen den
Standort als Pionierbereich.

Abb. 19:

Brauner Sandlaufkäfer (Cicindela hybrida)

Fallenstandort 2 – Grobschotter:
Am Fallenstandort 2 konnten 16 Laufkäferarten mit insgesamt 167 Individuen nachgewiesen werden. Auch hier ist Harpalus smaragdinus eudominant (36% der Individuen),
allerdings in erheblich geringerem Ausmaß, daneben spielen Amara bifrons (dominant –
14% der Individuen), Calathus erratus (dominant - 11% der Individuen) und Ophonus
puncticeps (dominant – 11% der Individuen) eine größere Rolle. Weiterhin kommen noch
4 subdominante Arten vor: Amara aenea (7% der Individuen), Calathus ambiguus (4%
der Individuen), Harpalus pumilus (4 % der Individuen), Microlestes minutulus (7% der
Individuen). Es dominieren Arten der Sandtrockenrasen und trockenen Ruderalfluren sowie Arten der Gehölzränder. Insgesamt weisen Dominanzstruktur und Artenvielfalt auf
einen besser entwickelten Standort hin.
Fallenstandort 3 – Robinien-Vorwald:
Am Fallenstandort 3 konnten 9 Laufkäferarten mit insgesamt lediglich 69 Individuen

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Seite 39

nachgewiesen werden. Eudominant und für die Artenzusammensetzung absolut prägend
ist Notiophilus biguttatus (77% der Individuen). Daneben spielen nur noch Badister bullatus (6% der Individuen) und Harpalus rubripes (4% der Individuen) als subdominante Arten eine etwas größere Rolle. Notiophilus biguttatus gilt als Art bodensaurer Mischwälder,
bevorzugt jedoch eher ruderalisierte Standorte. Darüber hinaus wird das Artenspektrum
eher von Gehölzrandarten geprägt und kann insgesamt als verarmt gelten. So konnten
keine Nachweise weitverbreiteter Waldarten wie Abax parallelepipedus, Carabus nemoralis, Carabus coriaceus, Leistus ferrugineus, Pterostichus niger, Pterostichus oblongopunctatus oder Pterostichus strenuus erbracht werden, die in entwickelten Waldökosystemen
anzutreffen sein müssten. Hierbei scheinen das geringe Alter und die Isolation des Bestandes eine Rolle zu spielen.
Zusammenfassende Bewertung
Als wertgebend für das Plangebiet können Olisthopus rotundatus und Cicindela hybrida
gelten. Beide Arten bevorzugen offene, voll besonnte Bereiche mit gering entwickelter
Vegetationsstruktur. Die Larven von Cicindela hybrida benötigen darüber hinaus Sandoffenflächen zur Entwicklung, die Art wird durch aktives Offenhalten von Sandflächen gefördert. Im jetzigen Zustand beherbergen die Waldbereiche nur ein deutlich verarmtes
Artenspektrum, was aber aufgrund von Alter und Lage zu erwarten war. Die Weiterentwicklung der Laufkäferfauna bei fortschreitender Sukzession des Waldes hängt zuallererst vom Vorkommen typischer Waldarten in der näheren Umgebung ab.

5.5

HEUSCHRECKEN

Methodik
Die Erfassung des Arteninventars der Heuschrecken erfolgte durch Sichtbeobachtung,
Verhören und Kescherfang adulter Tiere an insgesamt 5 Terminen zwischen Mai und
August 2007:
1. am 18.05.2007 zwischen 14.00 und 15.00 (18° C, b ewölkt, leichter Wind)
2. am 29.06.2007 zwischen 12.00 und 15.00 (20° C, b ewölkt, leichter Wind)
3. am 23.07.2007 zwischen 13.30 und 16.30 (25° C, l eicht bewölkt, leichter Wind)
4. am 06.08.2007 zwischen 11.30 und 14.30 (26° C, l eicht bewölkt, windstill)
5. am 21.08.2007 zwischen 12.00 und 13.30 (22° C, b ewölkt, leichter Wind)
Zusätzlich wurden die Beifänge von Heuschrecken (incl. Nymphen) in den Bodenfallen
ausgewertet.
Die Begehungen fanden in allen dem Augenschein nach für Heuschrecken geeigneten
Bereichen des Gebietes statt (s. Karte 1). Eine gezielte Suche nach kryptischen Arten
(VUBD 1999) sowie Dornschrecken fand nicht statt. Es wurde davon ausgegangen, dass
bei einem Vorkommen von Dornschrecken Nachweise über den Bodenfallen-Beifang erbracht werden können. Die Bestimmung erfolgte nach BELLMANN (1993) und BAUR ET AL.
(2006), die Determination der Nymphen nach INGRISCH (1977) bzw. OSCHMANN (1968).

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Seite 40

Die Gesamtzahl der beobachteten Individuen einer Art wurde mit Hilfe einer 5-stufigen
Skala (VUBD 1999) Häufigkeitsklassen zugeordnet:

Häufigkeitsklasse

Bedeutung

Individuenzahl

e

Einzelfund

1

s

selten

2 - 10

m

mäßig häufig

11 – 25

h

häufig

26 - 50

sh

sehr häufig

> 51

Es wurde die Anzahl singender Männchen notiert. Ausnahme davon ist die Blauflügelige
Ödlandschrecke, bei der die abfliegenden Individuen gezählt wurden. Die in Tabelle 6
dargestellten Häufigkeitsangaben beziehen sich auf die jeweils höchste festgestellte Anzahl über alle Begehungen, bezogen auf die Gesamtfläche des Untersuchungsraumes.
Zusätzlich wurde bei der Begehung am 06.08.2007 eine Transekterfassung der Blauflügeligen Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens) im Bereich zwischen der ICE-Trasse
und dem östlich anschließenden Gehölzrand durchgeführt (s. Karte 1). Dabei wurden alle
auffliegenden Exemplare der Art während des langsamen Durchschreiten des Transektes
(1 Durchgang) gezählt.
Ergebnisse
Im Plangebiet konnten insgesamt 11 Heuschreckenarten nachgewiesen werden (s. Tabelle 6). Davon gilt mit der Blauflügeligen Ödlandschrecke eine Art nach Bundesartenschutzverordnung als „besonders geschützt“. Eine Art gilt nach der aktuellen Roten Liste
(MACHATZI et al. 2005) in Berlin als „gefährdet“, 2 Arten werden in der Vorwarnliste geführt. Bundesweit gelten 2 Arten als „gefährdet“, eine Art steht auf der Vorwarnliste.
Besonders hervorzuheben ist das individuenreiche Vorkommen der Blauflügeligen Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens) (s. Abb. 20). Die Art gilt nach Bundesartenschutzverordnung als „besonders geschützt“ und wird bundesweit als gefährdet eingestuft. In Berlin gilt sie als Art der Vorwarnliste. Innerhalb Deutschlands liegt ein Verbreitungsschwerpunkt der Art in Berlin und Brandenburg (HÖHNEN ET AL. 2000; MAAS ET AL.
2002).
Die Blauflügelige Ödlandschrecke besiedelt bevorzugt Magerrasen mit hohem Offenbodenanteil und wird auch häufig in Sekundärbiotopen (wie z.B. Bahnanlagen) angetroffen
(SCHLUMPRECHT & W AEBER 2003). Als wichtige Habitatparameter gelten: Trockene Böden, hohe Sonneneinstrahlung, lichte Vegetationsdecke mit Offenbodenbereichen. Die
Larven gelten als feuchtigkeitsliebender als die Adulti. Obwohl Oedipoda relativ weit fliegen kann, gilt sie dennoch nur als Art mit einem mäßigen Pionierpotenzial. Im Gebiet
wurde die Blauflügelige Ödlandschrecke in allen offenen Bereichen mit lückiger Vegetation angetroffen, sowohl auf den Sand- als auch auf den Grobschotterflächen. Dabei ist sie
neben dem Braunen und dem Verkannten Grashüpfer die häufigste Heuschreckenart: So
konnten am 06.08.2007 bei einer Transekterfassung im Bereich zwischen der ICE-Trasse

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und dem östlich anschließenden Gehölzrand 68 abfliegende Tiere beobachtet werden.
Tab. 6:

Heuschrecken im Geltungsbereich

Wissenschaftlicher
Name

Deutscher Name

RL B

RL D

BArt
SchV

Häufigkeit

Ensifera - Langfühlerschrecken
Tettigonidae - Laubheuschrecken
Leptophyes
punctatissima

Punktierte Zartschrecke

-

-

-

e

Conocephalus discolor

Langflügelige
Schwertschrecke

-

-

-

s

Tettigonia viridissima

Grünes Heupferd

-

-

-

s

Platycleis albopunctata

Westliche Beißschrecke Vorwarnliste

Gefährdet

-

h

Metrioptera roeselii

Roesels Beißschrecke

-

-

-

s

Caelifera - Kurzfühlerschrecken
Acrididae - Feldheuschrecken
Oedipoda caerulescens

Blauflügelige
Ödlandschrecke

Vorwarnliste

Gefährdet

§

sh

Stenobothrus lineatus

Heidegrashüpfer

Gefährdet

Vorwarnliste

-

s

Chorthippus biguttulus

Nachtigall-Grashüpfer

-

-

-

s

Chorthippus brunneus

Brauner Grashüpfer

-

-

-

sh

Chorthippus dorsatus

Wiesen-Grashüpfer

-

-

-

m

Chorthippus mollis

Verkannter Grashüpfer

-

-

-

sh

RL B: Rote Liste Berlin: MACHATZI, B., RATSCH, A., PRASSE, R. & RISTOW , M. 2005
RL D: Rote Liste Deutschland: MAAS, ST., DETZEL, P. & A. STAUDT 2002
BArtSchV: Bundesartenschutzverordnung (2005), §: besonders geschützt
Häufigkeit: Häufigkeitsklassen nach VUBD (1999): e = Einzelfund; s = selten (2 – 10 Ind.); m = mäßig häufig
(11 – 20 Ind.); h = häufig (21 – 50 Ind.); sh = sehr häufig (> 51 Ind.)

Mit dem Heidegrashüpfer (Stenobothrus lineatus) konnte eine in Berlin als gefährdet eingestufte Feldheuschrecke nachgewiesen werden. Bundesweit gilt sie als Art der Vorwarnliste. Sie besiedelt bevorzugt weiter entwickelte Magerrasen mit dichteren Vegetationsstrukturen und weist demnach geringere mikroklimatische Ansprüche als beispielsweise
Oedipoda caerulescens auf. Die Art ist insbesondere auf Bultgräser wie Silbergras (Corynephorus canescens) oder Schafschwingel (Festuca ovina agg.) angewiesen, in deren
Nähe sie sich bevorzugt aufhält. Im Plangebiet konnte Stenobothrus lineatus nur in einer
kleinen Population (max. 4 singende Männchen am 23.07.2007) am Nordostrand des
Gehölzbereiches nachgewiesen werden (s. Karte 1). Der Vegetation im Lebensraum ist
niedrigwüchsig, aber dicht geschlossen und geprägt durch Schafschwingel-Bulte.
Ebenfalls nachgewiesen ist die Westliche Beißschrecke (Platycleis albopunctata). Bundesweit gilt sie als gefährdet, in Berlin wird sie als Art der Vorwarnliste geführt. Besiedelt
werden bevorzugt vollsonnige lückige Vegetationsstrukturen mit einem hohen Offenbodenanteil. Die Westliche Beißschrecke ist in Berlin und Brandenburg weit verbreitet und

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gilt als mobil und ausbreitungsfreudig. Sie kann demnach als typische Pionierart trockener und sonniger Offenbodenbereiche gelten. Im Plangebiet kommt die Art in allen Offenflächen verbreitet vor, ist dabei aber deutlich seltener als die Blauflügelige Ödlandschrecke. Einen Verbreitungsschwerpunkt bildet die Offensandfläche im Süden an der Monumentenbrücke (s. Karte 1).

Abb. 20:

Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens)

Zusammenfassende Bewertung
Das festgestellte Arteninventar bildet zu einem Großteil die für trockene Brachflächen in
Städten Norddeutschlands typische Artenzusammensetzung ab (HAACKS 2007). Als Berliner Besonderheit kann hierbei das häufige Vorkommen der Blauflügeligen Ödlandschrecke festgehalten werden. Die von KLATT (2006) für Brandenburg beschriebene Assoziationsgruppe für Silbergrasfluren mit einer Vegetationsdeckung > 10% ist in den Offenbereichen fast vollständig anzutreffen. Auffällig ist das völlige Fehlen der Gefleckten Keulenschrecke (Myrmeleotettix maculatus) im Plangebiet, einer gut kenntlichen und i.A. weit
verbreiteten Art.
Aufgrund des Vorkommens eines weitgehend vollständigen Arteninventars inkl. geschützter und gefährdeter Arten in größeren Populationen sind die ruderalisierten Sandtrockenrasen und ausdauernden Ruderalfluren für die Heuschreckenfauna als wertvoll einzustufen. Eine besondere Bedeutung kommt hierbei dem Nebeneinander verschiedener Sukzessionsstadien (hoher Offenbodenanteil – dicht geschlossen aber niedrigwüchsig) zu,
die von unterschiedlichen Artengruppen als Lebensraum genutzt werden.

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6.

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GESAMTBEWERTUNG

Der Geltungsbereich weist ein vielfältiges Mosaik unterschiedlicher Biotopstrukturen auf.
Der überwiegende Teil des Geltungsbereichs wird von gehölzgeprägten Biotoptypen wie
Gebüschen, Vorwäldern und Wäldern eingenommen. Offene vegetationslose, meist
durch Schotter geprägte Standorte und Ruderalfluren nehmen nur knapp ein Viertel der
Fläche ein.
Floristisch stellt sich das Gebiet mit 177 Arten sehr artenreich dar. Auffallend gering ist
jedoch der Anteil an Arten, die in der Roten Liste der Pflanzenarten Berlins geführt werden. Lediglich die Graugrüne Rose (Rosa subcanina), gilt als „stark gefährdet“. Die Sandstrohblume (Helichrysum arenarium), die an zwei Standorten aufgenommen wurde, gilt
nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchVO) als besonders geschützt.
Besonders artenreich sind aus floristischer Sicht die offenen Standorte. Ein floristisch
bemerkenswerter Artenbestand befindet sich im Norden des Geltungsbereichs unmittelbar an der östlichen Gebietsgrenze. Hier bereichern so außergewöhnliche Arten wie
Kopf-Ginster (Cytisius supinus) und Nizza-Wolfsmilch (Euphorbia cf. niccaensis) sowie
verwilderte Zierarten wie Wald-Platterbse (Lathyrus sylvestris), Großblütiges Mädchenauge (Coreopsis grandiflora) und Sonnenauge (Heliopsis helianthoides) das Bild. Hinzu
kommen einige Straucharten wie die Hundsrose (Rosa canina), Bastard-Indigo (Amorpha
fruticosa), Gewöhnlicher und Busch-Erbsenstrauch (Caragana arborescens, C. frutex)
und der Pfriemenginster (Spartium junceum).
Ebenso stellen sich die Vorwälder im Gebiet teilweise sehr gehölzartenreich dar. Neben
den typischen Vorwaldarten Birke (Betula pendula), Robine (Robinia pseudacacia) und
Zitterpappel (Populus tremula) sind hier zahlreiche weitere Arten wie Weiß- und GrauPappel (Populus alba, P. canescens), Winterlinde (Tilia cordata), Stiel-, Rot- und ZerrEiche (Quercus robur, Q. rubra, Q. cerris), Eberesche (Sorbus aucuparia), SteinWeichsel (Prunus mahaleb), Steppen-Ahorn (Acer tataricum) und Waldkiefer (Pinus sylvestris) vertreten. Hinzu kommen Straucharten wie Erbsenstrauch (Caragana arborescens), Hundsrose (Rosa canina) und Weißdorn (Crataegus spec.).

Aus faunistischer Sicht hat der Geltungsbereich insbesondere Bedeutung als Lebensraum für Wildbienen. Von den insgesamt festgestellten 65 Arten gelten für Berlin 3 als
„vom Aussterben bedroht“, 5 sind „stark gefährdet“ und 5 „gefährdet“. Daneben spielen
von den untersuchten Artengruppen die Laufkäfer mit einem Erstnachweis für Berlin sowie dem individuenreichen Vorkommen einer besonders geschützten Art und die Heuschrecken mit einem weitgehend vollständigen Arteninventar ruderalisierter Sandtrockenrasen sowie dem individuenreichen Vorkommen einer besonders geschützten Art eine
größere Rolle. Demgegenüber ist das festgestellte Artenspektrum der Avifauna als deutlich eingeschränkt zu beurteilen; Reptilien konnten im Untersuchungszeitraum nicht festgestellt werden.

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Der Schwerpunkt des Vorkommens der festgestellten wertgebenden Wildbienen-, Laufkäfer- und Heuschrecken-Fauna liegt in den eher lückigen ausdauernden Ruderalfluren und
den Sandtrockenrasen des Geltungsbereiches. Hier können insbesondere die offenen
Bodenbereiche (v.a. Sand), das eng verzahnte Nebeneinander dicht- und offenwüchsiger
Bereiche und der durchgängig über die Vegetationsperiode in Anzahl vorhandene artenreiche Blühhorizont als wichtige Strukturparameter genannt werden.
Die Waldbereiche des Plangebietes besitzen momentan für die Fauna nur eine untergeordnete Bedeutung. Hier ist aber von einer Weiterentwicklung der Fauna bei Fortschreiten einer ungestörten Sukzession in den nächsten Jahrzehnten auszugehen.
Als wichtigste Schutzmaßnahme aus Sicht der untersuchten Artengruppen ist der Erhalt
von blütenreichen lückigen Ruderalfluren und ruderalisierten Sandtrockenrasen auf nennenswerten Anteilen des Gesamtgebietes mit größeren Offenbodenanteilen und einer
heterogenen Vegetationsstruktur zu nennen. Solche Strukturen sind auf Dauer nur durch
gezielte Pflegemaßnahmen zu erhalten, insbesondere auch durch sporadische Bodenverwundungen und eine gezielte Entnahme von Gehölzen.

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www.koleopterologie.de
        
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