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Periodical volume

Full text: Innovationserhebung Berlin ... Issue 2015

Eine Publikation der

Innovationserhebung
Berlin 2015
Innovationsverhalten der Berliner Wirtschaft
Julian Kahl

Report 2016

Impressum
Technologiestiftung Berlin 2016
Fasanenstraße 85 · 10623 Berlin · Telefon +49 30 46302 400
info@technologiestiftung-berlin.de · technologiestiftung-berlin.de

Autor
Dr. Julian Kahl
Gestaltung
Lippert Studios, Berlin
Druck
LM Druck und Medien GmbH
Titelbild
anyaivanova, shutterstock.com

Dieses Projekt der Technologiestiftung Berlin wird gefördert aus Mitteln des Landes Berlin und der Investitionsbank Berlin,
kofinanziert von der Europäischen Union – Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung. Investition in Ihre Zukunft.

Textinhalte, Tabellen und Abbildungen dieses Werkes mit

Der Autor weiß um die Bedeutung einer geschlechtergerech-

Ausnahme des Titelbildes können genutzt und geteilt wer-

ten Sprache und befürwortet grundsätzlich den Gebrauch

den unter einer Creative Commons – Lizenz Namens-

von Parallelformulierungen. Von einer durchgehenden Be-

nennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0

nennung beider Geschlechter bzw. der konsequenten Ver-

Deutschland

http://creativecommons.org/

wendung geschlechterneutraler Bezeichnungen wurde im

licenses/by-sa/3.0/de/). Als Namensnennung ist anzugeben:

vorliegenden Text dennoch abgesehen, weil die Lesbarkeit

Julian Kahl, Innovationserhebung 2015, Technologiestiftung

deutlich erschwert würde.

(Details

siehe:

Berlin, 2016. Wo an Tabellen und Abbildungen Quellen angegeben sind, sind diese ebenfalls als Quelle zu nennen.
2

Inhalt

1.

Zusammenfassung und Fazit

6

2.

Summary and Conclusion

8

3.

Datenbasis und Methodik

10

4.

Innovationsbeteiligung

12

5.

Innovationsausgaben

18

6.

Öffentliche Innovationsförderung

22

7.

Innovationskooperationen

25

8.

Patente und gewerbliche Schutzrechte

28

9.

Umsätze mit Produktneuheiten

30

10. Umweltinnovationen

33

11. Innovationshemmnisse

35

12. Innovationsplanung 2015 und 2016

36

13. Literatur

38

3

4

Vorwort

Berliner Wirtschaft setzt
Innovationskurs fort
Forschung, Entwicklung und Innovationen sind in ihrer Bedeu-

Die Ergebnisse des aktuellen Berichts zeigen, dass Berlin die

tung für Wachstum und Wohlstand unumstritten. Neue Pro-

Entwicklung zu einem der in Deutschland führenden Innovati-

dukte, Dienstleistungen und verbesserte Verfahren bilden die

onsstandorte in 2014 fortsetzen konnte. Berliner Unternehmen

Grundlage für neue Arbeitsplätze und die Sicherung der inter-

zeichneten sich nicht nur durch hohe Investitionen in Forschung

nationalen Wettbewerbsfähigkeit.

und Technologieentwicklung aus, sie waren auch erfolgreicher
in der Einführung von neuen Produkten und Dienstleistun-

Auch in diesem Jahr berichtet die Technologiestiftung Berlin

gen als Unternehmen in der deutschen Wirtschaft insgesamt.

mit der „Innovationserhebung Berlin 2015“ Kennzahlen zum

Gleichzeitig bildet die für Berlin charakteristisch hohe Innova-

Innovationsgeschehen in der Hauptstadtregion, die eine Positi-

tionsbeteiligung kleiner und mittlerer Unternehmen eine solide

onsbestimmung im nationalen und internationalen Wettbewerb

Grundlage für die Fortführung des Innovations- und Wachs-

ermöglichen. Ziel der Innovationserhebung ist es, vorhandene

tumskurses in der Hauptstadtregion.

Stärken und Potenziale der regionalen Innovationsleistung zu
identifizieren, zu bewerten und mit diesen Kennzahlen eine Ba-

Nicolas Zimmer

sis für die strategische Fortentwicklung der Berliner Technolo-

Vorstandsvorsitzender

giekompetenzen bereitzustellen.

Technologiestiftung Berlin

5

1. Zusammenfassung und Fazit

Dieser Bericht stellt die Ergebnisse der Berliner Innovations-

Chemie- und Pharmaindustrie, der Elektroindustrie sowie dem

erhebung 2015 vor. Die hier präsentierten Zahlen basieren auf

Maschinen- und Fahrzeugbau und der Softwarebranche getra-

einer Erhebung, die vom Zentrum für Europäische Wirtschafts-

gen. Im Vergleich zur deutschen Wirtschaft insgesamt ließen

forschung (ZEW) im Auftrag der Technologiestiftung Berlin im

sich allerdings bedeutende Unterschiede in der Gewichtung der

Frühjahr und Sommer 2015 durchgeführt wurde. Die Berliner

einzelnen Branchen erkennen. So entfiel in Berlin mit 31,8 %

Innovationserhebung ist als Zusatzerhebung zu einer vom ZEW

ein deutlich höherer Anteil auf die Chemie- und Pharmaindus-

jährlich erstellten Befragung zum Innovationsverhalten der Un-

trie im Vergleich zum gesamtdeutschen Referenzwert (13,6 %),

ternehmen in der deutschen Wirtschaft insgesamt („Deutsche

während der Maschinen- und Fahrzeugbau mit 13,5 % in Ber-

Innovationserhebung“) konzipiert. Neben den Kennzahlen zum

lin gegenüber 45,6 % im nationalen Vergleich einen wesentlich

Innovationsverhalten der Berliner Wirtschaft im Hinblick auf

geringeren Beitrag zu den gesamten Innovationsausgaben leis-

Innovationsausgaben, Umsatzanteile mit Produktneuheiten,

tete. Dagegen lag der Anteil der Innovationsausgaben, der von

Innovationskooperationen, die Rolle der öffentlichen Innova-

Unternehmen der Softwareentwicklung und Datenverarbeitung

tionsförderung sowie die Patentaktivität legt die diesjährige

getragen wurde, mit über 10 % deutlich über dem deutschen

Innovationserhebung einen Schwerpunkt auf Umweltinnovati-

Branchenvergleichswert (Deutschland: 4,9 %). Auch im Hinblick

onen.   

auf die Verteilung der Innovationsausgaben auf verschiedene
Unternehmensgrößenklassen ließen sich deutliche Unterschie-

Die Ergebnisse der Innovationserhebung zeigen, dass die Ber-

de zwischen der Berliner und der gesamtdeutschen Wirtschaft

liner Wirtschaft durch eine im Bundesvergleich überdurch-

erkennen. So zeichneten sich Großunternehmen für über 86 %

schnittlich hohe Innovationsorientierung sowie durch eine im

der Innovationsausgaben in der deutschen Wirtschaft insge-

Vergleich zur deutschen Wirtschaft insgesamt hohe Innovati-

samt verantwortlich, während in Berlin mit knapp 71 % ein ge-

onsleistung gekennzeichnet ist.

ringerer Anteil der Innovationsausgaben auf Großunternehmen
entfiel.

Der Anteil der Berliner Unternehmen, die neue Produkte oder
Verfahren eingeführt haben – die sogenannte Innovatorenquote

Zudem zeigte sich, dass Berliner Unternehmen erfolgreicher in

– lag im Jahr 2014 mit 51 % um 6 Prozentpunkte deutlich über

der Einwerbung von öffentlichen Mitteln zur Finanzierung von

dem Vergleichswert für Deutschland. Die insgesamt höhere In-

Innovationsaktivitäten waren als die Unternehmen in der deut-

novationsneigung der Berliner Wirtschaft gilt sowohl für kleine

schen Wirtschaft insgesamt. Der Bund stellte die wichtigste öf-

und mittlere Unternehmen (KMU) als auch für Großunterneh-

fentliche Quelle für die Finanzierung von Innovationsvorhaben

men. Die höchsten Innovatorenquoten wiesen die Elektroindus-

für Unternehmen in Berlin dar. Mit 22 % nutzte fast ein Viertel

trie (77 %), die Softwarebranche (68 %), FuE-Dienstleistungen

der innovationsaktiven Unternehmen Fördermittel vom Bund,

(66 %) sowie die Chemie- und Pharmaindustrie (60 %) auf.

während 9 % der Berliner Unternehmen Innovationsfördermittel vom Land und 8 % von der EU eingeworben haben.

Die Innovationsausgaben der Berliner Unternehmen betrugen
rund 3,1 Mrd. Euro im Jahr 2014. Sowohl die Berliner als auch

Im Bundesvergleich unterhielten Berliner Unternehmen mehr

die Innovationsausgaben der deutschen Wirtschaft blieben im

Innovationskooperationen (Berlin: 28 %; Deutschland: 23 %).

Vorjahresvergleich mit einem geringfügigen Anstieg von 0,6 %

Ein herausstechender Unterschied in der Kooperationsneigung

in der Hauptstadtregion und 0,3 % in der deutschen Wirtschaft

lässt sich in der gesamtdeutschen und der Berliner Industrie be-

insgesamt auf einem nahezu konstanten Niveau. Gemessen am

obachten (Berlin: 35 %; Deutschland: 22 %). Zudem kooperierten

Umsatz entsprachen die Innovationsausgaben der Berliner Un-

vergleichsweise mehr Berliner Unternehmen mit Universitäten

ternehmen einer Innovationsintensität von 4,1 %. Deutschland-

(Berlin 19 %; Deutschland: 15 %) und öffentlichen Forschungsin-

weit betrug die Innovationsintensität zum Vergleich nur 3,6 %.

stitutionen (Berlin: 13 %; Deutschland: 8 %).

Sowohl die Innovationsintensität der Berliner KMU als auch die
der Großunternehmen lag deutlich über den jeweiligen deutsch-

Die Unternehmen der Berliner Wirtschaft heben sich von ihren

landweiten Referenzwerten. Dabei zeichneten sich insbesonde-

nationalen Wettbewerbern durch einen höheren Markterfolg

re die Berliner KMU durch eine merklich höhere Innovationsin-

mit Produktinnovationen ab. Erstmalig seit Durchführung der

tensität aus als die deutschen Vergleichsunternehmen (Berlin:

Berliner Innovationserhebung lagen die Umsatzanteile, die mit

3,5 %; Deutschland: 2 %).

Produktneuheiten erwirtschaftet wurden, mit 16,3 % in Berlin
über dem deutschlandweiten Mittel von 15,5 %. Die höchs-

Rund drei Viertel der gesamten Innovationsausgaben wurden

ten Umsatzanteile von Produktinnovationen entfielen auf die

in Berlin, wie auch im bundesdeutschen Vergleich, von der

Elektroindustrie (50,5 %), gefolgt vom Maschinen- und Fahr-

6

zeugbau (42 %) sowie FuE-Dienstleistungen (34,4 %) und der

einem der führenden Standorte für Wagniskapital in Europa

Softwarebranche (19,4 %). Vor allem die forschungsintensiven

entwickelt hat. Wirtschaftspolitische Maßnahmen, die auf eine

Industriezweige Berlins erwirtschafteten höhere Umsatzan-

Beseitigung dieser Hemmnisse abzielen, sind geeignet, die Rah-

teile mit Produktneuheiten im Vergleich zur deutschen Wirt-

menbedingungen für Innovationsaktivitäten zu verbessern.

schaft insgesamt. So wiesen die Elektroindustrie (Berlin: 50,5
%; Deutschland: 32,4 %), der Maschinen- und Fahrzeugbau (Ber-

Insgesamt zeichnet sich die Berliner Wirtschaft im deutschland-

lin: 42 %; Deutschland: 37,2 %) sowie die Chemie- und Pharma-

weiten Vergleich durch eine hohe Innovationsleistung aus. So

industrie (Berlin: 18,6 %; Deutschland: 14,8 %) im deutschland-

waren Berliner Unternehmen erfolgreicher in der Einführung

weiten Vergleich deutlich über den nationalen Vergleichswer-

von neuen Produkten und Dienstleistungen und erzielten hö-

ten liegende Umsatzanteile mit neuen Produkten auf. Bei den

here Erträge mit Produktinnovationen als Unternehmen in der

wissensintensiven Dienstleistungen berichteten insbesondere

deutschen Wirtschaft insgesamt. Zudem hebt sich die Berliner

FuE-Dienstleister (Berlin 34,4 %; Deutschland: 19,7 %) sowie Ar-

Wirtschaft von der deutschen Wirtschaft insgesamt durch eine

chitektur- und Ingenieurbüros (Berlin: 8,6 %; Deutschland: 6,9

hohe Innovationsbeteiligung von KMU ab, während bei diesen

%) deutlich über dem deutschlandweiten Mittel liegende Umsat-

Unternehmen bundesweit eine rückläufige Entwicklung bei der

zanteile von Produktneuheiten, während die Medien- und Tele-

Innovationsbeteiligung zu beobachten war. Mit einer sich dyna-

kommunikationsbranche unter dem nationalen Vergleichswert

misch entwickelnden Gründerszene sowie einem hohen Anteil

lag (Berlin: 9,2 %; Deutschland: 11,6 %).

von kleinen und jungen Unternehmen ist die Berliner Wirtschaft
gut positioniert, um den eingeschlagenen Wachstums- und In-

Hinsichtlich der Bedeutung von Umweltinnovationen zeigen

novationskurs fortzusetzen.

die Ergebnisse der Innovationserhebung 2015, dass 45 % der
Berliner Unternehmen im zurückliegenden Dreijahreszeitraum
Produkt-, Prozess-, Marketing- oder Organisationsinnovationen
eingeführt haben, die eine merkliche Verringerung der Umweltbelastung zur Folge hatten. Der Vergleichswert für Deutschland
lag mit 56 % hingegen deutlich höher. Dabei zeigten sich hinsichtlich der Einführung von Umweltinnovationen bei Industrieunternehmen in Berlin und in der deutschen Wirtschaft insgesamt nur wenige Unterschiede (Berlin: 62 %; Deutschland: 63 %),
während der Anteil der Berliner Dienstleistungsunternehmen
mit Umweltinnovationen unter dem nationalen Vergleichswert
lag (Berlin: 37 %; Deutschland: 42 %). Die im Vergleich zur deutschen Wirtschaft insgesamt niedrigere Aktivität im Bereich der
Umweltinnovationen ist folglich vor allem auf strukturelle Unterschiede zwischen der deutschen und der Berliner Wirtschaft
zurückzuführen. So zeichnen sich insbesondere der niedrigere
Industriebesatz in Berlin sowie eine im Vergleich zur deutschen
Wirtschaft insgesamt stärkere Dienstleistungsorientierung der
Berliner Großunternehmen für die vergleichsweise niedrige
Umweltinnovatorenquote verantwortlich.
Neben

Innovationskennzahlen

identifiziert

dieser

Be-

richt die von den Berliner Unternehmen wahrgenommenen

Hemmnisse,

die

das

Innovationsgeschehen

beein-

trächtigen und in der Folge zu dem Abbruch oder der
Verzögerung von Innovationsaktivitäten führen. Zu den bedeutendsten Innovationshemmnissen zählten zu hohe Kosten
und Risiken sowie der Mangel an Fachpersonal. Zudem stellten das Fehlen interner und externer Mittel zur Innovationsfinanzierung Hemmnisse in der Umsetzung von Innovationsprojekten dar – obwohl sich Berlin in den letzten Jahren zu

7

2. Summary and Conclusion

This report presents the results of the Berlin Innovation Survey

to the national benchmark (13.6 %), whereas in Germany

2015. The data presented here are based on a survey that was

the mechanical and automotive engineering industry held a

commissioned by the Technologiestiftung Berlin and carried

considerably larger share (Germany: 45.6 %, Berlin: 13.5 %).

out by the Centre for European Economic Research (ZEW) in the

By contrast, with approximately 10 % the software industry

spring and summer of 2015. The Berlin Innovation Survey was

contributed a substantially higher share to total innovation

designed as a supplement to an annual survey carried out by the

expenditure in Berlin compared to the national benchmark

ZEW examining innovation activity within the entire German

(4.9 %). With respect to the contribution of SMEs and large

economy (“German Innovation Survey”). Alongside important

companies, important differences may be observed between

indicators regarding innovative activity including innovation

Berlin and the national average. While large firms accounted

expenditure, revenue shares of new products, collaborations for

for in excess of 86 % of innovation expenditure at the national

innovation, the role of the public sector in financing innovation

level, large companies averaged 71 % of innovation expenditure

as well as patent activity, the innovation survey places a

in Berlin.

particular emphasis on the role of environmental innovation in
Berlin-based firms outperformed national competition with

this year‘s edition.

regards to the acquisition of public funds for innovation
The results of the Innovation Survey indicate that Berlin-

projects. Federal funds were the most widely used source of

based firms have a strong innovation focus outperforming the

funding among innovating firms in Berlin. 22 % of Berlin-based

national average in many key dimensions.

firms acquired federal funding, while 9 % received funding
from the state government and 8 % acquired funds from the

With 51 %, the share of firms that introduced new products

European Union.

or processes - i.e. the innovator rate - was 6 percentage
points above the national average in 2014. A higher share

Compared to the national average, a higher share of Berlin-

of innovators was discernible both among Berlin-based small

based firms engaged in collaborations for innovation (Berlin:

and medium-sized enterprises (SMEs) as well as among large

28 %; Germany 23 %). A particularly pronounced difference was

companies. The electrical engineering industry (77 %), the

discernible between the Berlin-based and the German industry

software industry (68 %), R&D service providers (66 %) as well

(Berlin: 35 %, Germany: 22 %). Moreover, more Berlin-based

as the chemical and pharmaceutical industry (60 %) reported

firms collaborated with universities (Berlin 19 %; Germany: 15

the highest shares of innovators in Berlin.

%) and public research institutions (Berlin: 13 %; Germany: 8 %)
than German firms.

In Berlin, expenditure for the development and launch of new
products and services amounted to approximately 3.1bn Euro

With a share of 16.3 % in Berlin compared to 15.5 % in the

in 2014. With a slight increase of 0.6 % in Berlin and 0.3 % in

German economy, for the first time since the launch of the

Germany, innovation expenditure remained more or less at a

Berlin Innovation Survey the share of revenues achieved with

constant level in the capital region and in the German economy.

product innovations exceeded the national average. The highest

The share of revenues allocated to innovation projects – i.e.

revenue shares earned with new products were reported in

innovation intensity - amounted to 4.1 % in Berlin compared

the electrical engineering industry (50.5 %), followed by the

to 3.6 % in the German economy. Both SMEs as well as large

mechanical and automotive engineering industry (42 %), R&D

companies reported higher innovation intensities compared to

service providers (34.4 %) and the software industry (19.4

the national average. SMEs in particular displayed a considerably

%) in Berlin. In particular, the research-intensive industries in

higher innovation intensity (Berlin: 3.5 %; Germany: 2.0 %).

Berlin outperformed the national benchmark. The electrical
engineering industry (Berlin: 50.5 %; Germany: 32.4 %), the

The chemical and pharmaceutical industry, the electrical

mechanical and automotive engineering industry (Berlin: 42 %;

engineering

automotive

Germany: 37.2 %) as well as the chemical and pharmaceutical

engineering industry as well as software companies made up

industry (Berlin: 18.6 %; Germany: 14.8 %) in Berlin derived a

approximately three quarters of total innovation expenditure

considerably higher share of sales from new products compared

in Germany as well as in Berlin. However, with regards to the

to

contribution of the individual industries, substantial differences

services, Berlin-based R&D service providers (Berlin: 34.4 %;

may be observed between Berlin and the German economy. The

Germany: 19.7 %) and architecture and engineering bureaus

chemical and pharmaceutical industry contributed a considerably

(Berlin: 8.6 %; Germany: 6.9 %) earned higher revenue shares

higher share (31.8 %) to total innovation expenditure compared

with new products than their national competitors, whereas the

8

industry,

the

mechanical

and

the

national

benchmark.

Among

knowledge-intensive

media and telecommunication industry was slightly below the
national average (Berlin: 9.2 %; Germany: 11.6 %).
Regarding environmental innovation, the report shows that
45 % of Berlin-based companies introduced product, process,
marketing or organizational innovations that contributed to a
substantial reduction of environmental damage. With 56 %, the
share of firms introducing such innovations was considerably
higher in Germany. While only small differences were
discernible in the share of industrial firms with environmental
innovations in Berlin and in Germany (Berlin: 62 %; Germany:
63 %), fewer environmental innovations were launched in the
service sector in Berlin (Berlin: 37 %; Germany: 42 %). The
lower share of environmental innovations in Berlin compared
to the German economy may thus be attributed to structural
differences. Among other things, the lower share of industrial
firms in Berlin as well as a higher service-orientation of Berlinbased large firms explain the lower proportion of firms with
environmental innovations.
Alongside important innovation indicators, the report also
identifies key innovation bottlenecks causing firms to abandon
or postpone innovation projects. Among the most important
bottlenecks reported by Berlin-based firms were high costs
and risks as well as a lack of qualified personnel. Even though
Berlin has become one of the leading centres for venture capital
finance in Europe, the lack of internal as well as external finance
represent further bottlenecks for the realization of innovation
projects. Economic policy may target these bottlenecks to
improve the conditions for innovative activity in Berlin.
In all, the findings of this report indicate that Berlin-based firms
outperformed their national competitors in many key aspects
related to innovative activity. Berlin-based firms were not only
more successful in launching new products and processes, they
also earned higher revenue shares with new products than
German firms. Moreover, overall innovative activity in Berlin
is characterized by a high share of SMEs, whereas the share
of innovating SMEs has been declining within the German
economy. With a vibrant start-up scene and a high proportion
of innovating small and young firms, Berlin is well-positioned
for future growth.

9

3. Datenbasis und Methodik

Innovationserhebung Berlin 2015

den Umweltinnovationen als Produkt-, Prozess-, Marketing-,

Die Innovationserhebung Berlin 2015 basiert auf einer Erhe-

oder Organisationsinnovationen definiert, die zu einer merkli-

bung, die vom ZEW im Auftrag der Technologiestiftung Berlin

chen Verringerung der Umweltbelastung führen.

durchgeführt wurde. Die Befragung des ZEW erfolgte zeitgleich
mit der Deutschen Innovationserhebung im Frühjahr und im

Die Innovationserhebung Berlin 2015 ist als Panelsticherhe-

Sommer des Jahres 20151. Die Deutsche Innovationserhebung

bung konzipiert und beruht auf einer im Jahr 2012 erstellten

wird ebenfalls vom ZEW im Auftrag des Bundesforschungsmi-

Stichprobe, die alle Unternehmen des Berichtskreises umfasst.

nisteriums in Zusammenarbeit mit dem Institut für Angewandte

Diese Stichprobe wurde in den Jahren 2013 und 2015 aktuali-

Sozialwissenschaft (infas) sowie seit 2005 mit dem Fraunhofer

siert. Hierbei wurden diejenigen Unternehmen, die in den vori-

Institut für System- und Innovationsforschung jährlich umge-

gen Erhebungen eine Teilnahme ausgeschlossen hatten, aus der

setzt. Die Deutsche Innovationserhebung bildet die Grundlage

Stichprobe entfernt. Für das Jahr 2015 umfasste die Brutto-

für die nationale und europäische Innovationsstatistik des deut-

stichprobe 4.854 Unternehmen. Die Stichprobe setzte sich aus

schen Unternehmenssektors zugleich. Allerdings erlaubt die

1.544 Berliner Unternehmen aus der Haupterhebung der Deut-

gesamtdeutsche Innovationserhebung keine nach Wirtschafts-

schen Innovationserhebung sowie 3.310 Unternehmen aus der

zweigen differenzierten Aussagen über das Innovationsgesche-

Berliner Sonderinnovationserhebung zusammen. Dabei wurde

hen in den Bundesländern. Um branchenspezifische Auswer-

für die Bruttostichprobe auf den Datenbestand des Mannhei-

tungen für die Berliner Wirtschaft zu ermöglichen, veranlasste

mer Unternehmenspanels zurückgegriffen, welches vom ZEW

die Technologiestiftung Berlin eine erhebliche Aufstockung der

in Zusammenarbeit mit Creditreform geführt wird.

Stichprobe. Damit erlaubt die Berliner Innovationserhebung einen direkten Vergleich zum gesamtdeutschen und internationa-

Die Ergebnisse der Innovationserhebung Berlin 2015 werden

len Innovationsgeschehen im Berichtsjahr 2014.

für Branchen des verarbeitenden Gewerbes (WZ 10-33), Energie- und Wasserversorgung, Entsorgung und Recycling (WZ 35-

Konzipierung

39), Information und Kommunikation, Finanzdienstleistungen

Die Berliner Innovationserhebung ist als Zusatzerhebung zur

(WZ 58-66), Unternehmensberatung (WZ 70.2) sowie techni-

Deutschen Innovationserhebung konzipiert. Hierbei kam ein

sche und sonstige freiberufliche Dienstleistungen (WZ 71-74)

12-seitiger schriftlicher Fragebogen zum Einsatz, der identisch

ausgewiesen. Die Berliner Innovationserhebung wurde durch

mit dem Fragebogen der Deutschen Innovationserhebung war

Informationen aus dem Unternehmensregister Berlin, vom

und auf dem harmonisierten Fragebogen der Community In-

Statistischen Landesamt, durch Angaben aus der Konjunktur-

novation Surveys der Europäischen Union beruhte . Die Inno-

statistik für das verarbeitende Gewerbe und Dienstleistungen

vationserhebungen der deutschen und der Berliner Wirtschaft

und Informationen von Fachverbänden und des Mannheimer

liefern Auskunft über die Einführung neuer Produkte, Dienst-

Unternehmenspanels ergänzt. Ferner wurde sichergestellt, dass

leistungen und Verfahren, die Ausgaben für Innovationen, und

die Ergebnisse dem Unternehmenssitz-Prinzip – und nicht dem

den Erfolg, der auf die Einführung neuer Produkte und Dienst-

Hauptsitz-Prinzip – entsprechen.

2

leistungen sowie verbesserte Verfahren zurückzuführen ist. Zudem stellen die Erhebungen Informationen über das zukünftige
innovationsrelevante Investitionsverhalten der Unternehmen

Im Rahmen der deutschen und der Berliner Innovationserhe-

zur Verfügung. Damit schaffen die Innovationserhebungen eine

bung werden Innovationsaktivitäten mit Hilfe eines Dreijah-

wichtige Grundlage für die Bewertung der technologischen Leis-

res-Referenzzeitraums, der das Beobachtungsjahr sowie die

tungsfähigkeit der Berliner Wirtschaft und ermöglichen einen

beiden Jahre davor einschließt, gemessen. Für die Berliner In-

nationalen und internationalen Vergleich der Berliner Innovati-

novationserhebung 2015 sind dies die Jahre 2012 bis 2014.

onsleistung. Neben Kernindikatoren zum Innovationsgeschehen

Der Mehrjahres-Referenzzeitraum ermöglicht es, Innovations-

in der Berliner, der deutschen und der europäischen Wirtschaft,

aktivitäten auch bei Unternehmen zu berücksichtigen, die we-

werden die Innovationserhebungen durch wechselnde Schwer-

gen langer Produkt- und Maschinenlebensdauern nicht jährlich

punktthemen ergänzt. In der diesjährigen Innovationserhebung

Innovationsaktivitäten durchführen.

wurde ein Fokus auf Umweltinnovationen gelegt. Hierbei wur-

1 Rammer, C., Crass, D., Doherr, T., Hud, M., Hünermund, P., Iferd, Y., Köhler, C., Peters, B., Schubert, T. (2016): Innovationsverhalten der deutschen
Wirtschaft. Indikatorenbericht zur Innovationserhebung 2015, Mannheim.
2 Zur Datenaufbereitungsmethode siehe ausführlich Aschoff, B., Baier, E., Crass, D., Hud, M., Hünermund, P., Köhler, C., Peters, B., Rammer, C., Schricke,
E., Schubert, T., Schwiebacher, F. (2013): Innovation in Germany – results of the German CIS 2006 to 2010, ZEW Dokumentation Nr. 13-01, Mannheim.
10

Feldphase
Die Umsetzung der Befragung begann zeitgleich mit der Deutschen Innovationserhebung Ende Februar 2015. Im April 2015
wurden alle Unternehmen, zu denen bis dahin keine Rückmeldung eingetroffen war, telefonisch kontaktiert und um Teilnahme gebeten. Den meisten Unternehmen, die keine Teilnahmebereitschaft bekundet hatten, wurde nochmals ein Fragebogen
zugesendet. Ab Mitte Mai fand eine zweite telefonische Erinnerung statt. Aus der Gruppe der Unternehmen, die eine Teilnahme verweigert hatten oder von denen bis Anfang August 2015
keine Antwort eingetroffen war, wurde eine Stichprobe für eine
telefonische Nicht-Teilnehmer-Befragung gezogen. Zusätzlich
wurden Unternehmen, die im Rahmen der telefonischen Erinnerung die Beantwortung des Fragebogens verweigert hatten,
um Teilnahme an der Nicht-Teilnehmer-Befragung gebeten. In
der Nicht-Teilnehmer-Befragung wurden ausgewählte Indikatoren zur Innovationstätigkeit (Einführung von Produkt- oder
Prozessinnovationen, laufende oder vorzeitig beendete Innovationsaktivitäten, Durchführung von unternehmensinterner
FuE) erfasst, um auf diesem Weg für eine mögliche Verzerrung
der teilnehmenden Unternehmen im Hinblick auf ihre Innovationstätigkeit zu kontrollieren. Die Nicht-Teilnehmer-Befragung
wurde Mitte September 2015 abgeschlossen.
In der Feldphase wurden 915 Unternehmen der Bruttostichprobe als neutrale Ausfälle ausgewiesen. Es handelte sich dabei
um Unternehmen, die zum Befragungszeitpunkt entweder wirtschaftlich inaktiv waren, außerhalb der Zielgrundgesamtheit
lagen oder trotz wiederholter Kontaktversuche zu keiner Auskunft bereit waren. In der Folge wurde die Bruttostichprobe um
die neutralen Ausfälle korrigiert. Aus den Befragungen wurden
Informationen über 1.886 Unternehmen bzw. 48 % der bereinigten Stichprobe gewonnen.

11

4. Innovationsbeteiligung

Die Innovationsbeteiligung umfasst den Anteil der Unterneh-

Mit einer Innovatorenquote von 50 % in Berlin, gegenüber 44 %

men, die Innovationsaktivitäten durchführen („innovationsak-

im Bundesmittel, erwiesen sich die Berliner KMU als besonders

tive Unternehmen“), und solche Unternehmen, die in dem Be-

innovativ. Mit Blick auf die Innovatorenquote von Unterneh-

richtszeitraum bereits neue Produkte und Prozesse eingeführt

men mit 20 bis 49 Mitarbeitern sind die Unterschiede beson-

haben („Innovatoren“).

ders deutlich. 59 % der Berliner Unternehmen mit 20 bis 49
Mitarbeitern führten in dem Berichtszeitraum neue Produkte

Der Anteil der Unternehmen, die im zurückliegenden Dreijah-

oder Dienstleistungen ein, im Bundesdurchschnitt waren es 46

reszeitraum neue Produkte oder neue Verfahren eingeführt ha-

%. Auch die Berliner Großunternehmen berichteten eine höhere

ben („Innovatorenquote“), lag im Jahr 2014 in Berlin mit 51 % 6

Innovatorenquote, als die entsprechenden Vergleichsunterneh-

Prozentpunkte über dem deutschen Referenzwert. Im Vergleich

men in Deutschland (Berlin: 84 %; Deutschland: 78 %).

zum Bundesdurchschnitt, hier lag die Innovatorenquote mit 45
% deutlich niedriger, zeigten sich die Berliner Unternehmen

Neben Innovatoren, also solchen Unternehmen, die eine Pro-

damit deutlich innovativer. Während in 2013 ein merklicher

dukt- oder Prozessinnovation erfolgreich am Markt eingeführt

Rückgang der Innovatorenquote zu beobachten war (Berlin: -5

haben, wurden auch von Unternehmen FuE- und Innovations-

Prozentpunkte; Deutschland: -3 Prozentpunkte), blieb die Inno-

aktivitäten durchgeführt, ohne dass sich diese Aktivitäten in

vatorenquote in der deutschen Wirtschaft insgesamt in 2014

neuen Produkten, Dienstleistungen oder Prozessen niederge-

unverändert. In Berlin ließ sich hingegen ein geringfügiger An-

schlagen haben. Im Jahr 2014 betraf dies 8 % der Berliner und

stieg im Vergleich zum Vorjahr erkennen (+1 Prozentpunkt).

10 % der deutschen Unternehmen. Zählt man diese Anteile zu
den Innovatorenquoten hinzu, so lassen sich 59 % der Berliner

Zwischen Industrie- (50 %) und Dienstleistungsbranchen (51

und 55 % der deutschen Unternehmen als innovationsaktiv be-

%) lassen sich in Berlin kaum Unterschiede hinsichtlich der In-

zeichnen. Gegenüber dem Vorjahr blieb der Anteil an innovations-

novatorenquote beobachten. Die Innovatorenquoten lagen im

aktiven Unternehmen in Berlin unverändert, während ein ge-

Dienstleistungsgewerbe und in der Industrie in Berlin deutlich

ringfügiger Rückgang von einem Prozentpunkt in der deutschen

über dem Bundesdurchschnitt. In Deutschland führten 44 %

Wirtschaft insgesamt zu beobachten war.

der Industrieunternehmen und 48 % der Unternehmen aus dem
Dienstleistungsgewerbe im zurückliegenden Dreijahreszeitraum
mindestens ein neues Produkt oder eine neue Dienstleistung ein.

Abbildung 1
Innovatorenquote in
57
51

2011

Berlin und

Deutschland im Überblick, Anteil an allen Unternehmen in % (2011-2014)

55
48

2012

51

50
45

2013

45

2014

Quelle: Innovationserhebung Berlin 2015, ZEW, eigene Darstellung
12

Tabelle 1
Innovationsbeteiligung der Unternehmen in

Insgesamt

Berlin und

Innovatoren

Deutschland im Überblick (2014)

innovationsaktive
Unternehmen

Insgesamt

innovationsaktive
Unternehmen

Innovatoren

Anzahl

Anzahl

in %

Anzahl

in %

Anzahl

Anzahl

in %

Anzahl

in %

KMU

5.544

2.776

50

3.235

58

149.863

65.928

44

80.091

53

5-9 Beschäftigte

2.490

1.167

47

1.358

55

58.802

23.020

39

27.172

46

10-19 Beschäftigte

1.452

676

47

847

58

39.588

16.683

42

21.362

54

20-49 Beschäftigte

1.000

590

59

637

64

30.138

13.765

46

17.108

57

50-249 Beschäftigte

602

343

57

393

65

21.335

12.460

58

14.449

68

Großunternehmen

123

103

84

107

87

5.452

4.277

78

4.579

84

250-999 Beschäftigte

83

68

82

70

84

4.443

3.352

75

3.633

82

1.000 und mehr Beschäftigte

40

35

88

37

93

1.009

925

92

946

94

Industrie

1.915

956

50

1.048

55

100.078

43.588

44

53.127

53

Dienstleistungen

3.752

1.923

51

2.294

61

55.237

26.617

48

31.543

57

Insgesamt

5.667

2.879

51

3.342

59

155.315

70.205

45

84.670

55

Beschäftigtengrößenklassen

Quelle: Innovationserhebung Berlin 2015, ZEW, eigene Darstellung

Innovationsaktivitäten können entweder auf die Einführung

In 2014 belief sich die Produktinnovatorenquote in Berlin auf

neuer Produkte (inkl. Dienstleistungen) oder neuer Prozesse für

42 % und die Prozessinnovatorenquote auf 30 %. Sowohl die

Produktion, Dienstleistungserbringung oder Vertrieb abzielen.

Produkt- als auch die Prozessinnovatorenquote lagen deutlich
über den jeweiligen gesamtwirtschaftlichen Anteilen. Gegen-

Produktinnovationen sind neue oder merklich verbesserte

über dem deutschlandweiten Mittel betrug der Vorsprung bei

Produkte bzw. Dienstleistungen, die ein Unternehmen auf den

Produktinnovationen 6 Prozentpunkte und bei Prozessinnova-

Markt gebracht hat. Diese Innovationen gelten als besonders

tionen 5 Prozentpunkte. In der deutschen Wirtschaft insgesamt

anspruchsvoll. Bei einer Prozessinnovation handelt es sich um

und in Berlin blieben sowohl die Produktinnovatorenquoten

eine neue oder deutlich verbesserte Fertigungs- oder Verfah-

als auch die Prozessinnovatorenquoten nahezu unverändert im

renstechnik oder ein neues oder merklich verbessertes Verfah-

Vorjahresvergleich.

ren zur Erbringung von Dienstleistungen. Verfahren, die neu
eingeführt werden, um Produktinnovationen zu ermöglichen,
zählen ebenfalls als Prozessinnovationen. Rein organisatorische Veränderungen oder die Einführung von neuen Managementtechniken sind keine Prozessinnovationen.

Abbildung 2
Anteil der Unternehmen mit Innovationen in
Deutschland (2011),
48

Berlin (2011),

Deutschland (2012),

Berlin (2012),

Deutschland (2013),

Berlin (2013),

Berlin (2014) und

Deutschland (2014), in %

48
42

42

40

Produktinnovatoren

40

37

36

37

33

29

30

29

27

25

25

Prozessinnovatoren
Quelle: Innovationserhebung Berlin 2015, ZEW, eigene Darstellung
13

Produkt- und Prozessinnovationen können weiter unterteilt

Prozessinnovationen lassen sich durch Qualitätsverbesserun-

werden in Markt- und Sortimentsneuheiten (Produktinnovati-

gen oder Kostenreduzierungen erreichen. Kostenreduzierende

onen) einerseits und kostenreduzierende- und qualitätsverbes-

Innovationen wurden von 12 % der Berliner wie auch der deut-

sernde Prozessinnovationen andererseits.

schen Unternehmen eingeführt. Mit 20 % lag der Anteil der Berliner Unternehmen mit qualitätsverbessernden Prozessinnova-

Marktneuheiten umfassen neue oder merklich verbesserte Pro-

tionen geringfügig über dem deutschlandweiten Referenzwert

dukte (inkl. Dienstleistungen), die zuvor noch von keinem an-

(17 %).

deren Unternehmen am Markt angeboten wurden (wobei der
relevante Markt jeweils aus Sicht des befragten Unternehmens

Gegenüber dem Vorjahr zeigen sich bei den Anteilen der Un-

abgegrenzt ist). Bei Sortimentsneuheiten handelt es sich um

ternehmen mit Markt- und Sortimentsneuheiten wie auch mit

neue oder merklich verbesserte Produkte oder Dienstleistun-

Qualitätsverbesserungen oder kostenreduzierenden Innovatio-

gen, die keine Vorgängerprodukte im Unternehmen haben. Die

nen nur geringfügige Veränderungen.

Anteile der Berliner Unternehmen, die zumindest eine Marktneuheit (Berlin: 16 %; Deutschland: 13 %) oder eine Sortimentsneuheit (Berlin 20 %; Deutschland: 16 %) eingeführt haben, lagen über dem Bundesdurchschnitt.

Abbildung 3
Anteil der Unternehmen mit Innovationen in

Berlin (2013),

Berlin (2014) und

Deutschland (2013),

Deutschland

(2014) nach Innovationsbereichen, in %

22
20
17

20
17

16

18
14

13
11

Unternehmen mit
Marktneuheiten

17

16
11

Unternehmen mit
Sortimentsneuheiten

12

11

12

Unternehmen mit
kostenreduzierenden
Prozessinnovationen

Unternehmen mit
qualitätsverbessernden
Prozessinnovationen

Quelle: Innovationserhebung Berlin 2015, ZEW, eigene Darstellung

14

Abbildung 4
Anteil der Unternehmen mit Innovationen, Produkt- und Prozessinnovationen in
in % (2014)
Unternehmen

Innovatoren

Produktinnovatoren

68

31
18

51

29

43

31

37

44
52
26

22

38

44
19

12
50

43

41

32

30

29

49

43

47

30

37

45

27

31

37

35

29

20

45

38
39

43
44

33

27

22
11
18
16

21
41

Sonstige Konsumgüter

Insgesamt

54

54

Unternehmensberatung

Dienstleistungen

22

51

57

Verlage/Film/Rundfunk/
Telekommunikation

Industrie

39

46

55

Finanzdienstleistungen

Architektur-/Ingenieurbüros/
technische Labore

61
58

60

Holz/Papier/Druck

36
29

50

58

Kreativdienstleistungen

Metall/Glas/Steinwaren

61

60

Maschinen-/Fahrzeugbau

36

57

66

Chemie/Pharmazie/Kunststoff

44

61

64

Forschung und Entwicklung

Nahrung/Getränke/Tabak

72

64

Software/Datenverarbeitung

Deutschland nach Branchen,
Prozessinnovatoren

77

Elektroindustrie/
Messtechnik/Optik

Energie/Wasser/Entsorgung

Berlin und

30

39

39

23

31

31

13

29

41

26

30

26
19

22
39

27

27
50

41
35

44

25
43

51
48
51
45

30

39
42
36

30
26
30
25

Quelle: Innovationserhebung Berlin 2015, ZEW, eigene Darstellung
15

Differenziert nach Branchen wies die Elektroindustrie (77 %)

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Einführung von Sorti-

die höchste Innovatorenquote in Berlin auf, gefolgt von der

mentsneuheiten. Ein besonders hoher Anteil entfiel hierbei auf

Softwarebranche (68 %), FuE-Dienstleistungen (66 %), der Che-

die Elektroindustrie (Berlin: 47 %; Deutschland: 29 %), gefolgt

mie- und Pharmaindustrie (60 %) sowie dem Maschinen- und

von FuE-Dienstleistungen (Berlin: 39 %; Deutschland: 27 %) und

Fahrzeugbau (55 %). Dabei berichteten insbesondere die Elekt-

dem Maschinen- und Fahrzeugbau (Berlin: 34 %; Deutschland:

roindustrie (Berlin: 77 %; Deutschland: 64 %), FuE-Dienstleistun-

26 %).

gen (Berlin: 66 %; Deutschland 60 %), Energie/Wasser/Entsorgung (Berlin 52 %; Deutschland: 26 %) und Nahrung/Getränke/

Hinsichtlich eines Branchenvergleichs von Innovatorenquoten

Tabak (Berlin 44 %; Deutschland: 27 %) deutlich über den deut-

ist die zum Teil sehr unterschiedliche Länge von Produktlebens-

schen Vergleichsbranchen liegende Innovatorenquoten . Im

zyklen zu berücksichtigen. So sind Produkte der Softwarebran-

Maschinen- und Fahrzeugbau lagen die Berliner Unternehmen

che durch kurze Lebenszyklen gekennzeichnet, was eine Erneu-

dagegen mit einer Innovatorenquote von 55 % geringfügig un-

erung des Produktangebots in kurzen Zeitabständen erfordert.

ter dem Bundesvergleichswert von 57 %.

Dagegen können Produkte in anderen Branchen, wie etwa der

3

Lebensmittelbranche, in nahezu unveränderter Grundform über
Besonders hohe Anteile von Unternehmen mit Marktneuheiten

viele Jahre abgesetzt werden. Ferner ist die Erneuerbarkeit von

entfielen auf die Branchen FuE-Dienstleistungen (46 %), gefolgt

Produkten in bestimmten Branchen, wie etwa der Holz- und

von Unternehmen der Elektroindustrie (39 %), dem Maschinen-

Papierindustrie, aufgrund spezifischer technischer Eigenschaf-

und Fahrzeugbau (28 %) und der Software- und Datenverarbei-

ten nur eingeschränkt möglich. Aus diesen Gründen ist ein na-

tung (27 %) in Berlin. Deutlich über dem Bundesdurchschnitt la-

tionaler Vergleich besser geeignet als ein Vergleich zwischen

gen insbesondere die Elektroindustrie (Berlin: 39 %; Deutschland:

unterschiedlichen Branchen.

27 %) und FuE-Dienstleistungen (Berlin: 46 %; Deutschland: 32 %).

3 Im Vergleich zu den forschungsintensiven Industriezweigen entfällt allerdings ein nur relativ geringer Anteil der gesamten Innovationsgaben der
Berliner Wirtschaft auf FuE-Dienstleistungen.
16

Abbildung 5
Anteil der Unternehmen mit Markt- und Sortimentsneuheiten in

Berlin und

Marktneuheiten

Deutschland, in % (2014)
Sortimentsneuheiten
39

46

Forschung und Entwicklung

27

32

47

39

Elektroindustrie/
Messtechnik/Optik

29

27

34

28

Maschinen-/Fahrzeugbau

26

24

27

27

Software/Datenverarbeitung

29

22
23

15

Unternehmensberatung

6

13
18

15

Kreativdienstleistungen

13

9

28

13

Verlage/Film/Rundfunk/
Telekommunikation

20

14
9

12

Finanzdienstleistungen

9

7

25

10

Chemie/Pharmazie/Kunststoff

27

27
19

9

Nahrung/Getränke/Tabak

11

5

13

8

Holz/Papier/Druck

8

9
15

5
Sonstige Konsumgüter

Architektur-/Ingenieurbüros/
technische Labore

Energie/Wasser/Entsorgung

Metall/Glas/Steinwaren

Industrie

Dienstleistungen

Insgesamt

10

8
5

6
10

13
6

1
2

4

0

3
9

11
21

13
16

14
17
13

20
18

16
13

20
16
Quelle: Innovationserhebung Berlin 2015, ZEW, eigene Darstellung
17

5. Innovationsausgaben

Innovationsausgaben sind Ausgaben für laufende, abgeschlos-

Gegenüber dem Vorjahr blieben die Innovationsausgaben mit

sene und abgebrochene Innovationen. Sie setzen sich aus Kos-

einem geringfügigen Plus von 0,6 % nahezu unverändert. Auch

ten für Personal- und Sachaufwendungen, einschließlich ex-

gesamtwirtschaftlich blieben die Innovationsausgaben im Vor-

tern bezogener Leistungen und Ausgaben für Investitionen in

jahresvergleich mit einem Anstieg von 0,3 % mehr oder minder

Sachanlagen, und immateriellen Wirtschaftsgütern zusammen.

konstant.

Innovationsausgaben können den Erwerb von Maschinen, Anlagen, Software und externem Wissen (zum Beispiel Patente,

Der Anteil der Innovationsausgaben am Umsatz – die sogenann-

Lizenzen), Aufwendungen für Konstruktion, Design, Produktge-

te Innovationsintensität – lag in Berlin mit 4,1 % über dem ge-

staltung, Konzeption, Schulung und Weiterbildung, Marktein-

samtwirtschaftlichen Niveau von 3,6 %. Im Vorjahresvergleich

führung und andere Vorbereitungen für die Produktion und den

konnte die Berliner Wirtschaft ihren Vorsprung somit ausbau-

Vertrieb von Innovationen sowie alle internen und externen

en. Der Abstand gegenüber dem Bundesdurchschnitt wuchs von

Ausgaben für Forschung und Entwicklung umfassen.

0,3 Prozentpunkten auf 0,5 Prozentpunkte an.

Im Berichtsjahr 2014 gaben die Berliner Unternehmen rund
3,1 Mrd. Euro für die Entwicklung von Innovationen aus.

Tabelle 2
Innovationsausgaben und Innovationsintensität in

Berlin und

Deutschland (2011-2014)

Innovationsausgaben in
Millionen Euro

Innovationsintensität
in %

Innovationsausgaben in
Millionen Euro

Innovationsintensität
in %

2011

2.794

3,1

122.475

3,3

2012

2.837

3,6

128.346

3,4

2013

3.066

3,9

135.737

3,6

2014

3.084

4,1

136.092

3,6

Quelle: Innovationserhebung Berlin 2015, ZEW, eigene Darstellung

18

Im Hinblick auf die Verteilung der Innovationsausgaben auf

Unternehmen nahezu aller Größenklassen der Berliner Wirt-

unterschiedliche Unternehmensgrößenklassen lassen sich deut-

schaft berichteten eine höhere Innovationsintensität als die

liche Unterschiede zwischen Berlin und der deutschen Wirt-

deutschen

schaft insgesamt erkennen. So entfiel mit über 29 % in Berlin

(Berlin: 3,5 %, Deutschland: 2,0 %) als auch Großunternehmen

ein erheblich höherer Anteil der Innovationsausgaben auf KMU

(Berlin: 4,4 %; Deutschland: 4,2 %) wiesen eine höhere Inno-

(Deutschland: 14 %). Gleichzeitig lag der Beitrag von Großunter-

vationsintensität als die deutschen Vergleichsunternehmen auf.

nehmen in der deutschen Wirtschaft insgesamt erheblich höher

Nur deutsche Unternehmen mit 1.000 und mehr Beschäftigten

(Berlin: 70,9 %; Deutschland: 86 %).

reinvestierten einen höheren Anteil ihrer Umsätze in Innova-

Vergleichsunternehmen.

Sowohl

Berliner

KMU

tionsprojekte als die entsprechenden Unternehmen in Berlin
(Berlin: 4,7 %; Deutschland: 5,1 %).

Tabelle 3
Anteil der Innovationsausgaben in

Berlin und

Deutschland nach Größenklassen (2014)

Millionen
Euro

Anteil
in %

Innovationsintensität in %

Millionen
Euro

Anteil
in %

Innovationsintensität in %

897

29,1

3,5

18.996

14,0

2,0

5-9 Beschäftigte

81

2,6

3,3

1.633

1,2

2,5

10-19 Beschäftigte

98

3,2

3,6

2.500

1,8

2,8

20-49 Beschäftigte

142

4,6

2,7

3.764

2,8

2,1

50-249 Beschäftigte

576

18,7

3,8

11.099

8,2

1,8

2.187

70,9

4,4

117.096

86,0

4,2

465

15,1

3,7

19.419

14,3

2,3

1.000 und mehr Beschäftigte

1.722

55,9

4,7

97.677

71,8

5,1

Insgesamt

3.084

100

4,1

136.092

100

3,6

Beschäftigte
KMU

Großunternehmen
250-999 Beschäftigte

Quelle: Innovationserhebung Berlin 2015, ZEW, eigene Darstellung

19

Der größte Anteil an den Innovationsausgaben entfiel in Berlin

deutliche Unterschiede erkennen. Gesamtwirtschaftlich entfiel

auf die forschungsintensive Industrie, wobei die Chemie- und

fast die Hälfte der Innovationsausgaben auf den Maschinen-

Pharmaindustrie den größten Beitrag zu den Innovationsaus-

und Fahrzeugbau (45,6 %), während dieser nur 13,5 % zu den

gaben leistete (31,8 %), gefolgt von der Elektroindustrie (21,2

Innovationsausgaben in Berlin beitrug. Mit 31,8 % leistete die

%) und dem Maschinen- und Fahrzeugbau (13,5 %). 10,1 %

Chemie- und Pharmaindustrie hingegen einen deutlich höheren

der gesamten Berliner Innovationsausgaben stellten die Un-

Beitrag zu den Innovationsausgaben in Berlin, während diese

ternehmen der Softwareentwicklung und Datenverarbeitung

Branche gesamtwirtschaftlich nur 13,6 % der gesamten Inno-

bereit. Diese vier Branchen zeichneten sich folglich für rund

vationsausgaben bereitstellte. Auch die Elektroindustrie und

drei Viertel der Innovationsausgaben verantwortlich. Auch

die Softwarebranche lagen mit 21,2 % bzw. 10,1 % der Berliner

gesamtwirtschaftlich trugen diese vier Branchen in etwa drei

Innovationsausgaben deutlich über dem Bundesdurchschnitt

Viertel zu den Innovationsausgaben bei. Allerdings lassen sich

(Elektroindustrie: 12,8 %; Software- und Datenverarbeitung: 4,9 %).

im Vergleich zwischen der deutschen und Berliner Wirtschaft

Tabelle 4
Innovationsausgaben in

Berlin und

Deutschland nach Branchen (2014)
Millionen
Euro

Anteil
in %

Millionen
Euro

Anteil
in %

Chemie/Pharmazie/Kunststoff

981

31,8

18.511

13,6

Elektroindustrie/Messtechnik/Optik

654

21,2

17.375

12,8

Maschinen-/Fahrzeugbau

415

13,5

62.052

45,6

Software/Datenverarbeitung

310

10,1

6.724

4,9

Verlage/Film/Rundfunk/Telekommunikation

151

4,9

4.834

3,6

Architektur-/Ingenieurbüros/technische Labore

121

3,9

861

0,6

Forschung und Entwicklung

121

3,9

2.720

2,0

Finanzdienstleistungen

105

3,4

5.669

4,2

Energie/Wasser/Entsorgung

61

2,0

5.072

3,7

Metall/Glas/Steinwaren

47

1,5

5.940

4,4

Sonstige Konsumgüter

34

1,1

1.481

1,1

Nahrung/Getränke/Tabak

31

1,0

2.984

2,2

Unternehmensberatung

23

0,7

219

0,2

Kreativdienstleistungen

19

0,6

303

0,2

Holz/Papier/Druck

11

0,4

1.348

1,0

2.234

72,4

114.762

84,3

850

27,6

21.330

15,7

3.084

100

136.092

100

Industrie
Dienstleistungen
Insgesamt

Quelle: Innovationserhebung Berlin 2015, ZEW, eigene Darstellung

20

Abbildung 6
Innovationsausgaben in

Berlin und

Deutschland nach Branchen, in % (2014)

Anteil an gesamten Innovationsausgaben
Chemie/Pharmazie/Kunststoff
Elektroindustrie/
Messtechnik/Optik
Maschinen-/Fahrzeugbau
Software/Datenverarbeitung
Verlage/Film/Rundfunk/
Telekommunikation
Architektur-/Ingenieurbüros/
technische Labore
Forschung und Entwicklung

31,8

13,6
12,8

Innovationsintensität
19,0

4,3

21,2

13,5

9,3
9,9
5,9

45,6

10,1
4,9

8,3

9,1
7,0

4,9
3,6

2,1
4,1

3,9
0,6

3,3
1,6

3,9
2,0

25,5

3,4
4,2

0,7
0,7

Energie/Wasser/Entsorgung

2,0
3,7

0,5
0,8

Metall/Glas/Steinwaren

1,5
4,4

2,5
2,2

Sonstige Konsumgüter

1,1
1,1

3,3
2,8

Nahrung/Getränke/Tabak

1,0
2,2

Unternehmensberatung

0,7
0,2

1,3
1,4

Kreativdienstleistungen

0,6
0,2

1,2
1,0

Holz/Papier/Druck

0,4
1,0

1,0
1,6

Finanzdienstleistungen

0,5
1,4

72,4

Industrie
Dienstleistungen

15,7

41,9

27,6

84,3

5,3
4,4
2,6
1,9

Quelle: Innovationserhebung Berlin 2015, ZEW, eigene Darstellung

Der Blick auf die Innovationsintensität der einzelnen Bran-

Innovationen als die deutschen Vergleichsunternehmen (Berlin:

chen zeigt zum Teil deutliche Unterschiede zwischen Berlin

9,1 %; Deutschland: 7 %). Dagegen lagen die Umsatzanteile an

und der deutschen Wirtschaft insgesamt. Insbesondere in der

den Innovationsausgaben in der Elektroindustrie (Berlin: 9,3

Pharmaindustrie lässt sich eine deutlich über dem Bundesni-

%; Deutschland: 9,9 %) sowie im Maschinen- und Fahrzeugbau

veau liegende Innovationsintensität feststellen (Berlin: 19 %;

(Berlin: 5,9 %; Deutschland: 8,3 %) leicht unter den jeweiligen

Deutschland: 4,3 %). Gemessen am Umsatz gaben auch Unter-

bundesweiten Referenzwerten.

nehmen der Softwarebranche mehr aus für die Entwicklung von

21

6. Öffentliche Innovationsförderung

Die öffentliche Hand fördert Innovationen finanziell z. B. über

Mit 22 % nutzte fast ein Viertel der Unternehmen Bundesmittel

Zuschüsse,

Beteiligungen

zur Umsetzung von Innovationsaktivitäten, während 9 % der

oder Kreditbürgschaften. Die Förderung kann direkt über öf-

Berliner Unternehmen Landesmittel und 8 % der Berliner Un-

fentliche Stellen oder über beauftragte Institutionen, wie Pro-

ternehmen EU-Mittel einwerben konnten.

Darlehen,

Subventionszahlungen,

jektträger oder Förderbanken, erfolgen.
In Deutschland nutzten vergleichsweise weniger Unternehmen
Die Berliner Unternehmen waren im Vergleich zum Bundes-

öffentliche Mittel zur Innovationsförderung. Neben einem hö-

durchschnitt erfolgreicher in der Einwerbung von öffentlichen

heren Anteil von Landesmitteln zeigten sich Berliner Unterneh-

Mitteln zur Förderung von Innovationsaktivitäten. Während

men auch erfolgreicher in der Akquisition von Bundesmitteln.

in Deutschland rund ein Viertel der Unternehmen öffentliche

Besonders erfolgreich gegenüber den nationalen Wettbewer-

Fördermittel für Innovationsprojekte nutzte, war es in Berlin

bern war die Berliner Industrie in der Einwerbung von öffentli-

fast ein Drittel der Unternehmen. Besonders erfolgreich waren

chen Fördermitteln vom Bundesforschungsministerium (Berlin:

die Berliner Industrieunternehmen, die mit einem Anteil von

17 %; Deutschland: 5 %) und vom Bundeswirtschaftsministerium

44 % deutlich über dem bundesweiten Vergleichswert lagen

(Berlin: 23 %; Deutschland: 11 %).

(Deutschland: 22 %).

Abbildung 7
Öffentliche Innovationsförderung in

Berlin und

Deutschland, Anteil an allen innovationsaktiven Unternehmen in % (2014)

31
Insgesamt
23

44
Industrie
22

25
Dienstleistungen
23

22
vom Bund
15

9
vom Land
6

8
von der EU
5

Quelle: Innovationserhebung Berlin 2015, ZEW, eigene Darstellung
22

Der größte Anteil der Berliner Unternehmen, die öffentliche

sition von Landes- und EU-Mitteln zeigten sich Großunterneh-

Fördermittel zur Finanzierung von Innovationsprojekten ein-

men mit 1.000 und mehr Beschäftigten besonders erfolgreich

werben konnten, entfiel auf Unternehmen mit 250 bis 999

(Landesmittel: 24 %; EU-Mittel: 39 %), während Berliner Unter-

Beschäftigten. 62 % dieser Unternehmen nutzten öffentliche

nehmen mit 250 bis 999 Beschäftigten am häufigsten Innovati-

Mittel zur Förderung von Innovationsaktivitäten. In der Akqui-

onsförderungen vom Bund nutzten (57 %).

Abbildung 8
Öffentliche Innovationsförderung in Berlin nach Größenklassen und Mittelherkunft, Anteil an allen innovationsaktiven in % (2014)
Insgesamt

vom Land

vom Bund

von der EU
62
57
49

47

42
39
32

32
27

25

24

24
19

18

16
13

10

8

6

5-9 Beschäftigte

31

5

4
10-19 Beschäftigte

11

7

20-49 Beschäftigte

50-249 Beschäftigte

250-999 Beschäftigte

>1000 Beschäftigte

Quelle: Innovationserhebung Berlin 2015, ZEW, eigene Darstellung

Abbildung 9
Öffentliche Innovationsförderung in Deutschland nach Größenklassen und Mittelherkunft, Anteil an allen innovationsaktiven
Unternehmen in % (2014)
Insgesamt

vom Land

vom Bund

von der EU
51

41

30

30
27

25
22

22

22

19
15

18

13
9
5

9
1

5-9 Beschäftigte

6

6

10-19 Beschäftigte

6

11
7

8

4

20-49 Beschäftigte

50-249 Beschäftigte

250-999 Beschäftigte

>1000 Beschäftigte

Quelle: Innovationserhebung Berlin 2015, ZEW, eigene Darstellung
23

Im Bundesvergleich zeigt sich, dass KMU in Berlin deutlich er-

bis 999 Beschäftigten ließen sich zum Teil erhebliche Unter-

folgreicher in der Einwerbung von öffentlichen Mitteln zur Um-

schiede beobachten (Berlin: 62 %; Deutschland: 27 %). Auch sind

setzung von Innovationsprojekten waren als die nationale Ver-

Unterschiede in der Nutzung von öffentlichen Mitteln zur In-

gleichsgruppe. Besonders auffallend ist dies bei Unternehmen

novationsförderung zwischen den Berliner und den deutschen

mit 5 bis 9 und 50 bis 249 Beschäftigten. So warben in Berlin

Branchen sichtbar. Insbesondere in der Elektroindustrie (Berlin:

27 % der erstgenannten und 47 % der zweitgenannten Unter-

77 %; Deutschland: 35 %), in der Nahrungsmittelindustrie (Ber-

nehmen öffentliche Mittel zur Förderung von Innovationsvor-

lin: 16 %; Deutschland: 7 %) sowie im Maschinen- und Fahr-

haben ein, während im Bund 15 % bzw. 30 % der Unternehmen

zeugbau (Berlin: 57 %; Deutschland: 31 %) berichteten deutlich

in den genannten Unternehmensgrößenklassen Innovationsför-

mehr Berliner Unternehmen, öffentliche Mittel zur Förderung

dermittel einsetzten. Aber auch bei Großunternehmen mit 250

von Innovationsprojekten eingesetzt zu haben.

Tabelle 5
Erhalt öffentlicher Innovationsförderung in

Berlin und

Deutschland, Anteil an allen innovationsaktiven Unternehmen

in % (2014)
Insgesamt

vom Land

vom Bund

darunter:
BMWi

darunter:
BMBF

von der EU

darunter:
EU-RP4

Forschung und Entwicklung

79

91

34

40

74

88

40

57

71

58

15

40

15

36

Elektroindustrie/Messtechnik/Optik

77

35

14

10

68

29

53

20

45

14

19

7

8

6

Energie/Wasser/Entsorgung

62

22

31

6

31

12

17

4

6

5

17

3

11

2

Chemie/Pharmazie/Kunststoff

59

34

17

7

53

27

42

20

20

9

22

9

20

7

Maschinen-/Fahrzeugbau

57

31

7

9

51

20

38

14

22

7

7

6

7

4

Sonstige Konsumgüter

38

10

15

3

11

7

4

6

7

1

3

0

1

0

Software/Datenverarbeitung

30

34

10

11

19

18

10

7

11

11

12

8

4

2

Unternehmensberatung

28

16

0

1

16

13

4

2

12

10

12

8

12

1

Architektur-/Ingenieurbüros/technische Labore

19

23

1

5

17

19

7

9

8

10

1

2

1

2

Kreativdienstleistungen

18

10

4

0

10

3

5

2

5

1

6

1

1

0

Nahrung/Getränke/Tabak

16

7

13

2

2

5

1

2

1

1

2

1

1

1

Verlage/Film/Rundfunk/Telekommunikation

11

13

3

7

5

6

4

3

3

2

1

2

1

1

Metall/Glas/Steinwaren

7

19

7

6

0

11

0

9

0

3

0

3

0

2

Finanzdienstleistungen

2

0

0

0

1

0

1

0

1

0

1

0

0

0

Holz/Papier/Druck

1

5

0

3

1

3

1

2

0

1

0

1

0

0

Industrie

44

22

13

6

32

15

23

11

17

5

9

4

6

3

Dienstleistungen

25

23

7

7

18

15

9

7

12

9

7

6

3

3

Insgesamt

31

23

9

6

22

15

13

10

13

7

8

5

4

3

Quelle: Innovationserhebung Berlin 2015, ZEW, eigene Darstellung
4 Rahmenprogramm für Forschung und technologische Entwicklung der Europäischen Union
24

7. Innovationskooperationen

In vielen Fällen erfordert die Entwicklung von neuen Produkten

Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt waren in 2014 mehr

und Dienstleistungen die Zusammenarbeit in Partnerschaften

Berliner Unternehmen an Innovationskooperationen beteiligt.

oder Netzwerken („Innovationskooperationen“). Nachfolgend

Demnach unterhielten 28 % der innovationsaktiven Unterneh-

wird eine enge Definition von Innovationskooperationen ge-

men in Berlin und 23 % der deutschen Unternehmen Innova-

wählt. Innovationskooperationen liegen vor, wenn ein Unter-

tionskooperationen. Besonders deutliche Unterschiede zeigten

nehmen aktiv an gemeinsamen FuE- oder Innovationsaktivitä-

sich bei Industrieunternehmen. So waren 35 % der Berliner

ten mit anderen Unternehmen oder Einrichtungen teilnimmt,

Industrieunternehmen an Innovationskooperationen beteiligt,

mit dem Ziel, Produkt- oder Prozessinnovationen für sich oder

während im Bundesdurchschnitt nur 22 % der entsprechenden

Dritte zu entwickeln und einzuführen. Diese Kooperationen

Unternehmen im Rahmen ihrer Innovationsaktivitäten Koope-

sind typischerweise vertraglich geregelt. Eine reine Auftrags-

rationen mit Dritten eingingen. Zudem lag die Verbreitung von

vergabe, bei der keine aktive Zusammenarbeit stattfindet, oder

Innovationskooperationen in Berlin mit 25 % leicht über dem

weichere Formen der Zusammenarbeit, wie informelle Kontakte,

Bundesdurchschnitt (24 %) bei Dienstleistern.

stellen keine Kooperationen in dem hier definierten Sinne dar.

Abbildung 10
Durchführung von Innovationskooperationen in

Berlin und

Deutschland, Anteil an allen innovationsaktiven Unternehmen

in % (2014)

28
Insgesamt
23

25
Dienstleistungen
24

35
Industrie
22

Quelle: Innovationserhebung Berlin 2015, ZEW, eigene Darstellung

Mit Blick auf die Unternehmensgröße lassen sich im Koopera-

der deutschen Großunternehmen mit über 1.000 Beschäftigten

tionsverhalten sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede

externe Anbieter in den Entwicklungsprozess eingebunden.

zwischen der Berliner und der deutschen Wirtschaft erkennen.

Bei Unternehmen mit 5 bis 9 Beschäftigten griffen hingegen

So stieg die Bereitschaft, Innovationskooperationen einzuge-

lediglich 23 % in Berlin und 16 % im Bundesdurchschnitt auf

hen, mit wachsender Unternehmensgröße sowohl in der Ber-

Kooperationen zurück. Ein besonders deutlicher Unterschied

liner als auch in der deutschen Wirtschaft deutlich an. Die Zu-

in dem Anteil der Unternehmen, die Innovationskooperationen

sammenarbeit mit Dritten zur Entwicklung neuer Produkte und

eingingen, lässt sich zwischen Unternehmen mit 250 bis 999

Dienstleistungen stellte für Großunternehmen nahezu die Regel

Beschäftigten in der Berliner und der deutschen Wirtschaft er-

dar. In dem Berichtszeitraum haben 77 % der Berliner und 81 %

kennen (Berlin: 77 %; Deutschland: 42 %).

25

Tabelle 6
Innovationskooperationen nach Größenklassen in

Berlin und

Deutschland, Anteil an innovationsaktiven Unternehmen

in % (2014)

5-9 Beschäftigte

23

16

10-19 Beschäftigte

25

19

20-49 Beschäftigte

30

26

50-249 Beschäftigte

37

29

250-999 Beschäftigte

77

42

1.000 und mehr Beschäftigte

77

81
Quelle: Innovationserhebung Berlin 2015, ZEW, eigene Darstellung

Tabelle 7
Innovationskooperationen nach Partnertyp in

Berlin und

Deutschland, Anteil an allen innovationsaktiven Unternehmen

in % (2014)

innerhalb eigener Gruppe

8

6

11

8

mit Kunden aus dem öffentlichen Sektor

5

4

mit Lieferanten

7

8

mit Wettbewerbern

6

mit Beratungsunternehmen

6

6

Hochschulen

19

15

mit staatlichen Forschungseinrichtungen

13

8

7

6

mit Kunden aus der Privatwirtschaft

mit privaten FuE-Dienstleistern

4

Quelle: Innovationserhebung Berlin 2015, ZEW, eigene Darstellung

Innovationskooperationen können zwischen Industrie- und

Der größte Anteil der Kooperationspartner der Berliner Unter-

Dienstleistungsunternehmen sowie zwischen Unternehmen und

nehmen stammte aus der Region (22 %). An zweiter Stelle folg-

Einrichtungen aus Wissenschaft und Forschung entstehen. Zu

ten Kooperationspartner aus Deutschland (20 %) und an drit-

den externen Partnern zählen Unternehmen der eigenen Grup-

ter Stelle Kooperationspartner aus dem europäischen Ausland

pe, Kunden, Lieferanten, Unternehmen der eigenen Branche,

(8 %). Die internationale Ausrichtung von Innovationskooperati-

Beratungsdienstleister und spezielle FuE-Dienstleister sowie

onen nimmt mit zunehmender Unternehmensgröße tendenziell

Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen.

zu. Für Großunternehmen mit über 1.000 Beschäftigten spielte

Hochschulen stellten die am häufigsten genannten Koopera-

die Einbindung von europäischen (64 %) und außereuropäischen

tionspartner dar. Dies galt sowohl für Berlin als auch für die

Partnern (insbesondere: USA: 40 %, China und Indien: 31 %) eine

deutsche Wirtschaft insgesamt, wobei in Berlin mit 19 % ein

wichtige Rolle, während Kleinunternehmen deutlich weniger Ko-

höherer Anteil von Unternehmen neue Produkte gemeinsam

operationen mit internationalen Partnern eingingen. Im Vergleich

mit Hochschulen entwickelte, während deutschlandweit 15 %

zur deutschen Wirtschaft insgesamt waren die Kooperationen

der Unternehmen Hochschulen in den Entwicklungsprozess

der Berliner Unternehmen in nahezu allen Unternehmensgrö-

einbezogen. Mit 13 % entfiel der zweithöchste Anteil in Berlin

ßenklassen internationaler ausgerichtet. Hierbei ließen sich be-

auf Kooperationen mit staatlichen Forschungseinrichtungen. An

sonders große Unterschiede bei Unternehmen mit 250 bis 999

dritter Stelle folgten Partnerschaften mit Kunden aus der Pri-

Beschäftigten beobachten. Abgesehen vom insgesamt höheren

vatwirtschaft mit 11 %.

Kooperationsniveau und der größtenteils stärkeren internationalen Ausrichtung der Kooperationen der Berliner Unternehmen
sind die Trends in der deutschen Wirtschaft insgesamt ähnlich.

26

Abbildung 11
Innovationskooperationen der Berliner Unternehmen nach Größenklassen und Herkunft der Partner, Anteil an allen innovationsaktiven Unternehmen in % (2014)
eigene Region

andere Teile Deutschlands

europäisches Ausland

USA

China, Indien
74
69

66

72
64

50

40
33

31
26

25
22

20

21 22

20

20

18

16
11
8 2 2
Insgesamt

31

11

4

3

0 0
5-9
Beschäftigte

10-19
Beschäftigte

2 3

2 1

0 0

20-49
Beschäftigte

50-249
Beschäftigte

250-999
Beschäftigte

>1000
Beschäftigte

Quelle: Innovationserhebung Berlin 2015, ZEW, eigene Darstellung

Abbildung 12
Innovationskooperationen der deutschen Unternehmen nach Größenklassen und Herkunft der Partner, Anteil an allen innovationsaktiven Unternehmen in % (2014)
eigene Region

andere Teile Deutschlands

europäisches Ausland

USA

China, Indien
80
74

62

37

36
31

19 18

16 16

13 12

11 11
6

1 1

Insgesamt

19

3

4
0 0

5-9
Beschäftigte

22

20
11

0 1

10-19
Beschäftigte

5

1 0

20-49
Beschäftigte

30

2 1
50-249
Beschäftigte

9

7

250-999
Beschäftigte

>1000
Beschäftigte

Quelle: Innovationserhebung Berlin 2015, ZEW, eigene Darstellung
27

8. Patente und gewerbliche Schutzrechte

Insgesamt meldeten 8 % der Berliner Unternehmen in 2014 zu-

Allerdings ist das regionale Patentaufkommen als Innovations-

mindest ein Patent an. Gesamtwirtschaftlich lag dieser Anteil

indikator umstritten, weswegen die oben genannten Ergebnisse

mit 10 % geringfügig höher. In Berlin wie auch in der deutschen

kritisch reflektiert werden sollten. Sowohl zwischen Branchen

Wirtschaft insgesamt berichteten 6 % der Dienstleistungsunter-

als auch zwischen wissenschaftlichen Disziplinen unterscheidet

nehmen und 11 % der Industrieunternehmen die Anmeldung

sich das Patentverhalten deutlich. Unterschiede im regionalen

zumindest eines Patents im zurückliegenden Dreijahreszeit-

Patentaufkommen können strukturell bedingt sein und müssen

raum. Die

Unterschiede in der Patentaktivität zwischen der

nicht unbedingt auf eine höhere regionale Innovationsdynamik

Berliner und der deutschen Wirtschaft sind vor allem auf struk-

hinweisen. Zudem können auf der Grundlage von Patentzahlen

turelle Unterschiede, wie etwa einen niedrigeren Industriebe-

keine Aussagen über die kommerzielle Nutzung der geschütz-

satz in Berlin im Vergleich zur deutschen Wirtschaft insgesamt,

ten Erfindungen getroffen werden5.

zurückzuführen.
Statistiken zur Auslizensierung von Schutzrechten liefern EinSchwerpunkte im Berliner Patentaufkommen bildeten die

sichten in die Kommerzialisierung von neuen Technologien

forschungsintensiven Industriezweige und wissensintensive

und geistigen Eigentums. Im Hinblick auf die Auslizensierung

Dienstleistungen. In den übrigen Branchen spielte die Anmel-

von Technologien und Schutzrechten zeigte die Berliner Wirt-

dung von Patenten eine nur untergeordnete Rolle. Besonders

schaft deutlich höhere Erfolge auf als die deutsche Wirtschaft

hohe Anteile von Unternehmen mit Patentanmeldungen wur-

insgesamt (Berlin: 5 %; Deutschland: 2 %). Hierbei spiegeln die

den bei FuE-Dienstleistungen (43 %), in der Elektroindustrie (35

Ergebnisse die Branchenschwerpunkte in der forschungsinten-

%) und in der Chemie- und Pharmaindustrie (24 %) berichtet.

siven Industrie und den wissensintensiven Dienstleistungen

Während die Patentaktivität in der Elektroindustrie deutlich

in der Berliner Wirtschaft wider. So berichteten insbesondere

über dem Bundesdurchschnitt lag (Deutschland: 20 %), blieben

FuE-Dienstleister (Berlin: 21 %; Deutschland: 12 %), Unterneh-

insbesondere Unternehmen des Maschinen- und Fahrzeugbaus

men der Elektroindustrie (Berlin: 5 %; Deutschland: 2 %) und der

(Berlin: 9 %; Deutschland: 22 %), FuE-Dienstleistungen (Berlin:

Chemie- und Pharmaindustrie (Berlin: 10 %; Deutschland: 5 %)

43 %; Deutschland: 61 %) sowie Architektur- und Ingenieurbüros

sowie der Softwareentwicklung und Datenverarbeitung (Berlin:

(Berlin: 1 %; Deutschland: 8 %) hinter den jeweiligen deutsch-

7 %; Deutschland: 4 %) eine merklich über den nationalen Ver-

landweiten Referenzwerten zurück.

gleichsunternehmen liegende Auslizensierungsaktivität.

5 Kleinknecht, A., Monfort, K., Brouwer, E. (2002): The non-trivial choice between innovation indicators. In: Economics of Innovation and New
Technology, Vol. 11(2), S.109-121.
28

Tabelle 8
Patente und die Auslizensierung von Schutzrechten in

Berlin und

Deutschland, in % (2014)

Anmeldung von
Patenten

Auslizensierung
eigener Schutzrechte

Anmeldung von
Patenten

Auslizensierung
eigener Schutzrechte

Forschung und Entwicklung

43

21

61

12

Elektroindustrie/Messtechnik/Optik

35

5

20

2

Chemie/Pharmazie/Kunststoff

24

10

23

5

Maschinen-/Fahrzeugbau

9

2

22

2

Software/Datenverarbeitung

7

7

7

4

Unternehmensberatung

6

8

3

2

Verlage/Film/Rundfunk/Telekommunikation

5

17

1

8

Metall/Glas/Steinwaren

5

0

7

1

Kreativdienstleistungen

4

7

2

3

Sonstige Konsumgüter

4

1

13

1

Nahrung/Getränke/Tabak

3

1

1

1

Energie/Wasser/Entsorgung

3

2

2

0

Holz/Papier/Druck

1

0

4

2

Architektur-/Ingenieurbüros/technische Labore

1

0

8

0

Finanzdienstleistungen

0

0

1

0

11

2

11

2

Dienstleistungen

6

7

6

3

Insgesamt

8

5

10

2

Industrie

Quelle: Innovationserhebung Berlin 2015, ZEW, eigene Darstellung

29

9. Umsätze mit Produktneuheiten

Ein zentraler Indikator für den ökonomischen Erfolg von Pro-

in 2014 ein Umsatz in Höhe von 12,2 Mrd. Euro mit Produkt-

duktinnovationen ist der Umsatzanteil, der mit neuen oder we-

neuheiten erzielt und damit deutlich mehr als im Vorjahr (2013:

sentlich verbesserten Produkten erzielt wird. In 2014 wurden

11 Mrd. Euro). Gesamtwirtschaftlich gingen die Umsatzanteile

16,3 % des gesamten Umsatzes in den hier betrachteten Wirt-

mit Produktneuheiten im Vergleich zum Vorjahr von 16,1 % auf

schaftszweigen Berlins mit Produktneuheiten erwirtschaftet. Die

15,5 % zurück. Damit schlossen die Berliner Unternehmen zum

Neuproduktumsätze stiegen in Berlin rascher als die Umsatzer-

Bundesdurchschnitt (15,5 %) auf und übertrafen diesen mit 16,3

löse insgesamt, sodass die Neuproduktumsatzquote im Vergleich

% sogar erstmalig seit Beginn der Durchführung der Berliner In-

zum Vorjahr um 2,5 Prozentpunkte anstieg. So wurde in Berlin

novationserhebung.

Abbildung 13
Umsatzanteile mit Produktneuheiten in

Berlin und

Deutschland, in % (2011-2014)

17,4
16,1

15,6

15,2

16,3

15,5

13,8
12,2

2011

2012

2013

2014

Quelle: Innovationserhebung Berlin 2015, ZEW, eigene Darstellung

Der Markterfolg, den die Berliner KMU mit Produktinnovationen

Den höchsten Umsatzanteil mit Produktneuheiten wies die

erzielen konnten, lag mit 12,4 % merklich über dem Vergleichs-

Elektroindustrie (50,5 %) auf, gefolgt von Maschinen- und Fahr-

wert für die deutschen KMU (7,7 %). Produktneuheiten trugen in

zeugbau (42 %), FuE-Dienstleistungen (34,4 %) und der Soft-

2014 18,4 % zum Umsatz der Berliner Großunternehmen bei, im

warebranche (19,4 %). Im Vergleich zu der deutschen Wirtschaft

Vergleich zu 18,2 % bei deutschen Großunternehmen. Im Vor-

insgesamt erzielten die Berliner Elektroindustrie (Berlin 50,5 %;

jahresvergleich konnten Unternehmen der Berliner Wirtschaft

Deutschland: 32,4 %), der Maschinen- und Fahrzeugbau (Ber-

ihre Umsätze mit Produktneuheiten um über 11 % ausweiten,

lin: 42,0 %; Deutschland: 37,2 %), FuE-Dienstleistungen (Berlin:

während in der deutschen Wirtschaft insgesamt eine rückläufi-

34,4 %; Deutschland: 19,7 %), die Unternehmensberatungsbran-

ge Entwicklung zu beobachten war (-4, 2 %). Zudem steigerten

che (Berlin: 19,1 %; Deutschland: 8,1 %) und die Chemie- und

die Berliner KMU ihre Umsätze mit Produktinnovationen um

Pharmaindustrie (Berlin: 18,6 %; Deutschland: 14,8 %) zum Teil

über 20 %, während bei den deutschen Vergleichsunterneh-

deutlich höhere Erfolge mit Produktinnovationen.

men die Umsätze zurückgingen (Deutschland: - 2,4 %). Auch die
Berliner Großunternehmen wiesen eine merklich höhere Steigerungsrate bei Innovationserfolgen mit Produktneuheiten auf
(Berlin: +8,8 %; Deutschland: -4,5 %).

30

Tabelle 9
Umsätze mit Produktneuheiten in

Berlin und

Deutschland nach Größenklassen (2014)

Millionen
Euro

Anteil
in %

Veränderung
zu 2013 in %

Millionen
Euro

Anteil
in %

Veränderung
zu 2013 in %

3.158

12,4

+20,8

73.860

7,7

-2,4

5-9 Beschäftigte

270

11,2

+31,1

6.946

10,6

+35,2

10-19 Beschäftigte

332

12,1

+43,7

7.846

8,9

+12,2

20-49 Beschäftigte

661

12,8

+11,7

12.855

7,1

-6,0

50-249 Beschäftigte

1.895

12,5

+19,5

46.213

7,4

-7,3

Großunternehmen

9.086

18,4

+8,8

508.304

18,2

-4,5

250-999 Beschäftigte

2.168

17,3

+10,6

78.946

9,2

-1,5

1.000 und mehr Beschäftigte

6.918

18,7

+8,2

429.358

22,2

-5,0

12.244

16,3

+11,6

582.164

15,5

-4,2

Beschäftigte
KMU

Insgesamt

Quelle: Innovationserhebung Berlin 2015, ZEW, eigene Darstellung

Abbildung 14
Umsatzanteile mit Produktneuheiten in

Berlin und

Deutschland nach Branchen, in % (2014)

Elektroindustrie/Messtechnik/Optik
Maschinen-/Fahrzeugbau

37,2

Forschung und Entwicklung

19,7

Unternehmensberatung

14,8

Kreativdienstleistungen

12,5

7,7

12,3
11,2

Metall/Glas/Steinwaren

9,3
8,7

Finanzdienstleistungen

9,2

Verlage/Film/Rundfunk/Telekommunikation
Architektur-/Ingenieurbüros/technische Labore

6,9
6,1

Holz/Papier/Druck
3,6

11,6

8,6

8,2

2,3

2,4
5,0
20,3
18,0

Industrie

Insgesamt

18,6

15,0
14,8

Sonstige Konsumgüter

Dienstleistungen

34,4

19,1

8,1

Chemie/Pharmazie/Kunststoff

Nahrung/Getränke/Tabak

42,0

19,4
19,2

Software/Datenverarbeitung

Energie/Wasser/Entsorgung

50,5

32,4

11,3
9,8
16,3
15,5
Quelle: Innovationserhebung Berlin 2015, ZEW, eigene Darstellung
31

Tabelle 10
Umsätze mit Produktneuheiten in

Berlin und

Deutschland nach Branchen (2014)
Millionen
Euro

Anteile
in %

Millionen
Euro

Anteile
in %

Elektroindustrie/Messtechnik/Optik

3.541

50,5

57.007

32,4

Maschinen-/Fahrzeugbau

2.961

42,0

278.547

37,2

Finanzdienstleistungen

1.394

9,3

72.662

8,7

Chemie/Pharmazie/Kunststoff

959

18,6

63.282

14,8

Software/Datenverarbeitung

664

19,4

18.562

19,2

Verlage/Film/Rundfunk/Telekommunikation

662

9,2

13.594

11,6

Energie/Wasser/Entsorgung

436

3,6

14.453

2,3

Unternehmensberatung

327

19,1

1.233

8,1

Architektur-/Ingenieurbüros/technische Labore

319

8,6

3.808

6,9

Metall/Glas/Steinwaren

228

12,3

30.162

11,2

Kreativdienstleistungen

205

12,5

2.266

7,7

Forschung und Entwicklung

163

34,4

1.281

19,7

Nahrung/Getränke/Tabak

159

2,4

10.701

5,0

Sonstige Konsumgüter

154

15,0

7.667

14,8

72

6,1

6.940

8,2

Industrie

8.510

20,3

468.759

18,0

Dienstleistungen

3.734

11,3

113.405

9,8

12.244

16,3

582.164

15,5

Holz/Papier/Druck

Insgesamt

Quelle: Innovationserhebung Berlin 2015, ZEW, eigene Darstellung

32

10. Umweltinnovationen

In der Innovationserhebung 2014 werden Umweltinnovationen

Während im Berichtszeitraum in Deutschland 56 % der Unter-

als Produkt-, Prozess-, Marketing-, oder Organisationsinnovati-

nehmen Umweltinnovationen einführten, lag der Anteil der

onen, die zu einer merklichen Verringerung der Umweltbelas-

Berliner Unternehmen mit Umweltinnovationen mit 45 % deut-

tung führen, definiert. Positive Umwelteffekte können sowohl

lich niedriger.

explizites Ziel oder Nebeneffekt der Innovation sein. Die positiven Umwelteffekte können entweder in den jeweiligen Unternehmen oder bei der Nutzung der Produkte oder Dienstleistungen
durch Kunden oder Endnutzer auftreten.

Tabelle 11
Einführung von Umweltinnovationen in

Berlin und

Deutschland, in % (2014)

Insgesamt

45

56

Dienstleistungen

37

42

Industrie

62

63
Quelle: Innovationserhebung Berlin 2015, ZEW, eigene Darstellung

Der höchste Anteil der Berliner Unternehmen mit Umweltin-

gleich zur deutschen Wirtschaft waren die Unterschiede in die-

novationen entfiel mit 57 % auf Unternehmen mit 250 bis 999

ser Unternehmensgrößenklasse besonders deutlich. So führten

Beschäftigten. Lediglich 42 % der Großunternehmen der Ber-

hier deutschlandweit 87 % der Unternehmen mit über 1.000

liner Wirtschaft mit über 1.000 Beschäftigten gaben an, solche

Beschäftigten Umweltinnovationen ein.

Innovationen im Berichtszeitraum eingeführt zu haben. Im Ver-

Tabelle 12
Einführung von Umweltinnovationen in

Berlin und

Deutschland nach Größenklassen, in % (2014)

5-9 Beschäftigte

47

51

10-19 Beschäftigte

37

50

20-49 Beschäftigte

47

57

50-249 Beschäftigte

55

69

250-999 Beschäftigte

57

82

1.000 und mehr Beschäftigte

42

87
Quelle: Innovationserhebung Berlin 2015, ZEW, eigene Darstellung

33

Zwischen den einzelnen Wirtschaftsbranchen lassen sich auf-

der Innovationserhebung nur die im Berichtszeitraum (2012-

fallende Unterschiede hinsichtlich der Einführung von Um-

2014) eingeführten Umweltinnovationen erfasst wurden. Eine

weltinnovationen beobachten. Die anteilig meisten Umwelt-

geringere Aktivität in diesem Bereich ist für Unternehmen zu

innovationen wurden in Berlin in der Chemie- und Pharmain-

erwarten, die bereits in den davorliegenden Jahren ihre Pro-

dustrie (78 %), gefolgt vom Maschinen- und Fahrzeugbau (68

dukte und Prozesse umweltfreundlich gestaltet haben. Ins-

%) der Elektroindustrie (67 %) und sonstigen Konsumgütern (66

gesamt lassen sich anhand der hier erhobenen Zahlen keine

%) eingeführt. Während die Berliner Chemie- und Pharmain-

Aussagen über die allgemeine Verbreitung von Umweltinnova-

dustrie (Berlin: 78 %; Deutschland: 68 %), der Maschinen- und

tionen in der Berliner Wirtschaft treffen.

Fahrzeugbau (Berlin: 68 %; Deutschland: 60 %) sowie Hersteller sonstiger Konsumgüter (Berlin: 66 %; Deutschland: 61 %) im

Ebenfalls ist zu beachten, dass in Berlin im Vergleich zur deut-

Vergleich zur deutschen Wirtschaft insgesamt deutlich höhere

schen Wirtschaft insgesamt ein niedrigerer Industriebesatz

Anteile von Unternehmen mit Umweltinnovationen berichte-

zu beobachten ist und die Berliner Wirtschaft durch einen im

ten, spielten Umweltinnovationen in vielen Teilen der Berliner

Bundesvergleich hohen Dienstleistungsanteil geprägt ist. In ei-

Wirtschaft im deutschlandweiten Vergleich eine nur geringe

nigen Dienstleistungsbranchen, wie etwa der Unternehmens-

Rolle. Auch der Anteil dieser Produkte am gesamten Umsatz

beratung und bei Finanzdienstleistungen, ist das Potenzial für

lag in vielen Berliner Branchen unter dem deutschlandweiten

Umweltinnovationen indes gering. Auch bestehen erhebliche

Branchenmittel. Insgesamt erzielten Unternehmen der Berliner

Unterschiede zwischen der Berliner und der gesamtdeutschen

Wirtschaft 8 % der Umsätze mit umweltschonenden Produkten

Wirtschaft in der Ausrichtung der Großunternehmen mit über

und Dienstleistungen, während der Vergleichswert in der deut-

1.000 Beschäftigten. So sind Großunternehmen in Berlin stär-

schen Wirtschaft mit 11 % geringfügig höher lag.

ker dienstleistungsorientiert als die Vergleichsunternehmen in
Deutschland. Die im Vergleich zur deutschen Wirtschaft insge-

Hinsichtlich des relativ geringen Anteils von Unternehmen mit

samt niedrigere Umweltinnovatorenquote ist somit vor allem

Umweltinnovationen in der Berliner Wirtschaft gegenüber der

auf strukturelle Unterschiede zurückzuführen.

deutschen Wirtschaft insgesamt ist zu berücksichtigen, dass in

Tabelle 13
Einführung von Umweltinnovationen in

Berlin und

Deutschland, Anteil an allen Unternehmen in % (2014)

Einführung von
Umweltinnovationen

Umsatzanteil
in %

Einführung von
Umweltinnovationen

Umsatzanteil
in %

Chemie/Pharmazie/Kunststoff

78

7

68

9

Maschinen-/Fahrzeugbau

68

13

60

21

Elektroindustrie/Messtechnik/Optik

67

19

67

21

Sonstige Konsumgüter

66

11

61

10

Metall/Glas/Steinwaren

64

4

60

8

Energie/Wasser/Entsorgung

52

13

63

8

Holz/Papier/Druck

51

7

62

13

Forschung und Entwicklung

51

4

54

8

Nahrung/Getränke/Tabak

46

10

70

11

Kreativdienstleistungen

46

4

39

3

Software/Datenverarbeitung

37

5

36

5

Architektur-/Ingenieurbüros/technische Labore

37

3

51

8

Verlage/Film/Rundfunk/Telekommunikation

36

4

38

8

Finanzdienstleistungen

21

4

34

5

Unternehmensberatung

20

2

38

4

Industrie

62

12

63

13

Dienstleistungen

37

4

42

5

Insgesamt

45

8

56

11

Quelle: Innovationserhebung Berlin 2015, ZEW, eigene Darstellung
34

11. Innovationshemmnisse

Innovationshemmnisse stellen Hemmnisse dar, aufgrund wel-

zu hohe Kosten eines der wichtigsten Innovationshemmnisse

cher Innovationsaktivitäten gar nicht erst begonnen, abgebro-

dar. Als zweithäufigstes Innovationshemmnis wurden zu hohe

chen bzw. vorzeitig eingestellt oder verzögert werden. Zu den

Risiken genannt (30 %). Weitere bedeutende Innovationshemm-

bedeutendsten Innovationshemmnissen aus Sicht der Berliner

nisse wurden in der fehlenden internen (26 %) und externen

Unternehmen zählten zu hohe Kosten und Risiken, der fehlende

Finanzierung (22 %) gesehen. Schließlich wurde der Mangel an

Zugang zu interner und externer Finanzierung und der Mangel

Fachpersonal von Berliner Unternehmen als ein bedeutendes

an Fachpersonal. Für 33 % der Berliner Unternehmen stellten

Innovationshemmnis gewertet (21 %).

Tabelle 14
Innovationshemmnisse in Berlin, Anteil an allen Unternehmen in % (2014)

Insgesamt

Industrie

Dienstleistung

zu hohe Kosten

33

36

31

zu hohes Risiko

30

37

27

fehlende interne Finanzierung

26

29

25

fehlende externe Finanzierung

22

23

21

Mangel an Fachpersonal

21

24

19

mangelnde Kundenakzeptanz

18

18

19

organisatorische Probleme

14

13

15

Gesetzgebung

14

14

14

Marktdominanz etablierter Unternehmen

12

15

11

lange Verwaltungsverfahren

12

13

11

fehlende Marktinformationen

10

8

10

interne Widerstände

9

8

10

Standards, Normen

9

10

8

fehlende technologische Informationen

8

8

8

fehlender Zugang zu Schutzrechten

5

5

6

Quelle: Innovationserhebung Berlin 2015, ZEW, eigene Darstellung

35

12. Innovationsplanung 2015 und 2016

Zur Erfassung des Innovationsgeschehens der Berliner Wirt-

jekte umsetzen – um drei Prozentpunkte in Berlin und um einen

schaft über das Berichtsjahr 2014 hinaus wurden die Unter-

Prozentpunkt in Deutschland geringfügig ansteigen. Allerdings

nehmen nach ihren geplanten Innovationsaktivitäten für die

muss damit gerechnet werden, dass letztlich nicht mehr als

Jahre 2015 und 2016 sowie zur voraussichtlichen Höhe der

die Hälfte der noch unsicheren Innovationsprojekte umgesetzt

Innovationsausgaben in den beiden Jahren befragt. Dabei wur-

wird, weswegen ein Rückgang der Innovationsbeteiligung in

de zwischen fest geplanten und noch unsicheren Aktivitäten

2015 wahrscheinlich ist6.

unterschieden, während die geplanten Innovationsausgaben
nur als Gesamtbudget für die jeweiligen Jahre erhoben wurden.

Deutlich zurückhaltender zeigten sich Unternehmen in Berlin wie
auch in Deutschland hinsichtlich der Planung von Innovations-

Für 2015 und 2016 blickten die Berliner wie auch die deut-

aktivitäten in 2016. So legen die Ergebnisse der Befragung

schen Unternehmen zurückhaltend auf die Planung von Inno-

einen Rückgang fest geplanter Innovationsaktivitäten in Berlin

vationsaktivitäten. Zum Befragungszeitpunkt im Frühjahr und

um sechs Prozentpunkte von 50 % auf 44 % und einen gesamt-

Sommer 2015 hatten 50 % der Berliner und 46 % der deut-

wirtschaftlichen Rückgang von fest eingeplanten Innovations-

schen Unternehmen Innovationsaktivitäten fest eingeplant,

aktivitäten um 12 Prozentpunkte von 46 % auf 38 % für 2016

gleichzeitig gaben 12 % der Unternehmen in Berlin und 10 %

nahe. In Berlin gaben 17 % und in Deutschland 15 % der Unter-

im Bundesmittel an, sich bezüglich der Umsetzung von Inno-

nehmen an, sich bezüglich der Umsetzung von Innovationsak-

vationsaktivitäten noch unsicher zu sein. Sofern alle noch un-

tivitäten noch unsicher zu sein. Die Angaben der Unternehmen

sicheren Innovationsaktivitäten in Berlin und in der deutschen

lassen folglich für 2016 eine sinkende Innovationsbeteiligung

Wirtschaft umgesetzt werden, würde die Innovationsbeteili-

sowohl in der deutschen Wirtschaft insgesamt als auch in Berlin

gung – der Anteil von innovationsaktiven Unternehmen, die er-

erwarten.

folgreich Innovationen eingeführt haben oder Innovationspro-

Tabelle 15
Fest geplante und unsichere Innovationsaktivitäten der Unternehmen in

Berlin und

Deutschland, Anteil an allen Unter-

nehmen in % (2015-2016)
fest geplante
Innovationsaktivitäten

noch unsichere
Innovationsaktivitäten

fest geplante
Innovationsaktivitäten

noch unsichere
Innovationsaktivitäten

2015

2016

2015

2016

2015

2016

2015

2016

Industrie

43

39

14

17

43

37

10

14

Dienstleistungen

53

47

11

16

51

41

10

16

Insgesamt

50

44

12

16

46

38

10

15

Quelle: Innovationserhebung Berlin 2015, ZEW, eigene Darstellung

6 Rammer, C., Crass, D., Doherr, T., Hud, M., Hünermund, P., Iferd, Y., Köhler, C., Peters, B., Schubert, T. (2016): Innovationsverhalten der deutschen
Wirtschaft. Indikatorenbericht zur Innovationserhebung 2015, Mannheim.
36

Für die Jahre 2015 und 2016 legen die Planzahlen der Unter-

legen die Planzahlen der deutschen Dienstleistungsunterneh-

nehmen höhere Innovationsausgaben sowohl in der Berliner als

men eine nur geringe Steigerung der Innovationsausgaben für

auch in der deutschen Wirtschaft insgesamt nahe. Die im Früh-

das Jahr 2015 nahe (+1 %). Ebenso wie in der gesamtdeutschen

jahr und Sommer des Jahres 2015 angegebenen Planzahlen der

Industrie deuten die Planzahlen der Berliner Industrieunterneh-

Unternehmen der hier betrachteten Wirtschaftszweige lassen

men auf einen dreiprozentigen Anstieg der Innovationsausga-

einen deutlichen Anstieg der Innovationsausgaben in Berlin für

ben in 2015 hin. Für 2016 lassen die Planzahlen der Innova-

2015 (+4,6 %) und 2016 (+3,5 %) erwarten, während sich ge-

tionsausgaben der deutschen und der Berliner Unternehmen

samtwirtschaftlich ein Plus von 2,8 % in 2015 und ein Anstieg

des Dienstleistungsgewerbes einen Zuwachs von 4 % erwarten.

von 5 % für 2016 abzeichnet.

Bei Industrieunternehmen deuten die Planzahlen für das Jahr
2016 auf ein Plus von 5 % in Deutschland und ein geringfügig

Deutlich höhere Innovationsausgaben sind im Berliner Dienst-

niedrigeres Wachstum von 3 % bei den Berliner Vergleichsun-

leistungsgewerbe für das Jahr 2015 (+9 %) geplant. Dagegen

ternehmen hin.

Tabelle 16
Geplante Innovationsausgaben der Unternehmen in

Berlin und

Deutschland, in % (2014/2015, 2015/2016)
Veränderung zum Vorjahr in %

2014/2015

2015/2016

2014/2015

2015/2016

Industrie

+3

+3

+3

+5

Dienstleistungen

+9

+4

+1

+4

+4,6

+3,5

+2,8

+5

Insgesamt

Quelle: Innovationserhebung Berlin 2015, ZEW, eigene Darstellung

37

13. Literatur

Aschoff, B., Baier, E., Crass, D., Hud, M., Hünermund, P., Köhler, C., Peters, B., Rammer, C., Schricke, E., Schubert, T., Schwiebacher, F.
(2013): Innovation in Germany – results of the German CIS 2006 to 2010, ZEW Dokumentation Nr. 13-01, Mannheim.
Kleinknecht, A., Monfort, K., Brouwer, E. (2002): The non-trivial choice between innovation indicators. In: Economics of Innovation
and New Technology, Vol. 11(2), S.109-121.
Rammer, C., Crass, D., Doherr, T., Hud, M., Hünermund, P., Iferd, Y., Köhler, C., Peters, B., Schubert, T. (2016): Innovationsverhalten
der deutschen Wirtschaft. Indikatorenbericht zur Innovationserhebung 2015, Mannheim.

38

Die Technologiestiftung Berlin unterstützt anwendungsorientierte Forschung
und engagiert sich dafür, dass die neuen Ideen und Projekte aus der
vielfältigen Wissenslandschaft in Berlin in die Anwendung kommen. Denn
Innovationen leisten einen wesentlichen Beitrag zur Lösung zentraler
Zukunftsfragen und bringen wichtige Impulse für die gesellschaftliche und
wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. Die Stiftung identifiziert, konzipiert
und entwickelt die relevantesten Technologiethemen, die geeignet sind,
Berlin als bedeutenden Standort zu stärken.

Dr. Julian Kahl
Dr. Julian Kahl studierte Geographie und Politikwissenschaften an der
Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und an der
Universitat Autònoma de Barcelona. Von 2011 bis 2015 arbeitete er
als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe Stadt- und
Regionalökonomie des Geographischen Instituts an der Ruhr-Universität
Bochum. Neben seiner Promotion über die Wachstumsdeterminanten von
Hochtechnologiefirmen absolvierte er ein MBA-Postgraduiertenstudium.
Seit September 2015 ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der
Technologiestiftung Berlin beschäftigt. Sein Tätigkeitsgebiet bei der
Technologiestiftung Berlin umfasst die Identifikation und Bewertung
regionaler Innovationspotenziale und -leistungen der Berliner Wirtschaft.

Technologiestiftung Berlin | Fasanenstraße 85 | D-10623 Berlin technologiestiftung-berlin.de
        
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