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Full text: Kompass für den Alltag in Deutschland

Kompass für den Alltag
in Deutschland
Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE)

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Herausgeberin
Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e. V.
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November 2015
Redaktion FA Migration / Integration,
Marlene Seifert, www.schriftgut.info
Endredaktion Katrin Goßens, Britt Kutscha
Gestaltung www.dagmarpuzberg.de
Konzeption CD-Linie ROSENDAHL BERLIN
Bilder BAGFW / Holger Groß
Druck Königsdruck Service GmbH

Kompass für den Alltag
in Deutschland
Migrationsberatung für erwachsene
Zuwanderer (MBE)
Immer mehr Menschen wandern in die Bundesrepublik Deutschland ein
und beginnen hier ein neues Leben. Nach Erhalt ihres Aufenthaltstitels stehen sie oft vor grundlegenden Fragen zur persönlichen Zukunft: Kann ich
mit meiner Ausbildung in Deutschland arbeiten? Welche Rechte und Pflichten habe ich? Wie bewältige ich den Alltag? Um diese Einwanderinnen und
Einwanderer zu unterstützen, bieten bundesweit etwa 600 Einrichtungen
der Freien Wohlfahrtspflege die „Migrationsberatung für erwach­sene Zuwanderer“ (MBE) ab 27 Jahre an. Die Beratung leistet einen wichtigen
Beitrag für ihre ökonomische, soziale, kulturelle und politische Teilhabe.
Die MBE richtet sich an Männer und Frauen aus unterschiedlichen Altersklassen und Nationalitäten sowie deren Angehörige. Sie stammen aus der
Europäischen Union oder von anderen Kontinenten, oft sind sie aus Krisenoder Kriegsgebieten geflüchtet. Viele befinden sich in wirtschaftlichen und
sozialen Notlagen, selbst wenn sie hochqualifiziert sind.
Auf den individuellen Informationsbedarf geht die MBE mit einer Einzelfallberatung durch qualifizierte Beraterinnen und Berater mit sozialpädagogischer bzw. sozialarbeiterischer Ausbildung ein. Das Angebot hat sich
bewährt, die Nachfrage steigt kontinuierlich.
Die Anfänge der Migrationsberatung gehen in die 1960er Jahre zurück, als
die Freie Wohlfahrtspflege an vielen Orten die Ausländersozialberatung
und Aussiedlerberatung aufbaute. Mit der Einführung des Zuwanderungsgesetzes im Jahre 2005 wurde die zielgruppenübergreifende Migrationsberatung, wie wir sie heute als MBE kennen, eingeführt. Ihr Ziel ist die umfas-

sende Integrationsberatung vor, während und nach den Integrationskursen.
Zuständig ist seit Einführung der MBE das Bundesministerium des Innern
(BMI), Zuwendungsgeber das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
(BAMF), das auch die Programmverantwortung wahrnimmt. Die Träger der
Freien Wohlfahrtspflege führen die MBE durch. Mit großem Erfolg: Denn in
den letzten zehn Jahren hat sich die MBE durch die gute Zusammenarbeit
mit wichtigen Partnern wie Jugendmigrationsdiensten, Ausländerbehörden, Agenturen für Arbeit, Jobcentern, Bildungsträgern u.v.m. etabliert. Sie
gibt vielen Menschen die Chance auf den erhofften Neuanfang und prägt
mit ihren Impulsen die Gemeinwesenarbeit in lokalen Strukturen.

Kein Fall ist wie der andere
Um konkret helfen zu können, nutzt die MBE das Instrument der Einzelfallberatung. Dieser Handlungsrahmen ist genau auf die individuellen Voraussetzungen und Ziele der Ratsuchenden zugeschnitten. Er orientiert sich am
konkreten Bedarf und wird von Mitarbeitenden durchgeführt, die eigens
dafür geschult sind und einen sozialpädagogischen Hintergrund nachweisen können.
Die Beraterinnen und Berater berücksichtigen die persönliche Situation der
Ratsuchenden und sie kümmern sich um die systematische Begleitung des
Integrationsprozesses. Das heißt: Sie ermitteln die aus Ausbildung, Herkunft und Werdegang herrührenden Potenziale, loten die Bedingungen für
einen bedarfsgerechten Maßnahmenkatalog aus und erstellen im Rahmen
der Case-Management-Methode einen individuellen Förderplan.
Mit der Einzelfallberatung erhalten die Ratsuchenden vor allem Hilfe zur
Selbsthilfe und eine individuelle Integrationsplanung und -begleitung. Sie
finden Unterstützung für den Umgang mit Behörden und weitere Fachdienste und Einrichtungen, an die sie sich wenden können. Durch die hohe
Fachkompetenz und den biografieorientierten Ansatz wirken die Beratungsstellen als Schnittstellen zwischen den Institutionen, die den Integrationsprozess im Gemeinwesen koordinieren.

Steigender Bedarf – sichtbare Erfolge
Der enorme Beratungsbedarf für Eingewanderte zeigt sich in den Zahlen:
Von 2011 bis 2014 stieg die Zahl der Ratsuchenden um 75,5 Prozent auf
175.000 Personen – Tendenz 2015 stark steigend. Fast ein Drittel von ihnen
stammt aus der Europäischen Union, ca. 20 Prozent aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion. Der Anteil der Frauen liegt bei 58
Prozent. Die Migrationsberatung zeigt messbare Erfolge, zum Beispiel bei
der Abhängigkeit von Sozialhilfe: Bei den abgeschlossenen Beratungsfällen
in 2014 ist der Anteil der Ratsuchenden, die bei Beratungsbeginn Transferleistungen erhalten hatten, zum Beratungsende von knapp 63 Prozent auf
58 Prozent gesunken. Der Anteil der Ratsuchenden, die zu Beginn der Beratung ALG II-Leistungen bezogen hatten, verminderte sich von 48 auf 34
Prozent zum Beratungsende.
Im Forschungsbericht „10 Jahre MBE“ (BAMF 2014) gaben 90 Prozent der
Ratsuchenden an, dass sie das Angebot der MBE als „sehr wichtig“ einschätzen. In der überwiegenden Mehrheit der Beratungsfälle (88 Prozent)
konnte eine spürbare Verbesserung ihrer Lage erzielt werden. Insbesondere
bei der Unterstützung mit Formalitäten, der Beratung zu Sozialleistungen
und bei Anfragen im Bereich Gesundheit und Krankenversicherung wird
der MBE eine gute Hilfestellung bescheinigt.

Zentrales Arbeitsmittel – Case Management
Im Rahmen der Einzelfallberatung hat sich das Case Management als wichtiges Beratungsinstrument bewährt. Dabei führen die Beraterinnen und Berater zunächst ein Sondierungsgespräch, um die Beratungsbedürfnisse der
Ratsuchenden zu erfassen. Im Rahmen dieses biografieorientierten Ansatzes finden sie heraus, ob eine Sozial- und Kompetenzanalyse erforderlich
ist, um ihre Potenziale, also Kenntnisse und Fähigkeiten, festzustellen.
Auf Basis der Sozial- und Kompetenzanalyse erstellen die Einzelfallberater
einen individuellen Förderplan. Er enthält einen konkreten Handlungsplan,
Zeitpläne und Ziele. Generell soll er die Kompetenz zur Problemlösung stär-

ken und helfen, mehr Selbstständigkeit zu erlangen. Die Beraterinnen und
Berater koordinieren alle vereinbarten Schritte, prüfen die Umsetzbarkeit
und achten auf Weitervermittlungen oder zusätzliche Unterstützung. Alle
Maßnahmen werden schriftlich festgehalten und am Ende in einem Abschlussgespräch ausgewertet.

„Meine Russisch-Kenntnisse haben geholfen,
Vertrauen aufzubauen.“
Elena Böhm, MBE der Paritätischen Mitgliedsorganisation
Der Begleiter in Hamburg-Bergedorf

„Das russische Ehepaar Alexander und Tatiana S. kam mit zwei Kindern
und sowie Alexanders Vater Artur und Frau. Ihr 18-jähriger Sohn Vladislav
ist geistig und körperlich schwer behindert. Zunächst entwickelte ich zwei
Förderpläne für mittel- und langfristige Beratungsziele. Dann half ich dem
Ehepaar bei der Beantragung von ALG II, Leistungen auf Grundsicherung
und Zuzahlungsbefreiungen bei der Krankenkasse. Beide absolvierten den
Integrationskurs, haben die A2-Prüfung beendet und wollen nun die B1Prüfung ablegen. Die 15-jährige Tochter Julia besucht bereits ein Gymnasium. Für das ältere Ehepaar ergab die Kontenklärung mit der Deutschen
Rentenversicherung, dass Artur S. einen Rentenanspruch hat.
Eine echte Herausforderung war die Unterstützung für Vladislav. Als erstes
half ich bei der Beantragung eines Schwerbehindertenausweises beim Versorgungsamt Hamburg. Dann ging es um das Pflegegeld und einen neuen
Rollstuhl. Ein besonderes Erfolgserlebnis waren die Vermittlungen in eine
berufliche Bildungsmaßnahme und eine rollstuhlgerechte Wohnung für die
Familie.
Das Case Management hat in diesem Fall vor allem bei der Strukturierung
des komplexen Prozesses geholfen. Am meisten hat mich die Hilfsbereitschaft der Träger der Behindertenhilfe beeindruckt.“

Erfolgsrezept: kontinuierliche Kontaktpflege
Diakonie in Ingolstadt
Seit Juli 2014 betreut die MBE Ingolstadt eine kasachische Spätaussiedlerfamilie. Der Integrationsprozess begann unter schwierigen Voraussetzungen: Die Eheleute konnten eine Ausbildung als Verkäuferin und Elektriker
vorweisen. Sie haben Kinder im Alter von 1 und 9 Jahren, ein drittes Kind
war unterwegs. Die Familie lebte bei der Großmutter der Ehefrau in einer
2-Zimmer-Wohnung in Ingolstadt – ohne Einwilligung des Vermieters.

Bundesverwaltungsamt (Friedland) BVA

Sozialamt

Bürgeramt IN
Standesamt

Als großer Vorteil erwies sich die äußerst gute Vernetzung der MBE mit
lokalen Institutionen. So konnten zunächst die finanziellen und die Wohnungsprobleme behoben werden. Die Familie wurde außerdem in den
Bereichen Deutschunterricht, berufliche Anerkennung, Bildung, Freizeitgestaltung und Jobsuche durch individuelle Beratung unterstützt. Außerdem flossen die gewonnenen Erkenntnisse wieder an alle beteiligten
Akteure zurück. So kristallisierte sich beispielsweise heraus, dass Über­
gangswohnheime für Spätaussiedler fehlen oder Bearbeitungszeiten zu
lang sind. Diese Rückmeldung an die kommunalen Behörden hat dazu ge­
führt, dass Prozesse vereinfacht und neue Lösungen gefunden wurden.

JMD

Ausländeramt

Familien in Not / Stiftungen

Nachbarinnen

Konsulat

Wohnungsamt

Tafel

Wohnungsbaugesellschaften

Sprachkursträger

Private Vermieterinnen

Jugendamt

Frau L.

+

35 Jahre (§7)

Schule

Sohn

9 Jahre

Kita

Tochter

1,5 Jahre

Herr R.

36 Jahre (§8)

Ehrenamtliche / Patenschaften

Sohn

Kirchengemeinde

neugeboren, dt.

Schwangerenberatung
Selbstorganisation

Klinikum

Vereine

DolmetscherInnen

Jobcenter

Ärztin/Arzt
Sparkasse

Familienkasse

Krankenkasse
Zeugnisanerkennungsstelle

IHK/HWK Berufsanerkennung

Die Grafik zeigt, welche Akteure in Ingolstadt am Case Management
der MBE für Familie R. aus Kasachstan beteiligt waren.

Zusammen viel
bewirken
Netzwerkarbeit als Erfolgsfaktor
Erfolgreiche Migrationsarbeit kann nur mit einem gut funktionierenden
und breit gefächerten Netzwerk gelingen. Um den Ratsuchenden bei vielen
verschiedenen und teils komplexen Fragen weiterzuhelfen, kooperiert die
MBE mit örtlichen, regionalen wie überregionalen Organisationen, Initiativen und Angeboten. Dieses Vorgehen beschleunigt den Integrationsprozess und vereinfacht wichtige Absprachen mit Ämtern und Behörden. Daneben ermöglicht die Netzwerkarbeit einen kontinuierlichen Austausch,
von dem alle Beteiligten profitieren.

Ankommen im Alltag – die Rolle im Sozialraum
Die MBE nimmt durch ihre Arbeit eine wichtige Rolle für das soziale Miteinander ein. Hier laufen vielerorts die Fäden kommunaler Strukturen zusammen und die Beraterinnen und Berater können dazu beitragen, dass Eingewanderte ihre Qualifikationen und Erfahrungen in das soziale Miteinander
einbringen. Mit der Übernahme von Aufgaben und Verantwortung für die
Gemeinde oder den Stadtteil bieten sich Chancen für soziale Kontakte zwischen Eingewanderten und Einheimischen. Dadurch dient die Arbeit im
Sozialraum dem Abbau von Vorurteilen und kann rassistischen Ressentiments vorbeugen.

Kurze Wege für viele Informationen
Arbeiterwohlfahrt in Berlin
In Berlin Kreuzberg arbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jobcenter eng mit einer Beraterin der MBE zusammen. Das Jobcenter führt
regelmäßig Gesprächskreise zu aktuellen Themen in der Beratungsstelle für

Ratsuchende. Außerdem gibt es neben dem Austausch mit der Ausländerbehörde und den Integrationskursträgern enge Kontakte zum Netzwerk
für berufliche Anerkennung. Andere Kooperationspartner kommen regelmäßig in die Beratungsstelle und bieten vor Ort Sprechstunden für Ratsuchende an. So zum Beispiel ein Experte der Krankenkasse, ein Rechtsanwalt
und ein Mitarbeiter der Deutschen Rentenversicherung. Diese Zusatzberatungen erfreuen sich reger Nachfrage, da sie die Einwanderer direkt erreichen und damit Zugangshürden abbauen. Über viele Jahre hinweg haben
die Beraterinnen und Berater der MBE enge Kontakte zu den Experten der
Schuldner- und Mieterberatung aufgebaut. Mit diesen zusätzlichen Dienstleistungen haben sie ihre Beratungsstelle zu einem wichtigen Informationszentrum für Einwanderer gemacht.

Erfahrungen
weitergeben
 

Authentische Vermittlung interkultureller
Kompetenz

Alles unter einem Dach

Ein funktionierendes kulturelles Zusammenleben ist sicher nicht immer und
überall leicht, aber man kann es lernen. Zum Beispiel von den Mitarbeitenden der MBE, die ihre eigene interkulturelle Kompetenz bei Vorträgen,
Schulungen oder Sensibilisierungsmaßnahmen vermitteln. Sie sprechen unter anderem in Jobcentern, Kitas, Behörden und Verwaltungen über die
Einsichten und Erfahrungen aus ihrer Arbeit.

Caritas in Fürstenwalde
Im Sommer 2010 möchte Frau Akram aus Afghanistan gemeinsam mit ihren drei Töchtern – Zohra (15), Kira (18) und Amina (19) von Griechenland
aus nach Deutschland weiterreisen. Ein Jahr zuvor hatten sie fliehen und
ihre Heimat verlassen müssen. Beim Flug nach Deutschland wird die Familie
getrennt. Von den beiden älteren Töchtern fehlt vorerst jede Spur. Zohra
und ihre Mutter bleiben in Brandenburg. Mit dem Erhalt der Aufenthaltserlaubnis im Frühjahr 2011 kommen sie das erste Mal zur MBE der Caritas in
Fürstenwalde. Von Anfang an wird der Jugendmigrationsdienst in die Beratung einbezogen. Besonders praktisch: Er befindet sich im gleichen Gebäude. Die MBE unterstützt Frau Akram dabei, den „Erwachsenen-Alltag“ in
Deutschland zu bewältigen. Aufgrund vieler Erkrankungen wird sie zudem
unterstützt, die entsprechende Pflegestufe zu beantragen. Unterdessen
wird von der MBE der Suchdienst des Roten Kreuzes eingeschaltet, der den
Kontakt zu Kira und Amina herstellen kann. Sie befinden sich in Dänemark.
Eine Geldsammelaktion der MBE ermöglicht es der Mutter, sie dort zu besuchen. In Afghanistan durfte Zohra keine Schule besuchen. Deshalb hilft
ihr der Jugendmigrationsdienst dabei, Nachhilfe zu organisieren und ein
Schülerstipendium zu beantragen. Heute, fünf Jahre nach ihrer Ankunft in
Deutschland, lernt Zohra fleißig für die Schule: Im nächsten Jahr stehen die
Abiturprüfungen an.

In der Zusammenarbeit mit Einrichtungen, die weniger Erfahrung mit Fragen der Einwanderung haben, leisten die MBE-Mitarbeitenden oft „Pionierarbeit“. Sie unterstützen beim Aufbau integrativer Strukturen und tragen zur interkulturellen Öffnung bei. Dabei gehen sie auf ganz praktische
Fragen ein und vor allem nutzen sie ihren persönlichen Erfahrungsschatz,
um glaubwürdig für ein Leben in kultureller Vielfalt zu werben.

Gut vorbereitet fürs Altern in Deutschland
Deutsches Rotes Kreuz, Kreisverband Kelheim
Im Gesundheits- und Pflegebereich liegt für viele Frauen mit und ohne Migrationshintergrund eine große Chance für eine berufliche Zukunft. Die
Migrationsberatung des DRK-Kreisverbandes Kelheim hat vor diesem Hintergrund den „interkulturellen Helferinnenkreis für Gesundheit und Pflege“ ins Leben gerufen. Die Idee entstand, da viele Frauen, die Beratung
durch die MBE in Anspruch nehmen, Arbeit suchen oder eine passende
Qualifikation. Der DRK-Kreisverband Kelheim hatte daher den „Interkulturellen Helferinnenkreis Gesundheit und Pflege“ ins Leben gerufen, der von
März bis Oktober 2010 einen Qualifizierungskurs zur Pflegediensthelferin

anbot. Zusätzlich gab es Fortbildungen zum Thema interkulturelle Kompetenz in der Altenhilfe und der Helferinnenkreis ermöglichte den praktischen
Erfahrungsaustausch. Das Angebot kam an: Zehn Frauen mit und ohne
Migrationshintergrund gingen gemeinsam in die „erste Runde“. Gesprochen wurde neben Deutsch auch Türkisch, Russisch, Spanisch und Tschechisch – der interkulturelle Austausch war garantiert. Gemeinsam erwarben alle Teilnehmerinnen ihre Qualifikation zur Pflegehelferin, sie lernten
einander und ihre verschiedenen Kulturen kennen. Viele wollen sich weiterqualifizieren, um auf dem Arbeitsmarkt ihre Chancen nochmals zu erhöhen. Daneben fördern sie als Multiplikatoren in ihren kulturellen Gemeinschaften den Integrationsgedanken und treiben mit ihrer „Pionierarbeit“
die interkulturelle Öffnung der sozialen Dienste voran.

Fallbeispiel
Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Herne
In Herne leben gut 28.000 Menschen mit Migrationshintergrund. Deren
Integration und ein partnerschaftliches Miteinander mit den deutschen Einwohnern ist eine wichtige Aufgabe von Politik und Verwaltung. Vor diesem
Hintergrund hat der Rat der Stadt Herne Leitlinien zur Integration beschlossen und zur Erarbeitung eines kommunalen Integrationskonzeptes aufgerufen. Die MBE der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden hat sich an der Konzeptentwicklung und an einem Workshop aktiv beteiligt, um die
interkulturelle Öffnung der Verwaltung voranzutreiben. Außerdem präsentierte sich die Einrichtung bei der 24. Interkulturellen Woche mit einem Infostand und ermöglichte den „direkten Draht“ zwischen Kunden und
Netzwerkpartnern. Sprachbarrieren, Vorurteile und Berührungsängste ließen sich in diesem lockeren Rahmen ganz einfach überwinden.

Weitere Informationen:

www.awo.org	

www.caritas.de

www.drk-wohlfahrt.de

www.diakonie.de

www.paritaet.org

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
www.bamf.de

www.zwst.org
        
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