Path:

Full text: 30+30 Neu-Hohenschönhausen

30+30 Neu-Hohenschönhausen Studentenwettbewerb 2015

30+30 Neu-Hohenschönhausen Studentenwettbewerb 2015

Impressum
Broschüre zum Studentenwettbewerb

30+30

30+30
Neu-Hohenschönhausen

Neu-Hohenschönhausen

im Auftrag der

HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH
Ferdinand-Schultze-Straße 71
13055 Berlin
durch

Studentenwettbewerb 2015

a:dks
mainz
mainz berlin
berlin

a:dks mainz berlin

HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH in Abstimmung

Helmholtzstraße 42

mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Um-

10587 Berlin

Januar 2016

welt, Berlin und dem Bezirk Lichtenberg von Berlin

Eine Broschüre im Auftrag der

Inhalt
Studentenwettbewerb 30+30 Neu-Hohenschönhausen

STUDENTENWETTBEWERB

Auslober und Anlass des Verfahrens .......................................................... 3

30+30

Positionen und Statements der Wettbewerbsjury............................. 4
Wettbewerb und Beteiligte ............................................................................. 6
Wettbewerbsgebiet und Aufgabe................................................................ 8
Preisgerichtssitzung und Entscheidung .................................................10

Wettbewerbsbeiträge

Neu-Hohenschönhausen

Preisträger und Anerkennungen	
1537 - AN DER ECKE .......................................................................................... 14
1540 - PLAN LIBRE .............................................................................................. 16
1544 - ZWISCHEN DEN ZEILEN .................................................................. 18
1535 - URBAN CARPET ..................................................................................... 20
1538 - WOHNRAUM: VIS-À-VIS ................................................................... 22

weitere Beiträge
1530 - VERNETZTE RÄUME ........................................................................... 26
1531 - DIE NACHBARSCHAFTLICHE GROSSSIEDLUNG ............. 27
1532 - SCHÖNER HAUSEN ............................................................................. 28
1533 - FIRST IMPROVE, THEN BUILD ...................................................... 29
1534 - THE TOWERS OF NHSH .................................................................... 30
1536 - PLATTE MIT PLATEAU ....................................................................... 31
1539 - DIE GRÜNE MEILE ................................................................................ 32
1541 - PARK UM .................................................................................................... 33
1542 - EINGESTREUTES GEWERBE ........................................................... 34
1543 - WOHNUNG - HAUS - NACHBARSCHAFT ............................. 35
1545 - kein Titel ....................................................................................................... 36
1546 - VERSTÄRKUNG DES GERINGEN UMFANGS ........................ 37
1547 - kein Titel ...................................................................................................... 38
1548 - PLOMBEN .................................................................................................. 39

Studentenwettbewerb 2015
HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH in Abstimmung
mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Um-

Impressum ........................................................................................... Rückseite

welt, Berlin und dem Bezirk Lichtenberg von Berlin

Eine Broschüre im Auftrag der

Studentenwettbewerb 2015 30+30 Neu-Hohenschönhausen

Das Wettbewerbsgebiet
1985 und 2015
Zingster Straße
Auszug aus dem Jubiläumskalender
30 Jahre Hohenschönhausen
Herausgeber:
HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH
Bildnachweise:
Klaus Dombrowsky

Auslober und Anlass des
Verfahrens
Die HOWOGE steht als einer der größten Vermieter
Deutschlands für nachhaltige Bestandsentwicklung, innovative Wohnkonzepte und gesellschaftliches Engagement. Das derzeitige Wohnungsportfolio mit rund 57.400
Wohnungen im Bestand soll in den kommenden Jahren
aufgrund der stark steigenden Nachfrage nach Wohnraum
in Berlin auf mindestens 73.000 Wohnungen anwachsen.
Ergänzung, Neubau und Zukauf von Wohnungen stehen
daher zunehmend im Fokus.

Als ein Beitrag zur Weiterentwicklung des Stadtteils mit
Fragestellungen zu städtebaulichen, hochbaulichen und
freiraumplanerischen Entwicklungspotenzialen wurde
daher im Frühjahr 2015 der Studentenwettbewerb 30+30
Neu-Hohenschönhausen ausgelobt.

Sowohl bei der Entwicklung neuer Quartiere als auch bei
der Weiterentwicklung der Bestandsquartiere werden
dabei hohe Ansprüche an die städtebauliche, architektonische und freiraumplanerische Qualität gelegt. Ziel ist die
Schaffung neuer und die nachhaltige Verbesserung bestehender städtischer Wohnlagen.

In der vorliegenden Broschüre sind die Ergebnisse des
Wettbewerbsverfahrens mit Hinweisen zur Ausgangslage,
der Aufgabenstellung und zur Durchführung des Verfahrens dargestellt.

Das Verfahren wurde in enger Kooperation mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt sowie dem
Bezirk Lichtenberg ausgeführt.

Anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Großsiedlung
Hohenschönhausen im Nordosten Berlins möchte die
HOWOGE als Eigentümerin von über 23.000 Mietwohnungen im Stadtteil auch hier ihrer Verantwortung gerecht werden.

Seite 3

30+30 Neu-Hohenschönhausen Studentenwettbewerb 2015

Studentenwettbewerb 2015 30+30 Neu-Hohenschönhausen

Positionen und
Statements der
Wettbewerbsjury
Die Wettbewerbsjury des Verfahrens bestand aus freien Architekten, Vertretern des Landes Berlin, des Bezirks
Lichtenberg sowie des Auslobers.
Die unterschiedlichen Perspektiven auf die Aufgabenstellung und die intensiven Diskussionen zeigten, dass Raum
für einen öffentlichen Diskurs entstehen sollte, der die Perspektiven von Großsiedlungen wie Neu-Hohenschönhausen thematisiert.

Wilfried Nünthel, Bezirksstadtrat Lichtenberg
»Analog zum Nordteil der Großsiedlung Neu-Hohenschönhausen soll auch der Südteil ein Wohnort für alle
Lebenslagen und -phasen bleiben, in dem man gut und
sicher zu bezahlbaren Preisen wohnt.

Prof. Max Dudler, Architekt, Berlin

Durch die komplexe Aufwertung der Großsiedlung sind
die räumlichen Voraussetzungen für eine nachhaltige
Stabilisierung des Wohnstandortes geschaffen, die durch
eine sozial sensible Belegungspolitik und den Erhalt des
guten Niveaus an Gemeinweseneinrichtungen gesichert
werden müssen. Der Stadtteil bietet gute Wohnbedingungen für Bewohner und Familien mit niedrigen und
mittleren Einkommen. Diese Qualität gilt es zu sichern
und weiterzuentwickeln.«

»Ich bin sehr glücklich über die Qualität und Vielfalt der
Wettbewerbsarbeiten. Die intensive Auseinandersetzung
der Studenten mit der Thematik zeigt, dass es für diese
Siedlungen in Großtafelbauweise eine Zukunft jenseits
der allfälligen Dämmputz-Sanierungen gibt.
Ein zeitgemäßer und richtungweisender Umgang mit diesem teilweise auch schwierigen Erbe kann, meiner Meinung nach, nur von einer Beschäftigung mit der Typologie
der „Platte“ ausgehen. Statt Gegenwelten zu inszenieren,
geht es um die Idee des Weiterbauens und der städtischen Verdichtung. Die studentischen Arbeiten zeugen
von diesem Weiterdenken in Neu-Hohenschönhausen: Sie
haben die bestehenden Qualitäten der Bauweise aufgegriffen und zugleich Ideen entwickelt, die Urbanität und
neue Aufenthaltsqualität an diesen Ort bringen.«

Stefanie Frensch, Geschäftsführerin der HOWOGE

Regula Lüscher, Senatsbaudirektorin / Staatssekretärin, SenStadtUm, Berlin

»Vor 30 Jahren wurde in Neu-Hohenschönhausen der
Grundstein für eines der größten wohnungswirtschaftlichen Projekte gelegt. Innerhalb von fünf Jahren entstand
eine Großsiedlung, die bis heute ihresgleichen sucht. Sie
bietet mit einer guten Bausubstanz und den charakteristischen Baustrukturen und öffentlichen Räumen, noch
immer Grundlagen für eine gute Lebensqualität der Bewohner.

»Durch den stetig steigenden Druck auf dem Wohnungsmarkt der zentralen Wohnlagen im Berliner Stadtraum
und der damit einhergehenden Verdichtung der Innenstadt, rücken nun auch die Randlagen zur Erweiterung der
Wohnnutzungen in den Fokus der Stadtplanung.

Um auch die Zukunftsfähigkeit dieses Stadtteils zu sichern,
gilt es jedoch die Potenziale für die städtebauliche, architektonische und freiraumplanerische Weiterentwicklung
aufzuzeigen. Denn heute wie damals stehen wir vor der
Herausforderung, schnell, kostengünstigen und effizienten Wohnraum zu schaffen.

Mit der weitgehend erfolgten Nachverdichtung der
Gründerzeitstadt, der stetigen Konversion der Industrie-,
Kriegs- und Teilungsbrachen im Berliner Zentrum werden
so auch nichtzentrale Siedlungsstrukturen auf Ihre Ergänzungs- und Erweiterungsfähigkeit für neue Wohnstandorte geprüft werden.
Großsiedlungen wie Neu-Hohenschönhausen bieten hier
durch die Lage an den Landschaftsräumen des Berliner
Nordens und durch die besonderen charakteristischen
Bautypologien sehr interessante Ansatzpunkte. Dies wurde auch im hier beschriebenen Wettbewerbsverfahren
mit zum Teil hervorragenden Projekten deutlich.«

Seite 4

Die HOWOGE dankt allen Teilnehmern des Wettbewerbs
für ihre Kreativität und den Ideenreichtum, mit dem sie
das Preisgericht begeistert haben.«

Muck Petzet, Architekt, München
»Die hohe Qualität der eingereichten Arbeiten zeigt, dass
es absolut Sinn macht, solche freien Studentenwettbewerbe durchzuführen. Es waren einige Arbeiten dabei, die
sehr ernstzunehmende, neue - und dem Ort angemessene - Lösungsansätze für das Weiterbauen einer solchen
großmaßstäblichen Siedlung anbieten.
Die Vielfalt der Lösungsansätze hat unsere Wahrnehmung
der Potenziale und Möglichkeiten von Neu-Hohenschönhausen verändert. Es bleibt zu hoffen, dass einige der teilweise visionären - aber prinzipiell richtigen Lösungsansätze - realisiert werden können.«

Seite 5

30+30 Neu-Hohenschönhausen Studentenwettbewerb 2015

Reinickendorf

Studentenwettbewerb 2015 30+30 Neu-Hohenschönhausen

Neu-Hohenschönhausen
Pankow

Lichtenberg

Spandau

Marzahn Mitte

Hellersdorf

Friedrichshain Kreuzberg

Charlottenburg Wilmersdorf
Tempelhof -

Neukölln

Schöneberg
Steglitz Zehlendorf

Treptow Köpenick

Lage des Wettbewerbsgebiets im Stadtraum

Zingster Straße, zentraler Erschließungsraum des Wettbewerbsgebiets

Wettbewerb und Beteiligte
Das Verfahren

Teilnehmer und Bearbeitung

Preisgericht

Der Studentenwettbewerb wurde als beschränkter, einphasiger, kooperativer Ideenwettbewerb für Studentinnen und Studenten durchgeführt. Er richtete sich an
Studierende der Fachbereiche Architektur, Städtebau und
Stadtplanung. Das Verfahren wurde in Anlehnung an die
RPW 2013 durchgeführt.

Als Kooperationspartner in dem Verfahren waren folgende
fünf Institute und Universitäten beteiligt, die eine Betreuung der Bearbeitung des Wettbewerbs an den jeweiligen
Lehrstühlen ermöglichten. Im Einzelnen waren dies:

Das Preisgericht bestand aus freien Architekten, Vertretern
des Auslobers, Repräsentanten der Senatsverwaltung für
Stadtentwicklung und Umwelt sowie des Bezirksamts
Lichtenberg. Zusätzlich waren externe Experten zur fachlichen Beurteilung eingeladen. Die Jury setzte sich wie
folgt zusammen:

Der Bearbeitungszeitraum lag zwischen April und Juli
2015. Insgesamt nahmen ca. 50 Studierende an dem Wettbewerbsverfahren teil. Es wurden 19 Arbeiten eingereicht,
die alle den in der Auslobung beschriebenen Anforderungen entsprachen und zur Bewertung zugelassen wurden.

•	 Universität der Künste, Berlin
Lehrstuhl für Entwerfen und Stadterneuerung,
Prof. Jean-Philippe Vassal
•	 Technische Universität Berlin
Lehrstuhl für Städtebau und Urbanisierung,
Prof. Jörg Stollmann
•	 Karlsruher Institut für Technologie
Fachgebiet Stadtquartiersplanung,
Prof. Markus Neppl
•	 Technische Universität Braunschweig
Institut für Entwerfen und Gebäudelehre,
Prof. Almut Grüntuch-Ernst
•	 Technische Universität Dortmund
Lehrstuhl Städtebau,
Prof. Christoph Mäckler

Seite 6

Fachpreisrichter
•	 Prof. Max Dudler
Architekt, Berlin
•	 Stefanie Frensch
Geschäftsführerin HOWOGE, Berlin
•	 Muck Petzet
Architekt, München

Sachpreisrichter
•	 Regula Lüscher
Senatsbaudirektorin / Staatssekretärin Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Berlin
•	 Wilfried Nünthel
Bezirksstadtrat Lichtenberg, Berlin

Stellvertretende  Preisrichter
•	 Klaus Güttler-Lindemann
Bezirksamt Lichtenberg, Berlin
•	 Peter Ostendorff
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und
Umwelt, Berlin 	
•	 Jens Bauermeister
Architekt, Berlin
•	 Jens Wadle
Leiter Development HOWOGE, Berlin

Sachverständige Berater
•	 Cornelia Eckert
Leiterin Kundenzentrum im Ostseeviertel, HOWOGE
•	 Dr. Bernd Hunger
Kompetenzzentrum Großsiedlungen, Berlin

Vorprüfung (Wettbewerbsbetreuung)
•	 Marc Steinmetz, Christiane Axer, Steffen Samberger
a:dks mainz berlin

Seite 7

30+30 Neu-Hohenschönhausen Studentenwettbewerb 2015

Studentenwettbewerb 2015 30+30 Neu-Hohenschönhausen

Die Aufgabenstellung
Ziel war die Auseinandersetzung mit den städtebaulichen,
freiräumlichen und hochbaulichen Qualitäten des Stadtraums in Neu-Hohenschönhausen.
Gesucht waren Entwicklungsperspektiven, stadträumliche Visionen und bauliche Innovationen, die eine Umstrukturierung, Nachverdichtung und Ergänzung des
Stadtumfelds ermöglichen sollten. Ziel war ein vielfältiges Nutzungsangebot mit positiven Impulsen für mehr
Lebensqualität. Die Ergebnisse des Verfahrens sollen in
weitere städtebauliche Verfahren und die Diskussion zur
Weiterentwicklung von Großsiedlungen einfließen und als
Grundlage für weitere Planungsschritte dienen.
Zitat aus der Auslobung:
„… Es  sollen Perspektiven  für einen nachhaltigen,  lebenswerten und zukunftsorientierten Stadtraum entwickelt  
werden, der auf den vorhandenen Qualitäten aufbaut und
diese durch Ergänzung, Erweiterung und Umstrukturierung stärkt.

Satellitenbild Neu-Hohenschönhausen und Wettbewerbsgebiet (rote Linie)

Wettbewerbsgebiet und Aufgabe

Alle Maßnahmen sollen im Sinne einer nachhaltigen
Stadtentwicklung unter Berücksichtigung sozialer, ökonomischer und   ökologischer Aspekte  entwickelt werden. …“

Das Wettbewerbsgebiet
Wettbewerbsgebiet für das hier beschriebene Verfahren ist
das sogenannte »Ostseeviertel – Zingster Straße« in NeuHohenschönhausen. Es liegt im Nordwesten des Ortsteils
und umfasst eine Fläche von ca. 122 ha. Die Gebäude in
diesem Bereich entstanden zwischen 1984 und 1988 auf
Grundlage der Wohnungsbauprogramme der SED.
Das Viertel ist um die Zingster Straße als zentrale Erschließungsachse angelegt. Der Gebäudebestand besteht weitgehend aus 11-geschossigen Zeilenplattenbauten sowie
bis zu 20-geschossigen Punkthochhäusern entlang der
Zingster Straße. Diese sind in typischer Weise zurückgesetzt zum Straßenraum angeordnet und lassen die öffentlichen Randräume groß dimensioniert erscheinen. Ein
Großteil des Wohngebäudebestands wurde in den vergangenen Jahren saniert. Weiterhin charakteristisch sind
niedrige Gebäudezeilen, die für Nahversorgungseinrichtungen, Gastronomie und Ladenflächen errichtet wurden.

So sollen bauliche und freiräumliche Interventionen   im
bislang großmaßstäblich und monostrukturell geprägten
Lebensumfeld Neu-Hohenschönhausens neue, überschaubare und vielfältige Identifikationsräume und Strukturen
schaffen. Die Vorschläge sollen Bezug auf die heutigen  Bewohner des Gebiets nehmen und zugleich zu einer künftig  
stärkeren sozialen Durchmischung des Quartiers beitragen.

Insgesamt sind die immer wieder auftretenden Typologien
Block, Zeile und Punkthochhaus für den Bereich prägend
und strukturgebend. Der 6-geschossige Bau des LindenCenters am Prerower Platz mit einer Verkaufsfläche von
ca. 25.000 qm und einem Parkhaus mit 800 Plätzen bildet
heute zusammen mit dem 1988 errichteten, nordöstlich
gelegenen Multiplexkino Cinemotion ein übergeordnetes
ergänzendes Quartierszentrum.

Bei der Entwicklung der Wettbewerbskonzepte sollte
durch die Teilnehmer in drei Arbeitsschritten vorgegangen werden, die auch in den Ergebnissen visualisiert werden sollten:
Bei der Analyse des Bearbeitungsgebiets sollten spezifische Qualitäten und Defizite hinsichtlich der sozialen,
stadträumlichen, freiräumlichen und infrastrukturellen Aspekte ermittelt werden.
Aufbauend auf den in der Analyse und gemäß den Flächenausweisungen gewonnenen Erkenntnissen sollte
eine Masterplanung für das Bearbeitungsgebiet entwickelt werden.
Im Rahmen einer Vertiefung sollten ein Auftakt- oder
Musterprojekts als Einzelmaßnahme dargestellt werden.
Unter Verfolgung der Entwicklungsziele und formulierten
Anforderungen, sollte die Schwerpunktsetzung bezogen
auf einen städtebaulichen, hochbaulichen oder freiraumplanerischen Fokus der jeweiligen Arbeiten durch die Verfasser gewählt werden.
In der Auslobung wurden auch die Bewertungskriterien
für die Jurierung der Arbeiten im Preisgericht genannt, die
gemäß der dreigeteilten Aufgabenstellung beschrieben
wurden und unter anderem folgende Punkte umfassten:
•	

Die methodische Qualität, Zielsetzung und Darstellung der Analyse

•	

Die städtebaulichen und freiräumlichen Qualitäten,
Flexibilität und Modularität, Umsetzung der Analyseergebnisse im Masterplan

•	

Die Architektur-, Wohn- und Erschließungsqualität in
Entwurf und Vertiefung

Im Wettbewerbsgebiet leben heute ca. 26.000 Einwohner.
Die Einwohnerzahl ist konstant.

rechte Seite
links : Block Barther-Ribnitzer Straße 1987 © Klaus Dombrowsky
rechts: Vertiefungsbereiche im Wettbewerbsgebiet

Seite 8

Seite 9

30+30 Neu-Hohenschönhausen Studentenwettbewerb 2015

Studentenwettbewerb 2015 30+30 Neu-Hohenschönhausen

Preise und Anerkennungen
Die Jury im Studentenwettbewerb 30+30 Neu-Hohenschönhausen entscheidet sich mit einhelligem Votum für
die Vergabe folgender Preise und Anerkennungen im Verfahren:
Drei gleichberechtigte Preise in Höhe von jeweils 1.200.- €
erhalten:
•	 1544	 Zwischen den Zeilen
Technische Universität Berlin,
Verfasser: Kristina Maria Szeifert
•	 1540	 PLAN LIBRE
Technische Universität Berlin,
Verfasser: Philippa Dierson und Frithjof Meissner
•	 1537	 An der Ecke
Universität der Künste - Berlin,
Verfasser: Daria Savitskaia
Zwei gleichberechtigte Anerkennungen in Höhe von jeweils 700.- € erhalten:
Wettbewerbsjury in der Diskussion vor den Arbeiten © Klaus Dombrowsky

Preisgerichtsitzung und Entscheidung

•	 1538	 Wohnraum: VIS-À-VIS
Universität der Künste - Berlin,
Verfasser: Guillaume De Vore und Tim Maaßen
•	 1535 	 Urban Carpet
Universität der Künste - Berlin,
Verfasser: Constance Leurent und Jaro Venitz

Preisgerichtssitzung
Das Preisgericht tagte am 12. August 2015 in den Räumen
der HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH am AntonSaefkow-Platz 13, 10369 Berlin.
Sowohl die Geschäftsführerin der HOWOGE, Stefanie
Frensch, als auch die Senatsbaudirektorin Regula Lüscher
betonten zu Beginn den Stellenwert des Verfahrens und
die Wichtigkeit der Auseinandersetzung mit den Wohnlagen in den nicht zentralen Stadträumen wie dem Wettbewerbsgebiet.
Nach der Konstituierung des Preisgerichts wurde die
Sitzung vom gewählten Vorsitzenden Prof. Max Dudler
gemäß der Regelungen der RPW 2013 durchgeführt. Zunächst wurden die Arbeiten in einem Informationsrundgang durch die Vorprüfung wertungsfrei vorgestellt.

Vor der Bildung der "Engeren Wahl" und der Zuerkennung
der Preise erfolgten dann zwei Wertungsrundgänge, in
denen die Arbeiten ausführlich durch die Jury erörtert und
anhand der in der Auslobung genannten Wertungskriterien beurteilt wurden.
Fünf Wettbewerbsarbeiten wurden in die "Engere Wahl"
genommen, die Qualitäten und Kritikpunkte im Anschluss
stichpunktartig durch die Jury beschrieben. Nach erneuter Diskussion erfolgte die Zuerkennung von drei gleichberechtigten Preisen sowie zwei Anerkennungen.

Ausstellung und Dokumentation
Im Januar / Februar 2016 werden die ausgezeichneten
Arbeiten im Rahmen einer Ausstellung in der Architektur
Galerie Berlin der Öffentlichkeit präsentiert. Zusätzlich erfolgt die Dokumentation des Verfahrens mit der Produktion und Verteilung der vorliegenden Broschüre.

oben: Diskussion im Gremium
mitte: Modell des Wettbewerbsgebiets
unten: Preisgerichtsvorsitzender
Prof. Max Dudler im Gespräch mit
Senatsbaudirektorin Regula Lüscher
alle © Klaus Dombrowsky

Seite 10

Seite 11

Studentenwettbewerb 2015 30+30 Neu-Hohenschönhausen

Das Wettbewerbsgebiet
1985 und 2015
Ecke Zingster Straße /
Ahrenshooper Straße
Auszug aus dem Jubiläumskalender
30 Jahre Hohenschönhausen
Herausgeber:
HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH
Bildnachweise:
Klaus Dombrowsky

WETTBEWERBSBEITRÄGE
Preisträger und Anerkennungen

30+30 Neu-Hohenschönhausen Studentenwettbewerb 2015

Studentenwettbewerb 2015 30+30 Neu-Hohenschönhausen

Analyse bestehender Ecksituationen

Masterplan mit geplanten Ergänzungen an den Block-Ecken

AN DER ECKE
Universität	
Fachgebiet	
Verfasser	

Universität der Künste Berlin (UdK)
Entwerfen und Stadterneuerung, Prof. Jean-Philippe Vassal
Daria Savitskaia

Preisträger

beitung der höheren Zeilen und hofartigen Typologien in
der Vertiefung zeigen eine angemessene und realistische
Entwicklungsmöglichkeit für das Wettbewerbsgebiet auf.

Zitate der Verfasserin
Beurteilung durch das Preisgericht
Die Arbeit mit dem Titel "An der Ecke" zeigt hochbauliche
Möglichkeiten der Ergänzung der Blockstrukturen des Bestands an den typischen „offenen“ Ecksituationen. Zur Anwendung im gesamten Wettbewerbsgebiet werden alle
hierfür infrage kommenden räumlichen Situationen im
Rahmen einer genauen Analyse bewertet und mögliche
bauliche Schließungen der Eckbereiche mit unterschiedlichen Typologien vorgeschlagen. Zudem sollen die Bestandsgebäude mit Terrassenanlagen auf den Geschossen
erweitert und die Eingangsbereiche aufgewertet werden.
Die Arbeit wird von der Jury im Hinblick auf ihre Klarheit
und Eindeutigkeit der entwickelten Ergänzungsstrukturen als prägnanter Beitrag im Sinne der Aufgabenstellung gewürdigt. Sowohl die feinfühligen Setzungen der
Ergänzungsbaukörper im Masterplan als auch die AusarSeite 14

„Das Projekt beschäftigt sich mit der Untersuchung der
Endwände und der Ecken der elfstöckigen Gebäude im
Gebiet. Eine Maßproduktion der Plattenbauten hinterlässt
eine Reihe Baulücken wegen ihrer Unflexibilität. Diese
dient wie ein Anhaltspunkt für die weitere Entwicklung
und Verbesserung.“
„Eine undichte Struktur des Masterplans mit den großen
Abständen zwischen den Gebäuden und den vielen unbenutzten oder wenig effektiv benutzten Flächen gibt
eine Möglichkeit für eine architektonische Intervention.

vorgeschlagene Eckbebauungen - Typen Hofhaus und Turmhaus

der Wohnungen hervorbringen, sondern auch, dass sie
die Umgebungen durch neue optimierende Organisation
verbessern. Dadurch werden neue Grünfläche geschaffen
und die alten Parkplätze ersetzt, was eine Erhöhung der
Qualität des öffentlichen Raums zur Folge hat.“

Aufgrund der Analyse wurden die genauen Flächen gefunden, worin ein Potenzial besteht. Dabei wurden zwei
Typologien der Gebäude entwickelt, die der Situation
entsprechen. Erster Typ ist ein Hofgebäude (17 m hoch);
zweiter - ein Turm (50 m). Der Vorteil der Gebäudesprojekte ist nicht nur, dass sie an sich eine große Kapazität

→

Beitragsnummer 1537

Preisträger

Seite 15

30+30 Neu-Hohenschönhausen Studentenwettbewerb 2015

Studentenwettbewerb 2015 30+30 Neu-Hohenschönhausen

Blick auf einen der neu entwickelten Plätze und die Hochhäuser entlang der Zingster Straße

PLAN LIBRE
Universität	
Fachgebiet	
Verfasser	

Durch die Verbindung der einzelnen Räume soll ein fließender Raum mit Raumsequenzen geschaffen werden,
welche die Gesamtlandschaft des Ostseeviertels strukturieren. Der überdimensionale Straßenquerschnitt der
Zingster Straße wird zur Nachverdichtung genutzt und
gewinnt durch präzise Setzung von Gebäuden und Freiräumen an Struktur und Urbanität. Die vorgeschlagene Ty-

Technische Universität Berlin (TUB)
Lehrstuhl für Städtebau und Urbanisierung, Prof. Jörg Stollmann
Philippa Dierson, Frithjof Meissner

Preisträger

Lageplan eines neu gestalteten Platzes an der Zingster Straße

pologie von Punkthochhäusern ermöglicht Verdichtung
und Akzentuierung in der Raumsequenz. Durch die Überlagerung von Funktionen und Bewegungsströmen wird
eine höhere urbane Dichte erzeugt und neue Treffpunkte
für das gesamte Ostseeviertel geschaffen. Die Identifikation mit dem Ort wird durch die Ausdifferenzierung des
Außenraums in Nah- und Fernräume gestärkt.“

Wettbewerbsgebiets ohne eine intensive Veränderung
der bestehenden Wohnsituationen.
Die Jury attestiert diesem Vorschlag der Strukturierung
und Differenzierung der Räume durch die sensible Setzung der Baukörper eine hohe Entwurfsqualität, die bis in
die Vertiefung der Platzbereiche erkennbar ist.

Beurteilung durch das Preisgericht
Das Projekt PLAN LIBRE zeigt eine umfassende bauliche
Umgestaltung der zentralen Hauptachse des Wettbewerbsgebiets, der Zingster Straße. Durch eine geschickte
Setzung von baulichen Hochpunkten in Verbindung mit
der Bündelung der Funktionsflächen der Freibereiche
entstehen so neue Raumsequenzen entlang des linearen
Raums, die eine neue Wahrnehmung ermöglichen.
14 kleinere Hochpunkte mit je 17 Geschossen bilden teils
zusammen mit den Bestandsgebäuden eine Folge urbaner Plätze aus, die mit fließenden „Shared Space-Räumen“
die bestehenden Hierarchien des Verkehrsraums durchbrechen.
Die mutige Nutzung des zentralen Verkehrsraums für die
Entwurfsaufgabe birgt das Potenzial zur Neuprägung des
Seite 16

Zitate der Verfasser
„PLAN LIBRE, der freie Grundriss, versteht sich als ein
Konzeptvorschlag, durch den sowohl auf landschaftsplanerischer, Städtebaulicher und Hochbaulicher Ebene
das Ostseeviertel in Neu-Hohenschönhausen nachhaltig
strukturiert, intensiviert und durch neuen Wohnraum verdichtet werden soll."
„Das Ziel des Projektes PLAN LIBRE ist die Strukturierung
und Diversifizierung der Außenräume sowie die Überwindung von Grenzen durch Gestaltung von Über- und
Durchgangszonen als Aufenthaltsräume.
Darstellung der neu geplanten Plätze und Hochhäuser entlang der Zingster Straße

→

Beitragsnummer 1540

Preisträger

Seite 17

30+30 Neu-Hohenschönhausen Studentenwettbewerb 2015

Studentenwettbewerb 2015 30+30 Neu-Hohenschönhausen

Bauvorhaben entlang der Zingster Straße

Isometrie des Masterplans mit vorgeschlagener Bebauung entlang der Zingster Straße

ZWISCHEN DEN ZEILEN
Universität	
Fachgebiet	
Verfasserin	

Technische Universität Berlin (TUB)
Lehrstuhl für Städtebau und Urbanisierung, Prof. Jörg Stollmann
Kristina Maria Szeifert

Preisträger
Beurteilung durch das Preisgericht
Der Wettbewerbsbetrag „Zwischen den Zeilen" zeigt drei
unterschiedliche, teils intensive bauliche Interventionen
an verschiedenen Orten im Wettbewerbsgebiet mit dem
Ziel, den Bestand durch den neuen Kontext aufzuwerten.
Zentrales Element bildet ein stark rhythmisiertes Band
aus Zeilenbauten, „The Strip“, entlang der Zingster Straße,
welches teils mit dazwischenliegenden eingeschossigen
Bauteilen verbunden ist.
Durch die eindeutigen Setzungen entsteht eine neue
räumliche Wahrnehmungsqualität im zentralen Erschließungsraum des Wettbewerbsgebiets. Die dadurch ermöglichte Neustrukturierung der Funktionsflächen für
den ruhenden Verkehr, halböffentliche und öffentliche
Nutzungen sowie die Verkehrserschließung wird überzeugend umgesetzt und bietet Potenziale für neue Qualitäten
in den baulichen und freiräumlichen Strukturen.
Seite 18

Sowohl der zentrale Entwurfsraum als auch die am Rand
des Wettbewerbsgebiets gelegenen Vertiefungsbereiche
„The Plaza“ und „Suburbia“ sind differenziert durchgearbeitet und weisen hohe Grundrissqualitäten auf.
Der Entwurfsbeitrag wird in seiner Bandbreite vom städtebaulichen Konzeptansatz bis zur hochbaulichen Vertiefung von der Jury einhellig als umfassender, sehr positiver
Beitrag im Sinne der Aufgabenstellung gewürdigt.

Zitate der Verfasserin
„Die unterschiedlichen Eingriffe bilden durch ihre Idee
des Freiraums, ihre Dichte und Typologien punktuell neue
Situationen im Quartier, ohne dass der Bestand weichen
muss oder abgewertet wird. Die bestehende Bebauung
wird dadurch neu kontextualisiert. Zwischen den Eingriffen mit erhöhter Dichte kann ein Netzwerk entstehen,
welches das gesamte Ostseeviertel neu erlebbar macht.“

Querschnitt durch die Bebauung der Zingster Straße

hin zur erhöhten Nutzungsmischung. Die Arbeitsplätze
können sowohl als Co-Working-Spaces mit kleinteiliger
Organisationsstruktur als auch für kleinere Büros und
Start-ups genutzt werden.“
„Eine Reihe neuer Scheibenhäuser ergänzt den maßstabslosen Raum der Zingster Straße. Nachbarschaftsbezogene
Nutzungen im Erdgeschoss beleben das neue Quartierszentrum und ergänzen die vorhandenen Strukturen und
Programme. Eine Verbindungsebene spannt zwischen
den Häusern gemeinschaftliche Außenräume für alle Bewohner des Quartiers auf. Ergänzt wird dies durch Büroplätze flexibler Größe.“

„Die typologische und soziale Mischung lässt in vorhandenen Nischen des Viertels Urbanität und neue Nachbarschaften entstehen. Arbeitsräume im 1. Obergeschoss der
Etagenwohnhäuser stehen zudem für eine Entwicklung

→

Beitragsnummer 1544

Preisträger

Seite 19

30+30 Neu-Hohenschönhausen Studentenwettbewerb 2015

Studentenwettbewerb 2015 30+30 Neu-Hohenschönhausen

Außenräume zwischen den Modulen

Masterplan zwischen Linden-Center und S-Bahnhof Hohenschönhausen

URBAN CARPET
Universität	
Fachgebiet	
Verfasser	

Universität der Künste Berlin (UdK)
Entwerfen und Stadterneuerung, Prof. Jean-Philippe Vassal
Constance Leurent, Jaro Venitz

Anerkennung

diskutiert. Jedoch wird die räumlich kontrastierende Wirkung zum Bestand in ihrer Durcharbeitung und Prägnanz
gewürdigt. Das Entstehen von qualitätvollen privaten und
öffentlichen Teilräumen und die Verdichtung in unmittelbarer Umgebung der Zentrumsfunktionen des Linden
-Centers und des Kinos wird als positiver Beitrag im Sinne
der Wettbewerbsaufgabe gewürdigt.
Elemente der städtebaulichen Erweiterung: „Modules“ und „Towers“

Beurteilung durch das Preisgericht
Die Arbeit „Urban Carpet" zeigt einen im Schwerpunkt
hochbaulich ausgearbeiteten Entwurf für eine flächige
Quartierserweiterung in einem Teilgebiet des Gesamtquartiers. Eine strukturalistisch anmutende Bebauung
aus Modulen kombiniert mit Punkthochhäusern wird den
Großformen der Bestandswohngebäude und dem Linden
Center gegenübergestellt. Die Platzierung der Baukörper
auf einem Plateau soll diese verbinden und unterschiedliche Wegebeziehungen zwischen dem angrenzenden
S-Bahnhof, dem neuen Quartier und dem Bestand ermöglichen.
Der Entwurf wird von der Jury kontrovers im Hinblick auf
seine städtebauliche Wirksamkeit für das Gesamtgebiet
Seite 20

Zitate der Verfasser
"The chosen area is located inbetween the train station of
Neu-Hohenschönhausen and the housing area. It is supposed to become the new face of Neu-Höhenschönhausen and it is a part of the way to the existing housing area.
So it is a linking element.“
"The linking element of the new area is a repetition of the
two existing towers standing next to the area we are working on. Around those towers there is a freely positioned
landscape which creates a contrast to the strict vertical
elements.
It means, our way of densifying is generated in two different ways - in a vertical way with towers and a horizontal

→

Beitragsnummer 1535

one with modules. These two typologies may work together due to a plateau which links these two elements.“
"The new identity of the area is based on heterogeneity.
Heterogeneity means different entries, and different circulation. Those differences create a variety of situations one
can identify with and this is creating quality in the end.“
Anerkennung

Seite 21

30+30 Neu-Hohenschönhausen Studentenwettbewerb 2015

Studentenwettbewerb 2015 30+30 Neu-Hohenschönhausen

Ansicht auf die vorgeschlagene Gebäudestruktur - das neue „vis-á-vis“ der bestehenden Plattenbauten

Querschnitt durch die neue Gebäudestruktur und die benachbarten Plattenbauten

WOHNRAUM: VIS-À-VIS
Universität	
Fachgebiet	
Verfasser	

Universität der Künste Berlin (UdK)
Entwerfen und Stadterneuerung, Prof. Jean-Philippe Vassal
Guillaume De Vore, Tim Maaßen

Anerkennung
Beurteilung durch das Preisgericht
Das Projekt „Vis-à-vis" leitet seinen konzeptionellen Ansatz
aus der Blickperspektive des Bewohners aus dem Bestand
ab. Dieser feinfühlige Ansatz ermöglicht den Verfassern
die Entwicklung einer poetischen Entwurfsidee, bei der in
den Zwischenraum zwischen den Gebäudezeilen 11-geschossige, schmale, gerüstartige Baustrukturen eingestellt
werden, die durch Nutzung als berankte Wohn-, Gartenund Aneignungsflächen mit grundrissoffenen Strukturen
die Perspektive aller Bewohner verändern sollen: Die Bestandstruktur des „Wohnen im Grünen“ wird durch einen
neuen Ausblick, den „Blick ins Grüne“ ergänzt und somit
im Sinne ihres Ursprungsgedankens weiterentwickelt.
Auch wenn der Schwerpunkt des Konzepts nicht in der
Realisierbarkeit der Maßnahme zu sehen ist, wird die präzise Setzung der Maßnahmen im Wettbewerbsgebiet von
Seite 22

der Jury durch die gradlinige Ableitung aus dem sensiblen
Grundkonzept ausdrücklich gelobt.

Zitate der Verfasser
„Der Typische Wohnblock in Neu-Hohenschönhausen und
seiner Umgebung weist auf das ideale Prinzip der Architekturgeschichte hin. Im Kontext des Ist-Zustands ist dieser nicht dem gewünschten Ideal zugesprochen. Die neue
Struktur im Dazwischen übernimmt die Aufagbe eines Filters in der Grauzone der Platten.
Im Prinzip vis-à-vis dieses Raums ergeben sich neue Blickbeziehungen der vorhandenen Nutzer in das Konzept des
Ideals der Moderne - das Leben im Grünen.
Die Konstruktion der Platte, aus dem Grundraster von 6
x 6 m zeigt eine strenge Ordnung der Funktionen. Diese
wird durch einen „Plan Libre“ in der neuen Struktur aufgehoben. Von der Wand zum Filter zu einem gemeinschaftlichen Ideal einer Lebesform.“
„Das Erweiterungsprinzip der Untersuchung sind die
WBS70 Plattenbauen Vis-à-vis mit einer Bruttogrundfläche
(BGF) von 28.512 qm und ihre Parkplatzzonen im Dazwischen. Davon ausgenommen sind die dazugehörigen

→

Beitragsnummer 1538

Innenhöfe aufgrund des vorhandenen Ideals - der Bilck
ins Grüne. Die lineare Struktur legt sich mit einer durchschnittlichen Länge von 132 m in den ermittelten Möglichkeitsraum. [...] Diese Untersuchung lässt sich auf 6 weitere Orte anwenden und beantwortet somit zugleich die
Frage nach neuem Wohnraum.“
Anerkennung

Seite 23

Studentenwettbewerb 2015 30+30 Neu-Hohenschönhausen

Das Wettbewerbsgebiet
1985 und 2015
Auszug aus dem Jubiläumskalender
30 Jahre Hohenschönhausen

Herausgeber:
HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH
Bildnachweise:
Klaus Dombrowsky

WETTBEWERBSBEITRÄGE
weitere Teilnehmer

30+30 Neu-Hohenschönhausen Studentenwettbewerb 2015

Studentenwettbewerb 2015 30+30 Neu-Hohenschönhausen

Masterplan mit den geplanten Grün- und Freiflächen

VERNETZTE RÄUME

Blick in den neu gestalteten, autofreien Blockzwischenraum

DIE NACHBARSCHAFTLICHE
GROSSSIEDLUNG

Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Stadtquartiersplanung, Prof. Markus Neppl

Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Stadtquartiersplanung, Prof. Markus Neppl

Verfasser	
Simone Munz, Fatma Hammadi,
Baharak Haddadi, Monja Wolf

Verfasser
Sebastian Rumold, Robin Balzer, Matthias Berg,
Florian Fischer, Florian Rahn

Zitate der Verfasser
„Vielfalt ohne Zusammenhang beschreibt den Bestandszustand des Gebietes. Unter dem Motto „Vernetzte Räume" wird das vorhandene Angebot verstärkt und zu einer
Einheit vernetzt.“
„Im ersten Schritt sollen Infrastruktur und Gewerbe bearbeitet werden. [...] Im zweiten Schritt wird auf die Themen
Grünraum und Nachbarschaft eingegangen.“

Seite 26

Blick in die als Gemeinschaftsfläche umgestaltete 8. Etage

Zitate der Verfasser
„Das Konzept basiert auf dem Hauptelement des Kommunikationsrings, der MIV-frei ausgearbeitet wird und
zum Spazierengehen, Fahrradfahren oder zum Verweilen
einlädt. Zugleich vernetzt er die Innenhöfe miteinander.
Durch die unterschiedliche Bespielung der Innenhöfe soll
eine Vernetzung auch auf sozialer Ebene geschehen.“

→

Beitragsnummer 1530

„Wir bekennen uns klar zur vorhandenen Struktur. Aus diesem Grund setzten wir keine neuen Typologien in den Außenraum. Stattdessen schärfen wir die Kanten im Gebiet,
verwandeln die Zeilen durch gezielte Eingriffe in moderne
Wohnbauten und machen sie so fit für die Zukunft. Dieser
Entwurf stellt ein Szenario aus vielen denkbaren Anordnungen und Varianten dar. Er bietet eine breite Palette von
Eingriffen und Maßnahmen an, die auf unterschiedlichen

→

Beitragsnummer 1531

Maßstäben die Nachbarschaft im Quartier anregen wollen.
Dabei bieten sie den Bewohnern von Neu-Hohenschönhausen auf jeder Ebene, angefangen bei den Freizeitaktivitäten auf der grünen Klammer über die Gestaltung der
Aktionsflächen im Cluster des Straßenraums bis hin zur
Ausformulierung des Gangs im 8. Geschoss direkt vor der
Wohnungstür, Raum für Mitgestaltung, Aneignung und
Selbstverwirklichung.“
Seite 27

30+30 Neu-Hohenschönhausen Studentenwettbewerb 2015

Studentenwettbewerb 2015 30+30 Neu-Hohenschönhausen

Perspektive auf die den bestehenden Plattenbauten vorgesetzten Laubengänge

Analyse und Katalogisierung bestehender räumlicher Situationen

SCHÖNER HAUSEN

FIRST IMPROVE, THEN BUILD

Technische Universität Braunschweig (TU BS)
Institut für Entwerfen und Gebäudelehre,
Prof. Almut Grüntuch-Ernst

Universität der Künste Berlin (UdK)
Entwerfen und Stadterneuerung, Prof. Jean-Philippe Vassal
Verfasser
Sebastian Díaz de Léon, Alessandro Cugola, Lisa Süßegger

Verfasser	
Sarah Lambert

"First improve, then Build" summarizes this approach.
Through these interventions in the exiting, the area of
possible densification came naturally. The void is chosen
for its potential, due to the connection to the S-Bahn and
the center of Neu-Hohenschönhausen."
"The main entrance from the S-Bahn to Neu-Hohenschönhausen is a void: a non-space made of fragments of commercial spaces, trees, streets and a huge and empty parking lot. The current state of the area, allows to built the
required amount of 1200 apartments.
Keeping the existing - the square, the green in its every
variation and the cinema - and what we extend - the market - as an ideal center, the area identifies a new living. [...]
Every building is creating a direct interaction between the
ground floor and the surrounding. Still staying permeable
and accessible for all the people crossing the area."

Zitate der Verfasser
Zitate der Verfasserin
„Zieht man nun die Option der Nachverdichtung in Betracht, um einen Teil der Nachfrage in Zukunft decken zu
können, muss man sich die Frage stellen, ob alleine die
Erschaffung neuer Wohnungen der sinnvollste Weg ist.
Plattenbau-Siedlungen wie Neu-Hohenschönhausen sind
auf reine Effizienz ausgelegt. Maximale Wohnungsanzahl
auf minimaler Fläche. Bei einer einfachen baulichen Verdichtung muss das Risiko in Betracht gezogen werden,
dass die Wohn- und Aufenthaltsqualität darunter leiden
könnte.
Seite 28

Es ist also ratsam, im Zuge einer Nachverdichtung die
Qualität des Lebensraums zu erhöhen.“
„Die Idee ist es nun, die Erschließung innerhalb der thermischen Hülle zu entfernen und an die Fassade anzulagern. Um die Arbeitseingriffe so gering wie möglich zu
halten, entstehen die neuen Eingangstüren der Wohnungen an den Stellen, an denen zuvor die Terrassentüren
vorhanden waren.
Der durchgängige Schacht, der zuvor die Erschließung
beherbergte, kann nun dazu dienen, Wohnungen auch
über zwei Geschosse miteinander zu verknüpfen, um so
ein vielfältigeres Wohnungsangebot anbieten zu können.“

→

Beitragsnummer 1532

"The comprehension of Neu-Hohenschönhausen started
from a precise observation. What is apparently the standard copy-and-paste of the same hybrid typology reveals,
on a smaller scale, an attempt of variety and identity.
Our glance was nothing without the voices of Neu-Hohenschönhausen itself. Each word told produced an echo
and each echo became an improvement, an addition or
an extension. An access becomes an entrance. A swimming pool is mirrored to the outside, a library is connected
to the square, unused green becomes a garden, a void becomes used.

→

Beitragsnummer 1533

Seite 29

30+30 Neu-Hohenschönhausen Studentenwettbewerb 2015

Studentenwettbewerb 2015 30+30 Neu-Hohenschönhausen

bauliche Erweiterung der vier Punkthochhäuser am Barther Pfuhl

Erweiterungen im Blockzwischenraum - Darstellung eines exemplarischen Blockes

THE TOWERS OF NHSH

PLATTE MIT PLATEAU

Universität der Künste Berlin (UdK)
Entwerfen und Stadterneuerung, Prof. Jean-Philippe Vassal

Universität der Künste Berlin (UdK)
Entwerfen und Stadterneuerung, Prof. Jean-Philippe Vassal

Verfasser
Yeliz Yildiz, Samia Wahbi

Verfasser
Louisa von le Fort, Olga Weber, Miriam Völcker

Zitate der Verfasser
"[...we realized that these blank façades were creating two
rectangular shaped spaces, where we saw a potential to
extend – not only to give the flats some extra space, but at
the same time creating new living spaces, without disturbing any of the existing inhabitans.“
"The neighbours didn’t really know each other since they
didn’t have any chance to interact inside their building.
With our intervention, we wanted to give these towers
new common spaces. We created those common spaces
on the roof floor, so that the inhabitants of these buildings
get a chance to enjoy the amazing view of Berlin from a
height of around 60 meters.“
"So in the end, we wanted to create new affordable living
spaces in an economic way, but at the same time we wanted to create new vertical circulation, extend the existing

Seite 30

Zitate der Verfasser
flats, improve the neighbourhood feeling and improve the
entrance situations.
"That is why we decided to create new flats: 2-room flats
since almost %80 of the Lichtenberger Households were
1-2 Person households and NHSH just had 20 % of 1-2
room flats.“
"All in all, with a small intervention, we create 261 new flats
only in the area of the towers, and at the same time give
this area lots of important improvements – all in one project.“

→

Beitragsnummer 1534

„Diese Maßnahme schafft nicht nur neue Flächen für eine
zukünftige Nachverdichtung, sondern auch die Chance,
den trennenden Charakter des Straßenraums zu überwinden und so die Bestandsbebauung, die Neubebauung
und die Grünflächen stärker miteinander zu verbinden.“
„Der Entwurf sieht ein leicht erhöhtes Plateau vor, auf dem
eine klein-maßstäbliche Stadtstruktur maximal zweigeschossiger Baukörper mit unterschiedlichen Wohntypologien und zahlreichen Kleingärten sitzt. Die vergleichsweise niedrige Bebauung steht in starkem Kontrast zu
den Wohnhochhäusern und führt somit nicht nur einen

→

Beitragsnummer 1536

neuen Maßstab, sondern auch eine neue Perspektive in
die moderne Großsiedlung ein. Sie erhöht die Aktivität
auf Bodenniveau und wirkt der visuellen Dominanz der
Wohnhochhäuser entgegen, die nun aus der Sicht des
Fußgängers hinter der Neubebauung aufragen und somit
in den Hintergrund gesetzt werden. Gleichzeitig wird barrierefreies Wohnen begünstigt.“
„Auf dieser Ebene entstehen Ein- und Zweifamilienhäuser
mit privaten Gärten sowie Kleingärten, die den Bewohnern der Bestandsgebäude zur Verfügung stehen. Die
Neubauten bestehen aus vier Typologien, die das 9 x 9Meter-Stützenraster der Tiefgarage aufnehmen.
Jede dieser Typologien verfügt entweder über Patio,
Dachterrasse, Garten oder Kleingarten, wodurch möglichst viele Bewohner Zugang zu einem privaten Außenraum erhalten. Nach außen verhalten sich die Gebäudevolumen eher geschlossen.“

Seite 31

30+30 Neu-Hohenschönhausen Studentenwettbewerb 2015

Studentenwettbewerb 2015 30+30 Neu-Hohenschönhausen

Freiraumgestaltung zwischen S-Bahnhof Hohenschönhausen und dem Linden-Center

Blick auf die neuen Gebäudetypologien und Gestaltung der Außenräume

DIE GRÜNE MEILE

PARK UM

Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Stadtquartiersplanung, Prof. Markus Neppl

Technische Universität Berlin (TUB)
Lehrstuhl für Städtebau und Urbanisierung,
Prof. Jörg Stollmann

Verfasser
Prisca Stichler, Emine Koc, Fatma Özkan

Verfasser
Marcel Weimar, Cornelius Giacalone, Maximilian Treiber

[...] Durch die Neubauten werden zudem bestehende Straßenräume gefasst und an den Kreuzungspunkten erkennbare Orte der Begegnung geschaffen. In der weiteren Entwicklung kann dieser Prozess über das Ostseeviertel und
die ganze Siedlung weiter gedacht werden. [...]
Leichte Pavillons unterstützen diesen offenen Prozess. Sie
können von den Bewohnern und Bewohnerinnen für die
temporäre oder langfristige Umnutzung (Lagerung von
Spielzeug, Sportgeräten, Werkzeugen etc.) genutzt werden oder auch an Kleingewerbe (unter Mitbestimmung
der Bewohnerschaft) vermietet werden. [...] Der Weg dahin ist das Ziel ... “

Zitate der Verfasser
Zitate des Verfassers
„Das Konzept sieht vor, die Hauptverkehrswege entlang
der Zingster Straße attraktiver zu gestalten und bestehende Grünflächen miteinander zu verknüpfen. Bei der Neugestaltung stand vor allem die Hauptverkehrsanbindung
an das Gebiet im Vordergrund. Vom S-Bahnhof kommend,
ist die Falkenberger Chaussee nicht einladend gestaltet.
Hier sieht die Gruppe die Schaffung einer „Grünen Meile“ vor, einem Spazierweg, an dem entlang sich kleinere
Grünflächen und neugestaltete Gebäude befinden. Die
Zingster Straße und der S-Bahnhof dienen als Startpunkte
mit Ziel des Malchower Sees.
Momentan ist das Vertiefungsgebiet der Gruppe eine reiSeite 32

ne Parkfläche. Durch die zentrale Lage besteht jedoch ein
großes Entwicklungspotenzial. Es dient als Verbindungsfläche zum restlichen Stadtteil und wird momentan als
Fußweg zur Bahnanbindung genutzt. Hier entsteht ein
neues Areal mit Wohnbebauung und Naherholung. Eine
großflächige Grünanlage wirbt für die Attraktivität von
ganz Neu-Hohenschönhausen. Neue Punkthochhäuser,
8 bis 14-geschossig, mit vier Wohnungen pro Geschoss
bieten bezahlbaren Wohnraum. Die bestehenden Autoparkflächen werden in ein untergeschossiges Parkhaus
verlagert. Höhenunterschiede zur Falkenberger Chaussee
werden abgetreppt, hier entstehen unterschiedliche Freizeitangebote. Die Wege sind zielgerichtet auf die Zingster
Straße, dadurch ergibt sich eine fuß- und fahrradläufige
Querachse mit kürzeren Wegen.“

→

Beitragsnummer 1539

„Große Defizite - und somit auch großes Potenzial zur Besserung - sehen wir in den Parkplatzflächen, welche einen
erheblichen Teil des Außenraums besetzen. [...]
Ziel unseres Projektes ist es, die zukünftige Nutzung und
Gestaltung dieser potenziellen Freiflächen ein einem Prozess mit den Bewohnern und Bewohnerinnen zu entwickeln. Sie sind es, die über das Programm und Gestaltung
der Freiflächen entscheiden. Diese Requalifizierung soll
prozesshaft und schrittweise erfolgen. Als Auftakt des
Prozesses – im ersten Schritt – wird entlang der Zingster
Straße ein Parking Day veranstaltet – die kurzzeitige Umwidmung einzelner oder mehrerer Stellplätze im Rahmen
eines Straßenfestes. Das unmittelbare Erleben der ‚neuen‘
Räume und Nutzungen ist die beste Motivation für alle
Beteiligten.

→

Beitragsnummer 1541

Seite 33

30+30 Neu-Hohenschönhausen Studentenwettbewerb 2015

Studentenwettbewerb 2015 30+30 Neu-Hohenschönhausen

Darstellung von Platzhaltern für mögliches Kleingewerbe und weitere Nutzungen

EINGESTREUTES GEWERBE

Perspektiven zu den beiden Gebäudetypologien „Wohnwald“ und „Plateau“

WOHNUNG - HAUS NACHBARSCHAFT

Technische Universität Berlin (TUB)
Lehrstuhl für Städtebau und Urbanisierung,
Prof. Jörg Stollmann

Technische Universität Berlin (TUB)
Lehrstuhl für Städtebau und Urbanisierung,
Prof. Jörg Stollmann

Verfasser
Joshua Obliers

Verfasser
Kirk Weisgerber

Zitate des Verfassers

„Geplant sind zwei verschiedene Wohntypologien für zwei
Lagen mit unterschiedlichen städtischen Qualitäten, die
gleichwohl ähnlichen Prinzipien folgen. Beide Typologien
sind als Cluster individueller Haustypologien konzipiert,
die Elemente städtischen Lebens mit dem peri-urbanen
Wunsch nach Wohnen im Grünen in Einklang bringen. Außerdem weisen beide Typologien bestimmte Raumangebote zum Miteinander- und Zusammenleben auf. Wichtig
dabei sind die Ordnungen von Wohnung – Haus – Nachbarschaft. Die Schnittstellen zwischen Innen und außen,
privat und öffentlich, geteilt und gemeinschaftlich sind so
definiert, dass sie ein Potenzial für neue Nachbarschaften
bereithalten, ohne Gemeinschaft zu erzwingen.“

„Typisch für Siedlungen ihrer Art, fehlen heute dennoch
wichtige Voraussetzungen für ein reges urbanes Leben:
soziale und kulturelle Mischung und entsprechende Orte
für Kontakt und Kommunikation.

„Die erste Wohnungsbautypologie sieht eine dichte Zusammenstellung von verschiedenen Wohnungstypen
und Grundrissen entlang der umstrukturierten und neugestalteten Zingster Straße (Vertiefungsbereich A1) vor.“

Durch eine gezielte und konzentrierte Nachverdichtung
entlang der Zingster Straße und in der Fläche zwischen
Ahrenshooper Straße und Wustrower Park werden zusätzliche Wohnungen angeboten, neue Orte der Begegnung
definiert und die homogene räumliche und soziale Struktur erweitert.“

„Als Gegenpol zur den Plateaus entlang der Zingster Promenade wird die parkähnliche Fläche (Vertiefungsbereich
B3) am Wustrower Park als aufgelockerter Wohnwald gestaltet - mit zwei- bis fünfgeschossigen Doppelsolitären
(Vier- bis Sechsspanner), die in den Lichtungen angesiedelt werden.“

„Die sonst so beliebte Erdgeschoss-Aktivierung des Bestandes funktioniert an diesem Ort nicht. [...] So werden
freistehende, eingeschossige Gebäude, im Gebiet errichtet, die für diverse Nutzungen zur Verfügung stehen und
Individualisierung durch die Nutzer/Mieter_innen ermöglichen. Durch die Gewerbevielfalt entsteht ein Netzwerk
von sich ergänzenden Angeboten, welches sich über das
ganze Ostseeviertel erstreckt. “

Zitate des Verfassers
„Eingestreutes Gewerbe plädiert für die programmatische
Diversifizierung des Ostseeviertels.“

„Andere Angebote, bspw. ein Café, bietet den Bewohner_innen den langersehnten Ort, um sich innerhalb des
Gebiets zusammen treffen zu können.

„Gastronomie, Büros, kulturelle Nutzungen, Künstlerateliers und vor allem auch Handwerk sollen hier einen Platz
bekommen. Das eingestreute Gewerbe dient zur Ergänzung des Linden-Centers, kann Leben, Interaktion und
auch Arbeit ins Quartier bringen. [...]

Das eingestreute Gewerbe steht in der Tradition der ursprünglichen Planung für das Gebiet, in der insbesondere
die Höfe Identifikationspunkte für die jeweiligen Bewohner_innengruppen schaffen sollten. Die Nutzungen dienen der sozialen Kontrolle des öffentlichen Raumes und
geben die Initialzündung für die Nutzung von teilweise
verwaisten Räumen.“

Die Taktik, über präzise gesetzte, pavillonartige Gebäude
ein neues Gewerbeangebot in die Siedlung einzuführen
wird aufgenommen und weiterentwickelt.“

„Diese Strategie [...] funktioniert als Add-on zum Bestand
und kann auch bei späterem Neubau fortgeführt werden.
Es ist der Beginn eines Prozesses.“

Seite 34

→

Beitragsnummer 1542

→

Beitragsnummer 1543

Seite 35

30+30 Neu-Hohenschönhausen Studentenwettbewerb 2015

Studentenwettbewerb 2015 30+30 Neu-Hohenschönhausen

Blick in die neu bebaute Zingster Straße

VERSTÄRKUNG DES
GERINGEN UMFANGS

kein Titel
Technische Universität Dortmund
Lehrstuhl für Städtebau, Prof. Christoph Mäckler

Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Stadtquartiersplanung, Prof. Markus Neppl

Verfasser
Tim Hammer

henden ‚Innenhöfe‘ sollen komplett gefasst und in sich
geschlossen sein. Dies geschieht entweder durch die Neuplanung ganzer Gebäude oder aber lediglich durch eine
Abgrenzung der offenen Flächen zum Stadtraum hin mit
Hilfe von begrünten Mauern.“

Zitate des Verfassers
„Zum einen soll eine maßstäblich gute Verbindung zwischen der Bestandssituation und der neuen Planung entwickelt werden. Dies geschieht, dort wo es möglich ist,
durch Nachverdichtung der einzelnen Blöcke im Quartier. Je nach Situation ist die Planung so entwickelt, dass
entweder direkt an den Bestand angebaut oder der Block
durch freistehende Neubauten gefasst wird. [...]“
„Zum anderen ist die Abgrenzung von öffentlichem und
privatem Lebensraum ein großes Thema der Planung.
Das Konzept sieht eine Definierung der im Moment noch
ineinandergreifenden Räume vor. [...] Die dabei entsteSeite 36

Neubauten mit modular und flexibel aufgebauten Wohneinheiten am nördlichen Rand der Siedlung

„Um die Zingster Straße als Hauptstraße im Quartier aufzuwerten und ihre Funktion nicht nur auf eine Verkehrsstraße zu beschränken, wird ein Boulevard entwickelt. Er soll
einen menschlichen Maßstab und einen Ausgleich zwischen Bestand und Planung ins Quartier bringen. Durch
diese Maßnahmen wird der öffentliche Stadtraum der
Hauptachse zoniert und gefasst. [...] Gekennzeichnet ist er
durch eine klare Einteilung des städtischen, öffentlichen
Raums und beinhaltet neben Gewerbeflächen im EG der
Kopfbauten größtenteils Wohnnutzung. Die Torsituation
bildet den Eingangspunkt und schafft einen Vorplatz für
das vorhandene Schwimmbad. Der Straßenraum weitet sich an dieser Stelle auf und bildet hier einen großen
Grünplatz. [...] Die neugeschaffene Masterplanung respektiert den dahinterliegenden Bestand und nimmt die bestehenden Achsen und Querstraßen auf.
Als Zonierung der Neuplanung werden an deren Ende jeweils zwei Kopfbauten (Typenhaus 1) ausgebildet.“

→

Beitragsnummer 1545

Verfasser
Ana Duque Asens, Sebastián Gallardo Cabezón,
Carlos Novella Faci

erweitert wird. Die Innenhöfe bilden die Zentren der
Wohnblöcke und sind damit als Mikro-Zentren des Entwurfsgebietes zu bezeichnen.

Zitate der Verfasser
„Die Gruppe identifiziert eindeutig zwei Hauptprobleme:
die begrenzte Nutzung des öffentlichen Raumes und die
Konzentration der täglichen Aktivitäten in einem einzigen
Punkt. Aus diesem Grund werden drei verbindende Lösungen vorgeschlagen, um den öffentlichen Raum zu reaktivieren und zu strukturieren:
Die erste Lösung wird in den Innenhöfen durchgeführt.
Die durch individuelle Balkone erweiterte Fassade verändert den Charakter und die Nutzbarkeit des Innenraumes,
wobei das Leben aus den Wohnräumen in die Innenhöfe

→

Beitragsnummer 1546

Die zweite Lösung findet im öffentlichen Raum statt. Die
Idee besteht darin, mehrere kleinere Subzentren zu schaffen, die verschiedene Möglichkeiten für die Bewohner bieten und dabei vier bis fünf Wohnblöcke bedienen. Somit
würde sich aus der Beziehung zu den Innenhöfen und
den beiden bestehenden Einzelhandelszentren ein Netz
aus Mikro-, Sub- und Hauptzentren ergeben, welches die
Bedarfe aller Bewohner abdeckt.
Die dritte Lösung besteht in der Schaffung neuer Wohneinheiten, die vor allem jüngere Menschen in den Stadtteil
locken sollen. Die Wohneinheiten sind flexibel und modular aufgebaut und können so an sich verändernde Bedürfnisse angepasst werden. Durch die Auftreppung entsteht
ein sanfter Übergang von Natur- zu bebautem Raum, und
aus den Wohneinheiten besteht ein attraktiver Blick ins
Grüne.“
Seite 37

30+30 Neu-Hohenschönhausen Studentenwettbewerb 2015

Studentenwettbewerb 2015 30+30 Neu-Hohenschönhausen

Blick auf die Bebauung über die Zingster Straße

Füllung der Baulücke eines beispielhaften Blockes

kein Titel

PLOMBEN

Technische Universität Braunschweig (TU BS)
Institut für Entwerfen und Gebäudelehre,
Prof. Almut Grüntuch-Ernst

Technische Universität Braunschweig (TU BS)
Institut für Entwerfen und Gebäudelehre,
Prof. Almut Grüntuch-Ernst

Verfasser
Jae-Hyun Jeong

Verfasser
Xudi Jin

„Nutzung und unterstützende Funktionen sollen nicht am
Rand der Siedlung sein, sondern im Lebensalltag der Bewohnern integriert werden. Die öffentlichen Funktionen
werden in das Wohnquartier einbracht und between den
bestehenden Plattenbebauungen eingefügt.“

Zitate des Verfassers

Zitate des Verfassers
„In einer gedachten Verbindung zwischen Berl-Pfuhl und
Barther-Pfuhl soll ein neues Zentrum entstehen. Auf einer
die Straße auf gesamter Breite überspannenden Ebene
entsteht ein neues Wohnhochhaus, in dessen unteren
Geschossen sich öffentliche Einrichtungen befinden. Das
neue Gebäude ist schon weithin auf der Zingster Straße
zu sehen und markiert so das bisher nur gefühlte Zentrum
des westlichen Teils von Neu-Hohenschönhausen.
Seite 38

Auf der Ebene soll eine Parklandschaft entstehen. Diese
ermöglicht die Verbindung zwischen den beiden bestehenden Pfuhlen, so dass eine Durchwegung des gesamten Gebietes fortan in weiten Teilen im Grünraum geschehen kann.
Unterhalb der Ebene verlaufen wie bisher Straße und Straßenbahn. Weiterhin können hier nun mehr Parkplätze in
Form einer Parkgarage geschaffen werden.“

→

Beitragsnummer 1547

„Zwischen den im 90°-Winkel zueinander ausgerichteten
Plattenbauten, die den Eingang in die Hofsituation im Blockinneren bilden, wird ein mehrgeschossiges Gebäude
eingestellt. Der Durchgang in den Innenhof bleibt auf 1
bis 2 Geschossen frei. Der neue Gebäudeteil wird sowohl
durch den Bestand als auch durch neue Zugangsmöglichkeiten erschlossen.
Im Inneren des Gebäudes finden sich öffentliche (Vortragsraum) und halböffentliche (Gemeinschaftsraum, Bibliothek) Bereiche sowie auch private Wohnungen. Im Bereich des 8. OG gibt es eine direkte Übergangsmöglichkeit
zwischen den beiden Bestandsgebäuden.
Der Entwurf ermöglicht die Nachverdichtung des Gebiets,
indem ungenutzte Lücken aufgefüllt werden. “

→

Beitragsnummer 1548

Seite 39

Eine Broschüre im Auftrag der
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.