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Full text: Jahresbericht ... Issue 2013

Jahresbericht

2013
Von Menschen für Menschen

Ein verlässliches ­Fundament für Gesellschaft und Sozialstaat
Wir arbeiten für eine humane und friedvolle Gesellschaft
Engagement für Deutschlands Zukunft
Wir stellen uns den gesellschaftlichen Heraus­forderungen
Effektive Hilfe direkt vor Ort
Wir wissen, welche Unterstützung die Menschen brauchen
Dem Gemeinwohl verpflichtet
Wir wollen helfen, nicht Profit machen
Für unsere Gesellschaft, unterstützt von den
­­
Bürgern
Wir sind eine tragende Säule der Zivilgesellschaft
Qualität zahlt sich aus
Wir arbeiten mit nachhaltigem Erfolg
Anwalt der Schwachen
Wir geben den Sprachlosen eine Stimme
Kompetenter Berater der Politik
Wir gestalten mit, vom Bund bis in die Kommune
Europas soziales Gewissen
Wir sind auch in Brüssel gefragt
Ansprechpartner für Ehrenamtliche
Wir bieten den Rahmen für Bürgerschaftliches Engagement

Ergänzend zu diesem Bericht finden Sie eine ausführ­liche
Darstellung der Aktivitäten der BAGFW auf unserer
­Webseite www.bagfw.de | digitaler jahresbericht 2013

Inhalt
Einleitung  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  . 5
Das Politische Jahr  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  . 6
Freie Wohlfahrtspflege  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  . 10
Politische Gespräche  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  . 12
Tradition und Innovation  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  . 14
2013 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
Gremienarbeit  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  . 18
Sozialkommission I .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  . 18
Sozialkommission II  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  . 21
Finanzkommission .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  . 23
Geschäftsstelle  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  . 24
Finanzen .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  . 32
Anschriften .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  . 34

Bei schriftlichen Ausführungen sind wir bedacht, die sprachliche Gleichbehandlung
der Geschlechter zu berücksichtigen. Wir folgen dabei den Empfehlungen des Bundes­
verwaltungsamtes (BBB-Merkblatt M 19)



Die Federführung in der Bundesarbeitsgemeinschaft der
Freien Wohlfahrtspflege wechselte 2013 von der Diakonie
Deutschland zur AWO: Wolfgang Stadler, Vorsitzender des
Vorstandes der Arbeiterwohlfahrt (AWO), ist damit neuer
Präsident der BAGFW. Er löste zum 1. Januar 2013 turnus­
gemäß Oberkirchenrat Johannes Stockmeier, Präsident der
Diakonie Deutschland, ab.
Die Mitgliederversammlung ist das zentrale Entscheidungs- und
­Beschlussorgan. Sie bestimmt Ziele, Strategien und P
­ olitik der BAGFWArbeit.
Mitglieder der BAGFW-Mitgliederversammlung 2013 waren:
Arbeiterwohlfahrt Bundesverband e. V.
Wolfgang Stadler, Martina Arends, Brigitte Döcker
Deutscher Caritasverband e. V.
Prälat Dr. Peter Neher, Prof. Dr. Georg Cremer, Mario Junglas
Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e. V.
Prof. Dr. Rolf Rosenbrock,
Dr. Ulrich Schneider, Werner Hesse
Deutsches Rotes Kreuz e. V.
Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg,
Clemens Graf von Waldburg zu Zeil und Trauchburg,
Tobias Nowoczyn
Diakonie Deutschland – Evangelischer Bundesverband
OKR Johannes Stockmeier, Maria Loheide, Uwe Schwarzer
Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e. V.
Abraham Lehrer, Benjamin Bloch
Der Mitgliederversammlung arbeiten drei Kommissionen zu, unterhalb
dieser konstituieren sich die Fachausschüsse. Eine Übersicht finden Sie
auf Seite 11



Einleitung
Im Rahmen der Präsidentschaft übernimmt die
AWO die zweijährige Federführung in der Gre­
mienarbeit der Bundesarbeitsgemeinschaft und
steuert die Zusammenarbeit in den gemeinsa­
men Themenfeldern der sechs Spitzenverbände.

„Die Rolle der Freien Wohlfahrtspflege muss gestärkt werden, denn
sie leistet einen unverzichtbaren
Bestandteil zur Bekämpfung des
sozialen Ungleichgewichtes in
Deutschland“, beschreibt Stadler
die vordringlichsten HerausfordeBAGFW-Präsident Wolfgang Stadler
rungen an Politik und Verbände.
Ziel müsse es sein, echte Chancengerechtigkeit für alle Bürgerinnen
und Bürger herzustellen. Soziale Ausgrenzung dürfe in der Gesellschaft
keinen Platz haben. Während seiner Präsidentschaft möchte Stadler vor
allem den Blick schärfen für die Bedürfnisse von ­Familien: „So lange Kinder in Deutschland ein Armutsrisiko sind, gibt es in der bundesdeutschen
Arbeits- und Familienpolitik noch viel zu tun.“

Stellungnahmen 07. Januar 2013: Stellungnahme der BAGFW zum Referentenentwurf des BMAS vom 04.12.2012 zum Dritten Gesetz zur Änderung des Asylbewerberleistungsgesetzes – 01. Februar 2013: Stellungnahme der BAGFW zum Entwurf eines Gesetzes zur Förderung der Prävention – 19. Februar 2013: Stellungnahme der BAGFW zum Entwurf des Nationalen Reformprogramms 2013 – 26. Februar 2013: BAGFW-Schreiben

Einleitung

5

Das Politische Jahr
Geprägt war das Jahr durch die zu Ende gehende Legislaturpe­
riode und den Bundestagswahlkampf. Dies spiegelt sich auch in
einer vergleichsweise niedrigen Zahl von Stellungnahmen der
BAGFW  im zurückliegenden Jahr wider. Die Bundespolitik hatte
sich ab Juni mehr oder weniger abgemeldet und in Folge der
langen Koalitionsverhandlungen kam es in 2013 auch nicht mehr
zu einem wirklichen Neustart der Bundesregierung.

Zum Abschluss der Legislaturperiode wurde
auch diesmal ein Bericht über die inhaltlichen
Debatten und Erfolge des Sozialmonitorings
erarbeitet. Dieser gemeinsame Prozess mit der
Bundesregierung – unter Federführung des
Parlamentarischen Staatssekretärs im BMAS
Hans-Joachim Fuchtel – versucht, nicht beab­
sichtigte negative Folgen von Regulierungen im
Sozialbereich zu identifizieren und nach Mög­
lichkeit zu beheben. Die Vielzahl der erfolgten
Anpassungen im Gefolge dieser Diskussionen
ist Ausweis eines beachtlichen Erfolges.
 
Die BAGFW hat trotz der auslaufenden Legisla­
turperiode ihre Kernthemen weiter bearbeitet
und in zahlreichen Gesprächen mit Politikern
aller Parteien und anderen gesellschaftlichen
Akteuren vorangebracht. Besonders zu erwäh­
nen ist das Gespräch mit der Bundeskanzlerin
am 29. April 2013 und ferner die Gespräche mit
den Bundesministern Altmaier, Bahr, Friedrich,
von der Leyen und Schröder.
 
Speziell für die Bundestagswahl hat die BAGFW
zu den wichtigen Themenfeldern eigene Posi­
tionspapiere erarbeitet und daraus später noch

einmal Kernforderungen destilliert und diese in
die Politik eingespeist.
 
Ganz vorne auf der Themenliste standen dabei
nach wie vor die Pflege und die Dringlichkeit
einer weiteren Reform in diesem Bereich.
Dabei gilt es nunmehr den mühsam erarbei­
teten Pflegebedürftigkeitsbegriff in der Praxis
umzusetzen und finanziell zu unterlegen. Die
BAGFW setzt sich dabei für eine schnelle und
umfassende Umsetzung ein. Weitergegangen
ist auch die Diskussion um mehr Transparenz
in der Pflege und die weitere Anpassung der
Pflegetransparenzvereinbarung.
 
Auch in 2013 lag die Geschäftsführung der
Schiedsstelle „Qualitätssicherung in der Pflege“
bei der BAGFW. Zwei Schiedstellenverfahren
konnten zum Abschluss gebracht werden, die
allerdings allenfalls Verbesserungen im Detail
gebracht haben. Der angestrebte Systemwech­
sel zu einer ergebnisorientieren Qualitätssiche­
rung wurde mit Nachdruck weiterbetrieben,
konnte aber bisher keinen Durchbruch erzielen.
Auch an dem von der Ombudsfrau für Bürokra­
tieabbau in der Pflege, Frau Elisabeth Beikirch,

an die Mitglieder des Finanzausschusses des Deutschen Bundestages zum Entwurf eines Gesetzes zur Unterstützung der Amtshilferichtlinie sowie
zur Änderung steuerlicher Vorschriften (Amtshilferichtlinie-Umsetzungsgesetz – AmtshilfeRLUmsG) – 13. März 2013: Stellungnahme der BAGFW
zur Beendigung des ESF-Bundesprogramms zur arbeitsmarktlichen Unterstützung für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge mit Zugang zum Arbeits-

6

Das Politische Jahr

Auf Einladung und organisiert durch die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland bereiste die
BAGFW Mitgliederversammlung vom 2. – 7. Juni Israel.

gesteuerten Prozess einer Überarbeitung und
Fokussierung der Dokumentationsanforderun­
gen in der Pflege hat die BAGFW aktiv beglei­
tet. Es zeichnet sich hier ein breiter Konsens
aller Beteiligten hinsichtlich einer deutlichen
„Bürokratieersparnis“ ab.
 
An einem Pilotprojekt des Bundeswirtschafts­
ministers zur Anwerbung von vietnamesischen
Fachkräften für eine weitere Ausbildung und
Tätigkeit im Pflegebereich in Deutschland hat
sich die BAGFW aktiv beteiligt. Etwa 60 der 100
Teilnehmenden aus Vietnam sind inzwischen
in Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege
untergebracht.
 
Von großer Bedeutung für die Gesundheitspo­
litik der Verbände sind die Überlegungen zu
einer Neuausrichtung der Prävention, wobei
das Verständnis der BAGFW von Prävention in
der Regel deutlich über das der verantwort­
lichen Politiker hinausgeht. Der Ansatz der
BAGFW reicht entschieden über den reinen Ge­
sundheitsbezug hinaus in Richtung auf umfas­
sendere Perspektive, die auch gesellschaftliche
Faktoren mit einbezieht.
 
Im Bereich Arbeitsmarktpolitik hat sich die
BAGFW erneut und verstärkt für die Einrich­
tung eines öffentlichgeförderten sozialen
Arbeitsmarktes eingesetzt. Die Befürchtungen
aus der letzten Instrumentenreform haben sich
leider weitgehend bewahrheitet: Es bleibt eine
Gruppe von Langzeitarbeitslosen im Hartz-IV-­
Bezug, denen nicht mit der erforderlichen
Nachhaltigkeit Unterstützung zu teil wird, um
wieder in den Arbeitsmarkt zurückzukehren.
Hier müssten längerfristig orientierte Förder­
programme im Rahmen einer öffentlich ge­

förderten Beschäftigung ansetzen. Die Erfolge
solcher Programme sind bekannt.
 
In der Behindertenpolitik geht es weiterhin
um die Umsetzung der Behindertenrechtskon­
vention der Vereinten Nationen, was sich in
zunehmendem Maße in Richtung auf ein Bun­
desleistungsgesetz zuspitzte. Die Reform der
Eingliederungshilfe und eine entsprechende
Positionierung der BAGFW dazu, war von daher
ein wesentlicher Arbeitsschwerpunkt.
 
An einem Runden Tisch des Bundesumweltmi­
nisteriums „Stromsparinitiative“ hat sich die
BAGFW mit Vorschlägen zur Sozialverträglich­
keit der Energiewende eingebracht. Dies war
auch das Hauptthema in einem Gespräch mit
dem Umweltminister.
 
Weitere strategische Themen der BAGFW ohne
unmittelbaren tagespolitischen Bezug waren
die weitere Verfolgung eines stärker sozial­
raumorientierten Ansatzes der sozialen Arbeit,
das Innovationsthema und Fragen der Wirkung
sozialer Arbeit.
 
Bei der Frage einer stärkeren Sozialraumorien­
tierung geht es darum, den besonderen Vorteil
der Freien Wohlfahrtspflege, der in ihrer
Verankerung in ungezählten Einrichtungen
und Diensten vor Ort besteht, in eine stärkere
Ausrichtung an einer gemeinsamen lokalen
Dienstleistungserbringung einzubringen. Mehr
als andere Akteure vor Ort hat die Freie Wohl­
fahrtspflege gemeinsam mit den Kommunen
eine Verpflichtung, entsprechende Prozesse
anzustoßen und zu forcieren. Auch im Rahmen
eines Workshops konnte die Positionierung der
BAGFW in diesem Bereich geschärft werden.

markt – 18. März 2013: Stellungnahme der BAGFW zum Entwurf eines Gesetzes zur Beseitigung sozialer Überforderung bei Beitragsschulden in
der Krankenversicherung – 19. März 2013: Publikation Arbeiten und an der Gesellschaft teilhaben – Wege aus verfestigter Langzeitarbeitslosigkeit
– 22. März 2013: Stellungnahme der BAGFW zum Referentenentwurf des BMG zur Verordnung zur Änderung der Pflegestatistik-Verordnung – 04.

Das Politische Jahr

7

 Im Bereich sozialer Innovationen stand die
Frage­nach den Rahmenbedingungen und Vo­
raussetzungen für Innovationen innerhalb der
Freien Wohlfahrtspflege selbst im Vordergrund.
Mehr dazu lesen sie auf Seite 15.
 
Auf Fragen einer stärkeren Wirkungsorientie­
rung der sozialen Arbeit hat sich die BAGFW
im zurückliegenden Jahr verstärkt eingestellt.
Dies resultierte zum einen aus der begleitenden
Zusammenarbeit mit dem „Social Reporting
Standard – Konsortium“ aber auch aus der Fort­
führung früherer Überlegungen zur volkswirt­
schaftlichen Bedeutung der Freien Wohlfahrts­
pflege. In den umfassenden Diskurs zu dieser
Thematik wurde auch erneut das Centrum für
soziale Investitionen und Innovationen (CSI)
einbezogen, um ggf. mit einer weiteren Studie
zunächst zur Methodik der Wirkungserfassung
weitere Erkenntnisse beizusteuern.
 
Erfreulicherweise konnte auch ein langer Dis­
kussionsprozess über ein Strategiepapier der
BAGFW zum bürgerschaftlichen Engagement
zu einem positiven Abschluss gebracht werden.
Die Kampagne „Profis für die Kita“, gefördert
vom BMFSFJ, wurde von den Verbänden der
BAGFW in Kooperation mit dem Runden Tisch
der Berufsverbände weitergeführt. Es wurden
Folder zu den Themen Quer- und Wiederein­
stieg in den Erzieherinnenberuf entwickelt und
verbreitet, um gezielt Menschen für den Beruf
des Erziehers/der Erzieherin zu werben. Mit der
Fachveranstaltung „Quergedacht – Profis für
die Kita“ am 9. September 2013 hat die BAGFW
die bisherigen Ergebnisse der Kampagne
fachöffentlich diskutiert und weitere Schritte
erarbeitet.

Im Diskussionsprozess um die „Weiterent­
wicklung der Hilfen zur Erziehung“ hat sich
die BAGFW sowohl im Rahmen einer von den
Ländern eingesetzten „Koordinierungsgruppe“
unmittelbar als auch mit einer Stellungnahme
in den Prozess der Erarbeitung von Empfeh­
lungen für die JFMK eingebracht und positio­
niert. Mit diesem Prozess werden sich in dieser
Legislaturperiode die Verbände weiter intensiv
befassen müssen.
Ein besonderer Höhepunkt des Jahres war
die Reise der BAGFW-Mitgliederversammlung
nach Israel, die auf Einladung und organisiert
durch die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in
Deutschland, durchgeführt werden konnte. Da­
bei gab es sowohl einen intensiven Austausch
mit Vertretern der israelischen Regierung als
auch die Besichtigung verschiedener sozialer
Projekte in Israel und in den besetzten Gebie­
ten.
Im Juni veranstaltete die BAGFW gemeinsam
mit der Nomos Verlagsgesellschaft und der
Bank für Sozialwirtschaft den 8. Kongress der
Sozialwirtschaft unter dem Motto „Beschäf­
tigung innovativ gestalten“. Die zentralen
Fragen des Umgangs mit Mitarbeitenden in
Zeiten des Arbeitskräftemangels wurden in
mehreren Plenumsveranstaltungen und 7 Foren
eingehend erörtert. Inzwischen haben sich die
Veranstalter des Kongresses auch zu einem
eigenständigen Verein konstituiert.
 
Auch bei der ConSocial 2013 in Nürnberg war
die BAGFW mit einem Stand für ihre Wohl­
fahrtsmarken und mit einem Grußwort durch
Präsident Stadler vertreten. Bezüglich der Wohl­
fahrtsmarken gibt es noch einen Höhepunkt zu
erwähnen: Die Hochwasserbriefmarken!

April 2013: Stellungnahme der BAGFW zur „Verordnung zur Änderung des Ausländerbeschäftigungsrechts“ (BeschVO-E) des BMAS und des BMI –
10. April 2013: Stellungnahme der BAGFW anlässlich der Anhörung zu einem sozialen Arbeitsmarkt – 23. April 2013: Stellungnahme der BAGFW
zum Projekt „Integration verbindlicher machen – Integrationsvereinbarungen erproben“ – 02. Mai 2013: Stellungnahme der BAGFW zur Strate-

8

Das Politische Jahr

Im März hat die BAGFW gemeinsam mit dem Deutschen
Verein einen Parlamentarischen Abend veranstaltet, bei
dem als besonderer Gast der Präsident des Bundessozialgerichtes, Herr Peter Masuch, einen Vortrag gehalten
hat. Der Abend war gut besucht und bot eine Vielzahl
von Möglichkeiten für Gespräche und Kontakte in den
politischen und gesellschaftlichen Raum.

Das Bundesfinanzministerium hat sich nach
dem verheerenden Hochwasser im Frühjahr
2013 zur Herausgabe einer Zuschlagsmarke für
die Unterstützung der Betroffenen entschlos­
sen. Die BAGFW war der Destinatär und hat
sich an der Prozesssteuerung beteiligt.
 
Intern hat die BAGFW-Mitgliederversammlung
eine ausführliche und umfassende Debatte
über die Perspektiven der BAGFW und insbe­
sondere der BAGFW-Geschäftsstelle geführt,
die allerdings in 2013 noch nicht zu einem
Abschluss gebracht werden konnte, sondern im
nächsten Jahr fortgeführt werden soll. Be­
schlossen wurde ferner die Verschmelzung des
Vereins zur Förderung der Freien Wohlfahrts­
pflege e. V. mit dem BAGFW e. V., was einerseits
ein höheres Maß an Transparenz herstellt und
andererseits denbürokratischen Aufwand
innerhalb der BAGFW verringert.

pflege und insbesondere bei den Mitarbeiten­
den der Geschäftsstelle der BAGFW und in den
Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege
herzlich für die Unterstützung und das große
Engagement bedanken!

 
Der Präsident der BAGFW
Wolfgang Stadler

Das EU-Büro der BAGFW – im Zusammenspiel
mit den Vertretern der Spitzenverbände in
Brüssel und dem EU-Ausschuss – konnte sich
hier erfolgreich in die Gestaltung der nächsten
Förderperiode im Rahmen des Europäischen
Sozialfonds einbringen. Darüber hinaus ist es
gelungen, in stärkerem Maße als in der Vergan­
genheit, die besonderen Bedingungen des so­
zialrechtlichen Dreiecksverhältnisses als Grund­
lage der Daseinsvorsorge im sozialen Bereich in
Deutschland zu verankern. Diese Anerkennung
schlägt sich inzwischen auch im Rahmen der
allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung
(AGVO) in einem offiziellen Dokument der EU
nieder.
Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen
Partnern und Freunden der Freien Wohlfahrts­

gischen Sozialberichterstattung der Bundesregierung 2013 – 31. Mai 2013: Stellungnahme der BAGFW zur Anhörung am 05. Juni 2013 im Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung des Deutschen Bundestages – 12. Juni 2013: Stellungnahme der BAGFW zum Entwurf der Charta
des Runden Tisches „Die Stromsparinitiative“ – 12. Juni 2013: Konsenspapier der BAGFW und des Bundesverbandes Medizintechnologie e.V. zur

Das Politische Jahr

9

Freie Wohlfahrtspflege
Wir sind für Menschen da –
­unabhängig von ihrer Herkunft,
Religion und Weltanschauung
Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien
Wohlfahrtspflege (BAGFW) ist die gemeinsame
Stimme der sechs Spitzenverbände der Freien
Wohlfahrtspflege in Deutschland. Die Arbeiter­
wohlfahrt, der Deutsche Caritasverband, das
Deutsche Rote Kreuz, der Deutsche Paritätische
Wohlfahrtsverband, Diakonie Deutschland Evan­
gelischer Bundesverband und die Zentralwohl­
fahrtsstelle der Juden in Deutschland wurzeln in
unterschiedlichen Religionen und Weltanschau­
ungen. Die in der Bundesarbeitsgemeinschaft
der Freien Wohlfahrtspflege zusammenarbei­
tenden sechs Spitzenverbände verleihen dem
Anliegen Gehör, das sie eint: der Sorge für alle
Menschen, die Hilfe benötigen.

Der federführende Verband ist mit einer Viel­
zahl von Aufgaben und Zuständigkeiten eng
mit der Geschäftsstelle der BAGFW verbunden.
Er nimmt hier Steuerungsfunktionen wahr.
Insbesondere hat der Federführer auch Zugriff
auf die Führungspositionen in den Fachaus­
schüssen, in denen die inhaltlichen Positionen
der BAGFW erarbeitet werden. Diese Rege­
lung erlaubt eine einheitliche und stringente
Führung der BAGFW durch den federführenden
Verband.

Versorgung mit aufsaugenden Inkontinenzartikeln in der stationären Altenpflege – 26. Juni 2013: Verordnung zur Feststellung der Vereinbarkeit
bestimmter Gruppen von Beihilfen mit dem Binnenmarkt in Anwendung der Artikel 107 und 108 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäi­
schen Union – 12. Juli 2013: Stellungnahme der BAGFW und AG SBV zum Vorschlag für eine Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates

10

Freie Wohlfahrtspflege

Präsidium:
Neuer Präsident wurde der Vorsitzende des Vorstandes der AWO, Herr Wolfgang Stadler (rechts).
Oberkirchenrat Johannes Stockmeier (mitte), wurde
neben Professor Dr. Rolf Rosenbrock (links), zum
Vizepräsidenten gewählt.

Gremien der BAGFW in 2013

Mehr zur Arbeit der
Fachausschüsse unter
www.bagfw.de.

Mitgliederversammlung
Vorsitz: Herr Stadler, AWO

Koordinierung und Verwaltung
der Förderanträge und -mittel

Stellv.: Herr OKR Stockmeier,
Diakonie Deutschland
Stellv.: Herr Prof. Dr. Rosenbrock,
Der PARITÄTISCHE

Ausschuss „Europa“
Vorsitz: Herr Bartels, AWO
Die Geschäftsstelle der BAGFW
koordiniert die Vorhaben und die
Beteiligung der Kommissionen

Finanzkommission
Vorsitz: Herr Lehrer, ZWST
Stellv.: Herr Millies, DCV

Sozialkommission I
Vorsitz: Frau Döcker, AWO
Stellv.: Frau Nagelschmidt, DRK

Sozialkommission II
Vorsitz: Frau Loheide,
Diakonie Deutschland
Stellv.: Herr Dr. Rock,
Der PARITÄTISCHE

Fachausschuss
„Gemeinnützigkeit und Steuern“
Vorsitz: Frau Dr. Wohlleber,
Diakonie Deutschland

Fachausschuss
„Altenhilfe“
Vorsitz: Herr Bölicke, AWO

Fachausschuss „Arbeitsmarktpolitik
und Grundsicherung“
Vorsitz: Frau Helbig, AWO

Fachausschuss
„Wohlfahrtsmarken“
Vorsitz: Herr Millies, DCV

Fachausschuss
„Behindertenpolitik“
Vorsitz:Frau Schuh, AWO

Fachausschuss „Kinder, Jugend,
Familie und Frauen“
Vorsitz: Herr Theißen, AWO

Fachausschuss
„Statistik“
Vorsitz: Herr Millies, DCV

Fachausschuss
„Gesundheitswesen“
Vorsitz: Frau Dr. Ludwig, AWO

Fachausschuss
„Migration und Integration“
Vorsitz: Herr Barth, AWO

Fachausschuss
„Vergaberecht“
Vorsitz: Herr Hesse, Der PARITÄTISCHE

Ausschuss
„Qualitätsmanagement“
Vorsitz: Herr Wittenius, AWO

Fachausschuss
„Bürgerschaft­liches Engagement
und Freiwilligendienste“
Vorsitz: Frau Rindt, AWO

Die Mitgliedschaft in den Gremien der

Arbeitsstab
„Sozialmonitoring““
Vorsitz: Frau Droste-Franke, AWO

BAGFW wird nicht vergütet und es werden
keine Aufwandsentschädigungen bezahlt.

Freie Wohlfahrtspflege

Stand: Dezember 2013

Ausschuss „GlücksSpirale bei der
BAGFW“
Vorsitz: Herr Lehrer, ZWST

11

Politische Gespräche
Politische Kommunikation ist die Kernauf­
gabe der BAGFW, die sie auf verschiedenen
Ebenen und in verschiedener Form wahr­
nimmt. Voraussetzung ist in jedem Fall die
Klärung und Abstimmung einer gemeinsa­
men Position. Die politischen Gesprächspart­
ner in Berlin reichen von der Bundeskanzlerin
über die Minister bis weit in die Ministerial­
bürokratie hinein. Im Deutschen Bundestag
sprechen wir mit den Abgeordneten und
ihren gewählten Funktionsträgern, aber na­

türlich auch mit den Parteien. Die Gespräche
werden auf den verschiedenen Ebenen der
BAGFW z.T. unter Beteiligung aller Verbände,
oft in kleineren Gruppen, gelegentlich aber
auch als „Vier-Augen-Gespräche“ geführt.
Die Geschäftsstelle stellt die Vorbereitung,
die Dokumentation und Verbreitung der
Ergebnisse sicher, damit mit den Gesprächser­
gebnissen weiter gearbeitet werden kann.

Ausgewählte Politische Gespräche
(Monatschronologie)

Foto: Bundesregierung

16.01.2013: Staatsministerin Prof. Dr. Maria
Böhmer, Beauftragte der Bundesregierung für
Migration, Flüchtlinge und Integration. Dabei
wurde über Integrationsvereinbarungen als Instrument einer Willkommens-Kultur, über das Asylbewerberleistungsgesetz, dessen Abschaffung die
Verbände schon seit langem fordern und über die
Mobilität von EU-Bürgern aus Süd- und Osteuropa
gesprochen.

Beim Gespräch der Präsidenten und Vorsitzenden der Spitzenverbände der Freien
Wohlfahrtspflege mit der Bundeskanzlerin, Frau Dr. Angela Merkel, am 29.04.2013 im

20.02.2013: Bundesumweltminister Peter
Altmaier. Gegenstand des Gespräches waren die
sozialen Folgen der Energiewende, insbesondere
von Strompreiserhöhungen und Fragen der Nachhaltigkeit. Ferner ging es um die Beteiligung der
BAGFW an der Stromsparinitiative des BMU.

Bundeskanzleramt wurden die Themenfelder Instrumentenreform, Personal- und Fachkräftemangel und EU-Strukturfonds behandelt.

über die Vergleichbarkeit von Zahlungskontogebühren, den Wechsel von Zahlungskonten und den Zugang zu Zahlungskonten mit grundlegenden
Funktionen – 16. Oktober 2013: Kernforderungen der BAGFW an die Politik – 08. November 2013: Stellungnahme der BAGFW zum Entwurf der
Richtlinien des GKV-Spitzenverbandes über die Prüfung der in Pflegeeinrichtungen erbrachten Leistungen und deren Qualität nach § 114 SGB XI

12

Politische Gespräche

14.03.2013: SPD-Abgeordnete und Vorsitzende
des Gesundheitsausschusses des Deutschen
Bundestages, Frau Dr. Carola Reimann. Dabei
ging es um die Erwartungen an die 18. Legislatur­
periode aus Sicht der BAGFW. Dazu gehörten
insbesondere der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff,
Fragen der Pflegetransparenz und der Selbstverwaltung in der Pflege.
10.04.2013: Bundesministerin für Arbeit und
Soziales, Frau Dr. Ursula von der Leyen. In dem
Gespräch wurde das Thema Soziale Innovationen
und Freie Wohlfahrtspflege ebenso angesprochen,
wie die Reform der Eingliederungshilfe, der Fachkräftemangel und die Anwerbung von Arbeitskräften aus Drittstaaten sowie die weitere Entwicklung
der europäischen Strukturfonds.
16.05.2013: Parlamentarischer Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, BMAS. Es wurden
sog. „Kellergespräche“ zum „Girokonto für
Jedermann“geführt. Die BAGFW hält gesetzliche Maßnahmen in diesem Zusammenhang für
unumgänglich und forderte die Bundesregierung
auf, eine Initiative zur Schaffung eines Anspruchs
auf ein Girokonto für Jedermann zu ergreifen. Nur
so erhalten die Betroffenen einen ggf. gerichtlich
durchsetzbaren Anspruch, der ihnen die Teilhabe am
bargeldlosen Zahlungsverkehr ermöglicht.
11.06.2013: Dieter Hackler, als Abteilungsleiter
im BMFSFJ. Herr Hackler ist im BMFSFJ für alte
Menschen und die Freie Wohlfahrtspflege zuständig. So finden über das ganze Jahr kontinuierlich
Gespräche statt. An dieser Stelle ging es um die
geplante gemeinsame Kampagne im Rahmen der
Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive.

16.08.2013: Dr. Gibis und Kollegen von der
Kassenärztlichen Bundesvereinigung über
gemeinsame Modellvorhaben nach § 63 SGB V.
Solche Vorhaben sollen der Weiterentwicklung der
Verfahrens-, Organisations-, Finanzierungs- und
Vergütungsformen der Leistungserbringung dienen.
Im Kern geht es dabei um die Verbesserung der
Zusammenarbeit zwischen Medizinern und Pflegekräften zum Wohl der Patienten.
05.09.2013: Gernot Kiefer, Vorstand des
GKV-Spitzenverbandes zur Umstellung der
Pflegetransparenzvereinbarung auf Indikatoren der
Ergebnisqualität. Als Partner in der gemeinsamen
Selbstverwaltung lassen sich Fortschritte in der Pflege nur gemeinsam mit den Pflegekassen erreichen.
15.10.2013: Beauftragter der Bundesregierung
für die Belange behinderter Menschen, Hubert
Hüppe. In dem Gespräch ging es um den Umgang
mit Leiharbeitskräften in Einrichtungen der Freien
Wohlfahrtspflege und damit verbundene Fragen
eines wertgebundenen Unternehmertums. Hauptthemen waren Fragen der Inklusion und die Reform
der Eingliederungshilfe.
11.11.2013: Dr. Martin Schölkopf, Unterabteilungsleiter für Pflege im BMG. Gegenstände des Gespräches waren der Beirat zum neuen
Pflegebedürftigkeitsbegriff, die Messung von
Ergebnisqualität in der stationären Altenhilfe, der
Bürokratieabbau in der Pflege, die Probleme mit der
Zeitvergütung und schließlich die Reform der Selbstverwaltungsstrukturen im Pflegebereich.

(Qualitätsprüfungs-Richtlinien – QPR) vom 11.10.2013 – 10. Dezember 2013: Eckpunkte zu einem Bundesleistungsgesetz zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen – 13. Dezember 2013: Anmerkungen und Hinweise der BAGFW zur Fortschreibung des Nationalen Reformprogramms
und des Nationalen Sozialberichts 2014 – 13. Dezember 2013: Stellungnahme der BAGFW zur Vereinbarung nach § 119b Abs. 2 SGB V (Anlage

Politische Gespräche

13

Tradition und Innovation
in der Freien Wohlfahrtspflege
Die Freie Wohlfahrtspflege wirkt auf eine solidarische,
gerechte, inklusive Gesellschaft hin. Sie ist in diesem
Sinne sozialpolitischer Anwalt und unterstützt Men­
schen in schwierigen Lebenslagen durch vielfältige
Angebote. Sie kommt dieser Aufgabe in komplexen

Nutzer und Nutzerinnen ihre Einrichtungen
und Dienste in Anspruch nehmen. Gerade die
Betroffenen selbst, die auf die sozialen Dienst­
leistungen zurückgreifen, geben z.B. im Rah­
men von Klientenbefragungen oder Beiräten
wertvolle Impulse für Innovationen.

verbandlichen und unternehmerischen Strukturen
nach.

Qualifizierung, finanzielle Förderung, Fachbe­
ratung sowie die Ermöglichung von Austausch
und Diskussion, sind Innovationsaktivitäten, die
systematisch und nachhaltig in die Arbeitspro­
zesse eingebunden sind.
Die dezentralen Strukturen der Spitzenver­
bände sind für eine gewinnbringende Vernet­
zung lokaler und regionaler Projekte hilfreich.
Gleichzeitig können gute Ideen mithilfe der
spezifischen Strukturen bundesweit übertragen
werden.

Seit ihrer Entstehung haben die Spitzenverbän­
de der Freien Wohlfahrtspflege für ungezählte
„Innovateure“ die strukturellen Voraussetzun­
gen geschaffen, um neue Ideen zur Lösung
eines gesellschaftlichen Problems zu entwickeln
und umzusetzen. Das derzeitige Dienstleis­
tungsspektrum ist damit das Ergebnis vielfäl­
tigster Innovationen, die aus der praktischen
Arbeit heraus entwickelt wurden und über
Jahrzehnte in sie eingeflossen sind. Die Freie
Wohlfahrtspflege blickt daher auf eine lange
Tradition sozialer Innovationen zurück.

Innovationen in der Freien Wohl­
fahrtspflege
Die entscheidende Frage zur Beurteilung der
Qualität einer sozialen Innovation ist die Frage
nach Ihrer Wirkung im Hinblick auf die bessere
Bewältigung einer sozialen Herausforderung
im Interesse der Betroffenen.
Die Spitzenverbände legen großen Wert auf
eine breite Partizipation aller Beteiligten bei
der Weiterentwicklung ihrer Angebote. Sie nut­
zen gezielt das Engagement der vielen hauptund ehrenamtlichen Mitarbeitenden und deren
Nähe zu den hilfesuchenden Menschen, die als

Instrumente zur Förderung von
Innovation
Das gemeinsame Ziel der Freien Wohlfahrts­
pflege ist es, die Breite und die Vielfalt sozialer
Innovationen in ihren Reihen insgesamt weiter
zu fördern und dies stärker als bisher zu syste­
matisieren.
Damit Organisationen innovationsfreundlich
sind, müssen sie Freiräume schaffen, konfliktund netzwerkfähig sein und eine gewisse Be­
reitschaft zum Risiko haben. Dies muss auf allen
Ebenen gepflegt werden.
Die Spitzenverbände arbeiten untereinander
und mit anderen Organisationen an diesem
Thema eng zusammen. Mögliche Kooperations­
partner sind neben den politischen Akteuren,
weitere Sozialverbände, Verbraucher- und
Selbsthilfeorganisationen aber auch Fachver­

27) zwischen der KBV und dem GKV-Spitzenverband – 17. Dezember 2013: BAGFW-Strategiepapier Bürgerschaftliches Engagement als Aufgabe
der Freien Wohlfahrtspflege Pressemeldungen 8. Januar 2013: Neuer BAGFW-Präsident Wolfgang Stadler – 5. Februar 2013: Übergabe der
Wohlfahrtsmarkenserie „Blühende Bäume“ an den Bundespräsidenten – 20. Februar 2013: Geriatrische Rehabilitation der Freien Wohlfahrtspfle­

14

Tradition und Innovation

bände und Unternehmen der Sozialwirtschaft
oder auch geeignete (Sozial-)Unternehmen.
Die Freie Wohlfahrtspflege kann durch ihr
Know-how und ihre umfassende Infrastruktur
nicht nur eigene, sondern auch die Ideen ex­
terner Sozialunternehmen unterstützen und zu
ihrer Verbreitung beitragen.

Notwendige Rahmenbedingungen
für Innovationen
Für die nachhaltige Förderung sozialer Inno­
vationen müssen über die verbandsinternen
Veränderungen hinaus auch die entsprechen­
den externen Rahmenbedingungen verbessert
werden. Reformbedarf sieht die Freie Wohl­
fahrtspflege im Zuwendungs-, Beihilfen- und
Steuerrecht, die in ihrer derzeitigen Form
teilweise innovationshemmend wirken.

reiner Preiswettbewerb innovationsschädigend
ist. Innovationsförderlich ist demgegenüber ein
offen gestaltetes sozialrechtliches Dreiecksver­
hältnis zwischen Leistungsträgern, Leistungs­
erbringern und Nutzer/innen, das den Nutzer/
innen Wunsch- und Wahlrechte sichert, eine
flexible Leistungserbringung seitens der Träger
ermöglicht und damit Spielräume für Innovati­
on schafft.
Die BAGFW veröffentlichte ein Positionspapier mit Forderungen für einen
kontinuierlichen Innovationsprozess. Nur
so kann den sich ständig verändernden
Position Paper:

Social innovations
in the non-statutory
welfare organisations
in germany

Lebensbedingungen von Menschen und
den daraus resultierenden Herausforderungen Rechnung getragen werden.
Die Spitzenverbände wollen sich aktiv
in einen bundesweiten Diskurs zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für

Die Freie Wohlfahrtspflege setzt sich für einen
Wettbewerb ein, der maßgeblich über die
Qualität der angebotenen Leistungen und nicht
nur über den Preis ausgetragen wird, da ein

soziale Innovationen einbringen.

Position of the BAGFW

Das Centrum für soziale Investitionen
und Innovationen an der Universität
Heidelberg (CSI) hat dazu eine Studie
im Auftrag der BAGFW erstellt, die ein
sehr differenziertes und umfassendes
Bild von der Innovationskraft der Freien
Wohlfahrtspflege zeichnet. An den öffentlichen Debatten die auch von Seiten

Soziale Innovationen in den Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege Strukturen, Prozesse und Zukunftsperspektiven
Eine Studie des Centrums für soziale Investitionen und Innovationen,
Universität Heidelberg (CSI)
Im Auftrag der BAGFW, Berlin 2013

des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vorangetrieben
wurden, hat sich die BAGFW intensiv
beteiligt.

Mit Unterstützung des

Beide Veröffentlichungen ­
sind unter ­Publikationen auf
www.bagfw.de

­www.bagfw.de einsehbar.

ge überzeugt auch Patientenbeauftragten – 20. Februar 2013: BAGFW Statement zur Initiative „Qualitätsleitbild für Deutschland“ Vision einer
Lebensqualität für alle umsetzen – 19. März 2013: Broschüre „Arbeiten und an der Gesellschaft teilhaben – Wege aus verfestigter Langzeitarbeitslosigkeit“ – 21. März 2013: Verbesserungspotentiale beim Antragsverfahren der Kranken- und Pflegekassen: Erste Schritte zum Wohle der Pfle­

in der Freien Wohlfahrtspflege

15

2013
Politische Gespräche wurden unter anderem mit folgenden Personen und Gruppen geführt:
Prof. Dr. Maria Böhmer, MdB, Staatsministerin, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Elisabeth
Beikirch, Ombudsfrau zur Entbürokratisierung in der Pflege Peter Altmaier, MdB, Bundesumweltminister, Wolfgang Zöller, Beauftragter
der Bundesregierung für die Belange der Patienten, Carola Reimann, MdB, Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundes­
tages, Dr. Rainer Hess, Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses a.D., Dr. Kristina Schröder, MdB, Bundesministerin für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Ursula von der Leyen, MdB, Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Bernd Meurer, Vorsitzender des
bpa, Dr. Hans Peter Friedrich, MdB, Bundesinnenminister, Dr. Angela Merkel, MdB, Bundeskanzlerin, Daniel Bahr, MdB, Bundesgesund­
heitsminister, Hans-Joachim Fuchtel, MdB, Parlamentarischer Staatssekretär im BMAS Dieter Hackler, Abteilungsleiter, BMFSFJ, Jürgen

Goecke, Geschäftsführer der Bundesagentur für Arbeit, Gernot Kiefer, Vorstand GKV-Spitzenverband, Heinrich Alt, Vorstand Bundesagen­
tur für Arbeit, Hubert Hüppe, Bundesbeauftragter für die Belange behinderter Menschen, Reinhard Busch, Referatsleiter, BMI, Christina

Ramb, Abteilungsleiterin, BDA, Dr. Martin Schölkopf, Unterabteilungsleiter, BMG, Gespräche mit den Landes-Ligen der Freien Wohl-

fahrtspflege. BAGFW-Veranstaltungen 13. Januar Begleitkreis Transparenzgutachten zur „volkswirtschaftlichen Bedeutung der
Freien Wohlfahrtspflege“, Berlin, 15. Januar Informationsgespräch mit den BAGFW-FA-Vorsitzenden, Berlin, 7. Februar Workshop Bürger­
schaftliches Engagement, Berlin, 5. März Beiratssitzung des Projektes „Wie misst man Teilhabe in der Eingliederungshilfe?“, Berlin, 13. März
Begleitkreis CSI-Studie zu Sozialen Innovationen, Berlin, 14. Mai Parlamentarisches Frühstück, Berlin, 28. Mai Präventionstagung, Berlin, 2.

bis 9. Juni Israel-Reise der BAGFW Mitgliederversammlung, 10. Juni Sozialmonitoring, Berlin, 12. bis 14. Juni Kongress der Sozialwirtschaft,
Magdeburg, 17. Juni Fachtagung „Wie misst man Teilhabe in der Eingliederungshilfe?“, Berlin, 26. Juni Workshop „Sozialraum als Ort der
Teilhabe“, Berlin, 16. Juli Einrichtungsbesuch mit Daniel Bahr, Bundesgesundheitsminister in Münster, 9. August Workshop „Bürgerschaftli­
ches Engagement“, Berlin, 27. August Workshop „Soziale Innovationen“, Berlin, 10. Oktober Fachtagung „Betreuungsrecht“, Kassel, 4. De-

zember Deutscher Sozialpreis, Berlin, 12. Dezember Gespräch mit den Landes-Ligen der Freien Wohlfahrtspflege

Veranstaltungen

mit aktiver BAGFW-Beteiligung 9. bis 10. Januar Berliner Demografie Forum, Berlin,10. bis 11. Januar Bündnis für Gemein­

16

2013

nützigkeit, Klausurtagung, Genshagen, 16. Januar Steuerungskreis Deutscher Engagementpreis, Berlin, 21. Januar Workshop „Ökologische
Gerechtigkeit vs. Sozialpolitik?“, Berlin, 24. Januar Workshop „Qualitätsentwicklung in der Behindertenhilfe“, Berlin, 5. Februar Übergabe
der Wohlfahrtsmarken 2014, Berlin, 20. Februar Runder Tisch gegen Kindesmissbrauch, Berlin, 26. Februar Bündnis für Gemeinnützigkeit,
Berlin, 27. Februar Multistakeholderkonferenz des BMFSFJ zu Sozialen Innovationen, Berlin, 5. bis 7. März Kuratoriumssitzung der Con­
Sozial, München, 13. März Runder Tisch zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Gesundheitswesen, Berlin, 14. März Workshop des
BMWi, volkswirtschaftliche Bedeutung der Sozialwirtschaft“, Berlin, 18. März CDU/CSU-Fraktion, Probleme und Herausforderungen im SGB
II – Bilanz und Ausblick, Berlin, 18. bis 19. März Kommunalkongress der Bertelsmann Stiftung, Gemeinsam die Zukunft meistern! Zivilgesell­
schaft in Kommunen, Berlin, 19. März Parlamentarischer Abend mit dem Deutschen Verein, Berlin, 19. März Bündnis für Gemeinnützigkeit,

Berlin, 15. bis 16 April Liga Niedersachsen – Erfahrungsaustausch, Hannover, 17. April BMWi-Modellprojekt „Anwerbung von Pflegekräften
aus Viet­nam, Berlin, 24. April Kongress des Deutschen Städtetages, Frankfurt, 28. Mai Integrationsgipfel der Bundesregierung, Berlin, 5. bis

7. Juni Hauptstadtkongress, Berlin, 11. Juli Übergabe Hochwassermarken, Berlin, 4. Juli Runder Tisch Hospiz- und Palliativversorgung, Ber­
lin, 6. August Steuerungskreis zum Deutschen Engagementpreis, Berlin, 10. September Beirat, Zeitschrift „Sozialwirtschaft“, Frankfurt, 13.

September BMWi-Modellprojekt „Anwerbung von Pflegekräften aus Vietnam“, Berlin, 18. September Beirat, Entbürokratisierung in der
Pflege, BMG, Berlin, 31. Oktober Bündnis für Gemeinnützigkeit, Berlin, 6. bis 7. November ConSocial, Nürnberg, 8. November Netzwerk
Gemeinwohl, Berlin, 21. November Vorstand des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen, Berlin, 5. Dezember Verleihung Deutscher
Engagementpreis, Berlin

Veranstaltungen „rückenwind“

12. März „rückenwind“-Workshop zum Thema Mentoring-Pro­

gramme, 9. April Vier „rückenwind“-Projekte stellen sich bei der Messe Altenpflege 2013 in Nürnberg vor, 29. Mai „rückenwind“-Workshop
zum Thema Selbstevaluation für Projektleitungen, 31. Mai Veröffentlichung des „rückenwind“-Dossiers mit dem Titel „Berufsbegleitende
Qualifizierung“, 6. Juni „rückenwind“ stellt sich auf dem Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit vor, 13. bis 14. Juni „rückenwind“
präsentiert sich auf dem 8. Kongress der Sozialwirtschaft in Magdeburg, 3. Juli „rückenwind“-Workshop zum Thema Website und social
media, 18. Juli „rückenwind“-Workshop zum Thema Blended Learning, 7. August rückenwind“ veröffentlicht das Dossier „Frauen in Füh­
rungspositionen“, 7. Oktober Veröffentlichung des sechsten „rückenwind“-Dossiers mit dem Titel „Vielfalt nutzen“, 15. Oktober Gemein­
same Fachveranstaltung „Personalbindung in der Sozialwirtschaft“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und der ESF-Regiestelle.

­Veranstaltungen

QM 24. Januar Workshop Qualitätsentwicklung Behindertenhilfe, Berlin, 20. Februar Treffen mit der BGW zum

Thema MAAS-BGW, Hamburg, 25. Februar AG Career Day (HSK), Berlin, 18. März Gesamtkonferenz zur ZQP-Perspektivenwerkstatt, Ber­
lin, 19. März Arbeitskreis Behindertenhilfe und Psychiatrie: Präsentation Projektstand, Berlin, 16. Mai 1. Überwachungsaudit der BAGFW
Geschäftsstelle, Berlin, 17. Juni Fachtagung „Wie misst man Teilhabe in der Eingliederungshilfe?“, Berlin, 7. Juli Vortrag „Ergebnisqualität
– Konzept der Zukunft auf dem Weg?“, Berlin, 28. Oktober Vorstellung WmmT- Zwischenergebnisse, DRK AK Behindertenhilfe/Psychiatrie,
Berlin

2013

17

Gremienarbeit
Sozialkommission I
Vorsitz: Brigitte Döcker, AWO
Die Sozialkommission I bearbeitet Themen aus den
Themenbereichen Altenhilfe und Pflege, Behinder­
tenhilfe, Gesundheitswesen und Themen der Betreu­
ungsvereine. Der Ausschuss „Qualitätsmanagement“
arbeitet fachübergreifend als Querschnittsausschuss in
Zuordnung der Sozialkommission I.
Das Jahr 2013 stand politisch im Zeichen der
Bundestagswahl und der darauf folgenden
Regierungsbildung sowie Aushandlung des
Koalitionsvertrages. Die BAGFW erarbeitete in
allen Fachbereichen ihre Erwartungen an die
Bundespolitik in der 18. Legislaturperiode und
daraus abgeleitet politische Kernforderungen.
Sie formulierte für einige zentrale Felder der
Gesellschaftspolitik, in denen sie über langjäh­
rige Erfahrungen und Expertise verfügt, ihre
Erwartungen an die Bundespolitik. Die von der
BAGFW erarbeiteten Kernforderungen wurden
von den Fachausschüssen mit den Vorhaben aus
der Koalitionsvereinbarung abgeglichen und
analysiert. Die Sozialkommission I begleitete
diesen Prozess für die ihr zugeordneten Arbeits­
felder und wird auch ihre Arbeitsplanung daran
ausrichten.
Die Sozialkommission befasste sich traditionell
umfänglich mit dem Arbeitsfeld Pflege und
Qualitätssicherung. Die Pflege-Transparenzver­
einbarung, der sogenannte „Pflege-TÜV“, die
im Juni 2013 durch Schiedsspruch der Schieds­

stelle ­Qualitätssicherung in der Pflege an eini­
gen Stellen neu gefasst worden ist, ist nicht nur
weiter zu entwickeln, sondern es bedarf eines
Neuanfangs in der Qualitätsberichterstattung in
der Pflege. Dafür hat die BAGFW bereits 2006
eine erste Projektidee für mehr Transparenz
über die Leistungen und Qualität von Pflege­
einrichtungen entwickelt. Die Ergebnisse des
Projekts liegen seit 2011 vor, eine Umsetzung
scheiterte jedoch bisher am Widerstand der
Pflegekassen. Deshalb haben erste Träger der
Freien Wohlfahrtspflege mit der freiwilligen
Umsetzung begonnen, weitere werden folgen.
Die BAGFW-Verbände haben sich zum Ziel
gesetzt, die Umsetzung der Ergebnisse aus dem
sogenannten Wingenfeld-Projekt voranzutrei­
ben. So wurden in 2013 konkrete Projektideen
entwickelt, um die Umsetzung auch bundesweit
zu etablieren.
Parallel dazu wurden die Überlegungen der
BAGFW zum Status der Selbstverwaltung im
SGB XI analog der bereits bestehenden Regeln
im SGB V intensiviert, um in Zukunft zu ver­
bindlicheren Konfliktlösungsmechanismen zu
gelangen.
Wie bereits im letzten Jahr bildeten die Perso­
nalsituation und der Fachkräftemangel in den
Sozial- und Gesundheitsberufen einen weite­
ren Arbeitsschwerpunkt. Die Sozialkommissi­
on begleitete ein Modellvorhaben des BMWi
„Ausbildung von Arbeitskräften aus Vietnam
zu Altenpflegefachkräften“. Im Rahmen dieses
Pilotprojektes werden 100 vietnamesische
Bewerberinnen in Deutschland zu Pflegefach­
kräften ausgebildet. Dieses Pilotprojekt ist eines
von mehreren Projekten, die zum Ziel haben,
ausländische (Pflege-) Kräfte für den deutschen

gebedürftigen und ihrer Angehörigen – 21. März 2013: 8. Kongress der Sozialwirtschaft 2013 – 3. April 2013: Parlamentarischer Abend 2013 – 8.
Mai 2013: Boys’Day mit steigendem Angebot – 29. Mai 2013: „Netzwerk Gemeinwohl“ fordert Politik zum sektorübergreifenden Dialog auf – 5.
Juni 2013: startsocial – Herausragende Sozialprojekte ausgezeichnet – 11. Juni 2013: „Konstruktives und wichtiges Instrument“ Parlamentarischer

18

Gremienarbeit

Erfolgreiches Projekt zur Messung und Darstellung von Ergebnisqualität beeindruckte
Bundesgesundheitsminister. Spürbare Verbesserungen in der Pflege erkennbar
Am 23.07.2013 überzeugte sich Bundesge­
sundheitsminister Bahr bei einem Termin vor
Ort vom Erfolg eines Projekts des Diözesanca­
ritasverbandes Münster, ein Träger der Freien
Wohlfahrtspflege, in Zusammenarbeit mit
dem Institut für Pflegewissenschaft (IPW) der
Universität Bielefeld zur Qualitätsmessung
und –berichterstattung in der Pflege. Beson­
ders im Fokus stehen im Projekt die Auswir­
kungen im Alltag von Pflegeheimen. Basis
des Projekts sind die Ergebnisse des Bundes­
modellprojekts “Entwicklung und Erprobung
von Instrumenten zur Beurteilung der Ergebnisqua­
lität in der stationären Altenhilfe”, das gemeinsam
vom IPW und vom Institut für Sozialforschung und
Gesellschaftspolitik (ISG) in Köln durchgeführt und
vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) sowie
dem Bundesseniorenministerium (BMFSFJ) finanziert
wurde. Der Anstoß zu diesem Projekt kam ursprüng­

lich von der BAGFW, daher setzt diese sich auch für
eine künftige bundesweite Umsetzung ein und hat
dazu auch ein entsprechendes Konzept erarbeitet.
Im Rahmen des Projekts Ergebnisqualität Münster
(EQMS) des Diözesancaritasverbandes Münster mit
dem IPW wird das im Bundesmodellprojekt erarbei­
tete Verfahren nun bereits umgesetzt.

Arbeitsmarkt zu gewinnen. BAGFW-intern rich­
tete die Sozialkommission I gemeinsam mit der
Sozialkommission II eine Arbeitsgruppe ein, die
den Auftrag hat, eine Position zur Fachkräftesi­
cherung in den sozialen Berufen zu erarbeiten.

Ziel, Ausbildungszahlen und Beschäftigungsbe­
dingungen in der Altenpflege zu verbessern. Die
gemeinsame Kampagne der beteiligten Organi­
sationen und Verbände im Bereich der Pflege ist
wichtiger Bestandteil der Pflegeoffensive.

Im gleichen Kontext standen die Beratungen
zur Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive
des BMFSFJ, die die Spitzenverbände der Freien
Wohlfahrtspflege mit erarbeitet und unter­
zeichnet haben. Die Initiative will einen Beitrag
zur Fachkräftesicherung leisten und verfolgt das

Die Themen Prävention und Gesundheitsförde­
rung, Medizinische Rehabilitation, Zusammenar­
beit und Austausch der BAGFW mit der KBV und
der KZBV, das Betreuungsrecht, die Sozialraumo­
rientierung standen ebenso auf der Agenda der
Sozialkommission I wie die strategische Ausrich­

Staatssekretär im BMAS und Vertreter der Freien Wohlfahrtspflege ziehen positive Bilanz des Sozialmonitorings – 25. Juni 2013: Sonderbriefmarke­
„Hochwasserhilfe 2013“ – 25. Juni 2013: Positionierung im Europäischen Parlament – Hilfsfonds für die am stärksten von Armut betroffenen
Personen – 23. Juli 2013: Erfolgreiches Projekt zur Messung und Darstellung von Ergebnisqualität beeindruckte Bundesgesundheitsminister. –­

Gremienarbeit

19

Details und weitere
inhaltliche Ausführungen
zu den hier skizzierten
Arbeitsschwerpunkten

tung und Weiterentwicklung des Projektes „Wie
misst man Teilhabe in der Eingliederungshilfe?“,
über das im Detail an anderer Stelle dieses Be­
richtes informiert wird.

finden Sie auch in den
Berichten der Fachausschüsse im digitalen
Jahresbericht

Die Wirksamkeit der Dienstleistungen und
Hilfen aus der Perspektive der Nutzerinnen und
Nutzer soll auch in 2014 im Zentrum der Auf­
merksamkeit stehen.

Das vom Fachausschuss „Behindertenpolitik“ vorgeschlagene Format für intensivere politische Kontakte
wurde erstmals in 2013 erprobt. So fanden z. B. im
Rahmen eines politischen Frühstücks ressortübergreifende Gespräche mit Politikerinnen und Politikern zu
wichtigen behindertenpolitischen Fragen statt. Das Ziel,
die UN-Behindertenrechtskonvention in allen Bereichen
umzusetzen, steht im Mittelpunkt.
Nach langen zum Teil kontroversen Diskussionen konnte
auch das vom Fachausschuss „Behindertenpolitik“ erarbeitete Eckpunktepapier zu einem Bundesleistungsgesetz
zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen verabschiedet werden. Es wird als BAGFW-Position breit in die
politische Debatte eingebracht.
Veröffentlichung unter www.bagfw.de | publikationen

30. Juli 2013: BAGFW-Fachtagung: Quergedacht – Profis für die Kita! – 31. Juli 2013: Gemeinsames Positionspapier BAGFW und BVMed – 5. August
2013: Handlungsempfehlungen der Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer und der Jugendmigrationsdienste – 14. August 2013: DER
DEMOGRAFIEKONGRESS – Treffpunkt für Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft – 19. August 2013: BAGFW-Fachtagung: „Vom Betreuungsverein

20

Gremienarbeit

Sozialkommission II
Vorsitz: Maria Loheide, Diakonie Deutschland
Die Sozialkommission II bearbeitet in ihrer Zuständig­
keit Themen aus den Feldern Kinder, Jugend, Familie
und Frauen, Arbeitsmarktpolitik und Grundsicherung,
Migration und Integration sowie Bürgerschaftliches
Engagement und Freiwilligendienste.

Naturgemäß stand das Jahr 2013 politisch im
Zeichen der Bundestagswahl, der Regierungs­
bildung und der Auswertung des Koalitionsver­
trages. Die BAGFW erarbeitete ihre Erwartun­
gen an die Bundespolitik in der kommenden
Legislaturperiode und stellte politische Kern­
forderungen auf. Die von der BAGFW in den
jeweiligen Themenkomplexen erarbeiteten
Kernforderungen wurden von den Fachaus­
schüssen mit den Vorhaben aus der Koalitions­
vereinbarung abgeglichen und hinsichtlich der
daraus sich ergebenden Handlungsoptionen
analysiert. Ebenso wie die Sozialkommission
I in ihren Themenbereichen begleitete die
Sozialkommission II für die ihr zugeordneten
Arbeitsfelder diesen Prozess. Einer intensiveren
Analyse wurde der Koalitionsvertrag in einer
Klausurtagung der Sozialkommission II unter­
zogen, die in 2013 inhaltlich vorbereitet wurde
und zu Beginn des Jahres 2014 stattfand.
Wie im vergangenen Jahr bildete das Thema
„Soziale Innovationen“ mit allen Facetten
erneut einen Themenschwerpunkt. Die Freie
Wohlfahrtspflege begrüßt die verschiedenen

Aktivitäten der Bundesregierung sowie der
europäischen Institutionen, weil sie darin auch
eine Anerkennung ihrer Rolle für die Lösung
sozialer Herausforderungen und Problemlagen
sieht. Deshalb stand auch die enge Zusammen­
arbeitenden mit dem BMFSFJ hierzu im Fokus.
Es wurden Gespräche mit den zuständigen Mit­
arbeitenden des Ministeriums zu den weiteren
Plänen des BMFSFJ und der möglichen Zusam­
menarbeit in diesem Feld geführt. Das BMFSFJ
führte eine Multistakeholderkonferenz zur
Förderung von Innovation, Sozialunternehmen
und sozialen Unternehmen durch. Auf europä­
ischer Ebene ist ein Workshop der BAGFW zu
sozialem Unternehmertum in der Planung; die
Sozialkommission II begleitete diesen Prozess.
Die Sozialkommission II begleitete zudem die
Erstellung eines Gutachtens des CSI Heidelberg
zu sozialen Innovationen in der Freien Wohl­
fahrtspflege. Die Ergebnisse der Studie zeich­
nen ein differenziertes und hochkomplexes Bild
der Innovationspraxis, die stark von finanziellen
und regulatorischen Rahmenbedingungen
abhängt.
Im Dezember fand auch ein längerer Bera­
tungsprozess zum bürgerschaftlichen Engage­
ment als Aufgabe der Freien Wohlfahrtspflege
seinen vorläufigen Abschluss. Die besondere
Bedeutung des bürgerschaftlichen Engage­
ments für Selbstverständnis und Aufgaben­
wahrnehmung der Freien Wohlfahrtspflege, die
Rahmenbedingungen, veränderte Strukturen
und Angebote aber auch das Entwicklungspo­
tential und daraus sich ergebende Zukunftsstra­
tegien wurden im Papier der BAGFW behan­
delt. Die Mitglieder der Sozialkommission II
sowie des Fachausschusses „Bürgerschaftliches

zum Kompetenzzentrum“ – 18. September 2013: Schiedsspruch zur PTVS veröffentlicht – fachlich unfundierte Änderungsanträge fanden keine
Mehrheit – 15. Oktober 2013: Austausch des Präsidenten der BAGFW, Herr Wolfgang Stadler mit dem Beauftragten der Bundesregierung für die
Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe – 16. Oktober 2013: Kernforderungen der BAGFW an die Politik – 29. November 2013: ConSozial

Gremienarbeit

21

Einzelheiten zu den
erörterten Themen der
Fachausschüsse sind den
Dokumentationen im

Engagement und Freiwilligendienste“ legten
dieses Papier nach intensiven Beratungen der
Mitgliederversammlung zur Verabschiedung
vor.

digitalen Jahresbericht
zu entnehmen.

Die Sozialkommission II befasste sich zudem
mit der fachlichen Vorbereitung von politi­
schen Gesprächen und Veranstaltungen. Einen
Schwerpunkt bildete dabei die Vorbereitung
und Begleitung der Abschlussveranstaltung
zum Sozialmonitoring mit der Bundesre­
gierung. In einem mit der Bundesregierung
abgestimmten Abschlussbericht wurden die
Ergebnisse des Sozialmonitoring-Prozesses der
letzten Legislaturperiode dokumentiert und
bewertet. Traditionell nahmen auch die Ge­
spräche mit Vertretungen der Bundesagentur
für Arbeit breiten Raum in den Beratungen der
Sozialkommission ein. Der Austausch mit dem
Vorstand der Bundesagentur, Herrn Heinrich
Alt, findet regelmäßig zwei Mal im Jahr statt.
Daneben wurden Gesprächskontakte mit der
Fachebene intensiviert.

Arbeiten und an der Gesellschaft teilhaben –
Wege aus verfestigter Langzeitarbeitslosigkeit

Grundlegende Idee des Sozialen Arbeitsmarkts
ist es, Einfacharbeitsplätze für arbeitsmarktferne
Personen bei unterschiedlichen Arbeitgebern zu
erschließen. Arbeitgeber erhalten einen Lohnkostenzuschuss als längerfristigen finanziellen Ausgleich für die eingeschränkte Leistungsfähigkeit
dieser Personen. Die Beschäftigungen werden
mit individueller Begleitung unterstützt.
Das Papier steht unter
www.bagfw.de | publikationen zur Verfügung.

Auch für die weiteren politischen Gespräche
waren Leitfäden und Statements vorzuberei­
ten, so beispielsweise für das Gespräch mit
der Bundeskanzlerin, Frau Dr. Merkel, und der
Integrationsbeauftragten, Frau Staatsministerin
Prof. Böhmer.
Im Jahr 2013 wurden zudem wichtige Weichen
gestellt zur Installierung eines Partnerschafts­
programmes auf Bundesebene in der neuen
ESF-Förderperiode. Wenngleich die Bemühun­
gen im Wesentlichen erfolgreich waren, erfor­
derte dies zahlreiche Initiativen und Gespräche
u. a. mit dem BMAS und auf europäischer
Ebene.
Die Sozialkommission II hatte aufgrund der
Vielzahl ihrer Themenfelder ein breites Spekt­
rum auf der Agenda. So verabschiedete sie ein
Konzept für eine Handreichung der BAGFW
gegen Rechtsextremismus, gab eine Broschüre
des Fachausschusses „Arbeitsmarktpolitik und
Grundsicherung“ zum sozialen Arbeitsmarkt
für die politische Arbeit frei, stimmte gemein­
sam mit der Sozialkommission I einem Konzept
für ein Papier zum Inklusiven Arbeitsmarkt zu,
beriet zur Migrationsberatung für erwachsene
Zuwanderer, zum ergänzenden Hilfesystem bei
sexueller Gewalterfahrung, positionierte sich in
der Diskussion zur Steuerung und Weiterent­
wicklung der Hilfen zur Erziehung, befasste sich
mit dem Nationalen Sozialbericht und sprach
sich für eine fachübergreifende Arbeitsgrup­
pe aus, die den Auftrag hat, eine Position zur
Fachkräftesicherung in den sozialen Berufen zu
erarbeiten. Gemeinsam mit der Sozialkommis­
sion I begleitete sie die weiteren Arbeiten der
Arbeitsgruppe zum Themenschwerpunkt „Der
Sozialraum als Ort der Teilhabe“.

2013 – Soziales Unternehmen: Zwischen Grundsatz und Umsatz – 17. Dezember 2013: Eckpunkte zu einem Bundesleistungsgesetz zur Teilhabe
von Menschen mit Behinderungen – 17. Dezember 2013: Strategiepapier Bürgerschaftliches Engagement

– Meldungen QM

3. Januar 2013:

Pflegekongress 2013 – 20. Februar 2013: BAGFW Statement zur Initiative „Qualitätsleitbild für Deutschland“ Vision einer Lebensqualität für alle

22

Gremienarbeit

Finanzkommission
Vorsitz: Abraham Lehrer, ZWST
Die Rahmenbedingungen für die Finanzierung der Ar­
beit der Freien Wohlfahrtspflege standen wie gewohnt
im Zentrum der Tätigkeit der Finanzkommission. Die
Fachausschüsse „Gemeinnützigkeit und Steuern“,
„Wohlfahrtsmarken“, „Statistik“ und „Vergaberecht“,
arbeiteten unter dem Dach der Finanzkommission an
einem breiten Themenspektrum. Aus den Fachaus­
schüssen ist zugleich mindestens eine Person, in der
Regel der/die Vorsitzende, auch Mitglied in der Finanz­
kommission, so dass die Verzahnung zwischen den
Gremien sichergestellt werden kann. Allen Beteiligten
gebührt die Anerkennung unseres Vereins.

Inhaltliche Schwerpunkte
Die Arbeit war stark geprägt von Herausfor­
derungen, die im Zusammenhang mit der
Finanzierung der pädagogischen Begleitung im
Bundesfreiwilligendienst, der wirkungsorien­
tierten Berichterstattung, der gemeinnützigen
Sammlung von Altkleidern sowie den Auswir­
kungen des Beschlusses u. a. des Kammerge­
richtes Berlin vom 18.01.2011 zu der unterneh­
merischen Betätigung von Kindertagesstätten
in Form eines e. V. auftraten.
Die Absicherung tragfähiger Finanzierungs­
konzepte und einer stabilen, in die Zukunft
gerichteten finanziellen Ausstattung stellten

einen gewichtigen Teil der Arbeit der Finanz­
kommission dar.
Eine erste Einordnung und Bewertung des
Koalitionsvertrages gehörte ebenfalls zu den
besprochenen Themen.
Traditionell stand im Fokus der Finanzkommis­
sion auch 2013 die Finanzierung vielfältiger
Projekte der Freien Wohlfahrtspflege durch
Bundes- und Lotteriemittel. Hintergrund ist
die Sicherstellung der Förderung einer Vielzahl
sozialer Projekte durch Erträge aus den Sozial­
lotterien, wie beispielsweise der GlücksSpirale,
die im Zuge einer umfassenden Kommerziali­
sierung des Lotteriewesens in Deutschland stark
gefährdet ist.
Die zukünftige Organisation des alle zwei Jahre
durchgeführten Kongresses der Sozialwirtschaft
wird im Rahmen eines eigenständigen Vereins
„Kongress der Sozialwirtschaft e. V.“ vorge­
nommen.
Die Finanzkommission begleitete zudem
auftragsgemäß die Budgeterstellung für das
Jahr 2014, die laufende Bewirtschaftung des
Budgets 2013 sowie die Bestrebungen zur
qualitativen Verbesserung der grundlegenden
organisatorischen Strukturen von Verein und
Geschäftsstelle. Wie in jedem Jahr erörterte
die Finanzkommission auch die Ergebnisse der
Wirtschaftsprüfung des Jahresabschlusses 2012,
der mit einem uneingeschränkten Bestäti­
gungsvermerk versehen wurde.

umsetzen – 1. März 2013: MuG teilstationäre Pflege (Veröffentlichung der mit Schiedsspruch vom 10.12.12 festgesetzten Maßstäbe und Grund­
sätze) – 2. Mai 2013: „Wie misst man Teilhabe in der Eingliederungshilfe?“ Ankündigung der Fachtagung – 18. Juli 2013: Dokumentation der
BAGFW Fachtagung „Wie misst man Teilhabe in der Eingliederungshilfe?“ ist ab sofort online – 23. Juli 2013: Erfolgreiches Projekt zur M
­ essung

Gremienarbeit

23

Geschäftsstelle
Zu den Kernaufgaben der BAGFW-Geschäfts­
stelle gehören unter anderem die Beratung der
Mitgliederversammlung und der ihr zuarbei­
tenden Gremien, die Koordination und Unter­
stützung der Facharbeit, die Organisation von
politischen Gesprächen auf Bundesebene, die
Organisation und Durchführung von Veran­
staltungen, die Verwaltung der Fonds, Stif­
tungen, Lotteriemittel und des Sozialwerkes
Wohlfahrtsmarken sowie die Darstellung und
Kommunikation der Anliegen der Freien Wohl­
fahrtspflege in der Öffentlichkeit.
Es werden Parlamentarische Abende und Ge­
spräche mit Mitgliedern des Deutschen Bundes­
tages organisiert, Fachtagungen, Stellungnah­
men und Publikationen präsentiert.

schaft sind zwei Mitarbeiter beschäftigt.
Im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit
und Soziales (BMAS) und der sechs Spitzenver­
bände ist seit 2009 eine Regiestelle zur Umset­
zung des Partnerschaftsprogrammes „rücken­
wind“ bei der BAGFW angesiedelt. Hier waren
2013 drei Mitarbeitende beschäftigt.
In der Geschäftsstelle der BAGFW waren 2013
insgesamt teilweise bis zu 21 Mitarbeitende
beschäftigt.

Die BAGFW unterhält neben der Geschäftsstelle
in Berlin ein EU-Büro in Brüssel und die Abtei­
lung Wohlfahrtsmarken mit Standort Köln.
Im Projekt „Wie misst man Teilhabe in der Ein­
gliederungshilfe?“ ist ein Mitarbeiter tätig. Für
die Organisation des Kongresses der Sozialwirt­

und Darstellung von Ergebnisqualität beeindruckte Bundesgesundheitsminister. Spürbare Verbesserungen in der Pflege erkennbar – 18. Septem­
ber 2013: Schiedsspruch zur PTVS veröffentlicht – fachlich unfundierte Änderungsanträge fanden keine Mehrheit – 2. Dezember 2013: Qualitätssicherung Pflege II (Neue PTVS tritt am 1.1.14 in Kraft)

24

Geschäftsstelle
Jahresabschluss

Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e. V.
Präsident: Wolfgang Stadler
Vizepräsidenten: Oberkirchenrat Johannes Stockmeier, Prof. Dr. Rolf Rosenbrock

Geschäftsstelle
Geschäftsführer: Dr. Gerhard Timm
Sekretariat: Regina Klug, Julian Klein

Leiter:
Matthias König
Referentin:
Sarah Gutscher

Koordination
der Gremienarbeit
(Stellvertretende
Geschäftsführerin)
Referentin:
Sabina BombienTheilmann

Sachbearbeitung:
Daniela Zedel

Finanzreferat und
Innerbetriebliche
Organisation
Referentin:
Monika Archangelskij
Sachbearbeitung:
Therese Blechen
Birgit Lange

Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit

Arbeitsbereich
Qualitätsmanagement

Referentin:
Bettina Neuhaus

Referentin:
Eva-Maria Schneider

Sachbearbeitung:
Britt Kutscha

Sachbearbeitung:
Stefanie Schlieter
Aktion Mensch-Projekt
„Wie misst man
Teilhabe in der
­Eingliederungshilfe?“
Projektkoordinator:
Christoph Kraschl

Abteilung
Wohlfahrtsmarken Köln
Referentin:
Sigrid Forster
Sachbearbeitung:
Annette Mauermann
Anja Böhme

EU-Vertretung Brüssel
Leiter:
Ulrich Tiburcy
Referent:
Malte Lindenthal
Stand: Dezember 2013

ESF-Regiestelle

Jahresabschluss
Geschäftsstelle

25

Qualitätsleitbild für
Deutschland – Statement
der BAGFW
Im Januar 2013 veröffentlichte die BAGFW im
Rahmen der 2012 gestarteten Initiative „Qualitätsleitbild für Deutschland“ der Deutschen
Gesellschaft für Qualität
(DGQ) ihr Statement.
Die Wohlfahrtsverbände
verstehen sich darin als
Gemeinwohlagenturen
deren Entwicklungsfähigkeit dem Tempo gesellschaftlicher Wandlungsprozesse immer voraus
sein muss.

Qualitätsmanagement
Die Freie Wohlfahrtspflege als innovativer Gestalter und Mitgestalter von Qualitätsentwicklung in den Feldern der Sozialen Arbeit
Schwerpunkt des Arbeitsbereiches Qualitätsma­
nagement ist die Fokussierung auf die strate­
gische Bedeutung relevanter Qualitätsthemen
sowie die Vernetzung mit den jeweiligen
Fachebenen in Qualitätsfragen. Die Arbeit an
aktuellen gemeinsamen Qualitätsentwicklungs­
fragen wird durch den Arbeitsbereich Qualitäts­
management gefördert und unterstützt.
MAAS-BGW – Weiterentwicklung des BGW-An­
satzes für einen Arbeitsschutz integrierenden
QM-Ansatz
Im einem Treffen mit der Berufsgenossenschaft
für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege
(BGW) zur Weiterentwicklung des BGW-An­
satzes für einen integrierenden Arbeitsschutz
im Qualitätsmanagement wurden flexiblere
Formen der Umsetzung thematisiert, die auch
kleinen Trägern den Einstieg in einen Arbeits­
schutz, der im Qualitätsmanagement integriert
ist, ermöglichen soll. Perspektivisch will die
Freie Wohlfahrtspflege stärker in die Weiterent­
wicklung des Arbeitsschutz-Modells eingebun­
den werden.
QM-Modelle der BAGFW-Verbände im Bereich
der Kindertageseinrichtungen
Im Zusammenhang mit der Qualitätsdebatte in
der Kinderbetreuung und dem 10-Punkte- Pro­
gramm der Bundesfamilienministerin Kristina
Schröder „Kindertagesbetreuung 2013“ hat der
Ausschuss Qualitätsmanagement einen Ver­

26

Geschäftsstelle
Jahresabschluss

gleich der Qualitätskriterien, die den jeweiligen
QM-Modellen für Kitas der Wohlfahrtsverbän­
de zu Grunde liegen, vorgenommen. Ziel ist die
Feststellung der gemeinsamen Qualitätsgrund­
lagen der Verbände in diesem Arbeitsfeld. Die
Arbeiten werden 2014 fortgeführt.
Wirkungsorientierte Kennzahlen
Für das qualitätspolitische Grundlagenpapier
„Qualitätsziele der Wohlfahrtsverbände zur Er­
reichung ihrer spezifischen Dienstleistungsqua­
lität“ wurden beispielhaft wirkungsorientierte
Kennzahlen erarbeitet, die zu den unterschied­
lichen Qualitätsanforderungen Anregungen
zur Evaluation der Wirksamkeit des eigenen
Handelns geben sollen. Im Rahmen einer für
2014 geplanten Überarbeitung sollen diese
Kennzahlen eingearbeitet werden.
Mitarbeit beim Projekt „Ergebnisindikatoren
gestützte Qualitätsentwicklung und -siche­
rung“
Wie auch in den vergangenen Jahren bezog
sich ein weiterer Schwerpunkt des Arbeitsbe­
reiches Qualitätsmanagement auf den The­
menbereich Pflegequalität und damit auf die
Unterstützung und Vernetzung zum Arbeitsfeld
Altenhilfe.
Insbesondere wurde der Fachausschuss Alten­
hilfe im Rahmen der Vorbereitung und Vorstel­
lung des BAGFW/DPR-Konzeptes zur Ergeb­
nisqualität im Rahmen politischer Gespräche
unterstützt.

„Teilhabekiste“
Nach umfangreichen Informationsveranstaltungen
für die beteiligten Einrichtungen erfolgte eine erste
Erhebungswelle zur Generierung von Teilhabeindikatoren aus Nutzerperspektive. Die „Teilhabekiste“ ­mit
derzeit ca. 600 Teilhabe-Indikatoren ermöglicht, dass
Nutzer/innen ihre Teilhabe-Ziele selbstbestimmt(er)
definieren können. Mit einem eigens entwickelten
­Auswertungsverfahren kann dann der Umsetzungsgrad der Teilhabe-Ziele bei den Nutzerinnen und
Nutzern gemessen werden.

Qualitätsentwicklung und wirkungsorientierte
Steuerung in der Behindertenhilfe und Psychiatrie: Wie misst man Teilhabe in der Eingliede­
rungshilfe?
Das im Juni 2011 gestartete und von der Aktion
Mensch geförderte Projekt „Wie misst man Teil­
habe in der Eingliederungshilfe?“ hat sich zum
Ziel gesetzt, ein in der Praxis anwendbares In­
strument zu entwickeln, das eine wirkungsori­
entierte Bestimmung und Messung individuell
definierter Teilhabe aus Sicht der Nutzerinnen
und Nutzer in der Eingliederungshilfe ermög­
licht. Mit den Erkenntnissen des Projektes
möchte die BAGFW einen konstruktiven Beitrag
zur Umsetzung der UN-Konvention über die
Rechte von Menschen mit Behinderung leisten
und (mehr) Inklusion in Deutschland ermögli­
chen.

keit vorgestellt. Anhand einer Zwischenversion
des entwickelten Instrumentes wurden Wege
aufgezeigt, wie sich Teilhabe aus Nutzersicht
bestimmen und messen lässt. Auch wurden ers­
te Ergebnisse aus der Messung präsentiert, die
aufzeigen, wie Menschen mit Beeinträchtigun­
gen an der Gesellschaft teilhaben möchten und
in welchem Umfang sich ihre Vorstellungen von
Teilhabe im Rahmen der Eingliederungshilfe
umsetzen ließen.
Perspektivisch soll mit dem entwickelten Inst­
rument die Sichtweise der Betroffenen und das
Prinzip der Selbstwirksamkeit gestärkt werden.
Mit dem Projekt ist das Potential verbunden, als
Freie Wohlfahrtspflege ein innovatives Verfah­
ren zur Förderung von Inklusion und Teilhabe
in Deutschland zu etablieren.

Das Projekt wird unter Mitwirkung von 80
Nutzerinnen und Nutzern aus 21 Einrichtungen
in 11 deutschen Bundesländern umgesetzt. Als
Experten aus Erfahrung sind sie maßgeblich
an der Entwicklung und Erprobung der Indi­
katoren und des Instrumentes beteiligt. Die
wissenschaftliche Implementierung des Projek­
tes erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Institut
Personenzentrierte Hilfen GmbH/Hochschule
Fulda.
Weitere Informationen ­zum Projekt unter:

Am 17.06.2013 wurden bei der Fachtagung
„Wie misst man Teilhabe in der Eingliede­
rungshilfe? – Bestimmung von Indikatoren und
Entwicklung eines Instrumentes zur Messung
von Teilhabe aus Nutzerperspektive“ die Zwi­
schenergebnisse einer breiten Fachöffentlich­

www.bagfw-qualitaet.de/teilhabe-projekt

Jahresabschluss
Geschäftsstelle

27

Das Netzwerk Gemeinwohl präsentierte ein gemeinsames sektorenübergreifendes Papier zur Daseinsvorsorge
im Europäischen Parlament. Ziel war eine intensive
gesellschaftliche Diskussion um Teilhabe und soziale
Gerechtigkeit im Kontext der Europäischen Union. Für
die BAGFW skizzierte Prof. Dr. Cremer die Besonderheiten des Sozialrechtlichen Dreiecksverhältnisses und des
Subsidiaritätsprinzipes.

Europa
Weichen für die Zukunft – richtig gestellt?
Die EU-Mitgliedstaaten und das Europäische
­Parlament konnten sich in der zweiten Jahres­
hälfte von 2013 auf den zukünftigen EU-Haus­
halt für die Jahre 2014 – 2020 einigen, der die
Grundlage für die weitere Arbeit der EU, die
Finanzierung von Programmen und Projekten
bildet. Es konnten sich diejenigen durchsetzen,
die eine Kürzung und zielgerichtetere Nutzung
der Finanzmittel auf EU-Ebene befürworteten.
Viele soziale Organisationen betrachten diese
Einigung kritisch und mit Sorgen. Angesichts
des Fortbestands der Wirtschafts- und Finanz­
krise, den erforderlichen Maßnahmen zur
Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und
der Aufnahme Kroatiens als 28. Mitglied der
EU wird darin eine Einschränkung der europäi­
schen Handlungsfähigkeit gesehen. Europa soll
Lösungen bieten, ohne dass die entsprechenden
Finanzinstrumente ausreichend zur Verfügung
stehen.
Die Verordnungstexte zu den EU-Strukturfonds
wurden vom Europäischen Parlament im Novem­
ber sowie vom Rat im Dezember 2013 angenom­
men. Inhaltlich wurden die BAGFW-Anliegen
aufgenommen. Erstmals wurde sich auf einen
Mindestanteil für den Europäischen Sozialfonds
geeinigt sowie auf eine Bindung von mindestens
20 % der ESF-Mittel zur Reduzierung von Armut.
Außerdem wird nun der Partnerschaftsansatz
innerhalb der EU-Strukturfonds ausführlich
beschrieben und auch auf die Beteiligung der Zi­
vilgesellschaft bei der Ausarbeitung von Opera­

28

Geschäftsstelle

tionellen Programmen verwiesen. Dieser Erfolg
schafft eine klarere europäische Rechtsgrundla­
ge für zukünftige Partnerschaftsprogramme ab
2014.
Während die „inhaltlichen“ Weichen bei den
Strukturfonds richtig gestellt wurden, sind leider
kaum nachhaltige Verbesserungen zu erwarten,
da der EU-Haushalt inklusive der Kohäsionspoli­
tik deutlich gekürzt wurden. Wachstumsimpulse
und zusätzliche Mittel zur Bekämpfung der
Armut in Europa werden in den kommenden sie­
ben Jahren angesichts einer steigenden Armuts­
rate kaum möglich sein. Es bleibt zu hoffen, dass
zumindest eine höhere Mittelabflussquote in
den von der Krise am stärksten betroffenen Mit­
gliedstaaten durch Unterstützungsmaßnahmen
erreicht wird. So könnte es gelingen, in einigen
Mitgliedsländern mehr europäische Finanzmittel
für benachteiligte Personen zur Verfügung zu
stellen.

Übergabe Hochwasserhilfe 2013
Bei dem Festakt in Berlin dankte Bundesfinanzminister
Wolfgang Schäuble ausgewählten „Fluthelfern“ der
Wohlfahrtsverbände und überreichte ihnen stellvertretend für alle Mitstreiter im gemeinsamen Kampf gegen
das Hochwasser Alben mit den Erstdrucken der Marken.
Bei dieser Gelegenheit erhielt BAGFW-Vizepräsident
Johannes Stockmeier von Jürgen Gerdes, Vorstandsmitglied der Deutschen Post, einen Scheck über eine Million
Euro für Hilfsmaßnahmen im Katastrophengebiet.

Wohlfahrtsmarken
„Blühende Bäume“ auf Wohlfahrtsmarken –
Ein Sinnbild unserer Arbeit
In der Poesie und in der Kunst wird das Leben
des Menschen immer wieder mit einem Baum
verglichen. Der Baum spiegelt nicht nur die Jah­
reszeiten wider, sondern auch das menschliche
Leben: das Wachsen, Blühen, Reifen, Früchte­
tragen und schließlich das Welken und Verge­
hen. Jeder einzelne Baum bleibt ein Individuum
und ist doch gleichzeitig Teil eines großen
Ganzen, einer Gemeinschaft. In dieser Gemein­
schaft können Bäume wachsen und gedeihen,
sich gegenseitig stützen und beschützen. So
passen die Motive der Wohlfahrtsmarken-Serie
2013 ganz hervorragend zur Arbeit der Freien
Wohlfahrtspflege. Es müssen nicht immer die
großen, spektakulären und medienwirksa­
men Aktionen sein. Oft sind es kleine Gesten,
mit denen in Not geratene Menschen schnell
und unbürokratisch unterstützt werden. Von
unschätzbarem Wert ist dabei der Einsatz der
haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter der Ver­
bände in den zahlreichen Projekten, die aus den
Erlösen der Wohlfahrts- und Weihnachtsmarken
finanziert werden konnten. Diese Aktivitäten im
Rahmen von Veranstaltungen, Messeauftritten
und Öffentlichkeitsarbeit bekannt zu machen
und somit für das Porto mit Herz zu werben, ist
eines der Anliegen unserer Arbeit.

ins Jahrespostwertzeichenprogramm aufgenom­
menen Zuschlagsmarke „Hochwasserhilfe 2013“
ein Höhepunkt.
Parallel zu diesen öffentlichkeitswirksamen
Aktionen ist die Abteilung Wohlfahrtsmarken
in ständigem Gespräch mit den Partnern aus
BMF, Post und Philatelie, um die Interessen der
Verbände zu wahren, insbesondere z. B. bei an­
stehenden Änderungen im Ausgabeprogramm
oder bei der Festlegung der Zuschlagswerte im
Rahmen von Portoerhöhungen. In Absprache
mit der Deutschen Post konnten den Verbänden
günstigere Vertriebsbedingungen angeboten
werden. Die mit diesem Service einhergehenden
zusätzlichen Aufgaben zu bewältigen, war eine
der Herausforderungen des Jahres 2013 und
wird uns auch zukünftig noch beschäftigen.
Weitere Informationen unter
www.wohlfahrtsmarken.de

Neben den „Klassikern“ wie der Präsentation
der Wohlfahrtsmarken in Schloss Bellevue, den
Briefmarkenbörsen in München und Sindelfin­
gen sowie der Präsenz auf der ConSozial war die
Präsentation der aus aktuellem Anlass kurzfristig

Geschäftsstelle

29

ESF-Regiestelle
Neue Wege in der Personalentwicklung
Die bei der BAGFW eingerichtete ESF-Regie­
stelle koordiniert im Auftrag des Bundesmi­
nisteriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und
der sechs Spitzenverbände der Freien Wohl­
fahrtspflege die Umsetzung des ESF-Programms
„rückenwind – Für die Beschäftigten in der
Sozialwirtschaft“. Vor dem Hintergrund des
zunehmenden Fachkräftemangels ist es Ziel des
Programms, die Personalgewinnung und -bin­
dung in der gemeinnützigen Sozialwirtschaft
zu fördern.
131 modellhafte Projekte von Verbänden,
­Trägern, Einrichtungen und Diensten konnten
im Rahmen des Partnerschaftsprogramms seit
2009 auf den Weg gebracht werden. Insgesamt
60 Millionen Euro aus Bundesmitteln und Mit­
teln des Europäischen Sozialfonds (ESF) stehen

Personalentwicklung
in der Sozialwirtschaft

Personalentwicklung
in der Sozialwirtschaft

Dossier Nr. 2: Altersgerechte Personalentwicklung

Dossier Nr. 3: Gesundheitsförderung

Dossier Nr. 1: Personalgewinnung

zum Programm „rückenwind“ ­und zur
Arbeit der ESF-Regiestelle finden Sie
unter www.bagfw-esf.de.

Geschäftsstelle

Im Jahr 2013 konzentrierten sich die Aktivi­
täten der ESF-Regiestelle insbesondere auf
das Projektmonitoring und die Förderung des
Ergebnistransfers. So fanden neben zahlreichen
Projektbesuchen Workshops zu Programm­
querschnittsthemen sowie eine bundesweite
Fachtagung mit dem Titel „Personalbindung
in der Sozialwirtschaft“ statt. Im Rahmen der
Publikationsreihe „Personalentwicklung in der
Sozialwirtschaft“ wurden sechs zentrale The­
men des Programms aufbereitet.

Personalentwicklung
in der Sozialwirtschaft

Nähere Informationen

30

für die Erprobung von Konzepten und Instru­
menten bis 2014 zur Verfügung.

Personalentwicklung
in der Sozialwirtschaft

Personalentwicklung
in der Sozialwirtschaft

Personalentwicklung
in der Sozialwirtschaft

Dossier Nr. 5: Frauen in Führungspositionen

Dossier Nr. 4: Berufsbegleitende Qualifizierung

Dossier Nr. 6: Vielfalt nutzen

Seit 1976 verleihen die Spitzenverbände der Freien
Wohlfahrtspflege den Deutschen Sozialpreis. Der Medienpreis zur sozialen Lebenswirklichkeit in Deutschland
ist mit 15.000 € dotiert und wird in drei Sparten vergeben. In einem mehrstufigen Auswahlverfahren wurden
mehr als 450 hochwertige Arbeiten von einer unabhängigen Fachjury bewertet. Ziel des Medienpreises war und
ist die Förderung eines kritischen und sozial-engagierten
Journalismus.

Herausragende soziale Berichterstattung:
Preisträgerinnen unterstützen die Anliegen der
Freien Wohlfahrtspflege

Die Freie Wohlfahrtspflege will Medien in ihrer
Verantwortung stärken, sozialen Themen Raum
zu geben und somit eine notwendige Debatte
über das gesellschaftliche Miteinander und un­
seren Sozialstaat zu befördern. „Der Deutsche
Sozialpreis hat eine lange Tradition und Profil.
Er steht für den Anspruch, Beiträge zu prämieren, die soziale Fragen in den Blick nehmen und
uns authentische Einblicke in Lebenszusammenhänge vermitteln.“, betonte BAGFW- Präsident
Wolfgang Stadler.

Ausgezeichnet wurden journalistische Arbei­
ten, die durch Themenauswahl, Recherche und
besondere Qualität überzeugten:
Sparte Print: Michaela Kölbl, „Auf der Suche
nach Heimat“, Waiblinger Kreiszeitung, Sie­
benteilige Artikelserie über das Schicksal von
Flüchtlingen in der Region Schorndorf.
Sparte Hörfunk: Marie von Kuck, „Der Mut der
Mücke. Lebensstrategien Alleinerziehender“,
Deutschlandfunk, Portrait über Leben und All­
tag von alleinerziehenden Müttern und ihren
Kindern.

Im Beisein zahlreicher geladener Gäste aus Politik,
Medien und Verbänden, zeichnete Wolfgang Stadler,
Präsident der BAGFW, in der Akademie der Künste
vier Journalisten für ihre herausragenden Arbeiten mit

Sparte Fernsehen: Pia-Luisa Lenz und Christian
von Brockhausen, „Hudekamp – Ein Heimatfilm“, NDR Fernsehen, Milieustudie über die
Bewohner eines Hochhaus-Blocks im sozialen
Brennpunkt.

dem Deutschen Sozialpreis 2013 aus. Brigitte Fehrle,
Chefredakteurin der Berliner Zeitung hielt ein Grußwort,
moderiert wurde die Preisübergabe von Jörg Thadeusz
(RBB).
Mehr dazu unter
www.deutscher-sozialpreis.de

Geschäftsstelle

31

Da der Jahresabschluss
2013 noch nicht abschließend beraten wurde,
erfolgt an dieser Stelle die
Darstellung des Zahlenwerks 2012.

Finanzen 2012
Mit der detaillierten Kontrolle der finanziellen
Seite der Arbeit der Geschäftsstelle hat der
Vorstand die Finanzkommission beauftragt.
Die Geschäftsstelle berichtet gegenüber der
Finanzkommission regelmäßig über die Einhal­
tung des Budgets des laufenden Jahres, den
Jahresabschluss des Vorjahres und die finanziel­
len Planungen für das Folgejahr sowie weitere
finanzrelevante Themen.
Die BAGFW gliedert ihr Rechenwerk in die
Bereiche Geschäftsstelle Berlin zusammen mit
dem EU-Büro und die Abteilung Wohlfahrts­
marken, die im folgenden Abschnitt separat
dargestellt werden.

Aufwendungen

32

Geschäftsstelle
Jahresabschluss

1.

2.

3.

Mitgliedsbeiträge der
Spitzenverbände
der Freien Wohlfahrtspflege

774.000 €

Zuschüsse und Zuwendungen
zu laufenden Aufwendungen
(Lotterie „GlücksSpirale“,
Bundesministerium für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend,
Verein zur Förderung der Freien
Wohlfahrtspflege e.V. u.a.)	

891.000 €

Erträge aus Finanzanlagen,
Zinsen und ähnliche Erträge

132.000 €

Sonstige Erträge

127.000 €

Summe der Erträge

Um die Arbeit der Geschäftsstelle zu ermög­
lichen, sind im Jahr 2012 in den folgenden
Bereichen Aufwendungen entstanden:

2. Aufwand für Sachkosten
der Geschäftsstelle und
Aufwendungen zur
Durchführung von Projekten

Erträge

4.

Geschäftsstelle Berlin und
EU-Büro Brüssel

1. Personalaufwand der Geschäfts­
stelle in Berlin und des EU-Büros
in Brüssel

Die Geschäftsstelle in Berlin und das EU-Büro in
Brüssel finanzierten sich 2012 im Wesentlichen
durch 4 Ertragsquellen:

1.070.000 €

816.000 €

3. Sonstige Aufwendungen

28.000 €

Summe der Aufwendungen

1.914.000 €

1.924.000 €

Die Geschäftsstelle schloss das Geschäftsjahr mit
einem Überschuss von 10.000 EUR. Der Über­
schuss wurde in die Rücklagen eingestellt.

Die erste Wohlfahrtsmarken-Serie erschien 1949 unter

heits- und Familienhilfe sowie soziale Maßnahmen für

dem Titel „Helfer der Menschheit“, die erste Weih-

Arbeitslose, Flüchtlinge und Suchtkranke.

nachtsmarken-Serie wurde 1969 herausgegeben. Bisher

Traditionell ist der amtierende Bundespräsident

konnten über vier Milliarden Wohlfahrts- und Weih-

Schirmherr des Sozialwerkes. Alljährlich werden ihm die

nachtsmarken mit einem rechnerischen Zuschlagswert

Erstdrucke der Marken durch den Bundesfinanzminister,

von mehr als 600 Millionen Euro abgenommen werden.

im Beisein des BAGFW-Präsidenten, überreicht.

 
Der Zuschlagserlös kommt der sozialen Arbeit der Verbände zugute. Der Erlös, den Haupt- und Ehrenamtliche
der Dienststellen und Einrichtungen der Verbände erzielen, wird zur Finanzierung sozialer Maßnahmen vor Ort
eingesetzt. Es werden alle Bereiche gefördert, in denen
die Wohlfahrtsverbände aktiv sind. Schwerpunkte sind
die Jugend-, Alten- und Behindertenhilfe, die Gesund-

Abteilung Wohlfahrtsmarken
Im Jahr 2012 sind folgende Aufwendungen in
der Wohlfahrtsmarkenabteilung entstanden:
Aufwendungen
Personalaufwand

115.000 €

2.

Materialaufwand

13.255.000 €

3.

Zuweisungen an Verbände
aus Zuschlagserlösen
Sonstige Sachaufwendungen

Summe der Aufwendungen

1.823.000 €
287.000 €
15.480.000 €

Bei dem Materialaufwand handelt es sich vor
allem um den Wareneinkauf der Wohlfahrts­
marken. Die sonstigen Sachaufwendungen be­
inhalten unter anderem die Aufwendungen für
Maßnahmen zur gemeinsamen Bewerbung der
Wohlfahrtsmarken in der Öffentlichkeit durch
die Spitzenverbände.
Die Wohlfahrtsmarkenabteilung in Köln finan­
zierte sich in 2012 wie folgt
Erträge
1.
2.

Verkauf von Wohlfahrtsmarken /
Sonderprodukten

13.272.000 €

Sonstige Erträge (u.a. Zuschlags­
erlöse aus dem Verkauf von
Wohlfahrtsmarken durch die
Deutsche Post AG)

2.212.000 €

Summe der Erträge

Der Verein Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien
Wohlfahrtspflege e.V.
ist mit Bescheid für 2011
des Finanzamtes Berlin
Körperschaften I vom
18.02.2013 als gemeinnüt-

1.

4.

Die Wohlfahrtsmarkenabteilung schloss das Ge­
schäftsjahr 2012 mit einem Überschuss von ­
4 TEUR ab. Der Überschuss wurde in die Rück­
lage eingestellt und dient der zukünftigen
Finanzierung der Arbeit der Wohlfahrtsmarken­
abteilung.

Weiterleitung von Mitteln zur
Durchführung sozialer Projekte

zig anerkannt.
Die Bilanz, Gewinn- und
Verlustrechnung, der La-

Aus den Zuschlagserlösen aus dem Verkauf von
Wohlfahrtsmarken durch die Deutsche Post
AG wurden 2012 von der Geschäftsstelle 1.823
TEUR an die angeschlossenen Spitzenverbände
weitergeleitet.

gebericht und der Anhang
2012 wurden durch die
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft TREUGENO
GmbH, Kassel, geprüft
und mit einem uneinge-

In ihrer Funktion als Destinatär der Lotterie
„GlücksSpirale“ verteilte die BAGFW im Jahr
2013 an ihre Mitgliedsverbände Mittel aus der
GlücksSpirale 2010 in Höhe von 18.873 EUR. Die
Mittel wurden unverzüglich weitergeleitet und
für die Realisierung von sozialen Projekten im
gesamten Bundesgebiet eingesetzt. Beispiele
geförderter Projekte finden sich auf ­
www.bagfw.de | gluecksspirale.

schränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Die BAGFW weist im Rahmen eines Gesamt­
verwendungsnachweises gegenüber den
Lotteriegenehmigungsbehörden der Länder
die satzungsgemäße Verwendung der Zweck­
erträge der GlücksSpirale nach.

15.484.000 €

Jahresabschluss
Geschäftsstelle

33

Anschriften

Arbeiterwohlfahrt Bundesverband e. V.
Blücherstraße 62 / 63
10961 Berlin
Telefon: 030 / 263 09 – 0
Fax: 030 / 263 09 – 32599
E-Mail: info@awo.org
www.awo.org

Der Paritätische Gesamtverband e. V.
Oranienburger Straße 13–14
10178 Berlin
Telefon: 030 / 246 36 – 0
Fax: 030 / 246 36 – 110
E-Mail: info@paritaet.org
www.paritaet.org

Deutscher Caritasverband e. V.
Karlstraße 40
79104 Freiburg im Breisgau
Telefon: 0761 / 200 – 0
Fax: 0761 / 200 – 572
E-Mail: info@caritas.de
Berliner Büro:
Reinhardtstraße 13
10117 Berlin
Telefon: 030 / 284 44 – 76
Fax: 030 / 284 44 – 788
E-Mail: pressestelle@caritas.de
www.caritas.de

34

Anschriften

Deutsches Rotes Kreuz e. V.
Carstennstraße 58
12205 Berlin
Telefon: 030 / 854 04 – 0
Fax: 030 / 854 04 – 450
E-Mail: drk@drk.de
www.drk.de

Diakonie Deutschland
Evangelischer Bundesverband
Caroline-Michaelis-Str. 1
10115 Berlin
Telefon: 030 / 652 11 – 0
Fax: 030 / 652 11 – 3333
E-Mail: pressestelle@diakonie.de
www.diakonie.de

Zentralwohlfahrtsstelle der Juden
in Deutschland e. V.
Hebelstraße 6
60318 Frankfurt am Main
Telefon: 069 / 944 371 – 0
Fax: 069 / 494 81 – 7
E-Mail: zentrale@zwst.org
www.zwst.org

Seien Sie 2015 dabei!

TRADITION
UND
INNOVATION
Strategien für
die Zukunft der
Sozialwirtschaft

Bundesarbeitsgemeinschaft der
Freien Wohlfahrtspflege e. V.
Oranienburger Straße 13 –14
10178 Berlin
Telefon: 030 / 240 89 -0
Fax: 030 / 240 89 -134
E-Mail: info@bag-wohlfahrt.de
www.bagfw.de

DER KONGRESS:
Das Forum für Entscheider /
Entscheiderinnen in der
Sozialwirtschaft

Impressum

DER TERMIN:
16. / 17. April 2015
Hotel MARITIM Magdeburg

August 2014
Herausgeberin:
Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e. V.
V.i.S.d.P.: Dr. Gerhard Timm

SAVE
THE
DATE

Konzeption:
Bettina Neuhaus, BAGFW
Gestaltung:
Rosendahl Berlin – Agentur für Markendesign
Bilder BAGFW:
Holger Groß, Bettina Neuhaus
Druck:
Königsdruck

INFOS UNTER:
www.sozkon.de

klimaneutral

natureOffice.com | DE-365-235023

gedruckt

www.bagfw.de
www.bagfw-qualitaet.de
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