Path:
Periodical volume

Full text: Jahresbericht ... Issue 2011

Jahresbericht

2011

Von Menschen für Menschen
1



Ein verlässliches ­Fundament für Gesellschaft und Sozialstaat
Wir arbeiten für eine humane und friedvolle Gesellschaft
Engagement für Deutschlands Zukunft
Wir stellen uns den gesellschaftlichen Heraus­forderungen
Effektive Hilfe direkt vor Ort
Wir wissen, welche Unterstützung die Menschen brauchen
Dem Gemeinwohl verpflichtet
Wir wollen helfen, nicht Profit machen
Für unsere Gesellschaft, unterstützt von den
­­
Bürgern
Wir sind eine tragende Säule der Zivilgesellschaft
Qualität zahlt sich aus
Wir arbeiten mit nachhaltigem Erfolg
Anwalt der Schwachen
Wir geben den Sprachlosen eine Stimme
Kompetenter Berater der Politik
Wir gestalten mit, vom Bund bis in die Kommune
Europas soziales Gewissen
Wir sind in auch Brüssel gefragt
Ansprechpartner für Ehrenamtliche
Wir bieten den Rahmen für Bürgerschaftliches Engagement

Ergänzend zu diesem Bericht finden Sie eine ausführ­liche
Darstellung der Aktivitäten der BAGFW auf unserer
­Webseite www.bagfw.de | digitaler jahresbericht 2011

2



Inhalt
Einleitung  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  5
Das Politische Jahr  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  6
Freie Wohlfahrtspflege  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  10
Politische Gespräche  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  12
Tagungen und Veranstaltungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  14
Europäisches Jahr der Freiwilligen­tätigkeit 2011  . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  16
Gremienarbeit
Sozialkommission I .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  . 20
Sozialkommission II  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  . 22
Finanzkommission .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  . 24
Jahresabschluss
Geschäftsstelle  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  . 26
Deutscher Sozialpreis .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  . 30
Finanzen 2010  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  . 32
Anschriften .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  . 34

Bei schriftlichen Ausführungen sind wir bedacht, die sprachliche Gleichbehandlung der
Geschlechter zu berücksichtigen. Wir folgen dabei den Empfehlungen des Bundesverwaltungsamtes (BBB-Merkblatt M 19)



Der Vorstand ist das zentrale Entscheidungs- und
­Beschlussorgan. Er bestimmt Ziele, Strategien und
­Politik der BAGFW-Arbeit.
Mitglieder des BAGFW-Vorstandes 2011 waren:
Arbeiterwohlfahrt Bundesverband e. V.
Wolfgang Stadler, Hans-Peter Niemeier, Brigitte Döcker
Deutscher Caritasverband e. V.
Prälat Dr. Peter Neher, Prof. Dr. Georg Cremer, Mario Junglas
Der Paritätische Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e. V.
Dr. Eberhard Jüttner, Dr. Ulrich Schneider, Werner Hesse
Deutsches Rotes Kreuz e. V.
Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg,
Clemens Graf von Waldburg zu Zeil und Trauchburg,
Tobias Nowoczyn
Diakonisches Werk der EKD e. V.
OKR Johannes Stockmeier (ab Feb.), Maria Loheide (ab Nov.),
Kerstin Griese (bis Feb.), Uwe Schwarzer
Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e. V.
Abraham Lehrer, Benjamin Bloch



Einleitung
Die Federführung in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege lag im ersten Quartal 2011 erneut beim Deutschen Roten
Kreuz (DRK). Zum ersten April übernahm das
Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in
Deutschland (DW der EKD) die Federführung.
In diesem Rahmen wurde der Präsident der
Diakonie, Oberkirchenrat Johannes Stockmeier
zum Präsidenten der BAGFW gewählt.

Während seiner zweijährigen Präsidentschaft möchte
OKR Johannes Stockmeier den Blick auf die demografische Entwicklung in Deutschland lenken. Weitere
Schwerpunkte werden auch die Teilhabe von Menschen
mit Behinderungen sowie die Zukunft der Pflege sein.

Diakonie/Junophoto

Wegen der in das Jahr 2011 hineinreichenden
personellen Neuaufstellung in der Führung des
Diakonischen Werkes wurde die Federführung
innerhalb der BAGFW erst zum 1. April 2011
übernommen. Das Deutsche Rote Kreuz hat
dankenswerterweise seine Federführung entsprechend um drei Monate verlängert.

Stellungnahmen 19. Januar2011: BAGFW fordert gesetzliche Regelung zur Übernahme von Dolmetscherkosten bei der Behandlung von traumatisierten Ausländern – 24. Januar 2011: Gemeinsame Position von BAGFW, EFAS, BAG IDA und BAG Arbeit zur geplanten Instrumentenreform im
SGB II, insbesondere zur öffentlich geförderten Beschäftigung – 27. Januar 2011: Stellungnahme zur öffentlichen Anhörung am 7.02.2011 zu den

Einleitung

5

Das Politische Jahr
Traditionell begann das politische Jahr der BAGFW mit der Übergabe der Wohlfahrtsmarken durch den Bundesfinanzminister an
den Bundespräsidenten. Wie erhofft erwiesen sich im weiteren
Verlauf des Jahres die Markenmotive aus Sketchen von Loriot als
überaus zugkräftig: Im Ergebnis konnten die Schalterverkäufe
um über 100% gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden.
Die EU-Kommission hatte das Jahr unter das
Motto „Europäisches Jahr der Freiwilligentätigkeit“ gestellt. Für Deutschland erwies sich dies
geradezu als prophetisch: Durch die Aussetzung
des Wehrdienstes und dem damit einhergehenden Fortfall des Zivildienstes wurde die Einrichtung eines weiteren bundesgeförderten Freiwilligendienstes, des Bundesfreiwilligendienstes
(BFD), möglich. Dieses Thema beschäftigte
die Gremien der BAGFW mehr oder weniger
intensiv das ganze Jahr über. Nach anfänglichen
Zweifeln an der Akzeptanz des neuen Formats
bei potenziellen Freiwilligen, hat sich, auch
dank des massiven werblichen Einsatzes der
Spitzenverbände und ihrer Untergliederungen,
ein großer Erfolg hinsichtlich der Nachfrage
nach Plätzen im neuen BFD ergeben. Weniger
zu begrüßen ist eine Reihe von Einzelregelungen, die eine optimale Umsetzung erschweren.
Dazu gehört die fehlende Fixierung der Rolle
der Träger im Gesetz, aber auch die problematische Gutscheinregelung für den pädagogischen
Teil, die wegen mangelnder Kapazitäten in den
ehemaligen Zivildienstschulen nicht vollständig
eingelöst werden kann, und die ambivalente
Doppelrolle des Bundesamtes für Familie und
zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) als Träger und gleichzeitig Kontrollorgan. Insgesamt
überwiegt aber die positive Einschätzung, dass
es gemeinsam gelungen ist, den Bundesfrei-

willigendienst als neuen Freiwil­ligendienst zu
etablieren. In der Perspektive bleibt gleichwohl
zu überlegen, ob eine Integration aller Freiwilligendienste in ein gemeinsames Format in
Trägerschaft der Zivilgesellschaft nicht weiterhin
angestrebt werden sollte.
Das Bundesministerium für Familie, Senioren,
Frauen und Jugend (BMFSFJ) hatte der BAGFW
die Geschäftsstelle für das Europäische Jahr
übertragen. Eine erste Bewährungsprobe war
die gelungene Organisation der Auftaktveranstaltung am 21. Februar in Berlin an der auch
Bundesministerin Dr. Kristina Schröder teilnahm.
Im Herbst bildete die „Tour“ einen weiteren
­Höhepunkt im Rahmen des Europäischen Jahres.
Auch viele Spitzenverbände haben das Thema
mit eigenen Veranstaltungen aufgegriffen.
In den Gremien der BAGFW, d.h. dem zuständigen Fachausschuss, der Sozialkommission II
und dem Vorstand wurden Ehrenamt und
Freiwilligentätigkeit auch als Bestandteil einer
Strategieentwicklung zum „Bürgerschaftlichen
Engagement“ behandelt. Auch wenn der Prozess noch über die Jahreswende hinausreicht,
hat er im letzten Jahr doch entscheidende
Impulse bekommen, nicht zuletzt auch durch
einen entsprechenden internen Workshop der
BAGFW am 24. Juni.

­Gesetzentwürfen der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zum Asylbewerberleistungsgesetz (BT-Drs. 17/1428) und der Fraktion DIE LINKE ­(BT-Drs.
17/4424) – 28. Januar 2011: Konsultationsbeitrag der BAGFW zum 5. Kohäsionsbericht – 28. Februar 2011: Stellungnahme zum Referentenentwurf
der Bundesregierung – Gesetz zur Verbesserung der Krankenhaushygiene und zur Änderung weiterer Gesetze – 7.  März 2011: Ansätze und

6

Das Politische Jahr

Bundespräsident Christian Wulff und Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble bei der Präsentation
der Marken in Schloss Bellevue am 10. Januar. In ihren
Ansprachen betonten sowohl der Schirmherr des
Sozialwerkes Wohlfahrtsmarken wie auch der Herausgeber der Sonderpostwertzeichen deren Bedeutung
für die Arbeit der Wohlfahrtsverbände. Im Rahmen
des Festaktes informierten haupt- und ehrenamtlich
Mitarbeitende der Verbände unter dem Motto „Hilfe,
die ankommt.“ über Projekte, die aus den Erlösen aus
dem Markenverkauf (mit-)finanziert wurden.

Im Rahmen der politischen Arbeit der BAGFW
verdient insbesondere die Wiederaufnahme der
Gespräche mit der Bundesregierung im Rahmen
des sog. „Sozialmonitoring“ unter Leitung des
Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim
Fuchtel besondere Erwähnung. Die Gespräche
waren ursprünglich von der Regierung Schröder
auf Anregung der BAGFW eingeführt worden,
um nicht-intendierte Folgen von Sozialgesetzgebungen zu besprechen und ggf. zu beheben.
Diesmal standen u. a. folgende Themen auf der
Tagesordnung: Bildungs- und Teilhabepaket,
Zugang von Geduldeten zu Arbeit und Ausbildung, Girokonto für Jedermann, Aufrechnung
einer Mietkaution im ALG II und Einschränkungen medizinisch notwendiger Leistungen für
Asylbewerber/innen.
Inhaltlich prägten zwei Themen- und Arbeitsbereiche das politische Jahr der BAGFW in besonderem Maße: Zum einen erneut die Altenhilfe
und zum zweiten die Arbeitsmarktpolitik.
Obwohl das vom Gesundheitsminister als „Jahr
der Pflege“ deklarierte Jahr keinen wirklichen
Fortschritt im Sinne einer durchgreifenden ­Re­­form der Pflege mit sich brachte, gab es doch
eine Reihe von Einzelaktivitäten. Die BAGFW
widmete sich mit viel Energie und Arbeitsaufwand der konzeptionellen Vorbereitung einer
Umsetzung des sogenannten „WingenfeldGutachtens“, in dem erstmalig Indikatoren für
die Messung von Ergebnisqualität in der stationären Altenpflege entwickelt werden. ­
Für die BAGFW liegt hier die Zukunft der Qualitätssicherung und einer transparenten Qualitätsberichterstattung. Eine Fachtagung mit dem
Deutschen Verein zum Thema Ergebnisqualität
Anfang April 2011 und eine Veranstaltung im
Rahmen des Hauptstadtkongresses dokumentierten den Führungsanspruch der BAGFW in

diesem ­Arbeitsfeld. Die BAGFW hat ein Eckpunktepapier zur weiteren Umsetzung vorgelegt.
Eine große Herausforderung in der Pflege stellt
auch der sich zunehmend verschärfende Mangel
an Pflegefachkräften dar. Dazu hat der Vorstand ebenfalls eine Strategiedebatte geführt,
und auf BAGFW-Ebene wurde dazu im Mai eine
Zukunfts­werkstatt durchgeführt.
Gemeinsam mit dem Deutschen Verein haben
wir im September einen Parlamentarischen
Abend veranstaltet, der inhaltlich ebenfalls auf
die Gesundheits- und Pflegepolitik Bezug nahm.
Bundesgesundheitsminister Bahr gab dazu einen
Impuls, der in einer Talk-Runde aufgegriffen
wurde.
In der Arbeitsmarktpolitik hat die Bundesregierung eine Reform der Instrumente in Angriff
genommen, die die BAGFW sehr eng begleitet
hat. Hier ist im Ergebnis leider festzuhalten,
dass unsere Bemühungen auf Modifizierung
der geplanten Vorschriften wenig Erfolg hatten. Die Instrumentenreform wird im Ergebnis
zu einer Verschlechterung der Situation von
arbeitsmarkt­fernsten Personen führen, die in
Folge multipler Vermittlungshemmnisse kaum
Chancen haben, in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt zu werden. Diese Personengruppe wird
mit der vorliegenden Reform mehr oder weniger
„vergessen“. Die massiven Kürzungen bei der
beschäftigungsfördernden Infrastruktur werden
im Übrigen auch zu einem Niedergang bei den
entsprechenden Trägern führen.
Dieses Thema wurde auch in einem Gespräch
mit der Bundeskanzlerin angesprochen, die die
Auffassung vertrat, dass zunächst die tatsächlichen Wirkungen der Reform abzuwarten seien,
bevor ein abschließendes Urteil gefällt werden

­Überlegungen zum Umgang mit der Fachkräftesituation in Kindertageseinrichtungen – 7. März 2011: Stellungnahme zum Richtlinienentwurf der
Gendiagnostik-Kommission (GEKO) über die Anforderungen an die Qualifikation zur und die Inhalte der genetischen Beratung gemäß § 23 Abs. 2

Nr. 2a, Nr. 3 des Gesetzes über genetische Untersuchungen beim Menschen (GenDG) – 8. März 2011: Stellungnahme zu dem ­Referentenentwurf

Das Politische Jahr

7

„Für die solidarische Verlängerung ihrer Amtszeit,
aber vor allem natürlich für die exzellente Arbeit,
danke ich Freifrau Schenck zu Schweinsberg nachdrücklich“, betonte Oberkirchenrat Stockmeier
gegenüber der scheidenden BAGFW-Präsidentin.

könne. Sie sagte aber zu, diesem Punkt ihre
Aufmerksamkeit zu schenken. Im Zentrum des
Gespräches mit der Bundeskanzlerin im November stand jedoch das Thema „Familie“ und die
Frage, wie Familien als Leistungsträger der Gesellschaft adäquat unterstützt werden können.
Hier gab es viel Übereinstimmung.
Weitere wichtige Themen in den BAGFWGremien und Strukturen waren die Begleitung
und Einforderung der Umsetzung der UNKon­vention über die Rechte Behinderter, die
Deutschland zu einem „inklusiven Land“ machen könnte. Hier gibt und gab es noch erhebliche Widerstände und auch einen verbreiteten
Mangel an Bereitschaft, für die Umsetzung der
Ansprüche auch ausreichende Geldmittel zur
Verfügung zu stellen. Durch eine Förderung der
Aktion Mensch konnten wir mit dem Projekt
„Wie misst man Teilhabe in der Eingliederungshilfe?“ beginnen. Dabei geht es um die Ermittlung und Erprobung von Indikatoren, die aus
Nutzersicht das Gelingen von Inklusion möglichst objektiv „messbar“ macht. Das Projekt hat
eine dreijährige Laufzeit.
Auch der Bereich Migration und Integration
war selbstverständlich auch in 2011 Gegenstand
vielfältiger Aktivitäten. Dabei spielte die Reform
bzw. die geforderte Abschaffung des Asylbewerberleistungsgesetzes eine wichtige Rolle.
Am 22. November führte die BAGFW-Spitze ein
Gespräch mit der Staatsministerin Prof. Böhmer,
der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration. In der ersten
Jahreshälfte brachten sich die Spitzenverbände
der Freien Wohlfahrtspflege zudem intensiv in
die Arbeit der Dialogforen zur Erarbeitung des
Nationalen Aktionsplanes Integration ein, welche von der Bundesregierung zur Erarbeitung

des Aktionsplanes (NAP-I) eingerichtet worden
sind und mit einer eigenen Broschüre flankiert
wurden.
Im Hinblick auf die Entwicklungen in Europa
waren zwei Aspekte besonders bedeutsam: Erstmals wurde 2011 das „Europäische Semester“
durchgeführt. Ziel war und ist es, die nationalen Regierungen stärker in die Verantwortung
zu nehmen, um drohende Verstöße gegen
den Stabilitäts- und Wachstumspakt sowie die
Grundzüge der Wirtschaftspolitik von vornherein zu verhindern und den Zielen der „Strategie
Europa 2020“ näher zu kommen. In diesem
Zusammenhang besteht die Forderung der
BAGFW stärker an der Vorbereitung der Nationalen Reformpläne mitzuwirken, zumal die EU
eine Beteiligung der Zivilgesellschaft ohnehin
vorsieht. Wir haben diese Beteiligung gegenüber dem federführenden Wirtschaftsressort
angemahnt, bisher allerdings ohne durchgreifenden Erfolg. Ohnehin tut sich das BMWi sehr
schwer, die Sozialwirtschaft mit über 100.000
Einrichtungen und Diensten und etwa 1,5 Mio.
Beschäftigten als Wirtschaftszweig zur Kenntnis
zu nehmen.
Der zweite Aspekt betraf die anlaufenden Vorbereitungen auf europäischer und nationaler
Ebene für die neue Förderperiode der europäischen Strukturfonds 2014 – 2020. Hier werden
jetzt wesentliche Weichen gestellt im Hinblick
auf die zukünftigen Felder der Förderung und
Unterstützung. Es ist dabei unser Anliegen,
sicherzustellen, dass die besonders Bedürftigen
– etwa im Sinne einer wirkungsvollen Armutsbekämpfung – dabei berücksichtigt werden.
Das ESF-Programm „rückenwind“ – mit seiner
Regiestelle bei der BAGFW – hat mittlerwei-

­einer Siebten Verordnung zur Änderung der Aufenthaltsverordnung vom 10. Februar 2011 (so genannte eAT-Verordnung zur Einführung des­elektronischen Aufenthaltstitels für Drittstaatsangehörige) – 16. März 2011: Stellungnahme zum Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die GRÜNEN „Versorgungslücke nach Krankenhausaufenthalt und ambulanter medizinischer Behandlung schließen“ – 26. April 2011: Stellungnahme zum Gesetz­entwurf

8

Das Politische Jahr

„Die Umsetzung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs ist dringend und zeitnah geboten!“, forderte
der BAGFW-Präsident im Rahmen des Parlamentarischen Abends zur Zukunft des Gesundheits- und
Pflegesystems in Deutschland.

le fast die gesamten zur Verfügung gestellten
60 Mio. Euro an Mitteln zum Thema Personalentwicklung in der Sozialwirtschaft an entsprechende Projekte weitergeleitet. Es gilt inzwischen
national und auf europäischer Ebene als Vorzeigeprojekt.
Im Rahmen seines zweijährigen Turnus fand in
2011 auch wieder ein Kongress der Sozialwirtschaft in Magdeburg statt. Dieser gemeinsam
von der BAGFW, der Bank für Sozialwirtschaft
und dem NOMOS-Verlag getragene Kongress
stand unter dem Motto: „Den Wandel steuern –
Personal und Finanzen als Erfolgsfaktoren“ und
zielte damit zentral auf die aktuellen Herausforderungen in den Verbänden, Einrichtungen und
Diensten der Sozialen Arbeit.
Die Reihe der politischen Themen, mit denen wir
uns in 2011 beschäftigt haben, ließe sich noch
deutlich breiter auffächern – insgesamt haben
wir 38 schriftliche Stellungnahmen und Positionspapiere erarbeitet – für weitere Informationen verweisen wir aber auf die Darstellung im
Internet unter www.bagfw.de. Außerdem haben
wir in 2011 eine BAGFW-Informationsbroschüre
herausgegeben, in der die Arbeitsfelder der
BAGFW dargestellt sind.

Struktur beschlossen. Der daraufhin eingeleitete
Prozess der Satzungsreform dauert an.
Von nicht zu unterschätzender Bedeutung für die
Untergliederungen der Spitzenverbände waren
zwei vertragliche Regelungen, die wir auf Bundesebene abschließen konnten. Zum einen wurde
ein Rahmenvertrag mit der Firma Microsoft über
günstige Konditionen für MS Software für die
Einrichtungen und Dienste im Bereich der Freien
Wohlfahrtspflege abgeschlossen, und zum anderen konnte nach fast zweijährigen Verhandlungen u. a. auch ein neuer BAGFW-Gesamtvertrag
mit der GEMA vereinbart werden, der die Vergütungspflicht für die öffentliche Musikwiedergabe
in Pflege- und Senioreneinrichtungen regelt.

Schließlich hat der Vorstand zudem die Anpassung der Satzung der BAGFW an die gewandelten
Anforderungen an eine moderne Governance-

Zum Jahresende haben wir in der Akademie
der Künste am Pariser Platz in Berlin zusammen
mit dem Bundesgesundheitsminister und etwa
300 weiteren Gästen aus Politik und Verbänden
„40 Jahre Deutscher Sozialpreis“ gefeiert. Neben
einer kleinen Rückschau wurden dabei selbstverständlich auch die Preise 2011 verliehen.
Zum Abschluss möchten wir uns an dieser Stelle
bei allen Freunden und Unterstützern der Freien
Wohlfahrtspflege, bei den vielen Menschen innerund außerhalb der Verbände und nicht zuletzt
bei den Mitarbeitenden der BAGFW herzlich für
ihre Arbeit und für ihren Einsatz bedanken. Ohne
sie wäre all das nicht zu leisten gewesen!

Johannes Stockmeier
Präsident

Dr. Gerhard Timm
Geschäftsführer

der Bundesregierung für ein Gesetz zur Leistungssteigerung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente vom 6.4.2011 – 29.  April 2011: BAGFW
­Empfehlung: „Beschäftigungschancen von Menschen mit Migrationshintergrund durch bessere Rahmenbedingungen erhöhen“ – 29.  April 2011:
Stellungnahme zum Gesetzentwurf der Fraktionen der CDU/CSU und FDP zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes und weiterer Gesetze – 5. Mai

Das Politische Jahr

9

Freie Wohlfahrtspflege
Wir sind für Menschen da –
­unabhängig von ihrer Herkunft,
Religion und Weltanschauung
Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien
Wohlfahrtspflege (BAGFW) ist die gemeinsame
Stimme der sechs Spitzenverbände der Freien
Wohlfahrtspflege in Deutschland. Die Arbeiterwohlfahrt, der Deutsche Caritasverband, das
Deutsche Rote Kreuz, der Deutsche Paritätische
Wohlfahrtsverband, das Diakonische Werk der
Evangelischen Kirche in Deutschland und die
Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland wurzeln in unterschiedlichen Religionen
und Weltanschauungen. Die in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege
zusammenarbeitenden sechs Spitzenverbände
verleihen dem Anliegen Gehör, das sie eint: der
Sorge für alle Menschen, die Hilfe benötigen.

Die einzelnen Verbände der Freien Wohlfahrtspflege sind
geprägt durch unterschiedliche weltanschauliche oder religiöse Motive und Ziele. Gemeinsam ist jedoch allen, dass
sie unmittelbar an die Hilfsbereitschaft und an die Solidarität der Bevölkerung anknüpfen und diese mobilisieren.

2011: Stellungnahme zum Entwurf eines Steuervereinfachungsgesetzes 2011 – 11. Mai 2011: Stellungnahme einer zukünftigen Qualitätsberichterstattung auf der Grundlage des Projekts Entwicklung und Erprobung von Instrumenten zur Beurteilung der Ergebnisqualität in der stationären
­Altenhilfe – vorgestellt bei einem Pressegesprächs im Rahmen des Hauptstadtkongresses in Berlin – 13. Mai 2011: ­Betreuungsvereine in der BAGFW –

10

Freie Wohlfahrtspflege

Gremien der BAGFW in 2011

Mehr zur Arbeit der
Fachausschüsse unter
www.bagfw.de.

Ausschuss „GlücksSpirale bei der
BAGFW“
Vorsitz: Herr Dr. Schneider,
Der PARITÄTISCHE
Koordinierung und Verwaltung
der Förderanträge und -mittel

Bundesarbeitsgemeinschaft der
Freien Wohlfahrtspflege e. V.
(BAGFW)
Vorstand
Vorsitz: Freifrau Schenck zu
Schweinsberg, DRK
Vorsitz: Herr Oberkirchenrat Stockmeier,
DW der EKD, ab 1.4.2011

Ausschuss „Europa“
Vorsitz: Herr Schade, DRK
Vorsitz: Frau Dr. Scholz, DW der
EKD, ab 1.4.2011
Die Geschäftsstelle der BAGFW
koordiniert die Vorhaben und die
Beteiligung der Kommissionen

Finanzkommission
Vorsitz: Herr Dr. Schneider,
Der PARITÄTISCHE

Sozialkommission I
Vorsitz: Herr Nowoczyn, DRK

Sozialkommission II
Vorsitz: Herr Prof. Dr. Cremer, DCV

Fachausschuss
„Gemeinnützigkeit und Steuern“
Vorsitz: Herr Dr. Teske, DW der EKD
Vorsitz: Frau Dr. Wohlleber,
DW der EKD, ab 1.4.2011

Fachausschuss
„Altenhilfe“
Vorsitz: Frau Schmidt, DRK
Vorsitz: Frau Stempfle, DW der EKD,
ab 1.4.2011

Fachausschuss „Arbeitsmarktpolitik
und Grundsicherung“
Vorsitz: Frau Vogt, DCV
Vorsitz: Frau Dr. Gronbach,
DW der EKD, ab 1.4.2011

Fachausschuss
„Wohlfahrtsmarken“
Vorsitz: Herr Roth, DCV

Fachausschuss
„Behindertenpolitik“
Vorsitz: Frau Werthmüller, DRK
Vorsitz: Frau Menzel, DW der EKD,
ab 1.4.2011

Fachausschuss „Kinder, Jugend,
Familie und Frauen“
Vorsitz: Frau Dr. Skutta, DRK
Vorsitz: Frau Beneke, DW der EKD,
ab 1.4.2011

Fachausschuss
„Statistik“
Vorsitz: Herr Roth, DCV

Fachausschuss
„Gesundheitswesen“
Vorsitz: Frau Hurrelberg, DRK
Vorsitz: Herr Dr. Steffens, DW der EKD,
ab 1.4.2011

Fachausschuss
„Migration und Integration“
Vorsitz: Herr Knoche, DRK
Vorsitz: Frau Soll-Paschen,
DW der EKD, ab 1.4.2011

Fachausschuss
„Vergaberecht“
Vorsitz: Herr Hesse, Der PARITÄTISCHE

Ausschuss
„Qualitätsmanagement“
Vorsitz: Herr Wittenius, AWO

Fachausschuss „Zivildienst und
Bürgerschaft­liches Engagement“
Vorsitz: Herr Bergmann, DCV
Vorsitz: Herr Hub, DW der EKD,
ab 1.4.2011

Die Mitgliedschaft in den Gremien der
BAGFW wird nicht vergütet, und es werden
keine Aufwandsentschädigungen bezahlt.

Arbeitsstab
„Monitoring“
Vorsitz: Herr Schade, DRK
Vorsitz: Frau von Damaros,
DW der EKD, ab 1.4.2011

Freie Wohlfahrtspflege

11

Politische Gespräche
Im Rahmen ihrer anwaltlichen Rolle nehmen Vertreter/in-

Ausgewählte Politische Gespräche

nen der BAGFW eine Vielzahl von Gesprächsterminen mit

(Monatschronologie)

politischen Entscheidern zu nationalen und europäischen
Themen wahr. Dazu gehören Abgeordnete des Deutschen
Bundestages und Vertreter/innen der Bundesregierung
und von Bundesbehörden, aber auch Führungspersonen
aus anderen Organisationen etwa im Rahmen des Bündnisses für Gemeinnützigkeit, des GKV-Spitzenverbandes,
des Deutschen Gewerkschaftsbundes oder d
­ es Bundesverbandes der Verbraucherzentrale.

28. Januar: Staatssekretär Gerd Hoofe, BMAS
Umsetzung und Neuausrichtung der öffentlich
­geförderten Beschäftigung im Rechtskreis SGB II
14. Februar: Uwe Lübking, Beigeordneter Deutscher Städte- und Gemeindebund Verbandsübergreifende Gesprächsreihe der BAGFW und der
Fachverbände von Beschäftigungsunternehmen zur
öffentlich geförderten Beschäftigung
23. März: Rudolf Knorr, Geschäftsführer Bundesagentur für Arbeit Abstimmungsgespräche ­zu
Fragen der Arbeitsmarktentwicklung und Arbeitsmarktpolitik, speziell zur Instrumentenreform im
SGB III, SGB II und zu den örtlichen Beiräten
8. April: Gernot Kiefer, Vorstand GKV-Spitzenverband Aktuelle Fragen der Gesundheits- und
Pflegepolitik und Verhandlungen der Pflegetransparenz-Vereinbarung (stationär)
10. Mai: Ingo Golf und Johannes Jakob, Deutscher Gewerkschaftsbund Diskussion um das
Positionspapier für eine Reform der arbeitsmarktpolitischen Instrumente und die darin enthaltenen
notwendigen Ansatzpunkte, um die öffentlich
geförderte Beschäftigung fortzuentwickeln

Die Vertreter/innen der Freien Wohlfahrtspflege beim Gesprächstermin
mit der Bundeskanzlerin im November

6. Juni 2011: Stellungnahme zur Kommissionsmitteilung Reform der EU-Beihilfenvorschriften über Dienstleistungen von allgemeinem wirtschaftlichen Interesse – 20. Juni 2011: Stellungnahme zum Entwurf der Richtlinien des GKV-Spitzenverbandes aufgrund des § 53a Satz 1 Nr. 4 SGB XI zur
Qualitätssicherung der Qualitätsprüfungen nach §§ 114 ff SGB XI (Qualitätssicherungs-Richtlinien Qualitätsprüfung – QS-RI QP) – 21.  Juni 2011:

12

Politische Gespräche

Über zweihundert Ehrenamtliche aus ganz Deutschland waren am 5. April zu Gast bei Bundeskanzlerin
Dr. Angela Merkel. „Gemeinsam geht’s – Menschen
für Menschen“, unter diesem Motto würdigte die
Kanzlerin die Bedeutung der Freiwilligentätigkeit
für die Gesellschaft.

8. Juni: Bundesministerin Dr. Ursula von der
Leyen, BMAS Gespräch über die Vision einer
inklusiven Gesellschaft vor dem Hintergrund der
UN-Behindertenrechtskonvention und des Nationalen Aktionsplanes
18. Juli: Staatssekretär Josef Hecken, BMFSFJ
Gesprächsreihe zum Ausbau der Freiwilligendienste,
insbesondere zu Regelungen, Finanzierung, Umsetzung des BFD und FSJ
19. August: Rainer Höll, Ashoka Klärung des
Verhältnisses zwischen „etablierter“ Sozialwirtschaft
und den sich neu formierenden „social entrepreneurs“ und möglicher Synergien
7. September: Wolfgang Zöller, Patientenbeauftragter der Bundesregierung Das Gespräch
folgte einer Anregung aus dem Sozialmonitoring,
zu den Themen gehörten u. a. die Übernahme der
Krankenversicherungsbeiträge und die Aufnahme
von hilfebedürftigen Menschen ohne festen Wohnsitz in die Krankenversicherung

17. Oktober: Parlamentarischer Staatssekretär
Hans-Joachim Fuchtel, BMAS Das Sozialmonitoring der BAGFW mit der Bundesregierung findet
zwei Mal im Jahr statt und ist darauf gerichtet,
nicht-intendierte Folgen von Gesetzen im sozialen
Bereich zu beseitigen oder abzumildern. Gegenstand waren Themen aus dem Bereich des BMAS
und dem Gesundheitsbereich.

Eine ausführliche Dar­
stellung der politischen
Ge­spräche lesen Sie
unter www.bagfw.de |
digitaler jahres­bericht 2011

28. November: Die Spitzenverbände der Freien
Wohlfahrtspflege im Gespräch mit der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel Themen des
Gesprächs waren zum einen Familie als Leistungsträger und zum anderen die Problematik einer sich
verfestigenden Langzeitarbeitslosigkeit. Neben dem
allgemeinen Austausch diente das Gespräch dazu,
die Praxiserfahrung der Verbände für politisches
Handeln fruchtbar zu machen und auf Missstände
hinzuweisen.
15. Dezember: Koos Richelle, Generaldirektor
der Generaldirektion Beschäftigung der EUKommission Umsetzung der Strategie EU 2020 in
der Beschäftigungspolitik und bei der Armutsbekämpfung

­Stellungnahme zum Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Eingliederungschancen am Arbeitsmarkt vom 25.05.2011 – 24. Juni 2011: Stellungnahme zur Anhörung von Sachverständigen im Bundestags-Ausschuss für Arbeit und Soziales am 4.07.2011 zu den Anträgen betreffend die Ausschreibung von Integrationsfachdiensten – 30.  Juni 2011: Maßnahmen der BAGFW zu den Dialogforen des Nationalen Aktionsplans Integration

Politische Gespräche

13

Tagungen und
Veranstaltungen

Auf Tagungen und Kongressen präsentieren die Verbände der Freien
Wohlfahrtspflege ihre fachlichen Konzepte und Positionen gegenüber
internen und externen Fachleuten und stellen sie zur Diskussion. Damit
soll die Weiterentwicklung und Sicherung von sozialer Arbeit auf hohem
Niveau gewährleistet werden.
Das Thema Personalsituation in der Pflege/Altenhilfe ist
komplex und bedarf eines konzertierten Vorgehens auf
allen Ebenen und aller beteiligten Akteure. Es gilt, einen strategischen Prozess zu initiieren und neue Handlungsansätze gemeinsam zu finden. Die BAGFW hatte
hierzu Vertreter aus der Politik, den Pflegekassen, den
Ministerien, der Arbeitsagentur, Trägern von Einrichtungen und Diensten, Berufsverbänden, Aus-, Fort- und
Weitebildungsinstituten, Arbeitgeberverbänden und
Landesverbänden zu einer „Zukunftswerkstatt“ am
7.05.2011 nach Berlin eingeladen. Gemeinsam mit den
Teilnehmenden wurden Ideen und kreative Impulse
gesammelt, um neue Wege und Maßnahmen für diese
gesellschaftlichen Herausforderungen zu entwickeln.

(NAPi) – 11. Juli 2011: Stellungnahme zum Entwurf eines kompetenzorientierten Qualifikationsprofils für die Ausbildung von Erzieherinnen und
Erziehern an Fachschulen und Fachakademien – 24. August 2011: Stellungnahme zum Entwurf der Bundesregierung für ein ­„Gesetz zur Verbesserung der Eingliederungschancen am Arbeitsmarkt“ – 9. September 2011: Stellungnahme zum Entwurf der Änderung der ­Musterbauordnung (MBO)

14

Tagungen und Veranstaltungen

Tagungsdokumentationen,­
Stellungnahmen und
Publikationen werden auf
der Webseite der BAGFW
bereitgestellt.

Gemeinsame Fachveranstaltung mit dem BMAS:
Unter dem Titel „Fachkräftemangel in der Altenpflege – Mit Personalentwicklung
Zukunft gestalten“ diskutierten Expert/innen, wie dem Fachkräftemangel in der Pflege
begegnet werden kann. Die Teilnehmenden hatten dabei Gelegenheit, verschiedene
Projekte des Programms „rückenwind“ kennenzulernen.

Gemeinsame Fachtagung „Migration und Behinderung“
von BAGFW und Fachverbänden für Menschen mit Behinderung. Hier trafen erstmalig zwei bislang eher unabhängig voneinander agierender Arbeitsfelder aufeinander, um
sich gemeinsam mit der Lebenssituation von Menschen mit
Behinderung und Migrationshintergrund, ihren Handlungsbedarfen und Lösungsansätzen zu beschäftigen. Ergebnis
ist eine gemeinsame Erklärung zur interkulturellen Öffnung und zur kultursensiblen Arbeit für und mit Menschen
mit Behinderung und Migrationshintergrund. Diese ist auch
in Leichter Sprache über die BAGFW-Webseite erhältlich.

und zur Änderung der Musterbeherbergungsstättenverordnung (MBeVO) mit Stand vom 1.06.2011 – 12. September 2011: Beitrag der BAGFW zur
Konsultation der EU-Kommission „The Social Business Initiative – Promoting Social Investment Funds“ – 11. Oktober 2011: Stellungnahme zum Ent-

wurf eines Gesetzes zur Änderung des Unterhaltsvorschussgesetzes und anderer Gesetze – 17. Oktober 2011: ­Solidarität für die Ärmsten in Europa

Tagungen und Veranstaltungen

15

Europäisches Jahr der
Freiwilligen­tätigkeit 2011
Förderung der aktiven Bürgerschaft
Freiwilligentätigkeit hat in den Verbänden der Freien
Wohlfahrtspflege eine besondere Bedeutung: Bereits
über Generationen hinweg haben sich Menschen in
den Strukturen der Wohlfahrtsverbände bürgerschaftlich für sozialpolitische Bedarfe und gegen Missstände
engagiert. Bürgerschaftliches Engagement war und
ist so ein innovativer Impuls und eine sozialpolitische
Schubkraft für die Soziale Arbeit, die gesellschaftliche
Entwicklung und damit auch für die Freie Wohlfahrtspflege. Insgesamt repräsentiert die BAGFW mehr als
­2,5 Millionen Menschen, die sich in den Organisationen
der sechs Spitzenverbände der Wohlfahrtspflege ehrenamtlich betätigen und engagieren.

Mit dem Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011 wurden laut Ratsbeschluss insbesondere folgende Ziele verfolgt:
– Es sollen günstigere Rahmenbedingungen für
bürgerschaftliches Engagement in der Europäischen Union geschaffen werden.
– Das Potenzial der Organisatoren von Freiwilligentätigkeiten soll verbessert werden, um
dadurch die Qualität von freiwilligem Engagement zu verbessern.
– Freiwilligentätigkeit soll noch stärker anerkannt werden, und die Gesellschaft soll für
den Wert und die Bedeutung von freiwilligem
Engagement als Ausdruck einer aktiven Bürgerbeteiligung sensibilisiert werden.
Die Zielsetzungen der Europäischen Union wurden mit Blick auf die nationalen Herausforderungen angepasst und präzisiert. Die nationalen
Prioritäten lauteten:
– Stärkung der Aufmerksamkeit und Anerkennung für Freiwillige und bürgerschaftliches
Engagement in der Gesellschaft, mit einem
besonderen Fokus auf generationenübergreifende Aktivitäten
– Frauen, junge Menschen, Ältere sowie
Menschen mit Migrationshintergrund sollten
gezielt angesprochen werden
– Intensivierung des Austauschs mit Verbänden
und Organisationen der Bürgergesellschaft zur
Verbesserung des Umfelds für Freiwillige und
bürgerschaftliches Engagement
– Stärkere Vernetzung und Kooperation der
Akteure und der Informationsangebote über
bürgerschaftliches Engagement in Deutschland
und Initiierung eines regelmäßigen Dialogs
über das Thema auf europäischer Ebene

– ein Appell für den Fortbestand der europäischen Nahrungsmittelhilfe  Pressemeldungen 18. Januar 2011: Ergebnisse des Forschungsprojekts
„Kriterien für Lebensqualität in der stationären Pflege“ werden auf Fachtagung im April präsentiert – 25. Januar 2011: BAGFW begrüßt Start der
Initiative zur Stärkung der Freiwilligendienste des BMFSFJ – 11. Februar 2011: Veranstaltung am 12.04. in Berlin für Vertretungen der Freien

16

Europäisches Jahr der Freiwilligen­tätigkeit 2011

Die Geschäftsstelle bei der BAGFW war erste Anlaufstelle für alle
Fragen im Zusammenhang mit dem Europäischen Jahr. Sie arbeitete
eng mit Projektträgern und Partnern aus Zivilgesellschaft, Staat und
Wirtschaft zusammen, beriet über Möglichkeiten der Beteiligung,
stellte Informations- und Werbematerialen zur Verfügung, richtete
eine umfangreiche Website ein und pflegte Auftritte des EJF 2011 in
verschiedenen Social Media-Plattformen.

Veranstaltungen und Aktivitäten
Aus EU- und Bundesmitteln wurden insgesamt
sieben Regionalkonferenzen gefördert, auf
denen die nationalen und europäischen Prioritäten des Jahres diskutiert, die Vernetzung der
Akteure unterstützt und inhaltliche Impulse
zur Weiterentwicklung im Bereich Freiwilligentätigkeit gegeben wurden. Die Europäische
Kommission förderte in Deutschland zudem
zwei sogenannte Flaggschiffprojekte, die dazu
beitragen sollen, langfristige Partnerschaften
zwischen Organisationen der Zivilgesellschaft
im Bereich der Freiwilligenarbeit aufzubauen.
Die Regionalkonferenzen und Flaggschiffprojekte des EJF 2011 wurden durch zahlreiche
weitere Veranstaltungen und Aktivitäten
ergänzt. Insbesondere die Verbände und Organisationen der Zivilgesellschaft beteiligten
sich mit etwa 300 vielfältigen Projekten an
der Umsetzung des Jahres und leisteten damit
einen wesentlichen Anteil daran, die Ziele des
Jahres zu erreichen. Von den Spitzenverbänden
der Freien Wohlfahrtspflege setzte sich 2011
der federführende Verband der BAGFW, das
Diakonische Werk, besonders intensiv mit dem
Thema Freiwilligentätigkeit auseinander und
widmete sein Jahresthema dem freiwilligen Engagement. Auch die übrigen Spitzenverbände
führten mehrere Kongresse und Veranstaltungen durch.

Freiwillig
Etwas
bewegen!

Um das Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit der Öffentlichkeit näherzubringen
und um die Aktivitäten der 27 EU-Mitgliedstaaten miteinander zu verbinden, fand in
der gesamten Europäischen Union eine interaktive Freiwilligentour statt. Rund 100
Organisationen boten ein vielfältiges Programm zu den Themenschwerpunkten Sport
und Umweltschutz, Engagement in der Familie, Soziales Engagement, Aktives Altern,
Gesundheit und Selbsthilfe, Jugend und Bildung sowie Rettungsdienste an.

Unter diesem Motto fand
2011 das Europäische Jahr
der Freiwilligentätigkeit zur
Förderung der aktiven Bürgerschaft (EJF 2011) statt.  

­Wohlfahrtspflege in vorhandenen bzw. neu geschaffenen Beiräten – 21. Februar 2011: Bundesfamilienministerin eröffnet Europäisches Jahr der
Freiwilligentätigkeit „Freiwillig. Etwas bewegen“ – unter diesem Motto steht das Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011 in Deutschland. –­
23.  Februar 2011: ­Einigung im Schiedsstellenverfahren: Anforderungen an gleichwertige Prüfverfahren festgelegt. Einrichtungen und Dienste

Europäisches Jahr der Freiwilligen­tätigkeit 2011

17

2011
Weitere Politische Gespräche wurden mit folgenden Personen geführt

Heinrich Alt, Bundesagentur für

Arbeit, Christine Aschenberg-Dugnus, MdB, FDP-Fraktion, Elisabeth Beikirch, BMG, Ombudsfrau Entbürokratisierung in der
Pflege, Gerd Billen, Verbraucherzentrale Bundesverband, Prof. Dr. Maria Böhmer, MdB, Beauftragte der Bundesregierung
für Migration, Flüchtlinge und Integration, Dieter Hackler, Abteilungsleiter im BMFSFJ, Eva Högl, MdB, SPD-Fraktion, Hubert
­Hüppe, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Dr. Heinrich L. Kolb, MdB, FDP-Fraktion,
Anette Kramme, MdB, SPD-Fraktion, Dr. Jens Kreuter, BMFSFJ, Leiter Arbeitsstab Freiwilligendienste, Harald Kuhne, Unterabteilungsleiter im BMWi, Markus Kurth, MdB, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Heinz Lanfermann, MdB, FDP-Fraktion, Christoph
Linzbach, Unterabteilungsleiter im BMFSFJ, Hildegard Mattheis, MdB, SPD-Fraktion, Maria Michalk, MdB, CDU/CSU-Fraktion,
Gabriele Molitor, MdB, FDP-Fraktion, Birgit Naase, Unterabteilungsleiterin im BMG, Ronald Pofalla, MdB, Chef Bundeskanzleramt, Brigitte Pothmer, MdB, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Wolfgang Rombach, Unterabteilungsleiter im BMAS, Elisabeth
Scharfenberg, MdB, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Karl Richard Maria Schiewerling, MdB, CDU/CSU-Fraktion, Dr. Matthias
Schulze-Böing, Jobcenter Offenbach, Dr. Ilja Seifert, MdB, Fraktion Die Linke, Johannes Vogel, MdB, FDP-Fraktion, Christi-

an Weber, Abteilungsleiter im BMG, Willi Zylajew, MdB, CDU/CSU-Fraktion.

Veranstaltungen mit aktiver BAGFW

­Beteiligung 23. Januar „Nach dem Überleben“ – Psychosoziale und medizinische Folgen von während der Shoah traumatisierten Kindern, ZWST, Frankfurt/Main 18. März 4. Dialog-Forum des BMG zum Thema „Bürokratieabbau in der Pflege“, Berlin
5. April Ehrung von Ehrenamtlichen durch die Bundeskanzlerin, Berlin 6.–7. April DKI Frühjahrs-Kongress 12. April Pflegemesse,
Sonderforum Pflegenotstand, Nürnberg 13.  April 50 Jahre Zivildienst, Bethel 11.–13. Mai Hauptstadtkongress Medizin und
18

2011

Gesundheit, Berlin 7. Juni ESF-Jahreskonferenz „Mit dem ESF in die Zukunft: Kompetenzen stärken und neue Beschäftigungsmöglichkeiten eröffnen“ 27.–28. Juni „Freiwillige für den Naturschutz“, Deutscher Naturschutzring im Rahmen des EJF 2011,
Potsdam 14. September Fachveranstaltung rückenwind „Fachkräftemangel in der Altenpflege“ 15. September Regierungs­
dialog Rente, BMAS, Berlin 24. September Grüner Tag der Gesundheitsberufe, Berlin 1. Oktober 2. Ökumenische Tagung Ehrenamtliches Engagement, Erfurt 19. Oktober „rückenwind“ auf der transnationalen Lernkonferenz „Community of Practice (COP)
on Partnership in the ESF“ 2.–3. November ConSocial, Nürnberg 5. November Hamburger Tage des Stiftungs- und Non-Profit-

Rechts 2. Dezember Verleihung des Deutschen Engagement Preises und Abschluss des EJF 2011  BAGFW-Veranstaltungen
10. Januar Übergabe Wohlfahrtsmarken, Schloss Bellevue 16. Februar Neue Kompetenzen für die Pflege, Berlin 21. Februar
Nationale Auftaktveranstaltung EJF 2011, Berlin 6. April Ergebnis- und Lebensqualität in der Pflege: Chance und Herausforderung (zusammen mit dem Deutschen Verein) 12. April „Beraten und Vernetzen – zur Mitarbeit freier Träger in den Beiräten der Jobcenter“, Berlin 9. Mai Zukunftswerkstatt „Pflegekräfte verzweifelt gesucht – Gemeinsam gegen die Personalnot
in der Pflege“, Berlin 26.– 27. Mai 7. Kongress der Sozialwirtschaft (zusammen mit der Bank für Sozialwirtschaft und der
­Nomos Verlagsgesellschaft), Magdeburg 1. Juni Auftaktveranstaltung „Wie misst man Teilhabe in der Eingliederungshilfe?“,
Fulda 24. Juni Workshop „Bürgerschaftliches Engagement“, Berlin 27. September Parlamentarischer Abend (zusammen mit
dem Deutschen Verein), Berlin 5. Oktober Fachtagung „Vorfahrt für die Betreuungsvereine. Gemeinsam mit dem Ehrenamt“,
Kassel 14.–20. Oktober Interaktive Freiwilligentour im Rahmen des EJF 2.–3. November Fachtagung „Migration und Behinderung“, Berlin 6. Dezember Übergabe Weihnachtsmarken, Berlin 12. Dezember Verleihung des Deutschen Sozialpreises, Berlin
2011

19

Gremienarbeit
Sozialkommission I
Vorsitz: Tobias Nowoczyn, DRK
Die Kommission Sozialpolitik I bearbeitet Themen aus
den Bereichen Altenhilfe inklusive Pflegeversicherung,
­Behindertenhilfe und Gesundheitswesen. Übergreifend arbeitet der Ausschuss „Qualitätsmanagement“
als Querschnittsausschuss in Anbindung an die Sozialkommission I.
Das BMG hatte das Jahr 2011 zum „Jahr der
Pflege“ erklärt. Naturgemäß hat sich die Sozialkommission I mit zahlreichen Themen und
Vorhaben aus dem für die Freie Wohlfahrtspflege besonders bedeutsamen Arbeitsfeld
Pflege befasst.
Einen inhaltlichen Schwerpunkt bildete die im
Vorstand geführte und durch die Sozialkommission I vorbereitete Strategiedebatte zur
Pflege. Angesichts der drängenden Probleme
in diesem Bereich und der bevorstehenden
Pflegereform waren die gemeinsamen Positionen zu den relevanten Zukunftsfragen und die
Herausforderungen zu identifizieren. Als Themenstellungen wurden sowohl die Umsetzung
des Pflegeweiterentwicklungsgesetzes und die
Weiterentwicklung der Pflege-Transparenzvereinbarungen als auch die Qualitätssicherung
in der Pflege besonders herausgestellt. Die
BAGFW stellte Überlegungen zum Status der
Selbstverwaltung an und beriet über mögliche
neue Strukturen dieser. Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff und seine Umsetzung, die

Finanzierung der Pflegeversicherung wie auch
der Fachkräftemangel, Konzepte zu seiner
Bekämpfung, Ausbildung und Bezahlung von
Pflegekräften und die Anerkennung von Pflegekräften aus dem Ausland standen ebenfalls
im Fokus der Strategieüberlegungen.
Die Position der Spitzenverbände der Freien
Wohlfahrtspflege zur Weiterentwicklung der
Pflege-Transparenzvereinbarungen und die
Umsetzung der Ergebnisse des Forschungsvorhabens „Entwicklung und Erprobung von
Instrumenten zur Beurteilung der Ergebnisqualität in der stationären Altenhilfe“ bildeten
einen Beratungsschwerpunkt der Sozialkommission I. Ende 2010 wurden die Ergebnisse des
Forschungsvorhabens öffentlich präsentiert. Die
in diesem Projekt erzielten Ergebnisse sind u. a.
Grundlage für die weitere Bearbeitung eines
BAGFW-Konzepts für die zukünftige externe
Qualitätsprüfung und Qualitätsberichterstattung. Dieses wurde in 2011 detaillierter beraten. Zusammenfassend wird ein Systemwechsel,
der konsequent die Ergebnisqualität für die
pflegebedürftigen Menschen im Fokus hat, angestrebt. Nach dem Scheitern der Verhandlungen der Pflegetransparenzvereinbarungen, die
zur Anrufung der Schiedsstelle führten, sind für
die Zukunft Konfliktlösungsmechanismen dringend erforderlich. Details dazu finden sich auch
im Bericht des Fachausschusses „Altenhilfe“ im
digitalen Jahresbericht, in dem die Auswertung
des Forschungsvorhabens schwerpunktmäßig
erfolgte und die weitere Umsetzung beraten
wurde.
Die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege sehen die Personalsituation in der Pflege und die
Entwicklung bei der Fachkräftegewinnung mit

­können künftig weitere Prüfinstitutionen beauftragen. – 24. Februar 2011: Schiedsstellenverfahren: Weitere Prüfinstitutionen zugelassen – 15. März
2011: BAGFW-Papier zu Ansätzen und Überlegungen zum Umgang mit der Fachkräftesituation in Kindertageseinrichtungen – 1. April 2011: Oberkirchenrat Johannes Stockmeier tritt zweijährige Amtszeit an. ­Schwerpunkte sind die demografische Entwicklung in Deutschland, Teilhabe von

20

Gremienarbeit

Das von der BAGFW initiierte und durch die Bundesministerien BMG und BMFSFJ geförderte Projekt zur “Entwicklung
und Erprobung von Instrumenten zur Beurteilung der
Ergebnisqualität in der stationären Altenhilfe” endete im
November 2010. Basierend auf diesen Erkenntnissen sind
die Konkretisierung des Konzeptes für eine neue Qualitätsberichterstattung sowie die Kommunikation und Information eine wesentliche Querschnittaufgabe des Ausschusses
Qualitätsmanagement im Zusammenwirken mit dem
Fachausschuss Altenpflege.
Mehr dazu unter www.bagfw-qualitaet.de

Sorge. So befasste sich die Sozialkommission I
mit Konzepten gegen den Fachkräftemangel
und zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen. In einer Zukunftswerkstatt mit zahlreichen Fachleuten und Interessierten wurden
Konzepte und Ideen diskutiert. In diesem
Zusammenhang war auch die Einstufung der
Sozial- und Gesundheitsberufe in den Deutschen Qualifikationsrahmen von Relevanz. Der
Arbeitskreis DQR bearbeitete einen bildungsbereichsübergreifenden Qualifikationsrahmen
mit dem Ziel, nationale Qualifikationen auch
in Europa transparent und vergleichbar zu
machen. Im Januar 2012 legte der Arbeitskreis
DQR einen Vorschlag vor.
Die Sozialkommission I befasste sich ebenso
wie die Sozialkommission II mit dem Vorhaben
„Der Sozialraum als Ort der Teilhabe“. Ziel dieses Vorhabens ist es, Stärke und Besonderheit
der Freien Wohlfahrtspflege herauszuarbeiten
und die Ergebnisse entsprechend zu nutzen.
Die Fachausschüsse haben sich des Themas jeweils mit Blick auf ihren Zuständigkeitsbereich
genähert und fachliche Ausarbeitungen zu
einzelnen Fragestellungen vorgelegt. Nunmehr
wird es Aufgabe einer eigens eingerichteten
fachübergreifend tätigen Arbeitsgruppe sein,
die Materialsammlung zu sichten und weiter
aufzuarbeiten. Die Ergebnisse werden bis Mitte des Jahres 2012 vorliegen.

dertenrechtskonvention befassten. In diesen
Arbeitsgruppen arbeiteten Vertreter/innen der
Freien Wohlfahrtspflege aktiv mit. Auch der Beteiligungsprozess der ASMK zur Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe für Menschen mit
Behinderungen stand erneut auf der Agenda.
Zudem wurden die Möglichkeiten, das Unrecht
an behinderten Kindern und Jugendlichen
in den 50er und 60er Jahren aufzuarbeiten,
beraten.

Die personelle Besetzung
der Ausschüsse sowie eine
detaillierte Dokumentation
ihrer Arbeit, Stellung­
nahmen und Positionen
finden Sie im digitalen
Jahresbericht 2011 unter
www.bagfw.de

Neben diesen Schwerpunktthemen befasste sich
die Sozialkommission I gemäß ihrem Auftrag
auch mit weiteren Fragestellungen und Projek­
ten: So begleitete sie die Arbeit zum Thema
­„Betreuungsvereine in der BAGFW“ und befasste
sich mit Grundsatzpositionen zum Betreuungsrecht, sie beriet über die Beteiligung der BAGFW
am Projekt „Zukunftsforum langes Leben“ und
am Hauptstadtkongress und prüfte Chancen
und Möglichkeiten, sich in die Arbeitsvorhaben
der vom Deutschen Bundestag eingesetzten
Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand,
Lebensqualität“ mit Anliegen der Freien Wohlfahrtspflege einzubringen. Zur Vorbereitung
von politischen Gesprächen, u. a. mit dem
Patientenbeauftragten der Bundesregierung,
Wolfgang Zöller, stimmte sie die Gesprächsthemen und die auf Fachebene vorbereiteten
Gesprächsinhalte und Positionen ab.

Neben den bedeutsamen pflegepolitischen
Themen standen natürlich auch Fragestellungen aus dem Bereich der Behindertenpolitik
und des Gesundheitswesens auf der Agenda.
So wurden im BMAS verschiedene Arbeitsgruppen gebildet, die sich mit dem Nationalen
Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behin-

Menschen mit Behinderungen und die Zukunft der Pflege. – 5. April 2011: Deutscher Engagement Preis zeichnet freiwillig engagierte Menschen aus.
Bis zum 31.07. können alle Bürgerinnen und Bürger ihre ­„persönlichen Helden“ für die Auszeichnung nominieren – 6. April 2011: Empfang im
Kanzleramt – ­Bundeskanzlerin Merkel würdigt Ehrenamtliche und ihr Engagement für die Gesellschaft – 7. April 2011: „Erfahrung ist Zukunft“

Gremienarbeit

21

Sozialkommission II
Vorsitz: Prof. Dr. Georg Cremer, DCV
Die Kommission Sozialpolitik II
bearbeitet die Themenfelder Kinder, Jugend, Familie und Frauen,
Bildung, Arbeitsmarktpolitik und
Grundsicherung, Armutsfragen,
Migration und Integration, Zivildienst und Bürgerschaftliches
Engagement.
Zu Beginn des Jahres verständigte sich die
Sozialkommission II auf Themenschwerpunkte,
die vorrangig in den Fokus genommen und intensiver bearbeitet werden sollten. Fragen des
Bürgerschaftlichen Engagements, der Arbeitsmarktpolitik, der Integrationspolitik sowie der
Kinder- und Jugendhilfe standen im Fokus der
Arbeit der Sozialkommission II.
Der Sozialkommission II sind Fachausschüsse zugeordnet, die ihr Arbeits- und Themenfeld beobachten und die Aufträge der Sozialkommission II bearbeiten. Die in den Fachausschüssen
erarbeiteten Ergebnisse in Form von Stellungnahmen und Positionspapieren wurden in der
Sozialkommission II beraten und für die weitere
politische Arbeit der BAGFW freigegeben.
Im Berichtsjahr fanden zahlreiche Gespräche
der Vorstandsmitglieder mit den Spitzen der
Politik, aber auch politische Veranstaltungen
statt, an denen die BAGFW neben weiteren

­ kteuren beteiligt war. Diese Gespräche bedurfA
ten einer fachlichen Vorbereitung, der Erarbeitung von Gesprächsleitfaden und Statements;
die Freigabe dieser Papiere oblag regelmäßig
der zuständigen Sozialkommission.
Anfang Februar fand die Auftaktveranstaltung
zum gemeinsamen Monitoring der Bundesregierung mit den Wohlfahrtsverbänden statt.
Das Sozialmonitoring wurde bereits in den
beiden vorangegangenen Legislaturperioden
durchgeführt und wird auch von der neuen
Bundesregierung wieder aufgenommen. In
diesem wichtigen Dialog werden u. a. unbeabsichtigte Auswirkungen von sozialgesetzlichen
Regelungen auf sozial benachteiligte Menschen identifiziert und – soweit möglich – einer
Lösung zugeführt. Das Sozialmonitoring soll
weiterhin zwei Mal im Jahr auf Ebene der
Staatssekretäre der beteiligten Bundesressorts
und der Generalsekretäre bzw. Geschäftsführer
der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege stattfinden.
Im Jahr 2011 nahm erwartungsgemäß die
politische Debatte zum Bürgerschaftlichen Engagement und den neuen Entwicklungen und
Umstrukturierungen im Zivildienst und den
Freiwilligendiensten breiten Raum ein. Zudem
bestimmte das Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit (EJF) die Aktivitäten in diesem
Arbeitsfeld. Der BAGFW-Vorstand hatte die
besondere Bedeutung des Bürgerschaftlichen
Engagements für die Freie Wohlfahrtspflege
hervorgehoben und strategische Beratungen initiiert. Als ein Ziel wurde festgelegt,
die inhaltlichen und strategischen Fragen im
Zusammenhang mit der Rolle der BAGFW im
Handlungsfeld Bürgerschaftliches Engagement

­startet einen neuen Internetauftritt. Die Initiative zum demografischen Wandel will für die Chancen und Perspektiven in einer Gesellschaft längeren
Lebens sensibilisieren – 12. April 2011: Am 14.4. ist Girls-Day und zum ersten Mal auch Boys-Day: Gelegenheit für Schülerinnen und Schüler, sich über
vielfältige Berufsmöglichkeiten in der Sozialwirtschaft zu i­nformieren – 10.  Mai 2011: BAGFW aktiv gegen Fachkräftemangel in der Pflege –

22

Gremienarbeit

zu klären. Der dazu in der BAGFW angestoßene intensive Diskussionsprozess dauert an.
Das Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit
bot auch für die BAGFW und die Spitzenverbände den Rahmen, um ihre Aktivitäten zur
Förderung der aktiven Bürgerschaft, Stärkung
der Anerkennungskultur und Sensibilisierung
für den Wert von freiwilligem Engagement
verstärkt öffentlich zu machen. Das EJF wurde durch das BMFSFJ koordiniert, unterstützt
durch die bei der BAGFW angesiedelte Geschäftsstelle.
Das bevorstehende Ende des Zivildienstes und
die Pläne der Bundesregierung zur Schaffung
eines Bundesfreiwilligendienstes prägten das
Jahr 2011. Die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege führten intensive Gespräche mit dem
BMFSFJ zu den Regelungsbedarfen, Rahmenbedingungen und Strukturen, die für einen
erfolgreichen Aufbau des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) eingefordert wurden.
Wegen der fachübergreifenden Inhalte befassten sich beide Sozialkommissionen mit den Arbeiten der Enquete-Kommission des Deutschen
Bundestages „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität – Wege zu nachhaltigem Wirtschaften
und gesellschaftlichem Fortschritt in der sozialen Marktwirtschaft“. Die Verbände verfolgen
die Debatte in der Kommission und wollen
Möglichkeiten nutzen, Beiträge einzubringen.
Die Arbeiten in der Enquete-Kommission werden bis in das Jahr 2012 hinein andauern.
Von besonderer Bedeutung waren die Diskussionen am Runden Tisch „Sexueller Kindesmissbrauch“, die sowohl im Fachausschuss „Kinder,
Jugend, Familie und Frauen“ als auch in der

Sozialkommission II inhaltlich begleitet wurden.
Die BAGFW war am Runden Tisch durch ihre Vizepräsidentin und in den Arbeitsgruppen durch
Vertreter/innen der Spitzenverbände der Freien
Wohlfahrtspflege vertreten. Der Abschlussbericht des Runden Tisches wurde am 30.11.2011
vorgelegt. Nunmehr sind die Verbände in der
Pflicht, die Empfehlungen des Runden Tisches
umzusetzen. Neben den Arbeiten am Runden Tisch begleitete die Sozialkommission das
Gesetzgebungsverfahren zum Bundeskinderschutzgesetz und beschäftigte sich mit der Fachkräfteentwicklung in Kindertageseinrichtungen.
Dabei verabredete sie die Durchführung einer
bundesweiten Kampagne zur Werbung für den
Beruf des Erziehers und der Erzieherin.
www.profisfuerdiekita.de

Einzelheiten zu den
erörterten Themen der
Fachausschüsse sind den
Dokumentationen im
digitalen Jahresbericht
zu entnehmen.

Die Sozialkommission II begleitete zudem das
Gesetzgebungsverfahren zur SGB II-Instrumentenreform und erarbeitete gemeinsam mit
den Experten/innen aus dem Fachausschuss
und den Fachverbänden Positionspapiere und
Stellungnahmen. In zahlreichen politischen
Gesprächen sowohl mit der Bundesagentur für
Arbeit als auch mit dem zuständigen BMAS und
den arbeitsmarktpolitischen Sprecher/innen der
Bundestagsfraktionen machte sich die BAGFW
insbesondere für langzeitarbeitslose Menschen
und für solche mit besonderen Vermittlungshemmnissen stark.
Im Arbeitsfeld Migration und Integration
begleitete die Sozialkommission u. a. die
Arbeiten am Nationalen Aktionsplan Integration der Bundesregierung. Die Ministerien
auf Bundesebene richteten dazu Dialogforen
ein, die eine Beteiligung der Spitzenverbände
vorsahen. Die Verbände brachten sich bei der

­11. Mai 2011: Fachkräftemangel in der Pflege als zentrale Herausforderungen der Gegenwart – 12. Mai 2011: Darstellung der Qualität von Pflegeeinrichtungen auf neue tragfähige Füße stellen. BAGFW präsentiert Eckpunkte zu einer zukünftigen Qualitätsberichterstattung – 14. Juni 2011:

Dokumentation der Fachtagung zum Forschungsprojekt „Kriterien für Lebensqualität in der stationären Pflege“ und Dossier zu Pflegenoten,

Gremienarbeit

23

Erstellung des Aktionsplanes engagiert ein. In
46 Maßnahmen beschrieben sie ihre Beiträge
und Vorschläge für eine Gesellschaft, an der
alle Menschen teilhaben und in der sie gleiche
Chancen genießen. Der Nationale Aktionsplan
Integration und die vielfältigen Beiträge der
Akteure wurden auf dem 5. Integrationsgipfel
im Januar 2012, an dem auch der Präsident der
BAGFW teilnahm, vorgestellt.
Die dargestellten vielfältigen Themen bildeten
den Schwerpunkt der Kommissionsarbeit. Darüber hinaus befasste sich die Sozialkommission
auch mit europäischen Fragen, mit der Weiterentwicklung des Europäischen Sozialfonds,
mit der inhaltlichen Ausrichtung von Fachtagungen und mit den weiteren Arbeiten zum
Themenschwerpunkt „Der Sozialraum als Ort
der Teilhabe“ (siehe auch Sozialkommission I).

Finanzkommission
Vorsitz: Dr. Ulrich Schneider,
Der Paritätische
Die Rahmenbedingungen für die
Finanzierung der Arbeit der Freien Wohlfahrtspflege standen wie
gewohnt im Zentrum der Tätigkeit
der Finanzkommission. Die Fachausschüsse Gemeinnützigkeit und Steuern, Wohlfahrtsmarken, Statistik
und Vergaberecht arbeiteten unter
dem Dach der Finanzkommission an
einem breiten Themenspektrum.
Aus den Fachausschüssen ist zugleich mindestens eine Person, in
der Regel der/die Vorsitzende, auch
Mitglied in der Finanzkommission,
so dass die Verzahnung zwischen
den Gremien sichergestellt werden
kann.
Inhaltliche Schwerpunkte
Die Arbeit war stark geprägt von Herausfor­
derungen, die im Zusammenhang mit der
Aufstellung des Bundeshaushaltes 2012, den

­Ergebnisqualität in der stationären Altenhilfe – 17. Juni 2011: Ergebnisse des Projekts zur Qualitätsberichterstattung liegen vor. BAGFW erarbeitet
Konzept zur Umsetzung – 5. August 2011: Vereinbarung mit dem Familienministerium sichert den Aufbau der Freiwilligendienste – 16. August 2011:

Am 05.10. findet in Kassel die Fachtagung „Vorfahrt für die ­Betreuungsvereine – Gemeinsam mit dem Ehrenamt“ statt. – 30. August 2011: ­Kostenlose

24

Gremienarbeit

Durch eine regionale Presse- und Öffentlichkeitsarbeit soll die Förderung durch die GlücksSpirale
für eine breite Öffentlichkeit im unmittelbaren
Umfeld sichtbar werden. Seit 1976 konnten mehr
als 21.700 soziale Projekte der Freien Wohlfahrtspflege aus den Erlösen realisiert werden.
www.gluecksspirale.de

Konsequenzen der geänderten Nebenbestimmungen für die Zuwendungen an die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege und den
strukturellen Veränderungen mit Einführung
des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) auftraten.
Die Auswirkungen auf die Arbeit der Freien
Wohlfahrtspflege und die Absicherung tragfähiger Finanzierungskonzepte und einer stabilen, in die Zukunft gerichteten finanziellen
Ausstattung stellten einen gewichtigen Teil der
Arbeit der Finanzkommission dar.
Insbesondere die im Bundeshaushalt 2012
erfolgte Fortschreibung der Förderung der
Arbeit der Spitzenverbände ist ein Verdienst
der intensiven Bemühungen der BAGFW, deren
Grundlagen in der Finanzkommission erarbeitet
wurden.

Jahre durchgeführten Kongresses der Sozialwirtschaft sind die Grundlagen der anstehenden strukturellen Veränderungen eingehend
beraten und auf den Weg gebracht worden.
Die Finanzkommission begleitete zudem
auftragsgemäß die Budgeterstellung für das
Jahr 2012, die laufende Bewirtschaftung des
Budgets 2011 sowie die Bestrebungen zur
qualitativen Verbesserung der grundlegenden
organisatorischen Strukturen von Verein und
Geschäftsstelle. Wie in jedem Jahr erörterte
die Finanzkommission auch die Ergebnisse der
Wirtschaftsprüfung des Jahresabschlusses 2010,
der mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen wurde.

Traditionell stand im Fokus der Finanzkommission auch 2011 die Finanzierung der vielfältigen Aufgaben der Freien Wohlfahrtspflege
durch Bundes- und Lotteriemittel. In diesem Zusammenhang begleitete die Finanzkommission
die Aktivitäten der Landeslottogesellschaften
zur Änderung des Lotterie-Staatsvertrages. Hintergrund ist die Sicherstellung der Förderung
einer Vielzahl sozialer Projekte durch Erträge
aus den Soziallotterien, wie beispielsweise der
GlücksSpirale, die im Zuge einer umfassenden
Kommerzialisierung des Lotteriewesens in
Deutschland stark gefährdet wären.
Zur Bedarfsoptimierung im Softwarebereich
der Mitgliedsorganisationen in den Gesamtverbänden wurde zudem ein neuer Konditionenvertrag mit der Firma Microsoft abgeschlossen.
Für die zukünftige Neugestaltung des alle zwei

Infobroschüre über die Freie Wohlfahrtspflege als Download oder Leseexemplar bestellen. – 5. September 2011: Im Rahmen der heutigen öffent­
lichen Anhörung des Ausschusses für Arbeit und Soziales zur Arbeitsmarktpolitik warnen die Spitzenverbände: Kürzungsvorgaben machen Förderchancen zunichte. – 19. Oktober 2011: Solidarität mit den Ärmsten in Europa – Die BAGFW und der Bundesverband Deutsche Tafel haben ­gemeinsam

Gremienarbeit

25

Jahresabschluss
Geschäftsstelle
Die Kernaufgaben der BAGFW-Geschäftsstelle
sind unter anderem die Beratung des Vorstandes und der ihm zuarbeitenden Gremien, die
Koordination und Unterstützung der Facharbeit, Organisation von politischen Gesprächen
auf Bundesebene, Organisation und Durchführung von Veranstaltungen, Verwaltung der
Fonds, Stiftungen, Lotteriemittel und des Sozialwerkes Wohlfahrtsmarken sowie die Darstellung der Anliegen der Freien Wohlfahrtspflege
in der Öffentlichkeit.
Die BAGFW unterhält neben der Geschäftsstelle in Berlin ein EU-Büro in Brüssel und die
Abteilung Wohlfahrtsmarken mit Standort
Köln. Zur Vorbereitung und Begleitung des
Europäischen Jahres der Freiwilligentäigkeit
Engagements 2011 (EJF 2011) wurde temporär
eine nationale Geschäftsstelle bei der BAGFW
mit zwei Mitarbeiter/innen eingerichtet, um die

nationale Koordinierungsstelle im BMFSFJ bei
der Umsetzung der bundesweiten Aktivitäten
zu unterstützen.
Seit Beginn des Jahres 2009 ist bei der BAGFW
die Regiestelle zur Koordinierung des ESFProgramms „rückenwind – Für die Beschäftigten in der Sozialwirtschaft“ eingerichtet. Im
Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und
Soziales (BMAS) und der sechs Spitzenverbände
der Freien Wohlfahrtspflege koordinieren vier
Mitarbeiter/innen die Umsetzung des Partnerschaftsprogramms.
Im Sommer startete das Projekt „Wie misst
man Teilhabe in der Eingliederungshilfe?“ im
Arbeitsbereich Qualitätsmanagement mit einem
Mitarbeiter. Für die Organisation des Kongresses der Sozialwirtschaft ist ein externer Mitarbeiter beschäftigt. In der Geschäftsstelle waren
2011 teilweise bis zu 23 Mitarbeitende tätig.

Freiwillig etwas bewegen – das wollten anlässlich
des Europäischen Jahrs der Freiwilligentätigkeit
2011 auch die Mitarbeiter / innen der Geschäftsstelle der BAGFW. Am 5. Dezember, dem Internationalen Tag des Ehrenamts, unterstützten sie darum ein
soziales Projekt: Baueinsatz auf dem Abenteuerspielplatz und Kinderbauernhof Waslala.

mit französischen N
­ ichtregierungsorganisationen eine Stellungnahme zum Erhalt des europäischen Nahrungshilfeprogramms erarbeitet –
14. November 2011: ­Gemeinsamer Parlamentarischer Abend zur Zukunft des Gesundheits- und Pflegesystems in Deutschland. – 30. ­November 2011:
­Abschließende Sitzung des Runden Tisches Kindesmissbrauch – BAGFW zieht positive Bilanz. Allerdings bleibt noch viel zu tun – 13. Dezember 2011:

26

Gremienarbeit
Jahresabschluss

www.bagfw.de
www.bagfw-qualitaet.de

Die Freie Wohlfahrtspflege
Von Menschen für Menschen

Die Freie Wohlfahrtspflege – Von Menschen für Menschen
Die kostenlose Broschüre erläutert das Selbstverständnis
und die Grundsätze der Freien Wohlfahrtspflege. Sie gibt
einen Überblick über Aufgabenfelder, Themenschwerpunkte, Einrichtungszahlen und ihre Rolle im Sozialstaat.
Als Download unter www.bagfw.de/ Publikationen
110916_Imagbrosch_BAGFW_umschlag_f.indd 1

16.09.2011 10:39:26 Uhr

oder kostenlos anfordern über info@bag-wohlfahrt.de

Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e. V.
Präsident: Oberkirchenrat Johannes Stockmeier
Vizepräsidenten: Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg, Wolfgang Stadler

Geschäftsstelle
Geschäftsführer: Dr. Gerhard Timm
Sekretariat: Regina Klug

ESF-Regiestelle

Koordination
der Gremienarbeit
(Stellvertretende
Geschäftsführerin)

Leiter:
Matthias König
Referentinnen:
Cornelia Schäff
Sarah Gutscher

Referentin:
Sabina BombienTheilmann

Sachbearbeitung:
Daniela Zedel

Finanzreferat und
Innerbetriebliche
Organisation
Referent:
Jürgen Uelze-Adams
Sachbearbeitung:
Therese Blechen
Fatma Kaygusuz
Birgit Lange

Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit

Arbeitsbereich
Qualitätsmanagement

Referentin:
Bettina Neuhaus

Referentin:
Heike Golletz

Sachbearbeitung:
Britt Kutscha

Sachbearbeitung:
Stefanie Schlieter
Aktion Mensch-Projekt
„Wie misst man
Teilhabe?“
Projektkoordinator:
Christoph Kraschl

Nationale Geschäftsstelle
EJF 2011

Abteilung
Wohlfahrtsmarken Köln

Leiterin:
Sabine Wolf

Referentin:
Sigrid Forster

Sachbearbeitung:
Julian Klein

Sachbearbeitung:
Annette Mauermann
Anja Böhme

EU-Vertretung Brüssel
Leiter:
Ulrich Tiburcy

Stand 31. Dezember 2011

Jahresabschluss
Gremienarbeit

27

Im Rahmen der bundesweiten ESF-Jahreskonferenz im
Juni gestaltete die ESF-Regiestelle bei der BAGFW ein
Forum, bei dem der partnerschaftliche Ansatz zwischen
BMAS und BAGFW thematisiert wurde, der dem Programm „rückenwind“ in allen Phasen zugrunde liegt
und der auf internationaler Ebene bereits als beispielhaft für gute Zusammenarbeit gilt.

Mehr Informationen zu
den Arbeitsbereichen und
Aktivitäten der Geschäftsstelle finden Sie unter
www.bagfw.de | digitaler
jahresbericht 2011

ESF-Regiestelle
„rückenwind“ für die
Personalentwicklung in
der Sozialwirtschaft
Nach vier Aufrufen zur Interessenbekundung
in den vorangegangenen Jahren konnten in
2011 weitere 48 Personalentwicklungsprojekte
auf den Weg gebracht werden, die wichtige
Erkenntnisse erwarten lassen, wie die Sozialwirtschaft auf die Herausforderungen des
demografischen Wandels, insbesondere den
Fachkräftemangel, den Umgang mit älteren
Beschäftigten und die Schwierigkeiten bei der
Gewinnung von Nachwuchskräften wirkungsvoll reagieren kann.

Die im August erschienene Broschüre „Personalentwicklung in der
Sozialwirtschaft – Beispiele guter Praxis“ veranschaulicht eindrucksvoll
die Vielfalt der Projekte,
die durch „rückenwind“
ermöglicht wird.

Die nunmehr 132 geförderten Projekte des Programms „rückenwind“
werden von der Regiestelle kontinuierlich
begleitet. Im Rahmen des von ihr betriebenen
Projektmonitorings werden erfolgreiche und
übertragbare Instrumente der Personalentwicklung identifiziert, die Projektträger untereinander vernetzt und ein stetiger Erkenntnistransfer
über Arbeitsfelder und Verbandsgrenzen hinweg initiiert. Flankiert werden diese Aktivitäten
durch eine umfangreiche programmbezogene
Öffentlichkeitsarbeit, durch die erfolgreiche
Projekte und Instrumente bekannt und für andere Träger nutzbar gemacht werden.
www.bagfw-esf.de

Qualitätsmanagement
Entwicklung und Erprobung
von Beurteilungsinstrumenten
Durch Beschluss der Schiedsstelle nach § 113 b
SGB XI wurden im Zusammenhang mit den Maßstäben und Grundsätzen zur Sicherung und Weiterentwicklung der Pflegequalität gem. § 113
SGB XI auch die Anforderungen an die Zuverlässigkeit, Unabhängigkeit und Qualifikation von
Prüfinstitutionen und unabhängige Sachverständige nach § 114 Abs. 4 SGB XI sowie die methodische Verlässlichkeit von Zertifizierungs- und
Prüfverfahren festgelegt. Mit dem Ergebnis der
Schiedsstelle wurde nun erstmals für auf einem
QM-Modell basierte Zertifizierungsverfahren der
Weg für eine Anerkennung eröffnet.
„Wie misst man Teilhabe in
der Eingliederungshilfe“
Das Projekt knüpft an fachpolitische Forderungen nach
Inklusion und Teilhabe von Menschen mit Behinderung an. Nutzerinnen und Nutzer werden von
Beginn an einbezogen. Ziel ist die Entwicklung
und Erprobung von Indikatoren und Instrumenten zur Messung und Beurteilung der Teilhabe
von Menschen mit geistiger und/oder Mehrfachbehinderung oder psychischer Erkrankung, die
Leistungen der Eingliederungshilfe in Anspruch
nehmen.
Bundesweit sind 20 Einrichtungen der Freien
Wohlfahrtspflege und 80 Nutzerinnen und
Nutzer dieser Angebote beteiligt. Im Juni war
der Auftakt für das von der Aktion Mensch
geförderte Projekt. Weitere Informationen unter
www.bagfw-qualitaet.de.

Wohlfahrtsverbände würdigen soziale Berichterstattung. Preisträger des Deutschen Sozialpreises 2011 stehen fest ­
Meldungen  aus der

­Nationalen ­Geschäftsstelle EJF 2011 11. Februar 2011 Jahresthema 2011 der Diakonie: Freiwilligentätigkeit – 21. März 2011 Tagung der Caritas
zum EJF 2011 – 1. April 2011 AWO startet Kampagne für Freiwilligendienste – 6. April 2011: Empfang im Kanzleramt – Bundeskanzlerin Merkel würdigt

28

Gremienarbeit
Jahresabschluss

„Der sprechende Hund“, die „Herren im Bad“, „Auf der
Rennbahn“ und „Das Frühstücksei“ – die Motive der
Wohlfahrtsmarken 2011 wurden von Vicco von Bülow
zur Verfügung gestellt. Die Resonanz war überwältigend, aber nicht eigentlich überraschend. Loriot ist
hierzulande bekannt, beliebt und für seine Figuren und
Charaktere, für seine feinsinnigen Beobachtungen, für
seinen Humor geschätzt. Einerseits sind die von ihm
geschaffenen Figuren und Geschichten einzigartig, andererseits finden wir uns alle darin wieder und fragen uns
stets, woher er nur unseren Alltag so detailliert kennt?
www.wohlfahrtsmarken.de

Europa

Wohlfahrtsmarken

Seit 1949 wurden über

Soziales Europa ­stärken

Loriots Wohlfahrtsmarken –
Ein Glücksfall für das Porto mit Herz!

fahrts- und Weihnachts-

Die ansprechenden Motive, der Appell des
Bundespräsidenten, durch den Kauf der Marken hilfsbedürftige Menschen zu unterstützen,
die umfangreiche Berichterstattung über die
Marken in den Medien, die Bewerbung in den
Verbänden, die Kommunikation über die Verwendung der Erlöse – dies alles hat dazu beigetragen, das Jahr 2011 für das „Porto mit Herz“
zu einem besonders erfolgreichen zu machen.

als 600 Millionen Euro

Die Wirtschafts- und Schuldenkrise der europäischen Staaten stand 2011 im Mittelpunkt des
politischen Interesses und des politischen Handelns. Mögliche Auswirkungen der Krise auf das
„soziale Europa“ galt es aufmerksam zu verfolgen, zu analysieren und sich für den Erhalt eines
sozialen Europas einzusetzen.
Durch Vorschläge zur Belebung des Binnenmarktes versuchte die Kommission, neue Wachstumsimpulse zu setzen. Mit den sogenannten
zwölf Hebeln wurden Leitaktionen vorgegeben,
die Überarbeitung der Beihilfevorschriften, Vor­
schläge zur öffentlichen Auftragsvergabe und zur
Konzessionsvergabe, Vorschläge zum Sozialen
Unternehmertum (bspw. Rechtsinstrumente, die
Ausgrenzung bekämpfen und gemeinwohlorientiert sind), Maßnahmen zur Verbesserung von
Rahmenvorschriften für Dienste von allgemeinem
wirtschaftlichen Interesse.
Begonnen hat die politische Diskussion über
die zukünftige Förderperiode in den Strukturfonds. Die BAGFW hat die Pläne der Kommission
diskutiert und erste Erwartungen und Positionen
formuliert. Besonderes Anliegen ist die ausreichende Mittelausstattung für den Europäischen
Sozialfonds und die Bekämpfung von Armut
und sozialer Ausgrenzung sowie die Schaffung
eines eindeutigen Partnerschaftsmodells, das die
Beteiligung von Nichtregierungsorganisationen
an der Planung, Umsetzung und Bewertung von
Programmen gewährleistet.

vier Milliarden Wohlmarken mit einem rechnerischen Erlös von mehr
verkauft. Der Erlös, den
Haupt- und Ehrenamtliche
der Einrichtungen der
Wohlfahrtsverbände erzielen, wird zur Finanzierung sozialer Maßnahmen
vor Ort eingesetzt.

Wie in den vergangenen Jahren war die
Abteilung Wohlfahrtsmarken auf verschiedenen Messen präsent. Bei den Internationalen
Briefmarkenbörsen in München und Sindelfingen wird der direkte Kontakt zur treuesten
Kundengruppe, den Philatelisten, gepflegt.
Auf der ConSozial, dem größten Sozialmarkt
Deutschlands, steht die Information über Wohlfahrtsmarken als Finanzierungsinstrument für
Einrichtungen und Dienste der Wohlfahrtsverbände im Vordergrund.
Die Botschaft „Gutes tun. Mit
Briefmarken helfen.“, die auf
dem Bogenrand einer jeden
Zuschlagsmarke zu lesen ist,
bringt es auf den Punkt: Es ist so einfach,
bürgerschaftliches Engagement zu zeigen und
ein Zeichen zu setzen für die Solidarität mit
den Schwächeren und Benachteiligten unserer
Gesellschaft.
www.wohlfahrtsmarken.de

Ehrenamt – 15. April 2011: Zukunftskongress des DRK: „Engagement heute – Ehrenamt und Freiwilligentätigkeit“ – 14. Juni 2011: Festakt zum Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011 mit Bundespräsident Christian Wulff – 4. Juli 2011: Woche des bürgerschaftlichen Engagements: Thementag
Europa – 30.  September 2011: Freiwilligentour vom 14. – 20. Oktober in Berlin – 2.  Dezember 2011: Bundesministerin Kristina Schröder ­überreicht

Jahresabschluss
Gremienarbeit

29

40 Jahre Deutscher Sozialpreis
Seit 1971 verleihen die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege den mit 15.000 Euro dotierten Deutschen Sozialpreis. Mehr als 150 Journalist/innen wurden seither für ihre herausragenden
Arbeiten zur sozialen Lebenswirklichkeit in
Deutschland ausgezeichnet. Der Preis wird in den
Sparten Print, Hörfunk und Fernsehen vergeben,
von 1992 bis 1996 gab es zeitweilig eine Sparte
Sozialfotografie.
Ziel des Medienpreises war und ist die Förderung
eines kritischen und sozial-engagierten Journalismus. Das Publikum soll für soziale Themen und
Herausforderungen sensibilisiert und Solidarität
gestärkt werden. Die BAGFW will Medien in
ihrer Verantwortung stärken, sozialen Themen
Raum zu geben und somit eine konstruktive
Debatte über das gesellschaftliche Miteinander
und unseren Sozialstaat zu befördern, orientiert am eigenen Selbstverständnis der Freien
Wohlfahrtspflege als Anwalt der Schwachen,
den Sprachlosen eine Stimme zu geben. In den
40 Wettbewerbsjahren wurden journalistische
Arbeiten über Menschen mit Behinderung und
die Situation von Migrant/innen am häufigsten
ausgezeichnet gefolgt von den Themen Armut,
Gesundheit und Pflege.

Preisverleihungen des Deutschen Sozialpreises 1982 und 2007

Zu den Gastredner/innen der letzten Jahre gehörten neben der Bundeskanzlerin unter anderem
aus der Politik: Dr. Ursula von der Leyen, Ulla
Schmidt, Renate Schmidt, Peer Steinbrück, Dr.
Kristina Schröder und aus dem Bereich Medien:
Ulrich Deppendorf, Ernst Elitz, Fritz Pleitgen, Prof.
Jobst Plog, Dagmar Reim und Markus Schächter.

­Deutschen Engagementpreis – 8.  Dezember 2011: Nationale Koordinierungsstellen des EJF fordern Nachhaltigkeit 8.12.2011 Policy Agenda on
­Volunteering in Europe (P.A.V.E). veröffentlicht ­Meldungen

aus der ESF-Regiestelle 7. Juni 2011: ESF-Jahrestagung des BMAS 2011 – 6. Septem-

ber 2011: rückenwind – Projekt des ­Paritätischen NRW setzt Basisqualifizierungen zum Thema Demografie um – 13. September 2011: Professionalität und

30

Gremienarbeit
Jahresabschluss

Deutscher Sozialpreis 2011
Rund 400 Journalist/innen haben sich 2011 um
den Medienpreis der Freien Wohlfahrtspflege
beworben. In einem mehrstufigen Auswahlverfahren verständigte sich die unabhängige Jury
auf die diesjährigen Preisträger/innen. „Die
Arbeiten überzeugen durch ihre hohe gesellschaftliche Relevanz und Eindringlichkeit. Die
Wirkung der Beiträge auf das gesellschaftliche
Bewusstsein machen sie zu verdienten Gewinnern des Deutschen Sozialpreises 2011“, hob
der BAGFW-Präsident hervor.

Ausgezeichnet: Charly Kowalczyk (DLR Kultur/NDR), Gudrun Thoma und Sebastian
Schütz (WDR Fernsehen), Jörg Eigendorf; Lucas Wiegelmann (nicht im Bild), Marc
Neller; Uwe Müller (Welt am Sonntag) überreichte der BAGFW-Präsident (links) den
Deutschen Sozialpreis im Beisein des Bundesgesundheitsministers (mitte).

Im Rahmen eines Festaktes wurden die Preisträger/innen
mit ihren Beiträgen vom rbb-Moderator Jörg Thadeusz
vorgestellt und ein kurzer Rückblick auf 40 Jahre Medienpreis der Freien Wohlfahrtspflege präsentiert. Gastredner
mit einem Beitrag zum Verhältnis von Politik und Medien
war Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr.
Mehr dazu unter www.deutscher-sozialpreis.de

Innovation – Die ZWST initiiert Qualifizierungsmaßnahme für Personalentwicklung im jüdischen Sozialwesen – 14. September 2011: Fachveranstaltung
rückenwind 2011 „Fachkräftemangel in der Altenpflege“ – 26.  September 2011: Talentidentifikation erfolgreich abgeschlossen – AWO-Projekt TAFF
startet `Development Center-Workshops´ – 29. September 2011: rückenwind-Projekt der ­Diakonie „LoVe“ startet neuen Qualifizierungskurs – Gefragt:

Jahresabschluss
Gremienarbeit

31

Da der Jahresabschluss
2011 noch nicht abschließend beraten wurde,
erfolgt an dieser Stelle die
Darstellung des Zahlenwerks 2010.

Finanzen 2010
Mit der detaillierten Kontrolle der finanziellen Seite der Arbeit der Geschäftstelle hat der
Vorstand die Finanzkommission beauftragt.
Die Geschäftsstelle berichtet gegenüber der
Finanzkommission regelmäßig über die Erfüllung des Budgets des laufenden Jahres, den
Jahresabschluss des Vorjahres und die finanziellen Planungen für das Folgejahr sowie weitere
finanzrelevante Themen.
Die BAGFW gliedert ihr Rechenwerk in die Bereiche Geschäftstelle Berlin zusammen mit dem
EU-Büro und die Abteilung Wohlfahrtsmarken,
die im folgenden Abschnitt separat dargestellt
werden.

Die Geschäftsstelle in Berlin und das EU-Büro in
Brüssel finanzierten sich 2010 im Wesentlichen
durch vier Ertragsquellen:
Erträge
1.

2.

3.
4.

Geschäftsstelle Berlin und
EU-Büro Brüssel

Mitgliedsbeiträge der
Spitzenverbände der Freien
Wohlfahrtspflege:

774.000 €

Zuschüsse und Zuwendungen
zu laufenden Aufwendungen
(Lotterie „GlücksSpirale“,
Bundesministerium für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend,
Verein zur Förderung der Freien
Wohlfahrtspflege e. V. u. a.)

672.000 €

Erträge aus Finanzanlagen,
Zinsen und ähnliche Erträge:

104.000 €

Sonstige Erträge:

147.000 €

Summe der Erträge

Um die Arbeit der Geschäftsstelle zu ermöglichen, sind in 2010 in den folgenden Bereichen
Aufwendungen entstanden:

1.697.000 €

Die Geschäftsstelle schloss das Geschäftsjahr mit
einem Fehlbetrag von 30.000 €. Der Fehlbetrag
wurde durch eine Entnahme aus der Rücklage
ausgeglichen.

Aufwendungen
1. Personalaufwand der
Geschäftsstelle in Berlin und des
EU-Büros in Brüssel:
2. Aufwand für Sachkosten
der Geschäftsstelle und
Aufwendungen zur Durchführung
von Projekten:
Summe der Aufwendungen

1.008.000 €

719.000 €
1.727.000 €

Alle Beträge gerundet

Managerqualitäten im Gemeinwesen – 6.  Oktober 2011: Rückenwind-Projekt der Caritas zur Qualifizierung von Fachleitungs-Nachwuchs beendet
­Weiterbildung mit Zertifikatsübergabe – 10. Oktober 2011: DRK Landesverband Westfalen-Lippe startet rückenwind-Projekt zur Managementqualifizierung von Leitungskräften mit Auftaktveranstaltung – 19.  Oktober 2011: rückenwind präsentiert sich auf europäischer Konferenz zum Thema

32

Gremienarbeit
Jahresabschluss

Aus den Erlösen der Wohlfahrtsmarken
werden alle Bereiche gefördert, in denen die
Wohlfahrtsverbände aktiv sind. Eine Auswahl
der Projekte wurde bei der Übergabe der
Wohlfahrtsmarken präsentiert.
Mehr dazu auf www.wohlfahrtsmarken.de

Abteilung Wohlfahrtsmarken
In 2010 sind folgende Aufwendungen in der
Wohlfahrtsmarkenabteilung entstanden, um
die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege für
den Absatz der Wohlfahrtsmarken zu ermöglichen:
Aufwendungen
1.

Personalaufwand

2.

Sachaufwand

111.000 €
21.628.000 €

Summe der Aufwendungen

21.739.000 €

Die Wohlfahrtsmarkenabteilung in Köln finanzierte sich in 2010 wie folgt:
Erträge
1.
2.

Erlöse aus dem Verkauf von
Wohlfahrtsbriefmarken
Sonstige Erträge (u. a.
Zuschlagserlöse aus dem Verkauf
von Wohlfahrtsbriefmarken
durch die Deutsche Post AG)

Summe der Erträge

19.002.000 €

2.766.000 €
21.768.000 €

Die Wohlfahrtsmarkenabteilung schloss das
Geschäftsjahr 2010 mit einem Überschuss
von 29.000 € ab. Der Überschuss wurde in die
Rücklage eingestellt und dient der zukünftigen
Finanzierung der Arbeit der Wohlfahrtsmarkenabteilung.

Weiterleitung von Mitteln zur
Durchführung sozialer Projekte
Aus den Zuschlagserlösen aus dem Verkauf ­
von Wohlfahrtsmarken durch die Deutsche Post
AG wurden 2010 von der Geschäftsstelle aus
2.325.000 € an die angeschlossenen Spitzenverbände weitergeleitet.
In ihrer Funktion als Destinatär der Lotterie
„GlücksSpirale“ verteilte die BAGFW im Jahr
2010 an ihre Mitgliedsverbände Mittel aus der
GlückSpirale 2009 in Höhe von 18.435.000 €.
Die Mittel wurden unverzüglich an die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege weitergeleitet und dort für die Realisierung von
sozialen Projekten im gesamten Bundesgebiet
eingesetzt. Beispiele geförderter Projekte finden sich auf der Internetseite der BAGFW.

Der Verein Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien
Wohlfahrtspflege e. V. ist
mit Bescheid des Finanzamtes Berlin Körperschaften I
vom 11.3.2009 als gemeinnützig anerkannt.
Die Bilanz, Gewinn- und
Verlustrechnung, der Lagebericht und der Anhang
2010 wurden durch die
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft TREUGENO GmbH,
Kassel, geprüft und mit
einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk
versehen.

Die BAGFW weist im Rahmen eines Gesamtverwendungsnachweises gegenüber den Innenministerien als Lotteriegenehmigungsbehörden
der Länder die satzungsgemäße Verwendung
der Zweckerträge der GlücksSpirale durch die
Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege
und deren Untergliederungen nach.
(alle Beträge auf Tsd gerundet)

­Partnerschaftsprogramme – 7. November 2011: Fachmesse ConSozial: Nachhaltige Personalpolitik – 8. Dezember 2011: Projekte der 6. Förderrunde
votiert ­
Meldungen

aus der Abteilung Wohlfahrtsmarken 10. Januar 2011: Markenübergabe an Bundespräsident Christian Wulff – Ehren­

amtliche, ­
die sich in besonderer Weise für die Wohlfahrtsmarken eingesetzt haben, wurden anlässlich der Markenübergabe in Berlin geehrt

Jahresabschluss
Gremienarbeit

33

Mitarbeitende der
Geschäftsstelle mit dem
BAGFW-Präsidenten

Anschriften

Arbeiterwohlfahrt Bundesverband e. V.
Blücherstraße 62 / 63
10961 Berlin
Telefon: 030 / 263 09 – 0
Fax: 030 / 263 09 – 32599
E-Mail: info@awo.org
www.awo.org

Deutsches Rotes Kreuz e. V.
Carstennstraße 58
12205 Berlin
Telefon: 030 / 854 04 – 0
Fax: 030 / 854 04 – 450
E-Mail: drk@drk.de
www.drk.de

Der Paritätische Gesamtverband e. V.
Oranienburger Straße 13–14
10178 Berlin
Telefon: 030 / 246 36 – 0
Fax: 030 / 246 36 – 110
E-Mail: info@paritaet.org
www.paritaet.org

Diakonisches Werk der Evangelischen
Kirche in Deutschland e. V.
Stafflenbergstraße 76
70184 Stuttgart
Telefon: 0711 / 215 9 – 0
Fax: 0711 / 215 9 – 222

Deutscher Caritasverband e. V.
Karlstraße 40
79104 Freiburg im Breisgau
Telefon: 0761 / 200 – 0
Fax: 0761 / 200 – 572
E-Mail: info@caritas.de
Berliner Büro:
Reinhardtstraße 13
10117 Berlin
Telefon: 030 / 284 44 – 76
Fax: 030 / 284 44 – 788
E-Mail: pressestelle@caritas.de
www.caritas.de

34

Anschriften

Berliner Büro:
Reichensteiner Weg 24, 14195 Berlin
Telefon: 030 / 830 01 – 0
Fax: 030 / 830 01 – 222
E-Mail: pressestelle@diakonie.de
www.diakonie.de

Zentralwohlfahrtsstelle der Juden
in Deutschland e. V.
Hebelstraße 6
60318 Frankfurt am Main
Telefon: 069 / 944 371 – 0
Fax: 069 / 494 81 – 7
E-Mail: zentrale@zwst.org
www.zwst.org

Bundesarbeitsgemeinschaft der
Freien Wohlfahrtspflege e. V.
Oranienburger Straße 13–14
10178 Berlin
Telefon: 030 / 240 89 -0
Fax: 030 / 240 89 -134
E-Mail: info@bag-wohlfahrt.de
www.bagfw.de

Impressum
Herausgeberin:
Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e. V.
V.i.s.d.P.: Dr. Gerhard Timm
Konzeption und Gestaltung:
Bettina Neuhaus, BAGFW
Mira Mattmüller, Rosendahl Berlin CCD
Bilder BAGFW:
Holger Groß, Bettina Neuhaus

Gremienarbeit

35

www.bagfw.de
www.bagfw-qualitaet.de
www.bagfw-esf.de

36

Gremienarbeit
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.