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Full text: Vom Willkommen zum Ankommen / Albrecht, Kerstin

 	
  

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Ratgeber Engagement für Flüchtlinge

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VOM WILLKOMMEN ZUM
ANKOMMEN
Ratgeber für wirksames Engagement
für Flüchtlinge in Deutschland

1.

Über den Ratgeber

04

2.

Refugees welcome: Die Herausforderung als Chance

05

3.

Von der Akuthilfe zu Integration und Inklusion

06

4.

Wissen was wirkt

07

5.

Drei Tipps für wirkungsvolles Engagement von Unternehmen

09

6.

Engagementmöglichkeiten nach Themenfeldern

11

a.

Willkommen und Kennenlernen

12

Definitionen und Begriffsklärung

14

b.

Wohnen

15

c.

Gesundheit

16

d.

Sprache

18

e.

Rechts- und Sozialberatung

20

f.

Bildung, Ausbildung und Arbeit

22

g.

Bildung der Mehrheitsgesellschaft

25

und Demokratieförderung
7.

Von den Themenfeldern zur passenden

27

Spendenorganisation
8.

Internationales Engagement

28

9.

PHINEO-Themenreport Flüchtlinge

28

10. PHINEO hilft helfen

28

11. Weiterführende Links

29

12. Impressum

30

	
  	
  

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Ratgeber Engagement für Flüchtlinge

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Ratgeber Engagement für Flüchtlinge

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1. ÜBER DEN RATGEBER
	
  

Seitdem im Jahr 2015 unerwartet viele Geflüchtete nach Deutschland
gekommen sind, zeigen weite Teile der Gesellschaft eine hohe Empathie
und Engagementbereitschaft. Doch die Willkommenskultur gerät zunehmend unter Druck. Dem wachsenden Gefühl der Überförderung begegnet
man am besten mit überzeugenden Ansätzen zur Integration. Das Gute
dabei: Jede und Jeder kann mit anpacken – die einzelnen Bürger genauso
wie gemeinnützige Organisationen, Unternehmen oder Förderstiftungen.
Viele Unternehmen fragen sich, in welchen Handlungsfeldern Engagement
für Geflüchtete am meisten benötigt wird oder wie sie ihre Aktivitäten
mit ihrem allgemeinen gesellschaftlichen Wirken zusammenbringen können.
Förderstiftungen suchen nach sinnvollen Anknüpfungspunkten für bestehendes Stiftungsengagement. Wie können die einzelnen Akteure schnellstmöglich handlungsfähig werden – und dabei möglichst viele Menschen
wirksam unterstützen?
PHINEO möchte Unternehmen und Stiftungen dabei helfen, Geflüchteten
weiterhin nicht nur ein herzliches Willkommen, sondern auch ein besseres
Ankommen in Deutschland zu bereiten.
Deshalb hat PHINEO den Ratgeber „Vom Willkommen zum Ankommen:
Wirksames Engagement für Flüchtlinge in Deutschland“ erarbeitet.
Unternehmen und Stiftungen erhalten darin Orientierung, indem die
aktuelle Situation in Bezug auf das gesellschaftliche Engagement
für Geflüchtete eingeordnet wird. Darüber hinaus werden verschiedene
Handlungsfelder (Wohnen, Bildung, Sprache etc.) mit möglichen
Ansatzpunkten für das eigene Engagement skizziert. Abgerundet wird
der Ratgeber mit konkreten Tipps für wirkungsvolle Aktivitäten.

Die Erstellung des Ratgebers wurde durch
die Bertelsmann Stiftung gefördert.

In der aktuellen Flüchtlingssituation sieht die Bertelsmann Stiftung gleichzeitig
Herausforderungen und Chancen für Deutschland. Die operativ tätige Stiftung
entwickelt daher Lösungen für die Integration in die Gesellschaft, in
Ausbildung und in die Arbeitswelt. Zudem engagiert sich die Bertelsmann
Stiftung gemeinsam mit Partnern in gesamteuropäischen Initiativen, unter
anderem für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.
www.bertelsmann-stiftung.de

	
  	
  

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2. REFUGEES WELCOME:
DIE HERAUSFORDERUNG ALS CHANCE
Mehr als 440.000 Menschen haben 2015 einen Erstantrag auf Asyl gestellt – so
viele wie seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges nicht mehr. Die Entwicklung
in den kommenden Jahren ist nicht präzise vorherzusehen. Während sich
einerseits insbesondere Politik und Verwaltung überfordert zeigen, erleben wir
große Empathie und Engagementbereitschaft seitens der Bevölkerung. Diese
Entwicklungen werden unsere Gesellschaft langfristig verändern.
Wir meinen, dass dieser Veränderungsprozess – bei allen damit verbundenen
Schwierigkeiten – unbedingt vorwärts- und chancenorientiert gestaltet
werden muss. In einer Flüchtlings- und Integrationspolitik, die sich durch
gelebte Humanität, eine positive Grundhaltung sowie die Integration und
Inklusion von schutzsuchenden Menschen auszeichnet erkennen wir die
Möglichkeit, uns als Gesellschaft neu zu definieren und qualitativ
zu wachsen.
Die Debatte darum, ob Flüchtlinge bei uns eine „Krise“ auslösen, zeigt vor
allem die Versäumnisse der Vergangenheit. Gefordert sind Lösungsstrategien,
die die Welt von morgen mitdenken.
Als eines der wohlhabendsten Länder der Erde ist es Anspruch und
Verpflichtung, von unserem Wohlstand etwas ab- bzw. zurückzugeben. Wir
üben uns in Empathie und Zuwendung gegenüber schutzsuchenden Menschen.
Die damit einhergehende Sinnstiftung stärkt uns als Gesellschaft
langfristig und kann eine solide Grundlage für die Integration von Menschen
legen, die in Deutschland eine neue Existenz aufbauen wollen. Langfristig
öffnet es eine Perspektive, um eine inklusive Gesellschaft aufzubauen.
Um diesen Wandel zu gestalten, bedarf es jedoch Anstrengungen in allen
gesellschaftlichen Bereichen. Mit unseren Leitlinien für ein wirksames
gesellschaftliches Engagement zugunsten von Flüchtlingen wollen wir
SpenderInnen, engagierte Unternehmen, Förderstiftungen und andere Soziale
InvestorInnen darin unterstützen, sich sinnvoll einzubringen – egal ob in der
Akuthilfe oder mit langfristiger Perspektive.

Definition Inklusion
Erst wenn alle Menschen die Gesellschaft gleichberechtigt mitgestalten
können, wenn es keine Unterteilung in ein „Wir“ und „die Anderen“ mehr
gibt und Heterogenität zur Normalität geworden ist, sprechen wir von
INKLUSION. Die „langfristige Perspektive“ in diesem Ratgeber skizziert, wie
eine solche Gesellschaft unter Berücksichtigung der Bedürfnisse Geflüchteter
aussehen kann.

	
  

	
  	
  

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3. VON DER AKUTHILFE ZU INTEGRATION
UND INKLUSION
Das Engagement für Flüchtlinge und seine Rahmenbedingungen sind sehr
dynamisch und unterliegen deshalb einer außergewöhnlich starken und
schnellen Veränderung. Gemeinnützige Organisationen, die sich um
Geflüchtete und Asylsuchende kümmern, gibt es bereits seit Jahren, doch die
bestehenden Angebote reichen bei weitem nicht aus – die Nachfrage
übersteigt das Angebot. Es fehlt an Infrastruktur, z.B. für Erstunterbringung
und Erstversorgung, Unterstützungsleistungen für den Einstieg in die
Erwerbstätigkeit und eine gleichberechtigte Bildungsteilhabe.
Dank des Engagements unzähliger HelferInnen wird sich die Infrastruktur für
die Unterstützung von Flüchtlingen in den kommenden Monaten und Jahren
weiterentwickeln. Bund, Länder und Kommunen nehmen mehr Geld in die
Hand, Bildungseinrichtungen öffnen sich, Unternehmen setzen sich für
arbeitsrechtliche Änderungen ein, die Zivilgesellschaft erweitert ihre Angebote.
Diese Maßnahmen brauchen Zeit, um zu greifen. In der Phase der Akuthilfe
geht es zunächst vor allem darum, die bestehenden Kapazitäten
auszuweiten (also für Quantität zu sorgen). In kurzer Zeit müssen
möglichst viele Versorgungs- und Unterstützungsangebote entstehen, und zwar
bestenfalls ohne bestehende Qualitätsstandards zu unterlaufen. Das stellt
selbst die großen, erfahrenen Hilfsorganisationen vor große
Herausforderungen.

Fördern, was wirkt
Um den Übergang von der Phase der Akuthilfe in die Phase der Integration
ebenso wirkungsvoll wie rasch zu gestalten, ist es wichtig, nicht ständig
das Rad neu zu erfinden, sondern stattdessen bestehende Lösungsmöglichkeiten zu identifizieren und diese zu skalieren.
Schon jetzt hält die Zivilgesellschaft zahlreiche Angebote bereit, die auf die
Bedarfe von Geflüchteten ausgeweitet werden können. Wichtig ist, dass diese
Angebote nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ wachsen.
Oft arbeiten gute Projekte nebeneinander her. Besonders wirkungsvoll ist
es daher, die Koordinierung zu fördern, z.B. durch entsprechendes
Personal.

Mittel- bis langfristig wird es darum gehen, die Infrastruktur auf ihre
Angemessenheit und Wirksamkeit zu prüfen (also die Qualität
sicherzustellen). Das langfristige Ziel besteht darin, besonders wirksame
Instrumente der Integration und Inklusion zu fördern und auszuweiten. Für
engagierte Unternehmen, Stiftungen und Spendende heißt das, dass sie ihr
Engagement von Zeit zu Zeit aktuellen Bedarfen anpassen sollten, weil sich
diese Bedarfe über die Zeit teils erheblich ändern werden.
	
  

	
  	
  

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4. WISSEN, WAS WIRKT
Für die Akutphase gilt: Helfen, wo Hilfe gebraucht wird! Das gilt auch für
Bereiche, die originär in staatlicher Verantwortung liegen, wie z.B. Wohnen
und Unterkunft, Grundversorgung, Bildung und Gesundheit. Der Einsatz von
gemeinnützigen Organisationen, Bürgerinnen und Bürgern, Stiftungen und
Unternehmen entlässt den Staat dabei keineswegs aus seiner Verantwortung.
Vielmehr setzt das breite Engagement aus allen Teilen der Gesellschaft ein
starkes Signal, staatliche Ressourcen bereit zu stellen und akzeptable
Rahmenbedingungen zu schaffen. In der Akutsituation braucht es
kurzfristige Hilfe, um die Situation zu meistern. Eine Verweigerungshaltung
mit Hinweis auf die Zuständigkeit Dritter ist kurzfristig nicht hilfreich. Das
bedeutet u.a.:










Es ist akzeptabel, auch in Bereichen prinzipiell staatlicher
Grundaufgaben tätig zu werden.
Unbürokratisches und schnelles Handeln ist gefragt, aber bitte in
Abstimmung mit den lokalen Akteuren (insbesondere Verwaltung und
Zivilgesellschaft).
Stiftungen könnten bspw. helfen, indem sie niedrigschwellige
Förderprogramme aufsetzen und z.B. unbürokratisch die Sachkosten
der Ehrenamtlichen vor Ort erstatten.
Die Lösung liegt oft darin, bewährte Ansätze zu unterstützen und nicht
alles neu zu machen.
Manchmal ist es schon hilfreich, dass überhaupt jemand da ist.
Wer spenden will, sollte auch mal ein Risiko eingehen.
Wichtig: Es braucht immer eine Bedarfsanalyse! Nur wer vor Ort
nachfragt weiß, was gebraucht wird.

Weil die Flüchtlingsthematik eine der zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen sein wird, sollten Stiftungen und Unternehmen in jedem Fall
prüfen, wie sie sich langfristig engagieren und das Thema in ihrer
Förderstrategie berücksichtigen können. Dabei geht es nicht darum, das
bisherige Engagement in anderen Bereichen einzuschränken. Vielmehr sollte
das Flüchtlingsthema im Sinne der Diversität und gleichberechtigter Teilhabe
aller in allen Bereichen mitgedacht werden: Kultur, Personal, Kerngeschäft (bei
Unternehmen), Engagement.

Was Stiftungen tun können
Die wenigsten Stiftungen haben die Flüchtlingshilfe namentlich als
Stiftungszweck in ihrer Satzung verankert. Dennoch bietet die Satzung in
vielen Fällen Spielraum für ein Engagement. Ist z.B. die Förderung der Bildung
Zweck der Stiftung, lassen sich Sprachkurse oder Wissensangebote fördern.
Verfolgt die Stiftung mildtätige Zwecke ist es möglich Flüchtlinge direkt zu
unterstützen.
In der Akutphase können Stiftungen (Entscheidung des Bundesministeriums
der Finanzen vom 22.09.2015) im Rahmen einer Sonderaktion für die
Förderung der Hilfe für Flüchtlinge auch unabhängig von ihrem Satzungszweck
Spenden sammeln.
In dem Papier des Bundesverbandes „Deutscher Stiftungen
„Stiftungsengagement für Flüchtlinge: Möglichkeiten und Grenzen“ gibt es
weitere Tipps und Empfehlungen.

	
  	
  

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Sachspenden ja, aber bedarfsorientiert!
Bedarfsgerechte Sachspenden können helfen. Wichtig ist also die Nachfrage vor Ort. Was wird wirklich gebraucht? Unnötige Dinge verursachen
unnötigen Aufwand, auch wenn sie gut gemeint waren. Häufig gibt es lokale
Webseiten mit den Infos zum aktuellen Bedarf vor Ort. Wirksam sind
vor allem regelmäßige und selbstorganisierte Sachspenden, die verlässlich
direkt an Ort und Stelle gebracht werden.
Insbesondere produktherstellende Unternehmen können hier einen sinnvollen
Beitrag leisten:
è Drogeriemärkte spenden Zahnpasta, Deos und Co.
è IT-Unternehmen statten Erstaufnahmeeinrichtungen z.B. mit WLAN-

Routern aus.
è usw.

Es bietet sich an, vorrangig in Bereichen anzuknüpfen, in denen die staatliche
Steuerung zu kurz greift. Langfristiges Ziel sollte sein, staatliche Leistungen
wirkungsvoll und komplementär zu ergänzen und zu verbessern.
Wirkungsvolle Ansätze eines solchen Engagements sind:





Spracherwerb- und Alphabetisierung,
Zugang zu Bildung, Ausbildung und Arbeitsmarkt,
dezentrales Wohnen und
Zugang zu Kitas sowie anderen Betreuungsangeboten.

Nicht minder wichtig ist das Schaffen von Begegnungen zwischen
Einheimischen und Flüchtlingen. Begegnungen helfen, Vorurteile abzubauen,
Unterschiedlichkeit wertzuschätzen, soziale Beziehungen aufzubauen, Sprache
zu lernen. Die Zivilgesellschaft bietet Orte, an denen solche
Begegnungen geschaffen werden. Wirkungsvolle Ansätze sind z.B.:






Vor-Ort-Treffen zwischen Bevölkerung und Flüchtlingen,
Sportangebote,
Kulturangebote (bestenfalls in unterschiedlichen Sprachen),
Veranstaltungen zur politischen Bildung
und gemeinsame Freizeitaktivitäten.

Die Übersicht auf S. 11 zeigt weitere Handlungsfelder und skizziert mit ihnen
verbundene Ziele und konkrete Engagementtipps.
	
  

	
  	
  

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1.

5. DREI TIPPS FÜR WIRKUNGSVOLLES
ENGAGEMENT VON UNTERNEHMEN
	
  

Für Unternehmen ist es keineswegs trivial, eine Engagementstrategie zu
finden, die sämtlichen StakeholderInnen inklusive der Öffentlichkeit gerecht
wird. Ihnen seien die folgenden Tipps ans Herz gelegt:
Führen Sie Aktivitäten mit Bezug zum Kerngeschäft durch
Welche gesellschaftlichen Bedarfe lösen Sie mit Ihrem Kerngeschäft und
inwieweit können Sie Ihre Kompetenzen auch für Bedarfe von Flüchtlingen
sinnvoll einsetzen? Fangen Sie bei dem an, womit Sie sich auskennen. Gerade
in der Phase der Akuthilfe können so mit vergleichsweise einfachen Mitteln
große Wirkungen erzielt werden. So können z.B.:
è … Medienunternehmen Anzeigen oder andere Formate bereitstellen,

um Kampagnen breitere Plattformen zu geben – etwa Kampagnen für
ein „buntes Deutschland“.
è … Telekommunikationsunternehmen Flüchtlingsunterkünfte mit dem

für die Neuankömmlinge unverzichtbaren W-LAN ausstatten.
è … Unternehmensverbände politische Lobbyarbeit für den Zugang von

Flüchtlingen zum Arbeitsmarkt machen.
è … Logistikunternehmen Verpackung und Transport von Hilfsgütern

2.

unterstützen.
è … Mobilitätsunternehmen oder AutomobilherstellerInnen Shuttleservices für

Flüchtlinge zwischen Unterbringung und Ämtern anbieten uvm.
	
  
	
  
Denken Sie von Anfang an über die Akutphase hinaus
Sie wollen Ihren Beitrag leisten, damit wir diese Herausforderung meistern?
Dann sollten Sie in jedem Fall aktiv werden. Engagement, welches über die
Akutphase hinausgeht und dem eine nachhaltige Strategie zugrunde liegt, ist
besonders glaubhaft.
Die Beantwortung folgender Fragen ist hilfreich:
è Wie können bestehende und funktionierende Angebote für alle
nutzbar gemacht werden?
è Wo sind Bedarfe, für die es noch keine Lösungen gibt?
è Wie werden sich die Bedarfe langfristig ändern?
è Wer würde normalerweise in einer solchen Situation aktiv werden?
è Warum passiert es in diesem Fall nicht?
In den vergangenen Wochen und Monaten wurden zahlreiche, häufig ITbasierte Angebote für Flüchtlinge ins Leben gerufen, z.B. Plattformen zur
Vermittlung von Unterkünften oder eine eigene Jobvermittlung für Flüchtlinge.
Das ist sehr hilfreich und erfolgversprechend. Langfristig sollten Flüchtlinge als
Zielgruppe in bestehende Angebote integriert werden. Dies bietet einen guten
Ansatzpunkt für Unternehmen: Sie können ihre Angebote und Produkte auf die
Zielgruppe Flüchtlinge ausweiten und so zum Entstehen einer inklusiven
Gesellschaft beitragen.

	
  	
  

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3.
Hinweise für wirkungsvolles Spenden und
Corporate Volunteering
finden Unternehmen in
den PHINEO-Ratgebern:
„Unternehmen in guter
Gesellschaft. Ratgeber
für strategisches
Corporate Citizenship“
„Mehr Wert für
Gesellschaft und
Unternehmen. Ratgeber
für wirkungsvolle
Unternehmensspenden“
„Gemeinsam stark.
Ratgeber für wirkungsvolles Corporate
Volunteering
in Unternehmen“

Kostenfreier
Download
www.phineo.org/
publikationen

Fangen Sie bei sich selbst und Ihren Mitarbeitenden an
Wie viele Flüchtlinge haben Sie in Ihrem Freundeskreis? Wie viele arbeiten in
Ihrem Unternehmen? Was würde es bedeuten, Flüchtlinge anzustellen? Kann
Ihr Unternehmen das meistern?
Es gibt keine Standardlösung, und jeder geflüchtete Mensch ist anders. Den
meisten Menschen in Ihrem Unternehmen geht es wie Ihnen: Sie haben
Fragen. Andere haben dagegen vielleicht Erfahrung und können Vertrauen
schaffen. Schaffen Sie Austausch zu diesem Thema. Was treibt die Menschen
in Ihrem Unternehmen um? Wer hat bereits Kontakte? Wer ist bereits
engagiert? Wer würde sich gerne engagieren? Finden Sie heraus, welche
Barrieren abgebaut werden müssen und welches Potenzial bereits vorhanden
ist. Ziehen Sie die Sache gemeinsam durch. Ihre Mitarbeitenden werden es
Ihnen danken.
Ganz strukturlos sollte es jedoch nicht zugehen. Folgende Hinweise und Fragen
können helfen:
è
è
è
è
è
è

Setzen Sie sich ein großes Ziel, z.B. Diversität in Ihrem Unternehmen
zu verankern und zu leben.
Inwieweit ist dieses Ziel bereits in Ihrem Unternehmen verortet
(eigene Verantwortlichkeit, Personalmanagement, CSR, …)?
Wer sollte beteiligt werden?
Was muss sich bei wem verändern, damit Sie diesem Ziel näher kommen?
Was können Sie dafür tun, was sollen andere tun?
Und am allerwichtigsten: Gehen Sie kleine Schritte! Überfordern Sie sich
und Ihre KollegInnen nicht. Setzen Sie stattdessen auf eine nachhaltige
und stetige Strategie.

Z.B. sind Begegnungen grundsätzlich Türöffner. Nichts wirkt besser gegen
Barrieren gegenüber Geflüchteten als Begegnungen mit ihnen. Dafür müssen
sie aber positiv wahrgenommen werden. Interkulturelle Trainings können als
Vorbereitung somit sehr hilfreich sein. Durch sie entsteht zudem Neugier. Ein
Volunteering-Einsatz könnte ein guter Anfang sein, um den Grundstein für ein
langfristiges Engagement zu legen. Vielleicht lernen Sie ja dabei Ihren
zukünftigen KollegInnen kennen.

	
  	
  

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6. ENGAGEMENTMÖGLICHKEITEN NACH THEMENFELDERN
VON AKUTHILFE FÜR FLÜCHTLINGE ÜBER DEREN INTEGRATION
BIS HIN ZU INKLUSION

„Tun wir wirklich alles,
was wir tun könnten?“
Joachim Gauck, Bundespräsident

Welche Ziele und Angebote können in welcher Phase wirkungsvolle
Unterstützung leisten?
Leicht wird es nicht. Aber genau deswegen ist das Engagement – Ihr Engagement! –
auch so wichtig. Die folgenden Seiten bieten einen Überblick über relevante
Themenbereiche, unterteilt in die Phase der kurzfristigen Akuthilfe und die Phase der

	
  	
  

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Integration. Langfristiges Ziel ist eine inklusive Gesellschaft, in der Chancen- und
Teilhabegerechtigkeit für alle Menschen gegeben ist und explizite Interventionen
nicht mehr notwendig sind. Stets werden Bedarfe, relevante Zielstellungen sowie
konkrete Handlungsmöglichkeiten für Soziale Investorinnen und Investoren
aufeinander bezogen vorgestellt. Die Übersicht erhebt dabei keinerlei Anspruch auf
Vollständigkeit. Sie dient einer ersten Orientierung und ist deshalb auf ausgewählte
Ansatzpunkte begrenzt.

➔ 6a WILLKOMMEN UND KENNENLERNEN
Was sind wichtige Bedarfe?
PHASE DER
AKUTHILFE
kurzfristig

Flüchtlinge haben einen langen Weg hinter sich. Ihre Familien sind teils auseinandergerissen, Kontakte nach Hause abgebrochen. Sie sind an einem fremden Ort, mit
fremden Menschen, die eine fremde Sprache sprechen und fremde Gewohnheiten
haben. Sie sind: müde. Was sie brauchen, ist ein Ort zum Ausruhen und
Orientierung im Alltag. Sie brauchen soziale Kontakte, um Halt zu finden und um mit
den Veränderungen zurecht zu kommen.
Gleichzeitig müssen sich auch viele Deutsche an Veränderungen gewöhnen. Daran,
dass in der Nachbarschaft plötzlich Flüchtlinge sind. Das macht vielen Menschen
Angst. Es braucht Engagement, um den Ängste zu begegnen und Flüchtlinge wie
auch Deutsche miteinander vertraut zu machen.
Was sind mögliche Ziele?

	
  

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Flüchtlinge fühlen sich willkommen.
Die Aufnahmegesellschaft ist offen für Hilfesuchende.
Flüchtlinge haben Kontakt zu Personen der Aufnahmegesellschaft und lernen
deren „Gepflogenheiten“ kennen.
Flüchtlinge haben Zugang zu IT-Angeboten (Übersetzungssoftware,
Welcome-Apps …).
Flüchtlinge können Kontakt zu Familie, Freunden und wichtigen
Anlaufpunkten aufnehmen.
Flüchtlinge haben relevante Informationen zur Orientierung am neuen Ort.

Was können Sie tun?

	
  

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Zeigen Sie Haltung, etwa durch offizielle Positionen oder Statements.
Leisten Sie Aufklärung, etwa innerhalb Ihres Teams.
Stellen Sie Mitarbeitende frei, damit diese sich engagieren können.
Finanzieren Sie Ehrenamtsinitiativen oder Koordinierungsstellen, etwa durch
Zuschüsse für Personal.
Fördern Sie die Forschung und Wissensverbreitung, indem Sie bspw.
Migrationsstudien finanzieren, Bedarfsanalysen unterstützen, Good-PracticeAnsätze bekannt machen.
Schaffen Sie einen Überblick über Willkommens-Apps und skalieren Sie
erfolgversprechende Modelle.
Unterstützen Sie die Programmierung von Vorlese- und Übersetzungs-Apps für
Analphabeten.

	
  	
  

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Was sind wichtige Bedarfe?
PHASE DER
INTEGRATION
mittelfristig

Definitionen
zu den nachfolgend
häufig benutzten
Begriffen "Flüchtling",
"Geflüchtete" u.a.
finden Sie auf der
nachfolgenden Seite

	
  

Geflüchtete sehen sich vor diversen Barrieren. Um sich in die Gesellschaft integrieren
zu können, müssen sie einiges leisten. Die Sprache lernen, die Menschen und ihre
Gewohnheiten sowie die bürokratischen Abläufe, Gesetze und Institutionen
verstehen und den Umgang mit ihnen üben. Dafür brauchen sie besondere
Unterstützungsleistungen. Ohne Hilfe können sie zahlreiche Angebote nicht nutzen.
Geduldete und Personen im Verfahren (ca. 2/3 aller Geflüchteten) sind von
„normalen“ Regelleistungen wie z.B. Spracherwerbs- und Integrationskursen
ausgeschlossen. Sie genießen also nicht die gleichen Rechte und Unterstützungsleistungen wie anerkannte Flüchtlinge oder der Rest der Bevölkerung. Fehlende
Integrationsmaßnahmen müssen also anderweitig ersetzt werden. Weiter gibt es
besonders betroffene Gruppen, wie Frauen, Kinder, Homo- oder Transsexuelle, die
einen besonderen Schutzraum benötigen.
Was sind mögliche Ziele?

	
  

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Willkommensprojekte werden deutschlandweit angeboten. Sie stabilisieren ihre
Strukturen und werden fester Bestandteil bürgerschaftlichen Engagements.
Geflüchtete finden Sozialkontakte.
Es bestehen ausreichend kostenlose Integrationsangebote für alle Geflüchteten,
unabhängig ihres rechtlichen Status.
Geflüchtete finden Unterstützung, die ihnen hilft, die Angebote in ihrer
Umgebung zu nutzen.
Geflüchtete wissen um die Möglichkeiten ihrer neuen Umgebung und nutzen
diese eigenständig (Sport, Kunst & Kultur, Religion…).
Geflüchtete finden Unterstützung, um sich gegen Diskriminierung zu wehren
bzw. Angebote, die sie vor Diskriminierung schützen.

Was können Sie tun?

	
  

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Schaffen Sie Begegnungsräume und unterstützen Sie entsprechende Projekte.
Fördern Sie sozialraumorientierte Angebote – auch mit Personalstellen (Kinder- &
Jugendhäuser, Familienzentren…).
Fördern bzw. schaffen Sie Integrationsprogramme für Geflüchtete jedes Status.
Unterstützen Sie AnbieterInnen von interkulturellen Trainings (für
Aufnahmegesellschaft und Geflüchtete).
Finanzieren Sie Qualifizierungsmaßnahmen für Ehrenamtliche in sozialen
Organisationen (z.B. diskriminierungsfreie Sprache, Interkulturalität).

Wie eine inklusive Gesellschaft aussieht
INKLUSION
langfristig

In einer inklusiven Gesellschaft ist das „Andere“ normal. Überkommene Denkmuster
werden durch kontinuierliche Begegnung aufgebrochen. Hautfarbe, Kleidung,
Sprachgewohnheiten, Geschlecht, sexuelle Orientierung, Behinderung oder Fluchthintergrund führen nicht zu Diskriminierung. Alle Menschen, ob mit Fluchthintergrund oder ohne, finden Gleichgesinnte und Orte zum Zusammenleben, an denen
sie sich sicher und geborgen fühlen – sie haben ein funktionierendes soziales Netzwerk. Die Aufnahmegesellschaft nimmt Menschen mit Fluchthintergrund als neue
MitbürgerInnen an. Menschen mit Fluchthintergrund fühlen sich als Teil der Gesellschaft und kennen ihre Werte und Normen. Begegnungen und Austausch helfen.

	
  	
  

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➔ 6b WOHNEN
	
  

Was sind wichtige Bedarfe?
PHASE DER
AKUTHILFE
kurzfristig

Flüchtlinge benötigen nach ihrer Ankunft in Deutschland eine Unterkunft.
Asylsuchende werden zuerst in Landeserstaufnahmestellen, dann in der Regel in
Sammelunterkünften untergebracht. Asylsuchende aus „sicheren Herkunftsländern“
bleiben bis Abschluss des Verfahrens dort.
Bereits bei der Registrierung kommt es aktuell zu Engpässen. Menschen warten bis
zu einer Woche, bis sie eine Unterbringung zugewiesen bekommen. Notunterkünfte
und die Erstaufnahmeeinrichtungen sind überlastet. Vieles wird von Ehrenamtlichen
gestemmt. Die öffentlichen Kapazitäten reichen nicht aus. Zudem sind die
Einrichtungen häufig fernab jeglicher Infrastruktur. Es braucht deshalb ausreichend
Mobilitätsangebote.
Eine Unterbringung in Massenunterkünften ist für besonders schutzbedürftige
Gruppen zudem nicht zumutbar. Alternativen (z.B. Flüchtlingsunterkünfte für Frauen
oder Homosexuelle) gibt es bisher kaum.
Was sind mögliche Ziele?
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Flüchtlinge sind angemessen untergebracht (warmer Schlafplatz,
Hygienestandards und Aufenthaltsmöglichkeit, Berücksichtigung besonders
vulnerabler Gruppen).

Was können Sie tun?
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Stellen Sie freistehende Immobilien als Unterbringungsmöglichkeit zur
Verfügung.
Leisten Sie bedarfsgerechte Sachspenden zur Ausstattung der Unterkünfte.
Ermöglichen Sie Mobilität, insbesondere bei abgelegenen Unterkünften.
Schaffen Sie Wohnraum für besonders schutzbedürftige Personen oder fördern
Sie Projekte, die das tun.
Stellen Sie Mitarbeitende frei, damit diese sich engagieren können und
unterstützen Sie sie.

Was sind wichtige Bedarfe?
PHASE DER
INTEGRATION
mittelfristig

Nach Abschluss des Asylverfahrens haben Personen mit offiziellem Schutzstatus
(Asyl nach Grundgesetz oder Flüchtling nach Genfer Flüchtlingskonvention, sowie
subsidiärem Schutz nach AsylG) theoretisch Anspruch auf eine eigene Wohnung.
Allerdings sind Geflüchtete auf eine gute Anbindung angewiesen, um Integrationsleistungen in Anspruch nehmen zu können. Faktisch gibt es aber vor allem in
Ballungsgebieten zu wenige bezahlbare Wohnungen, erst recht in zentraler Lage.
Noch schwieriger ist es für mehrköpfige Familien. Für sie gibt es kaum
angemessenen Wohnraum.
Was sind mögliche Ziele?
T
T

Geflüchtete sind räumlich in die Gesellschaft integriert (dezentrale Unterbringung
in Wohnungen).
Wohnungsangebote sind auf die Bedürfnisse von Geflüchteten ausgerichtet.

	
  	
  

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Ratgeber Engagement für Flüchtlinge

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Was können Sie tun?
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Stellen Sie leerstehende Betriebswohnungen bereit.
Schaffen Sie Sozialwohnungen, wenn Sie in der Immobilienbranche arbeiten.
Fördern Sie digitale Lösungen zur Vermittlung von privatem Wohnraum
bzw. integrieren und skalieren Sie flüchtlingsspezifische Angebote in
Standard-Immobilienportalen.
Unterstützen Sie inklusive Wohnprojekte.

Wie eine inklusive Gesellschaft aussieht
INKLUSION
langfristig

In einer inklusiven Gesellschaft sind Personen mit Fluchthintergrund in allen
Quartieren anzutreffen (soziale Durchmischung). Sie können ihren Wohnort bzw.
ihre Wohnform selbst wählen (Niederlassungserlaubnis) und kommen als
vertrauenswürdige MieterInnen in Frage. Diskriminierungen auf dem
Wohnungsmarkt, aufgrund eines erkennbaren Migrationshintergrunds oder eines
niedrigen Einkommens, gehören der Vergangenheit an.

➔ 6c GESUNDHEIT
Was sind wichtige Bedarfe?
PHASE DER
AKUTHILFE
kurzfristig

	
  

Der Bedarf an medizinischer Versorgung ist nach der Ankunft besonders hoch. Viele
Flüchtlinge konnten sich wochenlang nicht ärztlich behandeln lassen. Gerade auf
dem Fluchtweg haben viele Menschen psychische und physische Krankheiten
erlitten, die dringend behandelt werden müssen. Das gilt umso mehr für Kleinkinder, Schwangere und Ältere – sie benötigen besondere Schutzmaßnahmen.
Medizinische Einrichtungen erbringen erst nach amtlicher Genehmigung Leistungen
und auch dann lediglich bei schwerer Krankheit, Schwangerschaft und Geburt (so
genannte „eingeschränkte Grundversorgung“). Erschwerend kommt hinzu: Die
medizinischen Kapazitäten sind ohnehin viel zu gering. Zudem gibt es keine Übernahme von Dolmetscherkosten, sodass sich ÄrztInnen und PatienntInnen nicht
verständigen können. Diagnosen und Behandlungsprozesse (z.B. Abrechnungsmodalitäten, Umgang mit anderen Kulturen…) sind herausfordernd und führen
teilweise zu Überforderung bei niedergelassenen ÄrztInnen.
Was sind mögliche Ziele?
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T

Flüchtlinge werden bei Krankheit medizinisch versorgt (Grundversorgung).
Bedarfe gesundheitlicher Behandlung werden bei der Registrierung erhoben.
Diagnosen und Behandlungsprozesse können angemessen kommuniziert und
durchgeführt werden.

Was können Sie tun?
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Fördern Sie medizinische Hilfsprojekte.
Finanzieren Sie Kultur- und SprachmittlerInnen, die Arztbesuche begleiten.

	
  	
  

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Ratgeber Engagement für Flüchtlinge

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Erstellen Sie mehrsprachige Info-Websites, die wichtige Informationen
beispielsweise zu mehrsprachigen ÄrtzInnen enthalten.
Schaffen bzw. fördern Sie feste Anlaufstellen zur kostenlosen Behandlung von
Geflüchteten, die zugleich auf die Bedarfe von ihnen ausgerichtet sind
(Traumabehandlung, Kriegsverletzungen, Angestellte mit unterschiedlichen
Sprachkompetenzen etc.).

Was sind wichtige Bedarfe?
PHASE DER
INTEGRATION
mittelfristig

Anerkannte Flüchtlinge, Asylberechtigte und Personen mit subsidiärem Schutz sowie
unbegleitete minderjährige Flüchtlinge besitzen das Recht auf eine gesetzliche
Krankenversicherung.
Nach 15 Monaten bekommen Asylsuchende oder Personen mit Duldung Zugang zur
gesetzlichen Krankenversicherung – der Leistungsrahmen bleibt dennoch
eingeschränkt. Viele gesundheitliche Beschwerden bleiben somit unbehandelt.
Viele Geflüchtete leiden jedoch extrem unter den Folgeerscheinungen ihrer
persönlichen Fluchtgeschichte und finden teilweise nie einen angemessenen
Rahmen, diese ausreichend verarbeiten zu können. Daher sind Traumatherapien
besonders wichtig. Diese werden jedoch selten bewilligt, und DolmetscherInnenkosten werden in der Regel nicht übernommen.
Was sind mögliche Ziele?
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Geflüchtete erhalten unabhängig von ihrem Rechtsstatus einen Zugang
zum Gesundheitssystem (Grundversorgung).
Erleichterter Zugang zu Gesundheitsleistungen durch bundesweite Einführung der
elektronischen Gesundheitskarte für Flüchtlinge.
Das Gesundheitssystem erkennt gesundheitliche Belastungen aufgrund von
Fluchtursachen an und stellt gesonderte Hilfsangebote zur Verfügung, z.B. für
Traumatherapie.
Krankenhäuser, Betriebe o.ä. fördern interkulturelle Kompetenzen ihres
Ärzte- und Pflegepersonals.

Was können Sie tun?

	
  

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T

Fördern Sie Therapieplätze sowie Behandlungskosten für Geflüchtete und helfen
Sie dabei, insbesondere das Angebot an Traumatherapie zu erweitern.
Unterstützen Sie Medizinprojekte für Geflüchtete.
Finanzieren Sie dauerhaft DolmetscherInnen zur Begleitung bei Arztbesuchen,
sprich: Schaffen bzw. unterstützen Sie ein kostenloses und flexibel buchbares
Angebot in der Region.
Spenden Sie an Einzelfallhilfe-Fonds, die einzelnen Personen längerfristig die
Kosten für Arztbesuche und DolmetscherInnen erstatten.
Fördern Sie den Aufbau von Behandlungszentren für Opfer von Krieg und
Verfolgung.
Unterstützen Sie die Fort- und Weiterbildung von ÄrztInnen und TherapeutInnen
für die spezifischen Bedarfe von Geflüchteten.

	
  	
  

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Ratgeber Engagement für Flüchtlinge

17

Wie eine inklusive Gesellschaft aussehen kann
INKLUSION
langfristig

In einer inklusiven Gesellschaft finden Menschen mit und ohne Fluchthintergrund
ärztlichen Rat und Behandlung im Krankheitsfall. Es besteht ein System, das
allen Menschen gleichermaßen Zugang zu angemessener gesundheitlicher
Versorgung bietet. Interkulturalität ist fester Bestandteil des medizinischen und
pflegerischen Personals.

➔ 6d SPRACHE
Was sind wichtige Bedarfe?
PHASE DER
AKUTHILFE
kurzfristig

Flüchtlinge sprechen in der Regel kein Deutsch, und auch nicht jede Person spricht
ausreichend Englisch. Einige Flüchtlinge können nicht lesen und schreiben.
Entsprechend stehen sie bereits bei ihrer Ankunft vor großen Herausforderungen.
Sie können die Formulare nicht verstehen, Antworten nicht ausreichend formulieren
und Informationsmedien teilweise nicht nutzen. Die formal und organisatorisch von
ihnen geforderten Aktivitäten können sie ohne Unterstützung nicht ausreichend
managen. In der Akutphase braucht es deshalb dringend DolmetscherInnen.
Darüber hinaus ist es wichtig, dass Geflüchtete – unabhängig vom Aufenthaltsstatus
– sehr schnell die Deutsche Sprache lernen. Andernfalls wird wertvolle Zeit
verschenkt und ein Ankommen hinausgezögert. Sprachkurse haben darüber hinaus
eine wichtige soziale Funktion. Sie bieten den Geflüchteten eine Möglichkeit, mit
anderen Kontakte zu knüpfen.
Was sind mögliche Ziele?
T
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T

Flüchtlingen wird geholfen, sich in Deutschland zurechtzufinden
(DolmetscherInnen).
Flüchtlinge erhalten Informationen in ihrer Muttersprache.
Flüchtlinge können von Anfang an die deutsche Sprache lernen.

Was können Sie tun?
T

Erleichtern Sie Zugänge zum niedrigschwelligen Spracherwerb, z.B. durch die
Förderung/Produktion von Vorlese-Apps, Sprachsoftware, Videobotschaften oder
Schaugrafiken. Viele Geflüchtete nutzen Facebook, können aber nicht
lesen und schreiben. Videos helfen hier weiter.
T Produzieren und/oder verbreiten Sie Materialien für Personen, die nicht
lesen und schreiben können.
T Fördern Sie die Produktion und Verbreitung von Deutschlernbüchern.
T Einrichten Sie Einzelfall-Fonds, bei denen Flüchtlinge oder Hilfsorganisationen
die Übernahme von Dolmetscherkosten kurzfristig beantragen können.

	
  	
  

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Ratgeber Engagement für Flüchtlinge

18

Was sind wichtige Bedarfe?
PHASE DER
INTEGRATION
mittelfristig

Für Geflüchtete mit anerkanntem Schutzstatus gibt es Sprach- bzw. Integrationsprogramme. Diese sollen nun auch für Asylbewerber und Geduldete mit jeweils guter
Bleibeperspektive geöffnet werden. Obwohl die Kapazitäten stetig ausgebaut
werden, reichen sie noch nicht aus.
Sprachen lernen ist insbesondere für erwachsene Personen extrem schwer und
erfordert ein großes Maß an Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen. Qualitativ
hochwertige Kurse, regelmäßige und bestenfalls tägliche Kurszeiten sowie weitere
Lerntools oder personelle Unterstützung helfen, diese Anstrengungen zu bewältigen.
Zugänge zu zertifizierten Sprachkursen sind ebenfalls sehr wichtig, da diese häufig
Zugangsvoraussetzung für Ausbildung oder Studium sind.
Was sind mögliche Ziele?
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T

Alle Geflüchteten lernen lesen und schreiben.
Geflüchtete haben ein Basiswissen an deutscher Sprache.
Fehlende Sprachkenntnisse hindern Geflüchtete nicht daran, am Alltag
und Berufsleben teilzuhaben.

Was können Sie tun?

	
  

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T

Fördern Sie Projekte, die qualitativ hochwertige Deutschkurse anbieten und in
die Ausweitung ihres Angebots investieren, z.B. ein zusätzliches Kursangebot
ermöglichen (Morgen- und Abendkurse, Intensivkurse).
Tragen Sie zur Skalierung von Programmen wie z.B. „Deutsch als
Fremdsprache“ bei.
Stellen Sie Mitarbeitende frei, die Interesse haben und in der Lage sind
Sprachkurse zu geben oder die sich in einem Sprachtandem engagieren wollen.
Fördern oder entwickeln Sie Onlineangebote und / oder ermöglichen Sie einen
kostenfreien Zugang beispielsweise durch die Bereitstellung von kostenlosen PCs,
Smartphones, die Übersetzung von Seiten in diverse Muttersprachen,
Vorlesemöglichkeiten, Videokurse, Webinare sowie die öffentliche Verbreitung
dieser Angebote.
Helfen Sie bei der Vermittlung von DolmetscherInnen, z.B. über die Errichtung
von entsprechenden Plattformen.

Wie eine inklusive Gesellschaft aussehen kann
INKLUSION
langfristig

Sprache hat eine herausragende Bedeutung. Ausreichende Sprachkenntnisse sind
entscheidend für die Verständigung und beeinflussen, wie Menschen
wahrgenommen werden. Sprache bringt zudem Haltung zum Ausdruck und schafft
Wirklichkeit. Der alltägliche Sprachgebrauch beinhaltet nicht selten abwertende
Haltungen gegenüber „den Anderen“. In einer inklusiven Gesellschaft bemühen sich
alle Mitglieder um eine gelingende Kommunikation. Sie hinterfragen die eigene
Sprache, brechen sprach-liche Konstruktionen auf und passen sie gegebenenfalls an
ein neues Weltbild an.

	
  	
  

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19

➔ 6e RECHTS- UND SOZIALBERATUNG
Was sind wichtige Bedarfe?
PHASE DER
AKUTHILFE
kurzfristig

Geflüchtete, die in Deutschland ankommen, melden sich bei der Polizei, einer
Erstaufnahmeeinrichtung oder der Ausländerbehörde, um sich als Asylsuchende zu
registrieren. Anschließend können sie ihren Asylantrag stellen.
Im Rahmen der Antragstellung kommt es zu einer persönlichen Anhörung der
schutzsuchenden Person durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
(BAMF). Die asylsuchende Person muss ihre Gründe für den Antrag mündlich
erläutern. Diese Anhörung ist maßgeblich für die Entscheidung des BAMF. Wichtig
sind die Identifikation der Fluchtgründe sowie die Glaubhaftigkeit der Aussage.
Dies ist für Geflüchtete eine schwierige Situation:






Die Asylsuchenden kennen sehr oft die Regeln und den Ablauf des Verfahrens
nicht.
Sie können Informationen teilweise nicht lesen oder verstehen.
Ihnen fehlt Hintergrundwissen zum Verständnis der deutschen Bürokratie, und es
kursieren viele Fehlinformationen, was zu geringem Vertrauen in Informationen
und Informanten führen kann.
Die psychische Belastung in der Anhörung ist extrem. Bei der Fluchtgeschichte
handelt es sich zudem nicht selten um traumatische Erlebnisse, die noch nicht
verarbeitet wurden. Entsprechend sind Erinnerungen teilweise lückenhaft oder
für Außenstehende nicht unbedingt nachvollziehbar.

Damit ein gerechtes Asylverfahren durchgeführt werden kann, braucht es deshalb
eine rechtzeitige Vorbereitung der Schutzsuchenden. Sie benötigen ausreichend
Information, Begleitung und Unterstützung. Dies kann aufwändige Klagen im
Nachgang an das Asylverfahren verhindern.
Was sind mögliche Ziele?
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Geflüchtete haben Informationen zum Asylverfahren und verstehen diese.
Geflüchtete werden durch unabhängige Dritte über ihre Rechte und Ansprüche
informiert und hinsichtlich ihrer eigenen Situation beraten.
Kapazitäten von Beratungen werden ausgeweitet.

Was können Sie tun?
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Unterstützen Sie Organisationen, die kostenlose Rechtsberatung anbieten.
Stellen Sie Ihre Expertise bereit, beispielsweise können JuristInnen
Sprechstunden für Geflüchtete einrichten oder in Erstaufnahmeeinrichtungen
beraten.
Übernehmen Sie Dolmetscherkosten für die Beratung. Denn JuristInnen sprechen
in der Regel nicht alle Sprachen.
Fördern Sie Organisationen, die sich für die Rechte von Geflüchteten einsetzen.
Stellen Sie Informationen zum Asylverfahren in dezentralen Erstaufnahmeeinrichtungen bereit.

	
  	
  

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Ratgeber Engagement für Flüchtlinge

20

Was sind wichtige Bedarfe?
PHASE DER
INTEGRATION
mittelfristig

Rechtliche Beratung ist eine ebenso wichtige wie heikle Angelegenheit – schließlich
geht es hier um die Zukunftsperspektiven einzelner Menschen. Rechtsberatungen
sollten nur unter Hinzuziehung von JuristInnen oder BeraterInnen mit
ausgewiesener juristischer Fachexpertise durchgeführt werden.
Zudem braucht es in der Regel Dolmetschende, weil nicht alle Anwälte jede Sprache
sprechen. Personen, die diese Aufgabe übernehmen, sollten ebenfalls gut qualifiziert
sein. Geflüchtete können sich diese Kosten jedoch in der Regel nicht leisten.
Dies bedeutet jedoch nicht, dass Geflüchtete nicht auch von anderen Personen
beraten und begleitet werden sollten. Im Gegenteil: In vielerlei Hinsicht können
Privatpersonen oder Ehrenamtliche viel schneller ein Vertrauensverhältnis aufbauen
und dadurch stärken. Außerdem stellen sich neben der Frage des Asylverfahrens
noch viele weitere Fragen, die durch Beratungsstellen aufgefangen werden können.
Was sind mögliche Ziele?
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Geflüchtete haben Zugang zu unabhängiger Beratung.
Geflüchtete kennen ihre Rechte und Ansprüche und sind in der Lage,
diese durchzusetzen.
Geflüchtete haben Klarheit über ihre Bleibeperspektive in Deutschland.
Sozialberatungsstellen verfügen über interkulturelle Kompetenzen und können
auf die Bedürfnisse ihrer pluralen Klientel eingehen.
Geflüchtete lernen mit den belastenden Erfahrungen der Flucht und der Zeit
danach umzugehen.

Was können Sie tun?
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Übernehmen Sie Rechtskosten durch entsprechende Einzelfall-Fonds und
unterstützen Sie so Geflüchtete in komplexen Asylverfahren.
Stellen Sie ihre juristische Expertise bereit, lassen Sie sich ggfs. dazu
weiterbilden.
Fördern Sie kultursensibles Dolmetschen.
Fördern Sie Flüchtlings- und Migrationsberatungsstellen.
Fördern Sie Organisationen, die sich für die Rechte von Geflüchteten einsetzen
z.B. durch Qualifizierung oder Förderung von Personal.
Ermöglichen Sie Vernetzungstreffen und Weiterbildungen zu spezifischen
Rechtsfragen für JuristInnen.
Entwickeln und pflegen Sie kostenlose Datenbanken mit Informationen zu
JuristInnen und deren Angeboten, Kontaktdaten und spezifischer Expertise.
Errichten Sie einen Einzelfall-Fonds, bei dem Flüchtlinge oder Hilfsorganisationen
die Übernahme von Dolmetscherkosten für Beratungssitzungen kurzfristig
beantragen können.

	
  

	
  	
  

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Ratgeber Engagement für Flüchtlinge

21

Wie eine inklusive Gesellschaft aussehen kann
INKLUSION
langfristig

Asylverfahren dienen dazu, allen Menschen das Recht auf Asyl zu gewähren,
die Schutz bedürfen. Ein solches Verfahren muss somit auf die Bedürfnisse der
schutzsuchenden Personen ausgerichtet sein.
In einer inklusiven Gesellschaft besteht ein gerechtes und für beide Seiten nachvollziehbares Verfahren um über Asylanfragen zu entscheiden. Geflüchtete werden
von qualifizierten MitarbeiterInnen angemessen beraten.

➔ 6f BILDUNG, AUSBILDUNG UND ARBEIT
Was sind wichtige Bedarfe?
PHASE DER
AKUTHILFE
kurzfristig

Flüchtlinge wollen arbeiten. Sie wollen selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen, und
sie wollen an der Gesellschaft teilhaben sowie ihren Teil beitragen. Ohne gesicherten
Aufenthaltstitel gibt es dafür bisher jedoch kaum eine Möglichkeit.
Zwar dürfen Menschen im Asylverfahren nach drei Monaten unter Zustimmung der
Ausländerbehörde einer Beschäftigung nachgehen. In der Praxis wird diese
Zustimmung jedoch selten gewährt, da die Anforderungen dafür meist nicht erfüllt
werden. Für Flüchtlinge bedeutet dies: So lange tatenlos warten, bis das Asylverfahren abgeschlossen ist. Diese Zeit ist verschenkte Zeit und zudem frustrierend.
Hinzu kommt, dass viele Flüchtlinge keine nachweisbaren Abschlüsse und
Qualifikationen besitzen. Und wenn doch, gestaltet sich deren Anerkennung
schwierig.
Viele Flüchtlinge müssen somit Schul- und Berufsabschlüsse nachholen, bevor sie
arbeiten können. Das kostet nicht nur wertvolle Lebenszeit und Geld, sondern dieses
Vorgehen ist für viele Flüchtlinge auch wenig nachvollziehbar. Damit sie ihre
Möglichkeiten wahrnehmen können, müssen sie das System zunächst verstehen und
Möglichkeiten bekommen, um Bildungswege einzuschlagen.
Was sind mögliche Ziele?
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Flüchtlinge erhalten Informationen zum Bildungssystem in Deutschland.
Flüchtlinge erhalten Zugang zu Bildung (Willkommensklassen, KiTa, Schule etc.).
Flüchtlinge werden über Möglichkeiten informiert, in Arbeit und Ausbildung
zu kommen.
Flüchtlinge kennen die Vorteile einer Ausbildung und einer
sozialversicherungspflichtigen Arbeit gegenüber Schwarzarbeit.
ArbeitgeberInnen informieren sich über Möglichkeiten und Herausforderungen
bei Beschäftigung von Flüchtlingen.

	
  	
  

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Ratgeber Engagement für Flüchtlinge

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Was können Sie tun?
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Fördern Sie Projekte, die bereits in Erstaufnahmeeinrichtungen über das
deutsche Bildungs- und Arbeitssystem informieren.
Unterstützen Sie Programme, die bereits in Erstaufnahmeeinrichtungen
kostenlose Bildungsangebote umsetzen.
Stellen Sie Flüchtlinge ein und bieten Sie längerfristige Arbeitsverträge, um
die Zustimmung der Ausländerbehörde zu erlangen.
Eröffnen Sie Flüchtlingen Bildungswege über Schulvorbereitungskurse,
Ausbildungsvorbereitungskurse oder qualifizierende Praktikumsplätze.
Finanzieren Sie berufsvorbereitende Sprachkurse.
Informieren Sie Flüchtlinge gezielt über Karrierechancen in ihrem Unternehmen.
Fördern Sie bestehende Programme, die ihr Angebot für Flüchtlinge öffnen
möchten, insbesondere Programme der frühkindlichen Bildung sowie allgemeine
Qualifizierungsangebote für SchülerInnen und Studierende etc.

Was sind wichtige Bedarfe?
PHASE DER
INTEGRATION
mittelfristig

	
  

Beim Thema Bildung handelt es sich um ein klassisches Aufgabenfeld der
öffentlichen Hand. In erster Linie geht es darum, Zugänge zu Bildungseinrichtungen
zu schaffen, deren Kapazitäten anzupassen und die Fachkräfte entsprechend
fortzubilden. Für geflüchtete Kinder und Jugendliche gilt hier als Grundlage die
Schulpflicht (Ausnahme das Land Berlin) sowie für unbegleitete minderjährige
Flüchtlinge zudem die Regelungen des SGB VIII.
Personen mit anerkanntem Schutzstatus besitzen eine uneingeschränkte und
unbefristete Arbeitserlaubnis. Entsprechend können sie Leistungen des Jobcenters
sowie der Agentur für Arbeit zur Vermittlung in Arbeit in Anspruch nehmen.
Über die EU werden zudem spezielle Arbeitsintegrationsmaßnahmen für Menschen
mit Bleibeperspektive gefördert. In vielerlei Hinsicht reichen diese Angebote jedoch
nicht aus. Ihre Kapazitäten gilt es zu erhöhen, die Anerkennung von Qualifikationen
zu erleichtern und verstärkt Beratungsangebote für Geflüchtete zur Klärung von
möglichen Wegen in die Arbeitswelt zu schaffen.
Damit die Vermittlung gelingen kann, ist zudem die Schaffung von Rechtssicherheit
wichtig. Arbeitgebende, die in die Einstellung von Geflüchteten investieren wollen,
brauchen eine Perspektive. Der Abbau von Ressentiments bei Arbeitgebenden und
deren Belegschaft ist zudem eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Integration
in die Arbeitswelt gelingt.
Was sind mögliche Ziele?
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Geflüchtete erhalten entsprechend ihres Kenntnisstands Zugang zu Bildung.
Geflüchtete erhalten die notwendige Unterstützung und Förderung, um am
Bildungsangebot teilnehmen zu können.
Geflüchtete finden Unterstützung bei der Anerkennung von im Ausland
erworbenen Qualifikationen.
Geflüchtete haben Zugang zum Arbeitsmarkt.
Geflüchtete kennen die Systematik und Regelungen des deutschen
Arbeitsmarkts. Sie verstehen z.B., warum eine Ausbildung für den deutschen
Arbeitsmarkt eine wichtige Voraussetzung ist.
Unternehmen und auch Stiftungen bieten Ausbildungs- und Arbeitsplätze für
Geflüchtete an. Sie sind bereit, hier langfristig zu investieren.

	
  	
  

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Ratgeber Engagement für Flüchtlinge

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Unternehmen und Betriebe kennen die Chancen und Herausforderungen der
neuen Mitarbeitenden.

Was können Sie tun?
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Arbeiten Sie mit BildungsträgerInnen zusammen (z.B. Berufsschulen) und bieten
Sie Praktikums- sowie Ausbildungsplätze an.
Vergeben Sie Bildungsstipendien für Geflüchtete.
Bieten Sie Flüchtlingen längerfristige Arbeitsplätze mit ausreichend Gehalt.
Fördern Sie wirkungsvolle Projekte aus dem Bereich Bildungsgerechtigkeit und
helfen Sie, bewährte Projekte zur Förderung von Kindern, Jugendlichen und
Studierenden mit Migrationshintergrund auszubauen.
Kooperieren Sie mit Schulen und Berufsschulen sowie Jobcentern und anderen
ArbeitsvermittlerInnen wie z.B. Zeitarbeitsfirmen, die Flüchtlinge vermitteln.
Fördern Sie spezifische Bildungs- und Betreuungskonzepte für Flüchtlinge,
z.B. Flüchtlingsschulen, Studienprogramme und Berufsschulen.
Stellen Sie Risikokapital bereit und fördern Sie Start-Ups mit oder von
Flüchtlingen.
Ergreifen Sie Maßnahmen der interkulturellen Bildung oder DiversitätsSchulungen, um die eigene Belegschaft auf die Integration von Geflüchteten
vorzubereiten.
Investieren Sie in die Integration von Flüchtlingen in das eigene Unternehmen,
und beziehen Sie dabei alle Mitarbeitenden ein, denn dies kann zu erheblichen
Motivationsschüben der Belegschaft führen.
Integrieren Sie spezielle Angebote für Flüchtlinge in existierende Produkte, z.B.
Integration von Flüchtlings-Arbeitsvermittlungs-Portalen in bestehende
Jobportale.

Wie eine inklusive Gesellschaft aussehen kann
INKLUSION
langfristig

Die gesellschaftlichen Strukturen sind auf eine arbeitende Gesellschaft ausgerichtet.
Arbeit stellt das entscheidende Moment zu Unabhängigkeit und Selbstständigkeit
erwachsener Personen in Deutschland dar, ob mit Fluchthintergrund oder ohne.
Deshalb müssen Mittel und Wege gefunden werden allen Menschen einen
Arbeitsplatz zu sichern, der die gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht.
In einer inklusiven Gesellschaft können alle Menschen an der Gesellschaft teilhaben
und verfügen über ausreichend Mittel, sich so selbstständig wie möglich zu
versorgen. Menschen mit Fluchthintergrund haben die gleichen Bildungschancen und
Möglichkeiten wie in Deutschland Geborene.

	
  	
  

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➔ 6g BILDUNG DER MEHRHEITSGESELLSCHAFT
UND DEMOKRATIEFÖRDERUNG

Was sind wichtige Bedarfe?
PHASE DER
AKUTHILFE
kurzfristig

Ein Großteil der Bevölkerung begegnet den ankommenden Flüchtlingen mit Offenheit
und Wohlwollen. Viele engagieren sich vor Ort in bisher ungewohntem Ausmaß und
dies über einen langen Zeitraum. Dieses Engagement gilt es wertzuschätzen und
bestmöglich zu unterstützen.
Auf der anderen Seite gibt es eine nicht übersehbare Gruppe von Personen, die sich
gegen Flüchtlinge organisieren und auch vor gewaltsamen Angriffen nicht Halt
machen. Diesen gilt es, sich in den Weg zu stellen, damit Flüchtlinge diesen
Angriffen, ob verbal oder physisch, nicht ausgesetzt werden. Rassistische Aussagen
dürfen nicht geduldet werden.
Was sind mögliche Ziele?
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T

Menschen fühlen sich bestärkt, offen und freundschaftlich auf Flüchtlinge
zuzugehen und sie zu unterstützen.
Rassistische Aussagen werden abgelehnt. Ihnen wird kein Raum zur
Verfügung gestellt.
Angriffe (verbale ebenso wie körperliche) auf Flüchtlinge werden verhindert.

Was können Sie tun?
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T

Lassen Sie rassistische und faschistische Äußerungen im eigenen Umfeld nicht
unkommentiert.
Setzen Sie deutliche Zeichen gegen rechte Meinungen, z.B. deutlicher Hinweis
bei Gebäuden oder Veranstaltungen: „Dies ist kein Raum für Rassismus oder
rechte Gewalt“.
Unterstützen Sie Willkommensinitiativen (s.o.).
Rufen Sie zu Gegendemonstrationen bei Demonstrationen von rechten Gruppen
auf.
Sensibilisieren Sie ihr Umfeld und bilden Sie ihre Belegschaft weiter. Bestärken
Sie Andere darin Position zu beziehen und geben Sie ihnen Rückendeckung,
wenn sie dies tun.
Benennen Sie AnsprechpartnerInnen für Menschen, die Opfer von rassistischen
Gewalttaten bzw. Äußerungen werden.

Was sind wichtige Bedarfe?
PHASE DER
INTEGRATION
mittelfristig

Rassismus ist latent. Laut Studien besitzen über 50 % der Bevölkerung eine
abwertende Haltung gegenüber Flüchtlingen. Das Problem sind pauschale Vorurteile.
Diese Vorurteile sind in allen gesellschaftlichen Schichten und Milieus anzutreffen.
Denkmuster mögen im Alltag Orientierung geben, führen jedoch, wenn sie nicht
stetig kritisch hinterfragt werden, zu Fehlurteilen.
Insbesondere die Medien, aber ebenso Bildungseinrichtungen, Unternehmen und
öffentlichkeitswirksame Personen sind in der Lage, die öffentliche Meinung zu
beeinflussen. Reproduzieren sie Stereotypen, tragen sie dazu bei, Vorurteile zu
festigen. Stellen sie stattdessen differenziertere Bilder oder unterschiedliche

	
  	
  

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25

Perspektiven dar, können sie dazu beitragen, diskriminierende Vorurteile gegenüber
Flüchtlingen abzubauen.
Am wirkungsvollsten ist es deshalb, Flüchtlingen eine Stimme zu geben und sie in
das gesellschaftliche Engagement einzubeziehen.
Was sind mögliche Ziele?
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Geflüchtete nehmen fremdenfeindliche Äußerungen als Minderheitenmeinung wahr.
Die Aufnahmegesellschaft kennt Fluchtursachen und -hintergründe.
Die Aufnahmegesellschaft setzt sich mit den eigenen Ängsten, Hoffnungen
etc. der Zuwanderung auseinander.
Flüchtlinge können darauf vertrauen, dass sie bei fremdenfeindlichen
Angriffen entsprechende Anlaufstellen haben und dass sich jemand für
sie einsetzt.
Geflüchtete werden Teil zivilgesellschaftlicher Initiativen und entwickeln
diese weiter.
Diskriminierungen werden deutlich benannt und statistisch erfasst.

Was können Sie tun?
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Fördern Sie Projekte, die sich für Pluralismus und demokratische Kultur
einsetzen.
Fördern Sie Bildungsangebote für die Aufnahmegesellschaft zu den Themen
Flucht, Vertreibung, Rechtsextremismus.
Bilden Sie Ihre Belegschaft weiter.
Schaffen Sie als Stiftung Diskussionsräume abseits der hitzigen politischen
Debatten.
Machen Sie sich die eigene Vorbildfunktion sowie die eigenen Vorurteile und
Klischees bewusst.
Fördern Sie innovative Ideen aus den Bereichen Kunst, Kultur, Musik
etc., die sich mit den Themen Flucht, Vertreibung, Rechtsextremismus etc.
auseinandersetzen.
Fördern Sie Austausch und Begegnungsformate zwischen Geflüchteten und
der Aufnahmegesellschaft.
Fördern Sie Projekte, die die Eigenperspektiven von Flüchtlingen öffentlich
machen.

Wie eine inklusive Gesellschaft aussehen kann
INKLUSION
langfristig

In einer globalisierten Welt reichen innerstaatliche Entscheidungen beziehungsweise
deren Folgen über nationale Grenzen hinaus. Entsprechend müssen in einer
Demokratie Zusammenhänge zwischen den eigenen Interessen und denen anderer
mitgedacht werden. Neue Impulse durch BürgerInnen mit Fluchthintergrund helfen,
die eigene Perspektive zu erweitern. Gerechtigkeit und ein demokratisches
Miteinander müssen Grundlage in transnationalen Kontexten sein.
Eine inklusive Gesellschaft beruht auf demokratischem Miteinander. BürgerInnen
und AkteuerInnen in Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft nehmen ihre
Verantwortung ernst: Politik fördert die Entwicklung von mündigen BürgerInnen.
Diese identifizieren sich mit Pluralität als ein Kennzeichen der Gesellschaftsstruktur.
Zivilgesellschaft zeichnet sich auch durch Interessensverbünde von Minderheiten

	
  	
  

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26

aus, die ihre Anliegen formulieren und damit Gehör finden. Wirtschaftsunternehmen
fühlen sich sozialen Interessen verpflichtet und legitimieren sich durch diese. Es
findet keine Abwälzung externen Kosten auf Dritte oder die Zukunft statt.

7. VON DEN THEMENFELDERN
ZUR PASSENDEN SPENDENORGANISATION
Wie finde ich die passende Spendenorganisation?
Wenn Sie wissen, welchen Themenbereich Sie unterstützen möchten, können
Sie gezielt nach passenden Organisationen suchen. Nutzen Sie dabei auch
Empfehlungen wie das Wirkt-Siegel von PHINEO, um Anregungen zu bekommen
oder gezielt ein Projekt zu finden. Über 60 wirkungsvolle Projekte finden Sie auf

http://www.für-flüchtlinge-spenden.de

Woran erkenne ich, ob die Organisation vertrauenswürdig ist?
Gute Organisationen erkennt man daran, dass sie bereitwillig über sich und ihre
Arbeit informieren. Ein gutes Zeichen ist es, wenn die Website aktuell ist und
Termine oder Newseinträge nicht Jahre zurückliegen. Wird beschrieben, was die
Organisation aktuell macht, und lassen sich auch Infos zu Finanzen und ein
Jahresbericht schnell finden, spricht dies ebenso für die Organisation. Gerade
größere Organisationen sollten sich zu der Initiative Transparente Zivilgesellschaft
bekennen und Basisinformationen zur Organisation veröffentlichen. In der aktuellen
Flüchtlingshilfe sind jedoch auch viele Initiativen neu entstanden, die diese
Ansprüche (noch) nicht erfüllen können. Das nötige Vertrauen können Sie durch
persönliche und direkte Kontakte gewinnen.
Woran erkenne ich erfolgreich arbeitende Organisationen?
Das eigene Engagement soll etwas bewirken und nicht verpuffen. Aber wie
kriege ich das raus? Wenn man nicht auf eine Empfehlung wie die von PHINEO
zurückgreifen kann, helfen folgende Fragen weiter: Was genau möchte eine
Organisation wie und bei wem bewirken, und was hat sie mit welchem Ergebnis
bisher erreicht? Klare Antworten auf diese Fragen sind ein Zeichen dafür, dass
die Organisation gut aufgestellt ist. Ein wichtiges Kriterium für gute Qualität in der
Flüchtlingshilfe ist darüber hinaus die Beteiligung der Flüchtlinge selbst. Gute
Projekte arbeiten nicht nur für, sondern mit Flüchtlingen!
Wie spende ich kostensparend?
Geben Sie lieber eine größere Spende als viele kleine. Denn nichts im Leben ist
umsonst, auch das Spenden nicht. Bei jeder Spende fallen Kosten an, z.B.
Verwaltungskosten bei den Organisationen oder Kosten für die Zahlungsabwicklung
bei der Bank. Spenden für die Flüchtlingshilfe können Sie von der Steuer absetzen.
Rückwirkend zum 1. August und bis Ende 2016 gilt ein vereinfachtes Verfahren. Das
heißt, auch bei Spenden über 200 Euro reicht es, wenn Sie dem Finanzamt einen
Kontoauszug oder einen Bareinzahlungsbeleg vorlegen. Eine Spendenquittung ist
nicht nötig. 	
  

	
  	
  

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8. INTERNATIONALES ENGAGEMENT
Weltweit sind ca. 60 Millionen Menschen auf der Flucht, 50 Prozent davon sind
Kinder. Neun von Zehn dieser Flüchtlinge leben in Entwicklungsländern. Der Bedarf
an „Engagement für Flüchtlinge“ wird auch international dringend benötigt. Neben
vielen kleinen Organisationen helfen insbesondere die großen Hilfsorganisationen,
federführend ist hier der UNHCR. In Akutsituationen versorgen sie Binnenvertriebene
in ihren Heimatländern und Flüchtlinge in den angrenzenden Staaten. Sie sorgen
für Unterkünfte und Verpflegung, stellen medizinische Versorgung zur Verfügung
und bauen Schulen auf. Sie engagieren sich aber auch darüber hinaus um
im Herkunftsland oder, wenn eine Rückkehr dauerhaft unmöglich ist, in den
Aufnahmeländern Strukturen aufzubauen, die den geflohenen Menschen neue
Zukunftsperspektiven ermöglichen.
Eine Übersicht über etablierte Hilfsorganisationen, die in der internationalen
Flüchtlingshilfe aktiv sind, bietet das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen
(DZI). Sozialen InvestorInnen, die sich in einem spezifischen Herkunfts- oder
Transitland der Flüchtlinge engagieren möchten, sei die Mitgliederdatenbank von
VENRO, dem Verband für Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe, empfohlen.
Diese ermöglicht die Suche nach Hilfsorganisationen entsprechend ihren
Einsatzländern.

9. PHINEO-THEMENREPORT FLÜCHTLINGE
PHINEO erstellt derzeit eine Marktanalyse zur Förderung von Engagement für
Flüchtlinge in Deutschland. Der Themenreport stellt systematisch relevante
Informationen zu den AkteurInnen, Rahmenbedingungen und Qualitätskriterien für
Projekte im Flüchtlingsbereich dar und zeigt zahlreiche Good-Practice-Beispiele. Auf
dieser Basis können InvestorInnen wie Stiftungen, Unternehmen oder die öffentliche
Hand ihre Förderentscheidungen treffen. Der Report erscheint im April 2016.

10. PHINEO HILFT HELFEN
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich im Rahmen des eigenen Engagements
für Flüchtlinge in Deutschland einzusetzen. Wir von der gemeinnützigen PHINEO AG
unterstützen Sie gerne dabei, z.B. wenn es darum geht,










das Themenfeld voranzubringen,
wirkungsvolle Projekte zu unterstützen,
Förderlücken zu schließen,
Potenziale zu erkennen,
das wichtige Engagement für Flüchtlinge zu stärken,
eine Förderstrategie zu entwickeln oder anzupassen,
innovative Formate für ihr Engagement zu entwickeln,
sich mit anderen zu vernetzen oder
dem Thema die Aufmerksamkeit zu schenken, die es verdient.

Sie haben Interesse, PartnerIn des PHINEO-Themenreports zu werden? Sprechen
Sie uns an!

	
  	
  

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28

11. WEITERFÜHRENDE LINKS
è

Daten und Fakten

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge veröffentlicht die aktuellen offiziellen
Zahlen und Fakten:
https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Downloads/Infothek/Statistik/Asyl/st
atistik-anlage-teil-4-aktuelle-zahlen-zu-asyl.pdf?__blob=publicationFile
Das Netzwerk Flüchtlingsforschung ist ein multidisziplinäres Netzwerk von
WissenschaftlerInnen in Deutschland, die zu Zwangsmigration, Flucht und Asyl
forschen sowie internationaler Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, die diese
Themen mit Bezug zu Deutschland untersuchen. Veröffentlichungen finden sich hier:
http://fluechtlingsforschung.net/publikationen/
Pro Asyl stellt Zahlen und Fakten zum Flüchtlingsthema sowie umfassende
Informationen zu rechtlichen Aspekten des Asyl- und EU-Rechts bereit:
http://www.proasyl.de/de/themen/
Der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration
informiert in verschiedenen Dokumenten über wichtige Aspekte zu den Themen
Asyl, Migration und Flucht: http://www.svr-migration.de/themen-kurz-buendig/
Die UN-Menschenrechtscharta und das Recht auf angemessenen Lebensstandard
sowie weitere Konventionen und Abkommen:
http://www.menschenrechtserklaerung.de/angemessener-lebensstandard-3677/
è

Ausbildung und Arbeit

Die Broschüre „Willkommen in Deutschland“ hilft Unternehmen, wenn sie
Geflüchtete über Ausbildung und Arbeit integrieren möchten, und gibt einen
Überblick über alle staatlichen Leistungen im Bereich Migration:
https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Publikationen/Broschueren/willkomm
en-in-deutschland.html
Das Informationsportal der Bundesregierung zur Anerkennung ausländischer
Qualifikationen: http://www.anerkennung-in-deutschland.de/html/de/1843.php
Die qualiboxX vom Bundesinstitut für Berufsbildung klärt über aktuelle Wege von
Flüchtlingen in Bildung und Beruf auf:
https://www.qualiboxx.de/wws/dossierfluechtlinge.php?sid=38960657112214089144342364236350
è

Projekte

Das Pionierportal mit Informationen über Hilfsprojekte und -möglichkeiten für
Flüchtlinge: http://wie-kann-ich-helfen.info/
Von PHINEO geprüfte und mit dem Wirkt-Qualitätssiegel ausgezeichnete Projekte in
den Bereichen Integration und Demokratieförderung. Ab Anfang 2016 auch speziell
Projekte für Geflüchtete: http://www.für-flüchtlinge-spenden.de
è

Stiftungen

Eine Übersicht über fördernde Stiftungen und Fonds, die sich in der Integration und
Flüchtlingshilfe engagieren: http://www.foerdermittelbuero.de/wpcontent/uploads/2015/10/Integration-und-Fl%C3%BCchtlingshilfe-f%C3%B6rdernlassen.pdf
Der Bundesverband Deutscher Stiftungen informiert über das Engagement der
Stiftungen und zeigt, in welchen Regionen Stiftungen kooperieren:
http://www.stiftungen.org/de/stiftungswissen/stiftungen-und-fluechtlingshilfe.html

	
  	
  

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Ratgeber Engagement für Flüchtlinge

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12. IMPRESSUM

Januar 2016
© PHINEO gAG, Berlin

Autorinnen und Autoren
Kerstin Albrecht
Linda Gugelfuß
Wiebke Gülcibuk
Dr. Philipp Hoelscher

Kontakt
PHINEO gAG
Anna-Louisa-Karsch-Straße 2
10178 Berlin
Tel.: + 49 30 520065400
Fax: + 49 30 520065403
info@phineo.org
www.phineo.org

Bildnachweis
Titelbild: Ali Ali / laif – vielen Dank!

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http://www.für-flüchtlinge-spenden.de
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http://www.phineo.org/publikationen

	
  	
  

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