Path:

Full text: Die Strategie Stadtlandschaft Berlin

Stadtgrün

Wo Stadt und Grün gemeinsam wachsen
Berlin wächst rasant und entwickelt sich in großen Schritten zu
einer 4-Millionen-Einwohner-Metropole. Dieses Wachstum
müssen wir gestalten. Wir müssen unsere soziale Infrastruktur
und die Bildungseinrichtungen, unsere Mobilität und das Wohnungsangebot an die neuen Bedarfe anpassen. Und wir müssen
darauf achten, dass Berlin doch Berlin bleibt.
Berlin ist wie kaum eine andere Metropole geprägt von städtischem Grün. Das soll auch in Zukunft so bleiben. Die städtische
Natur ist eine wichtige Basis für die Attraktivität der deutschen
Hauptstadt und für deren hohe Lebensqualität. Auch in der
wachsenden Stadt sind wir daher aufgefordert, unsere Stadtnatur zu schützen, ihre Substanz zu sichern und wo möglich
noch auszubauen. Diesem Ziel stellt sich der Senat mit der Strategie Stadtlandschaft Berlin.
Seit 2012 haben wir bei der Umsetzung der Strategie Stadtlandschaft schon viel erreicht. So wurde die Stadtbaumkampagne ins Leben gerufen. Unterstützt durch viele Spenden von
Bürgerinnen und Bürgern konnten bereits rund 5000 neue Bäume in Berlins Straßen gepflanzt werden. Unser Mischwaldprogramm dient ebenso der Sicherung unserer Trinkwasserversorgung wie einem gesunden Klima. Insgesamt sind in dem
Zeitraum von 2012 bis 2015 bereits zehn Millionen Euro in die
Umsetzung der Strategie Stadtlandschaft geflossen, gut investiertes Geld.
Die Strategie Stadtlandschaft wird den Berlinerinnen und Berlinern sowie den Gästen unserer Stadt auch in Zukunft noch so
manche Erlebnisräume der Stadtnatur eröffnen: sei es schon in
Kürze durch ein Grünanlagensanierungsprogramm oder etwa
2017 mit der Internationalen Gartenausstellung (IGA). Ohne
Zweifel wird die IGA ein Meilenstein bei der Entwicklung neuer
und nachhaltiger Ideen zur Gestaltung des urbanen Grüns in
Berlin.
Angesichts unserer großen Potentiale in der städtischen Natur
bin ich sicher: Die wachsende Stadt Berlin wird gedeihen und
nicht wuchern.

Strategie Stadlandschaft Berlin
Natürlich urban produktiv
Statusbericht 2015

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
Abteilung I – Stadt- und Freiraumplanung
Holle Thierfelder
Am Köllnischen Park 3
10179 Berlin
Telefon 030 9025
9025–1165
– 1165
www.stadtentwicklung.berlin.de/natur_gruen/
Gestaltung
Bengsch Werbeagentur GmbH
Droysenstraße 15
10629 Berlin
Telefon 030 32777110
www.bengsch.net
Ausstellungs- und Informationszentrum
Broschürenstelle
der Senatsverwaltung
für Stadtentwicklung und Umwelt
Am Köllnischen Park 3, 10179 Berlin
U-Bahn Linien U2, Märkisches Museum,
U8, Jannowitzbrücke oder Heinrich-Heine-Straße
S-Bahn Linien S5, S7, S75, Jannowitzbrücke
Bus Linien 147, 248, 265, U-Bhf. Märkisches Museum
broschuerenstelle@senstadtum.berlin.de
Ausstellungsraum
der Senatsverwaltung
für Stadtentwicklung und Umwelt
Württembergische Straße 6, 10707 Berlin
U-Bahn Linien U3, U7, Fehrbelliner Platz
Bus Linien 101, 104, 115, Fehrbelliner Platz
www.stadtentwicklung.berlin.de
Berlin, Januar 2016

Andreas Geisel
Senator für Stadtentwicklung und Umwelt

Statusbericht 2015
Titelbild: © SenStadtUm

Kommunikation
Württembergische Straße 6
10707 Berlin

Die Strategie Stadtlandschaft Berlin
Natürlich urban produktiv

Produktive
Landschaft

Die Strategie Stadtlandschaft –
Umsetzung und Erfolge

Schöne
Stadt

Urbane
Natur

Die Strategie Stadtlandschaft ist kein Papiertiger. Sie entwickelt neue Ansätze und füllt die Inhalte mit Leben. Diese
reichen von einer verstärkten Kooperation verschiedenster
Akteure der Stadt; der Werbung für Sponsoring und dem
bürgerschaftlichen Engagement über eine bessere Nutzung
von Fördergeldern, das Anschieben neuer Programme bis hin
zu einer guten Kommunikation des Themas über Referenzprojekte.
Das Abgeordnetenhaus von Berlin stellte in den Jahren 2012 bis
2015 zehn Millionen Euro für die Umsetzung dieses Konzeptes
zur Verfügung. So konnten die Stadtbaumkampagne und das
Mischwaldprogramm aufgelegt werden. Mit europäischen
Fördergeldern kann in den nächsten Jahren auch die Grünanlagensanierung angegangen werden. So vielfältig, wie das
Grün in Berlin, so weit ist auch die Spanne von vorzeigbaren
Aktivitäten, die die Inhalte der Strategie Stadtlandschaft Wirklichkeit werden lassen.

Seit 2006 erschließt der Berliner Mauerweg den Verlauf der
ehemaligen innerstädtischen Grenze. Gerade der Abschnitt
vom Nordbahnhof bis zur nördlichen Stadtgrenze ist indes
nicht nur historisch als Ort des Mauergedenkens bedeutsam.
Er verbindet auch zahlreiche Grün- und Freiräume. Der Park am
Nordbahnhof, die Gedenkstätte Berliner Mauer, der Mauerpark, das grüne Ufer der Panke und nicht zuletzt das Tegeler
Fließ, einer der schönsten Landschaftsräume Berlins, liegen an
dieser Strecke.

Die Strategie Stadtlandschaft – ein Beitrag
zur zukünftigen Stadtentwicklung

Die im Sommer 2011 beschlossene Strategie Stadtlandschaft widmet sich dem vielfältigen Grün in der Stadt und ist auf die großen
zukünftigen Aufgaben der Stadtentwicklung ausgerichtet. Im Mittelpunkt stehen Klimawandel und ressourceneffiziente Stadt,
demografischer Wandel und kulturelle Vielfalt. Zugleich werden neue gesellschaftliche Trends, wie die Do-it-yourself-Kultur, die
Verknüpfung von urbanen und ländlichen Lebensstilen und eine veränderte Mobilität in die Strategie aufgenommen. Sie spannt
den Bogen vom Jahr der Internationalen Gartenausstellung 2017 bis zu einer auch im Jahr 2050 lebenswerten Stadt.
Die Strategie Stadtlandschaft baut auf bestehenden Stärken
Berlins auf und entwickelt diese weiter. Typisch für Berlin sind
die Menge, aber auch die Vielfalt und Vielschichtigkeit des
Grüns. Frei- und Grünräume machen fast 44 Prozent der
Landesfläche aus. Dieses vielfältige Grün umfasst:

Ein Netz aus bestehenden Grünflächen und als öffentliche Freiräume nutzbaren Straßen wird zum Grundgerüst der „Schönen
Stadt“. Schwerpunkte liegen in bioklimatisch belasteten und
sozial benachteiligten Gebieten, aber auch in der Pflege des
gartenkulturellen Erbes.

„„gestaltetes Grün – darunter historische und neue Parkund Erholungsanlagen, Stadtplätze, Straßenbäume und
Alleen
„„von Menschen bewirtschaftete Räume – darunter Landwirtschaftsflächen, Kleingärten, Gemeinschaftsgärten, Strandbars oder grüne Orte des Lernens
„„naturnahe Landschaften – wie Wald, Gewässer, Natur- und
Landschaftsschutzgebiete und urbane Wildnisse

Die Berliner Stadtnatur ist nicht nur schön, sondern auch ein
ökonomisch und sozial produktiver Raum. „Produktive Landschaft“ verbindet Kleingärten, Landwirtschaft und Selbstversorgungswirtschaft mit der Do-it-yourself-Kultur und einem
ökologisch motivierten Lebensstil.

Im Mittelpunkt des Leitbilds der Strategie Stadtlandschaft
stehen drei Themen: „Schöne Stadt“, „Produktive Landschaft“
und „Urbane Natur“.

Berlin besitzt mit seinen Natur- und Landschaftsräumen in
enger Verflechtung mit der Stadt ein breit gefächertes hochwertiges Flächenpotenzial. „Urbane Natur“ steht für Naturerleben mitten in der Stadt und zielt gleichzeitig auf die Förderung der biologischen Vielfalt, die Versorgung mit sauberem
Trinkwasser und frischer Luft.

Das grüne Band Berlin lädt zu Spaziergängen ein.

© Julien Lanoo

Multifunktionale Sport- und Spielbereiche, Liegewiesen und
eine Sonnenterrasse laden zu unterschiedlichen Freizeitaktivitäten ein. Ökologisch besonders wertvolle Flächen wurden zum
Schutz der brütenden Vögel eingezäunt, auf dem angrenzenden offenen Ökoschotter entsteht eine bunt blühende
urbane Wildnis. Aus Mitteln der Strategie Stadtlandschaft wird
die sogenannte Stadtwildnis im Westpark erschlossen. Der
vorhandene, schützenswerte Vegetationsbestand verbleibt in
seiner Ursprünglichkeit, nur Gefahrenstellen werden beseitigt.
Statt Sport und Aktion stehen hier ruhige Erholung und Beob-

© Grün Berlin GmbH

Plattform Produktive Landschaft

© Ina Dorendorf

Dieses 15 Kilometer lange Grüne Band Berlin steht in der Strategie Stadtlandschaft für die Vernetzung von Grünräumen.
Es bietet abseits des Straßenverkehrs reizvolle Fuß- und Radwege von der Innenstadt bis in den Berliner Norden. Teile dieses
ehemaligen Mauerstreifens gehören nicht dem Land
Berlin, was Nutzerinnen und Nutzer kaum merken. Wichtige
Schlüsselgrundstücke konnten mit dem Geld der Strategie
Stadtlandschaft erworben werden, um den durchgehenden
Grünzug zu sichern.

Botanischer Volkspark Blankenfelde-Pankow

Besuchermagnet Park am Gleisdreieck.

Die Geologische Wand im Volkspark Blankenfelde-Pankow.

Urbane Landwirtschaft, Gärtnern in der Stadt, selbstorganisierte Sporträume und andere Aktivitäten der Eigenarbeit liegen imTrend. Diese neuen Aktivitäten in urbanen Freiräumen
entwickeln gesellschaftliche Werte, ob ökonomisch, sozial, kulturell, pädagogisch, materiell oder immateriell. Sie erfordern
ein Bekenntnis zur Qualität und zum respektvollen Umgang
miteinander. Das führt dazu, dass in einem stadtgesellschaftlichen Diskurs Regeln, Instrumente und Verhaltenskultur verhandelt werden müssen.

Park am Gleisdreieck

Ein Musterbeispiel in vielfacher Hinsicht ist der innovative Park
am Gleisdreieck. Viele Bürgerinnen und Bürger haben sich über
Jahre für die Realisierung einer Parkanlage auf dem ehemaligen Bahngelände eingesetzt und seine Entstehung aktiv mitgestaltet. Der Park wurde mit dem Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis 2015 ausgezeichnet.

Die Optimierung von bisher 15 Fledermaus-Winterquartieren
ist ein Projekt des Leitbildes „Urbane Natur“ in der Strategie
Stadtlandschaft. Es setzt auch das Ziel „Artenvielfalt und Verantwortung für besondere Arten“ der Berliner Strategie zur

Grünes Band

Projekte
© bgmr Landschaftsarchitekten / Projektbüro Friedrich von Borries

Die Ertüchtigung von Fledermaus-Winterquartieren

achtung von Fauna und Flora im Vordergrund. Damit erhält der
Park am Gleisdreieck eine weitere zugängliche Fläche von hohem ökologischem Wert.

Das 34 Hektar große Gartendenkmal entwickelte sich aus
einem 1909 vom Stadtgartendirektor Albert Brodersen angelegten Schulgarten. Heute ist es eine öffentliche Grünanlage,
die echte Kleinode der Gartenkunst bietet. Auch viele RoteListe-Arten haben hier Unterschlupf gefunden.
Gefördert aus Mitteln des Umweltentlastungsprogramms und
kofinanziert aus der Strategie Stadtlandschaft ist der Park in
den Jahren 2014/15 weiterentwickelt worden. Ein besonderes
Baudenkmal, die Geologische Wand, wird restauriert. Auf dem
ehemaligen Kompostplatz entsteht eine neue Wiese, die Obstbaum-Alleen werden ergänzt. Bisher nicht zugängliche Park­
teile werden erschlossen und marode Gebäude beseitigt. Damit
stehen den Besucherinnen und Besuchern neue attraktive Angebote für Erholung und Naturerleben zur Verfügung.

© Steffen Brodt/plan.b

Wasserwerk Friedrichshagen ­– neue Mauern bieten Unterschlupf.

Biologischen Vielfalt um. Neben den beiden großen und bekannten Fledermaus-Winterquartieren an den Wasserwerksstandorten Tegel und Friedrichshagen wurden viele kleine
Keller, ehemalige Eiskeller, ein Bärenkeller auf der Pfaueninsel
und ein Bunker optimiert. In den Winterquartieren erfolgten
Maßnahmen zur Instandsetzung des jeweiligen Objektes, Verbesserungen des Innenklimas und Optimierungen des Versteckangebots durch das Aufhängen von Gewölbesteinen,
Fledermauswandschalen und den Bau von Mauern mit Lücken.

Infos für Neugierige
www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/
landschaftsplanung/strategie_stadtlandschaft/
© Holger Koppatsch

Das Allmende-Kontor auf dem Tempelhofer Feld bietet Raum für urbanes Gärtnern.

Die Strategie Stadtlandschaft setzt auf eine Plattform mit der
sich Zwischennutzer und Raumpioniere über Erfahrungen austauschen und sich vernetzen können. Deshalb hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt seit 2012 eine
Reihe von Werkstattgesprächen angeboten, die allen Akteuren
offen stehen.
Ein 2014 begonnener Diskurs mit Fachleuten, Bürgerinnen und
Bürgern wird unter dem Label Lenné-Symposium bis zur IGA
Berlin 2017 zum Thema „Produktive Stadt“ fortgesetzt.

www.gruen-berlin.de/
www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/
landschaftsplanung/gruenes_band/
www.stadtentwicklung.berlin.de/natur_gruen/biologische_vielfalt/
www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/
stadtentwicklungskonzept/
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.