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Der Veränderung auf der Spur

Full text: Jahresbericht Issue 2015 Der Veränderung auf der Spur

Die Internationale Alpenschutzkommission
CIPRA ist eine gemeinnützige, nichtstaatliche Dachorganisation mit nationalen
und regionalen Vertretungen in Deutsch-

Der Veränderung
auf der Spur

land, Frankreich, Italien, Liechtenstein,
Österreich, Slowenien und der Schweiz.
Sie vertritt rund 100 Verbände und
Organisationen. Die CIPRA arbeitet für
eine nachhaltige Entwicklung und setzt
sich ein für das Natur- und Kulturerbe,
für die regionale Vielfalt und für Lösungen
grenzüberschreitender Probleme in
den Alpen. Sie wurde am 5. Mai 1952
gegründet und hat ihren Sitz in Schaan
im Fürstentum Liechtenstein.
www.cipra.org

CIPRA International jahresbericht 2015

0 2 | D AS NET Z WER K D ER CIPRA



CIPRA-Vertretungen
und ihre Mitglieder

Südtirol

J a h r e s b e ric h t 2 0 1 5 C i p r a i n t e r n a t i o n a l | 0 3

Alpenverein Südtirol • Arbeitsgemeinschaf t

für Vogelkunde und Vogelschut z in Südtirol • Baubiologie
Südtirol • Bund Alternativer Anbauer • Heimatpflegeve rba nd Sü d tiro l • LIA p e r N atu ra y U s a n ze s • N a t u r f r e u n d e
im

M e r a n -Südtirol • Natur tref f Eisvogel • Plat t form Pro Pus-

Bayerischen Roten Kreuz • Bergwald-

ter tal • Südtiroler Gesellschaf t für Gesundheitsförderung

Deutschland

Bergwacht

projekt e. V. • Bund Naturschutz in

• Südtiroler HochschülerInnenschaf t • Umweltgruppe Eis­

Bayern e. V. • Deutscher Alpenverein

ack tal • Umweltschutzgruppe Vinschgau • Lokale Umwelt-

e. V. • Gesellschaft für ökologische

gruppen: Andrian, Bozen, Eppan, Jenesien, Kaltern, Nus-

Associa zione Ambiente e L avoro •

Forschung e. V. • Landesbund für

Schlern, Olang, Rasen-Antholz, Salurn, Terlan, Ulten, Vahr,

Associa zione Dislivelli • Club Alpino Italiano •

Vogelschutz in Bayern e. V. • Moun-

Wipptal

Dachverband für Natur- und Umweltschut z in

tain Wilderness Deutschland e. V. •

www.cipra.org/de/cipra/suedtirol

Südtirol • Federa zione Italiana di Parchi e delle

NaturFreunde Deutschlands e. V. •

Riser ve Naturali (Federparchi) • Federa zione Ita-

Ökologischer Jagdverband e. V. • Ver-

liana Pro Natura • Gruppo Amici della Natura •

band Deutscher Berg- und Skiführer •

F ö r d e r n d e s M i t g l i e d Nederlandse

Istituto Na zionale di Urbanistica • Italia Nostra •

Verein zum Schutz der Bergwelt e. V.

M i l i e u g ro u p A l p e n, N i e d e r l a n d e n

Lega Italiana Protezione Uccelli • Legambiente

www.cipra.de

Italien

Schaan/LI, im April 2016

Liebe Leserinnen und Leser

• Mountain Wilderness Italia • Parco delle Orobie
Valtellinesi • Parco Na zionale della Val Grande
• Parco Na zionale delle Dolomiti Bellunesi •
Parco Na zionale dello Stelvio • Pro Natura Torino • So ci età di Sci e nze N atu ra li d e l Tre ntino •
Se r v izio G l aciolo gic o Lom ba rd o

F r a n k r e i c h A s so c i atio n N atio n a l e d e s C e ntre s et Foye r s d e s k i d e fond et d e montagne •

__ Ein Vierteljahrhundert ist vergangen, seit die

res» gelernt. Auch WissenschaftlerInnen und

A s so c i atio n pou r l e D éve lo pp e m e nt e n Ré se au d e s Te r r i to ire s et d e s Se r v ic e s • A ste r s, C onse r vatoire

Alpenkonvention ratifiziert wurde. Die CPIRA

Jugendliche tauschen sich vermehrt mit ihres-

d é pa r te m e nta l d e s e s pac e s n atu re ls d e H au te -S avo i e • C e ntre d e l a N ature M ontagna rd e • C omité

widmet ihren Jahresbericht diesem Jubiläum.

gleichen aus anderen Alpengegenden aus. Die

ré gio n a l R hô n e -A lp e s d e l a Fé d é ratio n Fra nç a ise d e l a R a ndo n n é e p é d e stre • Fé d é ration Fra nç a ise

Die Alpen haben sich seit 1991 verändert: Einer-

Alpenkonvention hat hierzu viel beigetragen.

d e M o ntag n e et d’Esc a l ad e • Fé d é ratio n Fra nç a ise d e s Clu bs A lp ins et d e M ontagne • Fé d é ration

www.cipra.org/italia

R hô n e -A lp e s d e Prote c tio n d e l a N atu re • M ou nta in W ild e r n e s s Fra nc e • Pa rc N ationa l d e la Va noise
• Pa rc N atio n a l d e s Éc r ins • Pa rc N atio n a l du M e rc a ntou r • Pa rc N atu re l Ré giona l d e C ha r tre use •
Arbeitsgemein-

schaf t der Berg- und Natur wachten

U nio n Ré gio n a l e V i e et N atu re d e l a ré gio n Prove nc e -A lp e s- C ôte d’A zu r • W WF Fra nc e
www.cipra.org/france

Österreichs • Kuratorium Wald •
Natur freunde Österreich • Naturschutzbund Österreich • Österreichischer Alpenverein • Österreichi-

Sl o w e n i e n 13 4 E i n ze l m i tg l i e d e r

S c h w e i z Alpen-Initiative • Aqua

www.cipra.org/slovenija

V i va • G r i m s e l ve r e i n • M o u n t a i n
W i l d e r n e s s S c hwe i z • N a t u r f r e u n d e

scher Forst verein • Österreichischer
Touristenklub • Verband Österrei-

L i e c h t e n s t e i n Botanisch-Zoologische Gesellschaf t

chischer Höhlenforscher • Zentral-

Liechtenstein-Sarganserland-Werdenberg • Fischereiverein

stelle der Österreichischen L andes-

L i e c hte nste in • L i e c hte nste in e r A lp e nve re in • Fo r st ve re in

jagdverbände • Die neun Bundes-

L i e c hte nste in • L i e c hte nste in e r Jäg e r sc h af t • L i e c hte n-

länder Österreichs: Vorarlberg, Tirol,

ste inisc h e G e se llsc h af t f ü r U mwe l tsc hu t z • Im ke re i ve re in

Salzburg, Kärnten, Oberösterreich,

Liechtenstein • Liechtensteinischer Ornithologischer L an-

Steie r ma r k, Ni e d e röste r re ic h, B u r-

desverband • Solargenossenschaf t Liechtenstein • Ver-

g e nland, Wien

kehrs-Club Liechtenstein

www.cipra.at

www.cipra.li

Schweiz • Pro Natura • Schweizer
Alpen-Club • Schweizer Vogelschutz
SVS / B i rd L i fe S c hwe i z • S c hwe i ze r i s c h e G r e i n a- S ti f t u n g • S ti f t u n g
L a n d­s c h a f t s c h u t z S c hwe i z • W W F
S c hwe i z ( Pa s s i v m i tg l i e d )
www.cipra.ch

Titelillustration: Johannes Gautier; Editorial: Martin Walser

Österreich

seits wurden neue Skilifte gebaut und Tunnels

Dennoch: Die CIPRA würde sich für die

gegraben und mehr Verkehr wälzt sich durch die

nächsten 25 Jahre mehr wünschen. Als be-

Täler, andererseits wagen sich Wolf und Bär in

stehendes, akzeptiertes Instrument mit alpen-

ihre angestammten Lebensräume zurück.

weiter Abstützung birgt die Alpenkonvention

Hat die Alpenkonvention darauf über-

grosses Potenzial für ein gutes Leben in den

haupt Einfluss, mögen Sie sich fragen? Bär

Alpen, das auf Werte wie Genügsamkeit, Soli-

und Wolf fragen nicht beim Ständigen Sekre-

darität und Partizipation baut.

tariat um eine Einwanderungserlaubnis, die
Skigebiete rüsten trotz Klimaaktionsplan auf.

Damit diese Vision Realität wird, braucht
es politische Leitlinien, einen starken politi-

Gleichwohl wäre es zu kurz gegriffen, die

schen Willen und engagierte Alpenbewoh-

Alpenkonvention als wirkungslos abzutun. Der

nerinnen und -bewohner: Menschen wie Sie,

Ständige Ausschuss und die Plattformen ver-

liebe Leserin, lieber Leser! In diesem Sinne

schafften den alpenrelevanten Themen Beach-

wünsche ich Ihnen eine anregende Lektüre

tung in der internationalen Zusammenarbeit.

und viel Energie für Ihr Engagement. 

Dutzende Kommunen haben von innovativen
Ansätzen ihrer Partner in den Netzwerken «Al-

Katharina Conradin

lianz in den Alpen» und «Alpenstadt des Jah-

Präsidentin CIPRA International

04 | 2 5 J a h r e A l p e n k o n v e n t i o n



das schöne alpenl and:
Eine Reise ins 2 050

J a h r e s b e ric h t 2 0 1 5 C i p r a i n t e r n a t i o n a l | 0 5

Doch

mit

zunehmen-

den Umweltkrisen und daraus

resultierenden

sozialen

Spannungen wurde der Handlungsdruck so gross, dass das
Potenzial allerorten wiederentdeckt wurde. Ende der 2010er
Jahre zogen die Herrschenden
__ Im wunderbaren Alpen-

Zwar gab es warnende

land leben die Menschen

ermutigte

einen Schlussstrich unter die

Nun, im Jahr 2050, fin-

Stimmen. Eine Organisation

die Alpenbewohnerinnen und

scheinheilige bisherige Politik.

den überall im schönen Al-

in kompakten Dörfern und

namens CIPRA gehörte von

Alpenbewohner, ihr Schicksal

Sie verankerten die alpenwei-

penland regelmässig runde

Städten. Sie nutzen die na-

Anfang an dazu. Doch in ih-

in die eigenen Hände zu neh-

ten Millenniumsziele für Genüg-

Tische statt, an denen innova-

türlichen Ressourcen ihres

rer Gier, die längsten Tunnels,

men. Gemeinden und Städte

samkeit, Solidarität und Partizi-

tive gemeinschaftliche Initiati-

reichen

die

Gipfelskilifte,

in den Alpen schlossen sich

pation im neuen mehrjährigen

ven im Sinne der alpenweiten

und mit Bedacht. Verschie-

die meisten Einkaufszentren

zusammen und forderten ei-

Arbeitsprogramm der Alpen-

Millenniumsziele der Alpen-

denste Tiere und Pflanzen

zu haben, nahmen viele die-

nen Wandel. Die Menschen

konvention. Wiederum stand

konvention

bevölkern Wiesen und Wäl-

se Stimmen nicht wahr. Erst

wollten ein Alpenland, in dem

die CIPRA so mancher Idee

den. Die CIPRA begleitet und

der.

Landes

sparsam

höchsten

Die

CIPRA

entwickelt

wer-

als Frau Holle wegen des

man die Natur respektiert,

Pate. Und siehe da: Neue An-

moderiert einige davon und

Wasser sprudelt in den Flüs-

Klimawandels

Dienst

sich bei Problemen gegen-

sätze sprossen wie Alpenblu-

unterstützt

sen. Das gute Leben in den

quittierte, die Kinder wegen

seitig hilft, und sich Kinder,

men nach einem Frühlingsre-

der Ideen. So wurden die Al-

Alpen macht die Menschen

des überbordenden Verkehrs

Frauen und Männer entfalten

gen. Die Herrschenden lernten,

pen zu einem geschützten,

glücklich und zufrieden.

nicht mehr draussen spielen

können. Gemeinsam dachten

ihre Gebiete zu führen, indem

solidarischen und blühenden

So war es nicht immer.

konnten und in vielen Städten

sie darüber nach, wie diese

sie

Land, das der ganzen Welt als

Es ist noch gar nicht lange

die Vorschrift erlassen wurde,

Vision Realität werden könnte.

Verhältnis zu den Menschen

her, dass die Menschen im

wegen gravierender Smog-

Und so besannen sie sich auf

aufbauten und deren Initiati-

Alpenland am überbordenden

probleme Atemschutzmasken

ein Instrument, das es schon

ven mehr Sichtbarkeit, Aner-

Katharina Conradin

Verkehr litten, zusehen muss-

zu tragen, dämmerte es den

seit einem Vierteljahrhundert

kennung

Unterstützung

und Claire Simon,

ten, wie gesichtslose Siedlun-

Menschen.

gab: die Alpenkonvention.

gewährten. In der Gesellschaft

CIPRA International

Frisches,

glasklares

ihren

gen die Landschaft zerschnit-

Viele Jahre lang hatte

ten, und bedauerten, dass es

man diesem Abkommen wenig

immer weniger Blumen auf

Beachtung geschenkt und kei-

den Wiesen gab.

ne Mittel bereitgestellt, damit
die ehrgeizige Mission umgesetzt werden konnte.

ein

partnerschaftliches

und

und in der Wirtschaft setzte ein
Wandel ein.

die

Umsetzung

Vorbild dient.

06 | 2 5 J a h r e A l p e n k o n v e n t i o n



J a h r e s b e ric h t 2 0 1 5 C i p r a i n t e r n a t i o n a l | 0 7

Bühne frei
für die Jugend
Die Alpenkonvention

__ «I love bio», bekennt die grün umrandete Figur im weissen

öffnet sich der Jugend.

Bilderrahmen, der an prominenter Stelle über dem Schreibtisch

Ein Höhepunkt war der

von Markus Reiterer hängt. Eine orange Sonne über der Figur

Austausch des «Youth

fordert: «Reduce, reuse, recycle». Gestaltet ist das Bild vollstän-

Alpine Express» mit Ver-

dig aus Abfall. Es erzählt die Geschichte einer lustvollen Rei-

treterInnen der Alpen-

se. Eine, die Markus Reiterer, Generalsekretär des Ständigen

konvention. Die CIPRA

Sekretariats der Alpenkonvention, seinen Besuchern im Büro

wirkt als Vermittlerin im
Hintergrund.

gerne weitererzählt.
Juni 2015, Expo Mailand: Markus Reiterer ist zuletzt an
der Reihe. Vier andere Vertreter der Vertragsparteien der Alpenkonvention stehen schon auf der Bühne, weisse Bilderrahmen
in den Händen. Neben den Herren in dunklen Anzügen stehen
junge Menschen in weissen T-Shirts. Ein kirschroter Kreis mit
einer weissen Null, umrandet von einem blassgrünen Ring,
prangt auf deren Brust. Null Punkte, null CO 2 -Emissionen. Für
ihre Reise mit Bahn, Bus, Rad oder zu Fuss von ihren Heimatorten hierher haben die 22 Teilnehmenden des «Youth Alpine
Express», einem Projekt der CIPRA, insgesamt 3’124 Punkte
gebraucht, das sind durchschnittlich 142 Punkte pro Person
und Tag. Die Idee wäre, nicht mehr als 100 Punkte oder 6,8
Kilogramm CO 2 zu verbrauchen, um das Zwei-Grad-Ziel der internationalen Klimapolitik zu erreichen.
Eine junge Frau mit Pferdeschwanz und kurzem Rock macht

Nahe dran: Jugendliche

einen Schritt auf Markus Reiterer zu. Lisa Maria Marchl übergibt

des «Youth Alpine Express»

dem Generalsekretär das Bild, gestaltet aus Verpackungsmate-

diskutieren über die be­

rial von Produkten, die sie unterwegs konsumiert haben. «Das

vorstehende Begegnung

ist die Botschaft, die wir Ihnen mitgeben», sagt die Vertreterin

mit den VertreterInnen

der italienischen Delegation. «Ernähre dich saisonal, regional und

der Alpenkonvention.

biologisch!» Strahlend stellen sie sich den Fotografen.



08 | 2 5 J a h r e A l p e n k o n v e n t i o n

Das Treffen mit den Jugendlichen des «Youth Alpine Ex-

Begegnungen:

press» war für Markus Reiterer ein Farbtupfer in der Anonymität

Treffen mit der Schweizer

der Grossveranstaltung in Mailand. Doch aus den Begegnungen

Umweltministerin

mit Jugendlichen zieht er mehr: «Wenn man über Jahre im Berufs-

Doris Leuthard (unten)

leben steckt, gewöhnt man sich an gewisse diplomatische Nor-

und dem Generalsekretär

men. Die Jugendlichen gehen unvoreingenommen und frech an

der Alpenkonvention,

die Fragestellungen heran. Wir können von ihnen lernen.» Die Al-

Markus Reiterer (rechts).

J a h r e s b e ric h t 2 0 1 5 C i p r a i n t e r n a t i o n a l | 0 9

penkonvention zeigt, dass es ihr ernst ist mit Jugendbeteiligung:
So kam der Anstoss für das Thema des nächsten Alpenzustandsberichts zu grüner Wirtschaft von Jugendlichen, die 2013 an einer
Sitzung des Ständigen Ausschusses teilgenommen hatten.
« Ernähre dich saisonal,
regional und biologisch»
Auch die Jugendlichen erkennen, dass sich etwas verändert
hat. Am Tag vor dem Treffen mit den Vertretern der Alpenkonvention in Milano tauschten sie sich mit der Schweizer Alpenkonventionsvertreterin, der Umweltmisterin Doris Leuthard, aus.
Andrea Müller aus dem schweizerischen Entlebuch blickt zurück: «An der AlpenWoche 2012 in Poschiavo mussten wir noch
um Aufmerksamkeit kämpfen. Heute sind wir auf jedem Foto
mit der Umweltministerin. Das ist auch eine Möglichkeit, unsere
Botschaft zu vermitteln.»
Die Geschichte wird weitererzählt. Nicht nur über das Rei-

Bilderbotschaften: Andenken aus Müll
erzählen von einer lustvollen Reise (links).

sebild in Markus Reiterers Büro. Der Generalsekretär hat die Botschaft der Jugendlichen im November 2015 auch nach Paris an
die Klimakonferenz der Vereinten Nationen getragen. Im Frühling

Die Veranstaltung in Mailand ist Teil

2016 begegnet er dem «Youth Alpine Express» der CIPRA am

des Projekts «Youth Alpine Express» (S.14)

Jugendparlament der Alpenkonvention im italienischen Bassano

und gelang dank der Zusammenarbeit

del Grappa nochmals. Eine weitere Gelegenheit für einen Aus-

und der Unterstützung durch das deutsche

tausch gibt es im Herbst 2016 an der AlpenWoche im deutschen

Bundesumweltministerium (BMUB),

Grassau – vielleicht sogar mit den UmweltministerInnen der

das Schweizer Amt für Raumentwicklung

Alpenkonferenz.

(ARE) und das Ständige Sekretariat
der Alpenkonvention.

Barbara Wülser, cipra international, (Text)
und Michele Silvestro (Bilder)

w w w.youth a lpi n e e x pr e s s . e u ( e n )

J A h R e s b e R I C h t 2 0 1 5 c i p r a i n t e r n a t i o n a l | 11

eIn gutes klImA KoMMt Von unten
ALPENPOLITIK

__ Die Alpenpolitik wird zunehmend von globalen Entwicklungen bestimmt. Die Grenzen zwischen den Alpen und dem
Umland verwischen. Das zeigt sich etwa an der Europäischen
Strategie für die Alpen (Eusalp), die Regionen und Metropolen
ausserhalb des Perimeters der Alpenkonvention einschliesst.
Probleme wie Verkehr, Zu- und Abwanderung, Verlust von Bio-

partiZipation
Viele Hände und Köpfe ermöglichen Vielfalt,
Innovation und tragfähige Lösungen. Voraussetzung
dafür sind Vertrauen, Zugang zu Informationen
und die Fähigkeit, gute Gespräche zu führen und
einander zuzuhören.
www.cipra.org/De/alpMonitor

cher Ausprägung überall aus. Gerade aus diesem Grund ist
es wichtig, vor Ort Antworten zu fi nden, die den besonderen
natürlichen, sozialen und wirtschaftlichen Gegebenheiten gerecht werden. Die CIPRA unterstützt die Menschen in den
Alpenregionen, indem sie globale Themen in einen alpinen
Zusammenhang stellt und gute Beispiele vermittelt. Am Weltklimagipfel in Paris konnte die CIPRA als Begleitung der Liech-

Die eusalp schliesst mit
80 Mio. rund sechs Mal
mehr Menschen ein als
die alpenkonvention
mit 14 Mio.

Illustration: Johannes Gautier; Quellen: Ständiges Sekretariat der Alpenkonvention / Europäische Kommission

diversität oder Wachstumsdruck wirken sich in unterschiedli-

tensteinischen Delegation die Anliegen der Alpengemeinden
einbringen (Alpenweite Netzwerke S. 17).

pro j e K te u n D a K ti V itäte n
• alpenkonvention Teilnahme an der Alpenkonferenz, am Ständigen Ausschuss und in den Arbeitsgruppen Verkehr, Ökologischer Verbund, Grosse Beutegreifer, wildlebende Huftiere und Gesellschaft, Makroregion, Wasserwirtschaft, Berglandwirtschaft, Raumplanung, Energieeffizientes
Bauen, Mehrjähriges Arbeitsprogramm. Behandlung eines Antrags im überprüfungsausschuss.
Unterstützung des Alpenzustandsberichts zu Green Economy, u.a. durch die Organisation eines
Workshops mit «Alpenstadt des Jahres» • Organisation einer autorenlesung in Liechtenstein,
im Rahmen der Initiative des Deutschen Vorsitzes «Berge Lesen» (Kommunikation & Vernetzung
S.16) • europäische strategie für die alpen Beteiligung an den thematischen Arbeitsgruppen,
an nationalen und internationalen Veranstaltungen zur Ausarbeitung der Strategie. Verschiedene
Stellungnahmen • Teilnahme am weltklimagipfel cop21 überreichung eines Appells der Städte
und Gemeinden im Alpenraum • Öffentlichkeitswirksame stellungnahmen zu aktuellen Debatten
www.cipra.org/De/alpenpolitiK

12 | J A h R e s b e R I C h t 2 0 1 5 a K t i V i t ä t e n

__ Das Thema Verkehr hat in der Geschichte der Alpenkonven-

gen, Spielen, Lesen und Wohnen. Das Pfarrhaus der kleinen

tion schon immer eine zentrale Rolle gespielt. Auch wenn sich

Gemeinde im österreichischen Bregenzerwald wurde in einem

in den vergangenen 25 Jahren viel getan hat – die Verkehrs-

Beteiligungsprozess, nach regionaler Handwerkskunst und

belastung wird weiter zunehmen, solange auch Konsum und

nach alter Bautradition entwickelt. Gebaut wurde es mit loka-

Wirtschaft weiterwachsen.

len Rohstoffen. Das Haus beweist exemplarisch, dass Klima-

Eine Wende im Verkehr tritt nur ein, wenn mehr Lebens-

schutz in der Bauwirtschaft nicht nur hochtechnisierte «Haus-

qualität durch weniger und bewussteren Konsum angestrebt

maschinen», sondern nachhaltige Leuchttürme von hohem

wird. Viele der Tätigkeiten der CIPRA auf politischer und ge-

ästhetischem und sozialem Wert hervorbringen kann.

sellschaftlicher Ebene, so das Positionspapier «Wege zu einer

Deshalb wurde das Pfarrhaus im alpenweiten Architek-

nachhaltigen Mobilitätskultur», zielen auf die Entkoppelung von

turwettbewerb Constructive Alps 2015 ausgezeichnet. Der

Lebensqualität und Verkehrsaufkommen ab.

Architekturwettbewerb kürte bereits zum dritten Mal Projekte

CO 2 -Aussstoss
pro Kopf/Jahr
in Tonnen

Dazu sind eine klare Haltung und das Bewusstsein über

weltweit 4,9 t

für nachhaltiges Sanieren und Bauen in den Alpen.

eu 7,0 t

2013 101,3 Mio nto

__ Krumbach hat seit kurzem ein einladendes Dach zum Sin-

die Zusammenhänge von Wirtschaft, eigenen Verhaltenswei-

Die CIPRA denkt seit Anbeginn strategisch mit und setzt

sen und Verkehrsaufkommen notwendig. Die Herausforderung

organisatorisch um. Entstanden ist der Wettbewerb als Um-

ist keine einfache – Erfahrungen und gute Beispiele zeigen

setzungsvorhaben des Kimaaktionsplans der Alpenkonven-

aber, dass eine Entkoppelung möglich und machbar ist.

Alpenquerender
Güterverkehr
(Schiene und Strasse),
Fréjus bis Brenner

li 1,4 t

ch 4,6 t

i 6,7 t

f 5,2 t

VERK EHR & MOBILITÄT

si 7,5 t

K LIM A & ENERGIE

au 7,8 t

konsum steuert VerKehr

D 8,9 t

WeRtsIgnAle stat t hausMaschinen

1990 71,3 Mio nettotonnen (nto)

J A h R e s b e R I C h t 2 0 1 5 c i p r a i n t e r n a t i o n a l | 13

tion, verabschiedet 2009 an der Alpenkonferenz in Evian/F.
Getragen wird er von den Vertragsparteien Schweiz und
pro j e K te u n D a K ti V itäte n

Liechtenstein.

• alpenweite information Die CIPRA setzt einzelne Verkehrsprojekte in Bezug zueinander
und ermöglicht so eine alpenweite Perspektive, wenn es darum geht, Verkehrsprojekte auf ihren
Mehrwert für Mensch und Natur zu beurteilen • güterverkehr Gemeinsam mit der Alpen-Initiati-

• Mountee regt mit nachhaltigen Modellregionen und Musterbauten grundlegende Änderungen

ve der Schweiz wurde ein Veränderungsmanagement-Ansatz zur Reduktion des Güterverkehrs in

in der Bauwirtschaft an • cca-toolbox bietet Werkzeuge für die nachhaltige Anpassung an den

den Alpen über eine Serie an Dialogen mit Verkehrsunternehmern und EntscheidungsträgerInnen

ten Bauens und Sanierens mit regionalem Holz im Alpenraum • «constructive alps» prämiert
als internationaler Architekturpreis nachhaltige Sanierungen und Bauten im Alpenraum • Mit der
internationalen Klimatagung «Klimaschutz jetzt!» wurden Alpengemeinden für die Umsetzung
von Klimamassnahmen sensibilisiert • Das Klimaspiel 100max motiviert AlpenbewohnerInnen,
einen klimafreundlichen Lebensstil (alpenweite Netzerke S.17) zu erproben
www.cipra.org/De/KliMa-energie

Quelle: www.worldbank.org

Klimawandel • climalp ist eine Informationskampagne der CIPRA zur Förderung energieeffi zien-

Quelle: Eidg. Bundesamt für Verkehr

pro j e K te u n D a K ti V itäte n

ausgearbeitet • Youth alpine express 24 junge Menschen reisen bewusst durch die Alpen,
erproben neue Lebensstile und berichten darüber an PolitikerInnen, Zivilgesellschaft und andere
Jugendliche (Jugend in den Alpen S.14) • pendlermobilität Ausarbeitung eines Projekts zur
nachhaltigen Pendlermobilität in der Bodenseeregion. Umsetzung ab 2016 • Pressereise we are
alps der Alpenkonvention: Ausrichtung der Etappe Liechtenstein mit Fokus auf Pendlermobilität
• positionspapier «Wege zu einer nachhaltigen Mobilitätskultur»
www.cipra.org/De/VerKehr

14 | J A h R e s b e R I C h t 2 0 1 5 a K t i V i t ä t e n

J A h R e s b e R I C h t 2 0 1 5 c i p r a i n t e r n a t i o n a l | 15

ReZePt gegen abwanDerung

«WIR Alle sInd energie aK teure»

JUGEND IN DEN ALPEN

BIODIVERSITÄT & L ANDSCHAF T

__ Bettina Hedden-Dunkhorst, Vorsitzende der Plattform Öko-

langfristig Verantwortung für ihren Lebensraum. Sie sind die

logischer Verbund der Alpenkonvention, über die Vereinbarkeit

Hoffnung für Alpenregionen, die von Abwanderung betroffen

von erneuerbarer Energieproduktion und Naturschutz.

sind. Die Alpenkonvention hat diese demografischen Verän-

In recharge.green wurden Methoden entwickelt, um ob-

derungen in ihrem Alpenzustandsbericht sichtbar gemacht.
Gemeinden tun gut daran, Jugendpartizipation gross

zu treffen. Wo sehen Sie den Gewinn des Projekts? Die entwi-

zu schreiben. Die CIPRA unterstützt Gemeinden in den Alpen

ckelten Instrumente unterstützen Entscheidungsträger auf ver-

dabei, solche Prozesse zu steuern. Wie die Beteiligung der Ju-

schiedenen Ebenen, indem sie unterschiedliche Faktoren ein-

gendlichen gelingt, erklärt ein Handbuch, das aus dem Projekt

beziehen und die Wirkungen von Massnahmen auf die Umwelt

«YSAM – Youth Shaping Alpine Municipalities» entstanden ist.

abbilden. Die Ergebnisse können als Diskussionsgrundlage in

Gerade periphere und kleine Gemeinden profitieren davon, wenn

Entscheidungsprozessen dienen.

sie engagierte Jugendliche langfristig an den Ort binden können.

Die CIPRA hat für recharge.green einen immerwähren-

Durch eine offene Haltung und die Beteiligung von Jugendlichen

den Kalender herausgebracht, der eine fi ktive Gemeinde bei

bei Planungs- und Entscheidungsprozessen können Gemeinden

ihrem Entscheidungsprozess für die Nutzung erneuerbarer

den Nährboden bereiten, den aktive, kreative und verantwor-

Energien begleitet. Wem empfehlen Sie die Lektüre dieses

tungsbewusste junge BürgerInnen brauchen, um langfristig mit-

Kalenders? Allen Entscheidungsträgern! Aber vergessen Sie

zugestalten und um sich zum Bleiben zu entscheiden.

nicht: Wir alle sind Energieakteure, sind wichtige Entschei-

2006
499 Wasserkraftwerke
(mit einer installierten
Gesamtleistung von 40,6 GW)

jektive Entscheidungen zur Produktion erneuerbarer Energien

1954
214 Wasserkraftwerke
(mit einer installierten
Gesamtleistung von 12 GW)

80 Prozent der Jugendlichen erachten
Umweltschutz als sehr wichtig, wie aus
einer Befragung von 1’500 Jugendliche in
Nord- und Südtirol hervorgeht.

80 %

__ Jugendliche, die in ihrer Gemeinde mitwirken, übernehmen

dungsträger in Sachen Energie!
pro j e K te u n D a K ti V itäte n
pro j e K te u n D a K ti V itäte n

lerisch neue Lebensstile und berichten darüber an PolitikerInnen, Zivilgesellschaft und andere

• Im Projekt recharge.green war die CIPRA für die Kommunikation verantwortlich. Das Projekt

Jugendliche • Youth alpine Dialogue 36 junge Menschen beschäftigen sich mit Mobilität und

entwickelte Methoden, um die Leistungen von erneuerbaren Energien und Ökosystemen gegen-

neuen Möglichkeiten für die Jugend in den Alpen • yapp-network.org Alpenweite Web-Platt-

einander abzuwägen • Im Rahmen des Projekts grünes band alpenrheintal bereitete die CIPRA

partner • handbuch für einen Jugend-Alpendialog, August 2015 • Youth parliament to the
alpine convention (Ypac) Kamnik/SI. Beratung und Unterstützung bei der Konzeption, Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung mit PolitikerInnen • Youth shaping alpine Municipalities
Gemeinsames Projekt der CIPRA und des Vereins «Alpenstadt des Jahres» mit dem Ziel, Jugendbeteiligung auf Gemeindeebene zu fördern
www.cipra.org/De/jugenD

die Anbindung des Tentschagrabens in Liechtenstein an den Binnenkanal für die Wasserfauna vor.
Quelle: Deutscher Alpenverein

form für Jugendpartizipation und Umweltbildung. 13 Partner mit CIPRA International als Lead-

Quelle: LQ4U, Universität Innsbruck/A

• Youth alpine express 24 junge Menschen reisen bewusst durch die Alpen, erproben spie-

Die Umsetzung erfolgt ab 2016. Gleichzeitig entwickelte sie mit Partnern Ideen für grenzüberschreitende Aktivitäten im Alpenrheintal • Die CIPRA bringt sich in den Plattformen öko lo gi scher Verbund und wasserwirtschaft der Alpenkonvention ein • Im Programm dynalpnature des Gemeindenetzwerks unterstützt die CIPRA vier Kooperationsprojekte von 23 Mitgliedern zum Schutz der alpinen Biodiversität (alpenweite Netzwerke S.17)
w w w.cipr a .org /De /bioDiVersitaet

16 | J A h R e s b e R I C h t 2 0 1 5 a K t i V i t ä t e n

J A h R e s b e R I C h t 2 0 1 5 c i p r a i n t e r n a t i o n a l | 17

deR VeR ÄndeRung auf Der spur

eRmunteRung für Den KliMaschutZ

KOMMUNIK ATION & VERNE T ZUNG

ALPENWEITE NE T Z WERK E

__ Im Vorfeld des Klimagipfels in Paris stärkte die CIPRA den

Als Leitidee, die alle Lebensbereiche durchwirkt, gehört das

kommunalen Klimaschutz. Gemeinsam mit der «Allianz in den

Thema auf jeden Mittagstisch, in jede Werkstätte, in jedes Schul-

Alpen» und dem Verein «Alpenstadt des Jahres» richtete sie

zimmer, in jedes Parlament. Die CIPRA rückt mit alpMonitor den

im Rahmen des deutschen Vorsitzes der Alpenkonvention im

Beitrag der Gesellschaft in den Mittelpunkt. Ziel ist, ein gutes Le-

Oktober 2015 in Benediktbeuern/D eine internationale Klima-

ben in den Alpen zu erhalten und zu fördern. Auf den Weg macht

tagung aus. Gleichzeitig lancierten die Partner einen Klima-

sie sich mit dem Vorsatz der Genügsamkeit, dem Leitmotiv der

appell, den die Staatssekretärin des deutschen Bundes-

Solidarität und der Forderung nach partizipativen Entscheidungs-

umweltministeriums, Rita Schwarzelühr-Sutter, nach Paris

prozessen. alpMonitor macht auf schleichende Veränderungen

überbrachte. Sie betonte, die Tagung «Klimaschutz jetzt!

und Zusammenhänge in den Alpen aufmerksam. Untersucht

Alpen gemeinden setzen um» und der Appell hätten Deutsch-

werden zentrale Handlungsfelder: Natur und Mensch, Raumpla-

land den Rücken gestärkt bei den Verhandlungen.

nung, Tourismus, Wohnen und Arbeiten sowie soziale Innovati-

Leben eingehaucht wurde dem kommunalen Klimaschutz

on. Die Ergebnisse werden regelmässig in CIPRA-Publikationen

indes an der Tagung in Benediktbeuern in Workshops und am

und -Veranstaltungen publiziert und diskutiert. Damit ergänzt

Markt der Initiativen. Es wurden einfach umsetzbare Lösungen

alpMonitor fachliche Publikationen und wissenschaftliche Studi-

besprochen und weiterentwickelt – als Ermunterung für die

en, wie die Alpenzustandsberichte der Alpenkonvention.

Alpengemeinden, mit gutem Beispiel voranzugehen.

274

117

16

Breite Allianz für den Klimaappell:
117 Mitgliedsorganisationen
der cipra, 16 «alpenstädte
des jahres», 274 Gemeinden der
«allianz in den alpen» und 130
Einzelmitglieder stehen dahinter.

seitenzugriffe 2015 437‘191

130
__ Nachhaltige Entwicklung ist nicht auf Naturschutz beschränkt.

pro j e K te u n D a K ti V itäte n

pro j e K te u n D a K ti V itäte n

• alpMonitor Regelmässige Recherche und Öffentlichkeitsarbeit zu 5 Handlungsfeldern. Vor-

• Verein «alpenstadt des jahres» Führung der Geschäftsstelle seit 2003. Workshop zu Green Eco-

projekt 2015, Umsetzung ab 2016 • Themenheft szenealpen «Frauen im Vorstieg. Ihr Beitrag

nomy im Rahmen der Ausarbeitung des gleichnamigen Alpenzustandsberichts • Youth shaping

für Natur und Gesellschaft in den Alpen»; de, fr, it, sl. Gesamtaufl. 14’000 Ex • symposium zum

alpine Municipalities Gemeinsames Projekt der CIPRA und des Vereins «Alpenstadt des Jahres».

gleichen Thema im Frauenmuseum Hittisau/A. 23./24.10.2015 • Organisation einer autorenle-

Ziel: Jugendbeteiligung auf Gemeindeebene fördern • Gemeindenetzwerk «allianz in den alpen»

sung in Liechtenstein im Rahmen der Initiative des Deutschen Vorsitzes der Alpenkonvention

Zusammenschluss von 274 Gemeinden im Alpenraum. Administrative Aufgaben und Projektma-

«Berge Lesen» (Alpenpolitik S.11) • Newsletter alpMedia 8 Ausg.; de, fr, it, sl, en. 21’000 Abos

nagement zum Programm dynalp-nature. Unterstützung von vier Kooperationsprojekten von 23

• www.cipra.org Umfassende Informationsplattform zu Themen der nachhaltigen Entwicklung

Mitgliedern zum Schutz der alpinen Biodiversität • Via alpina Koordination des Weitwanderwegs

in den Alpen; de, fr, it, sl, en. Fast 500’000 Seitenzugriffe • social Media mehrsprachige Profi le

als Umsetzungsprojekt der Alpenkonvention • Internationale Klimatagung «Klimaschutz jetzt!» zur

auf Facebook und Twitter • Jahresfachtagung «handle für den wandel! Damit es nicht bei

Unterstützung von Alpengemeinden bei der Umsetzung von Klimamassnahmen, Benediktbeuern/D

absichtserklärungen bleibt». 25./26.9.2015, Ruggell/LI • Medienarbeit zu versch. Themen

• Klimaspiel 100max motiviert AlpenbewohnerInnen, einen klimafreundlichen Lebensstil zu erpro-

wie Grossraubtiere oder Jugendbeteiligung

ben • Input an der internationalen Konferenz zu Klimaaktivitäten, Hannover/D

w w w.cipr a .org/international /publiK ationen; w w w.cipr a .org/De /alpMonitor

www.cipra.org/De/netZwerKe

18 | L o r e m L o r e m



J a h r e s b e ric h t 2 0 1 5 C i p r a i n t e r n a t i o n a l | 1 9

Schrit te in Richtung
Energiewende
CIPRA Frankreich Welches sind die Chan-

«Tepos Alpins» entspricht voll und ganz

cen und Hindernisse der Energiewende für

den Zielen der Alpenkonvention und insbeson-

französische Berggemeinden? In Gesprächen

dere des Aktionsplans zum Klimawandel, der

mit VertreterInnen der Politik und Verwaltung

bei der Alpenkonferenz 2009 in Evian/F verab-

hat CIPRA Frankreich diese identifiziert und

schiedet wurde. Ebenfalls steht es in Einklang

Massnahmen entwickelt, um die Energiewende

mit internationalen Vereinbarungen, wie dem

in Frankreich voranzubringen. Dazu gehören

Abkommen zur Klimakonferenz 2015 in Paris.

Studienreisen, Workshops und der Austausch

Profitiert haben insbesondere Gemein-

von guten Praktiken. Dahinter steht das Pro-

den mit begrenzten personellen und finanziel-

gramm «Tepos Alpins», Territoires à Energie Po-

len Mitteln, die sonst den Anschluss verpas-

sitive bzw. Energiepositive Gebiete, das CIPRA

sen könnten. Sie befinden sich vor allem in

Frankreich von 2013 bis 2015 mit Unterstützung

Alpengebieten, in denen sich die Energiewen-

des «Comité du Massif» begleitet hat.

de allein auf die Entwicklung von erneuerbaren Energien beschränkt. Solène Raffort vom
Gemeindeverband Haute-Maurienne Vanoise
sagt: «Dank ‹Tepos Alpins› wird die Raumentwicklung nun ganzheitlicher angegangen und

Genügsamkeit
individuell, viele unserer Bedürfnisse aber universell: Nahrung,
Sicherheit, Bewegung, Inspiration, Entwicklungs- und Wahlfreiheit,
soziale Kontakte.
www.cipra.org/de/alpmonitor

geschlagen.» Im Abschlussbericht hat CIPRA
Illustration: Johannes Gautier

Was brauchen wir für ein gutes Leben? Die Lebensentwürfe sind

es wurden Massnahmen zur Energiewende vorFrankreich darüber hinaus Empfehlungen für
EntscheidungsträgerInnen auf regionaler und
nationaler Ebene formuliert. 
www.cipra.org/france

20 | J A h R e s b e R I C h t 2 0 1 5 n a t i o n a l e V e r t r e t u n g e n

J A h R e s b e R I C h t 2 0 1 5 c i p r a i n t e r n a t i o n a l | 21

hAndeln stAt t
pal aVern

dIe AlPen:
heiMat für wolf, luchs unD biber

cipra schweiz Das Parlament der Schweiz

kompetenzen gehören – in Zusammenarbeit

cipra liechtenstein Biber und Luchs sind

hat die Protokolle der Alpenkonvention nicht

mit den Mitgliedsorganisationen – die Bear-

nach Liechtenstein zurückgekehrt. Ein Wolfs-

auf Artikel 7 des Naturschutzprotokolls, das

ratifi ziert. Der letzte Anlauf dazu ist 2010 am

beitung von alpenpolitischen Querschnitts-

rudel lebt in direkter Nachbarschaft. Der grosse

Massnahmen für den Natur- und Landschafts-

Widerstand des Nationalrats gescheitert. Es

themen wie Alpenkonvention, Makroregionale

Nager und die Raubtiere waren lange weit-

schutz vorschreibt. In diesem Sinne wurde

war ein Anti-Ökologie-, aber wohl auch ein Anti-

Strategie für die Alpen, Tourismus- oder Re-

räumig ausgerottet. Sie treffen jetzt auf eine

1996 eine Verpflichtung ins liechtensteinische

Europa-Refl ex einer knappen Mehrheit. Dass

gionalpolitik.

CIPRA

Liechtenstein

setzt

Hoffnung

Naturschutzgesetz aufgenommen, wonach ein

So hat sich CIPRA Schweiz zum Beispiel

Zusammenleben von Menschen und Heimkeh-

Natur- und Landschaftsentwicklungskonzept

gegangen werden, wie etwa der alpenqueren-

an der Entwicklung einer Klima-Toolbox für

rern gelingt, braucht es gesetzliche Grundlagen

zu erstellen ist. Dieses Konzept wurde bisher

de Güterverkehr, nur auf internationaler Ebene

Regionen beteiligt. In der Pilotregion Surselva

und Management-Konzepte. CIPRA Liechten-

nicht umgesetzt. Im Rahmen des Vernehmlas-

gelöst werden können, ist und bleibt aber eine

im Bündner Oberland wurden in einem parti-

stein setzt hier an. Nager und Grossraubtiere

sungsverfahrens zur Gesetzesrevision hat sich

Tatsache. Die Ratifi zierung der Durchführungs-

zipativen Workshop die grössten Risiken und

wandern, auch über Staatgrenzen. Artikel 3

CIPRA Liechtenstein nun dafür eingesetzt,

protokolle der Alpenkonvention ist aktuell kein

Chancen des Klimawandels identifi ziert und

des Naturschutzprotokolls der Alpenkonven-

dass der gesetzliche Schutz der Heimkehrer

Thema mehr in der Schweiz. CIPRA Schweiz

Massnahmen zur Bewältigung priorisiert.

tion fordert denn auch, gesetzliche Vorgaben

verbessert und dass die Erstellung von Kon-

In einem weiteren Partnerschaftsprojekt

und Umsetzungskonzepte mit Nachbarländern

zepten, die das Zusammenleben erleichtern,

mit dem rumänischen Schutzgebiets-Netz-

abzustimmen, «soweit dies erforderlich und

vorgeschrieben wird.

werk «ProPark Romania» stellt CIPRA Schweiz

zweckmässig ist». Was die Grossraubtiere be-

sein Wissen in der Entwicklung von naturnahen

trifft, tut dies Liechtenstein unter anderem in

Tourismusangeboten zur Verfügung und lernt

der Plattform «Grosse Beutegreifer, wildleben-

im Gegenzug viel über den Umgang mit Bären

de Huftiere und Gesellschaft» der Alpenkon-

und Wölfen in den Karpaten. Dieses Enga-

vention. Da Wölfe grosse Reviere über Lan-

hat sich seither neu aufgestellt. Zu den Kernlernfeld: Schweiz besucht Rumänien.

gement bringt zurzeit mehr Wirkung für die
Erreichung der Ziele der Alpenkonvention als
die unrealistische Forderung nach einer Ratifi zierung der Protokolle.
www.cipra.ch

Bild: Christian Baumgartner

intensiv genutzte Kulturlandschaft. Damit das

die Probleme, die mit der Alpenkonvention an-

desgrenzen hinaus beanspruchen, werden die
entsprechenden gesetzlichen Grundlagen und
Verordnungen an die der Nachbarstaaten angepasst. Anders beim Biber: Der Biodiversitätsförderer geniesst in Liechtenstein noch keinen mit
dem Nachbarland vergleichbaren Schutz.

www.cipra.li

22 | J A h R e s b e R I C h t 2 0 1 5 n a t i o n a l e V e r t r e t u n g e n

J A h R e s b e R I C h t 2 0 1 5 c i p r a i n t e r n a t i o n a l | 23

mIt AlPenkonVentIon und
alpenpl an in Die ZuKunf t

bodensChutZPRotokoll
Mit auftrieb
cipra Österreich Das «Internationale Jahr

Um Information und Qualität der Umset-

die

gilt alpenweit als Vorzeigeprojekt einer nachhal-

des Bodens 2015» war ein vortreffl icher Auf-

zung weiter zu schärfen, veröffentlichte CIPRA

1970er Jahre: Alpspitze, Watzmann und Ried-

tigen Landesplanung. Rückblende in die 1990er

hänger, um dem Bodenschutzprotokoll der

Österreich die Vorträge und Ergebnisse des

berger Horn sollen mit Seilbahnen touristisch

Jahre: Die Alpenkonvention wird 1991 von den

Alpenkonvention Auftrieb zu verleihen. Die

Workshops erstmals mit Unterstützung durch

erschlossen werden. Kaum zu glauben: Be-

Alpenstaaten unterzeichnet. Jahre des Ringens

Bedeutung und Anwendung dieses Protokolls

die österreichischen Bundesländer in der Aus-

hördlicher Widerstand regt sich gegen die

um gehaltvolle Ausführungsprotokolle folgen.

stand denn auch im Zentrum des mittlerweile

gabe Nr. 79 der Zeitschrift «Die Alpenkonven-

Ausbauwünsche. Um der Natur und der «stillen

CIPRA Deutschland war damals inhaltlicher

traditionellen Alpenkonventions-Workshop von

tion – Nachhaltige Entwicklung für die Alpen».

Erholung» genügend Freiraum zu geben, wird

Motor, wenn es um Fragen des Naturschutzes,

CIPRA Österreich und ihrer Rechtsservice-

Diese Massnahme weckte grosses Interesse

ein staatliches Gesamtkonzept entwickelt, der

des Bergwalds oder des Bodenschutzes ging.

stelle Alpenkonvention. VertreterInnen von Be-

am

anderem

Alpenplan. Er regelt ein Nebeneinander von mit

Und heute? Die Politik scheint sich von

hörden, NGOs, der Wissenschaft und Plane-

wurde CIPRA Österreich eingeladen, bei Pro-

Seilbahnen erschlossenen Gebieten und sol-

den früheren Errungenschaften abzuwenden.

rInnen aus dem In- und benachbarten Ausland

jekten und Studien zur Bodenschutzthematik

chen, die auch in Zukunft frei davon bleiben sol-

Am Riedberger Horn gibt es wieder Erschlies-

erörterten Herausforderungen und Lösungs-

mitzuarbeiten.

len. Seit 1976 ist der Alpenplan Bestandteil des

sungswünsche, die mittels eines Antrags zur

Landesentwicklungsplans. Er wurde seither nie

Verwässerung des Alpenplans schon bald Re-

verändert, ist für die Behörden verbindlich und

alität werden könnten. Das Projekt widerspricht

Bodenschutzprotokoll.

Unter

cipra

vorschläge, wie der vielfältige und begrenzte
Raum in den Alpen geschützt und genutzt

w w w.cipr a . at

Deutschland

Rückblende

in

werden soll.

zudem dem Artikel 14 des Bodenschutzprotolautstark: Proteste gegen die Erschliessung.

Thematisiert wurden insbesondere der

kolls der Alpenkonvention: Die geplante Piste
führt durch bis zu 38 Grad steiles Gelände, das

ihre Erhaltung in Feuchtgebieten und Mooren,

vom Landesamt für Umwelt als rutschgefährdet

die Ausweisung und Behandlung von erosions-

eingestuft wird. Dem ungebremsten Flächen-

gefährdeten Alpengebieten sowie Auswirkun-

verbrauch im bayerischen Alpenraum kann nur

gen von touristischen Infrastrukturen auf Wäl-

durch eine gestärkte Raumplanung Einhalt ge-

der und labile Gebiete. Wie sich herausstellte,
ist es nach wie vor ein Problem, das natur- und
planungswissenschaftliche Fachwissen aufzubereiten und ins Alpenkonventionsrecht zu
integrieren.

Bild: CIPRA Deutschland

sparsame und schonende Umgang mit Böden,

boten werden, davon ist CIPRA Deutschland
auch nach 40 Jahren Alpenplan und 25 Jahren
Alpenkonvention überzeugt.
www.cipra.De

24 | J A h R e s b e R I C h t 2 0 1 5 n a t i o n a l e V e r t r e t u n g e n

J A h R e s b e R I C h t 2 0 1 5 c i p r a i n t e r n a t i o n a l | 25

dAs letZ te mAI-WoChenende
gehÖrt Der alpenKonVention

boZneR flugPl AtZ –
eine unenDliche geschichte

cipra slowenien Seit sechs Jahren weist

übergreifende Zusammenarbeit stärkt beste-

cipra südtirol Beinahe so alt wie die Alpen-

lehnung war aber rechtlich nicht bindend, weil

in Slowenien der «Tag der Alpenkonventi-

hende Partnerschaften und die Sichtbarkeit der

konvention ist die Diskussion um den Bozner

die Stimmbeteiligung knapp unter den vorge-

on» jeweils im Frühjahr in Mojstrana, dem Tor

Alpenkonvention. Um noch mehr Menschen an-

Flugplatz. Mitte der 1990er Jahre trieb die

schriebenen 40 Prozent lag.

zum Nationalpark Triglav, auf den Beitrag der

zulocken, war die Veranstaltung Ende Mai 2015

Südtiroler Landesregierung den Ausbau voran.

Nach einem weiteren gefloppten Mas-

Alpenkonvention an die Erhaltung des Na-

in zwei Teile gegliedert: Im ersten, «sportlichen»

Italien hatte zwar 1991 die Rahmenkonvention

terplan und mittlerweile 120 Millionen Euro an

tur- und Kulturerbes hin. Die Veranstaltung

Teil wurden unter dem Motto «Per Bike und zu

der Alpenkonvention mitunterzeichnet. Die ein-

Subventionen nimmt die Politik nun den nächs-

sensibilisiert Besucherinnen und Besucher für

Fuss» eine Wanderung und eine Freizeitradtour

zelnen Protokolle wurden jedoch erst später

ten Anlauf mit einem «neuen» Konzept, das eine

die Herausforderungen im Alpenraum und für

quer durch den Nationalpark Triglav durchge-

ratifi ziert. Somit galt Artikel 12, Absatz 2 des

Verzehnfachung der Passagierzahlen vorsieht.

eine umweltgerechte Mobilität. Kommunen,

führt. Ein reichhaltiges Begleitprogramm mit

Verkehrsprotokolls noch nicht. Dieser besagt,

Von Rentabilität spricht mittlerweile niemand

Vereine – darunter CIPRA Slowenien –, öffent-

Marktständen, Workshops, Folkloregruppen,

dass die Vertragsparteien den Neubau von

mehr, Steuergelder sind nach wie vor nötig. Im

liche Dienste, die Nationalparkverwaltung, das

einer Kletterwand oder der Demonstration ei-

Flughäfen und den erheblichen Ausbau von

Juni 2016 soll dazu eine Volksbefragung ab-

Ständige Sekretariat der Alpenkonvention und

ner Bergrettung ergänzten das Angebot.

bestehenden Flughäfen im Alpenraum mög-

gehalten werden. Politik und Wirtschaft haben

lichst begrenzen sollen.

ihre Propaganda-Maschinerie bereits gestartet

andere mehr stehen dahinter. Diese sektor-

Der zweite Teil bestand aus einer Fachta-

1997 wurden in der Stadt und der Re-

farbenfroh: Der slowenische Tag

Berg- und Grenzgebieten auseinandersetzte. Bei

gion über 36’000 Unterschriften gegen den

der Alpenkonvention.

dieser Gelegenheit wurde auch der fünfte Alpen-

Ausbau gesammelt. Der erste Ausbau erfolgte

zustandsbericht zum demografischen Wandel

trotzdem. Als Hauptargument wurde die Ren-

in den Alpen präsentiert. Zusätzlich wurde auf-

tabilität angeführt. Der Flugplatz legte in den

gezeigt, wie das österreichische Erfolgskonzept

folgenden Jahren eine veritable Bauchlandung

der «Bergsteigerdörfer» nach Slowenien übertra-

hin, kam nie aus den roten Zahlen. Die Politik

gen werden könnte. Expertinnen und Experten

entschloss sich zu einem weiteren Ausbau und

diskutierten anschliessend über die Rolle von

bot dafür eine Mediation an. CIPRA Südtirol

Berg- und Grenzgebieten im Rahmen der neuen
Raumentwicklungsstrategie in Slowenien.
www.cipra.org/sloVenija

Bild: Tina Markun

gung, die sich mit den Herausforderungen von

als Dachverband für Natur- und Umweltschutz
bevorzugte eine Volksabstimmung, die im Jahr
2009 stattfand. 82 Prozent stimmten gegen die
weitere öffentliche Subventionierung. Die Ab-

– Verkehrsprotokoll hin oder her.
www.cipra.org/De/cipra/sueDtirol

| JAhResbeRICht 2015 nationale Vertretungen

eIne Zukunf tsstR AtegIe
für Die schutZgebiete
cipra italien Das italienische System der

oft ist niemand dazu bereit. Die Alpenkonven-

Schutzgebiete durchlebt unruhige Zeiten. Re-

tion und ihr Protokoll «Naturschutz» sind und

gionalparks kämpfen mit finanziellen Problemen

bleiben ein wichtiger Bezugspunkt. Solange

und müssen sich gegen diejenigen verteidigen,

aber die internationalen Abkommen auf der

die sie schwächen wollen. Der Nationalpark

diplomatischen Verhandlungsebene verharren

Stilfserjoch, einer der bedeutendsten National-

und sich nicht mit der realen Situation vor Ort

parks in den Alpen, wurde de facto zerstört und

befassen, können sie den Menschen, die in den

in drei regionale Schutzgebiete aufgeteilt. Aus

Parks leben, keine Antworten geben.

den betroffenen Gebieten kommen jedoch auch

CIPRA Italien hat sich mit der Problema-

interessante Signale. Dazu gehören Vorschläge

tik auseinandergesetzt und ein Strategiepapier

für die Errichtung neuer bzw. die Erweiterung

für die Schutzgebiete ausgearbeitet. Es war

bestehender Schutzgebiete und Initiativen zur

ein langer Weg mit zum Teil heftigen Debatten

Vernetzung von Schutzgebieten. Diese Vor-

unter den Mitgliedsorganisationen, die unter-

schläge verdienen es angehört zu werden. Aber

schiedliche Kulturen und Empfi ndlichkeiten repräsentieren. Sie reflektierten kritisch, wie die

Zerstückelt: Der Nationalpark Stilfserjoch.

Schutzgebiete bisher verwaltet werden. Indem
die Betroffenen vor Ort in das komplexe System
der Schutzgebiete einbezogen werden, kann
die Strategie Antworten liefern, sowohl bezüglich des Schutzes der Biodiversität als auch
der Erwartungen an die Lebensqualität. Mit der
Adressierung an die Akteure der Alpenkonvention ermutigt CIPRA Italien auch jene, den
Worten Taten folgen zu lassen.
w w w.cipr a .org /italien

Bild: Luigi Casanova; Illustration S. 26: Johannes Gautier

26

soliDarität
Wer teilt, gewinnt. Eine Gesellschaft, die teilt,
gewinnt an Stabilität, Zusammenhalt, Identifikation,
Resilienz. Die Alpen sind mehrfach auf Solidarität
angewiesen: innerhalb, zwischen Generationen und
Regionen, und ausserhalb, mit dem Umland.
www.cipra.org/De/alpMonitor

28 | J a h r e s b e ric h t 2 0 1 5 FINAN Z EN UN D D AN K



J a h r e s b e ric h t 2 0 1 5 CIPRA INTERNATIONA l

| 29

jahresrechnung MIt GEWINN
für STabilität und kontinuität

CIPRA International dankt für
die Unterstützungen und Auf tr äge

__ In den letzten Jahren hat sich CIPRA Inter-

Die Anzahl der Geld- und Auftraggeber ist

Fürstentum

national an ein schwieriges wirtschaftliches

weiter gestiegen von 24 auf 35. Jede Spende, je-

Schweiz Bern/CH • Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reak-

Umfeld angepasst. Sie konnte den wachsen-

den Auftrag betrachten wir als eine Legitima­tion

torsicherheit Berlin/D • Bristol Stiftung Zürich/CH • Diverse Stiftungen

den Erwartungen an eine hohe Professionalität

unseres Handelns. Der Beitrag vom Sitzstaat

dank einer internen Umorganisation und neuen

Liechtenstein macht etwa ein Drittel der Einnah-

Partnerschaften gerecht werden. Diese Ten-

men aus und ist die Voraussetzung, dass wir

denz blieb 2015 unser Motto: Wir bauen auf

uns alpenweit für eine nachhaltige Entwicklung

Fürst. Kommerzienrat Guido Feger Vaduz/LI • Deutsche Bundesstiftung

Stabilität und Kontinuität.

einsetzen können. Die Hälfte der Mittel verwen-

Umwelt Osnabrück /D • A age V. Jensen Charit y Foundation Vaduz/LI • Intelligent Energy Europe • EU-Programm ERASMUS+ • Richi Stiftung Vaduz/LI

Wir danken allen Personen und Organi-

den wir für politische Arbeit, Kommunikation,

sationen, die uns im Jahr 2015 treu geblieben

Gremien-, Netzwerkarbeit und Administration.

sind oder die Reihen unserer Partner vergrös-

Dazu gehören unter anderem das Engage-

sert haben. Dank des Vertrauens, das sie uns

ment bei der Alpenkonvention und im Rahmen

schenkten, und der Unterstützung unserer

der Eusalp, Medienarbeit und insbesondere

Arbeit haben sie dazu beigetragen, dass wir

das neu gestartete Sensibilisierungsprojekt

Liechtenstein

Vaduz/LI

•

Bundesamt

für

Raumentwicklung

• Gemeindenetzwerk «Allianz in den Alpen» Übersee/D • Verein Alpenstadt
des Jahres Bad Reichenhall /D • CIPRA Deutschl and München/D • Stiftung

• Nationale Sekretariate der Via Alpina: Schweizer Wander­w ege, Club alpin
Monégasque, Österreichischer Alpenverein, Deutscher Alpen­verein, Slovenian Tourist Board, Grand Traversée des Alpes, Amt für Umwelt Liechtenstein Bern/CH, Monaco/MC, München/DE, Ljubljana /SI, Grenoble/FR, Vaduz/LI

mit einem Gewinn abschliessen konnten: Ein-

alpMonitor. Die andere Hälfte kommt der Pro-

• International Charitable Foundation Vaduz/LI • Alpen-Initiative Altdorf/CH

nahmen von rund 1,683 Millionen Franken ste-

jektarbeit und den Dienstleistungen zu Gute,

• Heidehof Stiftung Stuttgart/D • LLB Zukunftsstiftung Vaduz/LI • Gemein­

hen Ausgaben von 1,678 Millionen gegenüber.

mit denen wir die Umsetzung von nachhaltigen

de Planken Planken/LI • Raumentwicklung und Geoinfor­mation im K anton

Daraus resultiert ein Gewinn von rund 5’100

Lösungsstrategien anstossen und fördern.

St.Gallen St. Gallen/CH • Scandinavian Heartl and Falun/SWE • K arl Mayer

Franken.

Das Vermögen von CIPRA International
beläuft sich per Ende 2015 auf 298’637
Franken. Eine detaillierte Jahresrechnung mit

Stiftung Vaduz/LI • International Scientific Committee for Alpine Research
Bern/CH • Deutsches Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Berlin/D

Bilanz ist nach Genehmigung durch die

• Ständiges Sekretariat Alpenkonvention Innsbruck/A • BEBRE Foundation

Dele­g iertenversammlung im Herbst 2016 auf

Triesenberg/LI • Liechtensteinische L andesbibliothek Vaduz/LI • Liechten-

www.cipra.org

Woher kommt das Geld?
Dienstleistungen für Dritte 357’569 CHF
Staatsbeiträge 500’000 CHF
Projektbeiträge, Spenden 758’641 CHF
Mitgliedsbeiträge 36’113 CHF
Sonstige Erträge 31’323 CHF

zu finden.

steinische L andesbibliothek Vaduz/LI • Unterstützer/innen der SzeneAlpen

Wohin geht das Geld?
Politik, Kommunikation 431’913 CHF
Gremien-, Netzwerkarbeit und Verwaltung 305’371 CHF
Projekte, Dienstleistungen 941’252 CHF



J a h r e s b e ric h t 2 0 1 5 C i p r a i n t e r n a t i o n a l | 3 1

Foto: M a r ti n Wa l s e r

3 0 | J a h r e s b e ric h t 2 0 1 5 V ERTRETER / INNEN UN D M ITARBEITEN D E D ER CIPRA

CI P RA

InternationaL

Vorstand Christian Baumgartner, Josef Biedermann (bis Sep), Katharina Conradin

Patrick

Le

Vaguerèse

Geschäftsstelle

(Präsidentin), Damiano Di Simine, Hugo Quaderer (ab Sep), Eva Šabec (ab Sep), Jernej Stritih (bis Sep) Geschäftsstelle

CI P RA

Christina

stelle Hans Weber CI P RA

Bachner,

Caroline

Begle,

Jakob

Dietachmair,

Magdalena

Holzer,

Bettina

Hug,

Anita

Konrad

(bis

Okt),

Lisa Lienert (bis Mai), Anna Mehrmann, Wolfgang Pfefferkorn, Andreas Pichler (ab Nov), Nicoletta Piersantelli, Madeleine

(Präsident),

Rohrer (bis Sep), Claire Simon (Geschäftsführerin), Aurelia Ullrich-Schneider, Antonija Wieser (bis Okt), Barbara Wülser

CI P RA

CI P RA

Italien

Vorstand Vanda Bonardo, Gianni Cametti, Luigi Casanova, Federica Corrado (Präsidentin),

Marc-Jérôme

Hassid

(Geschäftsführer),

Julika

Jarosch,

Delphine

Segalen

S c h w e i z Vorstand Remco Giovanoli, Eva Inder wildi, Patrick Jäger, Reto Solèr (Präsident) Geschäf ts-

Dušan

Prašnikar,

Deutschland

Sl o w e n i e n

Jernej

Stritih

Vorstand Vida Černe, Gašper Kleč, Patricija Muršič, Matej Ogrin
Geschäf tsstelle

Nataša

Beltran,

Urška

Erman,

Anamarija

Jere

Vorstand Ethelber t Babl, Irene Brendt, Peter Dill, A xel Doering, Christine Eben,

Stefan Köhler, Florian Lintzmeyer, Er win Rothgang (Präsident) Geschäf tsstelle Stefan Witty CI P RA

Südtirol

Carlo Gubet ti, Marco L a V iola, Bruno Zanon, A ntonello Zulber ti G esc h ä f t s s te l l e Francesco Pastorelli CI P RA

Vorstand Klauspeter Dissinger, Johanna Ebner, Judith Egger, Klara Kofler, Elisabeth Ladinser, Wolfgang Niederhofer,

Geschäf tsstelle Monika Gstöhl (Geschäf tsführerin), Cornelia Mayer, Claudia Ospelt-Bosshard

Stephan Platzgummer, Martin Schöpf, KIaus Schuster Geschäftsstelle Marion Auer, Griseldis Dietl, Andreas Riedl

Liechtenstein
CI P RA

Österreich

Geschäf tsstelle Hemma Burger-Scheidlin (Geschäf tsführerin in Karenz), Elena Beringer,

Josef Essl (interimistischer Geschäf tsführer) Österreich-Komitee Christian Baumgar tner, Liliana Dagostin, Peter
Haßlacher ( Vorsitzender), Michael Proschek-Hauptmann, Christine Pühringer, Gottfried Schindlbauer, Walter Tschon
CI P RA

Frankreich

Vorstand Jean-Loup Bertez, Alain Boulogne (Präsident), Michel Chamel, Hélène Denis,

(Geschäftsführer) CI P RA

jugendbeir at

Laurent Buscat, Sara Cattani, Cristina Dalla Torre, Virgil Decour teille,

Mar tina Eberle, Luzia Felder, Kristina Glojek, Katja Kosir, Andrea Müller, Eva Šabec, Ana Seifer t, Luca Tschiderer, Ma x
Veulliet, Caroline Vuillet, Elisa Zadra N e d e r l a n d s e M i l i e u g r o u p Alp e n Joop Spijker
www.cipra.org/de/cipra/ueber-uns

CIPRA International
Im Bretscha 22
LI-9494 Schaan
Tel. +423 237 53 53
Fax +423 237 53 54
international@cipra.org
www.cipra.org
        
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