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Periodical volume

Full text: Verbundbericht Issue 2011

VERBUNDBERICHT . NETWORK REPORT

2011

VERBUNDBERICHT . NETWORK REPORT

2011

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VORWORT

Hans-Werner Franz | Geschäftsführer

VBB Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg GmbH
VORWORT

Sehr geehrte Damen und Herren,
von Jahr zu Jahr verzeichnen wir einen stetigen Zuwachs an Fahrgästen im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg.
So auch im vergangenen Jahr: Die Fahrgastzahlen stiegen auf ein erneutes Rekordniveau von 3,47 Millionen Menschen täglich, die mit den Bahnen und Bussen in unserer Region unterwegs sind. Das freut uns natürlich, sind wir
doch von der Qualität unseres „Produktes“ Öffentlicher Personennahverkehr zutiefst überzeugt, und es zeigt, dass
ein attraktives Angebot neue Kunden beschert. Unser Nahverkehrssystem ist im Vergleich zu anderen Großstädten
und Regionen eines der hochwertigsten und leistungsfähigsten – das bestätigen uns nicht nur die vielen Touristen,
sondern auch unsere tagtäglichen Kunden. Unsere regelmäßig durchgeführten Kundenbefragungen zeigen für
2010 eine hohe Zufriedenheit. Ausstattung, Sicherheit und Freundlichkeit des Personals schneiden in der Benotung
erneut gut ab – über die Pünktlichkeit gibt es allerdings vielerorts berechtigte Klagen. Verspätungen kann man
in einem hochkomplexen Verkehrssystem zwar nicht ausschließen, aber sie dürfen nicht zu einem Dauerzustand
werden – vor allem die Situation im Regionalverkehr ist unbefriedigend und muss verbessert werden. In Zukunft
ist es wichtig, das Augenmerk noch stärker auf eine intelligente Vernetzung der verschiedenen Verkehrsmittel zu
legen. Der moderne Mensch ist flexibel, nutzt und kombiniert das jeweils für ihn sinnvollste Gefährt, sei es Bus
oder Straßenbahn, Regionalzug, Fahrrad oder Auto – je nach Zeit, Kosten und Notwendigkeit. Auch Elektromobilität und elektronische Ticket- und Auskunftssysteme werden mehr und mehr an Bedeutung gewinnen. Ein Baustein
darin ist das eTicket, das in diesem Jahr schrittweise in Berlin und Brandenburg eingeführt wird. Die Zukunft hat
für uns schon begonnen.
Im vorliegenden Verbundbericht 2011 haben wir neben den Daten und Berichten auch wieder Wert auf kunstvolle Fotografien gelegt, die den Alltag im Öffentlichen Personennahverkehr dokumentieren. Im Zentrum stehen
in diesem Jahr die Menschen, die jeden Tag zuverlässig gute Arbeit leisten und im Großen wie im Kleinen dazu
beitragen, dass das System Nahverkehr in Berlin und Brandenburg so gut funktioniert. Wir zeigen sie an ihren
Arbeitsplätzen, hinter dem Lenkrad, am Serviceschalter, in der Werkstatt und am Schreibtisch und wir lassen sie zu
Wort kommen. Ihre Berichte von ihrer täglichen Arbeit zeigen eindrucksvoll, mit welcher Kraft und Überzeugung
sie ihrer Arbeit nachgehen. Im Sinne der Fahrgäste – unseren Kunden.
Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre.
Ihr

PROLOGUE

Hans-Werner Franz | Managing Director

VBB Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg GmbH
PROLOGUE

Ladies and gentlemen,
From year to year we have been witnessing an increase in the passenger count in the Verkehrsverbund BerlinBrandenburg. The same holds true for last year; the passenger count increased to a new record of 3.47 million
persons riding the trains and busses in our region each day. Of course that pleases us, we are deeply convinced
of the quality of our public transportation “product” and it proves that an attractive offer draws new customers.
Compared with other major cities and regions, our public transportation system is one of the highest quality and
efficient; this has been confirmed not only by many tourists, but also by our everyday customers. The customer
surveys which we conduct on a regular basis show a high level of satisfaction for 2010. The number and friendliness as well as the security provided by the personnel ranked well once again; there were, however, a number of
justified complaints about the punctuality. In a highly complex transportation system it is not possible to exclude
delays, but they may not become the permanent status; above all the situation in regional transportation is not
satisfactory and must be improved. In the future it will be important to focus even more on developing an intelligent linking of the various modes of transportation. Nowadays people are flexible, using and combining the best
mode of transport for their particular needs, be it busses or trams, regional trains, bicycles or cars – depending on
the time, costs and necessity. Electric mobility and electronic ticketing and information systems are gaining ever
greater importance as well. One component of this is the eTicket which will be introduced in stages in Berlin and
Brandenburg this year. For us, the future has already begun.
In the following Network Report 2011, we have, along with the facts and figures, again placed an emphasis on
providing artistic photographs which document the daily life in public transportation. The focus of these pictures
is on the people who work hard day-in and day-out, making large and small contributions, to assure that the
public transportation system in Berlin and Brandenburg runs well. We show them at their workplaces, behind the
wheel, at the service counter, in the workshop and at the desk and we let them have their say. Their reports from
their daily work impressively demonstrate with what energy and conviction they do their job. In the interest of the
passengers – our customers.
Enjoy your reading.
Your,

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VERKEHRSVERBUND – MENSCHEN, BILDER UND GESCHICHTEN

Die Autorin | The Author
Peggy Mädler
• Geboren 1976 in Dresden, lebt heute in Berlin
• Studium der Theater-, Erziehungs- und Kulturwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin
• Promotion in der Kulturwissenschaft
• Seit 2000 freischaffende Dramaturgin, Autorin und
Regisseurin, u. a. am Theater Rudolstadt, am MaximGorki-Theater Berlin und am Theater Heilbronn
• Diverse Stipendien und Auszeichnungen
• Im Februar 2011 erschien „Legende vom Glück des
Menschen“ (Roman) beim Verlag Galiani Berlin
Peggy Mädler
• Born in Dresden in 1976, today she lives in Berlin
• Studied theatre, education and cultural sciences at
the Humboldt Universität zu Berlin
• PhD in cultural sciences
• Freelance dramaturge, author and director at
Theater Rudolfstadt, Maxim Gorki Theater Berlin
and Theater Heilbronn
• Various grants and awards
• Publication of “Legende vom Glück des Menschens”
(novel) in February 2011 by the Verlag Galiani Berlin
Foto: Andreas Rost

Arbeit – so steht es im Deutschen Wörterbuch der Gebrüder Grimm – sei ein uraltes und viele merkwürdige
Seiten darbietendes Wort. Es werden verschiedene Bedeutungen aufgeführt: die Lohnarbeit des Knechtes auf
dem Feld, das geschickte Hand- oder Kunstwerk, die geistige Tätigkeit, allgemeine Verrichtungen jeglicher Art,
die Anstrengung, wenn man z. B. eine Reise unternimmt. 1838, als die Brüder mit der Arbeit an dem Wörterbuch
beginnen, wird gerade an der ersten deutschen Fernbahnstrecke gebaut. Es gibt noch keine U-Bahnen, Fahrkartenautomaten oder Ansagezentren. Das Wort Bus bedeutet zu dieser Zeit Kuss, der Begriff Qualität bezeichnet
das Ansehen einer Person. Und was versteht 2011 ein Gleisbauer unter Qualität? Wie beschreibt eine regionale
Zugansagerin ihre Arbeit? Viele der 26 interviewten Männer und Frauen wechseln während des Gesprächs vom
ICH ins WIR der Kollegen. Und ich erinnere mich, wie ich als Kind meinen Vater, einen Elektroingenieur, gefragt
habe, wie der Strom in die Steckdose kommt. Er hat mir nicht technisch geantwortet, sondern gesagt: Da arbeiten
viele Menschen dran.
Work – according to the German dictionary from the Brothers Grimm – is an ancient word with many
strange aspects. Many definitions are listed from the wages of the farm hand in the fields, to the skilled tradesman
or artist, to mental activity, to general accomplishments of many kinds, to the effort involved in, for instance,
travel. In 1838, as the brothers were commencing work on the dictionary, the first long-distance railway was being
built. There still were no undergrounds, ticket machines or public address systems. At that time the word “bus”
in German meant to kiss, “quality” meant a person’s prestige. And what does a track worker understand with the
word “quality” in 2011? How does a regional train announcer describe their work? In the course of the interviews
conducted, many of the 26 men and women changed from the ‘I’ to the ‘We’ form while speaking. And I remember
how when I as a child I asked my father, an electrical engineer, how electricity comes out of the socket. He did not
give me a technical explanation, but instead he said, “A lot of people work on it.”

VERKEHRSVERBUND – PEOPLE, PICTURES AND STORIES

Der Fotograf | The Photographer
Andreas Rost
• Geboren am 7.4.1966 in Weimar
• Aufgewachsen in Dresden
• Von 1987 bis 1993 Studium an der Hochschule für
Grafik und Buchkunst Leipzig bei Evelyn Richter
und Arno Fischer
• Seit 1993 tätig als freischaffender Fotograf unter
anderem für das Goethe-Institut und ifa-Institut
für Auslands beziehungen
• Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland
sowie Buchpublikationen
Andreas Rost
• Born on 7 April 1966 in Weimar
• Raised in Dresden
• Studied at the Hochschule für Grafik und
Buchkunst Leipzig under Evelyn Richter und
Arno Fischer from 1987 to 1993
• Freelance photographer since 1993 amongst
others for the Goethe-institut and ifa-institut für
Auslandsbeziehungen
• Numerous exhibitions both in Germany and
abroad as well as book publications
Fotos: Hans Hochelheim

Mit Nahverkehrszügen, Bussen, Straßenbahnen, der S-Bahn, der U-Bahn und sogar einem Ruderboot als
Fähre reise ich durch Berlin und Brandenburg. So erreiche ich zumeist problemlos und pünktlich selbst die entlegendsten Ortschaften. Dieser Praxistest beweist, der öffentliche Nahverkehr funktioniert. Ziel meiner Reisen ist es,
Menschen zu porträtieren, die am Zustandekommen eben dieses Nahverkehrs beteiligt sind. Ich besuche Zugführer, Schaffner, Werkstattmitarbeiter und viele andere Berufsgruppen an ihren Arbeitsplätzen. Im Gepäck habe ich
eine 8 x 10 inch Reisekamera, wie sie seit der Erfindung der Fotografie bis heute nahezu unverändert von Fotografen
benutzt wird, um das soziale Leben der Gesellschaft zu beschreiben. Unter den Kameras, die einem Fotografen
heute zur Verfügung stehen, ist die Großformatkamera vielleicht so etwas wie das Klavier für Musiker. Ihr Klangvolumen erlaubt große dynamische Differenzierungen und Kontraste, Strukturen werden sinnlich begreifbar, sie
ist Grundlage allen Fotografierens und Komponierens und dabei immer wieder überraschend neu im Klang. Derart
ausgerüstet treffe ich auf Menschen, die mich in unseren Begegnungen vor allem mit dem Stolz auf ihre geleistete
Arbeit begeistern. Sie zu fotografieren, bedarf es keiner Effekte, keines Visagisten, keines Typberaters oder Manipulationen mit Photoshop. In ihrem Wissen um die Bedeutung und die Verantwortung ihrer Arbeit beeindrucken
sie aus sich selbst heraus.
I have ridden through Berlin and Brandenburg with regional trains, busses, trams, the S-Bahn, underground and even a rowboat as a ferry. And generally I get to even the most remote location punctually and without difficulties. This practical test proves that public transportation works. The aim of my travels is to portrait
people who are involved in public transportation. I visit train drivers, conductors, workshop staff and many other
types of employees at their workplaces. I work with an 8 x 10 inch travel camera as they have been employed,
practically without change, since photography was invented for the purpose of describing social life. Amongst the
cameras available to the modern-day photographer, the large-format camera is something like the grand piano
is for musicians. The volume of their sound allows for great dynamic differentiations and contrast, structures become tangible to the senses; it is the basis of all photography and composing and always surprising in its sound.
Armed with that, I meet people who, more than anything else, inspire me with their pride in the work they do.
There is no need for effects or make-up artists, no stylists or manipulation with Photoshop. They simply exude
their awareness of the importance and responsibility of their work.

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VBB-Verbundbericht 2011
Das Jahr 2010 und
ein Blick in die Zukunft
VBB Network Report 2011
The Year of 2010 and
a Look into the Future

I N H A LT S V E R Z E I C H N I S | TA B L E O F C O N T E N T S

02

Vorwort | Prologue

04

Verkehrsverbund – Menschen, Bilder und Geschichten |
Verkehrsverbund – People, Pictures and Stories

14

Beiträge zur Verkehrspolitik | Contributions to Transportation Policy

24

Wettbewerb für einen attraktiven Nahverkehr |
Competition for an Attractive Mass Transit

36

Verkehrsverträge überwachen, Qualität sichern |
Monitor Transportation Contracts, Safeguard Quality

50

Hochwertige Infrastruktur – damit es rollt |
High Quality Infrastructure – to Keep It Moving

58

Fahrgastsicherheit – eine gemeinsame Aufgabe |
Passenger Safety – A Joint Task

68

Modernes Angebotsmanagement für die Mobilität der Zukunft |
Modern Service Management for the Mobility of the Future

88

Moderate Tarifanpassung: Sehr guter ÖPNV für kleines Geld |
Moderate Fare Adjustment: Very Good Public Transportation for Little Money

100

Kommunikation – Service für die Kunden |
Communication – Service for the Customers

112

Zahlen und Fakten | Facts and Figures

120

Verkehrsverbund – Menschen, Bilder und Geschichten |
Verkehrsverbund – People, Pictures and Stories

139

Danksagung | Acknowledgements

140

Impressum | Imprint

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BEITRÄGE ZUR VERKEHRSPOLITIK

Ingeborg Junge-Reyer | Senatorin für Stadtentwicklung des Landes Berlin

Verkehrspolitisches Kursbuch für Berlin
Der Verbundbericht des VBB belegt erneut eindrucksvoll die Bedeutung des öffentlichen Nahverkehrs für
unsere Region. Öffentliche Verkehrsmittel sind und bleiben das Rückgrat umweltgerechter Mobilität für Berlin und
Brandenburg. Ihre Förderung ist fundamentaler Bestandteil einer integrierten Verkehrspolitik.
Die Rolle des öffentlichen Nahverkehrs steht daher auch an herausgehobener Stelle im dem jetzt vom Berliner Senat beschlossenen Stadtentwicklungsplan Verkehr. Dieses „verkehrspolitische Kursbuch“ setzt den Rahmen
für die nächsten Jahre. Dabei geht es zum einen um die Mobilität in der Stadt. Hier sehen wir, dass immer mehr
Berlinerinnen und Berliner die vielfältigen Alternativen zum eigenen Auto nutzen. Doch genauso wichtig ist die umwelt- und stadtverträgliche Erreichbarkeit Berlins aus der näheren und weiteren Region. In enger Abstimmung mit
dem Land Brandenburg und dem VBB soll daher eine Vielzahl von Strategien und Maßnahmen zum Zuge kommen,
um die umweltfreundlichen Verkehrsmittel zu stärken und dabei die Fahrgastzahlen im ÖPNV weiter zu steigern.
Das Spektrum der vorgeschlagenen Maßnahmen reicht von einer Verkehr vermeidenden und ÖPNV-orientierten Siedlungsentwicklung über preis- und ordnungspolitische Maßnahmen wie etwa beim Parkraummanagement
bis zur Ergänzung der Infrastruktur auch im Schienenverkehr. Hier haben wir uns eine Menge vorgenommen – zum
Beispiel die Anbindung des neuen Flughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER), die Weiterführung der U5 zwischen Alexanderplatz und Hauptbahnhof, die neue S21, die den Hauptbahnhof und den Potsdamer Platz verbinden
wird, neue Straßenbahnstrecken zum Hauptbahnhof und zum Kulturforum sowie die Modernisierung von Bahnhöfen
wie etwa am Ostkreuz. Darüber hinaus geht es nach wie vor um Verbesserungen im grenzüberschreitenden Schienenverkehr nach Polen.
Die „neue Mobilität“ stützt sich nicht mehr auf ein bestimmtes Fortbewegungsmittel, sondern setzt auf die
Kombination unterschiedlicher Verkehrsträger. Daher sind der Ausbau der kombinierten Nutzung etwa von Fahrrad
und ÖPNV durch weiteren Ausbau von Fahrradabstellanlagen an Bahnhöfen und Haltestellen oder ein in den ÖPNV
integriertes Fahrradverleihsystem wichtige Projekte, unser Nahverkehrssystem noch attraktiver zu machen. Auch
die Kombination von öffentlichen Verkehrsmitteln und Carsharing wird zukünftig eine größere Rolle spielen.
Daher freue ich mich besonders darüber, dass der VBB bei dem Entwurf einer „Mobilität der Zukunft“ als
kreativer Partner mit großem Engagement beteiligt ist. Denn eines ist klar: Wenn wir gut vorwärts kommen wollen
in der Region, dann vor allem mit einem starken Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg.

C O N T R I B U T I O N S T O T R A N S P O R TAT I O N P O L I C Y

Ingeborg Junge-Reyer | Senator for Urban Development for the State of Berlin

Transportation Policy Timetable for Berlin
Once again, the VBB Network Report impressively demonstrates how important public transportation is for
our region. Public transportation is and remains the backbone of environmentally sound mobility for Berlin and
Brandenburg. Its promotion is a fundamental component of an integrated transportation policy.
The role of public transportation therefore takes on a preeminent position in the Transportation Urban Development Plan approved by the Berlin Senate. This “transportation policy timetable” establishes the framework
for the coming years. On the one hand it deals with the mobility in the city. Here, we see that more and more
Berliners are taking advantage of the variety of alternatives to one’s own automobile. But just as important is
the environmentally tolerant accessibility of Berlin from the immediate vicinity as well as from the more distant
region. Therefore, in close cooperation with the State of Berlin and the VBB, a number of strategies and measures
are to be completed to strengthen the environmental modes of transportation and to continue to increase the
number of passengers using public transportation.
The spectrum of the measures proposed ranges from a traffic-avoiding and public transportation-oriented
development of settlements to pricing and regulatory policy such as parking space management to the extension
of the infrastructure in rail transportation. We plan on doing a lot, for instance, the connection of the new airport
Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER), the extension of U5 between Alexanderplatz and the Hauptbahnhof, the
new S21 which will connect the Hauptbahnhof and Potsdamer Platz, new tram routes to the Hauptbahnhof and
the Kulturforum as well as the modernization of train stations as at Ostkreuz. In addition, we are still working on
improving cross-border rail transportation to Poland.
The “new mobility” no longer depends on a certain type of transportation, but rather on a combination of a
number of modes of transportation. That is why the expansion of combined usage such as the bicycle and public
transportation by further expanding the capacity of bicycle racks at train stations and bus stops or a bicycle rental system integrated into the public transportation system are important projects for making our public transportation even
more attractive. The combination of public transportation and car-sharing will also play a greater role in the future.
That is why I am especially pleased that the VBB is committed as a creative partner in drafting a “mobility
of the future”. Because one thing is for sure – if we want to get ahead in the region, then above all we need a
strong Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg.

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BEITRÄGE ZUR VERKEHRSPOLITIK

Jörg Vogelsänger | Minister für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg

Hoch motivierte Mitarbeiter
Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg steht immer wieder vor der Herausforderung, kundenorientierte
und wirtschaftlich tragfähige Mobilitätsangebote zu entwickeln. Als Brandenburger und Berliner werden wir von
Auswärtigen häufig wegen unseres guten Nahverkehrsangebots beneidet. Der ÖPNV in unserer Region ist eine
Erfolgsgeschichte, die sich sehen lassen kann. Er ist aber auch ein Erfolg, der täglich fortgeschrieben werden muss
und leider ist es auch so, dass der Erfolg von gestern in den Augen der Fahrgäste von heute wenig zählt.
Gerade die Einschränkungen in den Frosttagen des letzten Winters haben gezeigt, dass ein funktionierender ÖPNV nicht selbstverständlich ist und wie schnell die Stimmung kippt. Aber eben diese Bewährungssituation
für Busse und Bahnen hat auch deutlich gemacht, mit welch großem Einsatz die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
der unter dem VBB-Dach versammelten Aufgabenträger für ihre Unternehmen kämpfen. Aus vielen Gesprächen
weiß ich, dass sie nicht nur die ersten sind, die darunter leiden, wenn es zu Problemen kommt – sie leiden auch
am meisten. Es gehört nun einmal zur Berufsehre jedes Bahners oder jedes Buslenkers, den Fahrplan pünktlich
einhalten zu können und die Fahrgäste zufriedenzustellen. Dahinter stehen in den Serviceeinrichtungen und Werkstätten der Verkehrsunternehmen hoch motivierte Mitarbeiter, die einfach nur gute Arbeit abliefern wollen.
Vor diesem Hintergrund halte ich es für eine hervorragende Idee, in diesem Bericht nicht nur Zahlen und
Entwicklungen zu präsentieren, sondern auch diejenigen, die mit ihrer Leistung dazu beitragen, dass wir an den
allermeisten Tagen mit unserem ÖPNV zufrieden sind. Wir lernen Menschen kennen, die mitten im Berufsleben
stehen. Mit ihrem Engagement, ihren Wünschen und Ideen halten sie Berlin und Brandenburg jeden Tag in Bewegung. Es sind ihre vielen kleinen Geschichten, die den großen VBB ausmachen.

C O N T R I B U T I O N S T O T R A N S P O R TAT I O N P O L I C Y

Jörg Vogelsänger | Minister for Infrastructure and Agriculture for the State of Brandenburg

Highly Motivated Employees
The Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg is continuously faced with the challenge of developing customeroriented and economically viable mobility services. As Brandenburgers and Berliners, we are frequently envied by
outsiders for our superb public transportation services. The public transportation in our region is a success story of
which we can be proud. But it is a success story that has to be continued every day and, unfortunately, yesterday’s
successes are not worth much in the eyes of today’s passengers.
The restrictions in the cold days of last winter demonstrated clearly that a functioning public transportation is not something to be taken for granted and how quickly the mood can change. But it is precisely such tests
of the busses and trains that prove just how hard the employees of the client bodies collected under the VBB
umbrella are willing to work for their companies. In the course of many talks I have seen how they are not only the
first to suffer when problems arise, but also those who suffer the most. It is simply the pride of any railwayman
and every bus-driver to maintain the schedule and satisfy the customer. Behind them stand the highly-motivated
employees in the service facilities and the workshops of the transportation companies; employees who just want
to do a good job.
In view of this, I think it is an excellent idea to present not only numbers and developments in this report,
but also those persons who, with their performance, contribute to the fact that on the vast majority of days we
are satisfied with our public transportation. We get to know people who are fully committed to their work. With
their commitment, wishes and ideas they keep Berlin and Brandenburg in motion every day. It is their many small
stories that make up the great VBB.

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BEITRÄGE ZUR VERKEHRSPOLITIK

Peer Giesecke | VBB-Aufsichtsratsvorsitzender, Landrat des Landkreises Teltow-Fläming

ÖPNV – von Menschen für Menschen
Beim Stichwort Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) denkt mancher zunächst an Busse, Bahnen,
Gleisanlagen, Schienen, Straßen oder Fahrpläne. Dabei geht es in erster Linie um etwas ganz anderes – den Menschen. Er muss mobil sein, um am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Das zählt besonders in einem
Flächenland wie Brandenburg.
Hier wie anderswo wird der ÖPNV von Menschen für Menschen gemacht. Deshalb freue ich mich, dass der
vorliegende Verbundbericht mehr als eine nüchterne Bilanz zieht. Er stellt auch Personen aus unterschiedlichsten
Berufsgruppen vor, die am Gelingen des Gesamtverkehrs im VBB beteiligt sind. Sie sorgen mit ihrer Arbeit dafür,
dass täglich rund 3,47 Millionen Menschen mobil sein können.
Diese nutzen das Angebot des VBB für ihre Wege zur Arbeit, zur Schule, zum Einkaufen oder zur Freizeitgestaltung. Abgestimmte Fahrpläne und verknüpfte Angebote, entstanden durch die Zusammenarbeit im Rahmen
des VBB, haben dafür gesorgt, dass der ÖPNV in den vergangenen Jahren noch attraktiver geworden ist.
Das ist nicht immer einfach, denn die Verkehrsunternehmen müssen ihr Angebot mit den vorhandenen
finanziellen Mitteln flexibel und innovativ gestalten. Dabei dürfen sie die Wünsche der Fahrgäste nicht aus den
Augen verlieren. Ziel muss es sein, durch ein attraktives Angebot perspektivisch mehr Fahrgäste und somit auch
mehr Einnahmen für die Verkehrsunternehmen zu erreichen.
Dies wird künftig schwieriger, denn die demographische Entwicklung stellt auch die Verkehrsbetriebe vor
neue Herausforderungen. Sie ergeben sich aus der veränderten Gesamtnachfrage, neuen Verhaltensstrukturen
und individuellen Ansprüchen. Um dies mit den finanziellen Möglichkeiten und regionalen Gegebenheiten in Einklang zu bringen, benötigen wir einen transparenten, fairen Wettbewerb sowie kundenorientierte Tarife, zielgruppengerechte Fahrpläne, gepflegte Bahnhofsumfelder und vieles mehr.
Dafür ist die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit aller Aufgabenträger im Verkehrsverbund
Berlin-Brandenburg die wichtigste Grundlage. Nur so kann der ÖPNV Akzeptanz finden und zur Erhöhung der
Lebensqualität der Menschen in Berlin und Brandenburg beitragen. Denn um sie geht es.

C O N T R I B U T I O N S T O T R A N S P O R TAT I O N P O L I C Y

Peer Giesecke | Chairman of the Supervisory Board VBB, District Administrator of Teltow-Fläming

Public Transportation – by People for People
When you say public transportation many people think first of busses, trains, tracks, streets and schedules.
But first and foremost it is a matter of something completely different – people. They have to be mobile to be
able to participate in the life of society. That is particularly important in an area with such wide open spaces as
Brandenburg.
Here, as elsewhere, public transportation is made for people by people. That is why I am happy that this
Network Report does not just simply take stock of the situation. It also introduces persons from various occupations who are involved in the success of the entire transportation system in the VBB. With their work they make
sure that about 3.47 million people can be mobile every day.
These passengers use the VBB services to travel to work, to school, to go shopping or for their leisure
activities. Harmonized schedules and linked offers, borne of the cooperation in the framework of the VBB, have
assured that public transportation has become even more attractive in the last few years.
That is not always an easy thing to do, because the transportation companies have to keep their service
flexible and innovative within the financial means available. And they have to keep an eye on the passengers’
wishes. The goal has to be to gain more passengers and therefore greater earnings for the transportation company by providing an attractive service.
This will become more difficult in the future as the demographic developments provide new challenges for
the transportation companies. These will result from the changes in the overall demand, new behavioural structures and individual demands. To keep this in tune with the financial possibilities and the regional particularities,
we need a transparent and fair competition as well as customer-oriented fares, schedules that meet the needs of
the customers, well-groomed stations and grounds and much more.
The most important basis for this is a trusting and constructive cooperation of all the client bodies involved in the Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg. Only in this manner can public transportation be accepted and
contribute to an improved quality of life for the inhabitants of Berlin and Brandenburg. That is what it is all about.

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W E T T B E W E R B F Ü R E I N E N AT T R A K T I V E N N A H V E R K E H R

Wettbewerb für einen
attraktiven Nahverkehr

Auf der Suche nach dem besten Angebot
Die meisten Menschen nutzen zumindest gelegentlich Bahnen und Busse. Viele
sind täglich auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen oder nutzen sie bewusst
als Alternative zum eigenen Auto. Der Öffentliche Personennahverkehr im Raum BerlinBrandenburg berührt täglich das Leben von Millionen Menschen. Anders als in vielen
anderen Bereichen steht der Wettbewerb im Nahverkehr noch am Anfang: Das Suchen
und Finden der besten Angebote hat erst vor wenigen Jahren begonnen. Nach der Liberalisierung der europäischen Märkte um die Jahrtausendwende ist dieser Prozess eher
zögernd angelaufen. Nach und nach wird die noch bestehende Monopolstellung der
Deutschen Bahn AG im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) durch einen Wettbewerb
um die besten Angebote in Qualität, Service und Wirtschaftlichkeit ersetzt. Im Verkehrsraum Berlin-Brandenburg ist die VBB GmbH von den Ländern beauftragt worden,
Ausschreibungen für den SPNV durchzuführen und verantwortungsvoll zu begleiten.
Gewinner des durch diesen Prozess zunehmend verbesserten Angebots sind die Fahrgäste, von wirtschaftlich effektiven Lösungen profitieren auch die Länder.

Vergabe unter Federführung des VBB
Auch im Jahr 2010 führte die VBB GmbH Vergabeverfahren für Berlin, Brandenburg und Verbindungen in benachbarte Bundesländer durch. Ziel war es
dabei immer, die Qualität des Angebots und des Services zu sichern und zu verbessern. Das bedeutet: mo-

dernere Fahrzeuge, mehr Sitzplätze, mehr Personal bei
gleichzeitig wirtschaftlicher Betriebsführung. Durch
den Wettbewerb eingesparte Gelder werden für die
weitere Verbesserung des Angebots eingesetzt. Die
klar definierten vertraglichen Vorgaben für die Verkehrsunternehmen ermöglichen den Auftraggebern –
also den Ländern Berlin und Brandenburg – schnell
einzugreifen, sollten vereinbarte Leistungen nicht erbracht werden.

C O M P E T I T I O N F O R A N AT T R AC T I V E M A S S T R A N S I T

Competition for an
Attractive Mass Transit

In Search of the Best Offer
Most people use trains and busses at least occasionally. Many depend on public
transportation on a daily basis or consciously use it as an alternative to an own car. Public transportation in the Berlin-Brandenburg region impacts on millions of people every
day. Unlike in many other sectors, competition in local public transportation is a relatively new idea. Seeking and finding the best offers only commenced a few years ago.
Following the liberalization of the European markets around the turn of the millennium,
this process has only slowly gotten off the ground. Slowly, but surely, the Deutsche Bahn
AG’s monopoly in local rail passenger transportation is being replaced by a competition
for the best offers in quality, service and economy. In the Berlin-Brandenburg transportation region, the VBB GmbH has been charged by the states with conducting and
accompanying tendering procedures for local rail passenger transportation. The winners
of the continuously improving service resulting from this process are the passengers,
the states are also profiting from the economically effective solutions.

Awarding under the
Auspices of the VBB
In 2010, the VBB GmbH also conducted tendering processes for Berlin, Brandenburg and the connections to the neighbouring federal states as well.
The objective was always to secure and improve the
quality of the offering and the service. This means

modern vehicles, more seats and more personnel and,
at the same time, more economical operations. The
funds saved as a result of the competition are used
for further improvements of the service. The clearly
defined contractual provisions for the transportation
companies make it possible for the contracting party,
in other words the states of Berlin and Brandenburg,
to act quickly should the agreed upon services not be
provided.

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W E T T B E W E R B F Ü R E I N E N AT T R A K T I V E N N A H V E R K E H R

Neue Züge für das Netz Elbe-Elster

New Trains for the Elbe-Elster Network

Gemeinsam mit dem Zweckverband Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) startete die VBB GmbH Ende
2009 das Vergabeverfahren für das Elbe-Elster-Netz.
Am 20. Dezember 2010 erfolgte der Zuschlag an die
DB Regio AG für einen Betriebsstart ab Juni 2013. Das
Netz umfasst 2,5 Millionen Zugkilometer, die Hälfte
führt durch das VBB-Territorium.

Together with the Zweckverband Verkehrsverbund Oberelbe (VVO), the VBB GmbH initiated the
tendering process for the Elbe-Elster network at the
end of 2009. The DB Regio AG was awarded the contract on 20 December 2010 with operations scheduled
to commence in June 2013. The network consists of
2.5 million train-kilometres, half of which traverse
VBB territory.

Zum Elbe-Elster-Netz gehören die Linien:
The Elbe-Elster network includes the lines:
RE15 Hoyerswerda – Dresden
RE18 Cottbus – Dresden
RB31 Elsterwerda – Dresden
RB49 Cottbus – Ruhland – Falkenberg (Elster)

RE15 Hoyerswerda – Dresden
RE18 Cottbus – Dresden
RB31 Elsterwerda – Dresden
RB49 Cottbus – Ruhland – Falkenberg (Elster)

Attraktive Fahrzeugflotte

Attractive Fleet of Vehicles

Für neue Verkehrsverträge wurden die Qualitätsstandards deutlich erhöht. Die Fahrgäste können dank des Wettbewerbs daher ab Juni 2013 mit
erheblichen Verbesserungen bei der Fahrzeugflotte
rechnen: Eingesetzt werden neue einstöckige 3-teilige Elektrotriebzüge des Typs E-Talent 2 der Firma
Bombardier Transportation sowie neuwertige LokWagen-Züge mit jeweils drei Doppelstockwagen. Die
Doppelstockwagen werden im Innenbereich komplett
erneuert und modernisiert. Alle Fahrzeuge werden
klimatisiert unterwegs sein. Das barrierefreie Zugteil mit entsprechender Toilette und Rollstuhlplätzen
fährt künftig stets in der Mitte des Zuges. Dadurch
können Fahrgäste mit eingeschränkter Mobilität immer ihren Wagen finden. Alle festen Sitze werden mit
einem Tisch, 50 Prozent auch mit Steckdosen ausgerüstet. In den Fahrzeugen wird es eine dynamische
Fahrgastinformation über Flachbildschirme geben,
die unter anderem über Anschlussmöglichkeiten in
Echtzeit informiert. In jedem Zug fährt ein Zugbegleiter mit. Zusätzlich wird Videoüberwachungs- und
-aufzeichnungstechnik in allen Fahrzeugen installiert
sein.

The quality standards for new transportation
contracts have increased significantly. Thanks to the
competition, passengers can therefore count on substantial improvements in the fleet of vehicles starting in 2013. New E-Talent 2 single-deck, three-section
electric trains from Bombardier Transportation will be
used as well as mint condition locomotive-carriage
trains with three double-deck carriages each. The
interiors of the double-deck carriages will be completely renewed and modernized. All vehicles will be
air-conditioned when moving. In the future, the barrier-free section with the corresponding toilets and
wheelchair places will always be in the middle of the
train. This way the persons with limited mobility will
always be able to find their carriage. All fixed seats
will have a table, 50 percent will also be equipped
with electrical sockets. The vehicles will be equipped
with dynamic passenger information displayed on flat
screens which will provide, amongst other things,
information on connections in real-time. Every train
will have a conductor. In addition, video monitoring
and recording technology will be installed in all the
vehicles.

C O M P E T I T I O N F O R A N AT T R AC T I V E M A S S T R A N S I T

Leipzig – Falkenberg (Elster) –
Hoyerswerda

Leipzig – Falkenberg (Elster) –
Hoyerswerda

Für das Mitteldeutsche S-Bahnnetz (S-Bahn
Leipzig) erhielt am 20. Dezember 2010 die S-Bahn Mitteldeutschland GmbH, eine hundertprozentige Tochter der DB Regio AG, den Zuschlag. Der VBB ist an
diesem Netz mit der Linie Leipzig – Falkenberg (Elster)
– Hoyerswerda beteiligt. Ab Dezember 2013 werden
auf dieser Strecke ebenfalls Fahrzeuge des Typs ETalent 2 eingesetzt, mit vergleichbaren Ausstattungsmerkmalen wie beim Elbe-Elster-Netz.

The S-Bahn Mitteldeutschland GmbH, a wholly-owned subsidiary of the DB Regio AG, was awarded the contract for the Mitteldeutsche S-Bahnnetz
(S-Bahn Leipzig) on 20 December 2010. The VBB is involved in this network with the line Leipzig – Falkenberg (Elster) – Hoyerswerda. As of December 2013, ETalent 2 vehicles with similar features to those on the
Elbe-Elster network will also be used for this route.

Netz Nord-Süd ausgeschrieben

North-South Network Tendered

Ende 2010 wurde das Vergabeverfahren für
das Netz Nord-Süd veröffentlicht, das die VBB GmbH
federführend durchführt. Bis Ende 2011 soll nun
der Zuschlag an ein Verkehrsunternehmen erteilt
werden. Mit dieser Vergabe wurden zwei länderübergreifende Regionalexpressstrecken von den
Ländern Berlin und Brandenburg, MecklenburgVorpommern sowie Sachsen-Anhalt ausgeschrieben.
Dabei handelt es sich um die Linien RE3 Stralsund/
Schwedt (Oder) – Berlin – Elsterwerda sowie RE5
Rostock/Stralsund – Berlin – Lutherstadt Wittenberg/Falkenberg (Elster). Das Netz Nord-Süd umfasst ein jährliches Volumen von etwa 10,5 Millionen Zugkilometern. Sechs Millionen Zugkilometer
(57 Prozent) der Strecken liegen auf VBB-Gebiet. Auf
das Land Mecklenburg-Vorpommern entfallen etwa
4,3 Millionen und auf das Land Sachsen-Anhalt circa
0,2 Millionen Zugkilometer.

The tendering process for the north-south network, which will be managed by the VBB GmbH, was
published at the end of 2010. The contract is to be
awarded to a company by the end of 2011. With the
awarding of the contract two cross-state, regional
express lines from the states Berlin and Brandenburg,
Mecklenburg-Vorpommern and Sachsen-Anhalt were
tendered. The lines are the RE3 Stralsund/Schwedt
(Oder) – Berlin – Elsterwerda and RE5 Rostock/Stralsund – Berlin – Lutherstadt Wittenberg/Falkenberg
(Elster). The north-south network has an annual volume of about 10.5 million train-kilometres. Six million
train-kilometres (57 percent) of the routes are in the
VBB area. The State of Mecklenburg-Vorpommern has
about 4.3 million and the State of Sachsen-Anhalt
circa 0.2 million kilometres.

Talent 2 folgt später

Talent 2 Follows Later

Die ursprünglich vorgesehenen Neufahrzeuge
Talent 2 der Firma Bombardier Transportation stehen
für die Strecke zwischen Cottbus und Leipzig noch
nicht zur Verfügung. Bislang fehlt noch die Zulassung
durch das Eisenbahn-Bundesamt. Es wird erwartet,
dass der Talent 2 ab Dezember 2011 eingesetzt werden
kann. Die Betriebsaufnahme auf der Strecke Cottbus
– Leipzig im Dezember 2009 erfolgte deshalb vorerst
größtenteils mit einstöckigen ehemaligen Fernver-

The originally planned new Talent 2 vehicles
from Bombardier Transportation are not yet available
for the route between Cottbus and Leipzig. To date,
the approval by the Eisenbahn-Bundesamt (German
Federal Railway Authority) has not been granted. It is
expected that the Talent 2 will commence operations
as of December 2011. Since the beginning of operations on the Cottbus – Leipzig line in December 2009,
services have been covered by single-deck former

27

30

W E T T B E W E R B F Ü R E I N E N AT T R A K T I V E N N A H V E R K E H R

kehrswagen. Durch den Einsatz deutlich spurstärkerer
Lokomotiven (BR182) konnten aber die vereinbarten
Fahrzeitverkürzungen von 10 bis 15 Minuten trotzdem
erreicht werden. Auf einige Bequemlichkeit muss aber
noch verzichtet werden und auch die Barrierefreiheit
beim Einstieg ist erst beim Talent 2 gegeben.

long-distance carriages. With the use of significantly stronger locomotives (BR182) it was, however, still
possible to achieve the contracted reduction in travel
time of 10 to 15 minutes. Still, some of the conveniences cannot be provided and the barrier-free access
will only become available with the Talent 2.

Stadtbahn 1 und 2

Stadtbahn 1 and 2

Die DB Regio AG und die ODEG mbH erhielten
die Zuschläge in den Netzen Stadtbahn 1 und Stadtbahn 2. Beide Unternehmen bereiten sich nun auf die
Betriebsaufnahme vor. Besonders im Fokus des VBB
liegt hier die rechzeitige Auslieferung der neuen Doppelstockfahrzeuge der Firma Stadler Pankow für die
Linien RE2 (Rathenow – Cottbus) und RE4 (Wismar
– Berlin – Jüterbog) zum Dezember 2012 sowie die
Betriebsaufnahme des Flughafenshuttles RE9 (Berlin Hauptbahnhof – BER) durch die DB Regio AG am
3. Juni 2012.

The DB Regio AG and the ODEG mbH were
awarded the contracts for the Stadtbahn 1 and Stadbahn 2 networks. Both companies are now preparing
for the commencement of operations. VBB is already
focusing on the punctual delivery of the double-deck
vehicles from Stadler Pankow for the RE2 line (Rathenow – Cottbus) and the RE4 line (Wismar – Berlin –
Jüterbog) in December 2012 and the commencement
of operation for the airport shuttle RE9 (Berlin Hauptbahnhof – BER) by DB Regio AG on 3 June 2012.
.

C O M P E T I T I O N F O R A N AT T R AC T I V E M A S S T R A N S I T

Leistungen der SPNV-Betreiber im Regionalverkehr im VBB ab 2012 |
Local rail passenger public transportation operators in VBB from 2012

DB Regio AG
ODEG mbH
NEB GmbH
PEG mbH

65 %
28 %
4%
3%

Finanzierung öffentlicher Nahverkehr 2010 in Berlin und Brandenburg |
Financing of public transportation 2010 in Berlin and Brandenburg

VBB-Tarife
Länder
69 % Berlin
31 % Brandenburg
Städte/Gemeinden

42 %
30 %

28 %

Quellen: KCW Homepage, VBB-Qualitätsbilanz 2010 | Source: KCW Homepage, VBB Quality Report 2010

31

Team Stadler

36

V E R K E H R S V E R T R Ä G E Ü B E R W A C H E N , Q U A L I TÄT S I C H E R N

Verkehrsverträge
überwachen, Qualität
sichern

Prüfen mit Verantwortung
Für den Nutzer des ÖPNV ist es wichtig, dass die verschiedenen Verkehrsmittel
ihn zuverlässig, sicher und in einem vernünftigen Preis-Leistungs-Verhältnis ans Ziel
bringen. Die VBB GmbH ist einer der Akteure, damit diese Leistung in hoher Qualität flächendeckend und zu jeder Zeit gewährleistet werden kann. Im Auftrag der Länder Berlin und Brandenburg führt er deshalb das Vertragsmanagement der zurzeit
zehn Verkehrsverträge mit sechs Unternehmen im Regional- und S-Bahnverkehr für
68,9 Millionen Zugkilometer im Jahr durch. Zahlungen an diese Unternehmen werden
ausschließlich auf der Grundlage dieser Verträge vorgenommen. Die erbrachten Leistungen werden regelmäßig überprüft. Das Vertragscontrolling erfasst das Verhältnis
von geschuldeter und tatsächlich erbrachter Leistung und Qualität. Es bewertet diese
Leistung der Unternehmen sowie Abweichungen monetär.

S-Bahn Berlin GmbH
weiter in der Krise
Immer weniger Züge im Einsatz
Seit Ende 2009 hat sich die Lage bei der S-Bahn
Berlin GmbH weiter verschlechtert. Immer weniger
Züge waren im Einsatz. Die Prüfung der Instandhaltungsprozesse hatte kürzere Kontrollfristen und
strengere Grenzwerte zur Verhütung von Radscheibenbrüchen zur Folge. Damit einhergehende Werkstattaufenthalte haben eine höhere Fahrzeuganzahl

gebunden, die dann nicht für den Fahrgastbetrieb
zur Verfügung standen. Eisenbahn-Bundesamt und
S-Bahn Berlin GmbH vereinbarten neue Messungen
der Radscheiben, da es Hinweise darauf gab, dass
die bisherigen nicht in der erforderlichen Qualität
erfolgten und die Abnutzung höher als bislang angenommen war. Der geplante Notfahrplan mit 429 Viertelzügen konnte mit dem Wintereinbruch nicht mehr
gehalten werden und wurde auf 340 Viertelzüge nach
unten korrigiert. Der eigentliche Notfahrplan konnte
erst ab 20. Januar 2010 gefahren werden, vorher galt
sozusagen ein „Not-Notfahrplan“.

M O N I T O R T R A N S P O R TAT I O N C O N T R A C T S , S A F E G U A R D Q U A L I T Y

Monitor Transportation
Contracts, Safeguard
Quality

Verifying with Accountability
For the users of public transportation, it is important that the various modes of
transportation are reliable, safe and transport them to their destinations at a reasonable cost/benefit ratio. The VBB GmbH is one of the actors involved in guaranteeing that
this service can be provided in a high quality throughout the area and at all times. In
the name of the states of Berlin and Brandenburg, it therefore performs the contract
management for the currently ten transportation contracts with six companies in the
regional and S-Bahn service for 68.9 million train-kilometres per year. Payments to these
companies are made exclusively on the basis of these contracts. The services provided
are audited on a regular basis. The contract controlling reviews the ratio between the
service and the quality due and actually performed. It evaluates this performance of the
companies and deviations on a monetary basis.

S-Bahn Berlin GmbH Still
in a Slump
Fewer and Fewer Trains Operating
The situation at the S-Bahn Berlin GmbH
has deteriorated since the end of 2009. Fewer and
fewer trains are operating. The audit of the maintenance processes resulted in shorter control intervals
and stricter norms for the prevention of wheel-disk
breaks. The extended periods of time in the workshop
have tied up a greater number of vehicles, reducing

the number of trains available for passenger operations. The Federal Railway Authority and S-Bahn Berlin GmbH agreed on new measurements of the wheel
disks because there is evidence that the previous
measurements did not adhere to the necessary quality and the wear has been greater than was previously
assumed. The emergency timetable with 429 “Viertel” trains could not be maintained with the outbreak
of winter and was reduced to 340 “Viertel” trains.
The actual emergency timetable only went into effect
on 20 January 2010. Prior to that, the S-Bahn was applying a so-called “emergency emergency plan”.

37

38

V E R K E H R S V E R T R Ä G E Ü B E R W A C H E N , Q U A L I TÄT S I C H E R N

Anzahl der S-Bahn Viertelzüge 2010 | Number of S-Bahn “Viertel” trains 2010

600

562 Viertelzüge als Soll lt. Verkehrsvertrag

562
500
369

400

389

401

413

398

413

416

409

417

329

317

302
300

200

100

0
Jan

Feb

Mrz

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Gemäß Verkehrsvertrag ist für die Hauptverkehrszeit eine Fahrzeugverfügbarkeit von 562 (Sommer- und Winterferien 524)
Viertelzügen im Linienbetrieb vereinbart | The transportation contract stipulates a vehicle availability of 562 (summer and
winter vacations 524) “Viertel” trains in operation for rush-hour periods

War wirklich nur der Winter schuld?
Gegenüber der Öffentlichkeit versuchte die
S-Bahn Berlin GmbH den Eindruck zu erwecken,
der Winter sei schuld. Tatsächlich war die Winterkrise ein Zusammenspiel verschiedener Ursachen. Der
Winterbeginn mit hohem Schneeaufkommen Anfang
Dezember führte zu Fahrzeug- und Weichenausfällen.
Hinzu kamen tiefe Temperaturen, die die Fahrzeuge,
vor allem Motoren, Bremsanlagen und technische
Ausrüstungsteile schlichtweg einfrieren ließen. Die
für solche Fälle nötigen Reservefahrzeuge standen
nicht zur Verfügung. Zudem waren die Werkstätten
auf diese Situation nicht ausreichend vorbereitet, es
fehlten z. B. Auftaumöglichkeiten und Kapazitäten
für dringend notwendige Reparaturen. Die Folge: Die
Fahrgäste blieben auf der Strecke.

Was It Really Only Winter that was
Responsible?
The S-Bahn Berlin GmbH tried to give the public the impression that winter was at fault. In truth,
the winter crisis was a combination of a number of
causes. The beginning of winter, with a lot of snow at
the beginning of December, led to a lot of breakdowns
of vehicles and shunting switches. Then came the low
temperatures which, to put it simply, led to above all
motors, brakes and technical parts freezing up. In addition, the workshops were not prepared for the situation; they were lacking possibilities for thawing the
trains and the capacity for urgently required repairs.
The result – passengers got left out in the cold.

M O N I T O R T R A N S P O R TAT I O N C O N T R A C T S , S A F E G U A R D Q U A L I T Y

Nach der Kälte kam die Hitze

After the Cold Came the Heat

Mit sechs geplanten Hochlaufstufen sollte bis
zum Jahresende 2010 wieder das fahrplanmäßige Angebot, wenn auch mit verkürzten Zuglängen, erreicht
werden. Für Juli 2010 waren 416 Viertelzüge vorgesehen. Doch dann kam die Sommerhitze und in der Baureihe 481 fielen Kühlanlagen und Kompressoren aus.
Auch Fahrzeuge der Baureihe 485 mussten aus dem
Verkehr gezogen werden, weil sicherheitsrelevante
Messergebnisse an den Achsen aus dem Toleranzbereich fielen. Neue Radsätze werden voraussichtlich bis
Ende 2011 eingebaut sein.

In a total of six planned stages, it was intended to return to the regularly scheduled service by the
end of 2010, although the length of the trains would
have been reduced. For July 2010 it was planned to
have 416 “Viertel” trains. But then came the heat of
summer and the cooling and compressors in the 481
series broke down. Vehicles from the 485 series also
had to be taken out of operations as safety-relevant
measurements of the axles exceeded the tolerances.
New wheel-sets will probably be installed by the end
of 2011.

Weitere Einschränkungen ab Herbst

Additional Restrictions as of Autumn

Ab Herbst 2010 wurden die Prüffristen für die
Besandungsanlagen der Baureihen 480 und 481 verkürzt. Sand ist auch notwendig, weil unter anderem
fallendes Laub die Schienen glitschig machen kann.
Die nun tägliche Kontrolle führte zu einem Mehrbedarf von 12 Viertelzügen. Auf vier Linien mussten zur
Durchführung von Besandungsprüfungen einzelne
Fahrten gebrochen werden. Für die Fahrgäste bedeutete dies einen zusätzlichen Umstieg. Die Hochlaufstufen im September und Dezember wurden ausgesetzt zugunsten des Aufbaus einer Fahrzeugreserve
für den bevorstehenden Winter. Die S-Bahn Berlin
GmbH teilte dem Verbund und den Ländern mit, dass
sie und die beteiligten Infrastrukturunternehmen gut
auf den Winter vorbereitet seien.

As of autumn 2010, the testing intervals for
the sand-coating systems for the 480 and 481 series
were shortened. Sand is necessary because, amongst
other things, falling leaves can make the tracks slippery. The daily controls resulted in a need for 12 more
“Viertel” trains. Individual runs had to be discontinued on four lines so that sand-coating tests could be
performed. For the passengers this meant they had to
make an additional transfer. The ramp-up stages for
September and December were not performed, the
decision being made to expand the number of reserve
vehicles for the approaching winter, the S-Bahn Berlin
GmbH informed the Verbund and the states that they
and the infrastructure companies involved were wellprepared for the winter.

Der dritte Krisenwinter in Folge

The Third Crisis Winter in a Row

Der dritte Winter der S-Bahnkrise bescherte
den Fahrgästen allerdings die nunmehr schwersten
Einbrüche im Verkehrsangebot. Statt der ohnehin
auf 425 Viertelzüge reduzierten Zahl (laut Verkehrsvertrag 562 Viertelzüge) sank die Zuganzahl bis Ende
Dezember 2010 auf 221 Viertelzüge. Im Januar 2011
konnten einige Strecken gar nicht mehr bedient werden. Das Absinken der Leistung und der Qualität des
Verkehrsangebotes Anfang Dezember 2010 auf ein
nicht zumutbares Niveau veranlasste die Aufgabenträger am 16. Dezember 2010 zu einer Abmahnung

The third winter of the S-Bahn crisis left the
passengers with the worst breakdowns in service to
date. Instead of the already reduced number of 425
“Viertel” trains (the transportation contract stipulates
562 “Viertel” trains), the number of trains decreased
to 221 “Viertel” trains by the end of December 2010.
In January 2011, some routes could no longer be serviced at all. The decrease in performance and quality
of the service at the beginning of December 2010 to
an unacceptable level resulted in the client bodies
issuing a warning to the S-Bahn Berlin GmbH on

39

42

V E R K E H R S V E R T R Ä G E Ü B E R W A C H E N , Q U A L I TÄT S I C H E R N

der S-Bahn Berlin GmbH. Zwischen dem 24. Januar
und dem 27. Februar 2011 wurde das Angebot weiter
eingeschränkt, die Höchstgeschwindigkeit der Baureihen 480 und 481 wegen vereister Besandungsanlagen
auf 60 km/h festgelegt. Das hatte verlängerte Fahrzeiten, eine Taktausdünnung und Anschlussverluste
zu anderen Verkehrsmitteln zur Folge.

16 December 2010. The service was reduced even
further between 24 January and 27 February 2011,
the maximum speed of the 480 and 481 models was
reduced to 60 km/h due to frozen sand-coating
equipment. This resulted in increased travel times,
extended intervals and missed connections with
other modes of transportation.

Das weitere Vorgehen

Future Operation

Bis jetzt gibt es keine Aussage durch die DB
AG darüber, wann das vertraglich geschuldete Angebot durch die S-Bahn Berlin GmbH wiederhergestellt
werden kann. Da noch nicht alle technischen und instandhaltungsbezogenen Probleme vollständig gelöst
waren, hat das Eisenbahn-Bundesamt die auslaufende
Betriebsgenehmigung nicht erneut auf die üblichen
15 Jahre erteilt, sondern nur bis Ende 2013. Das Land
Berlin hat Anfang 2010 angekündigt, für die langfristige Gestaltung nach Auslaufen des aktuellen Verkehrsvertrages drei Varianten zu prüfen. Die Vergabe
eines Teilnetzes an einen internen Betreiber (BVG)
sowie die wettbewerbliche Vergabe eines Teilnetzes
werden nun untersucht. Die dritte Variante, die SBahn in kommunale Hand zu übernehmen, scheidet
aufgrund der fehlenden Bereitschaft der DB AG zur
Veräußerung der S-Bahn Berlin GmbH aus. Aufgrund
der anhaltenden Zugausfälle und Schlechtleistungen
wurden die Zahlungen an die S-Bahn Berlin GmbH bislang um rund 130 Millionen Euro (2010 allein um rund
55 Millionen Euro) gekürzt.

To date, the DB AG has not said when they will
be able to return to the contractually agreed service
by the S-Bahn Berlin GmbH. Because the technical
and maintenance-related problems have not all been
completely solved, the Federal Railway Authority has
not renewed the operational permit (which is due to
expire) for the usual 15 years, but rather only until the
end of 2013. The State of Berlin announced at the beginning of 2010 that it would consider three different
alternatives for the long-term handling of the transportation contract when the current one expires. The
awarding of a partial network to an internal operator (BVG) and the competitive awarding of a partial
network is now being investigated. The third alternative – to transfer the S-Bahn to the city government
– failed due to the fact that the DB AG was unwilling to sell the S-Bahn Berlin GmbH. As a result of the
continuing cancellation of trains and the poor service,
payments to the S-Bahn Berlin GmbH have been reduced by about 130 million euros (in 2010 alone by
about 55 million euros).

Die Fahrzeugkrise bei der S-Bahn führte zudem
zu fortwährend sinkender Pünktlichkeit. 2010 fuhren
nur noch 77 Prozent der Bahnen in der vorgeschriebenen Zeit. Zum Vergleich: Der vertraglich vereinbarte
Pünktlichkeitsgrad gemäß Verkehrsvertrag beträgt
96 Prozent.

The vehicle crisis at the S-Bahn resulted in a
continued decrease in punctuality. In 2010 only 77 percent of the trains ran at the prescribed times. By way
of comparison, the degree of punctuality agreed to in
the transportation contract is 96 percent.

M O N I T O R T R A N S P O R TAT I O N C O N T R A C T S , S A F E G U A R D Q U A L I T Y

Pünktlichkeit S-Bahn Berlin GmbH |
S-Bahn Berlin GmbH Punctuality
97,2 %

96,5 %

96 %

95,4 %

96,2 %

93,4 %

92,7 %
80,1 %

80 %

77 %

60 %

40 %

20 %

0%
2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

Kunden sind unzufrieden

Customers are Dissatisfied

Das Erfragen der Zufriedenheit der S-Bahngäste ist Bestandteil des Verkehrsvertrags. Die Erhebung der Daten wurde bisher von der S-Bahn Berlin
GmbH in eigener Regie gesteuert. Im Zuge des Vertrauensverlustes und der Nachverhandlungen zum
Verkehrsvertrag zwischen den Ländern Berlin und
Brandenburg und der S-Bahn Berlin GmbH übernahm
die VBB GmbH bereits im Jahr 2009 die Koordination
der Erhebungen und beauftragte ab 2010 einen unabhängigen Dienstleister nach einem wettbewerblichen
Vergabeverfahren mit dieser Aufgabe. Der Kundenzufriedenheitsindex (PSI – Passenger Satisfaction Index) wird unverändert nach der bisherigen Methode
jeweils im Mai und November in den Teilbereichen
Züge, Bahnhöfe und Service erhoben. Die Zufriedenheit der befragten Kunden war deutlich schlechter
als in den Jahren vor der S-Bahnkrise. Auf einer fünfstufigen Skala erreichte der PSI einen Wert von 2,7,
was zum wiederholten Mal deutlich unter den im Verkehrsvertrag vereinbarten Werten lag. Im Jahr 2010
hat die S-Bahn Berlin GmbH ihre Arbeit schlichtweg
unzureichend erledigt, so die Meinung der Kunden.

The surveying of S-Bahn passenger satisfaction is a component of the transportation contract. In
the past, the data were collected by the S-Bahn Berlin
GmbH itself. As a lack of confidence developed and
the renegotiations of the transportation contract between the states of Berlin and Brandenburg and the
S-Bahn Berlin GmbH continued, the VBB GmbH took
over the coordination of the survey and starting in
2010 charged an independent service provider with
this task following a competitive tendering process.
The PSI (Passenger Satisfaction Index) is conducted in
May and November of each year following the same
method as before in trains, train stations and service.
The satisfaction of the passengers surveyed was significantly worse than in the years prior to the S-Bahn
crisis. On a 5-point scale, the PSI has been repeatedly
ranked at 2.7 which is well below the value agreed
upon in the transportation contract. In 2010, the
S-Bahn Berlin GmbH simply did not perform its work
satisfactorily in the opinion of the passengers.

43

44

V E R K E H R S V E R T R Ä G E Ü B E R W A C H E N , Q U A L I TÄT S I C H E R N

Regionalverkehr unter
die Lupe genommen

Examining Regional
Transportation

Zwei plus im Kundenurteil

Two-plus in Customer Evaluation

Wie in den Vorjahren waren die Kunden im
Jahr 2010 zufrieden mit dem Regionalverkehr und
bewerteten die Leistung der fünf Unternehmen insgesamt mit einer soliden „Zwei plus“ beziehungsweise 1,95, im Vorjahr: 1,91 (gemessen in Schulnoten
1 = sehr gut; 6 = ungenügend). Abgefragt wurden
unter anderem Pünktlichkeit, Sauberkeit, Ausstattung
und Schadensfreiheit der Züge, die Information im
Regelbetrieb und bei Störungen sowie die Zufriedenheit mit dem Personal. Private Verkehrsunternehmen
haben bei ihren Fahrgästen wiederum Spitzenwerte
erreicht: Das betrifft die Märkische Regiobahn (Ostseelandverkehr GmbH) und die Heidekrautbahn (NEB
Betriebsgesellschaft mbH auf der Linie NE27) sowie
das Spree-Neiße-Netz der Ostdeutschen Eisenbahn
GmbH. Die Kunden waren jedoch mit dem entscheidenden Kriterium Pünktlichkeit mit 2,54 deutlich unzufriedener als im Vorjahr (2009: 2,39). Aus Kundensicht schnitten die Ausstattung der Züge mit 1,62 und
die Qualität der Fahrgastinformation im Regelfall mit
1,65 am besten ab.

As in previous years, the customers were satisfied with the regional transportation in 2010 and graded the performance of the five companies overall with
a solid “two-plus” or 1.95 (in 2009: 1.91; German grading system of 1 = very good and 6 = failure). Amongst
other issues, questions dealt with punctuality, cleanliness, furnishings and lack of damages in the trains, the
information during regular operations and with disruptions as well as the satisfaction with the personnel.
Private transportation companies have, on the other
hand, achieved top ratings from their passengers; this
holds for the Märkische Regiobahn (Ostseelandverkehr
GmbH) and the Heidekrautbahn (NEB Betriebsgesellschaft mbH on Line NE27) and the Spree-Neiße network
of the Ostdeutsche Eisenbahn GmbH. The customers
were, however, very dissatisfied with the decisive criterion of punctuality compared to the previous year,
grading it with 2.54 (2009: 2.39). From the customer
perspective, the furnishing of the trains ranked at 1.62
and the quality of the passenger information in normal
situations at 1.65 had the best grades.

Die Leistungen auf den Bahnhöfen wurden mit
2,28 (Vorjahr 2,31) bewertet. Die Kunden möchten bei
Störungen oder Unregelmäßigkeiten jedoch besser informiert werden. Besonders an kleinen und mittleren
Bahnhöfen gibt es dabei noch Mängel. Die mit Mitteln
aus dem Konjunkturpaket begonnene Installation von
Dynamischen Schriftanzeigern, die Informationen zu
Unregelmäßigkeiten geben, sind ein Anfang.

Services at the train stations were graded with
2.28 (2009: 2.31). Customers would, however, like
to be better informed about disruptions and irregularities. Especially at small and medium-sized stations
there are still some deficits here. The installation of
dynamic displays, providing information about irregularities and financed by funds from the stimulus package, has begun.

Zu oft verspätet

Too Often Delayed

Die Pünktlichkeit aller Eisenbahnverkehrsunternehmen im VBB ist von rund 92 Prozent in 2009
auf etwas über 88 Prozent in 2010 gefallen. Dies ist
unter anderem auf intensive Bautätigkeiten auf den
Strecken, häufig auftretende Konflikte bei der Zugfolge und auf Witterungseinflüsse zurückzuführen.

The punctuality of all the rail transportation
companies in the VBB decreased from about 92 percent in 2009 to a little over 88 percent in 2010. This
is, amongst other things, attributable to the intensive
construction activities on the routes, conflicts in the
train connections and influences of weather conditions.

M O N I T O R T R A N S P O R TAT I O N C O N T R A C T S , S A F E G U A R D Q U A L I T Y

Instandhaltungsmängel, Fahrzeugausfälle sowie Zugfolgekonflikte mit dem Fernverkehr beeinträchtigen vor allem auf den Linien RE1 und RE3 die Pünktlichkeit. Das Ende der Bauarbeiten auf der Dresdener
Bahn hatte für die Linie RE3 nicht die erhoffte Stabilisierung im Nord-Süd-System gebracht. Eine Arbeitsgruppe zwischen dem VBB, dem Verkehrsunternehmen und dem Infrastrukturbetreiber wird nun weitere
Ursachenforschung, vor allem für die Linien RE3 und
RE4, betreiben. Unter anderem wird seit November
tagesgenau geprüft, ob nach Ende einer Baustelle
das vorherige Pünktlichkeitsniveau beziehungsweise
die geplante Verbesserung erreicht wurde. Beim RE7
musste zum Beispiel nach Beendigung der Baustelle
zwischen Roßlau und Dessau festgestellt werden, dass
die andauernden Arbeiten am Stellwerk weiterhin zu
Verspätungen führen. Da die Pünktlichkeit von sehr
vielen Faktoren beeinflusst wird, ist die Zusammenarbeit aller beteiligten Partner unabdingbar und verbesserungsbedürftig.

Lack of maintenance, vehicle failures and
conflicts in connections of trains with long-distance
transportation impair the punctuality in particular on
lines RE1 and RE3. The end of the construction on the
Dresden Line did not result in the anticipated stabilization of the RE3 line in the north-south system. A
working group of VBB, the transportation companies
and the infrastructure operators is investigating the
causes in detail, especially for lines RE3 and RE4.
Amongst other things, since November there are daily
evaluations to determine if the level of punctuality
prior to the construction has been attained and if the
planned improvement has been achieved. On RE7, for
instance, it was determined that upon completion
of the construction site between Roßlau and Dessau the on-going work on the railway control centre
continued to result in delays. Because punctuality is
influenced by many factors, the cooperation of all the
parties involved is absolutely necessary and in need
of improvement.

Qualitätsbilanz vorgestellt

Quality Report Introduced

Am 2. Juli 2010 hat der VBB seine Jahresveranstaltung „Qualität“ durchgeführt. Zu den mehr als
200 Gästen gehörten Vertreter der Verkehrsunternehmen, der Länder und Landkreise, der Fahrgastverbände und die QualitätsScouts. Das Treffen stand vor allem im Zeichen der S-Bahn-Krise.

On 2 July 2010 VBB introduced its annual
“Quality” event. Amongst the more than 200 guests
were representatives of the transportation companies, the states and counties, the passenger interest groups and the QualityScouts. The meeting was
marked in particular by the S-Bahn crisis.

In der Qualitätsbilanz werden auch Qualitätskennziffern zum Verkehrsangebot der BVG veröffentlicht. Seit 2008 führt das CNB (Center Nahverkehr
Berlin), an dem die VBB GmbH beteiligt ist, das Controlling für den Verkehrsvertrag zwischen Land Berlin
und BVG durch. Die Kennziffern zur Qualität zeigen,
dass sich die Berliner auf die BVG verlassen können.
Die Verantwortlichen für den straßen- und schienengebundenen ÖPNV im VBB haben sich zudem entschlossen, die Qualitätsbilanz 2010 für die Veröffentlichung ihrer Berichtspflichten nach der EU Verordnung
1370 zu nutzen. Damit sind erstmals Daten zu Qualität,
Leistung und Finanzierung aller Verkehrsunternehmen
im Verbundgebiet enthalten.

Key performance indicators (KPIs) for the
quality of the transportation service of the BVG are
also published in the Quality Report. The CNB (Center
Nahverkehr Berlin), in which the VBB GmbH is involved, has been conducting the controlling of the
transportation contracts between the State of Berlin
and the BVG since 2008. The quality KPIs show that
the Berliners can count on the BVG. The responsible
persons for road and rail-related public transportation
in the VBB have also decided to use the Quality Report
2010 for the fulfilment of their reporting obligations
in accordance with EU Directive 1370. This contains
the data about quality, performance and financing of
all the transportation companies in the network area.

45

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H O C H W E R T I G E I N F R A S T R U K T U R – D A M I T E S R O L LT

Hochwertige Infrastruktur
– damit es rollt
High Quality Infrastructure
– to Keep It Moving
Qualitätskriterium
Schienennetz

Quality Criterion Railway
Network

Gleise, Weichen, Signale, Bahnübergänge, Bahnsteige, Bahnhöfe und
Haltestellen gehören zur immobilen
Substanz jeglichen Verkehrs. Eine funktionierende, qualitativ hochwertige Infrastruktur ist Voraussetzung dafür, dass
es rollt. Zuerst ist es das Schienennetz,
das buchstäblich grundlegend ist für jeglichen Bahnverkehr.

Tracks, switches, signals, crossings,
platforms, stations and stops are all part
of the immobile substance of any transportation. A functioning, high-quality
infrastructure is prerequisite to keeping
things moving. First and foremost, that is
the railway network which literally serves
as the foundation for any rail transportation.

Der Zustand des Schienennetzes muss so sein,
dass der Verkehr pünktlich, sicher und zuverlässig
gefahren werden kann. Verantwortlich dafür ist die
Deutsche Bahn AG mit ihren Tochterunternehmen DB
Netz, DB Station&Service sowie DB Energie. Der VBB
nimmt seine Rolle als Interessenvertreter der Fahrgäste wahr, prüft die Qualität und fordert konkrete
Maßnahmen für eine Mängelbeseitigung bei der Infrastruktur. Gut die Hälfte der zur Finanzierung des
Schienenpersonennahverkehrs bereitgestellten Mittel
fließen in Form von Trassen- und Stationsentgelten
in die Infrastruktur. Deshalb müssen sich Aufgabenträger und Fahrgäste auch darauf verlassen können,

The condition of the railway network must be
such that the traffic can move punctually, safely and
reliably. The Deutsche Bahn AG, with its subsidiaries DB Netz, DB Station&Service and DB Energie, is
responsible for this. The VBB assumes its role as the
representative of the passenger interests, testing the
quality and demanding concrete measures for the
elimination of defects in the infrastructure. A good
50 percent of the funds provided for the financing of
the passenger rail traffic go into the infrastructure in
the form of fees for tracks and stations. For that reason, the client bodies and passengers must be able
to rely on the infrastructure subsidiaries of the DB AG

HIGH QUALITY INFRASTRUCTURE – TO KEEP IT MOVING

51

dass die Infrastrukturtöchter der DB AG das Streckennetz und die Bahnhöfe erhalten. Sie dürfen vom Bund
als Eigentümer der DB erwarten, dass er seinen Einfluss geltend macht und sich für ein intaktes Schienennetz einsetzt.

maintaining the railway network and the train stations. They can expect the federal government, as the
owner of DB, to assert its influence and campaign for
an intact railway network.

Qualität des Schienennetzes stagniert

Quality of the Railway Network
Stagnates

Während sich die Situation auf einzelnen
Strecken des Schienennetzes verbessert, entstehen
an anderen Stellen neue Einschränkungen. Die VBB
GmbH prüft alle Strecken in seinem jährlichen Netzzustandsbericht zu einem Stichtag. Das Ergebnis:
2010 stagniert die Qualität des Schienennetzes insgesamt bereits das zweite Jahr in Folge. An insgesamt
692 Stellen können die Züge nicht die eigentlich zugelassene Höchstgeschwindigkeit fahren. Das sind
605,6 Kilometer der Schienenwege in Berlin-Brandenburg. Die Fahrgäste sind also vielerorts länger unterwegs als sie es bei durchgängig intaktem Schienennetz
müssten. Die Fahrzeitverluste aller Strecken summieren sich auf 3 Stunden 51 Minuten. Diese Situation ist
unbefriedigend.

While the situation on some of the individual
routes in the railway network has improved, new
restrictions have developed on others. The VBB
GmbH inspects all routes on a set date in its annual
Network Status Report. The result? In 2010, the
general quality of the railway network stagnated for
the second year in a row. At a total of 692 locations,
trains were unable to run at the maximum permitted
speed. That represents 605.6 kilometres of railway
in Berlin-Brandenburg. The passengers need longer
in many places than they would need with an intact
railway network. The total travel time lost on all these
routes is 3 hours and 51 minutes. This situation is
unsatisfactory.

Langsamer als möglich

Slower than Possible

Im Netzzustandsbericht sind alle Geschwindigkeitseinbrüche an einem Stichtag, egal ob diese Stellen schon länger bestehen oder neu hinzugekommen
sind, aufgelistet. Darin unterscheidet sich die Untersuchung von den Angaben der Deutschen Bahn AG, die
teilweise ältere Langsamfahrstellen in den Fahrplan
einbaut und damit im Folgejahr zur Normalität erklärt.
Nach der Untersuchung sind 58 Prozent der Geschwindigkeitseinbrüche auf Mängel zurückzuführen. Bei
35 Prozent ist die Ursache in nicht ausreichend dimensionierten Anlagen zu suchen. Ein Beispiel dafür
sind Bahnübergänge, an denen Züge teilweise bis auf
10 km/h abbremsen müssen, weil eine technische
Sicherung der Übergänge fehlt. Nur 7 Prozent sind
begründet durch aktuelle Baustellen.

All the speed reductions on a set date, regardless of whether the places are new or have existed for
some time, are listed in the Network Status Report.
This represents a difference to the data of the Deutsche Bahn AG, which in some cases integrates older
speed reduction routes into its timetable and then reports them as normal in subsequent years. According
to the investigations, 58 percent of the speed reductions are attributable to defects. Thirty-five percent of
the causes can be found in equipment that is not sufficiently dimensioned. One example of this is railroad
crossings where trains in some cases have to reduce
speed to 10 km/h due to a lack of technical security
of the crossings. Only 7 percent are due to current
construction work.

52

H O C H W E R T I G E I N F R A S T R U K T U R – D A M I T E S R O L LT

Hier geht’s jetzt schneller

Things are Faster Here Now

Deutlich verbessert hat sich die Situation
nach Beendigung der Bauarbeiten für die Fahrgäste
auf der Nordbahn zwischen Oranienburg und Fürstenberg. Auch die Stettiner Bahn ist zwischen BerlinGesundbrunnen und Eberswalde schneller unterwegs,
nachdem Mängel auf der Strecke beseitigt wurden.
Weitere positive Entwicklungen sind leider nicht zu
verzeichnen.

The situation improved immensely for passengers after the conclusion of the construction work on
the Nordbahn between Oranienburg and Fürstenberg.
The Stettiner line between Berlin-Gesundbrunnen and
Eberswalde is also faster now that defects on the route
have been removed. Unfortunately, further positive
developments cannot be reported.

Hier wird das Tempo gedrosselt

Here Speed is Curbed

Auf der Strecke ins polnische Stettin, zwischen Angermünde und Tantow/Grenze, kann die Bahn
nur noch Tempo 70 fahren, weil auf einem erst vor
wenigen Jahren sanierten Abschnitt von 9 Kilometern
Länge bereits wieder schwerwiegende Mängel aufgetreten sind. Am schwierigsten ist die Situation aufgrund von Bauarbeiten auf einigen stark befahrenen
Abschnitten im Berliner Raum, vor allem am Ostkreuz
und im Grunewald. Nach Abschluss der Bauarbeiten
werden die Fahrgäste dort jedoch erheblich schneller
vorwärts kommen.

On the Stettin route in Poland, between Angermünde and Tantow/Border, the train can only
travel at 70 due to the fact that on a section of 9 km
which was reconstructed only a few years ago serious defects have again been detected. The most difficult situations are due to construction work on some
heavily travelled sections within Berlin, in particular
at Ostkreuz and in Grunewald. When the construction
work is completed, however, passengers will be able
to make much faster progress.

Hier gibt es dringend etwas zu tun

Here, There is an Urgent Need for
Action

Zu den Strecken mit hohem Handlungsbedarf
gehört der Abschnitt zwischen Berlin-Ostbahnhof und
Erkner, wo die Sanierung immer noch andauert. Auch
zwischen Frankfurt (Oder) und Cottbus sowie auf der
Regionalbahnstrecke Berlin-Schöneweide – Frankfurt
(Oder) über Königs Wusterhausen und Beeskow gibt
es weiterhin viele Abschnitte mit Geschwindigkeitseinschränkung.

Amongst the routes requiring urgent action
is the section between Berlin-Ostbahnhof and Erkner, where the reconstruction work still continues.
Between Frankfurt (Oder) and Cottbus as well as on
the regional rail route Berlin-Schöneweide – Frankfurt
(Oder) via Königs Wusterhausen and Beeskow, there
are still many sections with speed restrictions.

Mittlerer Handlungsbedarf besteht für folgende Maßnahmen:
• Ober- und Unterbausanierung auf mehreren Abschnitten der Dresdener Bahn zwischen Blankenfelde (Teltow-Fläming) und Elsterwerda
• Sanierung von Mängelstellen in Südbrandenburg
zwischen Ortrand und Cottbus, Falkenberg (Elster)
und Cottbus sowie Hosena und Falkenberg (Elster)

A moderate need for action exists for the following:
• Base and track superstructure for many sections
of the Dresden line between Blankenfelde (TeltowFläming) and Elsterwerda
• Elimination of the defects in southern Brandenburg
between Ortrand and Cottbus, Falkenberg (Elster)
and Cottbus as well as Hosena and Falkenberg
(Elster)

HIGH QUALITY INFRASTRUCTURE – TO KEEP IT MOVING

53

• Oberbau- und Weichensanierung in den Bahnhofseinfahrten Cottbus
• Beseitigung von Mängelstellen auf Regionalbahnstrecken im Norden Brandenburgs zwischen
Löwenberg (Mark) und Rheinsberg, Löwenberg
(Mark) und Templin, Wittstock (Dosse) und Wittenberge sowie Angermünde und Stettin

• Track superstructure and shunting switch refurbishment in the entrance to the Cottbus train station
• Elimination of the defects on the regional rail lines
in the north of Brandenburg between Löwenberg
(Mark) and Rheinsberg, Löwenberg (Mark) and
Templin, Wittstock (Dosse) and Wittenberge and
Angermünde and Stettin

Bessere Infos auf Bahnhöfen

Better Information at the Train Stations

Fahrgäste werden auf den Bahnhöfen zunehmend besser informiert. Zu diesem erfreulichen
Ergebnis kam die im Jahr 2010 durchgeführte Untersuchung zur Qualität der Fahrgastinformation auf den
Bahnhöfen in Berlin und Brandenburg. Während 2009
noch 39 Prozent aller Bahnhöfe ein gutes oder sehr
gutes Informationsangebot attestiert wurde, stieg
der Wert ein Jahr später auf 41 Prozent. Der Anteil
von Bahnhöfen mit dringendem Handlungsbedarf
sank dabei von 18 auf 6 Prozent. Der für das Informationsangebot verantwortlichen DB Station&Service AG
kann bescheinigt werden, die Kritikpunkte des VBB
ernst zu nehmen.

Passengers are becoming increasingly better
informed at the train stations. An investigation of the
quality of passenger information at the train stations
in Berlin and Brandenburg performed in 2010 came to
this pleasant conclusion. While in 2009, 39 percent
of all the train stations were found to have a good or
very good information service, the figure climbed to
41 percent a year later. The portion of train stations
with an urgent need decreased from 18 to 6 percent.
DB Station&Service AG, which is responsible for
providing information, appears to take VBB’s criticism
seriously.

Die bereits im Vorjahr ersichtliche Tendenz
zu einem verbesserten Informationsangebot setzte sich fort, nicht zuletzt auch wegen der Mittel aus
dem Konjunkturpaket der Bundesregierung. Auch
die technische Ausstattung hat sich verbessert. An
11 der 66 untersuchten Bahnhöfe wurden neue LCDZugzielanzeigen installiert, 14 kleinere Stationen waren mit dynamischen Schriftanzeigern ausgestattet
worden. Diese positiven Tendenzen sollten für die
DB Station&Service ein Anlass sein, noch besser zu
werden. Die Informationssysteme hatten 2010 zu oft
technische Mängel, die erteilten Informationen waren
nicht immer richtig. Das muss sich ändern.

The tendency apparent from the previous year
toward improving the information service continued,
not least of all due to the funding from the stimulus
package from the federal government. The technical
equipment has also improved. New LCD destination
displays were installed at 11 of the 66 train stations
inspected, 14 smaller stations were equipped with dynamic text displays. These positive tendencies should
serve DB Station&Service as a reason to become even
better. In 2010, the information systems too frequently suffered technical defects; the information was not
always correct. That has to change.

58

FAHRGASTSICHERHEIT – EINE GEMEINSAME AUFGABE

Fahrgastsicherheit – eine
gemeinsame Aufgabe

Unterwegs mit gutem Gefühl
Der öffentliche Personennahverkehr ist sicher – das belegen die Statistiken.
Doch eine Statistik nützt demjenigen nicht, der Zeuge oder Opfer einer Konfliktsituation oder gar Straftat wurde. Das ist das eine. Das andere ist das Gefühl von Sicherheit
oder eben Unsicherheit, das bei Fahrgästen von Bahn und Bus mitfährt. Medienberichte über Straftaten sensibilisieren, mitunter verunsichern sie auch. Die objektive Sicherheit und das subjektive Empfinden von Sicherheit sind zwei Seiten einer Medaille.
Alle am Nahverkehr in Berlin und Brandenburg beteiligten Unternehmen nehmen die
Sicherheit der Fahrgäste äußerst ernst. Damit alle Fahrgäste mit einem guten Gefühl
unterwegs sein können. Dazu gehört auch, Hemmschwellen für verschiedene Nutzergruppen abzubauen.

Bus & Bahn-Begleitservice
stetig nachgefragt
Es ist ein Erfolgsmodell: Seit Oktober 2008 unterstützen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des
kostenlosen Bus & Bahn-Begleitservices mobilitätseingeschränkte Fahrgäste in Berlin dabei, mit Bussen
und Bahnen sicher ans Ziel zu kommen. Die Nachfrage
ist riesig: Rund 12.000 Mal wurden Fahrgäste im Jahr

2010 von Haustür zu Haustür begleitet. Ein Anruf oder
eine Anfrage auf der VBB-Homepage genügt, und für
viele Menschen erfüllt sich der oft langgehegte, aber
bislang schwer erfüllbare Wunsch nach Bewegungsfreiheit und Selbstbestimmung. Ganz normale Wege
zum Arzt oder Friseur, ins Kino oder zum Besuch von
Freunden und Verwandten können wieder bewältigt
werden. Das tägliche Angebot zwischen 7 und 22 Uhr
nutzen überwiegend geh- und sehbehinderte Menschen.

PA S S E N G E R S A F E T Y – A J O I N T TA S K

Passenger Safety –
A Joint Task

Traveling with a Good Feeling
Public transportation is safe – statistics prove that. But a statistic does not help
somebody who is the witness or victim of a conflict or worse a crime. That is the one
side of the issue. The other is the sense of security or insecurity which travels along with
passengers in trains and busses. Media reports about crimes sensitize and in some cases
generate insecurity. The objective security and the subjective sense of security are two
sides of the same coin. All of the companies involved in public transportation in Berlin
and Brandenburg take the security of passengers extremely seriously. So every passenger can travel with a good feeling. This also includes lowering the inhibitions for various
user-groups.

Bus & Bahn Escort Service
in Constant Demand
It is a successful model – since October 2008
the staff of the free Bus & Bahn escort service has
been supporting passengers with limited mobility to
safely reach their destinations in Berlin with busses
and trains. The demand has been huge – passengers
were delivered from door to door about 12,000 times

in 2010. One call or request on the VBB homepage is
sufficient and the, for many people long-dormant but
difficult to fulfil, desire for freedom of movement and
self-determination becomes reality. Completely normal trips to the doctor or hairdresser, to the cinema
or visits to friends and family can be handled. The
majority of users of the daily offer between 7 am and
10 pm are vision-impired or have difficulty walking.

59

60

FAHRGASTSICHERHEIT – EINE GEMEINSAME AUFGABE

Gewinn für alle Beteiligten

A Gain for Everybody Involved

Der Begleitservice kennt nur Gewinner. Zuerst
sind es die mobilitätseingeschränkten Fahrgäste, die
eine entscheidende Lebensqualität erlangen. Außerdem gewinnen die Verkehrsunternehmen zusätzliche
Fahrgäste. Wichtig ist das Projekt auch für die zeitweise bis zu 100 Beschäftigten. Denn die Kolleginnen
und Kollegen des Begleitdienstes, die vorher teilweise
lange arbeitssuchend waren, freuen sich über diese
sinnstiftende Arbeit. Möglich wird dies durch die finanzielle Unterstützung des Öffentlichen Beschäftigungssektors (ÖBS) durch die Bundes- und Landesregierung.

The escort service knows only winners. Firstly,
they are the passengers with impaired mobility who
obtain a greater quality of life. Beyond that, the transportation company gains additional passengers. The
project is also important for the up to 100 employees.
Because the escort service staff, who in some cases
had long been unemployed, are happy about this
meaningful work. This is made possible through the
financial support of the public employment sector of
the federal and state governments.

Nachmachen erwünscht

Me-Toos Wanted

Der VBB freut sich über Nachahmer und unterstützt entsprechende bundesweite Initiativen. Nach
Berlin bietet die Stadt Brandenburg seit Juni 2011 in
Zusammenarbeit mit den Verkehrsbetrieben Brandenburg an der Havel (VBBr) einen Begleitservice für
mobilitätseingeschränkte Fahrgäste. Ebenso plant die
Stadt Cottbus, in Kooperation mit der Diakonie solch
einen Service anzubieten. Es besteht auch bundesweit
reges Interesse an diesem Modellprojekt.

The VBB welcomes imitators and, correspondingly, supports initiatives throughout Germany. Following Berlin, the City of Brandenburg has been providing
an escort service for mobility-impaired passengers in
cooperation with the Verkehrsbetrieb Brandenburg an
der Havel (VBBr) since June 2011. Equally, the City of
Cottbus, in cooperation with the Diakonie (social welfare organisation of the Protestant Church in Germany), also plans to offer such a service. There is a significant interest in the model project throughout Germany.

SuSiteam für die
subjektive Sicherheit

SuSiteam for Subjective
Security

Die Forschungsgruppe Subjektive Sicherheit –
Test und Evaluierung ausgewählter Maßnahmen, abgekürzt SuSiteam, beantwortet die Fragen: Wie fördert man subjektive Sicherheit? Welche der bereits
eingeführten Maßnahmen sind geeignet? Zu diesen
Maßnahmen gehören Personal/Sicherheitspersonal,
präventive und kommunikative Maßnahmen genauso
wie technische Sicherheitseinrichtungen. SuSiteam
ist eine seit September 2008 bis Mai 2011 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderte Kooperation zwischen VBB, TU Berlin sowie den
Verkehrsunternehmen S-Bahn Berlin GmbH, VBBr und
Oberhavel Verkehrsgesellschaft (OVG).

The Subjective Security – Test and Evaluate Selected Measures research group, SuSiteam for
short, answers the questions: How do you promote
subjective security? Which of the methods already
introduced are suitable? These measures include
personnel and security personnel, preventive and
communicative measures as well as technical security equipment. SuSiteam is a cooperation between
VBB, TU Berlin and the transportation companies
S-Bahn Berlin GmbH, VBBr and Oberhavel Verkehrsgesellschaft (OVG) supported by the Federal Ministry
of Economy and Technology from September 2008 to
May 2011.

PA S S E N G E R S A F E T Y – A J O I N T TA S K

Für ein sicheres Gefühl

For a Safe Feeling

Im Dezember 2010 wurden die Ergebnisse von
SuSiteam auf dem bundesweiten Workshop „Präsenz
– Prävention – Technik/Personaleinsatz und Subjektive
Sicherheit im ÖPNV“ vorgestellt: Subjektives Sicherheitsempfinden lässt sich nur selten in handfesten
Indikatoren wie polizeilichen Kriminalitätsstatistiken
widerspiegeln. Unsicherheit wird mitunter schon
durch Informationsdefizite in alltäglichen Situationen
geweckt. Wenn dann noch bestimmte Personengruppen wie Alkoholisierte oder sich auffällig verhaltende
Jugendliche anwesend sind, wirkt die Situation bereits beunruhigend. Ob objektiv eine Gefahr droht,
spielt dabei kaum eine Rolle.

In December 2010, the results of the SuSiteam
were presented at a national workshop “Presence –
Prevention – Technology/Personnel and Subjective
Security in Public Transportation”; the sense of subjective security frequently cannot be proven with solid
indicators such as crime statistics. Insecurity is sometimes awakened simply by a lack of information about
daily situations. If certain groups of people such as
drunks or loud youths are present, the situation is
already disquieting. Whether there is an objective
danger does not really matter.

Mensch vor Technik

People over Technology

Die Untersuchungen von SuSiteam zeigen
eindeutig: In unsicheren Situationen fühlen sich die
Fahrgäste von Personal besser geschützt als von
technischer Infrastruktur wie Überwachungskameras
oder Notrufsäulen. Die große Mehrheit der Fahrgäste möchte, dass in unsicheren Situationen Personal
in der Nähe ist, das im Konfliktfall eingreifen oder
schnell Hilfe holen kann. Auch die Möglichkeit direkter Kommunikation mit anderen Fahrgästen verbessert das Sicherheitsgefühl. Nur bis zu drei Prozent
der Fahrgäste fühlen sich von Sicherheitsinfrastruktur
geschützt. Notrufsäulen werden erst in eskalierenden Situationen in Betracht gezogen, schnelle Hilfe
wird dabei aber nicht erwartet. Auch Videokameras
haben einen geringen Einfluss auf das subjektive Sicherheitsgefühl, weil deren abschreckender Wirkung
misstraut wird.

The investigations of the SuSiteam clearly
demonstrate that in precarious situations passengers
feel better protected by personnel than by technical
infrastructure such as video cameras or emergency
telephones. The vast majority of passengers want
to have personnel around in cases of emergency, to
intervene in conflicts or to get help. The possibility
of direct communication with other passengers also
improves the sense of security. Only up to three percent of the passengers feel protected by security infrastructure. Emergency phones only come into play
in escalating situations, quick assistance is not expected. Video cameras also have only a slight effect
on the sense of subject security because they are not
considered to be very deterring.

61

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FAHRGASTSICHERHEIT – EINE GEMEINSAME AUFGABE

Auf Wirksamkeit überprüft

Tested for Efficacy

Im Forschungszeitraum wurden unterschiedliche Formen des Einsatzes von Sicherheits- und Servicepersonal durchgeführt:

Various forms of deployment of security and
service personnel were tested during the research
period:

Bei der OVG
• Der Einsatz von Fahrgastbetreuern im Schülerverkehr
• Eine unterstützende Plakatkampagne zum Einsatz
der Fahrgastbetreuer
• Eine gemeinsame Informations- und Sensibilisierungskampagne für Eltern und Schüler über illegale Graffiti und deren Rechtsfolgen

At the OVG
• The use of passenger service agents in school
transportation
• A supportive poster campaign about passenger
service agents
• A joint information and sensitisation campaign for
parents and pupils about illegal graffiti and its consequences

Bei den VBBr
• Alle Straßenbahnen einer Linie wurden ab 17 Uhr
durch geschultes Sicherheitspersonal in Servicebekleidung begleitet
• Eine Haltestellenpatenschaft, bei der die Schülerinnen und Schüler einer angrenzenden Schule die
Gestaltung und Pflege „Ihrer Haltestelle“ übernommen haben
• Kommunikationsmaßnahmen zur sicherheitsrelevanten Fahrgastinformation

At the VBBr
• Every tram of a line is accompanied by a trained
security person in service uniform after 5 pm
• A station sponsorship where pupils of a neighbouring school assume the responsibility for the condition and care of “their station”
• Communication measures for security-relevant
passenger information

Bei der S-Bahn Berlin GmbH
• Begleitung der Linie S5 durch Sicherheitspersonal
und Bundespolizei
All diese Maßnahmen wurden bis zum Ende
des Forschungsprojekts im Mai 2011 durch die TU Berlin entsprechend ihrer Wirksamkeit auf das subjektive
Sicherheitsgefühl der Fahrgäste, ihre gegenseitige
Wirkung sowie im Verhältnis von Aufwand und Nutzen ausgewertet.

At the S-Bahn Berlin GmbH
• Accompaniment of line S5 by security personnel
and the Federal Police
At the end of the research project in May 2011,
all these measure were evaluated by the TU Berlin
with regard to their effect on the passengers’ sense
of security, their mutual impact and the cost-benefit
ratio.

PA S S E N G E R S A F E T Y – A J O I N T TA S K

Ohne Alkohol in Bahn und Bus

No Alcohol in Trains and Busses

Alkohol trinkende Fahrgäste in Bus und Bahn
sind ein Ärgernis und oft auch ein Sicherheitsrisiko. So
erfolgen 50 Prozent aller Straftaten mittlerweile unter Einfluss von Alkohol. Die Innenministerkonferenz
formulierte vor diesem Hintergrund einen Auftrag zur
Überprüfung von Möglichkeiten der Durchsetzung von
Alkoholverboten. Der VBB initiierte ein Arbeitstreffen
mit den Sicherheitsbeauftragten aller ÖPNV-Anbieter
sowie Vertretern der Innen- und Verkehrsverwaltungen, der Landespolizei Berlin sowie der Bundespolizei. Eingeladen war auch die in Nordwestdeutschland
beheimatete Metronom-Eisenbahngesellschaft mbH,
die bereits über Erfahrungen mit einem Alkoholverbot in Zügen verfügt. Die Diskussion zeigte, dass der
Alkoholkonsum in öffentlichen Verkehrsmitteln unterschiedlich ausgeprägt ist und auch die Erfahrungen
im Umgang damit sehr verschieden sind. Einig waren
sich die Teilnehmer darin, dass die Umsetzung eines
solchen Verbots eine Personalaufstockung erfordern
würde.

Passengers drinking alcohol in busses and
trains are disturbing and frequently a security risk.
Nowadays, 50 percent of all crimes are conducted under the influence of alcohol. In view of this, the Ministry of the Interior Conference requested a review of
the possibilities for enforcing the prohibition of alcohol. The VBB initiated a working meeting with security
officials from all the public transportation providers
and representatives of the departments of the interior and transportation authorities, the State Police
of Berlin and the Federal Police. The Metronom-Eisenbahngesellschaft mbH from north-western Germany,
which has already gained some experience with the
prohibition of alcohol in trains, was also invited. The
discussion showed that the consumption of alcohol
in public transportation is marked by differences and
the experiences in dealing with it are therefore very
different as well. The participants agreed that the
realization of such a prohibition would require more
personnel.

65

68

M O D E R N E S A N G E B O T S M A N A G E M E N T F Ü R D I E M O B I L I TÄT D E R Z U K U N F T

Modernes Angebotsmanagement für die
Mobilität der Zukunft
Integrierte und kombinierte Verkehrssysteme
für alle Fälle
Unterwegs sein ist ein Grundzug unserer Gesellschaft. Wir sind mobil, immer und
überall. Den Anteil des Öffentlichen Personennahverkehrs am gesamten Verkehrsgeschehen zu erhöhen, ist das Ziel. Öffentliche Verkehrsmittel sind umweltfreundlich und
ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor. Das Verkehrssystem wird dabei fortwährend den aktuellen Bedürfnissen der Fahrgäste angepasst. Wie Busse und Bahnen
aufeinander abgestimmt und die Kombination mit individuellen Verkehren erleichtert
werden kann, ist Gegenstand der Arbeit des Verkehrsverbundes. Dazu gehört auch die
Einbindung der Planung von Parkplätzen an Verkehrsknotenpunkten für Autos und Fahrräder sowie von Mietfahrzeugen. Und Mobilität endet nicht an Ländergrenzen. Insbesondere in und aus Richtung Polen werden sich die Verkehrsströme stärker entwickeln.
Hier gilt es, mit entsprechenden Konzepten vorbereitet zu sein und die infrastrukturellen
Voraussetzungen zu schaffen.

Alltagsmobilität unter
der Lupe
Studie erfasst gesamten
VBB-Verbundraum
Im Jahr 2008 wurden zwei große Erhebungen
zur Alltagsmobilität in Berlin und Brandenburg durchgeführt: „Mobilität in Deutschland“ (MiD) und „System repräsentativer Verkehrserhebungen“ (SrV). Beide flossen in eine Studie des Instituts für angewandte
Sozialwissenschaft GmbH (infas) ein, die der VBB Ende

2009 zusammen mit dem Brandenburgischen Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft beauftragt
hatte. Dabei konnte der VBB-Verbundraum als Ganzes mit seinen vielfältigen Verflechtungen zwischen
Umland und Stadt erfasst und ausgewertet werden.
Untersucht wurden Mobilitätsvoraussetzungen, Verkehrsaufkommen, Verkehrsleistung, weiterhin Wegezwecke, Wegehäufigkeiten, die Dauer und Länge der
getätigten Wege bis hin zur Verteilung des Verkehrsaufkommens auf die verschiedenen Verkehrsmittel
(Modal Split) sowie Zusammenhängen zwischen Klima
und Mobilität.

MODERN SERVICE MANAGEMENT FOR THE MOBILITY OF THE FUTURE

Modern Service
Management for the
Mobility of the Future
Integrated and Combined Transportation Systems for
Every Situation
Mobility is a basic feature of our society. We are mobile, all the time and everywhere. Increasing the portion of public transportation in the overall traffic situation is
the goal. Public transportation is environmentally-friendly and an economic factor that
should not be underestimated. The transportation system is constantly being adapted
to the current needs of the passengers. How busses and trains can be coordinated
with one-another and the combination of individual modes of transportation can be
simplified is the object of the Verkehrsverbund’s work. This also includes the planning
of parking places at transportation nodes for cars and bicycles as well as rental cars.
And mobility does not end at the border. Especially the traffic to and from Poland will
increase. Here, it is necessary to be prepared with appropriate ideas and to develop the
infrastructure prerequisites.

Examining Daily
Mobility
Study Investigates the Entire
VBB Network Area
In 2008, two major surveys were conducted
on daily mobility in Berlin and Brandenburg: “Mobility in Germany” (MiD) and “System Representative
Transportation Surveys” (SrV). Both were included
in a study by the Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH (infas), which VBB ordered together

with the Brandenburg Ministry for Infrastructure and
Agriculture at the end of 2009. In these, the VBB network area could be compiled in its entirety with its
multifaceted links between the urban and surrounding areas and subsequently analysed. The mobility
prerequisites, transportation count, transportation
performance, purpose of trips, frequencies, duration
and length of trips as well as the modal split and connections between climate and mobility were investigated.

69

M O D E R N E S A N G E B O T S M A N A G E M E N T F Ü R D I E M O B I L I TÄT D E R Z U K U N F T

Berliner fahren öffentlich

Berliners Travel Publicly

21 Prozent aller Wege werden in Berlin mit
öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt. Das ist
deutschlandweit Spitze. Nur 40 Prozent der Strecken
werden mit dem Auto absolviert (inklusive Mitfahrer).
Auch der Fußgängeranteil von 28 Prozent liegt über
dem Bundesdurchschnitt. In Brandenburg wird hingegen gern das Fahrrad benutzt: 13 Prozent nutzten es
im Jahr der Erhebung.

Twenty-one percent of all trips in Berlin are
made with public transportation. That is the peak in
Germany. Only 40 percent of the distances are made
with the car (including passengers). The percentage
of pedestrians, at 28 percent, is also above the German average. In Brandenburg, by contrast, the bicycle
is popular; 13 percent used it in the year of the survey.

Vergleich der Verkehrsmittelwahl nach Bundesländern und im Jahr 2008 zu 2002
Hauptverkehrsmittel nach Bundesländern |
Comparison of the mode of transportation in the German states and in the years 2008 to 2002
Primary mode of transportation according to German state

16

15

14

12

15

13

16

15

16

16

16

18

10

14

13

15

14

14

44

43

44

32

43

31

43

44

47

45

43

53

30

39

43

43

38

45

23

24

22

27

21

27

23

26

25

23

22

28

25

26

25

27

30

13

12

8

15

20

11

13

ÖPV

Fahrrad

zu Fuß

8

8

7

21

9

6

8

6

7

Saarland

Berlin

Brandenburg

Mecklenburg-Vorpommern

Sachsen

Sachsen-Anhalt

Thüringen

6

4

2

Bayern

9

11

Baden-Württemberg

8

MIV-Fahrer

8

6

Rheinland-Pfalz

11

6

Hessen

6

10

Nordrhein-Westfalen

16

Bremen

6

19

Niedersachsen

15

Hamburg

9

15

Schleswig-Holstein

8

10

Bundesweit 2008

9

Bundesweit 2002

70

MIV-Mitfahrer

Wege-Angaben in Prozent, Quelle: Bundesweite MiD-Basisstichprobe |
Trip data in percent, Source: nation-wide MiD random sampling

MODERN SERVICE MANAGEMENT FOR THE MOBILITY OF THE FUTURE

Täglich neun von zehn Personen
unterwegs
Der Anteil mobiler Personen liegt geringfügig
unter dem deutschen Durchschnitt. An einem durchschnittlichen Tag sind 90 Prozent der Berliner außer
Haus. In Brandenburg liegt dieser Anteil bei 88 Prozent. 3,3 Wege pro Tag werden statistisch gesehen in
Berlin zurückgelegt, in Brandenburg sind es knapp 3,2.
Dabei legen die Brandenburger etwa 40 km zurück,
die Berliner 35 km. Am längsten mit 60 km sind die
Wege der Bürger im ländlichen Bereich. Dabei sind sie
deutlich schneller und eher kürzer unterwegs als die
Bürger in den übrigen Gebieten. Das liegt vorwiegend
an den schnellen Bahn- und Autobahnverbindungen,
die diese Gebiete durchziehen. Der Verkehrsverbund
sorgt zudem mit einem attraktiven Schienenangebot,
verbesserten Bahn-Bus-Verknüpfungen und einem
Ausbau der „Park&Ride“-Anlagen für mehr Mobilität
in der Region.

Nine of Ten Persons Underway Daily
The portion of mobile persons is slightly below
the German average. On an average day 90 percent
of the Berliners are out of the house. In Brandenburg
the percentage is 88. Statistically, 3.3 trips are made
per day in Berlin, in Brandenburg it is almost 3.2. The
Brandenburgers travel about 40 km, the Berliners 35
km. The inhabitants in rural areas travel the longest
distances – 60 km. But they are significantly faster
and underway for shorter periods than the other areas. This is primarily due to the quick rail and motorway
connections in these regions. The Verkehrsverbund
also provides more mobility for the region with an
attractive rail service, improved rail-bus connections
and an expansion of the Park&Ride facilities.

Im Viertelstundentakt
zum Flughafen

To the Airport
Every 15 Minutes

Wenn am 3. Juni 2012 der Flughafen Berlin
Brandenburg Willy Brandt, kurz BER, eröffnet wird, ist
er per Zug sowohl über die West- als auch über die
Ostanbindung erreichbar. Jeweils im Halbstundentakt
fahren Expresszüge vom Berliner Hauptbahnhof über
die Anhalter Bahn (Airport-Express RE9) und über die
Stadtbahn (RE7, RB14) zum Flughafen und bieten so
jede Viertelstunde eine attraktive Verbindung von der
Innenstadt zum neuen Flughafen. Zusätzliche Verbindungen mit Regionalzügen aus Potsdam, Senftenberg
und Wünsdorf-Waldstadt, der S-Bahn aus Berlin sowie einer Reihe von Buslinien ergänzen das Angebot.
Der VBB organisiert gemeinsam mit den Verkehrsunternehmen die Fahrgastinformation auch am neuen
Flughafen BER.

When the Airport Berlin Brandenburg Willy
Brandt (BER) opens on 3 June 2012, it will be possible to reach it with the train from both the west and
the east. Express trains depart every half hour from
the Berlin Hauptbahnhof via Anhalter Station (Airport
Express RE9) and over the Stadtbahn (RE7, RB14) to
the airport and so offer an attractive connection from
downtown to the new airport. Additional connections
with regional trains from Potsdam, Senftenberg and
Wünsdorf-Waldstadt, the S-Bahn from Berlin and a
number of busses complete the service. The VBB also
organizes the passenger information at the new airport BER together with the transportation companies.

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M O D E R N E S A N G E B O T S M A N A G E M E N T F Ü R D I E M O B I L I TÄT D E R Z U K U N F T

Anschlüsse zwischen Bus
und Bahn

Connections between
Busses and Trains

Der Anteil von Fahrgästen, die zwischen Bus
und Bahn umsteigen, wächst. Seit 2006 untersucht
der VBB das Verkehrsverhalten an ausgewählten
Bahnhöfen. Das Ergebnis zeigt, wie viele Fahrgäste
mit einer bestimmten Bus- oder Straßenbahnlinie zum
Bahnhof gelangen beziehungsweise mit dem Fahrrad, Auto oder zu Fuß kommen. Daraus lassen sich
Anregungen für die Infrastruktur- und Anschlussgestaltung ableiten: Sind zum Beispiel neue Park&Rideund Bike&Ride-Anlagen oder günstigere Anschlüsse
zwischen Bus und Bahn machbar? Zur Vermarktung
von Verknüpfungspunkten wurden wiederum Flyer für
diverse Stationen in Brandenburg aufgelegt und verteilt. Außerdem wird der VBB eine Broschüre zur integrierten Bahnhofsumfeldentwicklung veröffentlichen,
die sich mit der Entwicklung von Bahnhofsumfeldern
beschäftigt und Lösungen zeigt, die zu einer Aufwertung des Standortes Bahnhof und damit zu einer Stärkung des öffentlichen Verkehrs beitragen können.

The percentage of passengers who transfer
between busses and trains is growing. The VBB has
been studying the transportation behaviour at selected train stations since 2006. The results show how
many passengers arrive at the station with a certain
bus or tram line or with the bicycle, car or on foot.
From this information it is possible to derive ideas for
developing the infrastructure and connections. For
example, are new Park&Ride and Bike&Ride facilities
or better connections between busses and trains feasible? For purposes of marketing, connecting points
flyers are printed and distributed for diverse stations
in Brandenburg. In addition, the VBB has published a
brochure for the integrated development of the area
around the station which provides solutions for improving the station as a location and therefore contributing to the strengthening public transportation.

Neue und veränderte
Linien

New and Altered Lines

Lausitzer Seenland

Together with the Verkehrsverbund Oberelbe,
the counties of Oberspreewald-Lausitz, Spree-Neiße
and the City of Cottbus, have developed a crossborder concept for improving the connections to the
Lusatian Lakeland with public transportation. The results of the project have been published.

Gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Oberelbe, den Landkreisen Oberspreewald-Lausitz, SpreeNeiße und der Stadt Cottbus wurde ein die Landesgrenzen überschreitendes Konzept zur Erschließung
des Lausitzer Seenlandes mit öffentlichen Verkehrsmitteln erarbeitet. Die Ergebnisse des Projektes wurden veröffentlicht.

Lusatian Lakeland

MODERN SERVICE MANAGEMENT FOR THE MOBILITY OF THE FUTURE

Nach Golm künftig entspannter

More Relaxed to Golm

Auf der Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Universitätsstandort und Wissenschaftspark Golm kommen sich die Fahrgäste öfter wie in
einer Sardinenbüchse vor. Was tun? Eine unabhängige Studie in Zusammenarbeit mit der Stadt Potsdam,
dem Land Brandenburg und der Universität Potsdam
hat das Problem unter die Lupe genommen. Um die
ausgeprägten Spitzen in den Regionalzügen und im
Potsdamer Stadtverkehr zu entschärfen, werden eine
Verschiebung von Zugabfahrtszeiten, gestaffelter Vorlesungs- und Arbeitsbeginn und der Bau von Wohnheimen in Golm vorgeschlagen.

Frequently the ride with public transportation
to the university and research park Golm reminded
passengers of a can of sardines. The solution? An independent study in conjunction with the City of Potsdam, the State of Brandenburg and the University of
Potsdam investigated the problem. To alleviate the
marked peak periods in the regional trains and the
city traffic in Potsdam, a shift in departure times of
the trains, staggered starting times for work and lectures and the construction of housing in Golm were
proposed.

Zufriedenheit in Wachstumsregion

Satisfaction in Growth Region

In der Wachstumsregion Teltow, Kleinmachnow, Stahnsdorf sind in den vergangenen Jahren Bevölkerung und Wirtschaftskraft stark gestiegen. Auch
die wachsende Vernetzung von Wissenschaft, Bildung
und Wirtschaft hat die Nachfrage im öffentlichen Verkehr erhöht. Unter Koordinierung des VBB wurden bereits 2009 bessere Konzepte hinsichtlich Anbindung,
Fahrtenangebot, Anschlüssen und Übergangszeiten
erarbeitet. Die Umsetzung des gesamten Pakets erfolgte zum Fahrplanwechsel im Dezember 2010. Mit
vollem Erfolg: Die Fahrgastzahlen stiegen, die Kunden
sind zufrieden.

The population and economic power has increased dramatically in recent years in the growth
region Teltow, Kleinmachnow, Stahnsdorf. The growing network of research, education and business has
increased the demands on public transportation. Under the coordination of the VBB, improved concepts
with regard to the transportation connection, ride
service, connections and transition times were developed in 2009. The realization of the entire package
was completed with the change of the schedule in
December 2010. And successful – the passenger count
has increased; customers are satisfied.

Flächenrufbus erfolgreich

Area Call-A-Bus Successful

Mit der Einführung des Flächenrufbusses in
und um Beelitz durch die Havelbus Verkehrsgesellschaft wurde die Rufbusdisposition um das Bedienungsgebiet der Havelbus Verkehrsgesellschaft und
der Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming erweitert.
Die neue Rufbuszentrale gilt nun für drei Landkreise.
Die Fahrgäste nehmen das Angebot gut an.

With the introduction of the area call-a-bus in
and around Beelitz by the Havelbus Verkehrsgesellschaft, the call-a-bus disposition for the area served by
the Havelbus Verkehrsgesellschaft and the Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming has been extended. The
new call-a-bus centre now works for three counties.
The passengers are embracing the service enthusiastically.

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M O D E R N E S A N G E B O T S M A N A G E M E N T F Ü R D I E M O B I L I TÄT D E R Z U K U N F T

Regionalkonferenzen

Regional Conferences

Auch 2010 fanden wieder Regionalkonferenzen in Berlin und in den fünf Brandenburger Planungsregionen statt. Vertreter der Bezirke, Kommunen sowie der Vereine und Verbände brachten sich in
die Entwicklung des Nahverkehrs in ihrem Bereich ein.
Das öffentliche Interesse war groß, in allen Zeitungen
der Region und auch im Fernsehen wurde berichtet.
Die Regionalkonferenzen sind zu einer wichtigen jährlichen Plattform des Informations- und Erfahrungsaustausches in Berlin und Brandenburg geworden. In
ihnen wird ein Überblick über den Stand der Entwicklungen im Öffentlichen Personennahverkehr in der
jeweiligen Region aufgezeigt und über anstehende
Baumaßnahmen und Projekte informiert.

Regional conferences were held once again in
2010 in Berlin and in the five Brandenburg planning
regions. Representatives of the districts, communities
and the associations and interest groups contributed
to the development of public transportation in their
areas. The interest on the part of the public was great;
all the regional newspapers and television reported
on the events. The regional conferences have become
one of the important annual platforms for the exchange of information and experience in Berlin and
Brandenburg. The conferences provide an overview
of the state of developments in public transportation
in the specific region and offer information about upcoming construction projects.

Einmal Polen und zurück

Poland and Back

Polen ist ein aufstrebendes Land. Die gesamte Ostgrenze des Landes Brandenburg verbindet die
VBB-Region mit Polen. Für die Reisenden sind zwischen Deutschland und Polen attraktive MobilitätsAngebote wichtig, um den wirtschaftlichen, touristischen und kulturellen Austausch zwischen den beiden
Ländern zu fördern.

Poland is an up-and-coming country. The entire eastern border of the State of Brandenburg connects the VBB region with Poland. Attractive mobility is important for travellers between Germany and
Poland so as to promote the economic, touristic and
cultural exchange between the two countries.

Der VBB hat dies in einem Weißbuch mit inhaltlichen Forderungen für die bessere Zusammenarbeit
im grenzüberschreitenden Schienenpersonennahverkehr zusammengefasst. Darüber hinaus ist der Runde
Tisch Verkehr der Oderpartnerschaft wieder aufgegriffen worden. Das neue Projekt ist über drei Jahre angelegt. Eine Machbarkeitsstudie, die sich innerhalb des
INTERREG-Projekts InterRegioRail mit Fahrzeugkonzepten für den beiderseitigen grenzüberschreitenden
Verkehr nach Polen beschäftigt, steht ebenso auf der
Agenda wie eine Ausweitung der VBB-Fahrinformationen auf den innerpolnischen Schienenverkehr. Aktiv
ist der Verbund bei der Planung und Pflege von Städteverbindungen zwischen beiden Ländern, konkret
Berlin – Stettin, Berlin – Kostrzyn – Gorzów (-Krzyz),
Berlin – Frankfurt (Oder) – Posen, Berlin/Cottbus –
Zielona Góra, Berlin – Breslau und dem Stadtverkehr
Frankfurt/Slubice.

The VBB has summarized this in a white paper
containing the requirements for an improved cooperation in the cross-border rail passenger transportation. Furthermore, the roundtable on transportation
of the Oder partnership has been re-established. The
new project is planned for three years. A feasibility
study dealing with the vehicle concepts for the mutual cross-border traffic within the INTERREG Project
InterRegioRail is on the agenda as is an extension
of the VBB information about the inner-Poland rail
transportation. The Verbund is active in the planning
and management of city connections between the
two countries, specifically Berlin – Stettin, Berlin –
Kostrzyn – Gorzów (-Krzyz), Berlin – Frankfurt (Oder) –
Posen, Berlin/Cottbus – Zielona Góra, Berlin – Breslau
and the local transportation Frankfurt/Slubice.

MODERN SERVICE MANAGEMENT FOR THE MOBILITY OF THE FUTURE

Projekte

Projects

Park&Ride in Brandenburg

Park&Ride in Brandenburg

Im Auftrag des Ministeriums für Infrastruktur
und Landwirtschaft des Landes Brandenburg wurden
alle Brandenburger S- und Regionalbahnstationen
unter die Lupe genommen. In dem Konzept werden
Notwendigkeit, Flächenverfügbarkeit sowie Interesse und finanzielle Möglichkeiten der Kommunen für
„Park&Ride“- sowie „Bike&Ride“-Plätze untersucht.

At the request of the Ministry for Infrastructure and Agriculture of the State of Brandenburg, all
of Brandenburg’s S-Bahn and regional railway stations
were examined. In the project, the needs, area availability and interests and financial opportunities of the
communities for Park&Ride and Bike&Ride places are
being investigated.

Werbellinsee-Bus

Werbellinsee Bus

Der Werbellinsee, gelegen im Biospärenreservat Schorfheide-Chorin, ist einer der schönsten Seen
im Land Brandenburg. In den Sommermonaten ist am
Wochenende und feiertags der Werbellinsee-Bus (Linie 917) auf Ausflugstour vom Bahnhof Eberswalde
rund um den See unterwegs – auch Fahrräder können
mitgenommen werden. Leider kennen viele Berlinerinnen und Berliner dieses Angebot noch nicht. Der
VBB entwickelte deshalb für den Landkreis Barnim ein
Konzept zur besseren Vermarktung des WerbellinseeBusses und half bei dessen Umsetzung.

The Werbellinsee, located in the SchorfheideChorin biosphere reservation, is one of the most beautiful lakes in the State of Brandenburg. In the summer
months, the Werbellinsee bus (Line 917) is underway
on weekends and holidays from the Eberswalde station around the lake – bicycles are welcome. Unfortunately, many Berliners are not familiar with this offer. Therefore, the VBB developed a concept for the
County of Barnim for the improved marketing of the
Werbellinsee bus and aided in the realization.

Rufbusse in Märkisch-Oderland

Call-A-Bus in Märkisch-Oderland

Für den Landkreis Märkisch-Oderland wird die
Einführung eines Rufbussystems unterstützt. Damit
soll erreicht werden, bisher nur schwach oder gar
nicht nachgefragte Linien unter Beibehaltung einer
Grundversorgung einzustellen und gleichzeitig flexibler per Rufbus bisher nicht erreichte Strecken zu bedienen. Ziel ist es, mehr öffentliche Mobilität mit dem
gleichen finanziellen Aufwand zu gewährleisten.

The introduction of a call-a-bus system is being supported for the County of Märkisch-Oderland.
This will provide basic service and at the same time
flexibly service routes that were previously without
lines, where lines were not used or used only very
infrequently. The goal is to guarantee more public
mobility with the same financial expenditures.

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M O D E R N E S A N G E B O T S M A N A G E M E N T F Ü R D I E M O B I L I TÄT D E R Z U K U N F T

Voneinander lernen, miteinander
arbeiten

Learning from One Another, Working
with One Another

Das EU-Projekt CAPRICE, in dem die Verkehrsverbünde der Metropolregionen Berlin, Bukarest, Paris, Vilnius und Warschau Erfahrungen austauschen,
brachte 2010 ein sehr praktisches Ergebnis. Die Zusammenarbeit zwischen dem VBB und Warschau führte dazu, dass die polnische Hauptstadt nun über ein
zeitgemäßes elektronisches Fahrplanauskunftssystem
verfügt. Die Auskunftssysteme des VBB und der Stadt
Warschau sind außerdem so miteinander verknüpft,
dass sie den Fahrgästen Auskunft in der jeweiligen
Landessprache geben.

The EU CAPRICE Project, in which transportation networks from the metropolitan regions of Berlin,
Bucharest, Paris, Vilnius and Warsaw exchanged experiences, provided one very practical result in 2010.
The cooperation between VBB and Warsaw led to the
introduction of a modern electronic schedule information system in the Polish capital. The VBB and Warsaw
information systems are also linked to one another so
that the passengers can obtain information in their
own language.

Anschlüsse werden sicherer

Connections are More Certain

Mit Hilfe des Internets Anschlüsse zwischen
Bahnen und Bussen zu planen, das ist das Ziel des
Projekts „Zentrales Anschluss-Management für die
Region“ (ZAM). Grundlage dafür sind ständig aktualisierte Fahrplandaten. So können auch Änderungen
schnell berücksichtigt werden. Das bringt für die Fahrgäste nur Gutes: weniger Wartezeiten.

Planning connections between busses and
trains with the aid of the Internet is the goal of the
“Central Connection Management for the Region”
(ZAM). The basis for this is continuously updated
timetable data. In this manner, changes can be included quickly. That is good for the passengers – less
waiting time.

Fahrplanauskunft fürs Ohr

Timetable Information for the Ear

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
beauftragte den VBB mit einer Machbarkeitsstudie
für das Projekt „3M-Guide“ (mobile multimodal mobility Guide). In diesem Projekt wird eine Navigationshilfe für seheingeschränkte und blinde Fahrgäste
entwickelt. Dabei sollen die Daten einer barrierefreien verkehrsmittelübergreifenden Fahrplanauskunft in
die Navigations- und Sprachausgabegeräte für Blinde
integriert werden.

The Senate Department for Urban Development charged the VBB with a feasibility study for
the “3M Guide” Project (Mobile Multimodal Mobility
Guide). The project is intended to develop a navigational aid for vision-impaired and blind passengers.
The plan is to integrate data from a barrier-free, crossmodal timetable information into the navigation and
audio devices for the blind.

MODERN SERVICE MANAGEMENT FOR THE MOBILITY OF THE FUTURE

Mit Satellitenhilfe unterwegs

Underway with the Aid of a Satellite

Der VBB beantragte gemeinsam mit Partnern
eine EU-Förderung zu den Nutzungsmöglichkeiten
von Satellitenortungstechnologien für die Kundeninformation im ÖPNV: Das Projekt GIVEaHAND (Galileo
and Indoor Positioning based Innovative Public Transport Applications for Handicapped People) soll einen
hochpräzisen ortsbezogenen Routing- und Begleitdienst für Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel schaffen. Dabei werden Dienste für Zielgruppen mit unterschiedlichen Anforderungen entwickelt und getestet:
für mobilitätseingeschränkte Menschen, für Touristen
und Geschäftsreisende sowie für Pendler. Eine Verknüpfung zum Europäischen Fahrplaninformationsdienst EU-Spirit ist vorgesehen. Über eine Förderung
ist noch nicht entschieden.

The VBB, together with partners, has applied
for an EU grant for the possibility to use satellite
tracking technologies for customer information in
public transportation. The GIVEaHAND Project (Galileo and Indoor Positioning-based Innovative Public
Transportation Applications for Handicapped People)
is intended to establish an extremely accurate routing
and accompanying service for users of public transportation. Services are being developed and tested for
target groups with various requirements: for mobilityimpaired persons, for tourists and business travellers
as well as commuters. A link to the European travel
information service EU-Spirit is planned. The approval
of a grant has not yet been made.

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M O D E R AT E TA R I FA N PA S S U N G : S E H R G U T E R Ö P N V F Ü R K L E I N E S G E L D

Moderate Tarifanpassung:
Sehr guter ÖPNV für
kleines Geld

Preise differenziert angepasst
Zum 1. Januar 2011 hat es im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg erstmals nach
33 Monaten wieder eine Tarifanpassung gegeben. Das hatte der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 3. Juni 2010 beschlossen. Demnach stiegen die Fahrpreise in Berlin
und Brandenburg moderat um durchschnittlich 2,8 Prozent. Die Preisentwicklung liegt
damit weiterhin deutlich unter der Inflationsrate in beiden Ländern (seit April 2008
3,1 Prozent). Die Anpassung ist notwendig, um weiterhin attraktive Verkehrsleistungen
für die Fahrgäste erbringen zu können. Denn in den vergangenen drei Jahren sind die
Kosten für Löhne, Energie und Investitionen in neue Fahrzeuge gestiegen. Der Verbund
sorgt aber mit einer differenzierten Preisgestaltung dafür, dass Bus- und Bahnfahren
für alle erschwinglich bleibt. Denn Ziel ist es, mehr Fahrgäste zu gewinnen: Mehr öffentlicher Verkehr bedeutet auch weniger Individualverkehr. Und das hilft der Umwelt.

Moderate Preiserhöhung
In Berlin kostet der Einzelfahrausweis AB ab
1. Januar 2011 2,30 Euro statt wie bisher 2,10 Euro.
Davor war der Preis fünfeinhalb Jahre lang stabil geblieben. Der Preis für die 4-Fahrten-Karte in Berlin
AB wurde deutlich geringer angehoben: Statt 8 Euro
müssen künftig 8,20 Euro gezahlt werden (+2,5 Prozent). Der Umstieg zur 4-Fahrten-Karte lohnt sich also
noch mehr. Der Preis für den Berliner Einzelfahrausweis ABC (Berlin und Umland) steigt um 20 Cent auf

3 Euro. Die Preise für die ermäßigten Einzelfahrausweise AB und die ermäßigte 4-Fahrten-Karte bleiben
stabil. Die Preise für die Kleingruppen-Tageskarten in
Berlin und im Umland wurden sogar gesenkt. Außerhalb von Berlin ABC bleiben sogar alle ermäßigten
Einzelfahrausweise und Tageskarten preisstabil. In
den kreisfreien Städten Brandenburg an der Havel,
Frankfurt (Oder) und Cottbus wurde eine Einzelfahrt
im Stadtgebiet um 10 Cent teurer (jetzt 1,30 Euro), in
Potsdam kostet sie 1,80 Euro.

M O D E R AT E FA R E A D J U S T M E N T: V E R Y G O O D P U B L I C T R A N S P O R TAT I O N F O R L I T T L E M O N E Y

Moderate Fare
Adjustment: Very Good
Public Transportation
for Little Money
Price-Differentiated Adjustment
On 1 January 2011, there was a fare adjustment in the Verkehrsverbund BerlinBrandenburg for the first time in 33 months. The Supervisory Board had decided this in
its meeting on 3 June 2010. In accordance with this decision, the fares in Berlin and Brandenburg increased moderately by an average of 2.8 percent. The price development was
therefore well below the inflation rate for the two states (3.1 percent since April 2008).
The adjustment was necessary to be able to continue to provide attractive transportation services for the passengers. After all, the costs of wages, energy and investments in
new vehicles have increased in the last three years. With a differentiated pricing policy,
however, the Verbund makes busses and trains remain affordable for everybody. Because the goal is to gain more passengers; more public transportation passengers mean
less individual traffic. And that is good for the environment.

Moderate Price Increase
As of 1 January 2011, a single AB ticket costs
2.30 euros instead of the previous 2.10 euros in Berlin. The price for the 4-trip AB ticket in Berlin was increased much less – instead of 8 euros it now costs
8.20 euros (+2.5 percent). The move to the 4-ride
ticket is therefore an even better deal. The price for
the Berlin single ABC ticket (Greater Berlin area) increased by 20 cents to 3 euros. The prices for the discounted single AB ticket and the discounted 4-ride

ticket remained stable. The prices for small-group
daily passes in Berlin and in the surrounding area
even decreased. Outside of Berlin ABC, all single tickets and daily passes even remained constant. In the
urban districts Brandenburg an der Havel, Frankfurt
(Oder) and Cottbus a single ride in the urban area
costs 10 cents more (now 1.30 euro), in Potsdam it
costs 1.80 euro.

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M O D E R AT E TA R I FA N PA S S U N G : S E H R G U T E R Ö P N V F Ü R K L E I N E S G E L D

Im Zeitkartentarif stieg der Preis für die Monatskarte Berlin AB auf 74 Euro (+2,8 Prozent), für
ABC auf 91 Euro (+2,8 Prozent). Für das Potsdamer
Stadtgebiet kostet die Monatskarte jetzt einen Euro
mehr (36 Euro), in Brandenburg an der Havel, Frankfurt (Oder) und Cottbus jeweils 50 Cent mehr (37
Euro). Das VBB-Abo 65plus behielt seinen bisherigen
Preis von monatlich 47 Euro. Auch die Preise für die
Berliner Schüler- und Auszubildendenabonnements
veränderten sich nicht. Potsdamer Schülerinnen und
Schüler fahren sogar günstiger: Der Preis im Abonnement wurde um 10 Prozent gesenkt.

The fares for the monthly Berlin AB pass increased to 74 euros (+2.8 percent), for ABC to 91
euro (+ 2.8 percent). For the Potsdam city area, the
monthly pass now costs one euro more (36 euros), in
Brandenburg an der Havel, Frankfurt (Oder) and Cottbus 50 cents more (37 euros). The VBB-Abo 65plus
remains at its previous price of 47 euros monthly. The
prices for Berlin students and apprentices also did
not change. Potsdam’s pupils even travel for less. The
price for the subscription was decreased by 10 percent.

Mehr zufriedene Fahrgäste durch zielgruppenorientierte Angebote

More Satisfied Customers
with Target-Oriented
Offers

Heiß begehrt – VBB-Abo 65plus

Hot – VBB-Abo 65plus

In den vergangenen Jahren haben sich die Mobilitätsgewohnheiten Älterer massiv gewandelt. Darauf hat der VBB reagiert. Seit April 2009 gibt es das
VBB-Abo 65plus. Es ist entwickelt worden, um auch
älteren Menschen die Möglichkeit zu geben, preiswert
und spontan mit den öffentlichen Verkehrsmitteln
durch Berlin und Brandenburg zu fahren. Die Abo-Zahlen sprechen für sich: Hatten sich Anfang 2010 bereits
62.000 für das Abo entschieden, stieg die Zahl der
Abonnenten bis Jahresende bereits auf über 71.000 an.

The mobility habits of the elderly have
changed radically in the past few years. The VBB has
reacted to that. Since April 2009, there has been the
VBB-Abo 65plus. It was developed to offer the elderly the opportunity to travel throughout Berlin and
Brandenburg inexpensively and spontaneously with
public transportation. The number of subscriptions
speaks for themselves; while 62,000 had decided by
early 2010 for the subscription, the number increased
to more than 71,000 by the end of the year.

Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg und
die TMB Tourismus-Marketing Brandenburg geben
halbjährlich für Inhaber des VBB-Abos 65plus ein Bonusprogrammheft heraus, das den Fahrgästen Tipps
für Ausflüge und Rabatte auf Eintrittskarten gibt.

The Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg and
the TMB Tourism-Marketing Brandenburg publish a
program every six months for the holders of the VBBAbo 65plus. The booklet contains tips for excursions
and discounts for tickets to events.

M O D E R AT E FA R E A D J U S T M E N T: V E R Y G O O D P U B L I C T R A N S P O R TAT I O N F O R L I T T L E M O N E Y

Mobil in Brandenburg und Berlin

Mobile in Berlin and Brandenburg

Für Brandenburger und Berliner, die über sehr
geringe Einkünfte verfügen, werden die speziellen Tarifangebote des jeweiligen Landes (Berlin-Ticket S und
Mobilitätsticket Brandenburg) fortgesetzt. Die Tickets
sind Bestandteil der VBB-Ticketfamilie und ermöglichen diesem Berechtigtenkreis öffentliche Mobilität
für jeweils die Hälfte des Normaltarifes.

The special fares (Berlin-Ticket S and Mobilitätsticket Brandenburg) in the individual states are
being continued for Brandenburgers and Berliners
with very limited incomes. The tickets are a component
of the VBB ticket family and allow the beneficiaries
public mobility at half the normal fare.

Angebote für Ferien und Freizeit

Offers for School Breaks and Leisure
Time

Immer mehr Kinder und Jugendliche sind mit
dem Schülerferienticket unterwegs: Seit Sommer 2010
kommen nicht nur Berliner und Brandenburger in den
Genuss dieses Tickets. Schülerinnen und Schüler aus
ganz Deutschland können damit quer durch Berlin
und Brandenburg fahren und die integrierten Freizeitangebote nutzen. In den Sommerferien 2010 wurden
14.105 Tickets verkauft, das sind 24,3 Prozent mehr als
im Vorjahr. Der VBB-Aufsichtsrat hat beschlossen, das
Schülerferienticket nach 2011 auch in den Jahren 2012
und 2013 zum Preis von 29,90 Euro anzubieten.

More and more children and youths are
traveling with the vacation ticket (Schülerferienticket). These tickets have been available to more
than just Berliners and Brandenburgers since the
summer of 2010. Pupils from anywhere in Germany
can travel around Berlin and Brandenburg and use
the integrated offers available. In the summer of
2010, 14,105 tickets were sold, an increase of 24.3
percent over the previous year. As in 2011, the VBB
Supervisory Board has decided to offer the ticket again
in the years 2012 and 2013 at a price of 29.90 euros.

Auch die VBB-Freizeit-Tickets waren begehrt,
der Verkauf stieg um 40 Prozent. Mit diesem Ticket
können Auszubildende und Schüler über ihr Abo hinaus Berlin und ganz Brandenburg mit öffentlichen
Verkehrsmitteln erkunden.

The VBB-leisure tickets (VBB-Freizeit-Tickets)
were popular; sales increased 40 percent. With this
ticket apprentices and pupils can explore beyond Berlin and all of Brandenburg with public transportation
in combination with their normal annual pass.

Rundum gut: Günstig mit dem Zug nach
Stettin

Good All Around: Save with the Train
to Stettin

Seit Dezember 2010 gibt es täglich eine Direktverbindung mehr zwischen Berlin und der polnischen
Stadt am Oderhaff. Nun fahren die Züge jeweils morgens, mittags und abends in weniger als zwei Stunden
zwischen Berlin und Stettin. Die Fahrt wurde nicht nur
einfacher, sondern auch günstiger. Der Preis für eine
Strecke wurde von 16,70 Euro auf 10 Euro gesenkt.
Damit wird die Bahnverbindung zu einer echten Alternative zu Minibus oder Pkw. Einzelfahrausweis
und Tageskarte gelten auch im Stettiner Stadtverkehr.

Since December 2010, there has been an additional daily direct connection between Berlin and
the Polish city on the Oderhaff. Now the trains travel
every morning, afternoon and evening in less than
two hours between Berlin and Stettin. The trip is not
just easier, but cheaper as well. The one-way price
was lowered from 16.70 euros to 10 euros. That makes
the rail connection a real alternative to the minibus or
car. The tickets and daily pass are also valid for Stettin city transportation. For the routes to Potsdam and

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M O D E R AT E TA R I FA N PA S S U N G : S E H R G U T E R Ö P N V F Ü R K L E I N E S G E L D

Für die Strecken nach Potsdam und zum Flughafen
Schönefeld gilt ein neuer, attraktiver Tarif von jeweils
11,40 Euro.
Für die Relation nach Gorzów werden weiterhin Einzelfahrausweise und Tageskarten ausgegeben.
Darüber hinaus gibt es für Gruppenfahrten mit bis zu
fünf Personen das rabattierte Gorzów-Spezial. Die Tarifprodukte können bei der NEB direkt in den Zügen
sowie auch auf polnischer Seite erworben werden.

Airport Schönefeld there is a new, attractive fare of
11.40 euros.
Individual tickets and daily passes are still being issued for the connection to Gorzów. In addition,
groups with up to five persons can take advantage of
the Gorzów Special. The products can be purchased
from the NEB directly in the trains as well as in Poland.

Mehr Rechte und mehr
Komfort für die Kunden

More Rights and
More Comfort for the
Customers

eTickets ab Herbst 2011

eTickets Start in Autumn 2011

Bis zum Herbst 2011 werden die Verkehrsunternehmen in Berlin, Potsdam, Brandenburg an der
Havel, Frankfurt (Oder) und in drei weiteren Landkreisen des Landes Brandenburg Kontrolltechnik für
eTicketing erhalten. Dann soll das elektronische Ticket in Berlin und Brandenburg an den Start gehen.
In einer Testphase erhalten die ersten Abo-Kunden ihr
eTicket auf einer Chipkarte für ausgewählte Tarifräume. Vorerst sieben Verkehrsunternehmen werden die
Fahrausweise als Chipkarten ausgeben. In einem Folgeprojekt wird anschließend der übrige Verbundraum
mit der entsprechenden Technik ausgestattet. Ziel
ist die Abdeckung des kompletten Verbundgebiets.
Auch hier sollen zunächst Abo-Kunden mit den entsprechenden Fahrtberechtigungen auf einer Chipkarte
ausgerüstet werden.

The transportation companies in Berlin, Potsdam, Brandenburg an der Havel, Frankfurt (Oder)
and in three additional counties of the State of
Brandenburg will be receiving control technology for
eTicketing by the autumn of 2011. Then the era of the
electronic ticket will commence in Berlin and Brandenburg. In a test phase, the initial subscription holders
will receive their eTicket on a chip-card for selected
areas. Initially, seven transportation companies will
issue the tickets as chip-cards. In a follow-up project,
the remaining network area will be equipped with the
corresponding technology. The goal is to cover the
complete area of the network. Here, too, subscription customers will be the first to be supplied with the
travel rights on a chip-card.

M O D E R AT E FA R E A D J U S T M E N T: V E R Y G O O D P U B L I C T R A N S P O R TAT I O N F O R L I T T L E M O N E Y

Kundengarantien

Customer Guarantees

Seit dem Inkrafttreten der EU-Verordnung 1371
und dem Fahrgastrechtegesetz gibt es einheitliche
Regelungen zum Schutz von Fahrgästen im Eisenbahnverkehr. Allerdings beziehen sich beide Rechtsnormen lediglich auf die Schiene. Für den Nahverkehr
sind diese meist nicht wirksam, da der Kunde erst ab
60 Minuten Verspätung einen Anspruch auf Entschädigung hat.

With the EU Directive 1371 and the Passenger
Rights Law, there are uniform regulations for the protection of passengers in rail transportation. However,
the two legal standards apply only for rail transportation. These do not usually apply for local public transportation, because the customer only has a right to
compensation after a delay of 60 minutes.

Da eine ganze Reihe von Verkehrsunternehmen im VBB – darunter auch viele Busverkehrsunternehmen – bereits unternehmenseigene Kundengarantien eingeführt haben, ergibt sich für den Kunden ein
uneinheitliches Bild: Zwar greifen für die Mehrheit der
Fahrten im Verbund unterschiedliche Garantien, aber
wann welche gilt, ist für den Fahrgast kaum mehr erkenn- und nachvollziehbar.
Der VBB prüft Möglichkeiten, verbundeinheitliche Kundengarantien unabhängig der gesetzlichen
Regelungen einzuführen. Eine Arbeitsgruppe aus
Vertretern der Verkehrsunternehmen und Aufgabenträger unterbreitete erste Vorschläge für mehrere
Themenbereiche, die gegenwärtig diskutiert werden.

Because a number of transportation companies in the VBB – including many bus transportation
companies – have already introduced customer guarantees, the situation is not clear for the customer.
While various guarantees apply for the majority of
trips in the network, it is seldom clear to the customer
which apply when and where.
The VBB is looking into introducing uniform
customer guarantees for the entire network, independent of the statutory regulations. A working
group consisting of representatives of the transportation companies and the client bodies has made some
proposals for a number of issues that are currently
under discussion.

S-Bahn entschuldigt sich wieder

S-Bahn Continues to Apologize

Nach der erfolgreichen Abwicklung der Entschuldigungsregelung für das S-Bahnchaos 2009 folgte für 2010 eine ebensolche Regelung für zwei Monate. Denn die betrieblichen Probleme bei der S-Bahn
Berlin GmbH dauern an.

Following the successful conclusion of the
apologies for the S-Bahn disaster of 2009, another
such arrangement was made for two months for 2010.
The operational problems of the S-Bahn Berlin GmbH
continue.

95

10 0

K O M M U N I K AT I O N – S E RV I C E F Ü R D I E K U N D E N

Kommunikation –
Service für die Kunden

Gut informiert, gut gefahren
Kommunikation ist nicht alles, aber fast alles. Es gibt gute Gründe, dem Öffentlichen Personennahverkehr gegenüber dem Individualverkehr den Vorrang einzuräumen und ihn klug weiterzuentwickeln: die nachhaltige Entwicklung der Region,
größtmöglichen Umweltschutz, Lebensqualität. Das muss auch kommuniziert werden.
Der Verkehrsverbund liefert mit zuverlässigen Informationen die Argumente für die
Nutzung von Bus und Bahn und setzt dafür verkehrsmittelübergreifende, kombinierte
Fahrgastinformationen ein – zunehmend in Echtzeit, auf allen Kanälen. Denn wer gut
informiert ist, fühlt sich im System des Nahverkehrs sicher aufgehoben.

Infos zur S-Bahnkrise
An die Fahrgastinformation stellte die fortdauernde S-Bahnkrise hohe Anforderungen. Neben
außerplanmäßigen Updates der Fahrplanauskunft
VBB-Fahrinfo wurde die S-Bahn-Sonderseite auf
VBBonline.de ständig angepasst. Servicekräfte wurden an die Standorte mit größtem Informationsbedarf beordert. Überproportional viele Anrufe hatte
das Infocenter des Verkehrsverbundes zu bewältigen.
Hier wurde mehr Personal eingesetzt. Nachdem die
S-Bahn einen Notfallplan einführte, der nur noch eine
Geschwindigkeit von 60 km/h erlaubte, legte der VBB
ein Sonderliniennetz auf, das vor allem über die Änderungen am Stadtrand und im Umland von Berlin
informierte. Presseinformationen thematisierten zusätzlich die teils erheblichen Änderungen im S-BahnAngebot. Studenten der Universität Potsdam kon-

zipierten in einem Projekt die Website „zugausfall.
de“, auf der Fahrgäste Ausfälle und Verspätungen
eintragen können. Verkehrsverbund und Universität
Potsdam sind im Gespräch, wie dieses Angebot für die
kontinuierliche Fahrgastinformation nutzbar gemacht
werden kann.

VBB-Infocenter stark nachgefragt
Die S-Bahn hat Probleme, das VBB-Infocenter
mehr Arbeit. Durch zusätzliche Mitarbeiter gelang es
aber, eine Erreichbarkeit für Anrufer von 89 Prozent zu
gewährleisten. Auch die im April 2009 begonnene Kooperation mit der ViP Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH
gestaltet sich erfolgreich. Anrufer, die außerhalb der
ViP-Öffnungszeiten anrufen, werden an das Infocenter weitergeleitet und bekommen hier Auskunft.

C O M M U N I CAT I O N – S E RV I C E F O R T H E C U S TO M E R S

Communication – Service
for the Customers

Well-Informed, Well-Travelled
Communication is not everything, but almost everything. There are many good
reasons to pay a preference to local public transportation over individual transportation and to develop it wisely: long-term development of the region, greatest possible
environmental protection, quality of life. This has to be communicated. With reliable information the Verkehrsverbund provides the arguments for the use of busses and trains
and employs cross-modal, combined passenger information to do so – increasingly in
real-time, on every channel. For if you are well-informed, you feel more comfortable in
the local public transportation system.

Information on the S-Bahn Crisis
The on-going crisis at the S-Bahn places high
demands on the passenger information. Along with
unscheduled updates of the timetable VBB-Fahrinfo,
the special S-Bahn page at VBBonline.de must be continuously updated. Service personnel are deployed to
the locations with the greatest need of information.
The Verkehrsverbund’s information centre has to deal
with inordinately many calls. Here, the staff has been
increased. After the S-Bahn introduced an emergency
plan which only allows a maximum speed of 60 km/h,
the VBB set up a special network which, above all,
provided information about the changes on the outskirts and surrounding areas of Berlin. Press releases
also dealt with special issues regarding the, in some
cases, significant changes in the S-Bahn services. In
one project, students at the University of Potsdam

designed the website “zugausfall.de” where passengers could enter cancelled or delayed trains. The
Verkehrsverbund and the University of Potsdam are
investigating ideas about how this could be used for
the continuous passenger information.

VBB Infocenter Very Popular
The S-Bahn has problems, the VBB Infocenter
more work. With additional staff, however, it was possible to guarantee 89-percent availability for callers.
The cooperation with the ViP Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH, commenced in April 2009, has also proven successful. Persons calling outside of the ViP hours
are forwarded to the information centre and obtain
their information there. As a result of the S-Bahn
problems, the number of customer letters set a record

10 1

10 2

K O M M U N I K AT I O N – S E RV I C E F Ü R D I E K U N D E N

Die Zahl der Kundenschreiben erreicht 2010 durch die
S-Bahn-Probleme eine Rekordmarke von durchschnittlich 334 pro Monat. Der Anteil der Beschwerden liegt
mit 13 Prozent deutlich über dem langjährigen Mittel.
Auch die Bearbeitungszeit von 2,1 Tagen war durch
den Ansturm etwas länger als üblich.

in 2010, averaging 334 per month. At 13 percent, the
percentage of complaints was significantly above the
long-time average. As a result of the onslaught, the
processing time of 2.1 days was also somewhat longer
than usual.

VBB-Infocenter: Entwicklung der Anrufzahlen 2004 – 2010 |
VBB Infocenter: Calls 2004 – 2010
80.000
73.848

75.000

73.099
69.310

70.000

66.508

65.000
58.942

60.000
55.000

56.340
51.362

50.000
45.000
40.000
2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

Jahresvergleich: Im VBB-Infocenter beantwortete Kundenschreiben (Monatsschnitt) |
Annual comparison: Responses to customer letters at the Infocenter (monthly average)
360
334

340
320
301
300
283
280

276
266

260
244
240
220

208

200
2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

C O M M U N I CAT I O N – S E RV I C E F O R T H E C U S TO M E R S

Bauinfos zwischen KW und Lübbenau

Construction Information between KW
and Lübbenau

Bis in den September 2011 werden voraussichtlich die Arbeiten zwischen Königs Wusterhausen und
Lübbenau andauern. Danach dauert die Fahrt auf den
Linien RE2 und RB14 bis zu 20 Minuten weniger. Die
begleitende Informationskampagne der DB Regio AG
zu den notwendigen Umleitungen und Ersatzverkehren wurde gemeinsam mit dem VBB entwickelt. Sie
umfasste Informationsbroschüren, Plakate und Banner auf Bahnhöfen, Pressekonferenzen und Informationsveranstaltungen, Informationen auf VBBonline.
de und bahn.de, Wegeleitung zu Ersatzverkehrshaltestellen sowie Informationsartikel in der Kundenzeitschrift BB Panorama.

The work between Königs Wusterhausen and
Lübbenau will probably continue until September
2011. Thereafter, the trip with RE2 and RB14 will be
20 minutes shorter. The accompanying information
campaign by DB Regio AG about the necessary detours and substitute modes of transportation was
developed jointly with the VBB. It consisted of brochures, posters and banners at train stations, press
conferences and information events, information at
VBBonline.de and bahn.de, guidance to substitute
transportation stops as well as articles in the customer magazine BB Panorama.

Vier Buchstaben reichen aus

Four Letters are Enough

Die elektronische Fahrplanauskunft wird „klüger“. Nach der Eingabe von nur vier Buchstaben öffnet sich eine Liste mit Haltestellen, Adressen oder
besonderen Plätzen zur Auswahl. Die neue Eingabeunterstützung in der VBB-Fahrinfo erleichtert die Auswahl von Start-, Ziel- oder Unterwegshaltestellen. Die
Funktion ist in der Internetversion in allen Diensten
der Routenplanung verfügbar. Je nach Hersteller und
Alter des Geräts kann auch das Mobiltelefon damit
arbeiten.

The electronic timetable is getting smarter.
With the entry of just four letters a list of stops, addresses or special places is available. The new support
in the VBB-Fahrinfo simplifies the selection of the origin, destination or intermediate stops. The function
is available in the Internet version in all services for
route planning. Depending on the manufacturer and
age of the device, mobile phones can also work with
the system.

Anschluss gesichert

Connection Assured

Die Nutzung von Echtzeitinformationen zur
Sicherung von Anschlüssen zwischen den Verkehrsmitteln macht weiter Fortschritte. Inzwischen liefern
auch die Verkehrsgesellschaft Prignitz und die Prignitzer Eisenbahn Echtzeitdaten, die in die VBB-Fahrinfo
eingehen. Als letzter größerer Betrieb in Brandenburg
wird nun auch die Ostprignitz-Ruppiner Personennahverkehrsgesellschaft ein rechnergestütztes betriebliches Leitsystem einführen, das die Versorgung
des VBB mit Echtzeitinformationen enthält. Auch die
Einbindung der BVG in die verbundweite Konzeption
ist im Sinne einer umfassenden Kundeninformation
geplant.

The use of real-time information for guaranteeing connections between modes of transportation
is continuing to make progress. In the meantime, the
Verkehrsgesellschaft Prignitz and the Prignitz Eisenbahn are providing real-time information which flow
into the VBB-Fahrinfo. As the last major company in
Brandenburg, the Ostprignitz-Ruppiner Personennahverkehrsgesellschaft is introducing a computer-aided
operations control system which contains the function of providing the VBB with real-time information.
The inclusion of the BVG in the network-wide concept
of comprehensive customer information is planned.

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K O M M U N I K AT I O N – S E RV I C E F Ü R D I E K U N D E N

Von Berlin-Brandenburg nach Europa

From Berlin-Brandenburg to Europe

Wie kommt man von Berlin-Brandenburg nach
Warschau, Helsinki, Stockholm oder Kopenhagen?
Eine einfache Fahrplanauskunft für diese und weitere internationale Ziele ist mit dem Projekt EU-Spirit
möglich. Das EU-Projekt LINK – The European Forum
on Intermodal Passenger Travel (www.linkforum.eu)
hat nunmehr dem Projekt in Würdigung seiner Arbeit
für die Fahrgäste eine Auszeichnung verliehen – den
„LINK-Award für außerordentliche Leistungen auf
dem Gebiet des intermodalen Personenverkehrs“.
Der VBB erhofft sich von dieser Auszeichnung eine
erhöhte Aufmerksamkeit für die Arbeit der EU-SpiritPartner und größere Chancen auf weitere finanzielle
Unterstützung.

How do you get from Berlin-Brandenburg to
Warsaw, Helsinki, Stockholm or Copenhagen? A simple trip planner is possible for these and other international destinations with the EU-Spirit Project. The
EU LINK Project – The European Forum on Intermodal
Passenger Travel (linkforum.eu) has awarded the
project a prize for its work on behalf of passengers –
the “LINK Award for Extraordinary Performance in the
Field of Intermodal Passenger Travel”. The VBB hopes
that this award will increase awareness of the work of
the EU Spirit partners and provide greater chances for
additional financial support.

Gut informiert

Well-Informed

Nutzer im öffentlichen Verkehr benötigen Informationen zum Fahrplan. Diese sind über Printmedien, Internet oder im VBB-Infocenter abrufbar. Das
Telefon ist ebenso eine Möglichkeit, Fahrtinformationen zu erhalten. Aber Callcenter sind nicht immer
besetzt. In der ersten Jahreshälfte 2011 wurde ein
automatisches Sprachdialogsystem eingeführt, das
im Forschungsprojekt „Barrierefreie Öffentliche Verkehrsinformation/Fahrgastinformation für mobilitätseingeschränkte Menschen“ (BAIM) entwickelt wurde.
Dieses System ist in der Lage, dem Nutzer telefonisch
Auskunft zu Fahrtrouten und Abfahrtzeiten an Haltestellen zu geben.

Users of public transportation require information about the timetable. This is available via
print media, the Internet or in the VBB Infocenter. The
telephone is also a possibility for obtaining travel information. But call centres are not always open. An
automatic voice-dialogue system was introduced in
the first half of 2011. The system was developed in
the research project “Barrier-free public transportation information/passenger information for mobilityimpaired persons” (BAIM). The system is able to provide users with telephone information on routes and
departure times at stops.

Mehr Service bietet auch CAIRO (Context
aware intermodal routing). In dem Anfang 2011 abgeschlossenen Projekt wurden die mobilen Informationsdienste mit weiteren Funktionen versehen: Das
Handy funktioniert nun auch als individuelles Navigationsgerät für den ÖPNV. Das wird möglich durch die
Entwicklung von leistungsfähigen mobilen Endgeräten sowie Hintergrundsystemen, die Echtzeitdaten zur
Verfügung stellen. CAIRO führt diese Entwicklungen
zusammen. Die Fahrgastinformation geht hier einen
großen Schritt vorwärts zu mehr Kundenfreundlichkeit. Neben der Anzeige von Pünktlichkeitsinformationen (Echtzeitdaten) findet eine Ortungsfunktion die

CAIRO (Context Aware Intermodal Routing)
provides additional service. The project, concluded at
the beginning of 2011, developed additional functions
for mobile information services – mobile phones now
function as individual navigation devices for public
transportation. This is made possible by the development of powerful mobile devices and background systems which provide real-time data. CAIRO combines
these developments. The passenger information is
taking a big step forward towards more customerfriendliness. Along with the display of punctuality
(real-time data), there is a tracking function for nearby
stops, rent-a-bike and car-sharing, therefore providing the basis for intermodal mobility. The take-me-

C O M M U N I CAT I O N – S E RV I C E F O R T H E C U S TO M E R S

nächstgelegenen Haltestellen, Mietfahrräder sowie
Car-Sharing-Autos und schafft somit die Grundlage für intermodale Mobilität. Die Bring-Mich-HeimFunktion und der Fahrtbegleitassistent machen die
Nutzung des ÖPNV noch einfacher. Außerdem angeboten werden eine Umgebungskarte, Abfahrtstafeln
für Haltestellen mit Echtzeitdaten und das Erkennen
der aktuellen Zugfahrt.

home function and the travel escort assistant make
using public transportation even easier. Beyond that,
there are maps of the surrounding area, departure tables for stops with real-time data and recognition of
the current train.

Gedruckt und für gut
befunden

Printed and Approved

Der Klassiker – Fahrplanbücher

An important part of customer information is
the VBB timetables. Produced in conjunction with the
transportation companies and available in the VBB Infocenter or at the individual transportation company,
they can also be ordered in the Internet at VBBonline.
de. The timetables contain all the schedules, from the
railways to the ferries which are offered in a county,
a certain region or a city. Some timetables also contain a map of the region, networks and sections of
city maps.

Ein wichtiger Teil der Kundeninformation sind
die VBB-Fahrplanbücher, die in Zusammenarbeit mit
den Verkehrsunternehmen produziert und im Infocenter oder bei den jeweiligen Verkehrsunternehmen erhältlich sowie im Internet auf VBBonline.de zu bestellen sind. Die Fahrplanbücher enthalten alle Fahrpläne,
angefangen von den Bahnverkehren bis hin zu den
Fähren, die in einem Landkreis, einer bestimmten Region oder einer Stadt angeboten werden. Einige Fahrplanbücher enthalten auch eine Landkarte der Region,
Liniennetze und Stadtkartenausschnitte.
Im Frühjahr erschienen die Fahrplanbücher für
Berlin und Potsdam sowie für den Landkreis Havelland
und Region Potsdam. Zum Schuljahresbeginn Ende
August kamen die Fahrplanbücher für die Landkreise Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und OberspreewaldLausitz heraus. Zum Fahrplanwechsel im Dezember
erschienen Fahrplanbücher für die Landkreise TeltowFläming, Dahme-Spreewald, Oder-Spree, MärkischOderland, Barnim, Oberhavel, Uckermark und Havelland und Region Potsdam. Fahrplanhefte gab es für
Eisenhüttenstadt, Fürstenwalde und Frankfurt (Oder).

The Standard – the Timetable

The timetables for Berlin and Potsdam as well
as the County of Havelland and the Potsdam region
appeared in the spring. At the beginning of the
school-year, around the end of August, the timetables
for the counties of Prignitz, Ostprignitz-Ruppin and
Oberspreewald-Lausitz appeared. The timetables for
the counties of Teltow-Fläming, Dahme-Spreewald,
Oder-Spree, Märkisch-Oderland, Barnim, Oberhavel,
Uckemark and Havelland and the Potsdam region appeared in December with the schedule change. There
are timetable booklets for Eisenhüttenstadt, Fürstenwalde and Frankfurt (Oder).

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K O M M U N I K AT I O N – S E RV I C E F Ü R D I E K U N D E N

Freizeit mit VBB-Karten

Leisure Time with VBB Maps

Zum Beginn der Freizeitsaison 2010 wurde wiederum ein aktuelles Kartenset aus 11 Radwander- und
Freizeitkarten neu aufgelegt. Die Karten im Maßstab
1:75.000 bilden nachfolgende Reisegebietsregionen
ab: Prignitz, Ruppiner Land, Uckermark, MärkischOderland/Lebuser Land, Berliner Umland und Übersichtskarte Brandenburg, ADFC-Fahrrad-Stadtplan
Berlin (1:30.000), Hoher Fläming/Havelland, TeltowFläming, Seeland Oder-Spree Südteil, Niederlausitz
und Elbe-Elster-Land.

An updated set of maps containing 11 bicycle
routes and recreation maps were published at the beginning of the 2010 recreation season. The maps, in
a scale of 1:75,000, reproduce the following regions:
Prignitz, Ruppiner Land, Uckermark, Märkisch-Oderland/Lebuser Land, Berlin outskirts and an overview of
Brandenburg, ADFC bicycle map of Berlin (1:30,000),
Hoher Fläming/Havelland, Teltow-Fläming, southern
section of the Seeland Oder-Spree, Niederlausitz and
Elbe-Elster-Land.

BB Panorama und BB Perspektiven

BB Panorama and BB Perspektiven

Das VBB-Kundenmagazin BB Panorama erscheint vier Mal im Jahr in der Auflage von jeweils
65.000 Exemplaren. Das frische neue Layout trug
2010 dazu bei, den Magazincharakter noch deutlicher
hervorzuheben. Die Anzahl der Vertriebsstellen und
Einzelabonnenten wuchs auf über 2.250. Mit seinen
mittlerweile über 1.000 angemeldeten Lesern hat der
Newsletter BB Perspektiven sich in der Berlin-Brandenburger ÖPNV-Gemeinde etabliert.

The VBB customer magazine BB Panorama appears four times annually with a circulation of 65,000
copies. The new layout in 2010 contributed to emphasizing the magazine character to an even greater extent. The number of distribution points and individual
subscriptions climbed to over 2,250. With its more
than 1,000 registered readers, the newsletter BB Perspektiven has established itself in the Berlin-Brandenburg public transportation community.

Jahreskalender 2011

2011 Annual Calendar

Touristische Tipps enthält der Jahreskalender
2011, der mit Unterstützung der Tourismus-Marketing
Brandenburg GmbH entstanden ist. Er wurde 395.000
abonnierten Tageszeitungen in der Region beigelegt. Der Kalender enthält für jeden Monat eine mit
öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbare Tour – vom
Stadtspaziergang durch die Berliner Mitte und die
Wanderung entlang des Tegeler Fließes über Radwanderungen auf dem Havelradweg oder Elberadweg bis
zu Touren durch das Schlaubetal bei Frankfurt (Oder)
oder zu den Burgen und den Wäldern des Flämings.
Auch Kanutouren auf Spree und Dahme sowie der
Skate-Rundkurs im Fläming wurden beschrieben.

The 2011 calendar, produced with the support of the Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH,
contains tourism tips. It was included with 395,000
newspaper subscriptions in the region. Every month
of the calendar contains a tour that can be reached
with public transportation – from walks through Berlin-Mitte and hikes along the Tegeler Fließ to bicycle
tours on the Havel bike path or the Elbe bike path to
tours through Schlaubetal near Frankfurt (Oder) or to
the castles and forests of Fläming. Canoe tours on the
Spree and Dahme as well as skating trips in Fläming
were also described.

C O M M U N I CAT I O N – S E RV I C E F O R T H E C U S TO M E R S

Marketing für Tarifprodukte

Marketing for Fare Products

Neue, ergänzte oder geänderte Angebote
werden kommuniziert – das ist selbstverständlicher
Service für den Fahrgast. Zum Beispiel wurden die Tarifkommunikationsprodukte mit einer Gesamtauflage
von über 1.000.000 Exemplaren für die Anpassung der
Fahrpreise zum 1.1.2011 neu aufgelegt. Eine neue Vermarktungskampagne entstand für das Schülerferienticket: mit Plakaten, Flyern, Werbung auf Schulheften,
in Stadtmagazinen, Fahrgastzeitungen und im Internet. Für Veranstaltungen wurden Fahrradsattelbezüge
und Riesenluftballons mit dem Kampagnenmotiv produziert. Im Jahr 2010 sind zwei weitere Ausgaben des
Abo65plus-Bonusprogrammhefts erschienen. Aus dem
Pilotprojekt ist eine ständige Einrichtung geworden.

New, supplemented or modified offers were
communicated – that is a service for the passengers
which goes without saying. For instance, the fare
communication products, with a total of more than
1,000,000 copies were printed for the adjustment of
the ticket prices on 1 January 2011. A new marketing
campaign was created for the school vacation ticket
(Schülerferienticket) with posters, flyers, advertising
on school booklets, in city magazines, passenger newspapers and in the Internet. Bicycle saddlebags and
giant balloons with the motif were produced for events.
In 2010, two additional issues of the Abo 65plus bonus
programme booklet were published. A permanent institution has developed out of this pilot project.

Stettin rückt näher

Stettin Comes Closer

Seit August 2010 kostet die Fahrt von Berlin
in die polnische Hafenstadt Stettin statt 16,70 Euro
nur noch 10 Euro. Begleitet wurde die Preissenkung
mit einer Marketingkampagne, mit Journalistenreisen und Werbemitteln wie Broschüren und Plakaten
in deutscher und polnischer Sprache. In Stettin fuhr
eine Straßenbahn sechs Monate lang mit einem großflächigen Kampagnenmotiv durch die Stadt. Beworben
wurde auch die zusätzliche Direktverbindung, die seit
Dezember 2010 täglich abends beide Städte verbindet.

Since August 2010, the trip from Berlin to the
Polish harbour Stettin has cost only 10 euros instead
of 16.70 euros. The price reduction was accompanied
by a marketing campaign with journalist trips and advertising instruments such as brochures and posters
in German and Polish. In Stettin a tram rode through
the city with a large campaign motif for six months.
There was also advertising for the direct connection
that has connected the two cities since December
2010 every evening.

Arbeitsgruppe Mobilität und Tourismus

Working Group Mobility and Tourism

Seit Juli 2010 arbeitet die Arbeitsgruppe Mobilität und Tourismus des VBB. Zu ihren Aufgaben gehören praktische Hinweise zum ÖPNV für die Tourismusbranche, die Entwicklung der „48-Stunden-Events“ zur
Marke Brandenburg, der wachsende Fahrradtourismus
und seine Auswirkungen auf den Öffentlichen Personennahverkehr sowie Orientierungshilfen für ausländische Gäste. Ein wichtiges Instrument der Zusammenarbeit zwischen Tourismus- und Nahverkehrsanbietern
ist das Handbuch für Nahverkehr und Tourismus, das
gemeinsam von VBB, IHK und Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft erarbeitet wurde und im
Mai 2011 erschienen ist.

Since July 2010, the VBB has had a working
group Mobility and Tourism. Its tasks include practical tips for public transportation in the field of tourism, the development of the “48h events” for the
Mark Brandenburg, the growing bicycle tourism and
its impact on local passenger transportation as well
as orientation aids for foreign guests. One important
instrument in the cooperation between tourism and
local public transportation providers is the Handbook
for Public Transportation and Tourism which was published jointly by the VBB, IHK and Ministry for Infrastructure and Agriculture in May 2011.

10 9

11 2

ZAHLEN UND FAKTEN

Zahlen und Fakten
Facts and Figures
Verbundgebiet | Network area

Mecklenburg-Vorpommern
Szczecin
(Stettin)
Uckermark
Prignitz
OstprignitzRuppin

Polen
Oberhavel

Barnim

Havelland
Märkisch-Oderland
Berlin
Sachsen-Anhalt

Brandenburg

Potsdam

Frankfurt
(Oder)
Oder-Spree

PotsdamMittelmark
Teltow-Fläming

Dahme-Spreewald

Cottbus
Elbe-Elster

Oberspreewald- Spree-Neiße
Lausitz

Sachsen

FACTS AND FIGURES

Verkehrsunternehmen im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg |
Transportation companies in Berlin and Brandenburg
Eisenbahnverkehrsunternehmen
Railway companies
DB AG

DB Regio AG, Regio Nordost

Potsdam

NEB

NEB Betriebsgesellschaft mbH

Berlin

ODEG

ODEG – Ostdeutsche Eisenbahn GmbH

Berlin

OLA

Ostseeland Verkehr GmbH (Marke: Märkische Regiobahn)

Berlin

PEG

Prignitzer Eisenbahn GmbH

Putlitz

S-Bahn

S-Bahn Berlin GmbH

Berlin

Bus-, U-Bahn- und Straßenbahnverkehrsunternehmen
Bus, underground and tram companies
Günter Anger Güterverkehrs GmbH & Co. Omnibusvermietung KG

Potsdam

BBG

Barnimer Busgesellschaft mbH

Eberswalde

Behrendt

Fritz Behrendt OHG

Lehnin

BEX/BVB

Bayern Express & P. Kühn Berlin GmbH, Bus-Verkehr-Berlin KG

Berlin

BMO

Busverkehr Märkisch-Oderland GmbH

Strausberg

BOS

Busverkehr Oder-Spree GmbH

Fürstenwalde

BVG

Berliner Verkehrsbetriebe, AöR

Berlin

CV

Cottbusverkehr GmbH

Cottbus

Glaser

Omnibusverkehr Armin Glaser

Wiesenburg

Herz

Herz-Reisen GmbH

Zossen

HVG

Havelbus Verkehrsgesellschaft mbH

Potsdam

Lange

Omnibusunternehmen Hans-Hermann Lange

Görzke

Lehmann

Lehmann Reisen GmbH

Falkenberg

LEO

Omnibuscenter LEO-Reisen (ab 1.5.2011)

Cottbus-Gallinchen

NLS

DER NIEDERLAUSITZER – Reisebüro Günther Pietzsch (bis 7.2.2011)

Klettwitz

NV

Neißeverkehr GmbH

Guben

Obst

Omnibusbetrieb Obst

Bad Liebenwerda

ORP

Ostprignitz-Ruppiner Personennahverkehrsgesellschaft mbH

Kyritz

OVG

Oberhavel Verkehrsgesellschaft mbH

Oranienburg

Reich

Arno Reich GmbH

Jüterbog

RVS

Regionale Verkehrsgesellschaft Dahme-Spreewald mbH

Luckau

SAT

Sabinchen Touristik GmbH

Treuenbrietzen

SBN

Südbrandenburger Nahverkehrs GmbH

Senftenberg

Schmidt

Taxi/Fahrschule/Busverkehr Schmidt (ab 24.3.2011)

Lauchhammer

SRS

Schöneicher-Rüdersdorfer Straßenbahn GmbH

Schöneiche b. Berlin

STE

Strausberger Eisenbahn GmbH

Strausberg

SVF

Stadtverkehrsgesellschaft mbH Frankfurt (Oder)

Frankfurt (Oder)

UVG

Uckermärkische Verkehrsgesellschaft mbH

Schwedt

VBBr

Verkehrsbetriebe Brandenburg a. d. Havel GmbH

Brandenburg a. d. Havel

VG OSL

Verkehrsgesellschaft Oberspreewald-Lausitz mbH

Senftenberg

VGB

Verkehrsgesellschaft Belzig mbH

Belzig

VGP

Verkehrsgesellschaft Prignitz mbH

Perleberg

ViP

ViP Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH

Potsdam

VTF

Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming mbH

Luckenwalde

•

VerkehrsManagement Elbe-Elster GmbH

Finsterwalde

Wetzel

Omnibusbetrieb Wetzel

Cammer

WS

Woltersdorfer Straßenbahn GmbH

Woltersdorf

Anger

Stand 01.08.2011

113

114

ZAHLEN UND FAKTEN

Mitglieder des VBB-Aufsichtsrates (Stand 1. August 2011)
Members of the VBB Supervisory Board

Vorsitzender:

Peer Giesecke | Landrat

Landkreis Teltow-Fläming

1. stellvertr.
Vorsitzender:

Rainer Bretschneider | Staatssekretär

Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft
des Landes Brandenburg

2. stellvertr.
Vorsitzende:

Maria Krautzberger | Staatssekretärin

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
des Landes Berlin

Mitglieder:

Carsten Billing

Landkreis Spree-Neiße

Carsten Bockhardt | Erster Beigeordneter

Landkreis Barnim

Bernd Brandenburg | Beigeordneter

Landkreis Uckermark

Markus Derling | Beigeordneter

Stadt Frankfurt (Oder)

Burkhard Exner | Bürgermeister

Landeshauptstadt Potsdam

Rudolf Keseberg | Ministerialdirigent

Ministerium des Innern des Landes Brandenburg

Grit Klug | Erste Beigeordnete

Landkreis Oberspreewald-Lausitz

Dr. Friedemann Kunst | Senatsdirigent

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
des Landes Berlin

Joachim Künzel | Senatsrat

Senatskanzlei des Landes Berlin

Stephan Loge | Landrat

Landkreis Dahme-Spreewald

Holger Lossin

Landkreis Prignitz

Hans-Werner Michael | Ministerialrat

Ministerium der Finanzen des Landes Brandenburg

Ralf Reinhardt | Landrat

Landkreis Ostprignitz-Ruppin

Dr. Heike Richter

Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg

Steffen Scheller | Bürgermeister

Stadt Brandenburg an der Havel

Gernot Schmidt | Landrat

Landkreis Märkisch-Oderland

Dr. Burkhard Schröder | Landrat

Landkreis Havelland

Karl-Heinz Schröter | Landrat

Landkreis Oberhavel

Günter Schulz | Senatsrat

Senatsverwaltung für Finanzen des Landes Berlin

Christian Stein | Erster Beigeordneter

Landkreis Potsdam-Mittelmark

Eberhard Stroisch

Landkreis Elbe-Elster

Frank Szymanski | Oberbürgermeister

Stadt Cottbus

Manfred Zalenga | Landrat

Landkreis Oder-Spree

Die Struktur der VBB GmbH | Structure of the VBB GmbH
Land Berlin
Gesellschafteranteil: 33 1/3 %

Land Brandenburg
Gesellschafteranteil: 33 1/3 %

14 Landkreise
4 kreisfreie Städte
Gesellschafteranteil: 33 1/3 %

Gesellschafterversammlung
Aufsichtsrat
Geschäftsführer
Hans-Werner Franz
Gremien

Bereiche der
VBB GmbH

Beirat der
Gesellschafter
Planung und
Fahrgastinformation

Beirat der
Verkehrsunternehmen
Tarif und
Marketing

Fahrgastforum

Einnahmenaufteilung
und Wirtschaftsführung

SPNV-Beirat

Center für Nahverkehrsund Qualitätsmanagement

FACTS AND FIGURES

11 5

1300
1.260

1.256
1250

1.237

1.227

1200

1.176

1150

1.185

1.266

1.240

gesamt

Entwicklung Verbundfahrgastzahlen (in Mio.) |
Development of network passengers (in millions)

1.197

1.136

1100

3,22

3,25

3,28

3,36

3,44

3,39

3,40

3,45

3,47

2000

3,11

2,91

1.061
1000

2001

2002

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

täglich

1050

Entwicklung der Fahrgeldeinnahmen (in Mio. Euro) |
Development of fare income (in million euros)
1.059*
1050

1.023
996
954

965

950
901
900

872

850
794

800

1,2%

3,3%

2,6%

3,5%

2002

5,9%

2001

3,3%

2000

700

9,8%

717

10,7%

-6,2%

727

5,1%

750

764

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

Gegenüberstellung der Entwicklungen Verbundfahrgastzahlen und Fahrgeldeinnahmen |
Comparison of the development of passengers and fare income (in millions)
1250
1200
1150
1100
1050
1000
950
900
850
800
750
700

1.256
1.176

1.185

1.197

1.227

1.237

1.240

1.260

1.136

1.059*

1.061

872

2000

954

965

2006

2007

996

1.023

901

794

764
727

1.266

717
2001

2002

2003

2004

2005

Fahrgäste (in Mio.) | Passengers (in millions)
Einnahmen (in Mio. Euro) | Income (in million euros)
Stand: 16.06.2011
* Auf der Basis monatlicher Meldungen ermittelt | Determined on the basis of monthly reports

2008

2009

2010

Veränderung gegenüber Vorjahr

1000

11 6

V
ZA
O HR LWEONR U
T ND FAKTEN

Anteil der einzelnen Fahrausweisgruppen an den Fahrgeldeinnahmen |
Share of fare income from individual ticket groups

Einzelfahrausweise
Tageskarten
Gruppenkarten

26,7 %
5,7 %
1,4 %

7-Tage-Karten jedermann
Monatskarten jedermann
Abonnement jedermann
Jahreskarte jedermann

1,7 %
12,2 %
17,6 %
7,2 %

7-Tage-Karten Azubi/Schüler
Monatskarten Azubi/Schüler
Abonnement Azubi/Schüler
Jahreskarte Azubi/Schüler

0,2 %
6,4 %
3,6 %
0,5 %

Semesterticket
VBB-Abo 65plus
Sonstige Tarifangebote

4,4 %
3,0 %
9,6 %

Stand 2010

Zugkilometer im Regionalverkehr (in Mio. km) |
Train kilometres in regional traffic (in million km)

Zugkilometer S-Bahn* (in Mio. km) |
Train kilometres – S-Bahn (in million km)

Jahr

Berlin

Brandenburg

VBB

Jahr

Berlin

Brandenburg

VBB

2000

5,6

32,2

37,8

2000

27,8

3,5

31,3

2001

5,8

32,8

38,6

2001

27,8

3,4

31,3

2002

5,9

32,8

38,7

2002

28,5

3,4

31,9

2003

6,2

32,8

39,0

2003

29,0

3,4

32,4

2004

6,1

32,2

38,3

2004

29,0

3,4

32,4

2005

6,0

32,1

38,1

2005

29,1

3,5

32,6

2006

6,0

31,3

37,3

2006

28,9

3,5

32,4

2007

6,1

30,2

36,3

2007

29,1

3,4

32,5

2008

6,1

30,3

36,4

2008

29,2

3,4

32,6

2009

6,1

30,2

36,3

2009

29,0

3,5

32,5

2010

6,1

30,3

36,4

2010

29,0

3,5

32,5

* Vertraglich vereinbarte Verkehrsleistung |
Contractually agreed service

F A C T RS UANNNDI NFGI GTUI RT EL ES

Nutzwagenkilometer im übrigen ÖPNV (in Mio. km) |
Public transportation car kilometres in other public
transit modes (in million km)

Einwohnerzahl (in Mio.) |
Inhabitants (in millions)

Jahr

Berlin

Brandenburg

VBB

Jahr

Berlin

Brandenburg

VBB

2000

260,4

89,2

349,6

2000

3,382

2,602

5,984

2001

261,4

89,3

350,7

2001

3,388

2,593

5,981

2002

264,7

89,2

353,9

2002

3,392

2,582

5,975

2003

255,2

88,6

343,8

2003

3,388

2,575

5,963

2004

245,3

91,4

336,7

2004

3,388

2,568

5,956

2005

241,0

88,8

329,8

2005

3,395

2,559

5,955

2006

239,0

88,1

327,1

2006

3,404

2,548

5,952

2007

234,3

87,7

322,0

2007

3,416

2,536

5,952

2008

220,8

89,3

310,1

2008

3,361

2,539

5,900

2009

230,6

90,1

320,7

2009

3,432

2,523

5,954

2010

231,0

91,8

322,8

2010

3,461

2,503

5,964

891

29.476

30.367

3.884

85

196

Fläche in

km2

Einwohnerdichte 2010

Haltestellen 2010 |
Stops 2010
Haltestellen und Bahnhöfe je bedientes Verkehrssystem |
Stops and stations per transportation system

Berlin

Brandenburg

VBB

Regional- und Fernbahnhöfe* | Regional and long-distance stations*

21

316

337

S-Bahnhöfe | S-Bahn stations

132

34

166

U-Bahnhöfe | Underground stations

173

–

173

Straßenbahnhaltestellen | Tram stops
Bushaltestellen | Bus stops

375

220

595

2.736

9.193

11.929

11

2

13

Berlin

Brandenburg

VBB

243

839

1.007

Fährhaltestellen | Ferry stops
* bestellte und bediente Stationen | Stations contracted and serviced

Linien 2010* |
Lines 2010*
VBB Linien | VBB lines
Linien in Berlin und Brandenburg insgesamt | Total:
Regionalverkehr | Regional traffic

18

40

40

S-Bahn | S-Bahn

15

10

15

U-Bahn | Underground

10

–

10

Straßenbahn | Tram

24

22

44

Bus | Bus

170

764

889

O-Bus | O-bus

–

2

2

Fähre | Ferry

6

1

7

* bestellte Tageslinien (ohne Nachtverkehr) | Day lines (without nights) contracted

117

12 0

VERKEHRSVERBUND – MENSCHEN, BILDER UND GESCHICHTEN

Verkehrsverbund –
Menschen, Bilder und
Geschichten
Verkehrsverbund –
People, Pictures and
Stories

VERKEHRSVERBUND – PEOPLE, PICTURES AND STORIES

121

Titel, Seite 6, Herr Fetzer, Regionalbahn Triebfahrzeugführer, Prignitzer Eisenbahn GmbH | Regionalbahn driver

ANKUNFT, f., obschon an und ab sich sonst gegenüberstehn, so drückt doch das frühere ankunft gerade aus was das heutige
abkunft, nemlich ursprung und abstammung; Willegis, deiner ankunft nicht vergisz. ZINKGR. 2, 25
„Ich mache gerade die Ansagen für den Hauptbahnhof oben, das heißt für die Gleise 11–14, und die Kollegin, die im anderen Raum sitzt, macht den Hauptbahnhof unten, weil das für uns – betrieblich gesehen – zwei verschiedene Bahnhöfe
sind. Bei uns dreht sich eigentlich alles um die Monitore. Das Herzstück ist unsere IRIS, da werden alle wichtigen Meldungen vom Pünktlichkeitsmanager und von der Transportleitung eingespeist. Wenn ein Zug später ankommt, wegen Bauarbeiten zum Beispiel, rufe ich eine automatische Ansage auf, die spielt die Anlage dann selbständig alle 5 oder 10 Minuten
ab. Außerdem habe ich ein Ansagegerät, womit ich die Live-Ansagen mache. Es gibt Richtlinien, die besagen, wann
wir welche Ansagen machen, eine geänderte Wagenreihung muss zum Beispiel ab 20 min vor der Ankunft des Zuges
angesagt werden. Manchmal ändert sich auch kurzfristig etwas, ein Gleiswechsel oder so, da muss man sofort handeln.
Die Zugzielanzeigen werden ebenfalls von hier in Spandau aus gesteuert, das sind die Schrifttafeln an den Bahnsteigen,
außerdem mache ich Personenausrufe oder Sonderansagen, die mir die Servicemitarbeiter telefonisch durchgeben. Es
gibt aber auch Ansagen, die löst der Zug selbständig bei der Ankunft im Bahnhof aus.“
Kathrin Trusch wurde 1970 in Neuruppin geboren und ist in Rangsdorf aufgewachsen. 1986 absolvierte sie in Berlin eine Ausbildung zum Facharbeiter für Eisenbahnbetrieb und arbeitete zunächst als Aufsicht in Schönefeld, dann als Zugansagerin auf den Bahnhöfen Spandau, Zoologischer
Garten, Nauen. Seit 2006 arbeitet sie als regionale Zugansagerin im Ansagezentrum Spandau, ihre Stimme ist seitdem u. a. am Hauptbahnhof
zu hören.
Kathrin Trusch was born in Neuruppin in 1970 and grew up in Rangsdorf. In 1986 she completed her education as a specialist for railway operations and first worked in Inspection in Schönefeld, then as an announcer at the stations in Spandau, Zoologischer Garten and Nauen. Since
2006, she has been working as regional announcer in the Spandau Announcement Centre. Since that time her voice can be heard at, amongst
other places, the Berlin Hauptbahnhof.
Seite 7, Kathrin Trusch, Ansagezentrum Spandau, DB Station&Service AG | Spandau Announcement Centre

Seite 10/11, Gleisbauarbeiter, INFRACON railway and civil engineering UG | Track worker

12 2

VERKEHRSVERBUND – MENSCHEN, BILDER UND GESCHICHTEN

Seite 12, Herr Jenicke, Triebfahrzeugführer, BVG Berliner Verkehrsbetriebe AöR | Trainer driver

BUS, m. osculum, kus, gen. busses wie kusses: grüsze mumen Lenen und gib ir einen bus von meinetwegen. LUTHER 5, 268b
„Ein oder zwei Mal im Monat fahre ich auch selbst Bus, denn wir Gruppenleiter müssen ja den Bezug zur Praxis behalten.
Das ist eine wunderschöne Tätigkeit. Man hat viel mit Menschen zu tun, man kommt überall rum und ich persönlich finde, es ist auch ein erhabenes Gefühl, so einen Bus zu lenken. Meine Familie meint immer: Ich fahre besser Bus als PKW.
Ansonsten bin ich als Gruppenleiterin hauptsächlich für die Betreuung der Fahrer zuständig. Wir begleiten die Fahrer auf
dem Bus und schauen, wo vielleicht Schwierigkeiten für den Fahrer auftreten und ob er selbst noch irgendwo Verbesserungsbedarf hat. Und dann kümmern wir uns um die Linien, das heißt, wir schätzen ein, an welchen Stellen Unfallschwerpunkte sind und versuchen zusammen mit dem Produktmanagement zu klären, wie wir diese beseitigen können. Man
muss zum Beispiel auf Baustellen achten, die haben ja die Eigenschaft, in die Breite zu wachsen, sodass die Straße immer
schmaler wird. Manchmal könnte auch ein Baumbeschnitt gemacht werden, damit eine Kreuzung besser einsehbar ist,
oder wir versuchen, Parkverbotsschilder zu organisieren, damit die Busfahrer gut an die Haltestellen rankommen. Ich betreue derzeit 95 Fahrer und Fahrerinnen und natürlich unterhält man sich da auch ab und an über Privates. Einige unserer
Männer sind mit Straßenbahnfahrerinnen verheiratet und wir haben auch fünf „Bus-Paare“ auf unserem Betriebshof. Die
meisten hatten ihren Mann bzw. ihre Frau aber schon kennengelernt, bevor sie hier angefangen haben.“
Soja Nickel wurde 1955 in Berlin geboren, wo sie auch heute lebt. Sie hat eine Ausbildung zur Agrotechnikerin und danach ein Studium für
Agrochemie und Pflanzenschutz in Halle absolviert. Mehrere Jahre lang war sie an der Humboldt-Universität zu Berlin in der Forschung tätig und
anschließend im Kulturbereich als Jugendklubleiterin. 1988 hat sie als Busfahrerin bei den Berliner Verkehrsbetrieben angefangen. Seit 1996 ist
sie Gruppenleiterin im Fahrdienst Omnibus der BVG.
Soja Nickel was born in Berlin in 1955, where she still lives today. She was educated as an agro-technician and then studied agro-chemistry
and plant protection in Halle. She worked for years in research at the Humboldt Universität zu Berlin and then in the cultural sector as the head
of a youth club. She began as a bus driver for the Berliner Verkehrsbetriebe in 1988. She has served as Group Manager for busses at the BVG
since 1996.
Seite 13, Soja Nickel, Busfahrerin, BVG Berliner Verkehrsbetriebe AöR | Bus driver

Seite 20, Roswitha Schröder, Produktion, Bombardier Transportation GmbH | Production

VERKEHRSVERBUND – PEOPLE, PICTURES AND STORIES

12 3

CALENDER, m. fasti, calendarium, von calendae: was für wetter steht heute im calender, was schreibt der calender?; machte in
seinem kopfe allerhand calender. Plesse 1, 124
„In der Abteilung Vergabe, die ich leite, geht es um die Vergabe von Verkehrsdienstleistungen, also sprich: die Vorbereitung und Anbahnung von Verkehrsverträgen. Wir kommen ja aus einer Zeit, in der es einen Generalvertrag mit der
DB Regio AG über den gesamten Regionalverkehr in Berlin-Brandenburg gab, der wurde 2002 direkt durch die Länder
Berlin und Brandenburg vergeben und läuft jetzt aber Ende 2012 aus. Wir haben in den letzten zehn Jahren die Leistungen dieses Vertrages in Teilnetze aufgegliedert, die betrieblich und wirtschaftlich zusammenpassen, und sie dann
in einzelnen Ausschreibungen in den Wettbewerb gebracht. Dabei wurde eine rollierende Vergabestrategie entwickelt,
das heißt, wir schreiben nicht alle Verträge auf einen Termin aus, sondern strecken die Zeiträume ein wenig, außerdem
haben die Verträge unterschiedliche Laufzeiten, sodass wir in Zukunft pro Jahr jeweils eine Ausschreibung durchführen
können. So eine Ausschreibung ist ja aufwendig, wir müssen die Gesamtplanung berücksichtigen und darauf achten,
dass die Verkehrsdienstleistungen bei hoher Qualität bezahlbar bleiben. Deshalb geben wir sehr genau die Anzahl der
Fahrten, die Betriebszeiten und auch Knotenzeiten vor. Wir sind in einem Verbundraum und haben wichtige Bahnhöfe in
Berlin-Brandenburg zu Knotenbahnhöfen erklärt, die die Züge zu bestimmten Zeiten anfahren müssen, damit sich optimale Umsteigebeziehungen ergeben. Wir machen auch detaillierte Vorgaben zum Fahrzeugeinsatz, zur Barrierefreiheit,
zum Aufenthaltskomfort, wir sagen, wo Verkaufsstellen und Automaten sein sollen, wir nennen Anforderungen an das
Betriebspersonal, geben Marketingbudgets und Umweltstandards vor. Dafür brauchen wir eine Vorbereitungszeit von
einem halben Jahr bis anderthalb Jahren – je nachdem wie umfangreich das Projekt ist und wie viele Partner drin sind.
Dann wird die Ausschreibung veröffentlicht und das Verfahren beginnt: Die Angebote werden ausgewertet, mit den
Ländern besprochen, dann kommen die Vergabeempfehlungen, schließlich der Zuschlag und vielleicht noch eine Nachprüfung – da sollte man noch mal mit mindestens einem Jahr rechnen.“
Thomas Dill wurde 1965 in Potsdam geboren, ist im Landkreis Potsdam-Mittelmark aufgewachsen und lebt heute in der Stadt Brandenburg. Er
hat in Dresden ein Studium zum Diplomverkehrsingenieur absolviert und arbeitet seit dem 1. Juli 1997 als Projektleiter beim Verkehrsverbund
Berlin-Brandenburg. Seit 2005 ist er Abteilungsleiter für Vergabe im Center für Nahverkehr und Qualitätsmanagement des VBB.
Thomas Dill was born in Potsdam in 1965, grew up in the County of Potsdam-Mittelmark and nowadays lives in the City of Brandenburg. He
studied transportation engineering in Dresden and has been working as a project manager at the Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg since
1 July 1997. Since 2005, he has been Department Head for Contracting in the VBB Centre for Public Transportation and Quality Management.
Seite 21, Thomas Dill, Abteilungsleiter Vergabe, VBB Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg GmbH | Department Head Contracting

Seite 22, Frau Meier, S-Bahn Triebfahrzeugführerin, S-Bahn Berlin GmbH | S-Bahn driver

12 4

VERKEHRSVERBUND – MENSCHEN, BILDER UND GESCHICHTEN

DURCHFAHRT, f. 1. das durchfahren, transvectio. die durchfahrt zwischen den klippen ist gefährlich. hemmten nicht hohlweg
und verschneiete gründe die durchfahrt VOSS. 2. in einem gewässer eine seichte stelle, untiefe, auf den eisenbahnen ein durchschnitt
„Unsere Leitstelle ist zuständig für den gesamten Verkehrsablauf des Verkehrsbetriebes, sie überwacht den Bus- und
Straßenbahnverkehr auf allen Linien. Wenn eine Störung auftritt, greift die Leitstelle entsprechend ein – die Fahrgäste
werden informiert, dann werden Ersatzbusse oder Ersatzstraßenbahnen eingesetzt, Umleitungsstrecken eingerichtet und
Maßnahmen eingeleitet, damit die Störung beseitigt werden kann. Wenn ein Bus liegenbleibt, dann kann der nächste
Bus eventuell überholen, aber wenn eine Straßenbahn liegenbleibt, kommen die anderen Straßenbahnen dahinter nicht
vorbei. Dann muss man andere Mittel einsetzen und eine Möglichkeit ist bei uns der Taxi-Schienenersatzverkehr, da
werden Taxis organisiert, die in dem jeweiligen Streckenbereich unsere Kunden befördern, bis wir Ersatzbusse organisiert
haben. Störungen entstehen in erster Linie durch Unfälle, aber natürlich gibt es auch Fahrzeugschäden. Da haben wir
die Möglichkeit, Werkstattpersonal oder Außendienstmitarbeiter zuzuführen, die entsprechend geschult sind und das
Fahrzeug erstmal von der Strecke holen, damit wir den Verkehr aufrechterhalten können. Und dann gibt es noch die
witterungsbedingten Störungen. Der letzte Winter war in dieser Hinsicht ein Riesenproblem, wir mussten nachts einen
enormen Aufwand betreiben, um die Strecken freizuhalten. Es gab so viele Schneefälle, Verwehungen und eingefrorene
Oberleitungen, das kann man sich gar nicht vorstellen. Wir waren ja im Land Brandenburg der einzige Verkehrsbetrieb,
der im Prinzip rundweg gefahren ist, andere Verkehrsbetriebe mussten sogar Verkehr einstellen. Aber am vergangenen
Wochenende hatten wir hier so starke Regenfälle, dass wir aufgrund des hohen Wassers auf den Straßen auch nicht mehr
durchgehend fahren konnten. Das sind so die Probleme, die uns in der letzten Zeit beschäftigen.“
Klaus Dutschke wurde 1953 in Weißwasser geboren und ist in Cottbus aufgewachsen. Seit 1971 lebt er in Potsdam. Er hat zunächst eine Ausbildung zum Fahrzeugschlosser absolviert und auch bis 1989 in dem Beruf gearbeitet. Danach war er 20 Jahre lang als Straßenbahnfahrer in
Potsdam tätig und seit 2009 arbeitet er als Fahrdienstleiter in der Leitstelle der Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH.
Klaus Dutschke was born in Weißwasser in 1953 and grew up in Cottbus. He has been living in Potsdam since 1971. He was first educated as a
automobile mechanic and worked in the field until 1989. Then he worked for 20 years as a tram driver in Potsdam and since 2009 he has been
working as a traffic controller in the control centre of the Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH.
Seite 23, Klaus Dutschke, Leitstellenmitarbeiter, ViP Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH | Traffic controller

EISENBAHNNETZ, n., die wie fäden eines netzes sich ausbreitende verbindung von eisenbahnen
„Ich habe meinen Kindheitstraum wahrgemacht. Meine Mutter war bei der Eisenbahn und das hat mich so fasziniert,
dass ich erst eine Eisenbahn zu Hause hatte und dann beschlossen habe, ich werde auch Lokführer. Ich könnte mir nichts
Besseres vorstellen, nur der Dienstbeginn ist unchristlich in der Früh – zwischen 3.30 und 4.00 – da muss ich meine
Eisenbahn vorbereiten, schauen, ob sämtliche Betriebsstoffe, wie Diesel, Öl und Wasser, ausreichend vorhanden sind,
Verbandskasten überprüfen, Bremsprobe machen usw. Wenn alles in Ordnung ist, kann ich meine Fahrt antreten. Meistens fahre ich auf der Strecke von Berlin Lichtenberg über Oranienburg, Löwenberg nach Templin und ab und an habe ich
das Vergnügen, in der Prignitz zu fahren. Aber ich kenne selbstverständlich auch andere Strecken. Ich fahre ja schon seit
1989 Eisenbahn, einmal bin ich sogar mal nach Konstanz gefahren. Für jede Strecke, die man fährt, muss man eine Streckenkenntnis erwerben, damit man die Gegebenheiten der Strecke und die Bahnhöfe kennenlernt, weiß, wo die Signale
stehen und wie die Gefälle sind, außerdem haben wir bestimmte Streckengeschwindigkeiten. Meine Lieblingsstrecke war
früher Neuruppin nach Rheinsberg, die existiert so nicht mehr, da fuhr man so schön durch den Wald, am See vorbei.“
Ingo Weiß wurde 1970 in Neuruppin geboren und lebt auch heute noch im Landkreis Ostprignitz-Ruppin, einem der schönsten Landstriche, wie er
findet. 1989 hat er eine Ausbildung zum Schlosser mit Spezialisierung zum Triebfahrzeugführer abgeschlossen. Seit nunmehr 14 Jahren arbeitet
er als Lokführer bei der Prignitzer Eisenbahn.
Ingo Weiß was born in Neuruppin in 1970 and still lives in the County of Ostprignitz-Ruppin, one of the most beautiful areas there is, as he says.
He completed his education as a mechanic specialized on locomotives in 1989. He has now been working as a driver at the Prignitz Eisenbahn
for more than 14 years.
Seite 28, Ingo Weiß, Regionalbahn Triebfahrzeugführer, PEG Prignitzer Eisenbahn GmbH | Regionalbahn driver

VERKEHRSVERBUND – PEOPLE, PICTURES AND STORIES

12 5

Seite 29 Herr Falkenthal, Mitarbeiter Bus-Werkstatt, OVG Oberhavel Verkehrsgesellschaft mbH |
Bus workshop employee

Seite 32/33, Team Stadler, Produktion, Stadler Pankow GmbH | Stadler production team

FAHRGELD, n., portorium, fahrlohn, fuhrlohn, auch wegegeld, brückengeld
„Wenn ich morgens ankomme, dann fahre ich meinen PC hoch und bereite alles vor und anschließend wird der Verkaufsraum geöffnet oder aber meine Kollegin ist schon da und ich komme dazu. Also, ich sitze wirklich den ganzen
Tag am Schalter und verkaufe Fahrkarten. Und was halt noch nebenbei zu erledigen ist: Prospekte nachlegen oder die
Tagesabrechnung machen oder telefonische Auskünfte geben. Im Verkehrsverbund weiß ich viele der Fahrtkosten auswendig – also vor allem die nächstliegenden Orte, die am häufigsten gelöst werden und natürlich kennen wir auch viele
Kunden. Wenn meine Kollegin und ich hier in Angermünde auf ein Stadtfest gehen, dann sind wir nur am Grüßen, man
ist wirklich bekannt wie ein bunter Hund, sag ich immer. Und auch da auf der Straße werde ich nach Fahrpreisen gefragt
oder nach unseren Sonderfahrten, das passiert. Als ich in der Lehre war, hat mal eine Buchhalterin zu mir gesagt, dass
ich für das Kaufmännische gut geeignet bin, weil ich auf jeden Cent achte. Mathe war zwar nicht mein Lieblingsfach,
muss ich sagen, aber beim Geld nehme ich es mit den Zahlen sehr genau. Das macht schon Spaß, dem Kunden dann das
Günstigste herauszusuchen.“
Ramona Gadenne wurde 1979 in einem Dorf in der Nähe von Angermünde geboren und da lebt sie auch heute noch. Nach einer Ausbildung
zur Bürokauffrau bei der Uckermärkischen Verkehrsgesellschaft (UVG, damals PVG) wurde sie direkt in die Anstellung übernommen. Seit 2000
arbeitet sie als Verkaufs- und Beratungsfachkraft im wiedereröffneten UVG-Kundencenter Angermünde.
Ramona Gadenne was born in a village near Angermünde in 1979 and still lives there. Following an education as a clerk at the Uckermärkische
Verkehrsgesellschaft (UVG, formerly PVG), she was taken on as an employee. She has been working as a sales and consulting clerk in the UVG
Angermünde Customer Centre since 2000.
Seite 34, Ramona Gadenne, Kundenbetreuerin, UVG Uckermärkische Verkehrsgesellschaft mbH | Customer service agent

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VERKEHRSVERBUND – MENSCHEN, BILDER UND GESCHICHTEN

GLEIS, n., bezeichnet die fortlaufende wagenspur, gewöhnlich werden die furchen beider räder darunter verstanden. die völlige
umkehrung des verkehrswesens im letzten jahrhundert hat zur folge gehabt, dasz gleise zunächst die vorstellung von den schienensträngen der eisenbahn wachruft. gleise in nicht-sinnlichen übertragungen: als gewohnte bahn des denkens, lebens, wirkens
„Ich fahre eine Straßenbahn, die nennt man Gothawagen. Wir haben insgesamt sechs davon – das sind unsere Hauptlinienwagen. Die sind Baujahr 1959 – 1961, haben eine beigefarbene Karosserie und oben werden auf einem Band die
Endhaltestellen angezeigt. Es macht sehr viel Spaß, diese Bahn zu fahren, weil man sich wirklich konzentrieren muss. Da
ist noch nicht so viel Technik dran. Auf der linken Seite ist unsere Kurbel, die drehen wir im Uhrzeigersinn – je nachdem
wie schnell wir fahren möchten – auf die entsprechenden Fahrkontakte und entgegen dem Uhrzeigersinn auf die Bremskontakte, damit wir wieder zum Stehen kommen. Die Strecke, die ich fahre, ist 5,8 km lang, das ist eine Fahrzeit von 16
Minuten. Sie geht an der Woltersdorfer Schleuse los, weiter am Krankenhaus vorbei, man sieht verschiedene Eisdielen,
Pizzerien und Wohnhäuser - bis zum Bahnhof Rahnsdorf. Kurz davor ist halt noch ein Stückchen Wald, das wir durchfahren, und das wars dann eigentlich auch schon. Aber wenn man die Umgebung betrachtet und die Menschen, die sich hier
im Ort bewegen, dann entdeckt man auch immer wieder was Neues. Und wir haben viele Besucher hier, die extra wegen
der Gothawagen herkommen und Bilder davon machen, die das toll finden, dass die überhaupt noch fahren.“
Fabian Mill wurde 1985 in Rüdersdorf geboren und wuchs erst in Erkner, dann in Woltersdorf auf, wo er auch heute noch lebt. Der gelernte
Fachverkäufer für Fleischerei hat 2009 eine Ausbildung zum Straßenbahnfahrer bei der Woltersdorfer Straßenbahn GmbH absolviert. Das Gleis
hat in seiner Familie Tradition – die Tante, der Onkel, die Eltern, ja selbst die Schwiegermutter haben beruflich mit Straßenbahnen zu tun.
Fabian Mill was born in Rüdersdorf in 1985 and grew up first in Erkner and then in Woltersdorf where he still lives today. He was educated as a
butcher’s sales assistant and completed an education as a tram driver at the Woltersdorfer Straßenbahn GmbH in 2009. Rails have a tradition in
his family – his aunt, parents, and even his mother-in-law have worked with trams.
Seite 35, Fabian Mill, Straßenbahn Triebfahrzeugführer, Woltersdorfer Straßenbahn GmbH | Tram driver

Seite 40, Bundespolizei am Berliner Hauptbahnhof | Federal Police at the Berlin Hauptbahnhof

HALTEPUNKT, m., punkt der zum anhalt und zur stütze dient; in abgezogenem sinne: in der kraft des lebendig machenden
wortes den wahren haltpunkt erkennen... BECKER 14, 398. dann auch punkt wo angehalten, still gehalten wird, namentlich mit dem
eisenbahnzuge
„An Bahnhöfen findet Leben statt, Menschen kommen an, Menschen steigen um, Menschen fahren ab. Und in der Bahnhofsmission haben wir es im engeren wie im weiteren Sinne ebenfalls mit Reisenden zu tun. Man kann sich bei uns über
die Weiterfahrt informieren, wir bieten Hilfe an, wenn etwas verloren gegangen oder im Zug liegen geblieben ist, wenn
Angehörige informiert werden müssen. Und die anderen Reisenden – das sind Reisende durchs Leben, die nicht mit dem
Koffer, sondern mit einem Rucksack oder mit der Plastiktüte in der Hand in einer Sackgasse oder auf dem Abstellgleis
angekommen sind. Auch sie finden hier in der Bahnhofsmission einen Punkt, wo sie haltmachen können, wo sie zur Ruhe
kommen können und wo ihnen Möglichkeiten und Wege gezeigt werden, um weiterzugehen, um längerfristig vielleicht
auch etwas zu ändern an ihrem Leben. So verstehen wir unsere Arbeit. Wir sind immer da, sieben Tage in der Woche, 365
Tage im Jahr, und wir nehmen jeden ernst, der hier zur Tür reinkommt. Es ist eine schöne Arbeit. Ich bin seit 13 Jahren in
dieser Bahnhofsmission und es war noch kein Tag wie der andere.“
Ursula Czaika wurde 1954 in Berlin-Köpenick geboren und arbeitete 15 Jahre lang als Zahntechnikerin, bis eine Berufskrankheit sie dazu brachte,
sich neu zu orientieren und ihre Begabung im Umgang mit Menschen zu entdecken. Zunächst arbeitete sie als ehrenamtliche, dann als hauptberufliche Mitarbeiterin in der Bahnhofsmission am Ostbahnhof, seit zwei Jahren ist sie die Leiterin dieses besonderen Haltepunktes.
Ursula Czaika was born in Berlin-Köpenick in 1954 and worked as a dental technician for 15 years until an occupational illness led her to seek
other work and she discovered her talent in dealing with people. First, she did volunteer work, then began employment at the railway mission
at Ostbahnhof; she has served as the head of this special stop for two years.
Seite 41, Ursula Czaika, Leiterin Bahnhofsmission am Berliner Ostbahnhof | Head of Railway Mission at the Berlin Ostbahnhof

VERKEHRSVERBUND – PEOPLE, PICTURES AND STORIES

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Seite 46, Annett Behrendt, Inhaberin und Busfahrerin, Fritz Behrendt OHG | Owner and bus driver

INSICHT, f. für einsicht: gnugsame insicht in die innern theile der dinge haben. LEIBNITZ in Wackernagels leseb. 3, 1, 986
„Mein gelernter Beruf ist Schienenfahrzeugschlosser, inzwischen bin ich aber als Steuerungsmeister im S-Bahnwerk
Friedrichsfelde tätig und u.a. verantwortlich für die Arbeitsorganisation in der Werkstatt und die Einhaltung von Wartungsfristen. Von 2002 – 2010 war ich Mitglied im Betriebsrat S-Bahn Berlin GmbH, zunächst im Personalausschuss und
ab 2006 war ich als Vorsitzender tätig. Da hat sich der Blick auf das Unternehmen wesentlich verändert. Als Betriebsratsmitglied erhält man einen tieferen Einblick in die Betriebszusammenhänge als ein Mitarbeiter, der in einer Werkstatt, im
Fahrbetrieb oder als Aufsicht arbeitet. Die Betriebsräte sind eigentlich kritische Begleiter der Geschäfts- und Unternehmensführung, diese kann aus den fachlichen Erfahrungen der Mitglieder, die ja immer aus den einzelnen Fachbereichen
stammen, einen hohen Nutzen ziehen. Man stellt aber auch sehr schnell fest, an welche Grenzen ein Betriebsrat stößt und
wie schwer es ist, Unterstützung zu organisieren. Die Berliner Medien und Politik, die rechtzeitig auf den Personalabbau
und die Schließung von Werkstätten bei uns hingewiesen wurden, wollten die Konsequenzen davon anfangs nicht wahrhaben. Und auch Geschäftsführer sind oft Rahmenbedingungen und Konzernvorgaben ausgesetzt, die Entscheidungen
erfordern, die wider besseres Wissen getroffen werden müssen. Zu Beginn galt ich selbst unter Kollegen als Nestbeschmutzer, weil ich das eigene Unternehmen öffentlich kritisiert habe, aber als immer offensichtlicher wurde, dass wir
gesetzliche Vorgaben nicht mehr gewährleisten können, wurde die Unterstützung von Seiten der Kollegen so enorm, die
Solidarität wurde so spürbar, das war einfach beeindruckend, was ich da empfunden habe. Das sind die positiven Erfahrungen, die möchte ich nicht missen. 2006 – 2010, das waren schmerzliche Jahre und jetzt sind wir dabei, vieles wieder
aufzubauen, vieles neu zu organisieren und da habe ich die Möglichkeit genutzt, mich mit meinen Erfahrungen im Werk
Friedrichsfelde, das auch reaktiviert wurde, einzubringen und als Steuerungsmeister an diesem Standort zu arbeiten.“
Heiner Wegner wurde 1957 in Prenzlau geboren, ist in Berlin aufgewachsen. 1974 begann er eine Ausbildung zum Schienenfahrzeugschlosser
und ist seitdem in verschiedenen Fachbereichen der DB AG bzw. vormals Deutsche Reichsbahn tätig. Er arbeitete u. a. als Stellwärter, als Fahrzeugdisponent, später auch als Lokführer. Ab 2002 war er Betriebsratsmitglied der S-Bahn Berlin GmbH, von 2006 – 2010 Betriebsratsvorsitzender. Heute arbeitet er als Steuerungsmeister im wiedereröffneten S-Bahnwerk Friedrichsfelde.
Heiner Wegner was born in Prenzlau in 1957 and grew up in Berlin. He began his education as a locomotive mechanic in 1974 and since then
has worked in various departments at the DB AG and formerly Deutsche Reichsbahn. He has worked, amongst other things, as a signalman,
dispatcher and later as a driver. As of 2002, he was a member of the works council at the S-Bahn Berlin GmbH, from 2006 – 2010 Chairman of the
Works Council. Today, he works as the Control Master at the Friedrichsfelde S-Bahn depot.
Seite 47, Heiner Wegner, ehemaliger Betriebsrat bei der S-Bahn Berlin GmbH | Former works council member at the S-Bahn Berlin GmbH

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VERKEHRSVERBUND – MENSCHEN, BILDER UND GESCHICHTEN

JUGEND, f., eine zustandsbildung zum adj. jung, bezeichnet nachher auch junge leute selbst. dein alter sei wie deine jugent.
5 Mos. 33, 25; am längsten behält man, was man in der jugend gelernt hat. SIMROCK sprichw. 280
„In der Berufsschule haben wir Fächer wie Rechnungswesen, Service für Verkehr, Wirtschaftslehre, Englisch und
Sozialkunde. Das sind zwei Tage in der Woche und von Mittwoch bis Freitag sind wir im Praxiseinsatz. Ich bin im
Moment gerade in Schwerin eingesetzt, das ist mein Heimatort und hat sich angeboten. Letzten Donnerstag war
ich bei der Ansage und am Freitag dann in der Zentrale für Sicherheit, Sauberkeit und Service. Da habe ich viele
Telefongespräche entgegengenommen, den Leuten weitergeholfen, die die Notrufsäule betätigt haben, Anrufe
von Fahrdienstleitern angenommen und weitergeben und eine Fundsache in die Fundsachenliste eingetragen.
Und den Besitzer ausfindig gemacht. Das hat geklappt. Es war ein guter Freitag eigentlich. Ja, und dann war
auch schon Feierabend und ich bin nach Hause gefahren. Ich bin jetzt 24 Jahre alt – und gehöre inzwischen
wohl eher zur älteren Jugend. Aber das Gefühl, dass man auch einmal Lehrling war, das werde ich behalten.
Das bleibt. Ich finde es wichtig, dass man später im Berufsleben wie im Umgang mit Lehrlingen nicht vergisst,
wie das war.“
Torsten Kobelt wurde 1986 in Schwerin geboren. Nach einem zehnmonatigen Praktikum im Rahmen des DB-Programms „Chance plus“ hat er
sich 2009 für eine Ausbildung zum Kaufmann für Verkehrsservice entschieden und pendelt seitdem zwischen Berlin und Schwerin. Nach der
Ausbildung würde er gern im Schweriner Hauptbahnhof tätig sein.
Torsten Kobelt was born in Schwerin in 1986. Following a ten-month internship in the framework of the “Chance plus” DB programme, he decided for an education as a transportation service agent in 2009 and commutes between Schwerin and Berlin. When he finishes his education he
would like to work in the Schwerin Main Station.
Seite 48/49, Torsten Kobelt, Auszubildender, DB Regio AG | Apprentice

Seite 54, Herr Schröder, U-Bahn Waschstraße, BVG Berliner Verkehrsbetriebe AöR | Subway-train wash

KUNDE, m. zeuge. Eig. ist der kunde der bekannte. kunde in geschäftlicher beziehung: etwa unserm geschäftsfreund entsprechend. verallgemeinert, ungefähr wie kerl, kumpan, bruder, hervorgegangen vermutlich, wie diese, aus der freundschaftssprache der
zechgenossen
„Mit Arbeitsbeginn komme ich in meinen Dienstantrittsraum, das heißt, ich melde mich zum Dienst bei meiner Disposition,
die informieren mich dann, wenn es Gruppenanmeldungen oder irgendetwas anderes gibt, dann nehme ich mein mobiles
Terminal, also unser Handgerät, packe die Fahrpläne und Prospekte ein, schau noch mal in mein Fach und renn dann auch
schon zum Bahnsteig. Dort bestücke ich meinen Zug mit Fahrplänen und Prospekten, was ich halt mitgenommen habe, und
mache die Bahnsteigbetreuung – bis der Zug abfährt. Sobald der Zug losgefahren ist, gehe ich durch und kontrolliere die
Fahrscheine. Wenn der Zug richtig voll ist, kann ich mir nicht alle Gesichter der Kunden merken. Ganz ehrlich, mir fällt das
schwer. Wir wechseln ja auch innerhalb eines Arbeitstages die Züge. Ich orientiere mich dann daran, wo die Kunden sitzen.
Aber es gibt viele Zugbegleiter bei uns, die sich wirklich die einzelnen Gesichter merken können. Wenn der Zug etwas leerer
ist, dann schaff ich das auch, ohne Frage. Und es gibt natürlich Stammreisende, die man sofort erkennt, mit denen man
auch mal ein Pläuschchen hält oder ein bisschen rumwitzelt. Wie war der Tag, fragen sie dann, das ist immer ganz süß.“
Franziska Schätzle wurde 1986 in Berlin-Lichtenberg geboren und da lebt sie auch heute noch. Sie hat bei der Deutschen Bahn eine Ausbildung
zur Kauffrau für Verkehrsservice absolviert und danach zunächst ein Jahr lang am Hauptbahnhof gearbeitet. Seit 2007 ist sie Service-Mitarbeiterin bei der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH (ODEG).
Franziska Schätzle was born in Berlin-Lichtenberg in 1986 and still lives there today. She completed an education at the Deutsche Bahn as a
transportation service agent and then worked for one year at the Hauptbahnhof. She has been a service agent at the Ostdeutscher Eisenbahn
GmbH (ODEG) since 2007.
Seite 55, Franziska Schätzle, Kundenbetreuerin, ODEG Ostdeutsche Eisenbahn GmbH | Customer service agent

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LEISTUNG, f., in verschiedenen bedeutungen des verbums leisten. erfüllung einer obliegenheit; übernahme einer verpflichtung,
einer zusage; bewährung einer fähigkeit
„Ein typischer Arbeitstag von mir beginnt zwischen 7 und 8 Uhr, entweder gehe ich dann ins Büro oder zu einem unserer
Betriebshöfe, zu den Werkstätten oder den Außenstellen. Dann folgt eine Besprechung auf die nächste, Entscheidungen
müssen getroffen werden, manchmal im Minutentakt. An zwei bis drei Tagen in der Woche habe ich auch Abendtermine
– in der Wirtschaft, in der Politik oder ich halte irgendwo einen Vortrag. Ich bin für die Gesamtsteuerung des Unternehmens und der einzelnen Bereiche darin verantwortlich, für die Vertretung und Vermarktung des Unternehmens nach
außen, für die wirtschaftliche Steuerung, für die Motivation unserer Mitarbeiter und letztendlich auch für die qualitative
Leistungserbringung. Unsere Leistungen sind ja Verkehrsleistungen, wir haben Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen als
Verkehrsträger, das heißt, unsere Fähigkeit besteht darin, Menschen von A nach B durch Berlin zu bewegen – rund um
die Uhr. Wir haben mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung einen Verkehrsvertrag abgeschlossen und gemäß
dem Vertrag verpflichten wir uns, die Mobilität, die der Aufgabenträger bei uns bestellt hat, zu gewährleisten und das
in guter Qualität. Pünktlichkeit, Anschlusssicherheit, Zuverlässigkeit, Sauberkeit, Kundenzufriedenheit – das alles sind
Kennzahlen, an denen wir uns messen lassen.“
Dr. Sigrid Nikutta wurde 1969 in Ostwestfalen geboren und ist von Hause aus Diplompsychologin. Nach dem Studium arbeitete sie 15 Jahre lang
bei der Deutschen Bahn und war dort u. a. für technische und Managementaufgaben zuständig. Seit dem 1. Oktober 2010 ist sie Vorstandsvorsitzende der BVG und lebt seitdem auch in Berlin.
Dr. Sigrid Nikutta was born in eastern Westphalia in 1969 and has a degree in psychology. After graduating she worked for 15 years at the Deutsche
Bahn and, amongst other things, was responsible for technical and management tasks. She has been the CEO of the BVG since 1 October 2010
and has lived in Berlin since then.
Seite 56, Dr. Sigrid Nikutta, Vorsitzende des Vorstands, BVG Berliner Verkehrsbetriebe AöR | Chairwoman of the Board

Seite 57 Herr Rehn, Bahnhofsmarkt Adenauerplatz | Station market

Seite 62, Frau Trüb, Regionalbahn Triebfahrzeugführerin, DB Regio AG | Regionalbahn driver

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VERKEHRSVERBUND – MENSCHEN, BILDER UND GESCHICHTEN

MITARBEITER, m. collaborator. die zwei ersten jahrgänge dieser zeitung geben ein wundersames zeugnis, wie ausgebreitet die
einsicht, wie rein die übersicht, wie redlich der wille der mitarbeiter gewesen. GÖTHE 26, 164
„Ich leite die Tourist-Information Berlin-Brandenburg am Flughafen Schönefeld. Wir haben jeden Tag geöffnet, von 7 bis
22 Uhr. Um 7.30 Uhr landen die ersten Flieger und dann kommen die Gäste an den Counter und möchten wissen: Wie komme ich in dieses oder jenes Hotel und welche Fahrkarte benötige ich dafür? I’m wondering how to get to the citycenter
– das ist wohl die am häufigsten gestellte Frage. Teilweise arbeite ich auch selbst am Counter mit, um den Kontakt zum
Kunden nicht zu verlieren. Sonst kann man ja irgendwann nicht mehr mitreden. Wir sind ein Team von zehn MitarbeiterInnen, einschließlich mir, und arbeiten im Zweischichtsystem – fünf Leute sind sozusagen jeden Tag im Einsatz, damit wir
dem Ansturm, den wir hier zum Glück durch unsere Gäste haben, auch wirklich gewachsen sind. Wir beraten ja auch zu
Sehenswürdigkeiten in Berlin und Brandenburg, buchen Hotelzimmer und verkaufen Fahrkarten. Da ist es schon wichtig,
ein gutes Team zu haben. Das braucht man einfach. Ohne mein Team würden wir das hier nicht stemmen können.“
Caroline Fürll wurde 1982 in Cottbus geboren und ist in Burg (Spreewald) aufgewachsen. Inzwischen lebt die diplomierte Betriebswirtin im
Bereich Tourismuswirtschaft in Berlin und arbeitet für die Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH. Seit 2008 ist sie Teamleiterin der TouristInformation Berlin-Brandenburg am Flughafen Schönefeld sowie zwei weiterer Tourist-Informationen in Potsdam.
Caroline Fürll was born in Cottbus in 1982 and grew up in Burg (Spreewald). In the meantime, she has obtained a degree in the field of tourism
management, lives in Berlin and works for the Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH. She is Team Head of the Tourist Information BerlinBrandenburg at Schönefeld Airport and two other tourist information centres in Potsdam.
Seite 63, Caroline Fürll, Teamleiterin Tourist-Information am Flughafen Berlin-Schönefeld, Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH |
Team Head of the Tourist Information Berlin-Brandenburg at Schönefeld Airport

NEUERUNGEN, f. , 1) die erneuerung, verjüngung, 2) die umgestaltung eines alten oder veralteten zu etwas neuem und zeitgemäszem und die dadurch hervorgebrachte veränderung, die reform
„Ab September haben wir hier in Potsdam eine neue Generation von Fahrscheinautomaten in unseren Fahrzeugen, also
in den Straßenbahnen und Bussen. An denen kann man künftig auch mit Banknoten und mit EC-Karte bezahlen. Darüber
hinaus wurde die ganze Bedienung bzw. Bedienerführung in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Design der Fachhochschule Potsdam verbessert. Die neuen Automaten haben einen Touchscreen-Display, während die alten Automaten noch
Tasten um den Bildschirm herum hatten, außerdem kann man nun über einen der Menupunkte bestimmte touristische Sehenswürdigkeiten wie das Schloß Sanssouci oder den Cecilienhof gezielt auswählen und bekommt dann die entsprechende Fahrkarte. Es wurde auch das komplette Hintergrundsystem der Fahrscheinautomaten verändert, um die Verarbeitung
der Abrechnungsdaten zu vereinfachen bzw. zu automatisieren. Das sind eigentlich die wichtigsten Neuerungen an den
Automaten. Und Marco Schmidt arbeitet hier bei uns als Elektroniker und Vorarbeiter in der Werkstatt, das heißt, er teilt
die anfallende Arbeit bzw. die Mitarbeiter ein, außer ihm haben wir ja noch sechs weitere Elektroniker hier, die unsere
ganzen Anlagen – also die Fahrscheinautomaten, die Fahrgastzählanlagen, die Entwerter, die Anzeigen und Videoüberwachungsanlagen warten und instandsetzen. Er kennt sich also mit der ganzen Technik aus.“
Marco Schmidt wurde laut Steffen Krause – dem Leiter des Bereichs „Informations- und Leittechnik“ bei der ViP Verkehrbetrieb Potsdam GmbH
– 1975 in Potsdam geboren, wo er auch heute lebt. Er arbeitet seit Abschluss seiner Facharbeiterausbildung zum Elektroniker bei der ViP und
ist seit 2010 Vorarbeiter in der Werkstatt. Darüber hinaus hat er eine Weiterbildung zum Meister absolviert und wird demnächst in die Ausbildungsabteilung wechseln.
According to Steffen Krause – the Head of “Information and Control Technology” at the ViP Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH – Marco Schmidt
was born in 1975 in Potsdam where he still lives today. After his education in electronics he started at the ViP and has been foreman of the
workshop since 2010. In addition, he continued his training to become a master and soon he will transfer to the Training Department.
Seite 66, Marco Schmidt, Elektroniker, ViP Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH | Electronic technician

VERKEHRSVERBUND – PEOPLE, PICTURES AND STORIES

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ORT, m. und n. waffe, spitzes werkzeug; ecke, winkel, worin ebenfalls noch die vorstellung des scharfen und schneidenden liegt.
auch verhüllende benennung des heimlichen gemaches; ein von menschen besuchter und benutzter platz, ein platz des öffentlichen
verkehrs
„Ich habe entweder Früh- oder Spätschicht, eben wie es im Dienstplan steht. Die Frühschicht geht von 6 bis 14 Uhr und
die Spätschicht ist dann von 14 bis 22 Uhr. Zunächst gibt es eine Übergabe und dann mache ich meinen Durchgang und
schaue nach, ob die Toiletten sauber sind, ob Hand- und Toilettenpapier da ist und die flüssige Seife aufgefüllt, auch bei
der Duschabteilung schaue ich nach, ob alles korrekt ist. Und dann leere ich die Papierkörbe, die haben wir ja auch. Ab
9 Uhr kommt die zweite Kollegin dazu, dann bedient eine von uns die Herrenseite und die andere die Damenseite. Wir
haben in der Damenseite neun WCs und in der Herrenseite sind es sechs WCs. Das Angebot zu duschen nutzen viele, die
nachts oder morgens mit dem Zug ankommen – und im Sommer ist natürlich generell der Andrang größer. Die Leute bekommen von uns Handtücher und eine Fußmatte, einen Waschlappen, Shampoo und Duschgel kombiniert und einen Fön
– damit sie sich auch die Haare trocknen können und sich nicht erkälten. Manchmal reden die Kunden über das schöne
Wetter oder sie erzählen, dass ein Zug nicht pünktlich war oder dass sie einen langen Zugweg hatten. Die meisten wollen
aber einfach auf die Toilette – und dann schnell weitergehen.“
Gabi Rossa wurde 1965 in Berlin-Mitte geboren und ist dort auch aufgewachsen. Die gelernte Pflegehilfskraft arbeitete 17 Jahre lang bei einem
Gebäudeservice und war für die Aufgangsreinigung in Mietshäusern zuständig. Seit September 2010 ist sie als Servicekraft im WC-Center am
Hauptbahnhof tätig.
Gabi Rossa was born in Berlin-Mitte in 1965 and grew up there. She was educated as a healthcare assistant and worked for 17 years at a facility
management company and was responsible for cleaning staircases in apartment buildings. She has worked as a service agent in the WC Center
at the Berlin Hauptbahnhof since September 2010.
Seite 67, Gabi Rossa, Servicekraft im WC-Center im Berliner Hauptbahnhof, Hering Bau GmbH & Co. KG | Service agent at WC Center at the
Berlin Hauptbahnhof

Seite 72, Frau Zentrich, Straßenbahn Triebfahrzeugführerin, SVF Stadtverkehrsgesellschaft mbH Frankfurt (Oder) |
Tram driver

Seite 73, Frau Grunecke, S-Bahnaufsicht Bahnhof Ostkreuz, DB Station&Service | S-Bahn supervision Ostkreuz
Station

Seite 74, Herr Markwirth, O-Busfahrer, Barnimer Busgesellschaft mbH | Bus driver

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VERKEHRSVERBUND – MENSCHEN, BILDER UND GESCHICHTEN

PASSAGIER, m., (...) der reisende, durchreisende, besonders in einem postwagen oder schiffe. ERBERG 563b
„Als ich 1988 von Mozambique in die DDR kam, hatte ich keine Berufsausbildung. Wir sind dann im Fleischkombinat in
den Bereichen Fleischerei, Schlachthof und Wurstproduktion spezialisiert und eingesetzt worden. Später habe ich auch
Schweißen gelernt und als Schlosser gearbeitet, aber nach einem Bandscheibenvorfall konnte ich nicht mehr auf dem
Bau weiterarbeiten. Seit 2008 bin ich nun Mitarbeiter beim VBB Bus & Bahn-Begleitservice. Die Arbeit macht mir Spaß,
morgens bekommen wir unsere Aufträge und dann fahren wir die Kunden abholen und begleiten sie zu der gewünschten
Zieladresse. Also, sagen wir, eine Kundin will ihre Familie besuchen, ins Kino oder zum Arzt gehen, dann begleite ich sie
hin und zwei oder drei Stunden später dann wieder zurück nach Hause. Wir bringen sie nicht nur zur Haltestelle, sondern
fahren dann bis zum Ziel mit, weil viele Kunden, die wir haben, geh- oder sehbehindert sind, oder es melden sich alte
Menschen, die auf der Straße unsicher sind, und andere wiederum können sich nur schwer in der Stadt orientieren. Wir
helfen ihnen dabei, die richtige U-Bahn zu finden, wir helfen ihnen mit dem Rollator oder Rollstuhl beim Einsteigen.
Manchmal begleiten wir Kunden auch zum Hauptbahnhof, bis zum Zug, und dann fahren sie allein weiter.“
Herr Moussane wurde 1960 in Gaza in Mozambique geboren. Am 1. Mai 1988 kam er in Ost-Berlin an und war zunächst in einem Fleischkombinat
tätig, später arbeitete er als Schweißer und Schlosser auf Montage. Nach einem Bandscheibenvorfall wurde er 2006 arbeitslos und erfuhr im
Internet von dem Bus & Bahn-Begleitservice beim VBB. Im Rahmen einer Arbeitsfördermaßnahme wurde er 2008 vom Jobcenter in das Projekt
vermittelt, 2010 wurde sein Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert. Wie es nach diesem Jahr weitergeht, weiß er noch nicht genau.
Mr. Moussane was born in Gaza in Mozambique in 1960. He came to East Berlin in 1988 and first worked at a meat factory, then as a welder and
metalworker for assembly. He became unemployed following a slipped disk in 2006 and heard about the bus and train escort service at VBB in
the Internet. In the framework of an employment programme, he was hired by the project in 2008; his contract was extended another year in
2010. He does not know exactly what will happen after the year is over.
Seite 75, Julio Moussane, Mitarbeiter VBB Bus & Bahn-Begleitservice | Bus and train escort service

QUALITÄT, f., 1) äuszere oder innere eigenschaft, beschaffenheit, 2) nach franz. qualité (stand, ansehen, rang), von qualität sein,
eine standesperson, angesehen sein
„Wir machen eigentlich alle Arbeiten, die im Gleisbereich anfallen, damit der Bahnbetrieb vernünftig laufen
kann. Wenn jetzt eine Störung vorliegt, eine Gleisverwerfung zum Beispiel oder Schwellen sind lose, fahren
wir los und erledigen das. Es kann auch sein, dass aufgrund von Witterungsbedingungen im Schotterbett ein
kleiner Hügel entsteht oder eine Stelle unterspült wird bzw. sich verschiebt, dann wird das Gleis mit einem
Heber hochgeschraubt und wir stopfen neuen Schotter unter die Schwelle, damit die Schiene wieder richtig
schön gerade liegt. Wir machen auch Vegetationsrückschnitt und Spritzarbeiten gegen Unkraut oder wir stellen
Schilder auf, wenn jetzt irgendwo Geschwindigkeiten heruntergesetzt werden. Viele der Arbeiten werden mit
dem SKL gemacht, das ist ein Spezialkleinwagen mit Kran und Bagger dran, der über die Gleise fahren kann.
Damit werden alle Reparaturen ausgeführt, für die man Maschinenkraft braucht, und für die kleineren Sachen
haben wir unser spezielles Werkzeug, wie die Stopfhämmer und eine Gleiswaage, dabei. Eigentlich bedeutet
Qualität bei uns, dass wir die Arbeiten vor allem sorgfältig ausführen, damit die Sicherheit wieder gewährleistet
ist. Und bei einem guten Gleisbett muss das Lichtraumprofil stimmen, das heißt, da wo der Zug durchfährt, darf
ihn keine Vegetation behindern, dann muss das Gleis gerade liegen, es muss genug Schotter vorhanden sein
und die Schwellen und Kleineisen sollten in Ordnung und fest sein. Das sind eigentlich die wichtigsten Sachen.“
Herr Rördanz wurde 1962 in Lübz (Mecklenburg-Vorpommern) geboren und ist in Ganzlin aufgewachsen, wo er auch heute lebt. Er hat 1983/84
eine Ausbildung zum Seismiker absolviert und auch mehrere Jahre in dem Beruf gearbeitet. 1989 ist er nach Rheinland-Pfalz gezogen und hat
angefangen, im Gleisbau zu arbeiten, 2000 folgte eine Weiterbildung zum Trockenbauer. Seit 2005 arbeitet er als Gleisbauer bei der Prignitzer
Eisenbahn GmbH.
Mr. Rördanz was born in Lübz (Mecklenburg-Vorpommern) in 1962 and grew up in Ganzlin where he lives today. In 1983/84 he was educated as
a seismologist and worked for a number of years in the field. In 1989, he moved to Rheinland-Pfalz and began working as a track worker. In 2000
he was retrained as a dry-waller. He has been working as a track worker at the Prignitzer Eisenbahn GmbH since 2005.
Seite 80/81, Herr Rördanz, Messwagen, PEG Prignitzer Eisenbahn GmbH | Test coach

VERKEHRSVERBUND – PEOPLE, PICTURES AND STORIES

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Seite 84, Herr Engelmann, Fahrdienstleiter Betriebszentrale DB, DB Regio AG | Traffic controller

REINIGUNG, f. In der bedeutung folgt es im ausgebildeten nhd. durchaus dem gebrauche von reinigen; in älterer sprache tritt
vor allem die biblische bedeutung zu tage: reinigung des herzens, der seele, des glaubens
„Die Busse fahren zuerst durch die Waschanlage, dann werden sie betankt und dann kommen sie zu uns in die Halle.
Hier werden die Fenster von innen geputzt, dann werden die Busse ausgefegt, dann wird staubgewischt, die Armaturen,
das Armaturenbrett, die Haltestangen und Haltegriffe werden gereinigt und schließlich wird der ganze Bus gewischt.
Und wenn wir Sonderfahrten haben, müssen auch die Teppiche und Kofferräume gereinigt werden. Die Stadtlinienbusse
haben keinen Kofferraum, die Überlandlinienbusse und die Reiseverkehrsbusse aber schon. Die Reinigung wird meistens
vormittags gemacht, mein Dienstbeginn ist um 7.15 Uhr. Für einen Bus braucht man so zwei bis drei Stunden, das kommt
darauf an, wie schmutzig er ist. Da gibt es große Unterschiede und es ist auch von Jahreszeiten abhängig – im Winter
braucht man länger. Ich würde sagen, das Wischen dauert letztlich am längsten, da muss ja alles abgewischt werden,
auch die Wände. Wir arbeiten immer zu zweit in einer Schicht, aber jede arbeitet dann an einem eigenen Bus. Ich habe
oft mein Kofferradio dabei. Mit Musik geht die Arbeit leichter von der Hand, mit Musik geht alles besser.“
Frau Urban wurde 1952 im Seebad Ahlbeck geboren und lebt seit 1971 in Schwedt. Von 1969 – 1971 absolvierte sie eine Ausbildung zur Verkehrskauffrau und arbeitete zunächst beim damaligen VEB Kraftverkehr Schwedt. Seit 2008 ist sie als Mitarbeiterin der Kraftomnibus-Innenreinigung
bei der Uckermärkischen Verkehrsgesellschaft mbH in Schwedt tätig.
Ms. Urban was born in Albeck in 1952 and has been living in Schwedt since 1971. From 1969 – 1971, she was educated as a transportation clerk
and first worked for the former VEB Kraftverkehr Schwedt. She has been on the bus cleaning staff at the Uckermärkische Verkehrsgesellschaft
mbH in Schwedt since 2008.
Seite 85, Frau Urban, Reinigung, UVG Uckermärkische Verkehrsgesellschaft mbH | Cleaning

Seite 86, Frau Kaufholz, Kundenbetreuerin, OLA Ostseeland Verkehr GmbH | Customer service agent

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VERKEHRSVERBUND – MENSCHEN, BILDER UND GESCHICHTEN

SICHERHEIT, f. securitas, rechtsschutz durch vertrag, bürgschaft, gelübde, feierliche zusage. in allgemeinerem sinne, geschütztsein vor gefahr, zustand, in dem man geborgen ist, sache oder person, die zum schutze dient oder hilft, freiheit vor sorge, sorglosigkeit
„Wir haben hier als Sicherheitsmitarbeiter verschiedene Schichten, die Frühschicht geht von 6.00 – 14.30 Uhr und die
Spätschicht von 14.00 – 22.30 Uhr. In der Zeit fahren wir zu dem jeweiligen U-Bahnhof, für den wir eingeteilt sind, und
machen dort Standstreife bzw. Kontrollgänge. Und dann gibt es die Nachtschicht, die beginnt um 22.00 Uhr, und wenn
in der Woche gegen 1.00 Uhr die U-Bahnhöfe geschlossen werden, gehen wir auf die Nachtbusse. Am Wochenende ist
immer mehr los, da sind ja viele Diskobesucher unterwegs. Aber auch unter der Woche gibt es bestimmte Bahnhöfe, wo
man aufpassen muss, zum Beispiel da, wo die Drogenszene vertreten ist. Unter Sicherheit verstehe ich, dass man vorausschauend dafür sorgt, dass nichts passiert. Wir zeigen in erster Linie Präsenz, es geht darum, dass die Fahrgäste uns
sehen und ein Sicherheitsgefühl bekommen. Und wenn uns Personen auffallen, die zum Beispiel stark angetrunken sind,
müssen wir sie des Bahnhofs verweisen, damit im Gleisbereich nichts passiert, oder wir verständigen die Polizei, wenn sie
ihn nicht mehr allein verlassen können. Wir schreiten auch ein, wenn Fahrgäste belästigt werden. Auf sich selbst achtet
man am besten, indem man in schwierigen Situationen auf die Menschen zugeht, also versucht, mit ihnen zu reden und
sich nicht anstecken lässt, wenn sie aggressiv reagieren, sondern ruhig bleibt. Und dann sind wir ja auch zu zweit. Ich
sage immer: Man soll eben keine Angst haben, man soll Respekt haben. Das ist das Entscheidende.“
Hartmut Kuhr wurde 1950 in Mecklenburg-Vorpommern geboren und lebt seit 1968 in Berlin. Er hat zunächst eine Ausbildung zum Gas- und
Wasserinstallateur absolviert und danach viele Jahre bei der NVA gearbeitet. Seit 1990 ist er als Sicherheitsmitarbeiter tätig, inzwischen bei der
Sicherheitsfirma Securitas, die u. a. Sicherheitsdienste im Auftrag der BVG durchführt.
Hartmut Kuhr was born in Mecklenburg-Vorpommern in 1950 and has been living in Berlin since 1968. He was educated as a gas and water
installer and then worked for a number of years at the army. He has been a security guard since 1990, in the meantime at Securitas which is
contracted by the BVG for security services.
Seite 87, Hartmut Kuhr, Mitarbeiter Sicherheit, SECURITAS Deutschland Holding GmbH & Co KG | Security guard

Seite 92/93, VBB-Aufsichtsratsvorsitzende: Landrat Peer Giesecke, Staatssekretärin Maria Krautzberger,
Staatssekretär Rainer Bretschneider | VBB Chairman of the Supervisory Board: District Administrator
Peer Giesecke, State Secretary Maria Krautzberger, State Secretary Rainer Bretschneider

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TRIEBWAGEN, m., motorisch getriebener wagen. usuell geworden für motorwagen bei der eisenbahn, die ohne kraftzuleitung
fahren: die elektrischen triebwagen der vorortstrecke Berlin-Grosz-Lichterfelde-Ost werden am heutigen sonntag den Berlinern zum
ersten male zeigen, was sie zu leisten vermögen tägl. rundschau 1903, nr. 309
„Ein Triebwagen und ein Beiwagen – das ist eine Einheit und die nennt sich ein Viertelzug. Und ein Vollzug der S-Bahn
besteht aus vier Viertelzügen und dementsprechend ein Halbzug aus zwei Viertelzügen – also Triebwagen, Beiwagen,
Beiwagen, Triebwagen. Früher war nur der Triebwagen mit einem Fahrmotor bestückt und der Beiwagen hatte Laufachsen drin. Heute haben die Wagen fast alle Elektromotoren, aber die alten Bezeichnungen hat man beibehalten. Im
Triebwagen befindet sich der Führerstand, da sind die Fahr- und Bremswähler drin und auch der Fehlerspeicher. Das ist
eine Software, die jeden Fehler, den der Zug kurzzeitig hatte, dokumentiert. Die Daten werden bei uns ausgelesen und
ausgewertet. Und der Wagenmeister kontrolliert den Zug ebenfalls – die Bremsanlage, die Fahrmotoren, ob Schottersteine gegen die Kessel gefallen sind oder Einschlagkerben in den Achsen sind. Dann wird der innere wagenbauliche Zustand
überprüft – die Sitze, Fenster, die Sicherheitseinrichtungen, Warnanlage, Türanlage, die Heizung, die Beleuchtung. Wischwasser wird aufgefüllt, die ganzen Meldeleuchten werden kontrolliert und abschließend wird vom Führerstand aus das
Prüfprogramm durchgeführt. Und wenn das alles fertig ist, gibt es im Prinzip die Freigabe.“
Robby Krafzik wurde 1964 in Berlin geboren. Bei der Berliner S-Bahn ist er seit 1983, er hat als Triebfahrzeugschlosser in der DB-Werkstatt
Grünau angefangen, eine Zeitlang auch als Triebfahrzeugführer gearbeitet und schließlich ein Meisterstudium absolviert. Derzeit qualifiziert er
sich für die Prüfaufsicht.
Robby Krafzik was born in Berlin in 1964. He has been at the S-Bahn since 1983. He started as a locomotive mechanic in the Grünau DB workshop, worked as a driver for some time and then became a master. He is currently training to become an inspector.
Seite 96, Robby Krafzik, Mitarbeiter S-Bahnwerkstatt Grünau, S-Bahn Berlin GmbH | S-Bahn workshop Grünau employee

UNTERGRUNDBAHN, f. , im letzten viertel des 19. jahrh. nach dem zwei menschenalter früher entstandenen engl. underground railway (tram) üblich geworden
„Also ich fahre hauptsächlich die U2 von Ruhleben nach Pankow bzw., seitdem wir hier die Bauarbeiten haben, auch die
U12 von Ruhleben nach Warschauer Straße – das ist ja eine alte Strecke, die jetzt bis November 2011 wieder gefahren
wird. Wenn man hier unten fährt, ist es natürlich dunkel, dann sieht man eigentlich nur die Signale und die Schienen, aber
mich persönlich stört das nicht. Wir haben auch manchmal Tunnellicht, wenn zum Beispiel Arbeiter drin sind, oder wenn
es raus geht, es gibt ja auch Abschnitte, wo man draußen fährt, und dann können sich unsere Augen schon mal daran
gewöhnen, dass man gleich ins grelle Licht kommt. Am Senefelder Platz zum Beispiel – da, wo man raus zur Eberswalder Straße fährt – ist das Tunnellicht meistens an. Ich fahre hier alle Schichten, also Frühschicht, Spätschicht und auch
Nachtschichten, die sind aber bei uns nur am Wochenende. Der Arbeitsbeginn ist immer unterschiedlich, das hängt von
den Abfahrtszeiten ab, manchmal fange ich um 5.36 Uhr an, es gibt aber auch Dienste, die fangen schon um 3.38 Uhr
an, dann hat man aber auch wesentlich früher Feierabend. So ein Dienst ist immer linienbezogen, das heißt, man bleibt
den ganzen Tag auf einer Strecke. Im Moment bin ich zum Beispiel auf dem Potsdamer Platz im Reservedienst und löse
Fahrer raus, damit die mal kurz Pause machen können. Und übermorgen fahre ich dann wieder den ganzen Tag auf der
U12. Ich habe hier unten tolle Kollegen, ich mache das ja schon so lange und irgendwie hat man sich mit den Kollegen so
zusammengeschweißt. Das würde ich nicht mehr eintauschen wollen.“
Gabriele Dörrie wurde 1960 in Berlin geboren, wo sie auch heute noch lebt. Sie hat zunächst Friseuse gelernt und auch mehrere Jahre in dem
Beruf gearbeitet. Von September 1993 bis März 1994 hat sie einen Zugfahrerlehrgang absolviert und arbeitet seitdem als U-Bahn-Zugfahrerin
bei der BVG.
Gabriele Dörrie was born in Berlin in 1960, where she lives today. She was educated as a hairdresser and worked for a number of years in the
field. From September 1993 to March 1994 she trained as a driver and since then has worked as a subway driver at the BVG.
Seite 97, Gabriele Dörrie, U-Bahn Triebfahrzeugführerin, BVG Berliner Verkehrsbetriebe AöR | Subway driver

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VERKEHRSVERBUND – MENSCHEN, BILDER UND GESCHICHTEN

VERKEHR, m. n. umgang, betrieb. in bezug auf die bedeutung ist zu bemerken, dasz verkehr ursprünglich den kaufmännischen
verkehr, ‚umsatz, vertrieb von waaren‘ bedeutete. häufiger hat das wort eine allgemeinere bedeutung, ‚umgang, (gesellschaftliche)
berührung‘: es ist pflicht sowohl gegen sich selbst, als auch gegen andere mit seinen sittlichen vollkommenheiten unter einander
verkehr zu treiben. KANT 5, 315
„Ich arbeite als Mitarbeiter im Referat ‚Finanzierung und Projekte‘ des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und bin dafür verantwortlich, dass Verkehrsvorhaben, die im Bedarfsplan der Bundesregierung stehen, durch den
Abschluss von Einzelfinanzierungsvereinbarungen in die Phase der Realisierung kommen können. Und auch danach werden
die Projekte durch uns weiter begleitet, bis sie fertiggestellt sind. Es gibt Projekte, die haben eine lange Geschichte, ich betreue zum Beispiel die Europäische Hochgeschwindigkeitsstrecke Nord-Süd, das ist ein milliardenschweres Projekt der Europäischen Union, das seit 1996 läuft. Darüber hinaus begleite ich aber auch Projekte in Berlin, u. a. den Umbau des Bahnhofs
Ostkreuz oder die Schienenanbindung Flughafen-Schönefeld. So ein Verkehrsvorhaben muss im Vorfeld natürlich bestimmte
Kriterien der Wirtschaftlichkeit erfüllen, außerdem müssen die verkehrliche Erfordernis und das Baurecht vorliegen. Die
Finanzierung kommt dann aus dem Bundeshaushalt, da gibt es im Bundesverkehrsministerium für den Schienenhaushalt
entsprechend einen Haushaltstitel. Darin wird jährlich neu festgesetzt, wie viel Geld man hat, und dann muss man schauen,
wie man diese Mittel auf die einzelnen Vorhaben unter Berücksichtigung der geschlossenen Finanzierungsvereinbarungen
verteilt. Und die Vorhaben selbst ‚leben‘ ja auch, das heißt, man hat ständig mit planerischen Änderungen zu tun, die oft
auch mit Kostenänderungen verbunden sind; es gibt die verschiedensten Probleme, die bei so einem Bauvorhaben auftreten
können und auch die tollsten Lösungen und Ingenieurleistungen, die man da bewundern kann. Ich verkehre in meiner Arbeit
mit vielen Menschen, das ist auch wichtig, man ist ja auf die Informationen anderer angewiesen, inbesondere auf die der
Bauherren. Man telefoniert viel, aber ich versuche, auch oft vor Ort, also bei bestimmten Gesprächen und Terminen dabei
zu sein. Und ich muss der Hausleitung natürlich Rede und Antwort stehen und entsprechende Entscheidungen vorlegen.
Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich zu meinem 60. Geburtstag 2013 gern wieder mit der S-Bahn bis nach Falkensee
fahren können. Die Strecke bin ich als Kind immer gefahren, sie wurde dann aber im Zuge des Mauerbaus 1961 eingestellt.“
Wolfgang Koch wurde 1953 in Falkensee bei Berlin geboren und ist auch da aufgewachsen. Seit 1981 lebt er in Berlin. Er hat ein Studium zum
Diplomingenieurökonom absolviert und 1979 bei der damaligen Deutschen Reichsbahn als Mitarbeiter angefangen. 1983 wechselte er zum Verkehrsministerium der DDR, das 1990 in das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung übernommen wurde.
Wolfgang Koch was born in Falkensee near Berlin in 1953 and also grew up there. He has been living in Berlin since 1981. He studied industrial
engineering and began to work at the Deutsche Reichsbahn in 1979. In 1983 he moved to the Ministry of Transport of the GDR, which was taken
over by the Federal Ministry of Transport, Building and Urban Development in 1990.
Seite 98, Wolfgang Koch, Abteilung Finanzierung Projekte, Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung | Department of
Project Financing, Federal Ministry of Transport, Building and Urban Development

WARTUNG, f. verbalabstract zu warten, aber nicht in allen bedeutungen des verbums auftretend und jetzt nur noch als ‚pflege‘
üblich. die ursprüngliche bedeutung ‚das ausschauen‘ erscheint nur noch in glossaren, auch die bedeutung ‚das achthaben auf etwas‘
kommt nur vereinzelt vor
„Ich koordiniere die Wartung der Triebfahrzeuge. Wir haben Vorschriften vom Hersteller, die halte ich ein und koordiniere,
wann welches Fahrzeug der Werkstatt zugeführt werden muss. Von meinem Büro aus schaue ich direkt auf die große
Werkstatt. Sie ist 60 x 30 Meter groß, da passen vier Züge rein. Gerade erfasse ich die Betriebsstunden der Fahrzeuge,
um die Wartungsintervalle zu erkennen. Das ist wie beim Auto. Da muss man auch nach 20.000 km zum Ölwechsel und
so ähnlich ist es hier auch. Es gibt unterschiedliche Fristen, es gibt verschiedene Instandhaltungsstufen. An so einem
Fahrzeug muss man eigentlich auf alles Obacht geben, es geht um die Sicherheit der Fahrgäste, um die Sicherheit des
Zugpersonals. Ich kenne die Fahrzeuge und einzelnen Arbeitsschritte sehr genau, aber darauf darf man sich nicht verlassen. Hier macht keiner was allein. Routine wird schnell gefährlich. Wir sind Menschen, also achtet jeder auf jeden und
jeder doppelt auf sich selbst.“
Stefan Horlitz wurde 1973 in Neubrandenburg geboren und arbeitete nach einer Ausbildung zum Industriemechaniker zunächst einige Jahre
bei Talbot in Aachen, dem Hersteller jener Triebwagen, deren Wartung er heute koordiniert. Dann zog es ihn wieder Richtung Heimat. Seit 2006
arbeitet er als Werkstattleiter für die Niederbarnimer Eisenbahn.
Stefan Horlitz was born in Neubrandenburg in 1973 and following his education worked as an industrial mechanic for some years at Talbot in
Aachen, the manufacturer of the locomotives for which he nowadays coordinates the maintenance. Then he returned home. Since 2006 he has
been the Workshop Supervisor for the Niederbarnimer Eisenbahn.
Seite 99, Stefan Horlitz, Wagenmeister, NEB Betriebsgesellschaft mbH | Carriage master

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X, n., der 24. buchstabe des deutschen alphabets, x als zeichen für eine unbekannte (mathematische) grösze, in freier und redensartlicher verwendung
„Wir kontrollieren in Straßenbahnen, Bussen und Fähren. Das sind so an die 50 bis 60 Fahrzeuge am Tag. Es ist ja
nicht so, dass wir weitläufige Strecken mitfahren: Wir steigen ein, rufen auf und das Kontrollieren selbst dauert
maximal ein bis zwei Stationen. Früher waren wir hier in Potsdam in ziviler Kleidung unterwegs, aber inzwischen
haben sich unsere Firma WISAG und die Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH darauf geeinigt, dass wir in Dienstkleidung kontrollieren gehen. Und ich muss sagen, dass das eigentlich sehr vernünftig ist. Wir werden zwar sofort
erkannt, aber ich schreibe genauso viele erhöhte Beförderungsentgelte auf, wie wenn ich in ziviler Kleidung gehe.
Das macht keinen Unterschied. Und vom Prinzip her arbeitet es sich besser in Dienstkleidung. Das kommt bei den
Fahrgästen anders rüber, außerdem können nun auch die Touristen auf uns zukommen und fragen: Wie komme
ich denn zum Schloss Sanssouci oder so. Das ist natürlich eine große Hilfe. Außer den Fahrausweiskontrollen
führen wir für den Verkehrsbetrieb auch einen Begleitservice durch, das heißt, wir sind in der Ferienzeit die ganze
Woche und außerhalb der Ferienzeit am Wochenende immer in den Nachtstunden unterwegs und begleiten die
öffentlichen Verkehrsmittel, damit die Fahrgäste, die im Theater oder bei anderen Veranstaltungen waren, auch
sicher nach Hause kommen. So eine Nachtschicht geht so acht Stunden, in den meisten Fällen arbeiten wir von
21.00 – 5.00 Uhr – bis wirklich der letzte Nachtbus in den Betriebshof fährt.“
Victoria Schiffner wurde 1981 in Potsdam geboren, wo sie auch heute lebt. Sie hat eine Ausbildung zur Köchin absolviert und mehrere Jahre
in dem Beruf gearbeitet. 2006 hat sie eine Weiterbildung zur Sicherheitsmitarbeiterin abgeschlossen und ist seitdem bei der Firma WISAG –
Sicherheit und Service tätig. 2008 wurde sie erste diensthabende Leiterin. Ihr Team führt u. a. Fahrausweiskontrollen und Begleitdienste für die
ViP Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH durch.
Victoria Schiffner was born in Potsdam in 1981, where she still lives today. She completed her education as a cook and worked for some years
in the field. In 2006, she concluded training as a security guard and since then has worked for WISAG – Sicherheit und Service. In 2008, she
became a Team Head. Her team conducts, amongst other things, ticket controlling and escort services for ViP Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH.
Seite 104/105, Victoria Schiffner, Teamleiterin, WISAG Facility Service Holding GmbH & Co. KG | Team Head

YARD, n., englisches längenmasz (91,4 cm), mit dem zunehmenden Englandhandel des 18.jhs. nach Deutschland gedrungen, ungefähr 200 yards von der see GÖTHE 1 180, einige hundert yards nach westen lag der alte hafen ebda 181
„Ich bin ganz einfach Fährmann und habe das Glück, auf der Linie F 24 arbeiten zu dürfen. Das ist die Fähre zwischen
Müggelheim und Rahnsdorf, in der Müggelspree, Kilometer 8,5. Es gibt einen genauen Fahrplan, aber ich fahre auch nach
Bedarf. Die Fähre ist ein etwas größeres Boot, außen rot gestrichen, innen weiß und blau, und sie wird gerudert. Acht
Personen darf ich mitnehmen. Um 10.30 Uhr beginnt meine Arbeitszeit, dann bereite ich das Boot vor, das heißt, es wird
durchgefeudelt, saubergemacht, dann kommen die Rettungskissen und die Ruder rein. Und ab 11 Uhr erwarte ich meine
Gäste, die oft schon vorher da sind, da fängt man halt auch ein paar Minuten früher an. Ich habe einen Regenanzug da
draußen, eine wasserundurchlässige Hose und dazu eine Jacke, mir ist es also egal, ob es regnet oder nicht, wenn Leute
rüber wollen, werden sie rübergebracht. Nach Überlieferung – ich habe es nicht selbst nachgemessen – soll die Strecke 36
Meter lang sein, dafür brauche ich je nach Wellengang und Schiffsverkehr so ein bis zwei Minuten. Wie viel Yard das sind,
weiß ich nicht genau – das ist ja so ein englisches Entfernungsmaß, beim Golf wird das noch benutzt, in der Schifffahrt
ist es aber nicht mehr so geläufig. Da heißt es meistens Meilen und Knoten. Oder eben Meter.“
Ronald Kebelmann wurde 1954 in Berlin geboren. Nach der Schule absolvierte er eine Facharbeiterausbildung als Maschinist für Wärmekraftwerke. Im Zuge des Armeedienstes kam er zur Marine, danach war er über viele Jahre als Freizeitsegler im Verein organisiert. Seit 2003 arbeitet er
saisonbedingt von Frühjahr bis Herbst für die Stern- und Kreisschiffahrtsgesellschaft als Schiffsführer. Die Linie, die er fährt, wurde 1911 eröffnet
und wird in diesem Jahr 100 Jahre alt.
Ronald Kebelmann was born in Berlin in 1954. He was educated as a machinist for heating-power plants. In the course of his military service he
went to the navy. Thereafter, he was involved in a sailing club for years. Since 2003, he has worked from spring to autumn for the Stern- und
Kreisschiffahrtgesellschaft as a skipper. The line he runs was opened in 1911 and will be 100 years old this year.
Seite 110 Ronald Kebelmann, Schiffsführer, Stern- und Kreisschiffahrt GmbH Berlin | Skipper

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VERKEHRSVERBUND – MENSCHEN, BILDER UND GESCHICHTEN

ZAPFSTELLE, f., stelle, wo petroleum, benzin gezapft wird (modern)
„Normalerweise sind die Fahrzeuge, wenn ich morgens anfange, von der Werkstatt schon fertig betankt, aber wir haben
ja auch diese geteilten Dienste, wo man früh zu den Berufsverkehrsspitzen ein paar Stunden fährt und dann nachmittags
wieder. Und da werden die Fahrzeuge von uns Fahrern direkt nach dem Dienst gleich wieder vollgetankt oder begast,
wie wir dazu sagen. Wir fahren ja hier mit Erdgas. Die großen Gelenkbusse haben mehr Erdgasflaschen auf dem Dach
als unsere kleinen Solofahrzeuge. Und je nachdem wie leer die Fahrzeuge sind, dauert der Tankvorgang so zwischen
5 bis 10 Minuten. Unsere großen Fahrzeuge fahren so um die 230 – 260 km am Tag – da reicht genau eine Füllung. Die
Tankstelle ist eine Erdgastankstelle von den Stadtwerken, die ist für den ganzen öffentlichen Verkehr da – also auch für
Privatfahrzeuge und so. Sie sieht wie eine ganz normale Tankstelle aus – mit drei Zapfsäulen. Als ich das erste Mal einen
Bus getankt habe, war ich noch Azubi bei uns in der Firma, ich habe ja von klein auf dort gelernt. Das war damals schon
eine Besonderheit für mich, Benzin kennt man ja vom Tanken, aber Erdgas? Da war anfangs auch ein bisschen Skepsis
dabei. Aber das hat sich mit der Zeit gegeben, jetzt ist das schon Routine.“
Benjamin Prochnow wurde 1983 in Frankfurt (Oder) geboren. 2007 beginnt er bei der Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt (Oder) eine Ausbildung
als Berufskraftfahrer mit Spezialisierung für Personenverkehr. 2010 wird er direkt in die Anstellung übernommen. Er fährt sowohl Bus als auch
Straßenbahn und mag die Abwechslung sehr. Nur im Sommer bevorzugt er Busse – da sind die Temperaturen angenehmer als in den geschlossenen Fahrerkabinen der Straßenbahn.
Benjamin Prochnow was born in Frankfurt (Oder) in 1983. In 2007, he began his education at the Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt (Oder) as a
driver specialized in passenger transport. He was hired in 2010. He drives both busses and trams and very much enjoys the change of pace. Only
in the summer does he prefer the bus – the temperatures are more pleasant than in the closed cabin of the tram.
Seite 111, Benjamin Prochnow, Busfahrer, SVF Stadtverkehrsgesellschaft mbH Frankfurt (Oder) | Bus driver

Seite 118, Katrin Binkowski, Produktion, Bombardier Transportation GmbH | Production

Seite 119, Hans-Werner Franz, Geschäftsführer, VBB Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg GmbH |
Managing Director

DANKSAGUNG | ACKNOWLEDGEMENTS

Danksagung | Acknowledgements

Ein Dank für die freundliche Unterstützung bei den
Foto- und Interviewarbeiten geht an:
Our thanks for the friendly support with the
photographs and interviews go to:
Bahnhofsmission Ostbahnhof
Bahnhofsmarkt im U-Bahnhof Adenauerplatz
BVG Berliner Verkehrsbetriebe AöR
Bombardier Transportation GmbH
Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
Bundespolizei
DB Regio AG
DB Station&Service AG
Fritz Behrendt OHG
Hering Bau GmbH & Co. KG
INFRACON railway and civil engineering UG
Kreisverwaltung des Landkreises Teltow-Fläming
Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes
Brandenburg
NEB Betriebsgesellschaft mbH
Oberstufenzentrum Logistik, Touristik, Immobilien, Steuern
OVG Oberhavel Verkehrsgesellschaft mbH
ODEG Ostdeutsche Eisenbahn GmbH
OLA Ostseeland Verkehr GmbH
PEG Prignitzer Eisenbahn GmbH
S-Bahn Berlin GmbH
SECURITAS Deutschland Holding GmbH & Co KG
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung des Landes Berlin
Stadler Pankow GmbH
SVF Stadtverkehrsgesellschaft mbH Frankfurt (Oder)
Stern- und Kreisschiffahrt GmbH Berlin
TMB Tourismus Marketing Brandenburg GmbH
URBANIS GmbH
UVG Uckermärkische Verkehrsgesellschaft mbH
ViP Verkehrsbetriebe Potsdam GmbH
WISAG Facility Service Holding GmbH & Co. KG
Woltersdorfer Straßenbahn GmbH

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IMPRESSUM | IMPRINT

Impressum | Imprint

VBB Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg GmbH
Hardenbergplatz 2, 10623 Berlin
Telefon: (030) 25 41 40, Telefax: (030) 25 41 41 12
info@VBBonline.de, VBBonline.de
VBB-Infocenter
Telefon: (030) 25 41 41 41
Verantwortlich | Responsible persons
Geschäftsführer | Managing Director: Hans-Werner Franz
Projektleitung | Project Leader
Brigitta Köttel
Realisation | Realization
FLASKAMP UMMEN AG
Druck | Print
Druckerei ARNOLD
Fotos | Photos
Andreas Rost
Hans Hochelheim
Bildgeschichten | Stories
Peggy Mädler

Verbundbericht . Network Report

2011

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