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Full text: Tätigkeitsbericht ... Issue 2013

Tätigkeitsbericht 2013
Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V.

Inhalt
1	 Profil der Entwicklungsagentur			

4

	

2	
Stadt und Wohnen						

8

	

3	
Konversion					

14

4	
Demografie				

18

5	
Kommune und Land						

32

	

6	
Immobilienleerstand					

42

7	
Wissensmanagement				

50

8	
Beirat für Kommunalentwicklung					 58
	

Die Entwicklungsagentur ist eine gemeinsame Einrichtung
des Landes Rheinland-Pfalz und der Technischen Universität Kaiserslautern. Durch die institutionelle Förderung des
Landes wird die Arbeit der Entwicklungsagentur – wie in
diesem Bericht für 2013 dokumentiert – zu Gunsten der
rheinland-pfälzischen Kommunen und Regionen ermöglicht.

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1 | Profil der Entwicklungsagentur

Die Entwicklungsagentur versteht sich als
Institution, die gesellschaftliche Veränderungen
analysiert, daraus Handlungserfordernisse für
Kommunen und Regionen ableitet und innovative, finanziell tragfähige und in bestehenden Strukturen realisierbare Lösungsansätze
skizziert und in Modellprojekten erprobt. Als
neutraler, kommunalfreundlicher Partner steht
die Entwicklungsagentur allen Akteuren in
Rheinland-Pfalz zur Verfügung, die sich hauptoder ehrenamtlich für das kommunale und
zivilgesellschaftliche Gemeinwesen engagieren
und vor der Herausforderung stehen, Projekte,
Prozesse und Ideen in Zeiten des demografischen Wandels und finanzieller Ressourcenknappheit zu realisieren.
In bedeutsamen Handlungsfeldern unterstützt
die Entwicklungsagentur die Forschung und
Vernetzung der verschiedenen Akteure aller
Ebenen und Fachpolitiken. Die gewonnen Erkenntnisse aus Modellprojekten oder Prozessen

vor Ort stehen allen Akteuren und Interessierten in Rheinland-Pfalz z.B. durch Veranstaltungen und Veröffentlichungen zur Verfügung,
um gute Beispiele auch in ihrem Verantwortungsbereich umsetzen zu können.
Die Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz
e.V. wurde im Jahre 2003 als gemeinsame
Einrichtung vom Ministerium des Innern, für
Sport und Infrastruktur Rheinland-Pfalz und
der Technischen Universität Kaiserslautern
gegründet. Vertreter der rheinland-pfälzischen
Landesministerien, der Mittelbehörden und der
TU Kaiserslautern sowie Akteure aus der öffentlichen Verwaltung und der Privatwirtschaft sind
Mitglieder des Vereins. Dies erleichtert den Austausch mit der Wissenschaft und verdeutlicht
die Funktion als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis. Die Entwicklungsagentur
wird damit zu einer einzigartigen Einrichtung in
Deutschland.

Unsere Meinung

Unser Team

Der demografische Wandel stellt Kommunen heute und in den kommenden Jahren vor große Herausforderungen. Alle Akteure auf allen Ebenen - sei es in der Kommune, in Behörden,
Vereinen, Verbänden und Unternehmen - sind betroffen. Die veränderte Nachfrage nach
Dienstleistungen, die rückläufige Tragfähigkeit von Einrichtungen und vor allem die zunehmende Ressourcenknappheit erfordern neue Lösungsansätze, weil traditionelle Modelle nicht mehr
funktionieren.

Robert Freisberg
Vorstand

Bettina Lowak
Sekretariat

Marie Hirsch
Auszubildende

Julia Anslinger
Dipl.-Ing. Raum- und
Umweltplanung

Katharina Ertl
Dipl.-Geographin

Chantal Hermes
Dipl.-Ing. Raum- und
Umweltplanung
bis 31. März 2013

Andreas Kühn
Dipl.-Ing. Stadt- und
Regionalplanung

Desiree Matheis
Dipl.-Geographin

Cornelia Petry
Dipl.-Ing. Raum- und
Umweltplanung

Arne Schwöbel
Dipl.-Ing. Raumplanung

Christiane Stolz
Dipl.-Geographin

Susanne Tschirschky
Dipl.-Geographin

Es zeigt sich schon heute, dass insbesondere jene Kommunen und Regionen im Wettbewerb
erfolgreich sein werden, die in Partnerschaften und lokale Akteursnetzwerke investieren. Ziel
solcher Initiativen ist es, eine Entwicklungsdynamik zu entfachen, die aufbauend auf vorhandenen Potentialen, Perspektiven für Menschen und Unternehmen schaffen.
Die Entwicklungsagentur hat 2013 die Auswirkungen des demografischen Wandels in den
Mittelpunkt ihrer Arbeit gestellt. Mit der Begleitung der Demografiestrategie des Landes, der
Organisation der ersten landesweiten Demografiewoche und der Initiierung vielfältiger Modellprojekte z.B. zu den Themen Pflege, demografiefeste Verwaltung und Leerstandsmanagement,
konnten wir sowohl auf Landesebene als auch bei Kommunen wichtige Impulse setzen. Im Vordergrund steht dabei immer, dass Projekte und Strategien über den Tag hinaus reichen und zu
einer Veränderung des Alltagshandelns führen. Nur wenn alle Akteure in ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich den demografischen Wandel als wichtige Rahmenbedingung und Entwicklungsfaktor in ihr Denken und Handeln integrieren, kann sich unsere Gesellschaft langfristig der
Herausforderung erfolgreich stellen, Lebensqualität für alle Bürgerinnen und Bürger zu sichern.
Unser - aber auch mein ganz persönlicher - Dank gilt den zahlreichen Partnerinnen und Partnern, die 2013 gemeinsam mit uns in vielfältigen Prozessen oder Projekten gewirkt haben.
Gleich ob als Leerstandslotse in Neuwied, bei der Diskussion um die Nahversorgung in Nanzdietschweiler oder beim Demografieprojekt in Winnweiler: Rheinland-Pfalz hat viele engagierte
Menschen und jede Kommune hat ihre individuellen Potentiale. Es gilt daher, für die kommenden Veränderungen zu sensibilisieren, Akteure zu motivieren und für gesellschaftliches Engagement den richtigen Rahmen zu schaffen.

Robert Freisberg
Vorstand der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V.

Studentische Mitarbeiter
Hanna Denecke, Alexander Fabian, Peter Guckenbiehl, Thea Heinzler, Leonie Hermann,
Lisa Provo, Jaqueline Rauschkolb, Alessa Strubel, Christina Wiemers
Praktikanten
Kevin K. Keller, Karol Schneider, Miriam Weber, Melanie Wehlisch

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2 | Stadt und Wohnen

Prozesse wie die demografische Entwicklung,
sozialer und wirtschaftlicher Wandel aber
auch weitreichende Anforderungen an den
Klimaschutz und eingeschränkte öffentliche
Haushalte stellen die Städte und Gemeinden
in Rheinland-Pfalz vor große Herausforderungen. Eine zukunftsgerichtete Stadtentwicklung
erfordert heute mehr denn je ein integriertes
Vorgehen, ein gemeinsames und abgestimmtes Handeln von Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Bürgerschaft.

Hier setzt die Arbeit der Entwicklungsagentur
an: Die Initiierung innovativer und modellhafter Lösungen ist ein wesentliches Ziel unserer
Arbeit. Als kompetenter Ansprechpartner in
Fragen einer zukunftsgerichteten städtebaulichen Entwicklungspolitik unterstützen wir
insbesondere öffentliche und gemeinnützige
Akteure auf landes-, regionaler und örtlicher
Ebene. Im Fokus unserer Tätigkeiten steht dabei stets die themenbezogene und zielgerichtete Vernetzung der verschiedenen Akteure.

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz
Planerdialog
„Wohnungsnot trotz Leerstand”

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Attraktiver und bezahlbarer Wohnraum in
Städten, Umgang mit Leerstand im ländlichen
Umland: Um unter diesen Herausforderungen
die bestehenden Handlungserfordernisse und
möglichen Handlungsoptionen zu diskutieren,
lud die Entwicklungsagentur gemeinsam mit
dem Ministerium der Finanzen am 24. April
2013 zum Planerdialog ein. In der Kreissparkasse Kaiserslautern kamen fast 40 Fachleute
aus Wohnungswirtschaft, Stadtplanung und
Regionalentwicklung mit Wissenschaftlern
und Kommunalpolitikern zu intensiven Gesprächen zusammen.
	
Im Fokus der Impulsvorträge und der Diskussionen mit den Referenten Herbert
Sommer (Ministerium der Finanzen), Prof. Dr.
Björn-Martin Kurzrock (Technische Universität Kaiserslautern), Markus Demuth (md
Unternehmensgruppe) und Dr.-Ing. Suzanne Mösel (Gesellschaft für Innovation und
Unternehmensförderung mbH) stand vor
allem die Frage, welche individuellen und
gemeinsamen Aufgaben sowohl den Städten und Gemeinden als auch den privaten

Tätigkeitsbericht 2013

Wohnungsmarktakteuren zukommen. Dabei
wurde von der Erkenntnis ausgegangen, dass
in Rheinland-Pfalz neben weitläufig ausgeprägten Angebotsüberhängen lediglich in
einigen wenigen Teilmärkten ein Mangel an
Wohnraum existiert, der dort die niedrig- und
mittelpreisigen Segmente besonders betrifft.
Im Ergebnis wurden als wesentliche „Eckpfeiler“ einer zukunftsgerichteten Wohnungs(bau)politik herausgestellt:
ƒƒ Inhaltliche Schwerpunktsetzung auf die
gezielte Weiterentwicklung des Wohnungsbestandes
ƒƒ Gemeinsame, über die jeweils eigenen
administrativen Grenzen hinausgehende
Strategieentwicklung
ƒƒ Intensive Einbindung der privaten Immobilieneigentümer
ƒƒ Hohe Kompromissbereitschaft der Akteure, insbesondere bezüglich qualitativer
und quantitativer Entwicklungsziele
ƒƒ Aufbau vertrauensvoller Zusammenarbeit
sowie eines partnerschaftlichen Aufgaben- anstelle eines akteursgebundenen
Rollenverständnisses sowie
ƒƒ Stetige Kommunikation der prozessrelevanten Akteure

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KoopStadt Rheinland-Pfalz Wirtschaft findet Innenstadt
Im Rahmen des 7. Bundeskongresses der
Nationalen Stadtentwicklungspolitik am 18.
Juni 2013 in Ludwigshafen hatte das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung unter dem Titel „Stadtentwicklung
und Wirtschaft“ zur Einreichung von Projektvorschlägen aufgerufen.
In enger Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Stadtumbau und Ortserneuerung an
der Technischen Universität Kaiserslautern
und dem Büro Stadtimpuls, Landau, hat die
Entwicklungsagentur den Projektvorschlag
„KoopStadt Rheinland-Pfalz - Wirtschaft findet Innenstadt“ erfolgreich platziert. Vor allem
dank des frühzeitig erklärten Mitwirkungsinteresses von 13 Städten und Gemeinden sowie
verschiedener Institutionen aus der Wirtschaft
ist es gelungen, als eines von bundesweit 19
Pilotprojekten ausgewählt zu werden.
Im Zuge der Projekttätigkeiten sollen 	
ein landesweiter Erfahrungsaustausch der
Städte und Gemeinden zu innenstadtrelevan-

ten Themen eingerichtet und verstetigt sowie
Konzepte und Instrumente zur kooperativen
Standortentwicklung zwischen öffentlicher
Hand und privater Wirtschaft modellhaft in
der Praxis erprobt werden. Wesentliches Projektziel ist es darüber hinaus, Empfehlungen
für Kommunen, Wirtschaft, Land und Bund für
eine kooperative Entwicklung des Standortes
Innenstadt zu erarbeiten.
Strukturell ist das Projekt in drei Bausteine
gegliedert:
ƒƒ Kooperationsnetzwerk Innenstadt
ƒƒ Kommunale Planspiele
ƒƒ Leitbild Integriertes Standortmanagement
Innenstadt und Handlungsempfehlungen
Im November 2013 hat das Projektteam
zunächst mit dem Aufbau der Netzwerkstrukturen begonnen. Die formelle Netzwerkgründung sowie der Start der Planspiele sind für
das Jahr 2014 vorgesehen. Für Städte und
Gemeinden, die besonders intensiv an der
Weiterentwicklung ihrer Innenstädte arbeiten,
besteht bereits jetzt die Möglichkeit, Teil des
Netzwerkes zu werden und sich in das Projekt
aktiv einzubringen.

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz

Tätigkeitsbericht 2013
nung sowie Quartiers- und Gemeinwesenarbeit teil und kamen mit Vertretern der
Landtagsfraktionen ins Gespräch.
Die gemeinsam diskutierten Handlungserfordernisse und möglichen Handlungsoptionen
sollen in der weiteren Bündnisarbeit vertieft
und zielgerichtet kommuniziert werden.
Weitere Informationen zur Veranstaltung und
zum Landesbündnis erhalten Sie im Internet
unter der Adresse www.buendnis-sozialestadtentwicklung-rlp.de.

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Bündnis für eine Soziale Stadtentwicklung in Rheinland-Pfalz
Das landesweite Bündnis für eine Soziale
Stadtentwicklung in Rheinland-Pfalz wurde
im Beisein von Staatsinnenminister Roger
Lewentz bereits im November 2012 gegründet. Inzwischen zählt das Bündnis fast 30
Mitglieder, darunter Städte und Gemeinden
unterschiedlichster Größe, Kommunal-, Wohnungswirtschafts- und Wohlfahrtsverbände
sowie private Projektträger und Planungsbüros. Die Bündnispartner, welche durch
die Entwicklungsagentur auch in Zukunft in
ihrem Engagement unterstützt werden, setzen
sich gemeinsam dafür ein, den strategischen
Ansatz eines ressortübergreifenden Handelns
zugunsten benachteiligter Stadtteile weiter zu
stärken.

Bündnistreffen Soziale
Stadtentwicklung RLP,
Mainz
30.01.2013

Januar

Februar
Expertengespräch
Städtebauförderung,
Berlin
16.02.2013

Unsere wesentlichen Aufgaben waren im Jahr
2013 insbesondere die aktive Mitwirkung in
der Steuerungsgruppe, der stetige Austausch
von Informationen zwischen den Bündnispartnern sowie der Aufbau und die Pflege der
Bündnis-Homepage.

Die Auswirkungen des demografischen und
wirtschaftsstrukturellen Wandels verändern
die Bedürfnisse an Wohnraum und führen
zu einer veränderten Wohnungsnachfrage. Zunehmend suchen Menschen wieder
Wohnraum in den großen Zentren und
wirtschaftsstarken Ballungsräumen. Dieser
Nachfragetrend führt zusammen mit dem
Bevölkerungsrückgang in peripheren Räumen
zu einem wachsenden Angebotsüberhang und
ausbleibenden Investitionen in die dortigen
Wohnungsbestände.

Den diesjährigen Tätigkeitsschwerpunkt bildete die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der landesweiten Dialogveranstaltung „Herausforderungen und Perspektiven
der Sozialen Stadtentwicklung in RheinlandPfalz“. An dieser gemeinsam mit den weiteren
Bündnispartnern am 2. September 2013 in
Bad Kreuznach durchgeführten Veranstaltung
nahmen etwa 70 Personen aus kommunaler
Verwaltung, Wohnungswirtschaft, Stadtpla-

Bündnistreffen Soziale
Stadtentwicklung RLP,
Mainz
18.03.2013

März

Gutachten zur quantitativen und qualitativen Wohnraumnachfrage in Rheinland-Pfalz bis zum Jahr 2030

Expertengespräch
Schrottimmobilien,
Kaiserslautern
11.04.2013

April
Planerdialog,
Kaiserslautern
24.04.2013

Expertengespräch
Wohnungsmarkt RLP,
Mainz
13.05.2013

Mai

Bündnistreffen Soziale
Stadtentwicklung RLP,
Mainz
04.06.2013

Juni
Expertengespräch
Wohnungsmarkt RLP,
Mainz
10.06.2013

Vortrag bei der Arbeitsgemeinschaft rheinlandpfälzischer Wohnungsunternehmen, Mainz
03.07.2013

Juli
Strategiegespräch
KoopStadt, Neustadt
09.07.2013

Bündnistreffen Soziale
Stadtentwicklung RLP,
Bad Kreuznach
15.08.2013

Trotz dieser regional sehr unterschiedlichen
Entwicklungsrichtungen kann in RheinlandPfalz insgesamt von einem funktionierenden
Wohnungsmarkt ausgegangen werden. Unter
dem Ziel, dies auch weiterhin sicherzustellen
und dort entgegen zu wirken, wo sich Fehlentwicklungen abzeichnen, liegt die Herausforderung darin, im Zusammenspiel zwischen Landesregierung, kommunaler Selbstverwaltung
und privatwirtschaftlichem Handeln geeignete
Strategien und Instrumente zu entwickeln,
um den Wohnstandort Rheinland-Pfalz in all
seinen Teilräumen an die neuen Bedürfnisse
anzupassen.
Vor diesem Hintergrund hat das Bauforum
Rheinland-Pfalz gemeinsam mit dem Ministerium der Finanzen Rheinland-Pfalz und der
Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz
die Erstellung eines Gutachtens zur quantitativen und qualitativen Wohnraumnachfrage in
Rheinland-Pfalz bis zum Jahr 2030 in Auftrag
gegeben. Die Entwicklungsagentur hat die
Auftraggeber bei der Beauftragung maßgeblich unterstützt und begleitet die gutachterlichen Tätigkeiten im Sinne einer hohen
Ergebnisqualität.

Veranstaltung Soziale
Stadtentwicklung RLP,
Bad Kreuznach
02.09.2013

August
Expertengespräch
Wohnungsmarkt RLP,
Mainz
30.08.2013

September
Expertengespräch
Wohnungsmarkt RLP,
Mainz
24.09.2013

13

Expertengespräch
Wohnungsmarkt RLP,
Mainz
07.11.2013

Oktober

November

Strategiegespräch
KoopStadt,
Landau
03.12.2013

Dezember

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3 | Konversion

Konversion beschreibt die Umnutzung von frei
werdenden zivilen oder militärischen Flächen
und Gebäuden. Dabei geht es vorrangig
darum, Entwicklungsprozesse anzustoßen, die
nach einer Phase des Anschubs eine Eigendynamik entwickeln und in langfristig
sinnvollen Folgenutzungen resultieren. Für
Gemeinden stellen zivile und militärische
Konversionsprojekte in der Regel eine große
Herausforderung dar. Die Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz leistet – aufbauend auf
langjährigen Erfahrungen in diesem Bereich –
wertvolle Hilfestellungen.

In der zivilen Konversion steht für uns der
modellhaft-konzeptionelle Umgang mit brach
gefallenen Bahn- oder Industrieflächen und
deren Gebäuden im Fokus. Im Bereich der
militärischen Konversion geht es einerseits um
die Konversionsvermeidung – die Sicherung
noch vorhandener Militärstandorte als wichtige wirtschaftliche Impulsgeber einer Region
durch vorbeugende Maßnahmen zur Standortstabilisierung. Andererseits unterstützen
wir als unabhängige Begleiter und Vermittler
auch die laufenden Konversionsprozesse in
Rheinland-Pfalz.

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz
Prozessbegleitung Konversion

16

Die Entwicklungsagentur begleitet seit Ende
2011 im Auftrag des Innenministeriums die
durch die jüngsten Standortschließungen
der Bundeswehr betroffenen Gemeinden im
anstehenden Konversionsprozess. Wir unterstützen die Kommunalvertreter bei wichtigen
Entscheidungen im Rahmen dieser Aufgabe,
vermitteln zwischen den verschiedenen am
Konversionsprozess beteiligten Akteuren und
unterstützen damit die Gemeinden auf dem
Weg zu einer erfolgreichen Liegenschaftskonversion. Im vergangenen Jahr nahmen die
Gemeinden Diez und Kusel sowie zahlreiche
andere Kommunen diesen Service in Anspruch.
Nach einer ersten Lageeinschätzung einigten
sich die Beteiligten Partner (insb. Gemeinde,
Landesregierung, Bundesamt für Immobilienaufgaben) an beiden Standorten darauf,
private Planungsbüros mit der Erarbeitung
einer detaillierten Analyse der Ausgangslage
und erster Nutzungsszenarien zu beauftragen. Die Entwicklungsagentur nahm in
diesem Zusammenhang an mehreren Len-

Tätigkeitsbericht 2013

kungskreissitzungen teil. Die Ergebnisse des
ersten Arbeitsschrittes wurden bis Ende 2013
vorgelegt und bilden im kommenden Jahr die
Grundlage für die Erarbeitung wirtschaftlich
tragfähiger städtebaulicher Konzepte und sind
damit die Voraussetzung für eine erfolgreiche
Nachnutzung.

Stabilisierung US-Standort Baumholder
Bereits seit mehreren Jahren pflegt die
Entwicklungsagentur ein vertrauensvolles
Verhältnis zur Infrastrukturabteilung der
US-Garnison Baumholder. Mit dem Ziel der
Standortsicherung nehmen wir die Anfragen
der US-Seite auf und unterstützen sie bei der
Kontaktaufnahme zur Landesregierung.

17
und nahm an mehreren Erörterungsterminen
teil. Die nun vorliegenden Ergebnisse versetzen die US-Seite in die Lage, die notwendigen
Schritte für eine zukunftsorientierte Wärmeversorgung zu ergreifen.

Ein wichtiges Ziel der US-Garnison Baumholder ist es, die Wärmeversorgung des Standorts
auf erneuerbare Energieträger umzustellen.
Nachdem vorliegende Angebote sich als nicht
tragfähig herausstellten, beauftragte das
Innenministerium ein Ingenieurbüro mit der
Erarbeitung von Empfehlungen. Die Entwicklungsagentur unterstützte den Vergabeprozess

Einzelfallberatung Zivile Konversion
Auch im Bezug auf Konversionsflächen ohne
militärische Vornutzung sind wir ein Ansprechpartner für die Kommunen des Landes. Drei
Beratungsfälle dokumentieren das breite
Spektrum der zivilen Konversion:

Runder Tisch
Coachingtermin Konversion Schloss
Böchingen
Jünkerath
17.10.2013
17.10.2013
Wissensaustausch
Auswahlverfahren Allgäu GmbH,
Pirmasens
Konversion Kusel
28.02.2013
28.01.2013

Januar

Februar

März

Netzwerktermin Auswahlverfahren
Baumholder Konversion Diez
17.01.2013 18.-19.02.2013

Lenkungskreis Runder Tisch Infrastruktur
Konversion Kusel US-Standort Baumholder
08.05.2013
05.06.2013

April

Mai
Coachingtermin
Jünkerath
15.05.2013

Juni

Juli
Lenkungskreis
Konversion Kusel
09.07.2013

Lenkungskreis
Konversion Bad Coachingtermin KonverLenkungsgruppe
Konversion Diez Neuenahr-Ahrweiler sion Hohe List in Daun
23.10.2013
04.09.2013
20.11.2013

August

September Oktober

November Dezember

Runder Tisch Infrastruktur Lenkungskreis
Runder Tisch
US-Standort Baumholder Konversion Kusel Konversion Schloss
07.11.2013
21.10.2013
Böchingen
19.11.2013

Der Jünkerather Bahnhof und dessen Umfeld
wurden bereits vor einigen Jahren im Rahmen
des EA-Projektes „Kompetenzzentrum Bahnimmobilien“ durch die Gemeinde erworben.
Im Bestreben, große Teile des Areals an einen
Unternehmer zu veräußern, zogen die Verantwortlichen erneut unseren Rat hinzu.
Die ehemalige Sektkellerei der Schloss Wachenheim AG in Böchingen ist ein Beispiel für
ein ehemals gewerblich genutztes Areal. Die
Entwicklungsagentur nahm mit dem Ziel, neue

Impulse für den dortigen Konversionsprozess
zu setzen, an mehreren Terminen teil.
Ein eher außergewöhnlicher Konversionsfall
ist das Observatorium Hohe List, bis 2012
Sternwarte der Universität Bonn. Zur Revitalisierung des Gebäudes haben sich bereits
zahlreiche Akteure zusammen gefunden.
Die Entwicklungsagentur wurde nun um
Unterstützung gebeten und nahm an einem
Vor-Ort-Termin teil.

Wissenstransfer und Netzwerkarbeit
Neben den zahlreichen Aktivitäten innerhalb
unseres Bundeslandes sind wir stets um den
Austausch über die Landesgrenzen hinaus
bemüht. Hierfür ist sowohl die Teilnahme an
bundesweiten Kongressen wichtig, als auch
der direkte Austausch mit anderen Einrichtungen. Auf Anfrage der vor großen Konversionsaufgaben stehenden Allgäu GmbH organisierten wir einen fachlichen Austausch in der
konversionserfahrenen Kommune Pirmasens
(siehe Foto).

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4 | Demografie

Der Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung in Rheinland-Pfalz nimmt stetig zu,
während immer weniger Kinder geboren
werden. Dies ist vor allem in ländlichen
Regionen bereits heute deutlich spürbar. Der
demografische Wandel – in vielen Orten im
Zusammenwirken mit zunehmender Ressourcenknappheit – stellt eine der zentralen
Herausforderungen für die Kommunen aber
auch alle anderen Akteure dar. Dabei tritt
der demografische Wandel nicht als isoliertes
Problem auf, sondern wirkt zusammen mit
anderen gesellschaftlichen Veränderungsprozessen. Er ist eine große aber auch spannende
Herausforderung, die Möglichkeiten für weitreichende Veränderungen auf allen Ebenen
beinhaltet.
Der demografische Wandel wirkt sich heute und in den kommenden Jahrzehnten in

erheblichem Maße auf die Einrichtungen und
Dienstleistungen der öffentlichen, karitativen
und privaten Daseinsvorsorge aus. Anpassung
in Quantität und Qualität sind gefordert, aber
auch die Standarddiskussion wird in Zukunft
unvermeidlich werden. Wir unterstützen lokale
und interkommunale Akteure bei der Gestaltung ihrer Strukturen vor Ort und haben die
langfristige Tragfähigkeit im Blick.
Wir begleiten aktiv die Demografiepolitik in
Rheinland-Pfalz bei der Entwicklung von Strategien und stehen im Dialog mit zahlreichen
interessierten Akteuren. Derzeit begleiten wir
die rheinland-pfälzische Landesregierung bei
der Erarbeitung einer ressortübergreifenden
Demografiestrategie, die für alle Akteure im
Land einen übergeordneten Handlungsrahmen
bieten soll.

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz
Erste Demografiewoche Rheinland-Pfalz
Als einen ersten Baustein der Demografiestratgie der Landesregierung lud die
rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu
Dreyer und der Demografieminister Alexander
Schweitzer in der Woche vom 28. Oktober
bis 4. November zur „ersten landesweiten
Demografiewoche Rheinland-Pfalz“ ein. Die
Entwicklungsagentur wurde vom Ministerium
für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Demografie beauftragt die Demografiewoche konzeptionell und organisatorisch vorzubereiten und
durchzuführen.

20

Eines unserer größten Projekte im Jahr 2013
zeigte, wie aktiv, motiviert und ideenreich
Kommunen, Bürger, Vereine und viele andere
im ganzen Land mit den Auswirkungen des
Demografiewandels umgehen! Die Idee dabei:
Aktive Menschen im Land motivieren ihre
guten Projekte fortzuführen, den Aktivitäten
eine Plattform bieten und allen Engagierten
verdeutlichen, wie wichtig ihre – oftmals
ehrenamtliche – Arbeit für unsere gesamte
Gesellschaft ist. Die Demografiewoche sollte

Demografietag,
Pirmasens
09.04.2013

Workshop IMA
Demografie, Mainz
05.02.2013

Januar

Februar

März

Vortrag Demografie,
Altendiez
17.02.2013

April

dem wichtigen Zukunftsthema Aufmerksamkeit auf allen Ebenen verschaffen und dazu
aufrufen, das Thema bei kommenden Vorhaben stets mitzudenken.
Die Woche wurde ganz dem„Demografischen
Wandel“ gewidmet. Über 320 spannende
Veranstaltungen ergaben zusammen ein
abwechslungsreiches Programm. Die Themenwoche machte deutlich, welche guten
Lösungsansätze, spannenden Projekte und
Initiativen in den letzten Jahren entstanden
sind, um den neuen Herausforderungen zu
begegnen. Mit dem Programmheft entstand
eine kleine „Demografie-Fibel“ in der Akteure
aus allen Landesregionen zu verschiedensten Themenfeldern zu finden sind – um das
eigene Netzwerk zu erweitern und gemeinsam
neue Ideen zu entwickeln!

21
die Internationalisierung unserer Bevölkerung
auf nahezu alle Lebensbereiche auswirkt. Die
Menschen beschäftigen sich mit Altenpflege und Demenz, mit Ehrenamtsstrukturen,
kommunalen Veränderungsprozessen und der
medizinischen Versorgung der Zukunft. Beim
Erzählcafé für Migranten und Migrantinnen,
an den Tagen der offenen Tür bei bedarfsgerechten Wohnprojekten, in Diskussionsforen
zum Thema Fachkräftesicherung und bei
Beratungsstunden für Senioren trafen sich
Interessierte und Verantwortliche, um sich
auszutauschen und neue Impulse zu setzen.

Das Motto „Zusammenland Rheinland-Pfalz Gut für Generationen!“ wurde bei den vielen
gelungenen Aktionen und Veranstaltungen in
allen Ecken des Landes aktiv gelebt. Die vielfältigen dargestellten Themen verdeutlichten,
wie sich die Alterung, die Schrumpfung und

Demografiekongress
„Wohnen, Siedlung und
Infrastruktur in ländlichen
Räumen“ BMVBS,
Berlin
05.06.2013

Mai

Tätigkeitsbericht 2013

Juni

Tagung „Lebensqualität
in der Stadt“,
Kaiserslautern
29.10.2013
Strategiegespräch
Demografie Ingelheim
01.08.2013

Juli

August

Workshop IMA Journalistenwerkstatt Strategiegespräch
Demografie, Mainz zum demografischen Demografie Ingel30.04.2013
Wandel, Lahnstein
heim
13.06.2013
09.07.2013
Vortrag Demografie,
Neustadt-Haardt
17.06.2013

Auftaktveranstaltung
Demografiewoche, Trier
28.10.2013

September Oktober

Tagung „Verwaltung
und Demografie“,
Kaiserslautern,
31.10.2013
Abschlussveranstaltung
Demografiewoche,
Pirmasens
04.11.2013

November Dezember

Workshop IMA „Strategieberatung Nacht der
Demografie, Mainz Demografie“, Generationen“,
19.09.2013
Winnweiler
Pirmasens
28.10.2013
02.11.2013

Strategiegespräch
Demografie Winnweiler
09.08.2013

Tagung„Stadt der
Zukunft“,
Neustadt a.d.W.
30.10.2013

Auftaktveranstaltung der 1. Demografiewoche des Landes Rheinland-Pfalz
Bei der von der Entwicklungsagentur maßgeblich organisierten Auftaktveranstaltung am
28. Oktober 2013 in Trier standen erfolgreiche
Strategien und Handlungsansätze von rheinland-pfälzischen Kommunen und Regionen im
Fokus. Demografieminister Alexander Schweitzer stellte den etwa 300 Gästen vor, wie die
Landesregierung das Thema bearbeitet und
worauf es in den nächsten Jahren ankommt.

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz
Die Gewinner des Fotowettbewerbs „ZusammenLand Rheinland-Pfalz“ zeigten auf ihren
Bildern wie ihre Augen den alltäglichen demografischen Wandel sehen. Auf dem „Markt
der Möglichkeiten“ informierten verschiedene
Institutionen und Organisationen über ihre
Arbeit.

22

Dr. Steffen Kröhnert vom Berlin-Institut für
Bevölkerung und Entwicklung stellte die
wenige Wochen zuvor veröffentlichte Demografiestrategie „Anleitung zum Wenigersein“
vor. Das Theaterstück „Demografischer Wandel ist nichts für Feiglinge“ der Hochschule
Koblenz verdeutlichte wie man das Thema auf
ungewöhnlich Weise inszenieren kann. Beim
Demografietalk diskutierten Minister Alexander Schweitzer, Dr. Steffen Kröhnert, Landrat
Bertram Fleck und Oberbürgermeister Achim
Hütten über kommende Aufgabe und Gestaltungsmöglichkeiten. Die lebhafte Diskussion
motivierte und machte klar: Zukünftige Veränderungen werden sich in den einzelnen Regionen ganz unterschiedlich auswirken. Doch
alle gemeinsam können passgenaue Lösungen
finden, sich austauschen und unterstützen.

Abschlussveranstaltung der Themenwoche „Demografischer Wandel“
Vertreter der rheinland-pfälzischen Ministerien
besuchten während der Themenwoche unterschiedliche Veranstaltungen im ganzen Land.
Zum Abschluss der ersten Demografiewoche
kam Staatssekretär David Langner nach
Pirmasens, um mit Engagierten verschiedener
Institutionen über deren Erfahrungen und Ideen zu sprechen. Er besucht damit eine Stadt,
die wie kaum ein anderer Ort in RheinlandPfalz die Auswirkungen des Demografiewandels in den letzten Jahren deutlich zu spüren
bekommen hat.
Nach der Begrüßung von Oberbürgermeister
Dr. Bernhard Matheis, Pfarrer Norbert Becker
und Staatssekretär David Langner im Diakoniezentrum Pirmasens ging es mit einem
Bus quer durch die Stadt. Erste Station, der
von der Entwicklungsagentur maßgeblich
organisierten Stadttour, war der Projektladen von PS:patio! - Einem gemeinsamen
Mehrgenerationen-Wohnprojekt der Stadt
Pirmasens, der Bauhilfe und des Diakoniezentrums. Im Anschluss lud die Wasgau AG zu

Tätigkeitsbericht 2013
einem Vortrag über die unternehmensinternen
innovativen Ausbildungs- und Arbeitszeitmodelle ein. In der JugendKulturWerkstatt konnte
sich Staatssekretär Langner von der kreativen,
vielfältigen und interkulturellen Arbeit sowie
dem musikalischen Fähigkeiten der Jugendlichen überzeugen lassen. Letzte Station der
Stadtexkursion stellte der frisch revitalisierte
Hauptbahnhof dar. Im ehemals leerstehenden Bahnhof berichtete Wirtschaftsförderer
Mark Schlick über die Aktivitäten der Stadt im
Bereich des Leerstandsmanagements.
Mit den positiven Eindrücken, die die Menschen in der Stadt vermittelten und einem
Blick in die Zukunft von Staatssekretär
Langner ging in Pirmasens eine spannende
und vielfältige Demografiewoche zu Ende, die
zeigte, dass Rheinland-Pfalz sich gemeinsam
neuen Herausforderungen stellt!

Strategieberatung Demografie
Die Ausrichtung einer Kommune auf demografische Veränderungen stellt einen umfassenden Gesamtprozess dar, der systematisch
anzugehen ist. Neben einer Situationsanalyse,

der Sensibilisierung relevanter Akteure und
der Initiierung von Schlüsselprojekten ist
es von zentraler Bedeutung, dass sich der
angestoßene Prozess eigenständig weiter
entwickelt.
In der Verbandsgemeinde Winnweiler hat
die Entwicklungsagentur gemeinsam mit
dem Büro entra Regionalentwicklung einen
modellhaften Gesamtprozess zur Ausrichtung
der Zukunft der Verbandsgemeinde auf die
kommenden Veränderungen initiiert. Am 28.
Oktober 2013 präsentierten die Verbandsgemeinde und das Büro entra die Ergebnisse aus
zahlreichen Gesprächen und einem Strategieworkshop. Mitglieder des Verbandsgemeinderates und führende Mitarbeiter der Verwaltung
erarbeiteten gemeinsam zahlreiche Projektansätze, die nacheinander umgesetzt werden
sollen.
Jede rheinland-pfälzische Kommune kann
die erarbeitete Vorgehensweise systematisch
anwenden. Die zukunftsfähigen Maßnahmen
und Lösungsansätze müssen aufgrund der
räumlichen Voraussetzungen jedoch selbstverständlich für jede Kommune individuell
angepasst werden.

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Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz

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Lebensqualität in der Stadt: Die Bedeutung von urbanen Freiräumen für die
Gesundheit, Freizeit und soziales Miteinander in Zeiten des demografischen
Wandels
Freiräume sind ein wichtiger Faktor für die
Lebensqualität des Menschen. Sie dienen der
Erholung, der Gesundheit und der Freizeitgestaltung aller Generationen und sind damit
ein verbindendes soziales Element. Demografische Veränderungen sowie geänderte
Lebensentwürfe stellen neue Ansprüche an
die Gestaltung von öffentlichen und privaten
Grünflächen, Parks und Gärten. Sie nehmen
als weiche Standortfaktoren bei der Wohnortwahl einen immer höheren Stellenwert ein
und führen zu einer besseren Vermietbarkeit
von Wohnraum.
Gemeinsam mit dem Lehr- und Forschungsgebiet Landschafts- und Freiraumentwicklung
der Technischen Universität Kaiserslautern lud
die Entwicklungsagentur im Rahmen der 1.
Demografiewoche zur Veranstaltung „Lebens-

qualität in der Stadt“ ein. Diskutiert wurde
am 29. Oktober 2013 über die Bedeutung von
urbanen Freiräumen für die Gesundheit, die
Freizeit und das soziale Miteinander.
Neben Handlungs- und Lösungsansätzen für
einen ressourcenschonenden Umgang bei
der Bewirtschaftung öffentlicher Grünflächen,
wurde ein innovatives Beispiel für die Einbindung öffentlicher Grünflächen in das soziale
Leben einer Stadt vorgestellt.
Resümee der Veranstaltung: Aufgrund sich
ändernder demografischer Rahmenbedingungen sollte ein Wandel im Bewusstsein
und im Umgang mit Freiräumen entstehen.
Die Einwohner einer Stadt brauchen kein
perfektes Naturschutzgebiet - sie brauchen
Ermöglichungsräume in denen Spannendes
und Neues erlebt werden kann.
Die erarbeitet Ansätze werden 2014 durch
das Lehr- und Forschungsgebiet Landschaftsund Freiraumentwicklung im Rahmen eines
Projektes weiter vertieft werden.

Tätigkeitsbericht 2013
Begrüßung
Anja Seepe
[iKL-Gemeinnützige Integrationsgesellschaft
Kaiserslautern mbH]
Robert Freisberg
[Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V.]

Zwischen geplantem Erlebnis und Abenteuer
Natur: Spielplatz-, Park- und Brachengestaltung sowie -nutzung für und durch Kinder
und Jugendliche
Dr. Andreas Weber
[Biologe, Naturphilosoph und Autor]

Bedeutung von öffentlichem Grün - für
Klima, Ökologie und Lebensqualität
Prof. Dr. agr. Kai Tobias
[Lehr- und Forschungsgebiet Landschafts- und
Freiraumentwicklung der Technischen Universität Kaiserslautern]

Diskussion: Zwischen Machbarem und
Denkbarem: Gestaltung und Nichtgestaltung von innerstädtischen Flächen zur
Erholung von Jung und Alt

Privates Grün - Wie viel Grün brauchen und
vertragen Investitionen im Bereich Wohnen?
Dipl.-Ing- agr. Detlef Lilier
[FIRU mbH]
Bewirtschaftung von öffentlichem Grün in
Zeiten zunehmender Ressourcenknappheit:
Neue Ideen, neue Wege
Nora Egler
[Landschaftsarchitektin]
Heike Boomgarden
[Wesentlich GmbH
Büro für urbane Pflanzkultur]

Soziale Bedeutung von Grünflächen
Prof. Dr. Wulf Tessin
[Institut für Freiraumentwicklung der Leibniz
Universität Hannover]

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26

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz

Tätigkeitsbericht 2013

Stadt der Zukunft: Demografischer Wandel und innerstädtischer Funktionswandel als gemeinsame Herausforderung

Begrüßung
Oberbürgermeister Hans Georg Löffler
[Stadt Neustadt an der Weinstraße]

Mit dem fortschreitenden demografischen und
wirtschaftsstrukturellen Wandel kommen den
Städten in Rheinland-Pfalz neue Aufgaben
zu, andere wiederum verlieren an Relevanz.
Welches werden zukünftig die drängendsten
Herausforderungen sein und wie kann es gelingen, die bereits laufenden Transformationsprozesse im Zusammenspiel von Bewohnern,
Immobilieneigentümern und Geschäftsinhabern, lokaler Politik und Landesregierung im
Sinne attraktiver (Innen-)Städte gemeinsam zu
gestalten?
Diese Fragen wurden zwischen ausgewiesenen Fachexperten mit Vertretern privater
Initiativen sowie engagierten Bürgerinnen und
Bürgern am 30. Oktober 2013 in Neustadt an
der Weinstraße diskutiert.
In ihren Impulsvorträgen stellten die Referenten zunächst ihre spezifischen Erfahrungen
sowie Handlungserfordernisse und -ansätze

aus Sicht des Bundes, des Landes, der Wirtschaftsförderung und der Planungspraxis dar.
Deutlich kam zum Ausdruck, wie verschieden
sich das Aufgabenspektrum von Stadt zu
Stadt darstellt und welche Breite an Handlungserfordernissen sich insbesondere für die
Kommunen und die Landesebene ergeben.
Das anschließende Gespräch mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern war von der
Erkenntnis geprägt, wie eng die konkreten,
vor Ort zu bewältigenden Aufgaben in den
zentralen Handlungsfeldern Wohnen, Arbeiten
und Versorgen jeweils miteinander verzahnt
sind. Besonders deutlich wurde zum einen die
Notwendigkeit von ganzheitlich gedachten
und auf die Hebung örtlicher Wertschöpfungspotenziale fokussierten Entwicklungsprozessen hervorgehoben. Zum anderen wurde
nachdrücklich an sachgerechtes verantwortungsvolles Agieren sowie ein starkes
Rückgrat der politischen Entscheidungsträger
appelliert. Die Symbiose aus beidem ist für
eine langfristig erfolgreiche Stadtentwicklung
von entscheidender Bedeutung.

Städte und Gemeinden zukunftsfähig
gestalten
Robert Freisberg
[Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V.]
Wohnen in der Stadt: Angebot und Nachfrage in Innenstädten
Herbert Sommer
[Bauforum Rheinland-Pfalz GbR]
Wirtschaftsstandort Stadt: Ludwigshafen am
Rhein und die Kraft der Marke
Michael Cordier
[LUKOM Ludwigshafener Kongress- und
Marketing-Gesellschaft mbH]
Innovationsfeld Stadt: Die Nationale Stadtentwicklungspolitik und ihre Projekte
Dr. Oliver Weigel
[Bundesministerium für Verkehr, Bau und
Stadtentwicklung]

Immobilienstandort Stadt: Die Innenstadtagentur als Katalysator innerstädtischer
Immobilienwirtschaft
Michael Kleemann
[Büro Stadtimpuls, Landau]
Talkrunde
ƒƒ Herbert Sommer
[Bauforum Rheinland-Pfalz GbR]
ƒƒ Michael Cordier
[LUKOM Ludwigshafener Kongress- und
Marketing-Gesellschaft mbH]
ƒƒ Dr. Oliver Weigel
[Bundesministerium für Verkehr, Bau und
Stadtentwicklung]
ƒƒ Volker Klein
[Stadt Neustadt an der Weinstraße - Fachbereich Stadtentwicklung und Bauwesen]

27

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz

Tätigkeitsbericht 2013

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29
Verwaltung und Demografie:
Demografischer Wandel – Herausforderungen und Strategien
Verwaltungen sehen sich zukünftig immer
stärker mit den Auswirkungen des demografischen Wandels konfrontiert. Um weiterhin
handlungsfähig zu bleiben, müssen sich nicht
nur Personalreferenten, sondern alle Verwaltungsfelder einer Behörde und Kommune auf
die kommenden Herausforderungen vorbereiten.
Im Rahmen der ersten Demografiewoche
lud die Entwicklungsagentur in Kooperation
mit dem Lehrstuhl Regionalentwicklung und
Raumordnung der Technischen Universität
Kaiserslautern am 31. Oktober 2013 zur Fachveranstaltung „Verwaltung und Demografie:
Demografischer Wandel – Herausforderungen und Strategien“ ein. Die Teilnehmer aus
Verwaltung, Forschung und von Unternehmen
diskutierten über die aktuellen Rahmenbedingungen und mögliche Lösungsstrategien zur
Bewältigung und Steuerung des demografischen Wandels.

Bei der Einführung in die Veranstaltung
standen die kommenden Herausforderungen
der Daseinsvorsorge, die mit dem gesellschaftlichen Wandel einhergehen sowie vorhandene
Konzepte und Strategien zur Gestaltung
zukünftiger Aufgaben im Mittelpunkt.
Die Referenten am Nachmittag zeigten in
kurzen Statements Beispiele zur Gestaltung
des demografischen Wandels aus unterschiedlichen Sichtweisen auf. Die Beispiele boten
mit der Verbesserung der Vereinbarkeit von
Familie und Beruf, einer besseren Vernetzung
innerhalb der Verwaltung sowie dem Ausbau
interkommunaler Kooperationen eine große
Spannbreite an Handlungsmöglichkeiten.
In der Diskussion schilderten die Teilnehmer
Erfahrungen aus der Praxis. Sie plädierten für
eine gezielte Aufklärung und Unterstützung
der betroffenen Kommunen sowie eine bessere Vernetzung und Kommunikation unter den
Orts- und Verbandsgemeinden in RheinlandPfalz.

Begrüßung und Einführung
Univ.-Prof. Dr. Gabi Troeger-Weiß
[Lehrstuhl Regionalentwicklung und Raumordnung der Technischen Universität Kaiserslautern]
Der demografische Wandel - Herausforderungen für die kommunale Daseinsvorsorge
Apl.-Prof. Dr. Hans-Jörg Domhardt
[Lehrstuhl Regionalentwicklung und Raumordnung der Technischen Universität Kaiserslautern]

Demografiekonzepte in Kommunen
Robert Freisberg
[Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V.]
Diskussion mit Statements
„Strategien zur Gestaltung des demografischen Wandels auf kommunaler Ebene
Prof. Dr. Hans-Jürgen Seimetz
[Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd]
Sandra Heckenberger
[entra Unternehmensentwicklung]
Christian Keimer
[Kreisverwaltung Rhein-Hunsrück-Kreis]

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz
Nacht der Generationen in Pirmasens
- So jung kommen wir nie mehr zusammen!

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Die Stadt Pirmasens weiß, was der „Demografische Wandel“ bedeutet, was es heißt , wenn
die Bevölkerung weniger, älter und bunter
wird! Doch wie in kaum einer anderen Stadt
haben sich hier viele Menschen der Herausforderung gestellt und Projekte gestartet, die
verdeutlichen, wie man gemeinsam mit den
Auswirkungen von Veränderungen umgehen
kann.
Bei der Nacht der Generationen zeigte die
Entwicklungsagentur gemeinsam mit dem
Amt für Wirtschaftsförderung wie aktiv Vereine und soziale Institutionen in der Stadt sind,
welche spannenden Projekte es im Umgang
mit den Auswirkungen des demografischen
Wandels gibt und wie sich die Stadt bereits
verändert hat.

Tätigkeitsbericht 2013

Die spannende Tour durch Pirmasens startete
mit einem Rückblick in die Vergangenheit im
Hans-Sachs-Hof durch die Hotelbesitzerin. Einen Blick in die Zukunft wagten Stadtbürgermeister Peter Scheidel und Robert Freisberg
von der Entwicklungsagentur. Wirtschaftsförderer Mark Schlick stellte vielversprechende,
derzeit laufende Initiativen vor, mit denen die
kommenden Herausforderungen gemeistert
werden können.
Ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm vom Fotoshooting für Generationen
bis zu musikalischen Live-Acts – unterstützt
von zahlreichen Musikern aus dem Pirmasenser Künstlernetzwerk PS_kreativ – machte
den Bürgern deutlich, wie kreativ die Stadt
mit dem Thema „Demografischer Wandel“
umgeht und wie aktiv ihre Bewohner sind.
Der Hauptbahnhof freute sich bei der Nacht
der Generationen über zahlreiche Besucher

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mit einem Informationsstand der Entwicklungsagentur, einer Fotoausstellung „Inszenierter Leerstand in Pirmasens“, einer
Themenbücherausstellung der Stadtbibliothek, einer Lesung „Gedanken zum Thema
Demografie“ von Jean-Phillipe Devise und
der Kabarettgruppe Imperfekt mit dem Stück
„Imperfekte Problemzonen“.
Ihr Interesse am Wohnprojekt „ps:patio!
Lebensraum für Generationen“ und an neuen
Wohnformen in Rheinland-Pfalz zeigten

viele Bürger im Projektladen von ps:patio. An
einer weiteren Station informierten sich die
Besucher über die Arbeit des Seniorenbeirats,
der Pflegestützpunkte, des OASIS e.V. und
der Jugendkulturwerkstatt und besuchten die
Ausstellung „Neue Altersbilder in RheinlandPfalz“.

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5 | Kommune und Land

Die Kommunen in Rheinland-Pfalz stehen
heute und in den kommenden Jahren vor
großen Veränderungen ihrer traditionellen
Handlungsmuster. Kleine Zentren und Dörfer
stehen in einem zunehmenden Wettbewerb
um Einwohner, Zuwanderer, kreative Köpfe
und Arbeitsplätze. Knappe öffentliche Ressourcen und die spürbaren Auswirkungen
des demografischen und gesellschaftlichen
Wandels schränken die Handlungsspielräume
zunehmend ein.
Im Zusammenwirken mit (negativen) regionalen Trends können sich hieraus ungünstige
Perspektiven auf lokaler Ebene ergeben. Beeinflusst durch die typischen Gegebenheiten
rheinland-pfälzischer Kommunalstrukturen,
die Kleinteiligkeit und den hohen Ehrenamtsanteil ist die Gestaltung der kommunalen
Entwicklung mit Besonderheiten verbunden.

Die Unterstützung einer strategischen Entwicklung rheinland-pfälzischer Kommunen ist
ein besonderes Anliegen der Entwicklungsagentur. Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt
auf der Initiierung themenbezogener Netzwerke, der Stabilisierung von Zentren sowie der
Konzentration auf vorhandene Entwicklungspotentiale zur Schaffung lokaler und interkommunaler Dynamiken.
Die Entwicklungsagentur ist Ansprechpartnerin für alle haupt- und ehrenamtlichen Akteure
in Kommunen, die aktuelle und zukünftige
Herausforderungen mit alltagstauglichen und
wirtschaftlich tragfähigen Instrumenten lösen
wollen. Mit der Unterstützung interkommunaler Ansätze in der Praxis orientieren wir uns
an aktuellen Vorgaben aus Politik, Planung,
Wissenschaft und Praxis.

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz

Tätigkeitsbericht 2013

34

35
Rückblick in die Zukunft:
Dörfer vor neuen, alten Herausforderungen
Die Frage, wie Ortskerne lebenswert erhalten
und gestaltet werden können, stellt sich heute
genauso wie vor 30 Jahren. Gemeinsam mit
Univ.-Prof. em. Dr. Dr. h.c. Hans Kistenmacher,
Prof. Dr.-Ing. Hans Dennhardt und MinDgt.
a.D. Hans-Egon Baasch wagte die Entwicklungsagentur am 3. Juni 2013 in Kaiserslautern einen Rückblick in die Zukunft und feierte
gleichzeitig ihr 10-jähriges Bestehen.

Zur Einstimmung des Abends wurde ein
Ausschnitt des Films „Die Wiederentdeckung
des Dorfes“ aus dem Jahr 1980 gezeigt. Doch
wie haben sich rheinland-pfälzische Dörfer
seit den 1980er Jahren entwickelt und welche
Schlüsse lassen sich daraus für die kommenden Herausforderungen ziehen?
Der demografische Wandel, die zunehmende
Ressourcenknappheit der öffentlichen Hand
aber auch die sich verändernde Lebenswirklichkeit werden neue Rahmenbedingungen
schaffen und traditionelle Strukturen aufbre-

Vorstellung Ländliche
Perspektiven AusDorf im Wandel: schuss Wirtschaft und 1. Standorttreffen der
VG Otterberg
Lachen-Speyerdorf
Verkehr, Neuwied
10.04.2013
07.03.2013
18.03.2013
AK Medizinische
Grundversorgung,
Neuwied
28.01.2013

Januar

Dorf im Wandel:
Carlsberg
13.02.2013

Dorf im Wandel:
Klausen
13.03.2013

Februar

März

Projektabsprache
ZRW, Kaiserslautern
22.02.2013

Projektabsprache
ZRW, Kaiserslautern
27.03.2013

April
AK ddn Expertengruppe Pflege,
Landstuhl
23.04.2013

Zentral hierbei sind und bleiben die Menschen
vor Ort, deren Ideen gehört und berücksichtigt
werden müssen. Planer sind heute mehr denn
je als Impulsgeber, Vermittler und Berater
gefordert. In dieser Rolle übernehmen sie die
fachliche Begleitung von Entwicklungsprozessen, die vor Ort getragen werden müssen.

Gute Lösungen für lebenswerte Gemeinden
erfordern den Dialog zwischen allen Beteiligten: Politikern, Bevölkerung und Planern.

Dorf im Wandel: Fachveranstaltung Abschlussfeier FeuerHöhr-Grenzhausen, Rückblick in die wehrklasse Cochem,
Zukunft
Nanzdietschweiler
Treis-Karden
03.06.2013
24.05.2013
15.06.2013

Vorstellung
Dorf im Wandel: Leerstandslotsen
Laachen-Speyerdorf
Neuwied
04.04.2013
25.04.2013

Dorf im Wandel: AK Mobilität, Gründung Kreis- Dorf im Wandel:
Nanzdietschweiler Waldbreitbach gesundheitsforum Workshop Mandern
29.01.2013
Neuwied
13.03.2013
20.02.2013
25.02.2013
AK ddn Expertengruppe Pflege,
Kaiserslautern
21.02.2013

chen. So zogen vor 30 Jahren die Kinder aus
dem Elternhaus noch in die eigenen vier Wände am Ortsrand. Dagegen fehlt es heutzutage
immer häufiger an den Kindern selbst, die
als potenzielle Nutzer des Hauses gar nicht
erst geboren werden oder in Ballungsräumen
arbeiten und leben. Ein Umdenken ist erforderlich, um das dörfliche Leben attraktiv zu
gestalten und Arbeitsplätze zu den Menschen
zu bringen.

ZukunftsRegion
Westpfalz:
Experteninterview
27.05.2013

Mai
ZukunftsRegion
Westpfalz:
Experteninterview
03.06.2013

ZukunftsRegion
Westpfalz:
Experteninterview
10.06.2013

Juni
ZukunftsRegion
Westpfalz:
Experteninterview
25.06.2013

AK Familienfreundlicher Kreis, Neuwied
23.10.2013
ZukunftsRegion
Dorf im Wandel:
Dorf im Wandel:
Westpfalz:
Klausen
Experteninterview Befragung Klausen
12.07.2013
06.08.-04.09.2013
31.07.2013

Juli
Dorf im Wandel: ZukunftsRegion
Greimersburg
Westpfalz:
11.07.2013
Experteninterview
23.07.2013

August
Dorf im Wandel:
Otterberg
27.08 .2013

MORO-Begleitausschuss, Daun
17.09.2013

September

GARRP-Kongress,
Kaiserslautern
16.11.2013

Dorf im Wandel: Kreisgesundheitsforum, Neuwied
Carlsberg
29.10.2013
23.10.2013

Oktober
Leerstandslotsen,
Neuwied
29.10.2013

2. Standorttreffen der
VG Otterberg
20.11.2013

November
Abschluss Ländliche Dorf im Wandel:
Perspektiven Neuwied Nanzdietschweiler
28.11.2013
29.10.2013

Dezember

36

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz

Tätigkeitsbericht 2013

Modellprojekt „Ländliche Perspektiven“

es durch gezielte Maßnahmen medizinische
Nachwuchskräfte für den Landkreis zu gewinnen. Im ersten halben Jahr nach der Gründung
konnte das neugeschaffene Netzwerk bereits
erste Veranstaltungen durchführen und weitere aktive Mitstreiter gewinnen.

Das Modellprojekt „Ländliche Perspektiven“
startete bereits im Jahr 2010 mit der Leitfrage,
wie sich Kommunen in ländlichen Gebieten
von Rheinland-Pfalz den Herausforderungen
des demografischen Wandels stellen können.
Gemeinsam mit lokalen Partnern wurden in
einem mehrjährigen öffentlichen Beteiligungsprozess zielgerichtete Lösungsansätze für
eine innovative Anpassung der bestehenden
Infrastrukturen und kommunalen Dienstleistungsangebote erarbeitet und umgesetzt.
Im Jahr 2012 wurde Ländliche Perspektiven in
den ersten beiden Modellkreisen Altenkirchen
und Cochem-Zell erfolgreich abgeschlossen
und wirkt dort immer noch nach (vgl. S. 28).
Mit einer öffentlichen Ergebnispräsentation
fand am 29. Oktober 2013 im Rahmen der
ersten Demografiewoche Rheinland-Pfalz nun
auch die Abschlussveranstaltung im Landkreis
Neuwied statt.
Ländliche Perspektiven Neuwied
Während des knapp zweijährigen Modellprozesses in Neuwied konnten konkrete Maßnah-

men für die Bereiche Leerstandsbewältigung,
Mobilität, Familienfreundlicher Kreis und
Medizinische Grundversorgung auf die Beine
gestellt werden.
Die Vereinsgründung des Kreisgesundheitsforums Neuwied e.V. im Februar 2013 ist das
Ergebnis der engagierten Arbeit verschiedenster Vertreter des Gesundheitswesens im
Landkreis Neuwied. Die Entwicklungsagentur
begleitete seit dem öffentlichen Projektauftakt
in Dierdorf den Arbeitskreis inhaltlich und
organisatorisch sehr eng. Das Kreisgesundheitsforum Neuwied e.V. bildet künftig eine
kreisweite Plattform, um wichtige Akteure
des lokalen Gesundheitssystems miteinander
zu vernetzen. Durch das aktive Bestreben
des Vereins innovative Versorgungsmodelle –
wie etwa das Filia-Projekt in Waldbreitbach
– ins Leben zu rufen, wird maßgeblich zur
Qualitätssicherung der bestehenden Gesundheitsversorgung beigetragen. Der Verein
bindet nicht nur ehrenamtliches Engagement,
sondern kommuniziert durch medizinische
Fach- und Informationsveranstaltungen u.a.
präventive Angebote zur Gesunderhaltung. Ein
weiteres Ziel des Kreisgesundheitsforums ist

Unter Leitung der Entwicklungsagentur wirkte
der Arbeitskreis „Leerstandsbewältigung“
maßgeblich an der Konzeption des Leerstandslotsenprojektes mit (vgl. S. 48). Im April
fand in der Kreisverwaltung Neuwied die offizielle Vorstellung der Leerstandslotsen statt.
In den Ortsgemeinden Anhausen, Isenburg,
Oberraden, Rüscheid, Straßenhausen und St.
Katharinen klären seitdem die ehrenamtlichen
Lotsen ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger
rund um das Thema Immobilienleerstand auf
und motivieren, etwas gegen ihren Leerstand
zu unternehmen. Bei dem zweiten Netzwerktreffen Ende Oktober 2013 zeigte sich, dass
die Lotsen in ihren ersten Tätigkeitsmonaten
bereits vielerorts große und kleine Projekte
zur Bewältigung der Leerstandsproblematik
in den Dörfern des Landkreises anstoßen
konnten.

In den Arbeitskreisen Mobilität und Familienfreundlicher Kreis wurden zudem gemeinschaftliche Konzepte wie etwa „Meetingpoints“, das „Familienbüro“ und die
„Neuwieder Postkarte“ zur Stabilisierung der
Daseinsvorsorge erarbeitet. Auch nach
Projektende wird die Kreisverwaltung Neuwied nun auf die Realisierung der erarbeiteten
Konzepte und Projektideen hinwirken.
Wir arbeiten derzeit an der schriftlichen Dokumentation des Modellprozesses „Ländliche
Perspektiven für Rheinland-Pfalz“. Neben der
Vorgehensweise und den Ergebnissen, wird
diese auch konkrete Handlungsempfehlung
für die kommunalpolitischen Entscheidungsträger beinhalten.

37

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz

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Ländliche Perspektiven: Abschlussfeier der
Feuerwehrschulklasse Treis-Karden
Zwei Jahre nach der Einführung des Wahlpflichtfaches „Feuerwehrtechnik“ an der
Realschule plus in Treis-Karden wurden am
Samstag, den 15. Juni 2013 den 18 frisch
gebackenen Truppfrauen und -männern ihre
Abschlusszeugnisse von Staatssekretärin
Heike Raab überreicht.
Bereits im September 2011 wurde im Rahmen
des Modellprojektes „Ländliche Perspektiven“

Tätigkeitsbericht 2013

das vom Landesfeuerwehrverband RheinlandPfalz konzipierte Schulfach „Feuerwehrtechnische Grundausbildung“ modellhaft in den
Lehrplan des Faches „Natur und Technik“
integriert. Erstmalig in Deutschland werden
seitdem Schüler der 8. und 9. Klasse zum/zur
Feuerwehrmann/-frau ausgebildet und damit
v.a. auch gezielt weibliche Mitglieder und
Jugendliche mit Migrationshintergrund für
eine aktive Mitgliedschaft in der Freiwilligen
Feuerwehr gewonnen.

Zukunftsprozess Kommunalentwicklung

Das einzigartige Projekt entstand im Rahmen
des Modellprojektes Ländliche Perspektiven
in Cochem-Zell und hat in den letzten zwei
Jahren bereits Nachahmer an fünf weiteren
Schulen in Rheinland-Pfalz gefunden. Auch an
der Konrad-Adenauer Schule in Treis startete
bereits letztes Schuljahr der zweite Jahrgang.

Im Projekt „Zukunftsprozess Kommunalentwicklung“ werden sieben rheinland-pfälzische
Kommunen mit unterschiedlich gelagerten
Problemstellungen in einem Prozess der
strategischen Kommunalentwicklung begleitet. Aufbauend auf der jeweiligen Ausgangssituation wird in einem gemeinsam
mit der Kommune vorbereiteten Prozess die
konkrete Problemstellung definiert und eine
gemeinschaftliche Lösungsstrategie erarbeitet.
Aus den dabei erzielten Erfahrungen werden
Erfolgsfaktoren und ähnlich gelagerte Hemmnisse identifiziert, um zukünftig die Gestaltung solcher Prozesse für alle Kommunen in

Die Konzentration auf die eigenen lokalen und
regionalen Stärken gewinnt vor dem Hintergrund eines sich verschärfenden Wettbewerbs
um Einwohner, Fachkräfte und Arbeitsplätze
immer mehr an Bedeutung. Auf RheinlandPfalz, als überwiegend ländlich geprägtes
Bundesland, kommen dabei besondere Herausforderungen zu, die innovative Lösungen
erfordern.

vergleichbaren oder ähnlichen Ausgangslagen
zu optimieren.
In jeder Kommune erfolgt zunächst eine
quantitative und qualitative Analyse der
Potentiale und Problemlagen, wobei Wert
auf der Identifikation von Schnittstellen und
Konflikten gelegt wird. Anschließend werden wichtige lokale Akteure in den Prozess
eingebunden und mit Ihnen gemeinsam eine
Vorgehensweise entwickelt. Mit dem Anstoß
eines zentralen oder mehrerer Projekte soll
eine Entwicklungsdynamik ausgelöst werden,
die vor Ort zu verstetigen ist.
Momentan sind wir in den Gemeinden
Carlsberg, Greimersburg, Nanzdietschweiler
Klausen, Mandern und Otterberg sowie im
Diakonissen-Mutterhaus Lachen aktiv.
In der Ortsgemeinde Carlsberg wurde unsere
Arbeit durch die Bachelorarbeit „Nutzung
und Vermarktung von Stadtortpotentialen als
Chance für Kommunen im interkommunalen
Einwohnerwettbewerb in Rheinland-Pfalz am
Beispiel der Gemeinde Carlsberg – Konzept

39

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz
und Vermarktung als Beitrag zur strategischen
Kommunalentwicklung“ von Thea Heinzler
unterstützt. Zur Positionierung der Gemeinde
auf dem Wohnungsmarkt der Metropolregion
Rhein-Neckar wurde zunächst eine marktund nachfrageorientierte Analyse der Wohnstandortfaktoren durchgeführt. Das Ergebnis
ist ein Vermarktungskonzept mit Handlungsempfehlungen in Bezug auf Standortprofil,
Zielgruppenauswahl und Außendarstellung für
die Gemeinde.

40
Unterstützung der Zukunftsregion Westpfalz e.V.
Bereits im Mai 2012 gründete sich der
Verein „Zukunftsregion Westpfalz“. Vor dem
Hintergrund des demografischen und wirtschaftlichen Wandels sind die in der Westpfalz
verfügbaren Humanressourcen in Zukunft
noch optimaler zu nutzen. Die langfristige
Sicherstellung des Fachkräftepotenzials in der
Westpfalz wurde daher zu einem ersten Aktivitätsschwerpunkt der Zukunftsregion erklärt.
Ein zentrales Handlungserfordernis stellt in
diesem Zusammenhang die Verbesserung von

Bildungsübergängen dar. Durch gezielte Weiterbildungsmaßnahmen und Qualifizierungsprogramme kann die Durchlässigkeit zwischen
einzelnen Bildungsabschlüssen gesteigert
und somit auch diejenigen Zielgruppen, die
erschwerten Zugang zu den bestehenden
Arbeitsmarktangeboten aufweisen, integriert
werden.
Die Entwicklungsagentur unterstützte im Jahr
2013 die Zukunftsregion mit der Studie „Perspektiven der Bildungs- und Wirtschaftsregion
Westpfalz“ bei der grundlegenden Erfassung
der bestehenden Aktivitäten im Bereich der
Fachkräftesicherung. Im Zuge der Untersuchung wurde u.a. auch eine umfassende
Bestandsaufnahme bestehender Aktivitäten
und Projekte im Bereich der Bildungsübergänge durchgeführt. Die Ergebnisse dienen der
Zukunftsregion als Basis, um künftig inhaltliche und organisatorische Überschneidungspunkte sowie Kooperationsmöglichkeiten zu
identifizieren und mit konkreten Projekten
umzusetzen. Die zentralen Ergebnisse der
Untersuchung wurden im Rahmen der Mitgliederversammlung der Zukunftsregion Westpfalz
unter Anwesenheit von Staatsministerin Evelin
Lemke am 11. November 2013 in Landstuhl
präsentiert.

Partner der Regionalgruppe des Demografie Netzwerkes „ddn-Westpfalz“
Als einer der Akteure des Demographie
Netzwerkes ddn-Westpfalz setzte sich die
Entwicklungsagentur im Jahr 2013 für die

Tätigkeitsbericht 2013
Bewältigung der Herausforderungen des
demografischen Wandels und des zunehmenden Fachkräftemangels in der Westpfalz ein.
Zentrales Thema ist die Gewinnung von Nachwuchskräften in der Pflege. Im Arbeitskreis
„ddn Expertengruppe Pflege“ schlossen sich
verschiedene Institutionen, unter anderem
auch die Entwicklungsagentur, zusammen, um
insbesondere dem Fachkräftemangel in der
Pflege entgegenzuwirken.

41

Grünelemente in Siedlungen
Grünelemente in Siedlungen tragen ganz
wesentlich zum Wohlbefinden der Bevölkerung und zur positiven Bewertung der eigenen
Wohnsituation bei. Sie sind ein verbindendes
Element und dienen der Erholung, der Gesundheit und der Freizeitgestaltung.
Viele Gemeinden sind stolz auf ihr Grünsystem und vermarkten dieses entsprechend. In
anderen Gemeinden stellt sich dagegen die
Frage, wie eine zunehmende Ressourcenknappheit, veränderte Lebensentwürfe der
Bevölkerung und auch die Auswirkungen einer
demografischen Entwicklung in die Planung
und Instandhaltung von Grünsystemen eingebunden werden können.
In einer Studie über die Bedeutung von Grünelementen für Siedlungen untersucht Prof. Dr.
Kai Tobias von der Technischen Universität
Kaiserslautern im Auftrag der Entwicklungsagentur, welche Bedeutung und Funktionen
Grünelemente für die Gesundheit des Menschen, das Stadtklima und das soziale Gefüge
einer Stadt haben.

Was kommt auf die ländlichen Räume
zu?
Am 16. November 2013 war die Entwicklungsagentur bei dem zweiten kommunalpolitischen Kongress der GARRP (GRÜNE und
Alternative in den Räten RLP) in Kaiserslautern zu Gast. In verschiedenen Vorträgen und
Workshops bot sich den meist ehrenamtlichen
Besuchern die Möglichkeit, sich im Bereich der
Kommunalpolitik weiterzubilden. Im Rahmen
des Kongresses übernahm die Entwicklungsagentur die Moderation des Workshops „Was
kommt auf die ländlichen Räume zu?“.

43

6 | Immobilienleerstand

Der zunehmende Immobilienleerstand als
Folge des demografischen Wandels und veränderter Wohnansprüche trifft private Eigentümer genauso wie Kommunen. Nach neuesten
Schätzungen stehen in Rheinland-Pfalz rund
90.000 Immobilien leer. Ihre Nachnutzung
zu organisieren ist gerade an verkehrsreichen
Straßen in ländlichen Räumen oder bei fehlender baulicher Qualität eine große Herausforderung, die nur im Zusammenwirken von
Eigentümer und Kommune gelingen kann.

der Findung individueller Lösungswege der
kommunalen Leerstandsbewältigung unterstützend begleitet.

Im Jahr 2013 setzte die Entwicklungsagentur
ihre Aktivitäten im Kompetenzfeld Immobilienleerstand fort. Hierbei wurden nicht nur
konkrete Handlungsansätze – wie beispielsweise der „Leerstandslotse“ weiterentwickelt,
sondern auch zahlreiche Gemeinden bei

Bereits jetzt ist absehbar, dass auch im Jahr
2014 rheinland-pfälzische Gemeinden,
Verwaltungen, Behörden und Initiativen mit
Tatort_Leere vor Ort über das Thema Leerstand informieren werden, um die Betroffenen
zum Handeln zu aktivieren.

Aufgrund zahlreicher Anfragen reiste die
Wanderausstellung Tatort_Leere auch im Jahr
2013 weiter durch Rheinland-Pfalz. An insgesamt 16 Stationen informierte Tatort_Leere
über Ursachen, Konsequenzen und Handlungsmöglichkeiten im Bereich des Immobilienleerstands.

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz

Tätigkeitsbericht 2013

Wanderausstellung Tatort_Leere

tatort_leere _kompakt
Um auch in ganz alltäglichen Räumlichkeiten
mit einfachen Mitteln für Aufmerksamkeit zu
sorgen, hat die Entwicklungsagentur im Jahr
2013 mit tatort_leere_kompakt eine flexiblere und kompaktere Variante der originären
Ausstellung entwickelt. Durch einen schnellen
und unkomplizierten Aufbau und die einfach
Handhabe kann tatort_leere_kompakt sowohl
bei eintägigen Fach- und Informationsveranstaltungen als auch bei mehrwöchigen
Ausstellungen zum Einsatz kommen.

Voraussetzung für eine stärkere Auseinandersetzung mit dem Immobilienleerstand in
Rheinland-Pfalz ist, sich über den Handlungsbedarf bewusst zu werden. Eine umfassende
Aufklärung über die Konsequenzen des
„Nichtstuns“ und bestehende Handlungsmöglichkeiten sind hierfür wichtig. Vor diesem
Hintergrund startete die Entwicklungsagentur
bereits im Jahr 2012 mit der Wanderausstellung Tatort_Leere eine landesweite Sensibilisierungskampagne, die auch im Jahr 2013
erfolgreich fortgesetzt wurde.

44

Tatort_Leere geht auf die Menschen zu,
schafft Raum für Dialog und stößt vor Ort
Denkprozesse an. Verschiedene MitmachStationen beziehen die Besucher aktiv ein und
eröffnen ihnen die Möglichkeit, auf Leerstände
hinzuweisen und Nachnutzungsideen einzubringen. So werden die Besucher selbst durch
ihre Ideen und Meinungen zum zentralen
Bestandteil der Ausstellung. Tatort_Leere regt
dazu an, die Situation in der Heimatgemeinde
genau unter die Lupe zu nehmen und in neue
Richtungen zu denken.

Coaching
Coaching LeerLeerstandslotsen, standslotsen, Leerstandscoaching,
Carlsberg
Landau
Neuwied
13.02.2013
10.01.2013
30.01.2013

Januar

Februar

Tatort-Folgeprozess,
Bad Sobernheim
24.01.2013

Leerstandscoaching Folgeprozess LeerHermeskeil
stand, Pirmasens
05.02.2013
26.02.2013

Coaching Leerstandslotsen,
Landau
31.01.2013

Die originäre Ausstellung Tatort_Leere
informiert nicht nur über das Thema Immobilienleerstand, sondern verwandelt dabei auch
Leerstände in lebendige Orte des fachlichen
und kulturellen Dialoges. Die sonst leer stehenden Ausstellungsgebäude werden für ein
Wochenende zum Mittelpunkt des Orts- oder
Quartierlebens.
Tatort_Leere „packt“ Informationen in grünes
Tape: Die kreative Inszenierung fachlicher
Inhalte in Verbindung mit partizipativen
Ausstellungselementen regt die Besucher
an, eigene Ideen einzubringen. Sie werden
motiviert, sich mit der Leerstandsproblematik
in ihrer Gemeinde auseinander zu setzen.
Mitarbeiter der Entwicklungsagentur betreuen
die Ausstellung und stehen für Fragen und
Anregungen bereit. Aufgrund der besonderen
Anforderungen an das Ausstellungsgebäude
war das „Original“ im Jahr 2013 nur einmal
zu sehen. In Landstuhl wurde die Alte Posthalterei zum „Tatort_Leere“.

Leerstandscoaching, Leerstandscoaching, Tatort_Leere,
Bellheim
Hatzenport
Mainz
21.03.2013
15.04.2013 22.04.-08.05.2013

März

April
Vorstellung der
Leerstandslotsen,
Neuwied
24.04.2013

45
Der ungewöhnliche Ausstellungsbau zeigt,
wie wandelbar unser Lebensumfeld ist. Auch
in normalen Verwaltungsgebäuden wird der
Charme von Umnutzung spürbar. Für Verwaltungen, Politik oder engagierte Bürger wird
tatort_leere_kompakt in Rheinland-Pfalz kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die große Zahl
an Ausstelungsorten zeigt, dass diese Angebot
sehr gut angenommen wird.

Tatort_Leere,
Kaiserslauern
08.06.2013

Mai
Projektworkshop Tatort_Leere,
Unkel
Leerstandslotsen
07.05.2013 19.-20.05.2013
Erörterungsgespräch
Leerstand Kreis
Kaiserslautern
08.05.2013

Tatort_Leere,
Pirmasens
21.-23.06.2013

Juni
Tatort_Leere,
Lahnstein
13.06.2013

Pressetermin
Meudt
24.07.2013

Juli
Erfahrungsaustausch
Leerstandslotsen,
Schweinfurt
04.07.2013

Kongress „Leben
Erfahrungsausim Dorf“ /
Tatort_Leere, tausch Leerstand, Tatort_Leere,
Ulmen
Meudt
Bad Dürkheim
28.08.2013
12.09.2013
22.08.2013

August

September

Tatort_Leere,
Tatort_Leere, Workshopmoderation
Pirmasens
Kriegsfeld
- Perspektiven für den
23.08.-05.09.2013 06.-10.09.2013
ländlichen Raum,
FH Kaiserslautern
16.09.2013
Vortrag ASG-Seminar
Kriegsfeld
10.09.2013

Tatort_Leere – das Heft zur Ausstellung
Das große Interesse der Besucher an den Ausstellungsinhalten von Tatort_Leere bewegte
die Entwicklungsagentur dazu, im Jahr 2013
eine Broschüre mit interaktiven Grafikelementen zu gestalten. Das „Heft zur Ausstellung“
kann bei der Entwicklungsagentur kostenfrei
angefordert werden.

Vortrag,
Reinsfeld
30.10.2013

Vortrag,
Vortrag,
Gusenburg
Züsch
14.11.2013 28.11.2013

Expertenworkshop
Votrag,
Tatort_Leere, Wohnungsmarkt, Tatort_Leere,
Berlin
Trier
Koblenz
Landstuhl
19.10.2013 30.-31.10.2013 13.11.2013 29.11.-01.12.2013

Oktober

November

Dezember

Tatort_Leere, Tatort_Leere,
Auftakt Leer- Tatort_Leere,
Trier
Schammatdorf Trier standslotsen, Hatzenport
28.10.2013
03.11.2013
Landstuhl
04.12.2013
29.11.2013
Tatort_Leere, Tatort_Leere,
Vorstellung Leerstandslotsen Neuwied Kaiserslautern Kaub
16.11.2013 18.11.2013
29.10.2013

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz

46

Die Tatorte im Überblick
Mainz – Abgeordnetenhaus
[22.04.2013 – 08.05.2013]
Unkel – Gasthof „Zum Marienberg“
[19.05.2013 – 20.05.2013]
Kaiserslautern – Villa Jaenisch
[08.06.2013]
Lahnstein – Informationsveranstaltung
Demografischer Wandel
[13.06.2013]
Pirmasens – Rheinland-Pfalz-Tag
[21.06.2013 – 23.06.2013]
Bad Dürkheim
[22.08.2013]
Pirmasens – Veranstaltung „Mehr Baukultur“ der Architektenkammer
[23.08.2013 – 05.09.2013]
Kriegsfeld – Alte katholische Kirche
[06.04.2013 – 08.09.2013]
Meudt – Kongress „Leben im Dorf“
[12.09.2013]
Trier – Auftaktveranstaltung der 1. Demografiewoche Rheinland-Pfalz
[28.10.2013]
Koblenz – Struktur und Genehmigungsdirektion Nord
[30.10.2013]

Tätigkeitsbericht 2013

Trier – Tag der offenen Tür im Schammatdorf
[03.11.2013]
Kaiserslautern – Kommunalpolitischer Kongress der GARRP
[15.11.2013]
Kaub – Fachveranstaltung „Neue Perspektiven für alte Gebäude“, Friedrich-EbertStiftung
[19.11.2013]
Landstuhl – Tatort_Leere
[29.11.2013 – 01.12.2013]
Hatzenport
[04.12.013]

Folgende externe Beiträge regten zur Diskussion an:

Tatort_Leere wird erforscht
In den meisten Fällen fand an den jeweiligen
Ausstellungs- bzw. Veranstaltungsorten von
Tatort_Leere eine Fachveranstaltung zum
Thema Immobilienleerstand statt, die die
Entwicklungsagentur mit einem Vortrag über
die Projektidee, die aktuelle Leerstandssituation und die grundsätzlichen Handlungserfordernisse eröffnete. Darüber hinaus wirkten
zahlreiche weitere Referenten aus Politik,
Wissenschaft und Planungspraxis an den
Fachprogrammen mit.

Offensive gegen Leerstand Kyllburg - Erfahrungen aus der kommunalen Praxis
Wolfgang Krämer, Dietmar Wolf | Kyllburg
[Tatort_Unkel]

Leerstandsentwicklung in Rheinland-Pfalz –
aktuelle Situation und Herausforderungen
Prof. h.c. Dr.-Ing Karl Ziegler | Technische
Universität Kaiserslautern
[Tatort_Mainz / Tatort_Landstuhl]
Den demografischen Wandel aktiv gestalten
Andreas Hartenfels | Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Rheinland-Pfalz
[Tatort_Mainz]

Stadtumbau in ländlichen Gemeinden
vor dem Hintergrund des demografischen
Wandels
Hubert L. Deubert | Sachverständiger, Fachgutachter und Berater
[Tatort_Bad Dürkheim]

Leerstandsbewältigung in ländlichen Räumen - Beispiele aus der Praxis / Leerstand
in Landstuhl – Bestandsaufnahme und
Handlungsempfehlungen
Christian Plöhn | Entra GmbH
[Tatort_Kriegsfeld / Tatort_Landstuhl]
Leerstandsproblematik aus Sicht einer
betroffenen Gemeinde im Welterbe Oberes
Mittelrheintal
Dieter Kochskämper | Bürgermeister Stadt
Bacharach
[Tatort_Koblenz]
Tatort_Leere bewährt sich als Instrument, um
die Bevölkerung und die kommunalpolitisch
Verantwortlichen über das Thema Immobilienleerstand aufzuklären und zum Handeln
anzuregen. Wichtige Entscheidungsträger
werden miteinander vernetzt. Die Ausstellung
rückt das Leerstandsproblem in die öffentliche
Diskussion und signalisiert, dass gehandelt
werden muss.

47

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz

Tätigkeitsbericht 2013

Leerstandslotsen

alle interessierten und motivierten Verbandsgemeinden, Kreise und Gemeindeverbünde,
Lotsengemeinde zu werden.

Mit dem Projekt Leerstandslotsen unterstützt
die Entwicklungsagentur jene Gemeinden in
Rheinland-Pfalz, die sich zusammen mit engagierten Bürgern der Leerstandsbewältigung
annehmen möchten.

48

Hintergrund ist, das viele kleine Gemeinden
in Rheinland-Pfalz das notwendige Knowhow sowie die personellen und finanziellen
Ressourcen fehlen, um ein professionelles
Leerstandsmanagement zu betreiben. Das
Leerstandslotsenkonzept soll allen Gemeinden
dabei helfen, sich mit Hilfe ehrenamtlichen
Engagements wirkungsvoll der Leerstandsvermeidung und -bewältigung anzunehmen.
Leerstandslotsen müssen keine Experten sein,
wichtiger sind die Ortskenntnis und ein guter
Draht zu den Menschen in der Gemeinde. In
persönlichen Gesprächen geht der Lotse auf
Eigentümer zu, schafft Vertrauen und zeigt Lösungswege auf. Auf seine Aufgabe wird er von
uns im Rahmen eines Qualifizierungsseminars
vorbereitet. Bei seiner Arbeit kann er auf die

Unterstützung der Orts- und Verbandsgemeinde sowie externer Experten bauen.
Bereits Ende 2012 starteten wir das Modellprojekt Leerstandslotsen in den Modellräumen
Neuwied und Südpfalz. Im Frühjahr 2013
wurden in beiden Modellräumen die Leerstandslotsen auf Ortsgemeindeebene mit einen individualisierten Projektflyer vorgestellt.
Neben einem umfassenden Seminarskript
wurde den Lotsen zudem eine Kontaktliste
mit den zentralen Ansprechpartnern in den
jeweiligen Kreisen mit auf den Weg gegeben.
Im Sommer 2013 beendete die Entwicklungsagentur die Pilotphase in den beiden
Modellräumen. Regelmäßige Netzwerktreffen
schaffen seitdem einen Erfahrungstausch vor
Ort und tragen zur Verstetigung des Prozesses
bei.
Aufgrund zahlreicher Anfragen rheinlandpfälzischer Gemeinden arbeitet die Entwicklungsagentur weiter an der Verstetigung des
Leerstandslotsen-Ansatzes. Im Sommer 2013
folgte dann ein landesweiter Projektaufruf an

Neben der Verbandsgemeinde Landstuhl, in
welcher offiziell im Herbst 2013 der Prozess
gestartet werden konnte, finden derzeit Sondierungsgespräche mit weiteren rheinlandpfälzischen Gemeinden statt.

Netzwerkarbeit

Fachvortrag sowie Erfahrungsbericht und Praxisübung aus dem Leerstandlotsenprojekt im
Zuge des Seminars „Gut leben mitten im Dorf.
Was wir für unsere Ortskerne tun können!“
der Agrarsozialen Gesellschaft e.V.
Unterstützung des Fachkongresses der Verbandsgemeinde Wallmerod „Leben im Dorf“
Vorträge zum Demografischen Wandel als
Argument für die Innentwicklung in der Verbandsgemeinde Hermeskeil

49
Durch Fachvorträge sowie dem aktiven
Mitwirken an zahlreichen Workshops und
Beteiligungsprozessen stärkte die Entwicklungsagentur ihre Rolle als kommunalfreundlicher Ansprechpartner und Wissensträger im
Bereich Immobilienleerstand innerhalb und
außerhalb von Rheinland-Pfalz. Folgende
Aktivitäten nahmen wir im Rahmen unserer
Netzwerkarbeit wahr:
Vortrag und Erfahrungsaustausch über das
Modellprojekt Leerstandslotsen im Rahmen
des zweiten Netzwerktreffens der Innenentwicklungslotsen des Landkreises Schweinfurt

Teilnahme an der Expertenrunde des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung zum Thema „Strategien der Anbieter
in Mietwohnungen und selbst nutzender
Eigentümer auf eine verminderte Nachfrage“.

51

7 | Wissensmanagement

Die Entwicklungsagentur sieht sich als
kommunalfreundliche Transferstelle zwischen
Wissenschaft und Praxis. Im Rahmen ihrer
zahlreichen themenbezogenen Aktivitäten
steht sie im intensiven Austausch mit Projektbeteiligten und trägt dabei zur Verbreitung
wissenschaftlicher Erkenntnisse in die kommunale Praxis und zur Stärkung von Akteursnetzwerken bei. Darüber hinaus bemühen wir uns
themenübergreifend um den Austausch mit
Akteuren innerhalb wie außerhalb des Landes
und um eine noch stärkere Vernetzung mit der
Technischen Universität Kaiserslautern und
anderen Forschungseinrichtungen.

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz

Tätigkeitsbericht 2013

52

53
Jahrestagung des Jungen Forums
Die Jahrestagung des Jungen Forums der
Akademie für Raumordnung und Landesplanung – ein Netzwerk junger Planungswissenschaftler und -praktiker aus dem deutschsprachigen Raum – fand nach 15 Jahren erstmals
in Kaiserslautern statt. Rund 60 Teilnehmer
aus allen Teilen Deutschlands und Österreich
kamen vom 29. bis 31. Mai 2013 zu einem
dreitägigen Kongress zusammen.
Mitarbeiter der Entwicklungsagentur organisierten den Kongress in enger Kooperation

KL Connect Women,
Kaiserslautern
26.11.2013

Tagung der ARL, Vorbereitung Junges Vorbereitung Junges Vorbereitung Junges Nachbereitung Junges
Mannheim
Forum, Kaiserslautern Forum, Kaiserslautern Forum, Kaiserslautern Forum, Kaiserslautern
24.01.2013
10.04.2013
27.05.2013
16.07.2013
26.02.2013

Februar

März

Vorbereitung Junges Vorbereitung Junges
Forum, Kaiserslautern Forum, Kaiserslautern
30.01.2013
22.02.2013

April

Mai

Eine von der Entwicklungsagentur organisierte
Exkursion führte die Teilnehmer zu verschiedenen Konversionsstandorten im Großraum
Kaiserslautern. Die Gäste zeigten sich beeindruckt von der weiterhin großen Bedeutung

Angeregt durch die fachlichen Inputs der
Referenten Prof. Dr. Klaus Selle, Prof. Dr. HansJürgen Seimetz, Dr. Bernhard Matheis und
Martin Orth diskutierten die Teilnehmer in vier
thematischen Arbeitsgruppen unter anderem

Firmenkontaktmesse, Rheinland-Pfalz-Tag,
Pirmasens
Kaiserslautern
21.-23.06.2013
12.06.2013

Januar

über planerische Instrumente und Wege der
Bürgerbeteiligung sowie Grenzen der Anpassungsfähigkeit ländlicher Räume. Aufgrund
der Nähe Kaiserslauterns zu europäischen
Nachbarn war darüber hinaus auch die grenzüberschreitende Planung ein Thema.

mit Nachwuchswissenschaftlern der Fakultät
Raum- und Umweltplanung und bereiteten
die inhaltlich-konzeptionelle Ausrichtung vor.
Unter dem Motto „Nimm‘s sportlich - Planung
als Hindernislauf“ diskutierten die Teilnehmer
unter anderem über aktuelle Hindernisse für
die räumliche Planung und über Möglichkeiten zu deren Überwindung.

Juni

Vorbereitung Junges Jahrestagung
Forum, Kaiserslautern Junges Forum,
Kaiserslautern
17.05.2013
29.-30.05.2013

Juli

August

Netzwerktreffen Junges Erfahrungsaustausch
Forum, Kaiserslautern Usbekistan, Kaiserslautern
23.10.2013
03.12.2013

September Oktober

November Dezember

Ehrenamtstag, LAG-Sitzung der Netzwerktreffen Junges
Speyer
ARL, Kaiserslautern Forum, Kaiserslautern
29.09.2013
11.11.2013
18.12.2013

der US-Präsenz für die gesamte Region und
den bereits erzielten Konversionserfolgen.
Um das in der Vorbereitungsphase aufgebaute
Netzwerk der jungen Planungswissenschaftler
und -praktiker aus dem Großraum Kaiserslautern dauerhaft zu etablieren, organisierten wir
gemeinsam im Nachgang der Tagung mehrere
Netzwerktreffen. Ziel ist es, den fachlichen
Austausch zwischen Lehrstühlen, privaten Büros und öffentlichen Institutionen anzuregen.

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz

Tätigkeitsbericht 2013

54

55
Firmenkontaktmesse Treffpunkt

KL Connect Women

Die Technische Universität Kaiserslautern
lädt einmal im Jahr zur Firmenkontaktmesse
Treffpunkt ein. Ziel ist ein erstes Kennenlernen
zwischen Studenten der Universität sowie der
Fachhochschule Kaiserslautern und Unternehmen.

Um das enorme Fachkräftepotential von Frauen optimal nutzen zu können, müssen Unternehmen und Verwaltungen zukünftig verstärkt
attraktive Rahmenbedingungen schaffen. Ein
erster Schritt dazu ist eine neu gegründete Arbeitsgruppe des regionalen Wirtschaftsverbandes KL CONNECT und die Veranstaltungsreihe
„Auf dem Sprung: Zukunft mitgestalten“.

Die Entwicklungsagentur präsentierte sich bei
der 21. Firmenkontaktmesse am 12. Juni 2013
gemeinsam mit dem Büro Stadt-Land-Plus aus
Bitburg und der Organisation proCampus aus
Kaiserslautern. Durch die Kooperation erhielten die Besucher einen abwechslungsreichen
Einblick in den planerischen Alltag.

Bei der Auftaktveranstaltung am 26. November 2013 in Kaiserslautern präsentierte
sich die Entwicklugungsagentur mit einem
Infostand. Zahlreiche Frauen brachten ihre
Wünsche für das zukünftige Arbeitsleben
in die Open-Space-Veranstaltung ein. Diese
werden nun in die Programmgestaltung von
KL-CONNECT Women einfließen.

LAG Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland:
AG „Internationalisierung der Gesellschaft und die Auswirkungen auf die
Raumentwicklung“
Die Entwicklungsagentur nahm 2013 an der
Arbeitsgruppe „Internationalisierung der
Gesellschaft und die Auswirkungen auf die
Raumentwicklung“ der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland
der Akademie für Raumforschung und Landesplanung teil. Im November 2013 wurden
auf der 124. Sitzung der Landesarbeitsgemeinschaft die Ergebnisse der Arbeitsgruppe
vorgestellt und anschließend diskutiert.
Wir präsentierten unseren Forschungsbeitrag
zu den in Rheinland-Pfalz stationierten und
lebenden US-amerikanischen Militärangehörigen und die damit verbundenen räumlichen Auswirkungen und Chancen für eine
zukunftsfähige Kommunalentwicklung. Der
Forschungsbeitrag beruht auf einer Untersuchung der Entwicklungsagentur RheinlandPfalz zusammen mit der Volker Bulitta

Unternehmensberatung in der Ortsgemeinde
Nanzdietschweiler. Ein weiterer gemeinsam
mit Prof. Dr. Birte Nienaber und Ursula Roos
von der Universität Luxemburg erarbeiteter
Beitrag, zeigte die Wohn- und Mobilitätssituation der atypischen Grenzgänger im
deutsch-luxemburgischen Grenzraum. Für eine
gemeinsame Publikation der Arbeitsgruppe,
die voraussichtlich Ende 2014 erscheinen
wird, wurden Beiträge zu den jeweiligen
Forschungsthemen verfasst.

Internationale Kooperation - Usbekische
Delegation besucht die Entwicklungsagentur
Auf Initiative des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung an der Universität München
e. V. besuchte am 3. Dezember 2013 eine
Usbekische Delegation die Entwicklungsagentur. Unseren Gästen stellten wir die Arbeit
der Entwicklungsagentur vor und tauschten
Praxiserfahrungen aus.

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz
Wissensmanagement - Neues Angebot
der Entwicklungsagentur

56

Wissen und Information spielen nicht nur in
der unternehmerischen, sondern auch in der
öffentlichen Arbeit als Ressource für Innovation, Ideenfindung, Projektentwicklung und
zukunftsgerichtetes Denken eine wichtige
Rolle. Durch die große Vielzahl von Modellprojekten, wissenschaftlichen Arbeiten und
politischen Programmen ist ein Management
aller relevanten Informationen und Neuigkeiten allerdings nur schwer mit vertretbarem
Aufwand zu leisten. Wichtige Impulse bleiben
leider viel zu häufig ungenutzt.
Aus diesem Grund hat es sich die Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz im Jahr 2013
zur Aufgabe gemacht, einen regelmäßigen
Überblick über aktuelle wissenschaftliche
und politische Entwicklungen im Bereich der
Raumentwicklung zusammenzustellen und auf
interessante Veranstaltungen, Veröffentlichungen, Wettbewerbe, Fördermöglichkeiten und
Best-Practice-Beispiele hinzuweisen. Regelmäßig erscheinen die neuesten Meldungen im
EA-Newsletter unter der Rubrik „Wissensma-

Tätigkeitsbericht 2013

nagement“. Eine größere Auswahl steht auf
unserer Homepage zur Verfügung.

Rheinland-Pfalz-Tag in Pirmasens
Rheinland-Pfalz feierte vom 21. bis zum
23. Juni 2013 sein 30. Landesfest in Pirmasens. Den rund 250.000 Besucherinnen und
Besuchern bot sich auf zahlreichen Bühnen
und Veranstaltungsplätzen ein buntes und
vielfältiges Programm.

57
Wir präsentierten uns in der ehemaligen Kaufhalle mit der Wanderausstellung Tatort_Leere
und einem Inofstand zu den Aktivitäten der
Entwicklungsagentur.
Mit der Aktion „Rette aus Leidenschaft“
konnte sich jeder Besucher am Stand der Entwicklungsagentur einmal im Leben als Feuerwehrmann oder -frau fühlen und fotografieren
lassen. Die Mitmach-Aktion entstand während
des Modellprojektes Ländliche Perspektiven in Cochem-Zell, zu dem die Gründung
einer Feuerwehreinkaufsgemeinschaft, eine
Imagekampagne sowie die Etablierung einer
Feuerwehrschulklasse gehören.

Ehrenamtstag in Speyer
Die Entwicklungsagentur präsentierte sich
neben rund 90 Organisationen, Vereinen,
Projekten und Initiativen am 29. September
2013 beim 10. Ehrenamtstag in Speyer. Viele
der meist ehrenamtlich engagierten Besucher
zeigten sich sehr interessiert an der Arbeit der
Entwicklungsagentur. Vor allem die Vorstellung der ersten landesweiten Demografiewoche erregte die Aufmerksamkeit der Besucher,
die sich daran selbst mit eigenen Aktionen,
Initiativen oder Projekten beteiligen wollen.

Zudem erfüllten wir auch in Speyer vielen kleinen und großen Besuchern einen (Kindheits-)
Traum: Einmal im Leben Feuerwehrmann/-frau
sein! Das Projekt gilt als ein hervorragendes
Beispiel für die Stabilisierung ehrenamtlichen
Engagements in einer Kommune.

59

8 | Beirat für Kommunalentwicklung

Der Beirat für Kommunalentwicklung ist ein
international besetztes Gremium aus Wissenschaftlern, Kommunalpolitikern sowie
Planungs- und Wirtschaftspraktikern. Der
Beirat wird vom Minister des Innern, für Sport
und Infrastruktur Rheinland-Pfalz berufen und
berät die Landesregierung sowie die Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz mit ihren Organen bei fachlich-wissenschaftlichen Fragen.
Seine Beratungstätigkeiten entfaltet der
Beirat in Eigeninitiative, bzw. wird aufgrund
von Beratungsersuchen und -aufträgen der
Landesregierung unmittelbar tätig.

Der Beirat bearbeitet aktuelle Themenkomplexe aus dem Bereich der Kommunalentwicklung. Er setzt Impulse und liefert. Grundlagen
für die Bewältigung von Zukunftsaufgaben,
die u.a. die Entwicklungsagentur in Modellprojekten aufgreift und in der Praxis erprobt.
Mit Beginn des Jahres übernahm Professor
Dr.-Ing. Gerhard Steinebach das Amt des
Vorsitzenden.
Der Beirat beschäftige sich im Rahmen seiner
beiden Sitzungen (11. und 12. April sowie 28.
und 29. November 2013 in Kaiserslautern) mit
folgenden Themen:

60

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz

Tätigkeitsbericht 2013

Zusammenarbeit europäischer Grenzregionen im Spannungsfeld zwischen
globalen, nationalen und regionalen
Einflüssen sowie die Bedeutung europäischer Netzwerke

Zukunftsinitiative „Starke Kommunen Starkes Land“, Rheinland-Pfalz

Die Diskussionen und Beratungen haben
sich auf die Erfordernisse einer stärkeren
europäischen Ausrichtung der Kommunalund Landesentwicklung in Rheinland-Pfalz
konzentriert. Hierbei spielen u.a. Strategien
für das Land wie auch die Vernetzung und zukünftigen Tätigkeiten der Entwicklungsagentur
eine Rolle.
Anhand ausgewählter Beispiele wurden
europäische Netzwerke sowie Strategien für
ländliche Räume in Grenzregionen diskutiert
und Rückschlüsse für Rheinland-Pfalz abgeleitet. Das rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium erläuterte die grenzüberschreitende
Zusammenarbeit in der Großregion Saar
- Lor - Lux - Rheinland-Pfalz und gab einen
Ausblick auf die rheinland-pfälzische Gipfelpräsidentschaft.
Im Kontext der europäischen Kooperation
wurde in Zusammenarbeit mit der Entwick-

lungsagentur ein Papier zu den siedlungs- und
raumstrukturellen Voraussetzungen und
Erfordernissen eines grenzüberschreitenden
Mobilitätskonzeptes zwischen Luxemburg und
Rheinland-Pfalz erarbeitet. Die Studie mit dem
Titel „Arbeiten, fahren, versorgen, wohnen
zwischen Luxemburg und Trier - Analyse der
Siedlungsentwicklung und Daseinsvorsorge
auf rheinland-pfälzischer Seite im Hinblick auf
die Optimierung der grenzübergreifenden Mobilität“ wurde im August 2012 fertig gestellt
und dem Innenministerium vorgelegt.

Neugestaltung des Finanzausgleichs in
der Schweiz
Das Themenfeld Finanzausgleich hat große
aktuelle Bedeutung in Deutschland. Für die
Beratungen des Beirats war daher von besonderem Interesse, wie Länder, wie beispielweise
die Schweiz, den nationalen, aber auch kantonalen Finanzausgleich reformiert haben. Die
Neugestaltung des Finanzausgleichs und die
Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen wurde ausführlich diskutiert.

Im Anschluss an die Vorstellung der Zukunftsinitiative durch VertreterInnen des Innenministeriums und der Staatskanzlei, diskutierte der
Beirat die Auswirkungen und Potenziale für
rheinland-pfälzische Kommunen. Insbesondere
Fragestellungen bezüglich des Wettbewerbs,
der Projektevaluation,der interkommunalen
Kooperation beteiligter Verbandsgemeinden
und die Anwendung bzw. Anpassung bestehender Förderrichtlinien wurden intensiv erörtert. Im Anschluss an die Diskussion formulierte der Beirat verschiedene Hinweise, die in das
Konzept aufgenommen werden sollten.

für die Kommunalentwicklung in Zukunft an
Bedeutung gewinnen und damit verbundene
Schwerpunktthemen wurden vorgestellt.

Zukünftige Struktur und Aufgaben des
Beirats

Danksagung an alle Mitglieder des
Beirats

Der Vorsitzende des Beirats informierte in
der Frühjahrssitzung über den Sachstand und
gab einen Ausblick zur künftigen Struktur
und zu den Aufgaben des Beirats. In diesem
Zusammenhang wurde kurz die Geschichte
des Beirats und der Entwicklungsagentur
dargelegt. Das Innenministerium stellte erste
Überlegungen zur Umstrukturierung und zu
neuen Aufgabenfeldern des Beirats vor. So soll
z.B. dieim Jahr 2003 formulierte Zusammensetzung des Beiratsan die sich verändernden
Rahmenbedingungen (u.a. demographischer
Wandel) angepasst werden. In der Sitzung
im Herbst wurde die Thematik aufgegriffen
und ein Ausblick auf die kommende Organisations- und Aufgabenstruktur des Beirats
sowie auf das Zusammenwirken mit der
Entwicklungsagentur gegeben. Aspekte, die

Da die Amtszeit des Beirats zum 31.12.2013
endet und sich die Zusammensetzung des
Beirats ab dem Jahr 2014 verändern wird,
wurden die bisherigen Mitglieder durch das
Innenministerium und den Beiratsvorsitzenden
gewürdigt. Dabei ging der Vorsitzende vor
allem auf die besondere Bedeutung des Beirats im Zusammenwirken von Praktikern und
Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland
ein und betonte die fundierte Befassung mit
zentralen Fragen der Kommunalentwicklung in
Rheinland-Pfalz, die zu einer Vielzahl von Stellungnahmen an die Landesregierung geführt
hat. Auch die Entwicklungsagentur dankte
den Mitgliedern für die wertvollen Ratschläge
für ihre tägliche Arbeit unddie inspirierenden
Diskussionen herzlich.

61

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Entwicklungsagentur
Rheinland-Pfalz e.V.
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Dezember 2013

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