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Full text: Tätigkeitsbericht ... Issue 2012

Tätigkeitsbericht 2012
Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V.

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz

2

Impressum
Herausgeber:
Entwicklungsagentur
Rheinland-Pfalz e.V.
Robert Freisberg (Vorstand)
Erwin-Schrödinger Straße,
TU Kaiserslautern, Bau 57
Postfach 30 49
67653 Kaiserslautern
Telefon: +49 (0)631 - 205 4870
Telefax: +49 (0)631 - 205 4876
E-Mail: info@ea.rlp.de
www.ea.rlp.de
Layout:
Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V.
Bildnachweise:
Die Rechte aller Bilder liegen bei der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V.
Nachdruck und Vervielfältigung:
Alle Rechte vorbehalten
Januar 2013

Tätigkeitsbericht 2012
Inhalt
1	 Profil der Entwicklungsagentur			

6

	

2	
Aktivitäten 2012						

10

Bereich Stadtentwicklung	 			

12

	
Gesunde Kommune				

15

	

Nachhaltige Entwicklung in Gewerbegebieten in Rheinland-Pfalz		

18

	

Bereich Konversion	

22

	

			

	
Bereich Regionalentwicklung				

25

	

Ländliche Perspektiven			

27

	

Bereich Immobilienleerstand			

33

	Tatort_Leere		

35

	

Leerstandslotsen			

50

	

Bereich Europa				

52

3	
Wissenstransfer					

56

4	
Beirat für Kommunalentwicklung					 66

Die Entwicklungsagentur ist eine gemeinsame Einrichtung
des Landes Rheinland-Pfalz und der Technischen Universität Kaiserslautern. Durch die institutionelle Förderung des
Landes wird die Arbeit der Entwicklungsagentur – wie in
diesem Bericht für 2012 dokumentiert – zu Gunsten der
rheinland-pfälzischen Kommunen und Regionen ermöglicht.

3

Tätigkeitsbericht 2012
Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V.

1

5

Profil der Entwicklungsagentur
Die Entwicklungsagentur versteht sich als
Institution, die gesellschaftliche Veränderungen
analysiert, daraus Handlungserfordernisse für
Kommunen und Regionen ableitet und innovative, finanziell tragfähige und in bestehenden Strukturen realisierbare Lösungsansätze
skizziert und in Modellprojekten erprobt.

Die gewonnen Erkenntnisse aus Modellprojekten oder Prozessen vor Ort stehen allen
Akteuren und Interessierten in Rheinland-Pfalz
z.B. durch Veranstaltungen und Veröffentlichungen zur Verfügung, um gute Beispiele auch
in ihrem Verantwortungsbereich umsetzen zu
können.

Als neutraler, kommunalfreundlicher Partner
steht die Entwicklungsagentur allen Akteuren
zur Verfügung, die sich haupt- oder ehrenamtlich für das kommunale und zivilgesellschaftliche Gemeinwesen engagieren und vor der
Herausforderung stehen, Projekte, Prozesse und
Ideen in Zeiten des demografischen Wandels
und finanzieller Ressourcenknappheit zu optimieren, um diese realisieren zu können.

Als gemeinsame Einrichtung des Ministeriums
des Innern, für Sport und Infrastruktur sowie
der Technischen Universität Kaiserslautern hat
die Entwicklungsagentur seit ihrer Gründung
im Jahr 2003 ihren Sitz auf dem Universitätscampus in Kaiserslautern. Dies erleichtert
den Austausch mit der Wissenschaft und
verdeutlicht die Funktion als Schnittstelle
zwischen Wissenschaft und Praxis. Die Entwicklungsagentur wird damit zu einer einzigartigen
Einrichtung in Deutschland.

In bedeutsamen Handlungsfeldern unterstützt
die Entwicklungsagentur die Forschung und
Vernetzung der verschiedenen Akteure aller
Ebenen und Fachpolitiken.

Unsere Meinung
Der demografische Wandel bei gleichzeitig knapper werdenden finanziellen Ressourcen stellt für
die Kommunen und Regionen in Rheinland-Pfalz die zentrale Herausforderung der kommenden
Jahre dar. Wie können Infrastrukturen, Einrichtungen und Angebote erhalten und weiterentwickelt werden, wenn sich die Nachfrage verändert und Deckungslücken immer schwerer zu
schließen sind? Diese Frage stellt sich mittlerweile nicht mehr nur im ländlichen Raum, sondern
zunehmend auch in Grund- und Mittelzentren, größeren Städten und im Stadtumland.
Gesellschaftliche Veränderungen setzen aber nicht nur traditionelle Strukturen unter Druck,
sondern bringen auch neue Herausforderungen mit sich. Die zunehmende Zahl von Immobilienleerständen – mittlerweile 70.000 Einfamilienhäuser im Land – ist hierfür ein Beispiel, wie ein
eigentlich privates Problem durch seine Häufung zum städtebaulichen Missstand und damit zur
öffentlichen Aufgabe wird.
Zahlreiche Kommunen machen sich auf vielfältige Weise auf den Weg, den Herausforderungen
der kommenden Jahre gerecht zu werden. Die Entwicklungsagentur konnte auch 2012 in vielen
Fällen Kommunen auf diesem – sicher nicht immer einfachen – Weg mit externem Sachverstand
und innovativen Ansätzen, neutral und kommunalfreundlich begleiten. Im Mittelpunkt der
Arbeit steht dabei die langfristige Tragfähigkeit von Projekten und Prozessen, wie zum Beispiel
bei der Optimierung einer Brachflächenentwicklung oder der Ausarbeitung eines kombinierten
Nahversorgungs- und Betreuungskonzeptes. Nur was sich auf Dauer selbst tragen kann, wird
Kommunen nach vorne bringen und neue Dynamiken auslösen, die wir brauchen, damit unsere
Städte und Gemeinden auch zukünftig attraktive Orte zum Leben, Wohnen und Arbeiten bleiben.
Neben der praktischen Unterstützung von Kommunen, steht die Entwicklung neuer Instrumente
für die Akteure der kommunalen und regionalen Ebene im Mittelpunkt der Arbeit der Entwicklungsagentur. Mit dem Konzept „Leerstandslotsen“ konnte z.B. ein Ansatz entwickelt werden,
wie kleine Ortsgemeinden die Leerstandsproblematik über das Ehrenamt angehen können.
Neue Lösungsansätze entwickeln und veränderungswillige Kommunen auf ihrem Weg begleiten: In diesem Sinne wird die Entwicklungsagentur auch im Jahr 2013 wieder aktiv sein. Gerne
stehen wir auch Ihnen zur Verfügung, wenn Sie sich auf den Weg begeben, Ihre Kommune für
den gesellschaftlichen Wandel fit zu machen. Denn nur wer heute schon handelt, wird in den
kommenden Jahren noch Spielräume haben, Entwicklungen vor Ort im Interesse der Bürgerinnen und Bürger gestalten zu können.

Robert Freisberg
Vorstand der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V.

Unser Team

Robert Freisberg
Vorstand

Bettina Lowak
Sekretariat

Julia Anslinger
Dipl.-Ing. Raum- und Umweltplanung

Katharina Ertl
Dipl.-Geograph

Chantal Hermes
Dipl.-Ing. Raum- und Umweltplanung

Andreas Kühn
Dipl.-Ing. Stadt- und Regionalplanung,
Bauassesor

Cornelia Petry
Dipl.-Ing. Raum- und Umweltplanung

Arne Schwöbel
Dipl.-Ing. Raumplanung

Susanne Tschirschky
Dipl.-Geograph

Marie Hirsch
Auszubildende

Studentische Mitarbeiter
Christina Heinrichs, Thea Heinzler, Leonie Hermann, Eva Jacob, Lucas Joa, Stefan Weber
Praktikanten
Lutz Eichholz, Tobias Joa, Alessa Strubel, Jan Theis

7

2

9

Aktivitäten 2012

Mit ihren vielfältigen Aktivitäten deckt die
Entwicklungsagentur ein breites thematisches
Spektrum ab. Vom Umgang mit leer stehenden Gebäuden bis zur nachhaltigen Entwicklung von Gewerbegebieten in Rheinland-Pfalz
wurden auch im zurückliegenden Jahr wieder
zahlreiche zentrale Fragen der Kommunalentwicklung behandelt. Während in den
einzelnen Arbeitsbereichen insbesondere der
Austausch mit den Akteuren in Gemeinden
und zentralen Einrichtungen vor Ort im Mittelpunkt steht, gilt es in konkreten Projekten
aktuelle und zukünftige Problemstellungen
aufzuarbeiten.

Bereich Konversion konnte das gleichnamige
Kompetenzzentrum weiter etabliert werden.
Der Bereich Regionalentwicklung stand in
diesem Jahr ganz im Zeichen der Sicherung
der Daseinsvorsorge mit dem Projekt „Ländliche Perspektiven“. Der frühzeitige Umgang
mit Immobilienleerständen im gleichnamigen
Tätigkeitsbereich, erzielte mit der Wanderausstellung „Tatort_Leere“ sowie der Ausbildung
erster „Leerstandslotsen“ für RheinlandPfalz besondere Aufmerksamkeit. Das Thema
Europa ist als eigenständiges Arbeitsfeld neu
hinzugekommen, ein für das Land und die
Kommunen immer wichtigeres Handlungsfeld.

Im Bereich Stadtentwicklung standen besonders die Projekte „Gesunde Kommune“
und „Nachhaltige Entwicklung in Gewerbegebieten in Rheinland-Pfalz“ im Fokus. Im

Dieses Kapitel gibt einen Überblick über
die Aktivitäten der Entwicklungsagentur im
zurückliegenden Jahr 2012.

Bereich Stadtentwicklung

10

Die Gestaltung des demografischen Wandels
stellt die Städte und Gemeinden in RheinlandPfalz vor stetig wachsende Herausforderungen. Zudem wirken sich eingeschränkte
öffentliche Haushalte auf die Handlungsfähigkeit sowie die entwicklungspolitischen Prioritätensetzungen von Land und Kommunen aus.
Integrierte Vorgehensweisen, insbesondere ein
gemeinsames und abgestimmtes Handeln von
Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Bürgerschaft, sind daher für eine zukunftsgerichtete
Stadt- und Kommunalentwicklung in Rheinland-Pfalz von elementarer Bedeutung.
An dieser Stelle setzt die Arbeit der Entwicklungsagentur an: Wir vernetzen Akteure
aus den verschiedensten Fach-, Politik- und
Lebensbereichen. Wesentliches Ziel unserer
Arbeit im Themenfeld Stadtentwicklung
ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse mit
Hilfe modellhafter Lösungen in die Praxis zu
übertragen und damit innovative Entwicklungsansätze in den Kommunen des Landes
zu unterstützen. Hierzu führen wir neben
Pilotprojekten und Modellvorhaben auch
Fachveranstaltungen zu ausgewählten Themen
der Stadtentwicklung durch.

Ortstermin
Vortrag
Austausch
Architektenkammer „Stadtzentrum Nassau“ „Aktive Zentren“
02.03.2012
28.03.2012
06.02.2012

Januar

Februar

März

April

Vortrag
Vorbereitung „Bündnis
Vorbereitung „Bündnis
Soziale Stadtentwicklung“, „Aktive Zentren“ Soziale Stadtentwicklung“
26.03.2012
Ludwigshafen
Ludwigshafen
23.02.2012
04.04.2012

Bereich Stadtentwicklung
Während die Projektarbeit durch eine enge
Kooperation mit den prozessrelevanten
wissenschaftlichen Expertisen insbesondere
am Hochschulstandort Kaiserslautern geprägt ist, zielt die im Jahr 2010 eingerichtete
Servicestelle Integrierte Stadtentwicklung
auf den stetigen Dialog mit verschiedensten
Praxisakteuren ab. Sie wirkt damit als Transferstelle zwischen Wissenschaft und Praxis
zur Unterstützung integrierter kommunaler
Entwicklungsprozesse.

11

Die Aktivitäten der Servicestelle Integrierte
Stadtentwicklung waren im Jahresverlauf
2012 sehr vielfältig. Tätigkeitsschwerpunkt
war die Unterstützung des Gründungsprozesses des landesweiten „Bündnis für eine
Soziale Stadtentwicklung in Rheinland Pfalz“.
Gemeinsam mit zahlreichen Partnern auf Landesebene wurde das Bündnis im November
2012 im Beisein von Staatsinnenminister Roger Lewentz aus der Taufe gehoben. Ziel des
Bündnisses, welches durch die Servicestelle
Stadtentwicklung auch in Zukunft unterstützt
wird, ist es, den strategischen Ansatz eines
ressortübergreifenden Handelns zugunsten
benachteiligter Stadtteile in den Kommunen
weiter zu stärken.

Austausch
Ortstermin
Blankenrath Architektenkammer
23.05.2012
16.05.2012

Mai

Juni

Vorbereitung „Bündnis
Soziale Stadtentwicklung“,
Mainz
24.05.2012

Gründung „Bündnis
Ortstermin Soziale Stadtentwicklung“,
Trier
Blankenrath
05.11.2012
20.10.2012

Vorbereitung „Bündnis
Soziale Stadtentwicklung“,
Mainz
31.07.2012

Juli

August

September

Vorbereitung „Bündnis
Soziale Stadtentwicklung“,
Trier
06.09.2012

Oktober

November

Dezember

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz
Weitere Leistungen der Servicestelle waren:

ƒƒ Vorträge zu Fördermöglichkeiten für
„Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ in
Rheinland-Pfalz im Rahmen von Fachveranstaltungen der Industrie- und
Handelskammer Koblenz in Unkel und
Altenkirchen,

ƒƒ der Aufruf an rheinland-pfälzische

12

Städte und Gemeinden zur Teilnahme am
Bundeswettbewerb „Stadt bauen. Stadt
leben.“ gemeinsam mit dem Bauforum
Rheinland-Pfalz und der Architektenkammer Rheinland-Pfalz sowie

ƒƒ Beratungsgespräche vor Ort im Zuge
laufender Innenentwicklungsprozesse in
Nassau und Blankenrath.

Überdies bieten wir auf unserer Homepage
einen Informationsservice für die Kommunen
und weitere Akteure im Bereich der Stadtentwicklung an: Auch im Jahr 2012 haben wir in
unserer „Infothek“ interessante Hintergrundberichte sowie Hinweise auf bundesweit ausgeschriebene Wettbewerbe und Projektaufrufe
veröffentlicht.

Gesunde Kommune
Tätigkeitsbericht 2012
Sport und Bewegung als Faktor der Stadtund Raumentwicklung
Sport und Bewegung bieten aktuell mehr
denn je die Möglichkeit, nicht nur das
räumliche Erscheinungsbild sondern auch das
soziokulturelle Gefüge in einer Kommune „gesund“ zu gestalten. Die sich bundesweit und
auch in Rheinland-Pfalz verändernde Situation
des Sport- und Bewegungsverhaltens zeigt
sich allerdings bisher weder in der öffentlichen
Wahrnehmung noch im planerischen Bewusstsein vieler Kommunen: Stadtentwicklung und
Sportentwicklung werden aufgrund bestehender Verwaltungsstrukturen in den Kommunen
bis heute zumeist getrennt betrachtet.
Vor diesem Hintergrund war es Ziel des
Forschungsprojektes, Verknüpfungen zwischen
räumlichen und sportlichen Entwicklungsfeldern zu erschließen und den Sport gezielt für
die Raumentwicklung zu nutzen. Dabei kam
der Frage nach der künftigen Leistungsfähigkeit des Standortfaktors „Sport und Bewegung“ im Rahmen der kommunalen Daseinsvorsorgefunktion eine wichtige Rolle zu.
Insbesondere wurde untersucht, wie sich
gesellschaftliche Veränderungen, wie der
demografische Wandel oder die zunehmende
Individualisierung auf die Sportvereine und
ihre Angebote sowie auf die Kommunen als
Träger von Sportstätten auswirken.

13

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz

14

Aufbauend auf den Ergebnissen der Pilotphase im Jahr 2011 wurde im Projektjahr
2012 eine übergeordnete Handlungsstrategie
„Gesunde Kommune“ mit konkreten Handlungsansätzen und Maßnahmenvorschlägen
erarbeitet. Die wesentlichen Erkenntnisse des
Projektes sowie die Handlungsstrategie wurden im Rahmen einer Dialogveranstaltung mit
einem landesweiten Fachpublikum diskutiert
und der breiten Öffentlichkeit in Form der
Broschüre „Sport bewegt! Gesunde Städte
und Dörfer in Rheinland-Pfalz“ zugänglich
gemacht. Zentrale Adressaten waren die
politischen Gremien sowie Vereine auf kommunaler Ebene, die als Akteure vor Ort eine
wesentliche Rolle spielen.
Neben der wissenschaftlichen Arbeit stand zudem der stetige Austausch über die Projekterkenntnisse mit den vielfältigen Praxisakteuren
im Fokus des Projektes:
ƒƒ Mitwirkung am landesweiten Symposium „Sport als Standortfaktor – Einfluss
von Sport, Bewegung und Sportstätten
auf Stadt- und Raumentwicklung“ des
Landessportbundes gemeinsam mit den
kommunalen Spitzenverbänden des
Landes
ƒƒ Mitwirkung an der Konferenz „Sportentwicklung in Rheinland-Pfalz“ der SPDFraktion im Landtag Rheinland-Pfalz

ƒƒ Durchführung einer Lenkungsgruppensitzung
ƒƒ diverse Fachveröffentlichungen
ƒƒ Vorträge im Rahmen weiterer Veranstaltungen und Gremienarbeit.
Die wissenschaftliche Leitung des Projektes
lag beim Inhaber des Lehrstuhls Stadtplanung
der Technischen Universität Kaiserslautern,
Professor Dr.-Ing. Gerhard Steinebach. Die
Bearbeitung des Projektes erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Sportwissenschaften der Technischen Universität Kaiserslautern unter Leitung von Professor Dr. Arne
Güllich.

LSB-Symposium
„Standortfaktor Sport“, Beobachtung Sportstättenbelegung, Cochem
Kaiserslautern
09.-11.05.2012
20.04.2012

Januar

Februar

März

April

Mai

Juni

Lenkungsgruppensitzung Projektgespräch
20.04.2012
Sportbund Pfalz
21.05.2012

Dialogveranstaltung
„Sport bewegt“,
Kaiserslautern
22.08.2012

Juli

August

Mitwirkung an der
Konferenz „Sportentwicklung
in Rheinland-Pfalz“, Mainz
21.11.2012

September Oktober

November Dezember
Projektgespräch
Sportbund Pfalz
29.11.2012

Gesunde Kommune
Dialogveranstaltung „Sport bewegt!“
Gemeinsam mit ihren Projektpartnern lud die
Entwicklungsagentur am 22. August 2012
zur Veranstaltung „Sport bewegt!“ auf den
Betzenberg nach Kaiserslautern ein. An der
Veranstaltung nahmen neben prominenten
Gästen zahlreiche Vertreter von Vereinen,
Kommunen und Sportkreisen teil.
„Sport und Bewegung nehmen in unserer
Gesellschaft eine zentrale Rolle ein, die es
zukünftig vor allem durch effiziente Kooperationen der verschiedenen Akteure zu stärken,
mindestens aber zu sichern gilt!“, diese zentrale Erkenntnis nahmen die rund 120 Teilnehmer in ihre Vereine und Kommunen mit.
In den Abend führte Professor Dr.-Ing. Gerhard Steinebach ein, der in seinem Vortrag die
durch den demografischen Wandel bedingten
Herausforderungen für rheinland-pfälzische
Kommunen hervorhob und den Gestaltungsansatz der „Gesunden Kommune“ als
mögliche Handlungsstrategie vorstellte. Die
anschließende Talkrunde brachte vor allem
die Erforderlichkeit von Handlungsansätzen

zum Ausdruck, die durch enge Kooperationen
getragen werden. In der darauf folgenden
Diskussion um alltägliche Anforderungen an
Vereine und Kommunen wurde deutlich, dass
eine auf die schwierigen demografischen und
haushaltswirtschaftlichen Rahmenbedingungen reagierende Strategie „Gesunde Kommune“ eine positive Entwicklungsperspektive
bieten kann, jedoch nicht ohne „unfrohe“
Botschaften für die Akteure auskommt.
„Umdenken in den Köpfen und Kooperation
statt Konkurrenz“, dafür plädierte Stefan
Kuntz eindringlich. Dieter Krieger und Professor Dr. Gunnar Schwarting betonten die
bereits bestehende Zusammenarbeit des
Landessportbundes mit den kommunalen Spitzenverbänden des Landes. Staatssekretärin
Jacqueline Kraege nannte aus Sicht des Demografieministeriums die Nutzung der herausragenden Potenziale von Ehrenamt, Sport und
Bewegung als wesentliche Zukunftsaufgabe
der Gesellschaft. Nicht zuletzt sprachen sich
Martin Schwarzweller und Professor Dr.-Ing.
Gerhard Steinebach dafür aus, die Erkenntnisse des Projektes „Gesunde Kommune“ in die
kommunale Praxis zu übertragen.

15

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz Nachhaltige Gewerbegebiete
Nachhaltige Entwicklung in Gewerbe- und
Industriegebieten in Rheinland-Pfalz
Unternehmen und Kommunen sehen sich zunehmend strukturverändernden gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Megatrends gegenüber, die frühzeitig identifiziert
und gestaltet werden müssen. Ein drohender
Fachkräftemangel, steigende Kosten für Energie sowie ein zunehmender Innovationsdruck
erfordern nachhaltigkeitsbezogene Initiativen,
die auf Kooperation ausgerichtet sind.

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Trotz vielfältiger Fortschritte beim Land Rheinland-Pfalz, den Kommunen sowie in einzelnen
Unternehmen liegt in der Schnittstelle – den
Gewerbe- und Industriegebieten – noch großes Potenzial brach. Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt „Nachhaltige Entwicklung
in Gewerbe- und Industriegebieten in Rheinland-Pfalz“ setzt auf dieser Gebietsebene an,
um die Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität
der Standortkommunen zu steigern.

Nachhaltige Gewerbegebiete
Bereits in der Pilotphase im Jahr 2011 wurden
die Grundlagen für die weitere Arbeit gelegt,
indem die Situation in Rheinland-Pfalz erfasst,
eine Klassifizierung bestehender und geplanter Gewerbegebiete vorgenommen, Nachhaltigkeitsanforderungen ermittelt und ein
modularisierter Maßnahmenkatalog erarbeitet
wurden. Aufbauend auf diesen Ergebnissen
konnte seither die Umsetzung von nachhaltigkeitsbezogenen Maßnahmen in der Praxis
vorbereitet werden. Wesentliche Instrumente
im Projektjahr 2012 waren:

17
ƒƒ der Runde Tisch „Nachhaltige Entwicklung in Gewerbegebieten in RheinlandPfalz“ auf regionaler Ebene,
ƒƒ die Unternehmerstammtische auf lokaler
Ebene sowie
ƒƒ die Projektbroschüre „Standorte zukunftsfähig entwickeln“ mit landesweitem Adressatenkreis
Der Runde Tisch „Nachhaltige Entwicklung
in Gewerbe- und Industriegebieten“ wurde
bereits im Oktober 2011 als Kommunikationsund Austauschplattform erfolgreich eingerichtet. Gastgeber des zweiten Runden Tisches im
März 2012 war der Zweckverband Industriepark Region Trier. Zwischen den Projektpartnern und den beteiligten Wirtschaftsförderern
wurde hier die tatsächliche Anwendbarkeit

2. Runder Tisch,
Trier
22.03.2012

Januar

Februar

März

ausgewählter, nachhaltigkeitsbezogener
Maßnahmen in den Gewerbe- und Industriegebieten diskutiert sowie deren ökonomischer, sozialer und ökologischer Mehrwert
für Unternehmen und Standortkommunen
herausgearbeitet.
Die Verbandsgemeinde Zell (Mosel) lud im
September 2012 zusammen mit der Entwicklungsagentur zum dritten Runden Tisch in die
Weinkellerei Zimmermann-Graef & Müller ein.
Rund um das Thema Organisation und Finanzierung von unternehmensübergreifenden
Nachhaltigkeitsmaßnahmen wurden in kurzen
Impulsvorträgen durch das Projektteam sowie
von praxiserfahrenen Gastrednern verschiedene Fragen aufgeworfen und zum Gegenstand
gemeinsamer Diskussionen gemacht.

3. Runder Tisch,
Zell (Mosel)
14.09.2012

Vorbereitungstreffen
Landkreis Cochem-Zell
28.06.2012

April

Mai

Juni

Juli

August

4. Runder Tisch,
Kaiserslautern
08.11.2012

September Oktober

Stammtisch Pirmasens
23.08.2012

November Dezember

Stammtisch Ulmen Projektvorstellung,
24.10.2012
Mainz
16.11.2012

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz

18
Einen vierten Runden Tisch veranstaltete die
Entwicklungsagentur Anfang November 2012
gemeinsam mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Stadt und Landkreis Kaiserslautern
mbH. Diskutiert wurden Fragen zur Fachkräftesicherung und -gewinnung insbesondere in
kleinen und mittleren Unternehmen sowie zu
den Chancen und Hemmnissen einer Markenbildung „Nachhaltiges Gewerbegebiet“.

Die zum Jahresende veröffentlichte Projektbroschüre zeigt, neben bestehenden Initiativen und Aktivitäten im Land, die wesentlichen
Erkenntnisse aus dem bisherigen Projektverlauf auf. Eingearbeitet wurden sowohl die
bisherigen Forschungsergebnisse als auch die
Erkenntnisse der einzelnen Runden Tische, der
Unternehmerstammtische sowie der Projektpräsentation.

Zur Intensivierung des bestehenden Engagements vor Ort erläuterte das Projektteam
zudem die bereits vorliegenden Projektergebnisse in zwei rheinland-pfälzischen Gewerbegebieten. Im Rahmen von „Stammtischen“
trafen Unternehmer, Vertreter der örtlichen
Wirtschaftsförderung sowie der Kommunalverwaltung und -politik zusammen, um über
Maßnahmen einer nachhaltigen Entwicklung
ins Gespräch zu kommen.

Durchgeführt wurde das Projekt in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftspolitik und
internationale Wirtschaftsbeziehungen der
Technischen Universität Kaiserslautern. Die
wissenschaftliche Leitung lag beim Lehrstuhlinhaber Professor Dr. Michael von Hauff.
Weiterer Projektpartner war das Institut für
Technologie und Arbeit e.V. an der Technischen Universität Kaiserslautern.

Nachhaltige Gewerbegebiete
Projektvorstellung
„Nachhaltige Gewerbegebiete“
Gemeinsam mit ihren Projektpartnern lud die
Entwicklungsagentur am 16. November 2012
zur Präsentation der Ergebnisse des Projektes
„Nachhaltige Entwicklung in Gewerbe- und
Industriegebieten in Rheinland-Pfalz“ ein. In
bester Atmosphäre bei der Investitions- und
Strukturbank Rheinland-Pfalz in Mainz zeigten
sich die rund 60 Teilnehmer, allen voran die
Wirtschaftministerin Eveline Lemke, sehr interessiert an den Ergebnissen.
Ministerin Lemke stellte den Anwesenden
ihre „Vision“ eines nachhaltig entwickelten
Wirtschaftsstandortes Rheinland-Pfalz und die
seitens der Landesregierung bereits erarbeiteten Instrumente dar. Deutlich hob sie die Rolle
der Wirtschaftsförderer als wichtige Schnittstelle zwischen den Unternehmen und den
verschiedenen Ressorts der Landesregierung
hervor.
Neben der Darstellung des bisherigen
Projektverlaufs sowie den erzielten Erkennt-

19
nissen durch Professor Dr. Michael von Hauff
veranschaulichte der Geschäftsführer von
Quint Fleischwaren, Peter Sanktjohanser,
aus unternehmerischer Perspektive, welche
Maßnahmen und Effekte für ein nachhaltig
ausgerichtetes Unternehmen möglich sind.
In der anschließenden Podiumsdiskussion
bestand schnell Konsens darin, dass eine auf
Nachhaltigkeit bedachte Entwicklung von
Gewerbegebieten große, bisher weitestgehend brach liegende Potenziale bietet, den
Wirtschaftsstandort Rheinland-Pfalz weiter zu
stärken.

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz Bereich Konversion
Bereits seit ihrer Gründung im Jahr 2003
beschäftigt sich die Entwicklungsagentur
mit den städtebaulichen und regionalökonomischen Herausforderungen der zivilen und
militärischen Konversion in Rheinland-Pfalz.
Dabei begleiteten wir zahlreiche Gemeinden
im Umgang mit brach gefallenen Flächen und
darauf befindlichen Gebäuden. Aufbauend auf
diesen langjährigen Erfahrungen können wir
wertvolle Hilfestellungen leisten.

20

Wir sind daran interessiert, Entwicklungsprozesse anzustoßen, die sich nach einer Phase
des Anschubs eigenständig entwickeln. Um
die negativen Auswirkungen von Standortaufgaben zu vermeiden, unterstützt die
Entwicklungsagentur darüber hinaus auch die
Stabilisierung und Qualifizierung militärischer
Standorte durch vorbeugende Maßnahmen.

Bereich Konversion
Die Aktivitäten der Entwicklungsagentur
werden im „Kompetenzzentrum Konversion“
gebündelt: Wir sind sowohl Transferstelle und
Ansprechpartner, als auch Projektpartner in
modellhaften und landesbedeutsamen Vorhaben. Als Transferstelle sammeln wir Wissen
zum Thema Konversion und verbreiten dieses
zum Beispiel durch Tagungen, Publikationen
und Onlineangebote. Bei konkreten Anfragen
stehen die Mitarbeiter der Entwicklungsagentur als Ansprechpartner zur Verfügung und
vermitteln gegebenenfalls an Experten. Als
Projektpartner steht das Kompetenzzentrum in
Einzelfällen für Startberatung, Prozessbegleitung und Konfliktlösung bereit.

Konversionserstberatung Kusel
Die Entwicklungsagentur begleitet die durch
die Standortentscheidung des Verteidigungsministeriums seit Oktober 2011 betroffenen
Gemeinden im anstehenden Konversionsprozess. Wir vermitteln zwischen den verschiedenen am Konversionsprozess beteiligten
Akteuren, unterstützt die jeweilige Gemeinde
in der Ausgestaltung des Projektablaufs und
tragen zu einer erfolgreichen Liegenschaftskonversion bei.
Die Uffz-Krüger-Kaserne in Kusel wird voraussichtlich Mitte 2014 ihre militärische Nutzung
verlieren. Im Wissen der langen Nutzungs-

Netzwerkarbeit, Gespräch mit US-Army Konversionserstwg. Infrastruktur
Baumholder
beratung, Kusel
13.02.2012
24.01.2012
04.04.2012

Januar

Februar

März

Ortstermin Bahnhof KonversionserstKonz-Karthaus beratung, Kusel
25.01.2012
24.02.2012

April

findungs- und Planungszeiträume kümmert
sich die Stadt Kusel bereits jetzt um die Zeit
danach. Dabei wird sie von der Entwicklungsagentur unterstützt. Für das Kasernenareal
soll im Jahr 2013 eine Machbarkeitsstudie
erarbeitet werden. Die Grundlagen hierfür
wurden mit einer Analyse und in vorbereitenden Gesprächen geschaffen. Die Entwicklungsagentur betrachtet nicht nur die einzelne
Liegenschaft sondern bezieht immer auch die
Auswirkungen auf die gesamte Gemeinde
mit ein. Sie nutzte ihre Nähe zur Technischen
Universität Kaiserslautern und vermittelte ein
Studienprojekt unter Professor h.c. Dr. Karl
Ziegler, welches sich mit dem bestehenden
Immobilienleerstand in der Innenstadt auseinandersetzte. Durch den Abzug der Bundeswehr ist von einer Verschärfung der bereits
jetzt kritischen Situation auszugehen.

Einzelfallberatung Bahnhöfe
Aufbauend auf den Erfahrungen aus dem
Projekt „Kompetenzzentrum Bahnimmobilien“
unterstütze die Entwicklungsagentur auch
in 2012 rheinland-pfälzische Gemeinden im
Umgang mit ungenutzten Empfangsgebäuden. Aufgrund des oftmals hohen Investitionsbedarfs und geringer Nachfrage ist die
Revitalisierung dieser oft ortsbildprägenden
Immobilien eine schwierige und mit großem
Aufwand verbundene Aufgabe.

Vortrag vor amerikanischer Delegation
13.07.2012

Mai

Juni

Juli

21

Konversionserstberatung, Kusel
30.08.2012

August

Konversionserstberatung, Netzwerkarbeit,
Baumholder
Bad Neuenahr-Ahrweiler
20.07.2012
21.06.2012

Ortstermin
„Bahnhof Cochem“,
24.10.2012

September Oktober

November Dezember

Konversionserstberatung, Kusel
30.10.2012

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz
(Inter-) Nationaler Wissenstransfer

22

Die Entwicklungsagentur ist über die rheinland-pfälzischen Grenzen hinaus als Kompetenzträger im Bereich Konversion anerkannt.
In der Fachzeitschrift „KommunalPraxis Spezial“ verfassten wir daher in der dem Thema
Konversion gewidmeten Ausgabe 3/2012 den
einleitenden Beitrag. In Zusammenarbeit mit
dem Ministerium des Innern, für Sport und
Infrastruktur Rheinland-Pfalz leisteten wir
darüber hinaus Zuarbeiten für das Vorhaben
der Bauministerkonferenz der Länder, deren
aus dem Jahr 2003 stammende bundesweite Arbeitshilfe zur Konversion militärischer
Liegenschaften zu aktualisieren. Bereits im
Jahr 2011 hatte die Entwicklungsagentur eine
vergleichbare Arbeitshilfe für Rheinland-Pfalz
veröffentlicht.

Eine Delegation des „Georgia Institute of
Technology“ aus Atlanta, auf Einladung des
Lehrstuhls Stadtplanung der Technischen
Universität in Kaiserslautern zu Besuch,
informierte sich Mitte 2012 bei der Entwicklungsagentur über Konversionsstrategien.
Im Rahmen einer Gesprächsrunde wurden
unterschiedliche Erfahrungen im Umgang mit
Konversionsfällen ausgetauscht.

Bereich
Regionalentwicklung
Tätigkeitsbericht 2012
Bereich Regionalentwicklung

Schrumpfungs- und Alterungsprozesse in
der Bevölkerung sowie knapper werdende
Ressourcen haben zur Folge, dass vor allem
ländliche Kommunen ihre Entwicklungsstrategien anpassen müssen. Rheinland-Pfalz ist
stark ländlich geprägt und muss sich daher
in besonders hohem Maße mit den Herausforderungen des demografischen Wandels
auseinandersetzen. Die Entwicklungsagentur
steht Regionen und Kommunen in RheinlandPfalz bei der Bewältigung der kommenden
Aufgaben als externer kommunalfreundlicher
Partner zur Seite.

Im Bereich Regionalentwicklung stand im Jahr
2012 das Modellprojekt „Ländliche Perspektiven“ mit dem Schwerpunkt der kommunalen
Daseinsvorsorge im Mittelpunkt der Aktivitäten.
Als Transferstelle zwischen Wissenschaft und
Praxis bündelt die Entwicklungsagentur die
Erkenntnisse der durchgeführten Modellprojekte und transportiert diese in die kommunale Praxis. Darüber hinaus geben wir durch
Publikationen und Vorträge wichtige Impulse
zu aktuellen Fragestellungen der ländlichen
Entwicklung an die Wissenschaft weiter.
Zu unseren Aufgaben zählt zudem die Einzelfallbegleitung von Kommunen und Regionen, beispielsweise zum effizienten Einsatz
von Fördergeldern. Neben einer derartigen
Optimierung kommunaler Entwicklungsprozesse werden Informationen der Landes- und
Bundesregierung gebündelt.

23

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz
Als kommunalfreundlicher Vernetzer und
Ideengeber begleitet die Entwicklungsagentur
rheinland-pfälzische Regionen und Kommunen bei Projekten und Prozessen sowie
Forschungsinitiativen, Wettbewerben und
Modellvorhaben des Bundes (MORO).

Projektoptimierung

24

Mit der Optimierung von Projekten trägt die
Entwicklungsagentur in Einzelfällen dazu bei,
dass kommunale Vorhaben durch die Überarbeitung vorhandener Planungskonzepte eine
Chance auf Realisierung bekommen. Mit dem
Ansatz der Projektoptimierung schafft die
Entwicklungsagentur in Kooperation mit den
jeweiligen Kommunen tragfähige Lösungen,
die auch in Zeiten knapper Kassen funktionieren.

Begleitausschuss des „Aktionsprogramms Regionale Daseinsvorsorge“ in
Daun
Ziel des im April 2011 gestarteten „Aktionsprogramms Regionale Daseinsvorsorge“ des
Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ist es, ausgewählte ländliche Regionen dabei zu unterstützen, eine Regionalstrategie zur Sicherung der
Daseinsvorsorge zu erarbeiten und modellhaft
umzusetzen. Im Rahmen ihrer Tätigkeiten ist

die Entwicklungsagentur Mitglied des Begleitausschusses der Modellregion Daun.

Pilotprozess zur Bildung eines
regionspezifischen Images
Auf Anfrage unterstützte die Entwicklungsagentur im Jahr 2012 die Bemühungen der
Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen, einen
Prozess zum Aufbau einer „Regionalmarke
Keramik“ in der Region zu initiieren. Neben
Sondierungsgesprächen, stand die Entwicklungsagentur im Austausch mit den lokalen
Akteuren, um weitere Schritte vorzubereiten.

Aufbereitung des Handlungsfeldes
„Kommunen als Standorte im Wettbewerb“
Im Jahr 2012 widmete sich die Entwicklungsagentur zudem der Aufbereitung und der
strategischen Ausrichtung neuer Themenfelder.
Für den Themenkomplex „Standortimage von
Kommunen“ begann die Entwicklungsagentur mit einer Analyse bereits bestehender
Aktivitäten im Bundesland, wobei Kooperationsgespräche mit Instituten, auch außerhalb
von Rheinland-Pfalz, geführt wurden. Mit der
Veranstaltung „Kommune. Standort. Wettbewerb“ (siehe Seite 60) fand ein erster wichtiger öffentlicher Diskurs zu der Thematik statt.

Austausch Institut für Landes- und
Ortstermin,
Ortstermin,
Ortstermin,
Stadtentwicklungsforschung,
Höhr-Grenzhausen
Nanzdietschweiler Nanzdietschweiler
Dortmund
15.08.2012
25.10.2012
22.11.2012
16.10.2012

MORO-Begleitausschuss
Daun
03.05.2012

Januar

Februar

März

April

Mai

Juni

Juli

August

September Oktober

November Dezember

Ortstermin,
Ortstermin, MORO-Begleitausschuss, Ortstermin,
Daun
Nanzdietschweiler Nanzdietschweiler
Greimersbrug
30.10.2012
05.09.2012
20.09.2012
28.11.2012

Ländliche Perspektiven
Tätigkeitsbericht 2012
Das im Frühjahr 2010 gestartete Modellprojekt „Ländliche Perspektiven“ wurde im Jahr
2012 in den Landkreisen Altenkirchen und
Cochem-Zell erfolgreich abgeschlossen. Im
Landkreis Neuwied erfolgte eine Weiterführung des Prozesses.
Das übergreifende Ziel des Modellprojektes
ist es, kommunale Anpassungsstrategien zur
Sicherung der Daseinsvorsorge aus den bestehenden Potenzialen vor Ort zu finden, ohne
dabei zwingend auf Fördermittel zurückzugreifen. Dabei stehen die Auswirkungen des
demografischen Wandels und die zunehmende Knappheit öffentlicher Haushaltsmittel im
Fokus.
Während des Projektes erfolgt eine Erprobung
ausgewählter Handlungsansätze, die sich
nicht nur im Hinblick auf ihren innovativen
Charakter, sondern auch aufgrund ihres
langfristigen Entlastungspotenzials für den
kommunalen Haushalt auszeichnen.
Der Modellprozess gliedert sich in allen drei
Testräumen in fünf Phasen. In einer Sondierungsphase werden die Handlungsfelder der
Daseinsvorsorge gemeinsam mit den Kreisverwaltungen identifiziert und testraumspezifisch
analysiert. An die Erarbeitung und Konkretisierung erster Projektideen in einer Kreativphase
schließt sich ein Projektcoaching durch die
Entwicklungsagentur an (Qualifizierungsphase). In der darauffolgenden Umsetzungsphase
erfolgt eine gemeinsame Realisierung der
Projekte in Zusammenarbeit mit den zuständigen Fachstellen. In der letzten Phase – der
Transferphase – werden die in den Einzelprojekten modellhaft erprobten Vorgehensweisen
zu einem übertragbaren Maßnahmenkonzept
zusammengefügt.

25

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz
Ländliche Perspektiven im Landkreis
Neuwied
Im Jahr 2012 wurde das Projekt im Landkreis
Neuwied fortgesetzt und trat in die öffentliche
Projektphase ein. Bereits Ende 2011 wurden
vier Handlungsfelder durch Mitarbeiter der
Kreis- und Verbandgemeindeverwaltungen
gemeinsam mit der Entwicklungsagentur
aufbereitet und die politischen Entscheidungsträger über den Modellprozess informiert.

26

An diese Vorbereitungen anschließend fand
Ende Februar 2012 ein großer öffentlicher
Mitmachworkshop statt, zu dem alle Bürger
und Vertreter der örtlichen Verwaltungen
eingeladen wurden. Rund 70 Teilnehmer
brachten sich aktiv in die Erarbeitung erster
Handlungs- und Projektansätze zu den jeweiligen Themenfeldern ein. Im Anschluss an den
Projektworkshop trafen sich die Arbeitskreise
regelmäßig und beschäftigten sich unter Federführung und Moderation der Entwicklungsagentur mit der Umsetzung der Ideen.

Mobilität
Die Einführung alternativer Bedienformen
zur Sicherung der Mobilität identifizierte der
Arbeitskreis Mobilität als wichtiges Zu-

kunftsthema für den Landkreis Neuwied. Die
Entwicklungsagentur griff daher den, bereits
im Modellraum Altenkirchen erarbeiteten,
Ansatz des „Meetingpoints-Konzeptes“
wieder auf. Die Kernidee ist, eine auf bürgerschaftlichem Engagement basierende Mitfahrzentrale einzurichten und auf lokaler Ebene
zu verankern. Im Jahr 2012 fand eine tiefergehende Machbarkeitsanalyse des Vorhabens
statt. Neben zahlreichen Gesprächen mit den
Verantwortlichen von Referenzprojekten,
nahm die Entwicklungsagentur Kontakt zu
den zuständigen Genehmigungsbehörden auf
und leitete somit die modellhafte Erprobung
des Ansatzes ein.

Leerstandsvermeidung und
-bewältigung
Gemeinsam mit der Entwicklungsagentur
entstand während der regelmäßigen Treffen
die Projektidee der Leerstandslotsen (siehe
Seite 48). Insbesondere die direkte Rückkopplung mit den Betroffenen vor Ort war für die
konzeptionelle Vorbereitung des Projektes
sehr wertvoll. Dank der Unterstützung der
Kreisverwaltung Neuwied und des Arbeitskreises startete das Projekt bereits im Herbst
2012 mit einer Informationsveranstaltung und
der pilothaften Durchführung der zweitägigen

Projektvorstellung
Ausschuss Wirtschaft und Verkehr, Kreisverwaltung Neuwied
28.03.2012

Vorbereitung Mitmach- Mitmachworkshop
workshop, Neuwied Neuwied, Dierdorf
12.01.2012
29.02.2012

Januar
Infoabend
Neuwied
12.01.2012

Februar

Abschlussveranstaltung
Landkreis Altenkirchen
06.03.2012

Projektvorstellung
Kreisärzteschaft
Neuwied, Linz
25.04.2012

AK Medizinische
AK Familienfreundlicher Kreis, Grundversorgung,
Neuwied
Neuwied
18.04.2012
29.03.2012

März
AK Medizinische
Grundversorgung,
Neuwied
22.03.2012

April

AK Familienfreundlicher Kreis, AK Leerstand,
Neuwied
Neuwied
06.06.2012
24.05.2012

AK Mobilität,
Neuwied
08.05.2012

Mai

AK Medizinische
Grundversorgung,
Neuwied
30.05.2012

AK Medizinische
Grundversorgung,
Neuwied
20.06.2012

Juni

AK Leerstand,
AK FamilienInfoabend PilotAK FamilienNeuwied
projekt „Kulturstadt freundlicher Kreis,
freundlicher Kreis,
08.05.2012 am Rhein“, Unkel
Neuwied
Neuwied
14.06.2012
27.05.2012
19.04.2012

Ländliche Perspektiven

27
Seminare. Auch im Jahr 2013 wird die Entwicklungsagentur die Lotsen bei ihrer Arbeit
vor Ort eng begleiten.

Familienfreundlicher Kreis
Neben der direkten Unterstützung von
Familien im Landkreis Neuwied, setzte sich
der Arbeitskreis das Ziel das bestehende
Angebot koordinierter nach außen und innen
zu präsentieren. Ein Handlungsansatz hierbei
ist ein ehrenamtlich geführtes Familienbüro
an mehreren Standorten im Kreis, welches
als Anlaufstelle für Familien die bestehenden
Angebote und Informationen bündelt. Der
Arbeitskreis wirkte zudem durch seine Ideen

zur Ausgestaltung einer kreisweiten Imagekampagne darauf hin, dass die bestehende
Webpräsenz des Familienportals aktuell
gestaltet wurde. Für 2013 besteht die Absicht
die Imagekampagne weiter zu konkretisieren
und durch die Einbindung örtlicher Unternehmen und des Tourismus umzusetzen.

Medizinische Grundversorgung
Im Jahr 2012 bereitete der Arbeitskreis die
Gründung des „Kreisgesundheitsforums
Neuwied“ – ein aktives Netzwerk von
Bürgern und Akteuren des lokalen Gesundheitssystems – vor. In dem gemeinnützigen
Verein sollen sich künftig Bürger, Unterneh-

Vorstellung Perpektive Feuerwehrwesen, Agrarsoziale
Gesellschaft, Sohren
05.11.2012

Projektvorstellung am Johann
Heinrich von Thünen-Institut,
Braunschweig
05.07.2012
Vorstellung
Leerstandslotsen,
Unkel
17.07.2012

Juli
AK Mobilität,
Neuwied
17.07.2012

AK Familienfreundlicher Kreis, AK Leerstand, Infoabend LeerstandsNeuwied
lotsen, Oberraden
Anhausen
15.08.2012
26.09.2012
23.08.2012

August

September

AK Medizinische
Vorstellung
Leerstandslotsen, Grundversorgung,
Neuwied
Daufenbach
28.08.2012
15.08.2012

AK Medizinische
Abschlussveranstaltung Grundversorgung,
Landkreis Cochem-Zell
Neuwied
24.10.2012
08.11.2012

Oktober
Leerstandsseminar
Nr.1 in Neuwied
18.10.2012

November
Leerstandsseminar
Nr. 2 in Neuwied
07.11.2012

Projektvorstellung bei der
Dezembertagung der
Deutschen Gesellschaft für
Demografie des BBSR,
Berlin
07.12.2012

Dezember
AK Medizinische
Grundversorgung,
Neuwied
18.12.2012

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz

28

men, Ärzte und alle weiteren medizinischen
Dienstleister sowie die Verwaltung einbringen,
um einen Beitrag zur nachhaltigen Sicherung
der medizinischen Gesundheitsversorgung zu
leisten. Neben einer Kommunikationsplattform soll das Kreisgesundheitsforum auch die
Gewinnung medizinischer Nachwuchskräfte
im Landkreis unterstützen.

Daseinsvorsorge. Im Jahr 2012 wurde der
Prozess abgeschlossen. Mit dem Ziel eines
umfassenden Erkenntnisgewinns aller Beteiligten lud die Entwicklungsagentur gemeinsam
mit Herrn Landrat Lieber im März 2012 alle
beteiligten Akteure in die Kreisverwaltung ein.
Im gemeinsamen Abschlussgespräch wurde
der stattgefundene Prozess reflektiert.

Darüber hinaus konkretisierte die Arbeitsgruppe das bereits im Vorfeld entstandene
„Filia-Projekt“ der Verbandsgemeinde
Waldbreitbach. Bei diesem innovativen Projekt
soll künftig ein Raum zur Verfügung stehen,
in dem verschiedene bereits niedergelassene Ärzte temporär Sprechstunden abhalten
können.

Die folgenden Arbeitskreise waren aktiv und
entwickelten Handlungsansätze, die teilweise
umgesetzt werden konnten:

ƒƒ Mobilitätsmarketing und -management
ƒƒ Bürgerbus
ƒƒ Meetingpoints

Projektabschluss im Landkreis
Altenkirchen
Rund zwei Jahre begleitete die Entwicklungsagentur den Landkreis Altenkirchen bei
der Erarbeitung von Lösungsansätzen zur
nachhaltigen Sicherung der kommunalen

ƒƒ Aktiv im Alter
ƒƒ Kultur
ƒƒ Medizinische Notfallversorgung

Ländliche Perspektiven
Projektabschluss im Landkreis
Cochem-Zell
Im Jahr 2012 konnte die Entwicklungsagentur auch den Modellprozess im Landkreis
Cochem-Zell ergebnisreich beenden. Auf
gemeinsame Einladung mit Herrn Landrat
Schnur trafen sich alle involvierten Akteure,
um die Resultate der einzelnen Arbeitskreise
zu resümieren und weitere Aktivitäten zu
besprechen.
Für den Bereich Sportstätten wurde seitens
der Entwicklungsagentur eine umfassende
bewertende Bestandsaufnahme aller im Kreis
vorhandenen Sportstätten durchgeführt. Der
Landkreis möchte nun weiter an konkreten
Maßnahmen für eine zukunftsorientierte Koordination und Kooperation bei der Nutzung der
Sportstätten arbeiten.
Auch für den Bereich Kultur wurden während
des Modellprozesses umfassende Ansätze zur
effizienteren Gestaltung des Kultursektors im
Kreis entwickelt. Hier wollen die Verbands-

gemeinden und der Kreis an die erarbeiteten
Projektergebnissen anknüpfen und auf eine
Umsetzung hinwirken.
Die Arbeitsgruppe „Feuerwehrwesen CochemZell“ erarbeitete mit der Entwicklungsagentur
drei erfolgreiche Projektbausteine, die bereits
kurz nach Projektstart auf großes öffentliches
Interesse stießen: Das Schulfach „Feuerwehrtechnische Grundausbildung“, eine Einkaufsgemeinschaft und die Imagekampagne „Rette
aus Leidenschaft!“. Das Feuerwehrprojekt
wurde zudem von der Deutschen Vernetzungsstelle Ländlicher Raum als ein bundesweites
Beste-Praxis-Beispiel ausgewählt und auf
der Grünen Woche 2012 in Berlin präsentiert
(siehe Seite 56). Die mit dem Landesfeuerwehrverband Rheinland-Pfalz konzipierten
Handlungsansätze zur Nachwuchsförderung
zeigen bereits Wirkung: So startete an der
Realschule Plus in Treis-Karden in diesem
Schuljahr der zweite Jahrgang des Schulfaches
und es konnten zahlreiche Jugendliche für die
Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr
gewonnen werden.

29

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz
Erkenntnistransfer aus Ländliche
Perspektiven

30

Ein Arbeitsschwerpunkt des Modellprozesses
„Ländliche Perspektiven“ im Jahr 2012 war
der Transfer gewonnener Erkenntnisse. Dies
geschah beispielsweise durch einen Vortrag
beim Nachwuchswissenschaftler-Workshop
„Multiple Transformationen in ländlichen
Räumen“ des Arbeitskreises Ländlicher Raum
der Deutschen Gesellschaft für Geographie
am Johann Heinrich von Thünen-Institut in
Braunschweig oder auf der Internationalen
Grünen Woche in Berlin (siehe Seite 56).
Außerdem wurde das Projekt, insbesondere
das Handlungsfeld „Perspektive Feuerwehrwesen“ beim Seminar „Wir leben im Dorf
– das Dorf lebt durch uns. Dorfentwicklung
in Zeiten des demografischen Wandels“ der
Agrarsozialen Gesellschaft e.V. vorgestellt.
Konkrete Praxisbeispiele, die gemeinsam mit
den Projektpartnern in den Modellräumen
erarbeitet wurden, stießen auf bundesweites
Interesse. So wurde die Entwicklungsagen-

tur vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und
Raumforschung (BBSR) und der Deutschen
Gesellschaft für Demografie eingeladen, das
Projekt auf der Tagung „Der demografische
Wandel: Eine Gefahr für die Sicherung gleichwertiger Lebensbedingungen?“ vor rund 200
Teilnehmern zu präsentieren.
Die Erfahrungen aus zwei Jahren Arbeit vor
Ort zeigen, dass Projekterfolge im Wesentlichen von dem Engagement der Beteiligten
abhängen. Oftmals sind es persönliche Befindlichkeiten, die eine Umsetzung guter Ideen
hemmen. Die Aufteilung der Zuständigkeiten
(Stichwort: Wer macht was?), schafft eine
gewisse Klarheit und bewirkt dass der Prozess
nicht ins Stocken gerät. Projekterfolge hängen
darüber hinaus direkt damit zusammen, wie
es gelingt die zentralen Schlüsselpersonen
miteinander zu vernetzen sowie regionale
Leader für den Prozess zu gewinnen und zu
aktivieren.

Bereich
Tätigkeitsbericht 2012
Immobilienleerstand
Der Umgang mit leer stehenden Immobilien
stellt eine der größten Herausforderungen
für die rheinland-pfälzischen Gemeinden dar.
Neben Gewerbeimmobilien und öffentlichen
Gebäuden stehen insbesondere zahlreiche
Wohnhäuser leer. Landesweit sind schätzungsweise 70.000 Eigenheime betroffen.
Der Immobilienleerstand hat für immer mehr
Menschen ganz persönliche Konsequenzen
und beeinträchtigt zunehmend das Ortsbild
der Kommunen – Grund genug für verstärkte
Aktivitäten in diesem Feld.

31
Wesentliche Ursache für den zunehmenden
Leerstand von Immobilien sind der demografische und ökonomische Wandel. Die Immobiliennachfrage verändert sich und geht in
vielen Regionen zurück. Viele Bestandsgebäude entsprechen nicht mehr den heutigen
Ansprüchen. Die Gründe für Leerstand sind
vielfältig und der Weg zur Wiedernutzung oft
schwierig. Sowohl private als auch öffentliche Akteure sind gefragt, um gemeinsame
Lösungsoptionen zu entwickeln.

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz

32

Aufbauend auf der Grundlage des im Jahr
2010 durch den Beirat für Kommunalentwicklung erarbeiteten Positionspapiers zur Gebäudeleerstandsentwicklung in Rheinland-Pfalz
bereitete die Entwicklungsagentur im Jahr
2011 die Übertragung der Handlungsempfehlungen in die Praxis vor. Im Jahr 2012 startete
die Umsetzungsphase mit intensiver Netzwerkarbeit, zahlreichen öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen und ersten modellhaften
Projekten. Der Bereich Immobilienleerstand
bildet damit ein immer wichtigeres Arbeitsfeld
der Entwicklungsagentur.
Die übergeordneten Ziele im Bereich Leerstand bestehen darin landesweit für das
Thema und den vorhandenen Handlungsdruck
zu sensibilisieren, einen umfassenden Wissensaustausch anzustoßen sowie erfolgsversprechende Lösungswege zu erproben und zu
verbreiten. Anfang 2012 startete die Wanderausstellung Tatort_Leere, um in einem ersten
Schritt die Problemwahrnehmung zu schärfen und die Grundlage für Folgeprojekte zu
schaffen. Mit insgesamt fünf Veranstaltungen
konnte große Aufmerksamkeit für das Thema
Immobilienleerstand erzielt werden.

Seit Ende 2012 wird darauf aufbauend mit
dem „Leerstandslotsen“ ein innovativer Handlungsansatz pilothaft erprobt, der auch im
Jahr 2013 neben weiteren Projekten im Fokus
stehen wird. Unter anderem ist eine landesweite Erfassung aller Tätigkeiten im Gebiet
der Leerstandskartierung und des Leerstandsmanagements vorgesehen.
Als Folge der öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten wird die Entwicklungsagentur zunehmend als zentraler landesweiter Akteur im
Handlungsfeld Leerstandsmanagement wahrgenommen und sowohl von rheinland-pfälzischen Gemeinden als auch von Privatpersonen
bei Einzelfallfragen direkt angesprochen.
Bei diesem Thema zeigt sich deutlich, wie
wichtig es für ein Land wie Rheinland-Pfalz –
das erfolgreich auf eigenständige Kommunen
setzt – ist, Zukunftsthemen und Lösungsinstrumente frühzeitig, praxisorientiert und zentral
zu realisieren. Den Kommunen selbst fehlt
hierzu auf Grund Ihrer Größe und Struktur
sowohl Personal und Ressourcen als auch das
erforderliche Know-How.

Tatort_LeereTätigkeitsbericht 2012
Voraussetzung für eine stärkere Auseinandersetzung mit dem Immobilienleerstand in
Rheinland-Pfalz ist, sich über den Handlungsbedarf bewusst zu werden. Eine umfassende
Aufklärung über die Konsequenzen des
„Nichtstuns“ und die Handlungsmöglichkeiten ist hierfür wichtig. Vor diesem Hintergrund
startete die Entwicklungsagentur im Jahr
2012 mit der Wanderausstellung Tatort_Leere
eine landesweite Sensibilisierungskampagne.
Die Wanderausstellung verwandelte in verschiedenen Regionen des Landes für jeweils
ein Wochenende leer stehende Gebäude in
lebendige Orte des fachlichen und kulturellen Dialogs. Sie sensibilisiert für das Thema,
informiert über die Ursachen und zeigt
Handlungsoptionen auf. Den Besuchern wird
Mut gemacht sich der Leerstandsbewältigung
anzunehmen. Mit Tape-Art und kulturellen
Beiträgen werden Informationen zum Thema
Gebäudeleerstand kreativ inszeniert und
unterschiedlichste Bevölkerungsgruppen angesprochen. Besucher werden dazu angeregt,
eigene Ideen einzubringen. Mitarbeiter der
Entwicklungsagentur betreuen die Ausstellung
und stehen für Fragen und Anregungen bereit.

33

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz

34
Die Ausstellung wird mit einem kompakten
Fachsymposium eröffnet. Fachfremde Besucher werden am gesamten Wochenende durch
vielfältige kulturelle Aktionen angesprochen getragen durch das Engagement von Künstlern, Schulen und Vereinen aus der jeweiligen
Gemeinde. Diese Kombination fachlicher und
kultureller Beiträge in Verbindung mit den außergewöhnlichen Veranstaltungsorten sorgte
für große Aufmerksamkeit und ein positives
Medienecho. Umfangreiche Einladungsaktionen und die intensive Zusammenarbeit mit
den Projektpartnern vor Ort mobilisierten die
lokalen Kräfte und schufen die Grundlage
für vielversprechende Folgeprozesse an den
Standorten.

Vortrag IHK Pfalz,
Pirmasens
17.04.2012

Auftakttermin
in Pirmasens
07.02.2012

Januar
Auftakttermin
in Landau
17.01.2012

Februar

Auch außerhalb von Rheinland-Pfalz wurden die Aktivitäten der Entwicklungsagentur
interessiert aufgegriffen. Beispielsweise ließen
sich Vertreter der MORO-Region „SPESSARTregional“ detailliert über die Organisation und
Durchführung von Tatort_Leere informieren.
Aufgrund zahlreicher Anfragen von Gemeinden und Behörden wird Tatort_Leere im Jahr
2013 fortgesetzt. Die durch die Wanderausstellung erzielte Aufmerksamkeit für das
Thema Immobilienleerstand wird im nächsten
Jahr genutzt, um weitere Projekte zur Leerstandsprävention und -bewältigung in den
Kommunen anzustoßen.

März

April
Ausstellung Tatort_
Leere Nr.1, Pirmasens
20.-22.04.2012

Nachbetrachtung
Ausstellung
Tatort_Leere Nr.1, Auftakttermin in Tatort_Leere Nr.2,
Bad Sobernheim
Pirmasens
Altendiez
04.06.2012
15.05.2012
22.-24.06.2012

Mai

Juni
Auftakttermin
in Jünkerath
31.05.2012

Folgetermin
in Pirmasens
11.06.2012

Tatort_Leere

35
Folgeprozess
Wichtigstes Ziel der Wanderausstellung war
und ist die landesweite Sensibilisierung für
die Leerstandsproblematik. Hierbei wurden
im ersten Ausstellungsjahr große Erfolge
erzielt. An den Ausstellungsstandorten setzte
Tatort_Leere Impulse für lokales Engagement im Bereich Leerstandsmanagement.
In Bad Sobernheim und Jünkerath soll das
Thema in den kommenden Jahren auf der
kommunalen Agenda stehen. Pirmasens ist
bereits einen Schritt weiter: Angeregt durch
die Tatort_Leere-Veranstaltung im Frühjahr
verstärkte die städtische Wirtschaftsförderung
ihre Aktivitäten in Bereich Leerstand und stieß
gleich mehrere Projekte an. Seit Ende 2012

steht eine ehrenamtliche Leerstandslotsin
Immobilieninteressenten für eine Erstberatung
zur Verfügung. Einige der während des Tatort_
Leere-Wochenendes gesammelten Nachnutzungsideen stehen kurz vor der Umsetzung.
Die anlässlich Tatort_Leere erstmals öffentlich
aktive Initiative PS-KREATIV beabsichtigt die
temporäre Nutzung eines Leerstands in der
Fußgängerzone. Die Entwicklungsagentur
steuerte auch über das Ausstellungswochenende hinaus ihr Know How bei und
informierte auf der HaGeHa in Pirmasens am
Messestand der Wirtschaftsförderung über
die Thematik. Um gute zukunftsweisende
Handlungsmöglichkeiten zu erproben, wird die
Entwicklungsagentur die Kommunen weiterhin begleiten.

Workshop Leerstands- Vorbereitungs- Infoabend Leerstands- Tatort_Leere Nr.4,
Messeauftritt Leerstandsseminar Workshop Leerstandslotsen, Kaiserslautern gespräche, Landau lotsen, Oberraden
Landau
lotsen, Kaiserslautern
HaGeHa Pirmasens
in Landau
26.09.2012
13.08.2012
28.08.2012
12.-14.10.2012
22.11.2012
01.11.2012
06.11.2012

Juli

August
Termin mit den lokalen
Akteuren, Neuwied
15.08.2012

September

Oktober

November

Tatort_Leere Nr.3, Leerstandsseminar Tatort_Leere Nr.5, Leerstandsseminar
Bad Sobernheim Nr.1 in Neuwied
Jünkerath
Nr. 2 in Neuwied
28.-30.09.2012
18.10.2012
26.-28.10.2012
07.11.2012

Dezember

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz
Pirmasens 20. bis 22. April 2012
Zum Auftakt der Wanderausstellung Tatort_
Leere lud die Entwicklungsagentur in das leer
stehende Empfangsgebäude des Pirmasenser
Hauptbahnhofs. Zahlreiche Bürger, Pressevertreter, Kommunalpolitiker und Verwaltungsmitarbeiter kamen am Freitagnachmittag zum
einleitenden Fachsymposium zusammen.

36

Die Referenten beleuchteten das Thema und
zeigten mögliche Handlungsstrategien auf.
Tenor der anschließenden Diskussion: Gemeinden sollten sich auf die Wiedernutzung
von leer stehenden Gebäuden konzentrieren
statt neue Wohnbauflächen auszuweisen.
Die Ausstellung war in den leer stehenden
Räumen des Hauptbahnhofes untergebracht
und integrierte die Relikte der ehemaligen
Nutzung geschickt. Viele Bürger aus Pirmasens und der Region unternahmen eine kleine
Reise in die Vergangenheit: Alte Geschichten
über den Bahnhof wurden erzählt und von
damaligen Erlebnissen berichtet.

Tatort_Leere

37
Fachsymposium

Tatort_Leere informiert!

Begrüßung
Dr. Bernhard Matheis
[Oberbürgermeister der Stadt Pirmasens]

Beim Architektenbrunch der Architektenkammer Pirmasens/Zweibrücken wurde über
Pirmasenser Leerstände diskutiert. Zudem war
die Pirmasenser Wirtschaftsförderung und das
Büro stadtimpuls aus Landau am Wochenende mit Infoständen vertreten.

Startschuss der Wanderausstellung
Robert Freisberg
[Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V.]
Leerstandsbewältigung in ländlichen Räumen durch das ELER-Programm
Sören Bronsert
[Deutsche Vernetzungsstelle Ländlicher Raum,
Bonn]
Leerstandsentwicklung: Aktuelle Situation
und Herausforderungen
Professor h.c. Dr.-Ing. Karl Ziegler
[Technische Universität Kaiserslautern]
Innen- vor Außenentwicklung: Das „Wallmeroder Modell“
Klaus Lütkefedder
[Bürgermeister der Verbandsgemeinde Wallmerod]

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz
Tatort_Leere wird bespielt!
Wichtige Partner vor Ort waren die Pirmasenser Wirtschaftsförderung sowie die regionale
Initiative PS-KREATIV. Ein durch ehrenamtliche
Beiträge getragenes abwechslungsreiches
Kulturprogramm erweckte den Bahnhof und
verdeutlichte das große Potenzial der Region.
Verschiedene Künstler stellten ihre Werke aus
und Musiker hauchten der verstaubten Wartehalle neues Leben ein.

38

Kulturbeiträge PS-Kreativ
Livemusik: IN! MUSIC, Studio SDK, Klaus
Reiter with Guests, Celia Baron, The Storytellers, MULTIKULTIband, Double Malt feat. Harry
the Man
Mitmachjamsession: JuKuWe
Fotoausstellung und Multimedia FotoShooting: Harald Kröher
Kunstausstellung und Kinderkreativwerkstatt:
Marie-Luise Neuberger
Steinskulpturenwerkstatt: Daniel Becker

Tatort_Leere

39

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz

40
Altendiez 22. bis 24. Juni 2012
Die zweite Station der Wanderausstellung
Tatort_Leere führte die Entwicklungsagentur
in den äußersten Nordosten des Landes. Tatort
war diesmal die leer stehende Oranienschule
in Altendiez. Auf verblüffende Weise wurde
die Ausstellung in das Gebäude integriert: Tische, Stühle und Unterrichtsmaterialien waren
ein Jahr nach der Schulschließung immer noch
an ihrem Ort und der Tafelanschrieb erinnerte
an einen lebendigen Schulbetrieb.
Bereits vor der Eröffnung konnten die
Entscheidungsträger der Verbandsgemeinde
Diez einen ersten Blick auf den Tatort werfen.
Der Verbandsgemeinderat tagte anlässlich
der Ausstellung in der Oranienschule. Zum
offiziellen Ausstellungsstart am Freitagvormittag kamen diverse Vertreter aus der Region

sowie eine Exkursionsgruppe aus Hessen
nach Altendiez, um sich über das Thema zu
informieren. Die Referenten erörterten das
Leerstandsproblem, gaben Handlungsempfehlungen und zeigten auf, was gegen Leerstand
unternommen werden kann. Im Anschluss
entwickelte sich eine lebhafte Diskussion über
den Umgang mit Immobilienleerstand und die
Zukunft schrumpfender Dörfer.
Am Sonntagnachmittag belebten kleine und
große Künstler der Kreismusikschule RheinLahn den Tatort mit einem abwechslungsreichen Programm. Viele Interessierte hörten sich
die Darbietung in ungewöhnlicher Umgebung
an und kombinierten dies mit einem Besuch
der Ausstellung.

Tatort_Leere

41
Fachsymposium
Begrüßung
Emil Stoffl
[2. Beigeordneter Verbandsgemeinde Diez]
Tatort_Leere: Die Idee
Robert Freisberg
[Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V.]
Leerstandsentwicklung: Aktuelle Situation
und Herausforderungen
Professor h.c. Dr.-Ing. Karl Ziegler
[Technische Universität Kaiserslautern]

Innenstadtmanagement und -agentur als
Motor der Leerstands- und Eigentümeraktivierung
Michael Kleemann
[Büro stadtimpuls, Landau]
Offensiv gegen Leerstand: Erfahrungen aus
Südwestfalen
Daniel Fühner
[Südwestfalen Agentur, Olpe]

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz

42
Bad Sobernheim 28. bis 30.
Semptember 2012
In der Bad Sobernheimer Innenstadt ist
Leerstand bereits deutlich sichtbar. Neben
Einzelhandelsflächen sind auch zahlreiche
Wohnungen ungenutzt. Die Gemeinde steht
damit stellvertretend für viele andere Kleinund Mittelstädte in Rheinland-Pfalz. Die
Entwicklungsagentur griff das brisante Thema
des Einzelhandelsleerstands bei der dritten
Station von Tatort_Leere auf.
Die Wanderausstellung wurde diesmal in
mehreren Ladenleerständen in der Innenstadt
präsentiert. Wo früher eine Drogerie, ein
Uhrenladen und ein Café waren, informierten
sich die Besucher nun über die Leerstandsthematik. Die besondere Atmosphäre der leeren
Räume regte zu Diskussionen an und bot den
Bürgern die Gelegenheit, eigene Ideen und
Wünsche für die Leerstände in ihrer Stadt zu
äußern.

Auch die Fachveranstaltung am Freitagvormittag legte den Fokus auf den Einzelhandelsleerstand. Zunächst wurde dargestellt,
wie Einzelhandelsleerstand erfasst werden
kann und ab welchem Punkt innerstädtische Leerstandsentwicklungen als kritisch
zu bewerten sind. Das Beispiel der Sankt
Wendeler Brühlstraße machte deutlich, was
bei einer erfolgreichen Reaktivierung von
Einkaufsstraßen zu beachten ist. Anschließend
wurde anhand mehrerer Beispiele aus Bremen
aufgezeigt, dass bei der Nutzungsfindung der
Fantasie und Kreativität keine Grenzen gesetzt
sein sollten.

Tatort_Leere

43
Fachsymposium
Begrüßung
Michael Greiner
[Bürgermeister der Stadt Bad Sobernheim]
Grußwort
Peter Wilhelm Dröscher
[Mitglied des Landtags, Demografiepolitischer
Sprecher der SPD-Fraktion]
Tatort_Leere: Die Idee
Robert Freisberg
[Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V.]

Leerstände in Klein- und Mittelstädten:
Erfahrungen aus dem Saarland
Hugo Kern
[Büro kernplan, Illingen]
Leerstände im Einzelhandel: Planung trifft
Praxis
Klaus Zimmermann
[Büro ISU, Bitburg]
ZZZ ZwischenZeitZentrale: Schlafende
Häuser wachküssen
Daniel Schnier
[ZwischenZeitZentrale Bremen]

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz
Landau 12. bis 14. Oktober 2012

44

Den vierten Tatort_Leere veranstaltete die
Entwicklungsagentur in einer Region, in
der das Thema Immobilienleerstand bislang
kaum als Problem wahrgenommen wird: Der
Vorderpfalz. Aber auch hier gibt es Leerstände – insbesondere in den Kernlagen kleinerer
Ortschaften. Ausstellungsorte waren zwei erfolgreich umgenutzte Leerstände im Landauer
Quartier am Großmarkt: Der in einem ehemaligen Kino untergebrachte Gloria Kulturpalast und das in einem alten Fabrikgebäude
entstandene Restaurant GREEN.
Das Veranstaltungswochenende wurde mit
einem interessant besetzten Podium eröffnet.
In der ersten Runde diskutierten Akteure
aus Landau, wie die Immobilienentwicklung
in Innerortslagen gestärkt und wie mit leer
stehenden Gebäuden umgegangen werden
kann. Dabei wurde die besondere Bedeutung
der privaten Eigentümer und Investoren für

die Immobilienentwicklung deutlich. Offensichtlich wurde, dass viele Probleme erst
im direkten Gespräch zwischen Planer und
Eigentümer gelöst werden können. Botschaft
der zweiten Runde: Dem zunehmenden
Problem des Immobilienleerstands kann nicht
nur mit Förderungen und Regelungen begegnet werden. Entscheidend sind vielmehr die
einzelnen Aktivitäten in den Gemeinden und
der Eigentümer.
Am Samstagvormittag standen neben der
Entwicklungsagentur auch die Stadt Landau,
das Büro stadtimpuls und die Energieagentur
Rheinland-Pfalz bereit, Fragen zum Umgang
mit leer stehenden Immobilien zu beantworten. Am gesamten Wochenende lockten Kulturveranstaltungen Besucher in das Quartier
und brachten diese mit dem Thema Leerstand
in Berührung. Besonders beeindruckend: Der
als Teil der Ausstellung im großen Kinosaal
des Gloria Kulturpalast abgespielte Film „Stille
Zeugen“ zum Leerstand in Rheinland-Pfalz.

Tatort_Leere
Fachsymposium
Begrüßung
Peter Karl
[Gloria Kulturpalast, Landau]
Markus Demuth
[md Unternehmensgruppe, Landau]
Grußwort
Hans-Dieter Schlimmer
[Oberbürgermeister der Stadt Landau i.d.
Pfalz]

45
Tatort_Leere: Die Idee
Robert Freisberg
[Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V.]
Leerstandsdialog I: Chancen und Risiken der
Immobilienentwicklung für die Stadtentwicklung
ƒƒ Markus Demuth
[md Unternehmensgruppe]
ƒƒ Peter Heuberger
[Einzelhändler und Immobilienbesitzer]
ƒƒ Christoph Kamplade
[Stadtbauamt Landau]
ƒƒ Michael Kleemann
[Büro stadtimpuls, Landau]

Leerstandsdialog II: Möglichkeiten regionaler
Strategien für eine Stärkung der Innenentwicklung
ƒƒ Robert Freisberg
[Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V.]
ƒƒ Stefan Hesse
[Kreisentwicklung, Landkreis Germersheim]
ƒƒ Dr. Stefan Krämer
[Wüstenrot-Stiftung]
ƒƒ Präsident Professor Dr. Seimetz
[Struktur- und Genehmigungsdirektion
Süd]
ƒƒ Michael Wirth
[Verband Region Rhein-Neckar]

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz
Jünkerath 26. bis 28. Oktober 2012
Mit dem fünften Tatort_Leere reiste die Entwicklungsagentur in die Eifel, deren Ortschaften bereits stark von zunehmendem Immobilienleerstand betroffen sind. Ausstellungsort
war diesmal das ungenutzte Empfangsgebäude des Jünkerather Bahnhofs.

46

Ein unterhaltsames Programm – von der
eisenbahnhistorischen Lesung bis zum
Nachwuchszirkus – erweckte den Jünkerather
Bahnhof zu neuem Leben. Dank der tatkräftigen Unterstützung durch die aktiven Bürger
wurde der Ausstellungsort für ein Wochenende wieder zum Mittelpunkt des Gemeindelebens. Die Besucher waren beeindruckt vom
Potenzial „ihres“ Bahnhofs und entwickelten
zahlreiche neue Ideen für zukünftige Nutzungen.
Die Referenten des Fachysmposiums waren
sich einig: Angesichts rückläufiger Bevölkerungszahlen und zunehmender Leerstände
in den Ortskernen, sollten die Gemeinden
konsequent auf die Ausweisung von Neubaugebieten verzichten und sich stattdessen
auf die Bestandspotenziale konzentrieren.
Zunächst müsse eine Übersicht über die
vorhandenen und potenziellen Leerstände
erarbeitet werden, dann könnten weitere
Schritte, beispielsweise ein Förderprogramm
wie das Wallmeroder Modell, folgen.

Tatort_Leere
Fachsymposium
Begrüßung
Rainer Helfen
[Bürgermeister der Gemeinde Jünkerath]
Grußwort
Astrid Schmitt
[Mitglied des Landtags, Stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion]
Tatort_Leere: Die Idee
Robert Freisberg
[Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V.]
Immobilienleerstand in Rheinland-Pfalz:
Aktuelle Situation und Herausforderungen
Professor h.c. Dr.-Ing. Karl Ziegler
[Technische Universität Kaiserslautern]
Dörfer im Schrumpfungsprozess: Handlungsempfehlungen für die Dorfentwicklung
Professor Dr.-Ing. Winrich Voß
[Geodätisches Institut Universität Hannover]
Innen- vor Außenentwicklung: Das „Wallmeroder Modell”
Klaus Lütkefedder
[Bürgermeister der Verbandsgemeinde Wallmerod]
„DIE Chance für das Dorf!”: Ein Projekt zur
Förderung der örtlichen Dorfinnenentwicklung
Rosemarie Bitzigeio
[Büro Plan-Lenz, Winterspelt]

47
Tatort_Leere wird bespielt:
Die Kulturbeiträge aus Jünkerath
Vortrag: „100 Jahre Dümpelfeld - Lissendorf Jünkerath“ (Manfred Jehnen)
Livemusik: Don Bosco Band der Jugendbildungsstätte Jünkerath
Lesung: „Mir schwäzze Platt“ (Herrmann
Palms)
Aufführung: Zirkus Salentin der Graf-SalentinSchule

Leerstandslotsen
Eine wichtige Erkenntnis der Diskussionsprozesse bei Tatort_Leere: Für leer stehende
Gebäude eine sinnvolle Nachnutzung zu
finden, ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die
viel Engagement erfordert. Damit sich an der
Situation vor Ort konkret etwas verändert,
müssen Eigentümer von Immobilien motiviert
und aktiviert werden, sich mit dem Thema zu
beschäftigen und etwas gegen ihren Leerstand zu unternehmen.

48

Für kleine Gemeinden, die sich in der Regel
eine professionelle Unterstützung im Bereich
Leerstand nicht leisten können, wurde von der
Entwicklungsagentur mit dem „Leerstandslotsen“ ein auf ehrenamtliches Engagement
aufbauender Ansatz entwickelt. Maßgebliche
Vorüberlegungen zu diesem Konzept leistete
der Arbeitskreis Leerstand aus dem Modellprojekt Ländliche Perspektiven im Landkreis
Neuwied (siehe Seite 25).

Leerstandslotsen
Leerstandslotsen sollen künftig in Dörfern und
Kleinstädten die Aufgabe übernehmen, Eigentümer anzusprechen, Vertrauen aufzubauen
und zur Aktivierung von Leerständen beizutragen. Sie sollen zudem dabei helfen, die Entstehung von Leerstand bereits im Vorfeld zu
vermeiden. Die notwendigen fachlichen und
kommunikativen Grundkenntnisse werden
Ihnen im Rahmen eines Seminares vermittelt.
Die Lotsen werden von der Ortsgemeinde
ausgewählt. Die enge Zusammenarbeit mit
der Gemeinde und die Unterstützung durch
Verbandsgemeinde und Landkreis sind bei der
täglichen Arbeit besonders wichtig. Zusätzlich
wird den Leerstandslotsen ein landesweites Expertennetzwerk zur Seite stehen. Die
Entwicklungsagentur legt Wert darauf, auch
politische Entscheidungsträger und Verwaltungsmitarbeiter bereits von Beginn an in den
Prozess einzubeziehen. Ziel ist der Aufbau von
kreisweiten Netzwerken zum Austausch über
das Leerstandsmanagements.

49
Dieser innovative Ansatz wird seit Herbst
2012 in den Landkreisen Südliche Weinstraße,
Germersheim und Neuwied erprobt. Wichtige
Erkenntnisse zur Teilnehmeraktivierung und
Seminargestaltung wurden bislang bei drei
Pilotseminaren gesammelt. Im Jahr 2013 wird
die Testphase abgeschlossen und das Konzept
des Leerstandslotsen weiter konkretisiert.

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz Bereich Europa
Die europäischen Themenbereiche sind für
die zukunftsfähige Entwicklung des Landes
Rheinland-Pfalz enorm wichtig und gewinnen
weiterhin an Bedeutung. Aus diesem Grund
widmet sich die Entwicklungsagentur intensiv
diesem Thema und hat das Kompetenzfeld
Europa im Jahr 2012 explizit in ihren Aufgabenbereich aufgenommen.

50

Dabei stehen zwei unterschiedliche Aspekte
im Vordergrund unserer Arbeit: Einerseits
werden die Potenziale einer grenzübergreifenden Zusammenarbeit mit dem Großherzogtum Luxemburg anaylsiert. Andererseits
untersuchen wir, wie europäische Fördermittel
zur Entwicklung beitragen können und wie
eine kommunalfreundliche Ausgestaltung der
Förderpolitik aussehen könnte.

Bereich Europa
Potenziale grenzüberschreitender Kooperationen, am Beispiel Luxemburg
Mit Belgien, Luxemburg und Frankreich grenzt
Rheinland-Pfalz an so viele EU-Mitgliedsstaaten, wie kein anderes deutsches Bundesland.
Aus dieser Lage ergeben sich nicht nur grenzbedingte Handlungserfordernisse, sondern
auch vielversprechende Entwicklungspotenziale, die es zu nutzen gilt. Der Themenbereich
gestaltet sich äußerst vielschichtig, da neben
unterschiedlichen Nationalstaaten auch verschiedenste Verwaltungsebenen und Handlungsbereiche betroffen sind.
Auf Anregung von Herrn Dr. Diederich, Premier Conseiller de Gouvernement, in der 17.
Sitzung des Beirats für Kommunalentwicklung
am 16. März 2012, wurde ein integriertes
grenzüberschreitendes Entwicklungskonzept
für den deutsch-luxemburgischen Grenzraum
aufgestellt. Das Diskussionspapier „Arbeiten, Fahren, Versorgen, Wohnen zwischen
Luxemburg und Trier“ setzt sich mit der
aktuellen Situation beiderseits der Grenze
auseinander und analysiert die Verflechtungen
und Entwicklungserfordernisse im deutschen
Grenzraum zwischen Rheinland-Pfalz und

Ergebnispräsentation
17. Sitzung des Beirats für
Kommunalentwicklung
15./16. März

Januar

Februar

März

April

Luxemburg. Dabei werden die Vielzahl an
bereits bestehenden Untersuchungen zum
deutsch-luxemburgischen Grenzraum berücksichtigt und deren zentrale Erkenntnisse in
den Gesamtkontext eingeordnet.
Aufgrund seiner wirtschaftlichen Dynamik
zieht das Großherzogtum Luxemburg viele
rheinland-pfälzische Arbeitnehmer an. Aus
dieser Entwicklung und ihren Auswirkungen
auf die umliegenden Gebiete ergeben sich unterschiedliche Handlungserfordernisse sowohl
für Rheinland-Pfalz als auch für grenzübergreifende Lösungen in Zusammenarbeit mit
Luxemburg.
Auf der rheinland-pfälzischen Seite stehen
insbesondere die Themen Siedlungsentwicklung und Daseinsvorsorge sowie die Stärkung
der interkommunalen Kooperation im Vordergrund. Für die Herausforderungen im Bereich
der grenzüberschreitenden Mobilität ist eine
Kooperation mit dem Großherzogtum sinnvoll.

Experteninterviews Europa

Mai

Juni

Juli

51

August

September Oktober

Ergebnispräsentation
18. Sitzung des Beirats für
Kommunalentwicklung
15./16. November

November Dezember

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz
Kommunalfreundliche Ausrichtung der
europäischen Fördermittel

52

Die Europäische Union verfügt über ein breites Spektrum an Fonds und Programmen, die
zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung
beitragen sollen. Allerdings gestaltet diese
Vielfalt die europäische Förderkulisse auch
sehr komplex und unübersichtlich. Gerade
für die kommunale Ebene bestehen deshalb
Zugangs- und Nutzungshemmnisse. Vor dem
Hintergrund dieser Ausgangslage und der
2014 beginnenden neuen Förderperiode hat
sich die Entwicklungsagentur mit der Nutzung
und Zugänglichkeit europäischer Fördermittel
für Kommunen beschäftigt.
Im Diskussionspapier „Rheinland-Pfälzische
Kommunen und europäische Fördermittel - Schwierigkeiten und Chancen“ trägt

die Entwicklungsagentur die wesentlichen
Ergebnisse ihrer durchgeführten Untersuchung
zusammen.
Die Untersuchung beruht neben einer
detaillierten Internet- und Literaturrecherche
vor allem auf ausführlichen Gesprächen mit
zahlreichen Akteuren aus allen beteiligten Bereichen. Das Spektrum der befragten Experten
reicht von Interviewpartnern verschiedener
Ebenen der öffentlichen Verwaltung über
Akteure aus Interessensvertretungen bis hin
zu Referenten von Beratungs- und Unterstützungseinrichtungen. Über einen Zeitraum von
vier Monaten wurden ca. 30 Experteninterviews durchgeführt, um die Gesamtsituation
umfassend darstellen zu können und eine
originäre Problem- und Chancenerfassung zu
gewährleisten.

Bereich Europa
Die Erhebung zeigt, dass verschiedene
Hemmfaktoren für rheinland-pfälzische Kommunen bestehen, europäische Fördermittel in
Anspruch zu nehmen. Neben Problemen, die
momentan bestehen und sich voraussichtlich
zukünftig weiter verstärken werden, wie zum
Beispiel finanzielle, aufgaben-, erfahrungsund aufwandsbedingte Schwierigkeiten, werden zukünftig durch neue Förderregelungen
und andere externe Einflüsse, etwa durch die
knapper werdenden finanziellen Ressourcen
der rheinland-pfälzischen Kommunen, neue
Schwierigkeiten hinzukommen.
Da die Nutzung dieser Fördermittel für
Kommunen in bestimmten Fällen jedoch sehr
sinnvoll sein kann, werden im Diskussionspapier auch Chancen und Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt, wie eine Aktivierung gelingen kann. So hat die Entwicklungsagentur
verschiedene Handlungsstrategien erarbeitet,
mit deren Hilfe das Land und die Kommunen
auf diese Ausgangslage reagieren könnten.
Die Haupthandlungsfelder bei der kommunalfreundlichen Gestaltung der Förderpolitik umfassen die Erstellung kommunalfreundlicher
operationeller Programme sowie den Ausbau
der Unterstützungs- und Qualifizierungsangebote für Kommunen.

53

3

55

Wissenstransfer
Die Entwicklungsagentur sieht sich als
kommunalfreundliche Transferstelle zwischen
Wissenschaft und Praxis. Im Rahmen ihrer
zahlreichen themenbezogenen Aktivitäten
steht sie im intensiven Austausch mit zahlreichen Projektbeteiligten und trägt dabei zur
Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse
in die kommunale Praxis und zur Stärkung
von Akteursnetzwerken bei. Darüber hinaus
bemüht sich die Entwicklungsagentur themenübergreifend um den Austausch mit Akteuren
innerhalb wie außerhalb des Landes und um
eine noch stärkere Vernetzung mit der Technischen Universität Kaiserslautern und anderen
Forschungseinrichtungen. Hierzu nahm sie
auch im Jahr 2012 wieder aktiv an Messen
teil und wirkte in Austauschforen mit.
Begleitet wurden die Aktivitäten der Entwicklungsagentur 2012 durch zahlreiche Veranstaltungen und Medienberichte wie z.B. die
Tagung „Kommune. Standort. Wettbewerb.“

Das Projekt Perspektive Feuerwehrwesen aus
dem Modellprozess „Ländliche Perspektiven“
präsentierte sich auf der Grünen Woche in
Berlin – der weltgrößten Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau. Zudem
erfolgten verschiedene Veröffentlichungen,
zum Beispiel in der Zeitschrift „Chance!“ des
Bundesverbandes der gemeinnützigen Landgesellschaften, des deutschen Landkreistags,
des deutschen Städte- und Gemeindebundes
sowie der deutschen Vernetzungsstelle Ländliche Räume.
Das Seminarkonzept „Leerstandslotsen“
sowie das Thema Immobilienleerstand insgesamt, weckten das Interesse von Funk und
Fernsehen. So wurde zum Beispiel in „hallo
deutschland“ im ZDF, dem Regionalmagazin
„17:30 SAT.1 Live“ für Hessen und RheinlandPfalz, der „SWR Landesschau RheinlandPfalz“ sowie in der regionalen Presse berichtet.

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz

56
Ländliche Perspektiven wird bundesweites Beste-Praxis-Beispiel
Dem großen Engagement aller Beteiligten aus
dem Landkreis Cochem-Zell ist es zu verdanken, dass das Feuerwehrprojekt aus dem
Modellprozess Ländliche Perspektiven von der
Deutschen Vernetzungsstelle Ländlicher Raum
als eines von vier bundesweiten Beste-PraxisBeispielen zum Thema Demografischer Wandel
auf die Internationale Grüne Woche eingeladen wurde.

Gemeinsam mit der Kreisverwaltung und dem
Kreisfeuerwehrverband Cochem-Zell stellte die
Entwicklungsagentur das Projekt vom 20.-29.
Januar 2012 in Berlin vor. Große und kleine
Besucher konnten sich am Projektstand einen
Kindheitstraum erfüllen und zum Feuerwehrmann werden. Rund 700 Kinder verkleideten
sich mit Helm, Strahlrohr und Feuerwehrjacke
vor einem am Computer simulierten brennenden Haus und konnten ein Erinnerungsfoto
mit nach Hause nehmen.

Wissenstransfer
Dass dabei nichts anbrenne, stellte die aus
Cochem-Zell angereiste Feuerwehrschulklasse
sicher, die gemeinsam mit Heike Raab, der
Staatssekretärin im Ministerium des Innern,
für Sport und Infrastruktur Rheinland-Pfalz
und Hans-Jürgen Sehn, dem 1. Beigeordneten
des Kreises Cochem-Zell, einen großen Auftritt
auf der „LandschauBühne“ hatte. Staatssekretärin Heike Raab zählt zu den begeisterten
Unterstützern der Projektidee und besuchte
die Schulklasse mehrfach.
Nach dem Motto „In dir muss brennen, was
du in anderen entzünden willst“ hofft die Entwicklungsagentur auf zahlreiche Nachahmer
des Projekts – nicht nur in Rheinland-Pfalz:
Neben der Bundesministerin für Ernährung,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz Ilse
Aigner, dem Bundesinnenminister Dr. HansPeter Friedrich sowie dem Staatssekretär aus
dem Bundeslandwirtschaftsministerium Peter
Bleser informierten sich auch der afghanische
Landwirtschaftsminister Mohammed Asef und
die schleswig-holsteinische Landwirtschaftsministerin Dr. Juliane Rumpf über das Projekt.

57

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz
Entwicklungsagentur im Oktober auf der
euregia 2012 in Leipzig
Die Entwicklungsagentur war vom 22. bis
zum 24. Oktober auf der euregia 2012, der
Fachmesse zur Kommunal- und Regionalentwicklung in Europa, mit einem Infostand
vertreten. Die Fachveranstaltung bot eine
attraktive Plattform für den Ideen- und Wissensaustausch im Bereich der Kommunal- und
Regionalentwicklung.

58

Den Besuchern präsentierte sich die Entwicklungsagentur mit zahlreichen Projekten. Ein
Mehrwert aus der Veranstaltung bot sich
durch die Gelegenheit, vorhandene Netzwerke
auszubauen und neue Kontakte zu knüpfen.
Der hierbei entstandene Ideen- und Wissensaustausch war ganz im Sinne der euregia und
der Entwicklungsagentur.

ler und Planungspraktiker aus dem deutschsprachigen Raum. Mehrere Mitarbeiter der
Entwicklungsagentur sind Mitglied im Jungen
Forum und in einer Arbeitsgruppe zur Vorbereitung der Ende Mai 2013 in Kaiserslautern
stattfindenden Jahrestagung des Jungen
Forums aktiv. Unter dem Tagungstitel „Nimm’s
sportlich: Planung als Hindernislauf“ werden
die Teilnehmer über die Herausforderungen für
die räumliche Planung und mögliche Lösungswege diskutieren sowie Erfahrungen und
Ideen austauschen.

Vorbereitung Jahrestagung Junges
Forum 2013
Der Austausch zwischen Wissenschaft und
Praxis ist für die Entwicklungsagentur von
großer Bedeutung. Aus diesem Grund unterstützen wir das Junge Forum der Akademie für
Raumforschung und Landesplanung, eine Austauschplattform für junge Raumwissenschaft-

Vorbereitungsworkshop Junges Forum
13.11.2012
Auftaktveranstaltung
ZukunftsRegion Westpfalz e.V.,
Pirmasens
08.05.2012

Grüne Woche
Berlin
20.-29.01.2012

Januar

Februar

März

April

Mai

Juni

Tagung Junges
Forum, Hannover
06.-08.06.2012

Auftaktgespräch
Junges Forum
09.07.2012

Juli

Austausch LAG-AG,
Saarbrücken
03.09.2012

August

„Nacht die Wissen
schafft“,
Kaiserslautern
09.11.2012

September Oktober

Arbeitskreistreffen
LAG-AG,
Mainz
26.11.2012

November Dezember

Vorbereitungswork- euregia 2012 „Kommune.Standort.
shop Junges Forum 22.-24.10.2012
Wettbewerb“
05.09.2012
14.11.2012

Wissenstransfer
LAG-AG Internationalisierung der
Gesellschaft und die Auswirkungen auf
die Raumentwicklung
Seit September 2012 ist die Entwicklungsagentur Mitglied der Arbeitsgruppe „Internationalisierung der Gesellschaft und die
Auswirkungen auf die Raumentwicklung“ der
Landesarbeitsgruppe Hessen/Rheinland-Pfalz/
Saarland der Akademie für Raumforschung
und Landesplanung. Die Arbeitsgruppe
beschäftigt sich mit den Auswirkungen der
Migration auf die Planung. In diesem Kontext
werden die Raumansprüche und Entwicklungspotenziale verschiedener Migrantengruppen untersucht und die daraus resultierenden Planungserfordernisse erläutert. Die
Entwicklungsagentur leistet ihren Beitrag zur
Arbeitsgruppe mit Ergebnissen ihrer laufenden
Forschungs- und Praxisarbeit. Eine Publikation
wird voraussichtlich im Juni 2014 erscheinen.

Nacht die Wissen schafft
Am 9. November 2012 fand auf dem Campus
der Technischen Universität Kaiserslautern die
inzwischen dritte „Nacht, die Wissen schafft“
statt. Die Entwicklungsagentur präsentierte
sich unter dem Veranstaltungstitel „Sport
trifft Wissenschaft trifft Kultur“ mit einem
Infostand zum Projekt „Gesunde Kommune“.
Bis Mitternacht nutzten die Besucher die
Gelegenheit, sich darüber zu informieren, wie
Sport und Bewegung eine zukunftsfähige
Entwicklung der Städte und Gemeinden in
Rheinland-Pfalz beeinflussen können.

ZukunftsRegion Westpfalz e.V.
Die Auswirkungen des demografischen
Wandels verursachen bereits heute in einigen
Branchen und Regionen akute Probleme. Wo
diese bisher nur vereinzelt auftreten werden
schon in naher Zukunft flächendeckende
Engpässe, beispielsweise in der Verfügbarkeit
mit Fachkräften, erwartet. Um diesen Schwierigkeiten entgegen zu wirken, gibt es bereits
eine Vielzahl an Projekten, Initiativen und
Netzwerken, die frühzeitig gebündelt werden
sollten.
Die Westpfalz hat mit der Gründung des Vereins „ZukunftsRegion Westpfalz e.V.“ die Zeichen der Zeit erkannt und mit der Bildung von
Netzwerken private und öffentliche Akteure
zusammen geführt. Die Entwicklungsagentur
unterstützt diesen Prozess im Rahmen ihrer
Möglichkeiten und ist durch den Vorstand im
Kuratorium des Vereins vertreten.

59

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz
Kommune. Standort. Wettbewerb.

60

Kommunen sind Standorte für Menschen
und Unternehmen. Nach ihrer Attraktivität
beurteilt, erhalten sie Zuspruch in Form von
Zuwanderung oder Ansiedlung. Standorte
und damit Kommunen stehen in einem immer
intensiveren Wettbewerb: Regional, national,
global. Gesellschaftliche Veränderungsprozesse und die Ressourcenknappheit der öffentlichen Hand sind die Rahmenbedingungen
unter denen Kommunen mit privaten und
zivilgesellschaftlichen Partnern ihre Standortpositionierung realisieren müssen, wenn sie
weiterhin erkennbar sein wollen.
Aber wie können sich Kommunen nun als
anziehende und innovative Standorte für
Menschen und Betriebe positionieren? Um

Anregungen zu dieser Frage zu bekommen
und Ideen auszutauschen, kamen etwa 50
Vertreter von Ministerien, Landesbehörden,
Gemeinden sowie Planungsbüros, Unternehmen, Wirtschaftsförderer und Standortmanager am 14. November 2012 in Kaiserslautern
zusammen.
Der Vorstand der Entwicklungsagentur, Robert
Freisberg, zeigte das Spannungsfeld zwischen
unternehmerischen Ansprüchen und kommunalen Handlungsspielräumen im globalen
Wettbewerb auf, in dem sich Kommunen
befinden.
Ralf Hensel schilderte optimistisch und
überzeugend warum sich das globale Unternehmen CONVAR für den Standort Pirmasens entschieden hat und welche Vorteile

Kommune. Standort. Wettbewerb.

61
sich gegenüber Metropolregionen ergeben.
Unternehmen und Kommunen sollten diese
Standortfaktoren viel stärker nutzen und nach
außen kommunizieren.
Im Rahmen von Globalisierungsprozessen
gleichen sich Räume und Orte immer mehr
an. Es steigt daher das Bedürfnis, Lokales
zu entdecken und sich mit dem Raum zu
identifizieren. Bei der Bewältigung des Strukturwandels macht genau dieser Ablauf des
Wandels in allen Facetten das Spannende in
den Regionen aus. Das Image eines Raumes
kann diese Wandlungsfähigkeit für sich nutzen! Dr. Karin Wiest vom Leibniz-Institut für
Länderkunde und Sven Wörmer vom Geographischen Institut der Uni Bonn stellten ihre
Forschungsergebnisse zur Raumwahrnehmung
und Imagekreierung als zentrale Faktoren der
Standortwahl vor.

Prof. Andreas P. Cornett von der University of
Southern Denmark gab Einblicke in skandinavische Ansätze zum Umgang mit dem
Fachkräftemangel, einer für die Zukunft von
Standorten immer entscheidenderen Aufgabe. Stefan Dietz vom Büro entra rundete das
Programm mit einem erfrischenden Vortrag
ab und lieferte interessante Denkanstöße zum
Standortfaktor Image.
Zwei parallel stattfindende Workshops dienten
dazu, gemeinsam Handlungsansätze und Projektideen zu generieren. Im ersten Workshop
präsentierte Stefan Hesse (Kreisentwicklung
Landkreis Germersheim) die Vorzüge eines
Landkreises am Rande der Metropolregionen.
Der Kreis Germersheim profitiert von der Nähe
zu den Kernen der Metropolregion RheinNeckar und der Technologieregion Karlsruhe:
Die gute Verkehrsanbindung machen den

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz

62
Raum sowohl für Unternehmen als auch für
Wohnraumsuchende attraktiv. Bei der Diskussion um die Bedeutung unterschiedlicher
Standortfaktoren für Unternehmen wurde
deutlich, dass vor allem engagierte Netzwerkarbeit die Wahrnehmung und Auffindbarkeit
von Standorten erhöht und von besonderer
Bedeutung ist.
Im zweiten Workshop wurden die Möglichkeiten der Positionierung, Vernetzung und
Vermarktung von Standorten und Regionen
abseits der Metropolen eruiert. Werner Weiss
vom Unternehmen insiders technologies aus
Kaiserslautern stellte zu Beginn die Vorteile
einer mittelgroßen Stadt wie Kaiserslautern
heraus: Die engere Vernetzung und das
Gemeinschaftsgefühl. Tenor der Diskussion:
Die Potenziale der Region Westpfalz werden
meist unterschätzt. Das Image muss an die
veränderte Realität angepasst werden. Hierzu
muss die Region in Zukunft stärker als Einheit
auftreten.

Dr. Hans-Günther Clev von der ZukunftsRegion Westpfalz e.V. schloss die Veranstaltung
mit ermutigenden Worten ab. Gemeinsam mit
den Akteuren der Region müsse nun Neues,
Besseres und Kohärentes geschaffen werden.
Images sind so wichtig, weil sie unser Verhalten steuern. Es kommt nun darauf an, dies zu
nutzen, Geschichte spannend zu kommunizieren und ein dauerhaft glaubhaftes Image
der Region zu vermitteln. Ein langsamer aber
gestaltbarer Prozess!

Kommune. Standort. Wettbewerb.
Die Kommune als Standort - zwischen
unternehmerischen Ansprüchen, globalem
Wettbewerb und kommunalen Handlungsspielräumen
Robert Freisberg
[Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz]
Ein globales Unternehmen wählt den Standort Westpfalz / Pirmasens: Welche Vorteile
ergeben sich gegenüber Metropolstandorten?
Ralf Hensel
[CONVAR Deutschland GmbH]
Orientierung in einer unübersichtlichen Welt:
Raumwahrnehmung und Quartiersimages eine zentrale Frage der Standortwahl
Sven Wörmer
[Geographisches Institut der Universität Bonn]
Dr. Karin Wiest
[Leibniz-Institut für Länderkunde]
	
Fachkräftemangel bekämpfen: Strategien für
unterschiedliche Räume und Standorte aus
Skandinavien
Prof. Andreas P. Cornett
[University of Southern Denmark, Department
of Border Region Studies]

Sind wir sexy? - Image als Standortfaktor
Erfolgsfaktoren, Denkanstöße, Handlungsansätze
Stefan Dietz
[entra GmbH]
Workshop 1:
Mittendrin oder nur dabei - Dynamische
Landkreise am Rande der Metropolregionen
Stefan Hesse
[Kreisentwicklung Landkreis Germersheim]
Workshop 2:
Standorte und Regionen abseits der Metropolen - Positionierung, Vernetzung und
Vermarktung
Werner Weiss
[insiders technologies]
„ZukunftsRegion Westpfalz e.V“: Wie
können sich Regionen vernetzen und als
Standort positionieren?
Dr. Hans-Günther Clev
[ZukunftsRegion Westpfalz e.V.]

63

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4

65

Beirat für Kommunalentwicklung Rheinland-Pfalz
Der Beirat für Kommunalentwicklung ist
ein unabhängiges, international besetztes
Gremium. Er wird vom Minister des Innern, für
Sport und Infrastruktur berufen und berät das
Innenministerium und die Entwicklungsagentur bei fachlich-wissenschaftlichen Fragen.

Dr. Dr. h.c. Hans Kistenmacher im Jahr 2012
bei ihren zwei Sitzungen (15. und 16. März
unter Anwesenheit von Staatsminister Roger
Lewentz in Mainz sowie 15. und 16. November in Kaiserslautern) mit den nachfolgenden
Themen.

Im Mittelpunkt der Beratungen stehen gegenwärtige und zukunftsorientierte Handlungsfelder der Kommunalentwicklung, die
Einschätzung ihrer Bedeutung für das Land
Rheinland-Pfalz und handlungsstrategische
Empfehlungen.

Wie in den vergangenen Jahren war die
Entwicklungsagentur vom Ministerium des
Innern, für Sport und Infrastruktur RheinlandPfalz mit der organisatorischen und wissenschaftlichen Geschäftsführung des Beirats
für Kommunalentwicklung betraut. Die damit
verbundene Kooperation ist für beide Seiten
fruchtbar und mit einem intensiven Diskurs
verbunden.

Die Beiratsmitglieder aus Wissenschaft, Kommunalpolitik, Wirtschaft und Planungspraxis,
beschäftigten sich unter Leitung von Professor

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz
Bürgerbeteiligung und Bürgerentscheide
auf der kommunalen Ebene in Rheinland-Pfalz - Möglichkeiten und Probleme
einer Intensivierung

66

Der Beirat veröffentlichte nach eingehender
Beratung der Thematik Anfang 2012 die
„Stellungnahme zur Weiterentwicklung der
Bürgerbeteiligung und Bürgerentscheide auf
der kommunalen Ebene in Rheinland-Pfalz“.
Die Stellungnahme setzt sich mit den derzeit zur Verfügung stehenden formellen und
informellen Bürgerbeteiligungsinstrumenten
sowie mit den Regelungen zu Bürgerbegehren
und -entscheiden in Rheinland-Pfalz auseinander. Sie zeigt die Schlüsselfaktoren für die
Verbesserung und Weiterentwicklung der
Bürgerbeteiligung und Bürgerentscheide auf
und leitet daraus Handlungsempfehlungen
für Rheinland-Pfalz ab. Die Publikation wurde
der Landesregierung übergeben und steht den
Kommunen sowie allen interessierten Kreisen
in Rheinland-Pfalz zur Verfügung.

Beratung der laufenden Projekte der
Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz
e.V.
Der Beirat berät im Zuge seines satzungsgemäßen Auftrages die Entwicklungsagentur zu
Themen und Fragestellungen innerhalb ihrer
Tätigkeiten. Im Rahmen der 17. Sitzung wurden die Projekte „Ländliche Perspektiven“,
„Gesunde Kommune“ und „Nachhaltige Entwicklung in Gewerbe- und Industriegebieten
in Rheinland-Pfalz“ erörtert. Zudem gab der
Beirat Anregungen zum Bereich Konversion
und zu den Aktivitäten der Entwicklungsagentur zur Bewältigung des Immobilienleerstandes.

Beirat für Kommunalentwicklung Rheinland-Pfalz
Vorschläge zu künftigen Schwerpunkten
der Kommunalentwicklung in RheinlandPfalz
Veränderte Rahmenbedingungen, vor allem
der demografische Wandel und die angespannte Finanzlage der Kommunen mit ihren
vielfältigen Auswirkungen, erfordern spezielle
Strategien und Schwerpunktbildungen bei der
Weiterentwicklung der Kommunen in Rheinland-Pfalz, die es aufgabengerecht miteinander zu verknüpfen gilt. Ziel ist es insbesondere, die ländlichen Räume zu stabilisieren und
vor allem die Klein- und Mittelstädte im Land
als attraktive und handlungsfähige Zentren zu
erhalten. Der Weg führt dabei auch über eine
Sensibilisierung und Aktivierung der öffentlichen, karitativen und privaten Akteure vor Ort.
Der Beirat für Kommunalentwicklung hat sich
damit eingehend befasst und machte in einem
Thesenpapier für Minister Lewentz die folgenden Vorschläge für künftige Schwerpunktthemen in der Kommunalentwicklung:
Strategien und Handlungsansätze für eine
zukunftsorientierte Entwicklung von Städten
und Gemeinden
ƒƒ Siedlungsstruktur, Wohnbebauung, Innenentwicklung
ƒƒ Daseinsvorsorge, Infrastrukturen, Standortfragen
ƒƒ Sicherung kommunaler Handlungsfähigkeit

67
Besondere Handlungsansätze im Zuständigkeitsbereich des Ministeriums des Innern, für
Sport und Infrastruktur
ƒƒ „Gesunde Kommune - Sport und Bewegung als Faktor der Stadt- und Raumentwicklung“
ƒƒ „Zivile Sicherheit“
Rheinland-Pfalz in Europa, insbesondere
ƒƒ Grenzüberschreitende Kooperation vor
allem auf der kommunalen / regionalen
Ebene
ƒƒ Intensivierung der Zusammenarbeit mit
Luxemburg
ƒƒ Zentrale Beratungsstelle für Kommunen
in Europafragen

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz
Sicherung kommunaler Handlungsfähigkeit im ländlichen Raum in RheinlandPfalz unter sich verändernden Rahmenbedingungen
Zu Beginn des Jahres 2012 wurde von der
Entwicklungsagentur ein Gutachten über die
Sicherung kommunaler Handlungsfähigkeit
in ländlichen Kommunen in Rheinland-Pfalz
unter sich ändernden Rahmenbedingungen
vergeben. Auftragnehmer war das Taurus pro Institut an der Universität Trier.

68
Die Erstellung des Gutachtens wurde durch
den Beirat für Kommunalentwicklung fachlich
begleitet: Im Rahmen der 17. Sitzung im März
2012 wurden sowohl der fortschreitende
demografische Wandel sowie die Thematik
der angespannten öffentlichen Haushalte als
zentrale Rahmenbedingungen kommunaler
Handlungsfähigkeit, als auch mögliche Handlungsansätze zu deren Sicherung beraten.
Empfohlen wurde, in dem Gutachten insbesondere die Handlungs- und Steuerungsmöglichkeiten des Landes herauszuarbeiten und
dabei bestehende landes- und regionalplanerische Instrumente sowie die Förderprogramme zur Kommunalentwicklung gleichermaßen
in den Blick zu nehmen.
Mit den im August vorgelegten Ergebnissen
des Gutachtens befasste sich der Beirat intensiv in seiner Herbstsitzung und stellte aus dem
gutachterlichen Empfehlungskatalog wichtige
Punkte in den Fokus der Beratungen.

Beirat für Kommunalentwicklung Rheinland-Pfalz
Zusammenarbeit europäischer Grenzregionen im Spannungsfeld zwischen
globalen, nationalen und regionalen
Einflüssen sowie die Bedeutung europäischer Netzwerke
Bei den Beratungen des Beirats über die
Erfordernisse einer stärkeren europäischen
Ausrichtung der Kommunal- und Landesentwicklung in Rheinland-Pfalz stand zunächst
die Thematik „Zusammenarbeit europäischer
Grenzregionen im Spannungsfeld zwischen
globalen, nationalen und regionalen Einflüssen“ im Mittelpunkt. In Verbindung damit
wurden auch europäische Netzwerke erörtert.
In einem ersten Schritt befasste sich der Beirat
mit den Grenzräumen zu den Nachbarländern
Luxemburg, Schweiz und Frankreich sowie mit
nachahmungswerten Ansätzen aus Dänemark.
In die Beratungen wurde zudem das von der
Entwicklungsagentur erarbeitete Papier zu
Schwierigkeiten und Chancen der europäischen Fördermittel für die rheinland-pfälzischen Kommunen einbezogen. Der Beirat wird
sich mit dieser Thematik bei seiner nächsten
Frühjahrssitzung weiter intensiv beschäftigen.

Wahl eines neuen Beiratsvorsitzenden
Professor Dr. Dr. h.c. Hans Kistenmacher wird
nach 10 Jahren und 18 Sitzungen sein Amt
als Vorsitzender des Beirats für Kommunalentwicklung zum 1. Januar 2013 abgeben. Die
Mitglieder wählten Professor Dr.-Ing. Gerhard
Steinebach zum neuen Vorsitzenden des Beirats. Professor Dr. rer. pol. Johann Jessen bleibt
sein stellvertretender Vorsitzender.

Danksagung der Entwicklungsagentur
Die Entwicklungsagentur hat Professor Dr. Dr.
h.c. Hans Kistenmacher sehr viel zu verdanken. Mit gutem Rat, einem scharfen Blick und
wichtigen Impulsen auf die tägliche Arbeit
war und ist Professor Kistenmacher einer der
größten Förderer der Entwickungsagentur
und ein überzeugter Verfechter nachhaltiger
Kommunalentwicklung. Wir freuen uns, dass
Professor Kistenmacher auch in Zukunft unser
Gesprächspartner sein wird.

69

Nachruf

Wir trauern um
Herrn Ministerdirigenten a. D. Professor Jürgen Hiller
ehemals Leiter der Kommunalabteilung des Ministeriums des Innern, für Sport und Infrastruktur
Rheinland-Pfalz der am 25. August 2012 nach schweren Leiden verstorben ist.
Jürgen Hiller hat über die Lösung aktueller Probleme hinaus stets zukunftsorientiert gedacht
und gehandelt. Ihm war die Entwicklung der Kommunen in Rheinland-Pfalz besonders wichtig.
So erkannte er früh, dass das herkömmliche staatliche Verwaltungshandeln zur Bewältigung
neuartiger Aufgaben nicht mehr ausreicht.
Vor allem suchte er nach einem besseren Zusammenwirken zwischen Wissenschaft und Praxis.
Dazu entwickelte er ein beispielhaftes Konzept für die Zusammenarbeit zwischen dem Innenministerium und der Technischen Universität Kaiserslautern, das er mit Überzeugungskraft und
Ehrgeiz in die Tat umsetzte. Auf diese Weise wurden im Jahr 2003 die Entwicklungsagentur als
gemeinsames Institut des Ministeriums und der Technischen Universität sowie dem Beirat für
Kommunalentwicklung als Beratungsgremium des Innenministeriums sowie der Entwicklungsagentur geschaffen.
Jürgen Hiller war stets Anreger und Ideengeber. Sein innovatives Wirken war durch Pflichtbewusstsein, Weitsicht und Aufrichtigkeit geprägt.
Für seine langjährige Unterstützung der Entwicklungsagentur gebühren ihm Dank und Anerkennung.
Wir trauern mit seiner Familie und werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Nachruf

Wir betrauern den Tod unserer Aufsichtsratsvorsitzenden
Frau Landrätin Sabine Röhl
die im Alter von nur 55 Jahren nach zwei Jahren Krankheit verstorben ist.
Sabine Röhl unterstütze die Entwicklungsagentur mit viel Verständnis für die besondere
Struktur und Arbeitsweise der Institution. Wir haben sie als herzliche und ehrliche Persönlichkeit
geschätzt.
Der allzu frühe Tod hat uns tief getroffen.
Unser Mitgefühl gilt ihren Angehörigen.

Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V.
Technische Universität Kaiserslautern
Gebäude 57
Erwin-Schrödinger-Straße
67663 Kaiserslautern
Tel: +49 (0)631 - 205 4870
Fax: +49 (0)631 - 205 4876
E-Mail: info@ea.rlp.de
Internet: www.ea.rlp.de
Stand 01/ 2013
        
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