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Periodical volume

Full text: Kommunale Bürgerumfrage Issue 2010

Interesse an Politik ganz allgemein
60 %

Anteil "sehr stark" und "stark"

2008

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18 bis 24
Jahre

25 bis 34
Jahre

35 bis 44
Jahre

45 bis 54
Jahre

55 bis 64
Jahre

65 bis 74
Jahre

75 bis 85
Jahre

Interesse an kommunaler Politik in Leipzig
60 %

2008
Anteil "sehr stark" und "stark"

Kommunale Bürgerumfrage 2010

10 %

2010

50 %
40 %
30 %
20 %
10 %
0%
18 bis 24
Jahre

25 bis 34
Jahre

35 bis 44
Jahre

45 bis 54
Jahre

55 bis 64
Jahre

65 bis 74
Jahre

75 bis 85
Jahre

Kommunale Bürgerumfrage 2010
Ergebnisbericht

Veröffentlichungsverzeichnis
Statistisches Jahrbuch der Stadt Leipzig (jährlich) (je 25,- €)
Statistischer Quartalsbericht (vierteljährlich) (je 7,- €)

LEIPZIGER STATISTIK UND STADTFORSCHUNG
Kommunale Bürgerumfrage 2010 - Ergebnisbericht [03/11]

2011

Besucherbefragung 2010 - Ergebnisbericht (5,- €)
Straßenabschnittsverzeichnis 2011 (7,50 €)

Herausgeber:
Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen
Verantwortlich:
Dr. Ruth Schmidt, Leiterin des Amtes für Statistik und Wahlen
Redaktion:
Dr. Andrea Schultz
weitere Autoren:
Dr. Günter Roski, Johannes Heinemann, Kerstin Lehmann
Verlag:
Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen
Druckerei:
Stadt Leipzig, Hauptamt
Redaktionsschluss: 15.03.2011

2010

Gebühr:

2009

15,- € (zuzüglich Versandkosten)

Die Daten stehen für die einzelnen Kapitel in Dateiform unter:
http://www.leipzig.de/buergerumfrage/ zum Download bereit.
Alle Rechte vorbehalten.
Es ist n icht gestattet, ohne ausdrückliche Geneh migung des Amtes für Statistik und Wahlen
diese Veröff entlichung oder Teile da raus für ge werbliche Z wecke zu v ervielfältigen oder in
elektronische Systeme einzuspeichern. Die Vervielfältigung dieser Veröffentlichung oder von
Teilen daraus ist für nicht gewerbliche Zwecke mit Angabe der Quelle gestattet.
Veröffentlichungen des Amtes für Statistik und Wahlen können wie folgt bezogen werden:
Postbezug (zuzüglich Versandkosten):
Stadt Leipzig
Amt für Statistik und Wahlen
04092 Leipzig
Statistischer Auskunftsdienst:

Fon
Fax
E-Mail

Direktbezug:
Stadt Leipzig
Amt für Statistik und Wahlen
Burgplatz 1, Stadthaus, Raum 228
(0341) 123 2847
(0341) 123 2845
statistik-wahlen@leipzig.de

Internet www.leipzig.de/statistik
www.leipzig.de/wahlen
Zeichenerklärung:
0
=
Ergebnis gleich Null oder Zahl ist kleiner als die Hälfte
der verwen deten
Einheiten
.
= zu geringe Fallzahl der Teilgruppe
davon
= Summe der Einzelpositionen ergibt Gesamtsumme (Aufgliederung)
darunter = nur ausgewählte Einzelpositionen (Ausgliederung)
D
= DULWKPHWLVFKHV0LWWHO

Leipziger Brücken IV: Brücken über den Karl-Heine-Kanal und den Elster-Saale-Kanal (8,- €)
Ortsteilkatalog 2010 (25,- €)
Migranten in der Stadt Leipzig 2010 (15,- €)
EU-Umfrage zur Lebensqualität in europäischen Städten 2009 (5,- €)
Lebensbedingungen im Zeitvergleich 1991-2009 – Trendreport (15,- €)
Deutschland-Umfrage zu Leipzig 2010 (7,- €)
Kommunale Bürgerumfrage 2009 – Ergebnisbericht (15,- €)
Strukturatlas Leipzig 2009 - Karten von Leipzig nach Ortsteilen (15,- €)
Leipziger Brücken III: Parthefließgewässer (8,- €)
Bundestagswahl am 27. September in Leipzig – Ergebnisse und Analysen (5,- €)
Kommunalwahlen 2009 in Leipzig – Ergebnisse und Analysen (5,- €)
Landtagswahl am 30. August in Leipzig – Ergebnisse und Analysen (5,- €)
Europawahl am 7. Juni 2009 in Leipzig – Ergebnisse und Analysen (5,- €)
Bevölkerungsvorausschätzung 2009 für die Stadt Leipzig (5,- €)
Kommunale Bürgerumfrage 2008 – Ergebnisbericht (15,- €)
Straßenabschnittsverzeichnis 2009 (7,50 €)
Menschen mit Behinderungen in Leipzig 2007 (10,- €)
Vorbericht für Wahlen 2009 (5,- €)

2008

Besucherbefragung Weihnachtsmarkt 2008 – Ergebnisbericht (10,- €)
Stadt - Umland - Region Leipzig 2008 (10,- €)
Leipziger Brücken II: Elsterfließgewässer (10,- €)
Leipziger Brücken I: Pleißefließgewässer (10,- €)
Ortsteilkatalog 2008 (25,- €)
Zuwanderung nach Leipzig 2007 – Ergebnisbericht (10,- €)
Das Image der Universität Leipzig – Ergebnisse von Erhebungen 2007 (15,- €)
Kommunale Bürgerumfrage 2007 – Ergebnisbericht (15,- €)
Umfrage zur Sicherheit in Leipzig 2007 – Ergebnisbericht (15,- €)
Bürgerentscheid am 27.01.2008 (5,- €)

2007

Strukturatlas Leipzig 2007 - Karten von Leipzig nach Ortsteilen (15,- €)
EU-Umfrage 2006 zur Lebensqualität in Städten (5,- €)
Bevölkerungsvorausschätzung für die Stadt Leipzig 2007 (5,- €)
Kommunale Bürgerumfrage 2006 – Ergebnisbericht (15,- €)
Deutschland-Umfrage zu Leipzig 2007 (7,- €)
Freizeit in Leipzig 2006 (15,- €)
Straßenabschnittsverzeichnis 2007 (7,50 €)
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Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen
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Alle Veröffentlichungen des Amtes für Statistik und Wahlen liegen in der Bibliothek des Amtes zur
Einsicht au s, ebenso die Veröffentlichungen des Statistischen Lan desamtes des Freistaat es
Sachsen, des Statistischen Bundesamtes, weiter er deutscher Städte, des Deutschen Städtet ages
und andere. Statistische Auskünfte erhalten Sie unter:
Fon 0341 123-2847, Fax 0341 123-2845 bzw. E-Mail statistik-wahlen@leipzig.de

Inhaltsverzeichnis

Seite

Ausgewählte Ergebnisse ......................................................................................................... 3
Methodische Vorbemerkungen ................................................................................................ 5

Analyse .................................................................................................................................. 11
1. Lebenszufriedenheit und Zukunftssicht ........................................................................... 13
2. Wohnen und Umziehen................................................................................................... 27
3. Kommunale Lebensbedingungen, Kommunalpolitik und räumliche Identität .................. 39
4. Einkommen und wirtschaftliche Situation ........................................................................ 55
5. Kinder, Freizeit und Familie ............................................................................................. 65
6. Weiterbildung .................................................................................................................. 77
7. Hilfeleistungen im Alltag und ehrenamtliches Engagement............................................. 83
8. Kultur und Sport............................................................................................................... 91
9. Verkehr .......................................................................................................................... 101
10. Dienstleistungen der Stadt ............................................................................................ 107

Anhang
Tabellenverzeichnis ............................................................................................................. 113
Abbildungsverzeichnis ......................................................................................................... 115
Fragebögen Kommunale Bürgerumfrage 2010 ................................................................... 117

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

1

2

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen, Bürgerumfrage 2002 - Ergebnisübersicht

Ausgewählte Ergebnisse der kommunalen Bürgerumfrage 2010
Wie zufrieden sind die Leipzigerinnen und Leipziger und was ist ihnen im Leben wichtig?
Lebenszufriedenheit und Zukunftssicht haben sich 2010 erneut leicht verbessert und erreichen nunmehr
ein gutes Niveau. In der Regel sind alle Altersgruppen gleichermaßen zufrieden, positiv in die Zukunft
schauen aber vorwiegend junge Leipzigerinnen und Leipziger. Zur Lebenszufriedenheit können Einkommen und ein guter Bildungsabschluss mit beitragen. Die Lebensziele der Leipzigerinnen und Leipziger sind insgesamt relativ wenig durch temporäre Stimmungen und Zeitgeist beeinflusst. Im Vergleich
zu 1993 ist es wichtiger geworden das Leben zu genießen, ebenso wie beruflich Karriere zu machen.
Wie wohnen die Leipzigerinnen und Leipziger und wollen sie in der Stadt bleiben?
Leipzig ist eine Mieterstadt, nur 13 Prozent leben in den eigenen vier Wänden. Die durchschnittliche
Wohnungsgröße Leipziger Haushalte ist mit gut 68 m² auf Vorjahresniveau verblieben. Pro Kopf ergibt
sich eine Fläche von 45,4 m². Leipzigs Mieter zahlen im Durchschnitt 5,12 Euro je m² für die Grund- und
7,12 Euro je m² für die Gesamtmiete (jeweils Median). Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen
Preisanstieg von 14 bzw. 17 Cent je m². Eine höhere Miete tut der Wohnzufriedenheit keinen Abbruch.
Die Mehrheit der Leipzigerinnen und Leipziger sind „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“. Bezüglich der
Wohnung geben 86 Prozent und bezüglich des Wohnviertels 79 Prozent der Befragten so ein positives
Urteil ab. Das Umzugspotenzial ist im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozentpunkte auf 39 Prozent
gesunken, bei den 35- bis 49-Jährigen sogar um zehn Prozentpunkte. Wie in den Vorjahren wollen gut
zwei Drittel der Umzugswilligen in Leipzig wohnen bleiben.
Wie stark interessieren sich die Leipziger für Politik und beteiligen sich?
Entgegen dem Langzeittrend interessieren sich wieder etwas mehr Bürger für Politik allgemein und für
Kommunalpolitik. Vor allem bei den unter 25-Jährigen hat das Interesse deutlich zugenommen, der Anteil, der sich „sehr stark“ und „stark“ für Politik interessiert, hat in den letzten zwei Jahren um 8 Prozentpunkte zugenommen, für Kommunalpolitik um 9 Prozentpunkte. Es beteiligen sich auch zunehmend
mehr Bürgerinnen und Bürger an Planungs- und Gestaltungsprozessen. Jeder Zwölfte wirkt in Bürgerinitiativen oder Bürgervereinen mit und jeder Zwanzigste Leipziger engagiert sich aktiv bei Planungs- und
Gestaltungsprozessen. Den Rahmen für Entscheidungen geben häufig die städtischen Finanzen vor,
aber vier von zehn Leipzigern fühlen sich schlecht über den städtischen Haushalt informiert. Rund
75 Prozent der Befragten wünschen sich mehr Auskünfte dazu. Gespart werden soll aus Sicht der
Bürger bei der Soziokultur (38 Prozent), nicht gespart werden soll bei Schulen und Kindertagesstätten
(70 Prozent). Die drei größten Probleme sehen die meisten Leipzigerinnen und Leipziger bei den
Arbeits-/Ausbildungsplätzen, der Finanzsituation und Verschuldung der Stadt sowie beim Straßenzustand (jeweils 35 Prozent der Nennungen). Zufrieden sind die Leipzigerinnen und Leipziger mit den
Grünanlagen und Parks (78 Prozent), den Naherholungsgebieten (71 Prozent) und dem Zustand der
Gewässer (59 Prozent).
Wie hat sich das Einkommen und die wirtschaftliche Situation der Leipziger verändert?
Im Vergleich zum Vorjahr ist das persönliche monatliche Nettoeinkommen in Leipzig um 59 Euro auf
1 036 Euro (jeweils Median) angestiegen. In erster Linie hat sich aber das Einkommen der Männer verbessert. Seit Jahren der Annäherung ist die Einkommenslücke zwischen Männern und Frauen wieder
angewachsen. Die Haushaltseinkommen sind im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben. Über Zuwächse können sich vor allem Paare mit Kind(ern) freuen, 262 Euro gibt es durchschnittlich mehr im
Monat. Zur Sicherung des Lebensunterhalts hat bei ihnen die Erwerbsarbeit den höchsten Anteil
(91 Prozent). Auch Singles können 2010 ihr Einkommensniveau halten.
Trotz der Einkommenszuwächse in den Familien (nicht Alleinerziehende) stehen Paare mit Kind(ern) bei
einem Vergleich des bedarfsgewichteten Nettoäquivalenzeinkommens schlechter da als kinderlose
Paare. Alleinerziehende haben nach wie vor eine prekäre Einkommenssituation. Die Verteilung des
Nettoäquivalenzeinkommens zeigt, dass sich die Einkommensschere weiter geöffnet hat. Die einkommensstärksten 20 Prozent können ihre wirtschaftliche Situation weiter verbessern, damit liegt zwischen
den bedarfsgewichteten Einkommensstärksten und Einkommensschwächsten 20 Prozent nunmehr eine
Differenz von über 900 Euro.
Familienfreundliches Leipzig – was sagen die Zahlen?
In den letzten Jahren wurden wieder mehr Kinder geboren, dennoch bleiben viele kinderlos. Männer
häufiger als Frauen, da es in den Altersjahrgängen bis 50 mehr Männer als Frauen in der Stadt gibt. Der
Kinderwunsch in der fertilen Altersgruppe ist hoch. Die 25 bis 34-Jährigen wünschen sich zwei Kinder,
Männer und Frauen gleichermaßen. Als Hinderungsgründe für einen Kinderwunsch werden häufig die
allgemeine Unsicherheit (41 Prozent) und die finanziellen Belastungen (33 Prozent) angegeben.
Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

3

Familienfreundliche Arbeitgeber sind in diesem Zusammenhang eine wichtige Größe. Familienfreundliche Urlaubsregelungen, flexible Arbeitszeiten, finanzielle Unterstützung und Kinderbetreuungsplätze
stehen auf der Wunschliste der Beschäftigten ganz oben. Zur Familienfreundlichkeit zählen auch Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten. Bei circa 400 Spielplätzen in der Stadt ist für 9 von 10 Befragten
mindestens einer fußläufig erreichbar. Zur Erholungssuche mit den Kindern nutzen vier von fünf Eltern
die Möglichkeiten innerhalb der Leipziger Stadtgrenzen.
Wie interessiert sind die Leipzigerinnen und Leipziger an Weiterbildung?
Weiterbildung hat im Prinzip einen hohen Stellenwert, fast zwei Drittel der Leipzigerinnen und Leipziger
äußern sich in dieser Weise. Besonders junge Menschen am Beginn der beruflichen Karriere setzen auf
Weiterbildung. Bei den älteren Erwerbstätigen ist der Stellenwert von Weiterbildung allerdings unterdurchschnittlich. Neun von zehn Befragten sehen Weiterbildung als Erfordernis, um beruflich erfolgreich
zu sein. Bei Rentnern rückt dann die Hilfe im Alltag und der Spaßfaktor in den Fokus. Die Hauptnutzergruppe von beruflicher Weiterbildung sind höher qualifizierte Angestellte. An den Angeboten der Volkshochschule nehmen eher die mittleren und älteren Altersgruppen teil, das Interesse ist aber bei den
unter 34-Jährigen sehr groß. 37 Prozent von ihnen haben vor, die Angebote der Volkshochschule
zukünftig zu nutzen.
Wer leistet Älteren Hilfe im Alltag, was wird benötigt und wer engagiert sich ehrenamtlich?
Der Bedarf nach Hilfe im Alter steigt. Die Zahlen zeigen, die häufigste Hilfeleistung ist die
hauswirtschaftliche Unterstützung. Jeder Zweite engagiert sich mehr oder weniger häufig in dieser Form.
Neben der Hilfe durch Angehörige erachten mehr als die Hälfte der Senioren über 55 den 24-StundenNotruf als ein wichtiges Hilfsmittel im Alltag. Auf Rang zwei der Wichtigkeit werden Gesundheits- und
Pflegedienste gesehen. Ältere Frauen würden eher Unterstützung im Alltag annehmen als Männer.
Von ehrenamtlicher Tätigkeit profitieren nicht nur Ältere. Reichlich jeder Fünfte der Leipzigerinnen und
Leipziger über 18 Jahre übt eine ehrenamtliche Funktion aus. Frauen sind mehr im sozialen Bereich und
für Kinder engagiert, Männer häufiger für Sport und Geselligkeit. Männer investieren durchschnittlich
16 Stunden, Frauen 11 Stunden im Monat in ihr Engagement. Das Potenzial für ehrenamtliche Tätigkeit
ist groß; jeder vierte Nicht-Aktive zeigt sich interessiert.
Wie wird das kulturelle und sportliche Angebot in Leipzig bewertet?
Jeder Zweite in Leipzig kennt die Baumwollspinnerei. Die Museumsnacht ist besonders unter jungen
Bürgern beliebt, über 90 Prozent der Besucher unter 35 Jahren fanden sie „sehr gut“ oder „gut“. Die
Leipziger Oper, das Leipziger Ballett und die Musikalische Komödie sind dagegen bei älteren Bürgern
beliebter. Frauen gehen häufiger in die Vorstellungen als Männer. Haupthinderungsgründe dafür, nicht in
die Oper oder das Ballett zu gehen, sind mangelndes Interesse und die zu hohen Eintrittspreise.
Die Leipzigerinnen und Leipziger sind sportlich. 61 Prozent treiben mindestens einmal in der Woche
Sport. Gute Noten gibt das sportliche Völkchen dem Angebot an Jogging- und Walkingstrecken (Durchschnittsnote 2,2) sowie Wassersportanlagen (2,4). Besonderer Nachholbedarf besteht beim Angebot
und beim Zustand der kleinen Sporthallen.
Fahrrad, Auto oder Straßenbahn, was nutzen die Leipziger und wie zufrieden sind sie?
Der Ausstattungsgrad der Haushalte mit Pkw ist 2010 auf Vorjahresniveau geblieben. Angestiegen ist
dagegen die Zahl der Fahrräder. In drei von vier Haushalten gibt es mindestens ein Fahrrad. Dennoch
ist der Pkw der Favorit bei Fahrten zur Arbeit, zum Einkauf und in der Freizeit/zur Erholung. Die
Verkehrsmittelwahl ist manchmal nicht einfach, drei von zehn Befragten würden eine Mobilitätsberatung,
vorrangig für den ÖPNV in Leipzig und Umland, nutzen.
Die Radverkehrsbedingungen in Leipzig werden moderat eingeschätzt. Reichlich ein Drittel erachtet sie
für „gut“ und „sehr gut“. Eine Förderung des Radverkehrs befürworten drei Viertel bei Radwegen bzw.
Radfahrstreifen.
Wie werden Dienstleistungen der Stadtverwaltung genutzt und bewertet?
Im Jahr 2010 haben nach eigenem Bekunden 70 Prozent der Befragten ein Bürgeramt aufgesucht. Am
stärksten wird das zentral gelegene Bürgeramt im Stadthaus frequentiert. Bei den Zufriedenheitsaspekten erhält die fachliche Beratung eine Durchschnittsnote von 1,9; dicht gefolgt von der
Zufriedenheit mit den Öffnungszeiten (2,0).
Gut für die Umwelt: Bei den vielfältigen Angeboten der Abfallentsorgung nutzen nach eigenem
Bekunden 97 Prozent immer die Blaue Tonne, 95 Prozent die Gelbe Tonne sowie 86 Prozent die Glassammelcontainer. Von den weiteren Dienstleistungsangeboten werden die Möglichkeiten der Sperrmüllentsorgung mit 68 Prozent am stärksten genutzt, gefolgt von den Möglichkeiten zur Elektrogeräteentsorgung (56 Prozent).
4

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Methodische Vorbemerkungen
Seit 1991 befragt die Stadtverwaltung im Jahresrhythmus jeweils mehrere Tausend per Zufall ausgewählte Leipzigerinnen und Leipziger zu ihrer Lebenssituation sowie ihren Meinungen und Einstellungen zu verschiedenen Themenbereichen. Das Hauptziel dieser Befragungen ist die Versorgung des
Stadtrates und der Stadtverwaltung mit entsprechenden Informationen, die sie für ihre Arbeit benötigen
und die auf anderem Wege nicht beschafft werden können. Die Kommunalen Bürgerumfragen fungieren
somit auch als ein Instrument des Dialogs zwischen Bürgerschaft sowie Rat und Verwaltung und können
daher als eine Form der Bürgerbeteiligung angesehen werden.
Rechtliche Grundlage der Befragungen bildet die am 18. September 1996 vom Leipziger Stadtrat
beschlossene „Satzung über die kommunalen Erhebungen der Stadt Leipzig zur wirtschaftlichen und
sozialen Lage der Bevölkerung".
Inhaltliche Schwerpunkte
Sie ergeben sich vorrangig aus den Informationsbedürfnissen der Stadtverwaltung auf der Grundlage
der oben genannten kommunalen Satzung. Von den folgenden Ämtern, Dezernaten und Eigenbetrieben
der Stadt Leipzig wurden spezielle Fragestellungen eingebracht, die der Tabelle entnommen werden
können:
Einrichtung
Amt für Umweltschutz
Amt für Stadterneuerung und
Wohnungsbauförderung
Dezernat Jugend, Soziales, Gesundheit und
Schule
Jugendamt
Arbeitsgruppe „Lernen vor Ort“
Kulturamt
Oper Leipzig
Leipziger Wohnungs- und
Baugesellschaft mbH (LWB)
Hauptamt

Themen
Lärmbelästigung; Mobilitätsverhalten, Radverkehrsbedingungen
Wohnzufriedenheit, Wohnsituation, Umzug
Kinder- und Familienfreundlichkeit, Ehrenamt
Kinderanzahl und Kinderwunsch
Weiterbildung
Bekanntheit der Leipziger Baumwollspinnerei,
Teilnahme an der Museumsnacht 2010
Besuchshäufigkeit: Oper, Ballett, Musikalische Komödie
Bekanntheit und Image der LWB
Besuch von Bürgerämtern

Stadtplanungsamt

aktuelle Wohnsituation, Umzugspotenzial und -kriterien

Stadtreinigung

Sparkasse Leipzig

Abfallentsorgung
Ausstattung und Nutzung von Verkehrsmitteln,
Verkehrsinformationen
Image der Sparkasse

Volkshochschule Leipzig

Weiterbildung, Nutzung von Angeboten der VHS

Dezernat Finanzen

städtischer Haushalt, Sparpotenziale

Sportamt

Sporttreiben, Zustand von Sportanlagen

Gesundheitsamt

Suchtberatung

Beauftragte für Senioren

Hilfeleistungen im Alltag

Verkehrs- und Tiefbauamt

Weitere Schwerpunkte sind die allgemeine Lebenszufriedenheit und Zukunftssicht, politisches Interesse,
verschiedene Gefühlslagen, Zufriedenheit mit diversen Lebensbedingungen in Leipzig sowie die alljährlich abgefragten Themen zur Soziodemografie und wirtschaftlichen Situation der Befragten und der
Haushalte. Viele dieser Daten werden überdies in anderen Analysen – wie dem Sozialreport - benötigt.
Auf Grund der Fülle an gewünschten Themen mussten die Fragen auf drei Fragebogenvarianten (A, B
und C) aufgeteilt werden, die jeweils einen Umfang von acht Seiten aufweisen. Die Fragen zur Soziodemografie und zur wirtschaftlichen Situation sind in allen drei Versionen enthalten.
Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

5

Grundgesamtheit und Stichprobe
Grundlage für die Stichprobenziehung bildeten alle zum 31. August 2010 in der Stadt Leipzig mit Hauptwohnsitz gemeldeten deutschen und ausländischen Einwohner im Alter von 18 bis 85 Jahren. Diese
Grundgesamtheit wurde vom Ordnungsamt als Dateiabzug aus dem Einwohnerregister der Stadt Leipzig
zur Verfügung gestellt und bestand aus 424 700 Datensätzen.
Die Stichprobenziehung erfolgte mittels Zufallsgenerator gleichverteilt über die Grundgesamtheit und
umfasste insgesamt 6 000 Personen (Bruttostichprobe); das entspricht einem Anteil von 1,4 Prozent.
Durch die Aufteilung auf drei Fragebogenvarianten beträgt die Auswahlwahrscheinlichkeit jeweils knapp
ein halbes Prozent.
Zeitlicher Ablauf
Am 30. September 2010 startete die Bürgerumfrage mit einer Pressemitteilung. Parallel dazu erfolgte
der Versand der Fragebögen einschließlich eines Anschreibens des Oberbürgermeisters der Stadt
Leipzig und eines Umschlags zum portofreien Rückversand an die ausgewählten Personen durch die
Deutsche Post AG. Gleichzeitig wurde zwecks Einsparung von Rückporto der Fragebogen über das
Internetportal der Stadt Leipzig verfügbar gemacht. (Mittels eines Zugangscodes wurde gewährleistet,
dass nur die Antworten der ausgesuchten Probanden in die Auswertung eingingen.)
Zur Erhöhung der Rücklaufquote startete am 31. Oktober 2010 eine Erinnerungsaktion, wobei nochmals
die kompletten Erhebungsunterlagen (Anschreiben, Fragebogen und Rücksendeumschlag) verschickt
wurden. Einbezogen waren die 4 158 Personen, die bis dahin noch nicht geantwortet hatten. Mit
Posteingang vom 3. Dezember 2010 und Berücksichtigung der bis zu diesem Datum eingetroffenen
Internet-Antworten wurde die Rücknahme abgeschlossen.
Abb. 0-1: Rücklauf der drei Fragebogenvarianten A, B und C nach Datum

1 200
Erinnerung

1 000

800

600
Variante A
Variante B
Variante C

400

200

6

3.
12
.

26
.1
1.

19
.1
1.

12
.1
1.

5.
11
.

29
.1
0.

22
.1
0.

15
.1
0.

8.
10
.

1.
10
.

0

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Ausschöpfung der Stichprobe und Anpassungswichtung
Für die Auswertung lagen insgesamt 3 013 Datensätze vor. Darunter waren 211 (7 Prozent) im Internet
ausgefüllt. Unter Berücksichtigung von 200 stichprobenneutralen Ausfällen (Empfänger nicht erreichbar)
ergibt sich daraus eine Ausschöpfungsquote von 52 Prozent. Damit wurde erfreulicherweise wieder das
Niveau des Jahres 2005 erreicht, wo sich zum letzten Mal in Leipzig über die Hälfte der Befragten an
einer Kommunalen Bürgerumfrage beteiligte.
Tab. 0-1: Rücklaufquoten

Variante A
Variante B
Variante C
gesamt

Bruttostichprobe

Ausfälle (z.B.
unzustellbar)

Nettostichprobe

2 000
2 000
2 000
6 000

74
62
64
200

1 926
1 938
1 936
5 800

auswertbare Fragebögen
darunter: per
gesamt
Internet
1 019
82
986
55
1 008
74
3 013
211

Rücklaufquote
53%
51%
52%
52%

Da sich nicht alle Personen an der Befragung beteiligten und die Rücklaufquoten erwiesenermaßen
auch von demografischen Merkmalen abhängig sind, weicht die Struktur der auswertbaren Stichprobe
hinsichtlich der beiden wichtigen Eigenschaften Alter und Geschlecht erwartungsgemäß von der
Grundgesamtheit ab:
Tab: 0-2: Vergleich der Altersstruktur Grundgesamt und auswertbare Stichprobe
Grundgesamtheit
auswertbare Stichprobe
Alter
männlich
weiblich
gesamt
männlich
weiblich
gesamt
Prozent
Prozent
18-24
6
6
12
3
4
7
25-34
10
9
19
7
9
16
35-44
8
7
16
7
8
15
45-54
8
8
16
8
9
17
55-64
6
7
13
7
9
16
65-74
7
9
16
9
11
19
75-85
3
5
8
4
6
10
gesamt
48
52
100
45
55
100
Die Gegenüberstellung macht deutlich, dass in den zusammengefassten Altersgruppen von 18 bis unter
45 Jahre die Rücklaufquoten meist unter- und danach (bis unter 75 Jahre) überdurchschnittlich sind,
wobei Frauen in der Regel noch öfter antworten als Männer. Auch hinsichtlich des Bildungsstandes
(höchste berufliche Qualifikation) gibt es solche Abweichungen, wenn man entsprechende Daten aus
dem letzten Mikrozensus des Statistischen Landesamtes Sachsen für die Stadt Leipzig 2009 zum Vergleich nimmt. Mittels eines iterativen Verfahrens wurden personenbezogene Wichtungsfaktoren berechnet, die diese Unterschiede bestmöglich kompensieren.
Bei den haushaltsbezogenen Auswertungen (Fragen, die den gesamten Haushalt betreffen) ist zu
beachten, dass größere Haushalte auch eine größere Chance haben, in die Stichprobe einbezogen zu
werden. Diese unterschiedlichen Auswahlwahrscheinlichkeiten werden durch zusätzliche haushaltsbezogene Wichtungsfaktoren berücksichtigt. Weiterhin erfolgt hinsichtlich des Merkmals Haushaltsgröße
ebenfalls eine Anpassung an die Ergebnisse des Mikrozensus 2008 für Leipzig.
Die Anzahl der auswertbaren Fragebögen und die erfolgten Anpassungswichtungen garantieren zuverlässige Ergebnisse, die für die Gesamtgruppe sowie bezüglich der Merkmale Alter, Geschlecht, Haushaltsgröße und berufliche Qualifikation als repräsentativ für die Grundgesamtheit der Leipzigerinnen und
Leipziger im Alter von 18 bis 85 Jahren betrachtet werden können.
Lesehinweise
Bei den haushaltsbezogenen Auswertungen wird zum Teil nach Haushaltstypen unterschieden. Diese
sind wie folgt definiert:
Singles sind Haushalte mit alleinlebenden Personen im Alter bis 64 Jahre. Ausgenommen hiervon sind
Personen im Alter von 60 bis 64 Jahren, die sich bei der Frage nach der Stellung im Erwerbsleben als
Rentner/Pensionär eingestuft haben.
Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

7

Alleinerziehende sind Haushalte mit einer Person ab 18 Jahren und mindestens einem Kind unter
18 Jahren.
Paare mit Kind(ern) sind Haushalte mit einem Ehepaar oder in Lebensgemeinschaft zusammenlebenden Personen mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren und keiner weiteren Person ab
18 Jahren.
Paare ohne Kind(er) sind Zwei-Personen-Haushalte, die in Form einer Ehe oder Lebensgemeinschaft
zusammenleben. Das Paar ist jünger als 65 Jahre. Ausgenommen hiervon sind Haushalte, in denen die
befragte Person im Alter von 60 bis 64 Jahren ist und sich bei der Frage nach der Stellung im Erwerbsleben als Rentner/Pensionär eingestuft hat.
Alleinstehende Rentner sind Haushalte mit alleinlebenden Personen im Alter ab 65 Jahren sowie
alleinlebenden Personen im Alter von 60 bis 64 Jahren, die sich bei der Frage nach der Stellung im
Erwerbsleben als Rentner/Pensionär eingestuft haben.
Rentnerpaare sind Zwei-Personen-Haushalte, die in Form einer Ehe oder Lebensgemeinschaft
zusammenleben. Das Paar ist 65 Jahre oder älter. Einbezogen sind weiterhin Haushalte, in denen die
befragte Person im Alter von 60 bis 64 Jahren ist und sich bei der Frage nach der Stellung im Erwerbsleben als Rentner/Pensionär eingestuft hat.
Darüber hinaus verbleibt noch eine Gruppe von Haushalten, die keiner der aufgeführten Kategorien
zugeordnet werden kann.
Abb. 0-2: Zuordnung der Ortsteile zu den Lagetypen

Wo es sinnvoll erscheint,
werden auch andere Differenzierungsmerkmale
herangezogen, wie z.B. Lagetypen. Sie beruhen auf Zusammenfassungen
von
Ortsteilen. Stadtrand 1 bezeichnet im Wesentlichen
die Randgebiete, die bereits
vor 1990 zu Leipzig gehörten, Stadtrand 2 die nach
1990 eingemeindeten Gebiete.

Um Aussagen zur Einkommenssituation treffen zu können, wurde sowohl das persönliche als auch das
Haushaltsnettoeinkommen erfragt. Die Auswertung der beiden Einkommenswerte erfolgt je nach
Fragestellung. Die Betrachtung des Nettoeinkommens des gesamten Haushaltes ist sinnvoll, da der
Haushalt eine wirtschaftliche Einheit bildet. Ein Nachteil der haushaltsbezogenen Betrachtung ist, dass
die spezifische Haushaltsgröße nicht berücksichtigt wird. Mehrpersonenhaushalte, bei denen mehrere
Personen zum gesamten Haushaltsnettoeinkommen beitragen, werden daher im Vergleich zu
Einpersonenhaushalten bevorteilt. Außerdem tragen Änderungen der Haushaltsgrößen und –strukturen
auf gesamtstädtischer Ebene unweigerlich zu einer Änderung der Haushaltsnettoeinkommen bei. Eine
8

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Normierung, die die Einkommen von Haushalten mit unterschiedlicher Größe vergleichbar macht, findet
durch die Berechnung des Nettoäquivalenzeinkommens statt. Die Berechnung erfolgt nach der neuen
OECD-Skala, gemäß derer jedem Haushaltsmitglied je nach Alter ein bestimmtes Bedarfsgewicht
zugesprochen wird. Der Haushaltsvorstand erhält ein Bedarfsgewicht von 1,0, jede weitere Person über
14 Jahre ein Bedarfsgewicht von 0,5. Kinder und Jugendliche unter 14 Jahre gehen mit einem
Bedarfsgewicht von 0,3 in die Berechnungen ein.
Obwohl die Ergebnisermittlung bei allen erhobenen Merkmalen mit hoher Genauigkeit erfolgt, sind die
angeführten Werte in der Regel gerundet. Deswegen können bei der Addition von Einzelwerten in
Tabellenzeilen oder -spalten, wo die Gesamtsumme 100 Prozent ergeben müsste, formal Abweichungen
von 100 auftreten. In Diagrammen, die ebenfalls auf den genau berechneten Ergebnissen basieren,
können (in Folge der Rundung scheinbar) gleiche Werte durch unterschiedlich große Balken oder
Kreissegmente dargestellt sein.
Bei Fragen mit Mehrfachnennungen ergibt die Addition der Einzelwerte in der Regel nicht 100 Prozent.
Wenn die Summe der Fallzahlen von Teilgruppen nicht den Umfang der Gesamtgruppe ergibt, ist das
auf fehlende Antworten (missing values) bei den Merkmalen zurückzuführen, die die Teilgruppen
abgrenzen.
Ausgewählte soziodemografische Merkmale
Die folgenden Tabellen geben einen Überblick über die Stellung der Erwerbstätigen im Berufsleben, die
Partnerschaftsbeziehung sowie den höchsten schulischen Abschluss der Befragten. Weiterhin wird die
Verteilung der oben definierten Haushaltstypen dargestellt.
Tab. 0-3: Stellung der Erwerbstätigen im Berufsleben
Eigenschaft
Selbständige/-r, einschließlich mithelfende/-r Familienangehörige/-r
leitende/-r Angestellte/-r, Beamte/-r höherer Dienst
mittlere/-r Angestellte/-r, Beamte/-r gehobener/mittlerer Dienst
einfache/-r Angestellte/-r, Beamte/-r einfacher Dienst
Vorarbeiter/-in, Polier, Facharbeiter/-in im erlernten Beruf
ungelernte/-r / angelernte/-r, berufsfremd tätige/-r Arbeiter/-in
Auszubildende/-r
etwas anderes (z.B. Wehr-/Zivildienstleistende/-r)

Prozent
12
7
19
28
16
7
7
4

Tab. 0-4: Partnerschaftsbeziehung
Eigenschaft
Ehe oder eingetragene Lebenspartnerschaft und zusammenlebend
verschiedengeschlechtliche Lebensgemeinschaft
gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft
ohne Partner lebend

Prozent
53
12
1
34

Tab. 0-5: Höchster schulischer Abschluss
Eigenschaft
Allgemeine Hochschulreife/Abitur
Fachhochschulreife/Fachabitur
10. Klasse (Realschulabschluss)
8. oder 9. Klasse (Hauptschule)
(noch) keinen
Sonstigen

Prozent
31
6
43
19
1
1

Tab. 0-6: Haushaltstyp
Eigenschaft
Singles
Alleinerziehende
Paare mit Kind(ern)
Paare ohne Kind(er)
alleinstehende Rentner/-innen
Rentnerpaare
Sonstige
Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Prozent
37
3
10
13
15
13
9
9

10

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Analyse
Inhaltsverzeichnis

Seite

1.

Lebenszufriedenheit und Zukunftssicht ............................................................... 13

1.1.

Entwicklung von Lebenszufriedenheit und Zukunftssicht .......................................... 13

1.2.

Zufriedenheit und Optimismus – wie wird man glücklich?......................................... 14

1.3.

Lebensziele und Werteorientierung – ein Zeitvergleich ............................................ 18

1.4.

Ausgewählte Lebensziele und Werteorientierung 2010 ............................................ 21

2.

Wohnen und Umziehen........................................................................................... 27

2.1.

Wohnsituation ........................................................................................................... 27

2.2.

Miete und Mietbelastung ........................................................................................... 28

2.3.

Zufriedenheit mit der Wohnung und dem Wohnumfeld ............................................ 30

2.4.

Lärmbelästigung in der Wohnung bzw. Wohnumgebung ......................................... 32

2.5.

Umzug....................................................................................................................... 33

2.5.1.

Umzugspotenzial....................................................................................................... 33

2.5.2.

Anforderungen an die künftige Wohnung.................................................................. 35

3.

Kommunale Lebensbedingungen, Kommunalpolitik und räumliche Identität .. 39

3.1.

Politikinteresse, Bürgerbeteiligung und Informiertheit zu städtischen Finanzen........ 39

3.2.

Kommunalpolitische Schwerpunkte aus Bürgersicht................................................. 42

3.3.

Die größten Probleme in der Stadt Leipzig ............................................................... 45

3.4.

Zufriedenheit mit der Entwicklung kommunaler Lebensbedingungen ....................... 47

3.5.

Räumliche Identitäten ............................................................................................... 51

4.

Einkommen und wirtschaftliche Situation ............................................................ 55

4.1.

Persönliches Nettoeinkommen.................................................................................. 55

4.2.

Haushaltsnettoeinkommen und Sicherung des Lebensunterhalts ............................ 56

4.3.

Verteilung und Einkommensdisparitäten................................................................... 59

4.4.

Einschätzung der persönlichen wirtschaftlichen Situation......................................... 61

4.5.

Einschätzung der finanziellen Situation des Haushalts ............................................. 62

4.6.

Exkurs: Allgemeine wirtschaftliche Situation in der Stadt Leipzig ............................. 63

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

11

5.

Kinder, Freizeit und Familie ................................................................................... 65

5.1.

Familienplanung – zwischen Wunsch und Wirklichkeit ............................................. 65

5.2.

Familienfreundlichkeit – Vereinbarkeit von Familie und Beruf .................................. 69

5.3.

Familienfreizeit - Besuch von Spielplätzen und Erholung in der Natur...................... 71

5.4.

Familienbildung – Bildungsangebote und Elterninformation ..................................... 74

6.

Weiterbildung .......................................................................................................... 77

6.1.

Stellenwert und Gründe für Weiterbildungen ............................................................ 77

6.1.1.

Teilnahme an allgemeinen Weiterbildungen ............................................................. 79

6.1.2.

Teilnahme an beruflichen Weiterbildungen............................................................... 80

6.2.

Nutzung von Weiterbildungsangeboten der Volkshochschule Leipzig ...................... 81

7.

Hilfeleistungen im Alltag und ehrenamtliches Engagement ............................... 83

7.1.

Hilfen für ältere Mitmenschen und Familien .............................................................. 83

7.2.

Bewertung der Wichtigkeit von haushaltsnahen Diensten ........................................ 84

7.3.

Ehrenamtliches Interesse und Engagement ............................................................. 85

8.

Kultur und Sport...................................................................................................... 91

8.1.

Besuch kultureller Einrichtungen............................................................................... 91

8.1.1.

Leipziger Baumwollspinnerei..................................................................................... 91

8.1.2.

Museumsnacht.......................................................................................................... 92

8.1.3.

Oper, Ballett und Musikalische Komödie................................................................... 92

8.2.

Sportliche Betätigung und Zufriedenheit mit Sportstätten ......................................... 97

9.

Verkehr................................................................................................................... 101

9.1.

Ausstattung der Haushalte mit Fahrzeugen ............................................................ 101

9.2.

Verkehrsmittelwahl – Modal Split ............................................................................ 102

9.3.

Bedarf an Mobilitätsberatung und Verkehrsinformationen ...................................... 104

9.4.

Bewertung der Radverkehrsbedingungen und Handlungsbedarf............................ 105

10.

Dienstleistungen der Stadt................................................................................... 107

10.1.

Bürgerämter ............................................................................................................ 107

10.2.

Abfallentsorgung ..................................................................................................... 109

12

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

1.

Lebenszufriedenheit und Zukunftssicht

1.1. Entwicklung von Lebenszufriedenheit und Zukunftssicht
Die allgemeine Lebenszufriedenheit gilt als ein genereller „Stimmungsindikator“ der Leipziger Bevölkerung. Im Vergleich zum Glücksgefühl oder
Wohlbefinden hängt ihre Bewertung insbesondere von sozialen Vergleichen
mit relevanten Bezugsgruppen ab. Drückt die Lebenszufriedenheit doch eine
Maßzahl für eine individuelle Bilanzierung von mehr oder weniger wichtigen
Lebensbereichen und wesentlichen Lebensereignissen sowie eine generelle
Lebensgrundstimmung aus. Ähnliches gilt für die Zukunftssicht. Während die
allgemeine Lebenszufriedenheit der Beurteilung der aktuellen Lage entspricht,
kennzeichnet die Zukunftssicht ein anderes subjektives Wohlbefinden. Dieser
Indikator bringt zum Ausdruck, ob jemand seinen vergangenen Lebensverlauf
als Aufstieg, Stagnation oder Niedergang subjektiv bewertet und projiziert
dies in die Zukunft. Aus kommunaler Sicht können die Lebenszufriedenheit
und die Zukunftssicht wichtige Indikatoren sein, denn dort wo Menschen
zufrieden und optimistisch sind, lässt es sich meist allgemein gut leben. Sind
doch glückliche Menschen das beste Aushängeschild einer Stadt.
Die Lebenszufriedenheit der Leipzigerinnen und Leipziger hat sich gegenüber
dem Befragungsjahr 2009 erneut leicht verbessert. Auf einer Skala von 1 =
„sehr zufrieden“ bis 5 = „sehr unzufrieden“ antwortet der Durchschnittsleipziger 2010 mit einer 2,3. Fast drei Viertel aller befragten Bürgerinnen und
Bürger sind mit ihrem Leben „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“. Während im
Vorjahr die Lebenszufriedenheit bei den Frauen noch deutlich über der der
Männer lag, haben die Männer 2010 aufgeholt. Die Zufriedenheitsdiskrepanz
zwischen Männern und Frauen ist 2010 fast verschwunden. Die allgemeine
Zukunftssicht wird 2010 mit einer Durchschnittsnote von 2,4 versehen und
fällt damit ebenfalls etwas besser aus als im Vorjahr.
Wie in Abb. 1-1 zu sehen, verlaufen beide Indikatoren im Trend parallel,
wobei der Zukunftsoptimismus der Leipzigerinnen und Leipziger immer etwas
unter der derzeitigen Lebenszufriedenheit liegt.

Hohe Lebenszufriedenheit
und Zukunftssicht sind ein
Aushängeschild einer
Stadt
Die Einschätzung dieser
Indikatoren hat sich 2010
erneut leicht verbessert
Männer ziehen mit den
Frauen fast gleich auf

Abb. 1-1: Entwicklung von Lebenszufriedenheit und Zukunftssicht
2005 bis 2010

Mittelwert
1 = "sehr zufrieden" . . . 5 = "sehr unzufrieden"
1 = "optimistisch" . . . 5 = "pessimistisch"

1

2

Leichter kontinuierlicher
Anstieg bei Lebenszufriedenheit und Zukunftssicht seit 2005
3
Lebenszufriedenheit
Zukunftssicht

4

5
2005

2006

2007

2008

2009

2010

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

13

1.2. Zufriedenheit und Optimismus – wie wird man glücklich?
Ältere sind zufriedener,
Jüngere optimistischer

Doch wer blickt optimistisch, wer pessimistisch in die Zukunft? Vor allem
Arbeitslose, aber auch Rentner äußern eine pessimistischere Zukunftseinschätzung. Bei einer gemeinsamen Betrachtung von allgemeiner Lebenszufriedenheit und Zukunftssicht nach dem Alter fällt auf, dass die
Lebenszufriedenheit in allen Altersklassen fast gleich ist. Einzig bei den 50bis 60-Jährigen ist die Zufriedenheit etwas niedriger und als eine „Delle“ in
Abb. 1-2 zu erkennen. Einen anderen Verlauf nimmt der Indikator allgemeine
Zukunftssicht. Bis zum Alter von 25 Jahren erhöht sich der optimistische Blick
in die Zukunft. Anschließend relativiert sich die Sichtweise und die Zukunft
wird von Jahr zu Jahr etwas negativer eingeschätzt. Nach der scheinbar
problematischen Lebensphase zwischen 50 und 60 Jahren blicken die
Leipzigerinnen und Leipziger anschließend wieder leicht optimistischer in die
Zukunft. Den höchsten Optimismus haben jedoch Personen im jungen
Erwachsenenalter. Eine Betrachtung der Zufriedenheits- und Optimismuswerte nach bestimmten Teilgruppen komplettiert das Bild, indem die Gruppe
der Studenten und Auszubildenden ausgesprochen gute Zukunftseinschätzungen zum Ausdruck bringen.
Abb. 1-2: Entwicklung von Lebenszufriedenheit und Zukunftssicht nach
Altersjahren

Junge Leipziger mit viel
Optimismus
Lebenskrise bei den 50bis 60-Jährigen

Mittelwert
1 = "sehr zufrieden" . . . 5 = "sehr unzufrieden"
1 = "optimistisch" . . . 5 = "pessimistisch"

1

2

3
Lebenszufriedenheit
Zukunftssicht

4

5
15

20

25

30

35

40

45 50
Jahre

55

60

65

70

75

80

Geglättete Werte

Geld macht glücklich –
zumindest etwas

14

Ein Zusammenhang zwischen Lebenszufriedenheit und Zukunftssicht lässt
sich auch zum persönlichen Einkommen feststellen. Nun macht bekanntlich
Geld allein nicht glücklich, aber es trägt zumindest seinen Teil dazu bei. Wie
in Abb. 1-3 ersichtlich, steigen die beiden Indikatoren mit der Höhe des
persönlichen Einkommens fast linear an und nehmen einen fast parallelen
Verlauf. Eine Ausnahme gibt es jedoch, in der Einkommensklasse zwischen
150 und 300 Euro verkehrt sich das Verhältnis zwischen Lebenszufriedenheit
und Zukunftssicht. Begründen lässt sich dieses Phänomen mit den vielen
Studenten und Auszubildenden, die in dieser Gruppe vertreten sind. Sie
haben – wie bereits festgestellt – einen ausgesprochen hohen Zukunftsoptimismus. Die Aussicht auf spätere Verdienstmöglichkeiten oder auch die
teilweise noch gegebene wirtschaftliche Sicherheit durch die Eltern mögen
bestimmende Faktoren für diesen asymmetrischen Verlauf sein.

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Abb. 1-3: Entwicklung von Lebenszufriedenheit und Zukunftssicht nach dem
persönlichen Einkommen

2

3

Lebenszufriedenheit

Zukunftssicht

4

Euro

mehr als 3600

3600

3200

2900

2600

2300

2000

1700

1500

1300

1100

900

700

500

300

5
unter 150

Mittelwert
1 = "sehr zufrieden" . . . 5 = "sehr unzufrieden"
1 = "optimistisch" . . . 5 = "pessimistisch"

1

Geglättete Werte

Die nachstehenden Tabellen zeigen im Detail auf, welche Gruppen in Leipzig
über eine eher höhere oder eher niedrige allgemeine Lebenszufriedenheit
verfügen. Zwar zeigen sich nennenswerte Unterschiede im Antwortverhalten
bei der Differenzierung nach dem Einkommen. Nochmals größere
Unterschiede gibt es jedoch zum Erwerbsstatus. Es verwundert wenig, dass
unter den Arbeitslosen die mit Abstand geringste Lebenszufriedenheit
herrscht. Auf der Bewertungsskala von 1 bis 5 erreichen sie nur eine 2,9.
Unstrittig ist, dass der Umstand, nicht die täglichen Herausforderungen des
Arbeitslebens bestehen zu müssen, nochmals negativer auf das Glücksempfinden wirkt als ein geringes Einkommen. Auszubildende und Studierende
stehen hingegen am Beginn der Herausforderungen, die das (Erwerbs-)leben
mit sich bringt. Auf der Bewertungsskala erreichen sie im Durchschnitt eine
2,0.

Zum Glück braucht es
einen sinnvollen Lebensinhalt - Arbeitslosigkeit
macht unglücklich

Tab. 1-1: Allgemeine Lebenszufriedenheit der Leipzigerinnen und Leipziger

Befragte
Anzahl
Gesamt 2010:
2996
davon:
1342
männlich
1654
weiblich
davon:
689
18-34 Jahre
707
35-49 Jahre
717
50-64 Jahre
882
65-85 Jahre
darunter Stellung im Erwerbsleben:
1456
Erwerbstätige
169
Arbeitslose
986
Rentner/Pensionäre
110
Studenten/Schüler
davon mit persönlichem Nettoeinkommen:
638
unter 700 €
1179
700 bis unter 1300 €
635
1300 bis unter 2000 €
332
2000 und mehr €
Gesamt 2009:
1114

1
sehr
zufrieden

2
zufrieden

3
teils/teils

4
unzufrieden

5
sehr
unzufrieden

D
1-5

10

63

Prozent
19

7

1

2,3

9
10

62
64

21
18

7
7

2
1

2,3
2,3

14
9
6
6

63
62
55
71

16
19
25
18

6
8
12
4

1
1
2
1

2,2
2,3
2,5
2,2

11
3
6
16

66
34
68
67

15
38
20
13

7
18
4
4

1
6
1
0

2,2
2,9
2,3
2,0

9
6
12
23
8

50
65
71
67
62

26
20
14
10
21

12
8
3
1
7

3
1
1
0
2

2,5
2,3
2,1
1,9
2,3

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

15

Ganz ähnliche Zusammenhänge können für die Zukunftssicht festgestellt
werden. Neben dem Erwerbsstatus und dem Einkommen spielt hierbei – wie
bereits in Abb. 1-2 beschrieben – auch das Alter eine Rolle.
Tab. 1-2: Allgemeine Zukunftssicht der Leipzigerinnen und Leipziger
1
optimistisch
Befragte
Anzahl
Gesamt 2010:
2989
davon:
1342
männlich
1647
weiblich
davon:
690
18-34 Jahre
710
35-49 Jahre
711
50-64 Jahre
877
65-85 Jahre
darunter Stellung im
Erwerbsleben:
1458
Erwerbstätige
166
Arbeitslose
981
Rentner/Pensionäre
110
Studenten/Schüler
davon mit persönlichem
Nettoeinkommen:
634
unter 700 €
1175
700 bis unter 1300 €
633
1300 bis unter 2000 €
336
2000 und mehr €
Gesamt 2009:
1111

Menschen mit viel Geld
und hoher Bildung sind
zufriedener
Einsamkeit und Angst
machen unzufrieden

Die Aussicht auf ein hohes Einkommen und soziale Sicherheit lassen
frohen Mutes in die Zukunft schauen

16

2
eher
optimistisch

3
weder noch

4
eher
pessimistisch

5
pessimistisch

D
1-5

18

39

Prozent
31

11

1

2,4

17
18

40
38

30
32

11
10

2
1

2,4
2,4

26
16
11
13

46
45
31
30

20
28
36
44

6
10
19
12

1
1
3
2

2,1
2,3
2,7
2,6

21
6
13
29

45
26
30
49

25
40
43
17

9
25
12
5

1
4
1
0

2,2
3,0
2,6
2,0

15
15
22
30
18

32
37
46
49
37

35
34
27
17
32

15
12
5
4
11

2
1
1
0
2

2,6
2,5
2,2
2,0
2,4

Wenn Geld allein also nicht glücklich macht, welche weiteren Merkmale
tragen dann noch dazu bei oder anders gefragt, welcher Stellenwert kommt
dem Einkommen schließlich noch zu? In Tab. 1-3 sind Zusammenhänge zu
sozioökonomischen Indikatoren und weiteren Merkmalen, wie Wünsche oder
Gefühle vorhanden. Bei den sozioökonomischen Merkmalen bestehen
generell schwache Zusammenhänge, sowohl bei der Lebenszufriedenheit als
auch bei der Zukunftssicht. Dennoch hat das persönliche Einkommen noch
den höchsten erklärenden Wert. Beim Bildungsstand und Alter sind die
Zusammenhänge nochmals schwächer ausgeprägt. Zur Anzahl der Kinder
konnte gar kein signifikanter Zusammenhang festgestellt werden, wohl aber
zum Kinderwunsch. Das höchste prognostische Gewicht haben die weiteren
Merkmale, die ausgewählte Gefühlslagen, vor allem Besorgnissymptome,
beschreiben. Kein Mensch ist frei von Ängsten, aber Gefühle von Einsamkeit,
Angst oder das Gefühl, im Leben nicht mehr zurechtzukommen, erklären die
allgemeine Lebenszufriedenheit und die Zukunftssicht deutlich stärker als die
sozioökonomischen Merkmale des Befragten.
Mit den Daten der Kommunalen Bürgerumfrage kann auch ermittelt werden,
durch welche Zukunftserwartungen die allgemeine Zukunftssicht bestimmt
wird. Denn neben diesem allgemeinen Indikator wurden auch die individuellen
Perspektiven für bestimmte Lebensbereiche oder Aussichten für die
Entwicklung von ausgewählten Grundbedürfnissen erfragt. Im Ergebnis kann
abgelesen werden, wie viel die jeweilige Teilperspektive für die Bewertung der
gesamten Zukunftssicht beiträgt. Die stärksten Zusammenhänge bestehen
zur individuellen Aussicht für die Entwicklung des Einkommens und die
soziale Sicherheit, gefolgt von der Sicherheit des Arbeitsplatzes. Geld und
soziale Sicherheit bestimmen also in zentraler Weise den Zukunftsoptimismus
der Leipzigerinnen und Leipziger. Zur Entwicklung der Lebenshaltungskosten
und der Möglichkeit, politisch Einfluss nehmen zu können, bestehen zwar
auch signifikante Abhängigkeiten, deren Stärke ist jedoch deutlich geringer.

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Tab. 1-3: Zusammenhänge zwischen Lebenszufriedenheit und Zukunftssicht sowie ausgewählten
sozioökonomischen und weiteren Merkmalen
Lebenszufriedenheit
Zukunftssicht
r (Korrelationskoeffizient)
------0,179
0,233
0,202
0,138
0,101

sozioökonomische Merkmale
Anzahl der Kinder
Alter
persönliches Einkommen
schulischer Bildungsstand
weitere Merkmale
Wunsch nach (weiteren) Kindern (bei unter 50 Jährigen)
Gefühl:
von Einsamkeit und Alleinsein
von Zukunftsangst
im Leben nicht mehr zurecht zu kommen
von Tatendrang
von Wohlbefinden

0,139

0,142

0,325
0,425
0,371
0,332
0,559

0,239
0,478
0,319
0,409
0,495

Richtung des Zusammenhangs bei signifikanten Abhängigkeiten
steigende Lebenszufriedenheit/ Zukunftssicht
sinkende Lebenszufriedenheit/ Zukunftssicht
- - - kein signifikanter Zusammenhang

Bei den sozioökonomischen Merkmalen handelt es sich um kontrollierte Korrelationen.

Tab. 1-4: Zusammenhang zwischen Zukunftssicht und ausgewählten Perspektiven
Allgemeine Zukunftssicht
r (Korrelationskoeffizient)
0,553
0,551
0,475
0,372
0,247

Aussicht auf/ für ...
die Entwicklung des Einkommens
die soziale Sicherheit generell
die Sicherheit des Arbeitsplatzes (bei Berufstätigen)
die Entwicklung der Lebenshaltungskosten
die Möglichkeit, politisch Einfluss zu nehmen

Wenn Einkommen und ökonomische wie soziale Absicherung hohen Erklärungswert für die allgemeine Zukunftssicht der Leipziger Bevölkerung haben,
lohnt ein Blick auf die Ausprägungen dieser Indikatoren. Wie in Tab. 1-4
angegeben, wird die Zukunftsperspektive für die ausgewählten Grundbedürfnisse durchweg schlechter beurteilt als die allgemeine Zukunftssicht.
Mit leichtem Ausschlag in Richtung optimistischer Einschätzung wird lediglich
die Sicherheit des Arbeitsplatzes (bei Berufstätigen) und die generelle soziale
Sicherheit beurteilt. Die Entwicklung des Einkommens, die Entwicklung der
Lebenshaltungskosten und die Möglichkeiten politisch Einfluss nehmen zu
können, werden für die nächste Zukunft eher pessimistisch beurteilt. Im
Gesamturteil der allgemeinen Zukunftssicht müssen demnach weitere
individuelle Bewertungen eingehen, die zu dieser im Saldo optimistischeren
Grundhaltung beitragen.

Die Zukunftsperspektiven
für die Grundbedürfnisse
Einkommen und soziale
Sicherheit werden generell schlechter beurteilt als
die allgemeine Zukunftssicht

Tab. 1-5: Zukunftsperspektive für ausgewählte Grundbedürfnisse
Individuelle Aussicht für die ...
Entwicklung
des Einkommens
Befragte
Anzahl
Gesamt 2010:
952
davon:
436
männlich
516
weiblich
davon:
226
18-34 Jahre
246
35-49 Jahre
231
50-64 Jahre
249
65-85 Jahre
darunter Stellung im Erwerbsleben:
487
Erwerbstätige
56
Arbeitslose
297
Rentner/Pensionäre
35
Studenten/Schüler
Gesamt 2005:
991

3,1

Sicherheit des
Arbeitsplatzes

soziale Sicherheit generell

Entwicklung
der Lebenshaltungskosten

Mittelwert 1 = „optimistisch“ ... 5 = „pessimistisch“
2,6
2,9
3,7

Möglichkeit,
politisch
Einfluss zu
nehmen
3,8

3,0
3,2

2,5
2,6

2,9
2,9

3,7
3,7

3,8
3,8

2,7
3,1
3,3
3,5

2,6
2,5
2,7
.

2,7
2,9
3,1
3,0

3,6
3,7
3,8
3,7

3,7
3,8
3,9
4,0

2,9
3,7
3,4
2,4
2,9

2,5
.
.
.
2,5

2,8
3,5
3,1
2,6
2,8

3,7
3,8
3,7
3,6
3,2

3,8
3,7
3,9
3,5
3,2

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

17

1.3. Lebensziele und Werteorientierung – ein Zeitvergleich

Zwischen 1993 und 2010
haben sich persönliche
Lebensaspekte deutlich
verändert

Lebensziele und Werteorientierungen bestimmen maßgeblich das Handeln
der Menschen. Empirische Untersuchungen zeigen, dass die so genannten
„Sekundärtugenden“ wie Fleiß, Disziplin, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit,
Ordnungsliebe, Höflichkeit oder Sauberkeit offensichtlich ihren abschreckendkonservativen Touch verloren haben. Und die Umstände legen es nahe, sich
in einer schnelllebiger gewordenen Welt wieder mehr am Geregelten,
Geordneten und Begrenzten zu orientieren. Gleichwohl sind Werte als
besonders stabile Elemente der menschlichen Psyche definiert und sollten
sich von daher innerhalb kurzer Zeiträume auch nur wenig ändern.
Stimmung und Zeitgeist sind also das Eine, wie aber steht es mit den
wesentlichen Grundorientierungen und Werten der Leipziger Bürgerschaft?
Im Rahmen der Kommunalen Bürgerumfragen der Jahre zwischen 1993 und
2010 haben sich Erkenntnisse ergeben, die persönliche Lebensaspekte mehr
oder weniger deutlich verändert haben. Hat es in der Tat eine Wiederbesinnung auf einen traditionellen Wertebestand gegeben oder tendiert die
Gesellschaft mehr zur Entsolidarisierung?
Schon in den Jahren 1993 und 1998 ging es darum, was man künftig im
Leben anstreben möchte. Die damals verwendeten Indikatoren verwiesen
z.B. auf Aspekte wie „Gesetz und Ordnung respektieren“, „sich politisch zu
engagieren“ oder auch ein „Mitspracherecht in Staat und Gesellschaft zu
haben“. Eine Reihe weiterer Merkmale aus den Jahren 1993 und 1998 soll
nunmehr mit den im Jahr 2010 ausgewiesenen Merkmalen verglichen
werden. In die Analyse werden ausschließlich die 18- bis 75-jährigen
Befragten einbezogen. 14- bis 17-jährige wurden aus der Stichprobe
ausgeschlossen. Um vergleichbare Ergebnisse zu ermitteln, wurden die
Stichproben der Jahre 1993, 1998 und 2010 angepasst und auf das Alter 18
bis 75 Jahre angeglichen.

Tab. 1-6: Gesetz und Ordnung respektieren
1
sehr wichtig
Befragte
(18 bis 75 Jahre)
Gesamt 2010
Gesamt 1993

Anzahl
862
2414

40
37

2
wichtig

49
48

3
teils/teils
Prozent
10
11

4
unwichtig

1
2

5
vollkommen
unwichtig
0
1

D
1-5
1,7
1,8

Der Aspekt, Gesetz und Ordnung zu respektieren, differierte zwischen 1993
und 2010 nur minimal. Immerhin war die Akzeptanz bei den 1993 Befragten
etwas geringer ausgeprägt als bei Jenen des Befragungsjahrs 2010.
Möglicherweise kann es im Zeitverlauf auch zu einer „Verschiebung“ von
Werten gekommen sein, so dass Personen sich heute stärker an Regeln und
Verhaltensweisen angepasst haben.
Tab. 1-7: Berufliche Karriere machen
1
sehr wichtig
Befragte
(18 bis 75 Jahre)
Gesamt 2010
Gesamt 1998

Anzahl
849
1818

Beruflichen Zielen wird
eine größere Gewichtung
beigemessen

18

11
13

2
wichtig

37
28

3
teils/teils
Prozent
30
30

4
unwichtig

5
vollkommen
unwichtig

D
1-5

15
17

7
11

2,7
2,9

Ein merklicher Unterschied macht sich in Bezug auf die berufliche Karriere
der 18- bis 75-Jährigen bemerkbar. Die Orientierung auf eine gewollte
berufliche Ausbildung bzw. auf eine durchgängige Lebensarbeitszeit hat sich
offensichtlich im Zeitverlauf dahingehend verschoben, dass berufliche Ziele
stärker anvisiert werden und ihnen eine größere Gewichtung beigemessen
wird. Das Streben nach Eigenverantwortung, Unabhängigkeit sowie Fleiß und
Ehrgeiz hat sich im Zeitverlauf offenbar deutlich stärker ausgebreitet. Gerade
bei jungen Menschen besteht offenbar die Tendenz, sich stärker beruflich zu
engagieren.
Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Tab. 1-8: Sich politisch engagieren
Befragte
(18 bis 75 Jahre)
Gesamt 2010
Gesamt 1998
Gesamt 1993

1
sehr wichtig

2
wichtig

3
6
4

12
16
13

Anzahl
856
1882
2325

3
teils/teils

4
unwichtig

5
vollkommen
unwichtig

D
1-5

37
30
37

10
11
20

3,4
3,3
3,6

Prozent
38
38
26

Das politische Engagement hat bei der Leipziger Bürgerschaft einen
moderaten Stellenwert. Der Vergleich der drei Erhebungsjahre 1993, 1998
und 2010 zeigt, dass im Jahr 1998 politisches Engagement die höchste
Wertschätzung erhielt. Reichlich jeder Fünfte gab damals an, es für „wichtig“
oder „sehr wichtig“ zu halten. Politik stellt heute für die Mehrzahl der 18- bis
75-Jährigen keinen eindeutigen Bezugspunkt mehr dar, an dem man sich
orientiert, persönliche Identität gewinnt oder sich auch selbst darstellen kann.
Vielleicht ist der Wertigkeitsrückgang auch der Tatsache geschuldet, dass
sich heute jedermann politisch engagieren kann und die Zeiten, in denen
diese Freiheit eingeschränkt war, lange vorbei sind. Das Streben danach
erübrigt sich somit ein Stückweit.

Die Bedeutung, sich politisch engagieren zu
können, nimmt leicht ab

Tab. 1-9: Das Leben genießen
1
sehr wichtig
Befragte
(18 bis 75 Jahre)
Gesamt 2010
Gesamt 1998
Gesamt 1993

Anzahl
869
1873
2353

36
30
25

2
wichtig

46
38
42

3
teils/teils

4
unwichtig

Prozent
16
26
24

1
5
7

Im Gegensatz zu einer deutlichen politischen Polarisierung hat sich insbesondere seit dem Jahr 1998 eine entschiedene Ausrichtung auf den Lebensgenuss eingestellt. Mehr als 80 Prozent der Leipziger Bevölkerung im Alter
bis zu 75 ist der Genuss des Lebens „sehr wichtig“ oder „wichtig“. Dies kann
beispielsweise ausgelebt werden, indem Urlaub, Freizeit und Geselligkeit
fester Bestandteil einer interessanten Lebensgestaltung sind.
Das Leben zu genießen ist also deutlich wichtiger geworden. Einen ähnlichen
Bedeutungszuwachs hat die berufliche Karriere als Lebensziel im
Zeitvergleich erfahren. Vielleicht steht die Erkenntnis dahinter, dass das Eine
ohne das Andere aus finanziellen Gründen oftmals nicht geht.

5
vollkommen
unwichtig
1
1
2

D
1-5
1,8
2,1
2,2

Eine entschiedene Ausrichtung auf Lebensgenuss hat sich eingestellt

Tab. 1-10: Eigenverantwortlich leben und handeln
1
sehr wichtig
Befragte
(18 bis 75 Jahre)
Gesamt 2010
Gesamt 1998
Gesamt 1993

Anzahl
864
1875
2370

44
56
42

2
wichtig

48
34
49

3
teils/teils

4
unwichtig

Prozent
7
7
8

1
2
1

5
vollkommen
unwichtig
0
1
0

D
1-5
1,6
1,6
1,7

Eigenverantwortlich leben und handeln erfährt im Zeitvergleich eine
durchgehend hohe Bewertung. Angesichts des sich derzeit vollziehenden
demografischen Wandels ein Lebensziel, dass in einer alternden Gesellschaft
besonderer Beachtung bedarf.
Sich umweltbewusst zu verhalten und damit insbesondere auf die natürlichen
Gegebenheiten Einfluss zu nehmen, ist ein weiterer Aspekt. Gerade im Zuge
der von der DDR bis zum Ende des Jahres 1990 geprägten Verfahrensweise,
die natürliche Umwelt wenig zu thematisieren und oft zu vernachlässigen,
schärfte sich in der Bevölkerung der Wille zu einem umweltbewussten
Verhalten. Dies zeigt sich in der Erhebungswelle 1993 mit entsprechend
hohen Bewertungen. Jeder Dritte hielt schon damals ein umweltbewusstes
Verhalten für „sehr wichtig“, 53 Prozent für „wichtig“. Bis zur aktuellen

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

19

Erhebungswelle ist das umweltbewusste Verhalten in seiner Bedeutung für
die Leipziger Bevölkerung ähnlich geblieben.
Tab. 1-11: Sich umweltbewusst verhalten
1
sehr wichtig
Befragte
(18 bis 75 Jahre)
Gesamt 2010
Gesamt 1998
Gesamt 1993

Anzahl
870
1919
2387

Das Mitspracherecht in
Staat und Gesellschaft
gewinnt im Verlauf der
1990er Jahre an
Bedeutung

26
40
32

2
wichtig

57
44
53

3
teils/teils
Prozent
15
14
13

4
unwichtig

1
1
1

5
vollkommen
unwichtig
1
1
1

D
1-5
1,9
1,8
1,9

Auf den Montagsdemonstrationen im Jahr 1989 forderten zahlreiche
Einwohnerinnen und Einwohner Leipzigs ein Mitsprachrecht in Staat und
Gesellschaft ein. Demokratische Gepflogenheiten wurden bis dahin nicht
praktiziert. Die Wertigkeit, ein Mitspracherecht zu haben, hat in dem nunmehr
demokratisch ausgerichteten Staat jedoch erst allmählich an Bedeutung
gewonnen. 1993 war das Mitspracherecht für jeden Zweiten „wichtig“ oder
„sehr wichtig“. Erst im Verlauf der 1990er Jahre stärkte sich die Wertigkeit
dieses Grundrechts. Im Jahr 1998 hielten schließlich 60 Prozent der
Bürgerinnen und Bürger Leipzigs das Mitspracherecht für „sehr wichtig“ oder
„wichtig“. Bis heute hat sich die Bedeutung des Mitspracherechts auf diesem
Niveau gehalten.

Tab. 1-12: Mitspracherecht in Staat und Gesellschaft haben
1
sehr wichtig
Befragte
(18 bis 75 Jahre)
Gesamt 2010
Gesamt 1998
Gesamt 1993

Anzahl
865
1893
2345

Zunehmende Unterstützungs- und Hilfsbereitschaft, „für andere Menschen da zu sein“

20
25
19

2
wichtig

40
35
33

3
teils/teils
Prozent
29
27
26

4
unwichtig

9
9
16

5
vollkommen
unwichtig
2
4
6

D
1-5
2,3
2,3
2,6

Insbesondere der Aspekt „ für andere da sein, auch wenn man auf etwas verzichten muss“ ist für ein gutes Miteinander von Bedeutung. Im Vergleich zu
den Werten von 1993 und 1998 hat sich im Jahr 2010 eine höhere Bewertung
ergeben. Schon in den Jahren zuvor ließen rund zwei Drittel aller Befragten
erkennen, dass es erstrebenswert sei, für andere Menschen da zu sein.
Mittlerweile hat sich dieser Standard nochmals in seiner Bedeutung verstärkt,
rund 80 Prozent aller Befragten halten dies aktuell für „sehr wichtig“ oder
„wichtig“. Aus dieser Sicht ist zu vermuten, dass sich im Zeitverlauf eine
zunehmende Unterstützungs- und Hilfsbereitschaft ergeben hat.

Tab. 1-13: Für andere da sein, auch wenn man auf etwas verzichten muss
1
sehr wichtig
Befragte
(18 bis 75 Jahre)
Gesamt 2010
Gesamt 1998
Gesamt 1993

Anzahl
875
1907
2361

Für acht von zehn Befragten sind eigene Kinder von Bedeutung

20

29
28
20

2
wichtig

51
42
46

3
teils/teils
Prozent
19
26
28

4
unwichtig

1
3
4

5
vollkommen
unwichtig
0
0
2

D
1-5
1,9
2,0
2,2

Kinder zu haben ist ein weiteres tragendes Merkmal im Lebensvollzug. Der
Vergleich der Daten von 1998 und 2010 überrascht insofern, dass dem
„Kinder haben“ heute sogar ein etwas geringerer Stellenwert beigemessen
wird als noch 1998, wurden 1998 doch noch deutlich weniger Kinder geboren
als 2010. Dennoch sind eigene Kinder, scheinbar unabhängig vom
Babyboom, als Lebensziel von hoher Bedeutung und zwar auch in Zeiten, in
denen viele ihren Kinderwunsch aufgeschoben oder sogar aufgehoben
haben.

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Tab. 1-14: Kinder haben
1
sehr wichtig
Befragte
(18 bis 75 Jahre)
Gesamt 2010
Gesamt 1998

Anzahl
842
1820

45
59

2
wichtig

30
20

3
teils/teils

4
unwichtig

Prozent
13
9

6
5

Ein weiterer Aspekt behandelt die Thematik „sich für soziale Zwecke einsetzen“. In diesem Bereich zeigt sich ein merklicher Rückgang. Für rund
56 Prozent der Befragten ergaben sich zwischen 1993 und 1998 noch
durchaus positive Werte. Mit dem Jahr 2010 zeigt sich, dass der Einsatz für
soziale Zwecke zunehmend rückläufig ist. Nur noch 44 Prozent der Befragten
(im Vergleich zu 56 Prozent der Vorjahre) halten dies für „sehr wichtig“ oder
„wichtig“. Offensichtlich hat hier eine entscheidende Veränderung eingesetzt.
Während der Aspekt „für andere Menschen da zu sein“ weiterhin stark
ausgeprägt ist (eben mit der Maßgabe, sich besonders im familiären Umkreis
einzusetzen), hat sich mit Bezug auf die Sicherung z.B. von caritativen
Zwecken eine deutliche Veränderung ergeben. Vielleicht weil in Zeiten von
„Hartz-IV“ die Hilfe öffentlicher Stellen zunehmend als Selbstverständlichkeit
und private Initiative als nicht erforderlich angesehen wird.

5
vollkommen
unwichtig
6
7

D
1-5
2,0
1,8

Der Einsatz zugunsten
sozialer Zwecke wird für
weniger wichtig erachtet

Tab. 1-15: Sich für soziale Zwecke einsetzen
1
sehr wichtig
Befragte
(18 bis 75 Jahre)
Gesamt 2010
Gesamt 1998
Gesamt 1993

Anzahl
862
1882
2351

9
16
15

2
wichtig

35
40
42

3
teils/teils

4
unwichtig

Prozent
47
37
34

7
6
7

5
vollkommen
unwichtig
2
1
2

D
1-5
2,6
2,4
2,4

1.4. Ausgewählte Lebensziele und Werteorientierung 2010
Nachdem ausgewählte Lebensziele diskutiert worden sind, geht es im
Folgenden um die Bedeutung einzelner Merkmale und die Beziehungen
zwischen den Werteorientierungs-Merkmalen, die in der Kommunalen Bürgerumfrage des Jahres 2010 enthalten sind. Dabei sollen vor allem jene
Beziehungen erwähnt werden, die einen substantiellen Wert enthalten.
Zunächst wird in Abb. 1-4 deutlich, dass der Durchschnittsleipziger dem
Privaten und der eigenen Selbstbestimmung die höchste Wichtigkeit im Leben
beimisst. Auf einer Skala von 1 = „sehr wichtig“ bis 5 = „vollkommen unwichtig“ erreicht „eine Familie zu haben, in der man sich wohlfühlt“ im Mittel eine
1,4 und landet damit auf Rang eins des Rankings. „Freundschaften pflegen“
(1,6) und „eigenverantwortlich leben und handeln“ (1,7) wird ebenfalls mit
einer hohen Wichtigkeit bedacht. Das andere Ende des Rankings zeigt die
Abkehr vom Leben nach dem Laissez-faire-Prinzip (3,3). Auch „sich politisch
zu engagieren“ (3,4) und „Macht und Einfluss zu haben“ (3,6) ist für viele
Leipzigerinnen und Leipziger nicht wichtig.
Im Mittelfeld landen die klassischen Sekundärtugenden „Fleiß und Ergeiz“
und „Gesetz und Ordnung respektieren“. Ebenfalls im Mittelfeld der
aufgezählten Lebensziele erscheint das „Mitspracherecht in Staat und
Gesellschaft“. Während „politisches Engagement“ sowie „Macht und Einfluss“
Vielen unwichtig ist, erreicht das Mitspracherecht deutlich höhere Wertungen
(2,4). Viele Bürger wollen also Politik nicht selbst aktiv gestalten, haben aber
den Willen an Entscheidungen partizipieren zu können.

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Familie, Freunde und ein
eigenverantwortliches
Leben sind Vielen sehr
wichtig

Macht und Einfluss zu
haben ist Vielen
unwichtig

21

Abb. 1-4: Lebensziele und Werteorientierungen
1,4

eine
eineFamilie
Familiehaben,
haben,ininder
derman
mansich
sichwohlfühlt
wohlfühlt
1,6

Freundschaften
Freundschaftenpflegen
pflegen
eigenverantwortlichleben
lebenund
undhandeln
handeln
eigenverantwortlich

1,7

Gesetz
und
Gesetz
undOrdnung
Ordnungrespektieren
respektieren

1,7

gesundheitsbewusst
gesundheitsbewußtleben
leben

1,8

das
dasLeben
Lebengenießen
genießen

1,9

sich
umweltbewusst
sich
umweltbewußtverhalten
verhalten

1,9

für
fürandere
andereda
dasein
sein

1,9

nach
nachSicherheit
Sicherheitstreben
streben

2,0

Kinder
Kinderhaben
haben

2,0
2,1

fleißig
fleißigund
undehrgeizig
ehrgeizigsein
sein
seine
seinePhantasie
Phantasieund
undKreativität
Kreativitätentwickeln
entwickeln

2,4

Mitspracherecht
MitspracherechtininStaat
Staatund
undGesellschaft
Gesellschafthaben
haben

2,4
2,4

einen
einenhohen
hohenLebensstandard
Lebensstandardhaben
haben
2,6

sich
sichfür
fürsoziale
sozialeZwecke
Zweckeeinsetzen
einsetzen
berufliche
beruflicheKarriere
Karrieremachen
machen

2,8

viel
vielGeld
Geldhaben
haben

2,8
3,0

sich
sichund
undseine
seineBedürfnisse
Bedürfnissegegen
gegenandere
anderedurchsetzen
durchsetzen
3,3

dem
demLeben
Lebenseinen
seinenLauf
Lauflassen
lassen

3,4

sich
sichpolitisch
politischengagieren
engagieren
Macht
Machtund
undEinfluss
Einflusshaben
haben

3,6

5

4

3

2

1

Mittelwert 1 = „sehr wichtig“ ... 5 = „vollkommen unwichtig“

Tab. 1-16: Zusammenhänge zwischen den Lebenszielen (Korrelationen)
Ausgewählte Lebensziele
Gesetz und Ordnung respektieren / nach Sicherheit streben
Gesetz und Ordnung respektieren / fleißig und ehrgeizig sein
nach Sicherheit streben / fleißig und ehrgeizig sein
einen hohen Lebensstandard haben / Macht und Einfluss haben
einen hohen Lebensstandard haben / viel Geld haben
einen hohen Lebensstandard haben / fleißig und ehrgeizig sein
einen hohen Lebensstandard haben / berufliche Karriere machen
Macht und Einfluss haben / viel Geld haben
Macht und Einfluss haben / berufliche Karriere machen
viel Geld haben / berufliche Karriere machen
fleißig und ehrgeizig sein / berufliche Karriere machen
gesundheitsbewusst leben / sich umweltbewusst verhalten
eine Familie haben, in der man sich wohl fühlt / Kinder haben
für andere da sein, auch bei Verzicht / Kinder haben
für andere da sein, auch bei Verzicht / sich umweltbewusst verhalten
für andere da sein, auch bei Verzicht / Freundschaften pflegen
für andere da sein, auch bei Verzicht / sich für soziale Zwecke einsetzen
eigenverantwortlich leben und handeln / seine Phantasie und Kreativität entwickeln
eigenverantwortlich leben und handeln / das Leben genießen
eigenverantwortlich leben und handeln / eine Familie haben, in der man sich wohl fühlt
eigenverantwortlich leben und handeln / Freundschaften pflegen
sich politisch engagieren / Mitspracherecht in Staat und Gesellschaft haben
Dargestellt sind alle Zusammenhänge mit r > 0,3

22

Korrelationskoeffizient (r)
0,337
0,311
0,356
0,359
0,567
0,307
0,346
0,374
0,419
0,329
0,422
0,531
0,480
0,309
0,309
0,447
0,387
0,304
0,392
0,307
0,310
0,433

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

In der oben stehenden Tabelle sind alle Paarbeziehungen aufgeführt mit
einem mindestens mittleren statistischen Zusammenhang (r > 0,3). Insgesamt
lassen sich sechs Gruppen finden, die sich durch hohe Korrelationen
zwischen den Merkmalen auszeichnen. Sie sind in der Tabelle jeweils farblich
markiert.
Zwischen beruflicher Karriere und finanziellen Bestrebungen bestehen insgesamt mittlere bis starke Zusammenhänge, z.B. ein hoher Lebensstandard und
viel Geld haben (r=0,567). Insgesamt lässt dies vermuten, dass karrierebewusste Menschen ebenfalls nach Macht und Einfluss sowie nach einem
hohen Einkommen streben. Dazu bedarf es Fleiß und Ehrgeiz.
Weitere enge Zusammenhänge bestehen zwischen einem umweltbewussten
Verhalten und einem gesundheitsbewussten Leben (r=0,531).
Ähnlich stark sind Zusammenhänge zwischen sozialen und familiären
Bestrebungen; also eine Familie zu haben, in der man sich wohl fühlt und
Kinder zu haben (r=0,480) oder für andere da sein und Freundschaften
pflegen (r = 0,447). Dieses Bündel an Lebenszielen wird von den klassischen
Familienmenschen als wichtig erachtet.
Beim Merkmal „eigenverantwortlich leben und handeln“ bestehen
Zusammenhänge mit dem Genuss des Lebens, mit der Pflege von
Freundschaften, mit der Entwicklung der eigenen Kreativität und zum
Wohlfühlen in der Familie. Diese Lebensziele werden also von
selbstbestimmten Menschen als wichtig erachtet.
Zwischen den Werten Sicherheit und Gesetz und Ordnung sowie Fleiß und
Ehrgeiz existieren ebenfalls Zusammenhänge, bei traditionell Eingestellten
werden diese Lebensziele mit hoher Wertigkeit versehen.

Die Korrelationen lassen
vermuten: anhand der
angestrebten Werte gibt
es Karriere- und Einkommensfixierte, Familienmenschen mit sozialer
Ader, Gesundheits- und
Umweltbewusste, Sicherheits- und Ordnungsliebende sowie politisch
Orientierte

Im Folgenden werden nun einzelne Lebensziele in ihren Ausprägungen für
bestimmte Teilgruppen vorgestellt. Die Häufigkeitsverteilungen sagen etwas
über den quantitativen Stellenwert der jeweiligen Werte und Tugenden für die
Bürger der Stadt Leipzig aus und decken Unterschiede zwischen den
Generationen auf.
Tab. 1-17: Gesetz und Ordnung respektieren

Befragte
Gesamt 2010:
davon:
18-34 Jahre
35-49 Jahre
50-64 Jahre
65-85 Jahre

1
sehr wichtig

2
wichtig

3
teils/teils

4
unwichtig

5
vollkommen
unwichtig

Anzahl
926

41

48

Prozent
10

1

0

1,7

231
208
230
257

35
36
43
56

48
52
52
41

16
11
4
3

2
1
0
0

0
0
1
0

1,8
1,8
1,6
1,5

D
1-5

Die vorstehende Tabelle weist aus, dass vornehmlich zustimmende
Haltungen von den Befragten eingebracht wurden. 41 Prozent der Befragten
stimmen hier mit „sehr wichtig“ zu, während nur 1 Prozent für „unwichtig“ bzw.
„vollkommen unwichtig“ plädiert. Für junge Erwachsene nimmt der Respekt
von Gesetz und Ordnung eine etwas geringere Bedeutung an als für ältere.
Tab. 1-18: Einen hohen Lebensstandard haben

Befragte
Gesamt 2010:
davon:
18-34 Jahre
35-49 Jahre
50-64 Jahre
65-85 Jahre

1
sehr wichtig

2
wichtig

3
teils/teils

4
unwichtig

Anzahl
926

12

44

Prozent
35

8

1

2,4

234
207
233
252

17
10
9
9

47
42
42
43

30
37
37
38

5
10
9
8

1
1
2
2

2,2
2,5
2,5
2,5

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

5
vollkommen
unwichtig

D
1-5

23

Eine etwas andere Häufigkeitsverteilung ist im Hinblick auf das Item „hoher
Lebensstandard“ festzustellen. Die Bedeutsamkeit eines hohen Lebensstandards wird nur selten mit „sehr wichtig“ wahrgenommen, eher dominiert die
Feststellung „wichtig“. Ein größerer Teil der Befragten entscheidet sich hier
also für „wichtig“ bzw. „teils/teils“.
Tab. 1-19: Viel Geld haben
1
sehr wichtig
Befragte
Gesamt 2010:
davon:
18-34 Jahre
35-49 Jahre
50-64 Jahre
65-85 Jahre

2
wichtig

3
teils/teils

4
unwichtig

5
vollkommen
unwichtig

D
1-5

Anzahl
921

6

29

Prozent
48

14

3

2,8

234
206
231
250

9
6
4
5

37
27
23
25

42
49
51
52

10
16
20
14

2
3
3
4

2,6
2,8
3,0
2,8

1
sehr wichtig

2
wichtig

3
teils/teils

4
unwichtig

Anzahl
896

11

36

Prozent
29

16

9

2,8

234
206
228
228

22
5
4
4

46
38
25
28

24
43
33
17

6
13
29
21

1
1
10
31

2,2
2,7
3,2
3,5

Tab. 1-20: Berufliche Karriere machen

Befragte
Gesamt 2010:
davon:
18-34 Jahre
35-49 Jahre
50-64 Jahre
65-85 Jahre

5
vollkommen
unwichtig

D
1-5

Die berufliche Karriere hat insbesondere für junge Menschen eine hohe
Bedeutung. 68 Prozent der 18- bis 34-Jährigen geben an, dass es „sehr
wichtig“ bzw. „wichtig“ sei, sich beruflich zu engagieren. Weniger deutlich
geben die 18- bis 34-Jährigen zu erkennen, dass es „sehr wichtig“ und
„wichtig“ sei, viel Geld zur Verfügung zu haben. Ältere Befragte, vornehmlich
im Alter ab 50 Jahren, meinen, dass für sie eine berufliche Karriere keine
vorrangige Bedeutung (mehr) habe. Auch die Bedeutung von „viel Geld“
nimmt mit dem Alter ab.
Tab. 1-21: Phantasie und Kreativität entwickeln

Befragte
Gesamt 2010:
davon:
18-34 Jahre
35-49 Jahre
50-64 Jahre
65-85 Jahre

1
sehr wichtig

2
wichtig

3
teils/teils

4
unwichtig

5
vollkommen
unwichtig

Anzahl
905

19

41

Prozent
29

9

3

2,4

233
204
229
239

28
27
10
4

41
40
47
34

25
27
30
39

6
7
11
13

0
1
2
11

2,1
2,2
2,5
2,9

D
1-5

Die Bedeutung, seine Phantasie und Kreativität entwickeln zu können, nimmt
mit den Lebensjahren sukzessive ab. Nur noch für vier Prozent der
Seniorinnen und Senioren ist Phantasie und Kreativität sehr wichtig, von den
jungen Menschen äußert dies jedoch jeder Vierte.
Tab. 1-22: Nach Sicherheit streben

Befragte
Gesamt 2010:
davon:
18-34 Jahre
35-49 Jahre
50-64 Jahre
65-85 Jahre

24

1
sehr wichtig

2
wichtig

3
teils/teils

4
unwichtig

5
vollkommen
unwichtig

Anzahl
919

26

54

Prozent
17

2

1

2,0

233
205
233
248

28
23
23
27

49
54
57
61

20
22
15
10

2
1
3
1

1
0
1
1

2,0
2,0
2,0
1,9

D
1-5

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Das Streben nach Sicherheit ist ein wichtiges gesellschaftliches Kriterium.
Fast unterschiedslos – also von allen Altersgruppen – äußern gut 80 Prozent
aller Befragten, dass Sicherheit für sie ein hohes Gut ist. Das relativiert die
landläufige Vorstellung von risikobereiten jungen Menschen. Auch für
77 Prozent der unter 35-Jährigen ist „nach Sicherheit streben“ ein „wichtiges“
oder „sehr wichtiges“ Lebensziel.
Tab. 1-23: Fleißig und ehrgeizig sein

Befragte
Gesamt 2010:
davon:
18-34 Jahre
35-49 Jahre
50-64 Jahre
65-85 Jahre

1
sehr wichtig

2
wichtig

3
teils/teils

4
unwichtig

5
vollkommen
unwichtig

Anzahl
921

20

53

Prozent
24

2

1

2,1

234
206
231
250

24
21
15
18

53
49
52
57

21
28
30
19

2
2
1
3

0
0
1
2

2,0
2,1
2,2
2,1

D
1-5

Wie oben bereits ausgeführt, bestehen zwischen „nach Sicherheit streben“
und „fleißig und ehrgeizig zu sein“ signifikante Zusammenhänge. Vermutlich
fußt dies auf der Erkenntnis, dass das Eine ohne das Andere nicht zu
erreichen ist. Es erstaunt, dass Fleiß und Ehrgeiz vor allem für junge
Erwachsene eine hohe Wichtigkeit haben. Die althergebrachten Tugenden
scheinen also wieder eine hohe Bedeutung zu erlangen; vielleicht auch in der
Hoffnung, sich durch Fleiß und Ehrgeiz ein Stück Sicherheit in einem immer
schnelllebigerem Leben zu erarbeiten.
Tab. 1-24: Das Leben genießen

Befragte
Gesamt 2010:
davon:
18-34 Jahre
35-49 Jahre
50-64 Jahre
65-85 Jahre

1
sehr wichtig

2
wichtig

3
teils/teils

4
unwichtig

5
vollkommen
unwichtig

Anzahl
930

35

45

Prozent
18

1

1

1,9

233
207
235
255

57
34
21
14

34
50
57
47

8
15
19
35

0
1
2
3

0
1
1
2

1,5
1,8
2,1
2,3

D
1-5

Das Leben zu genießen ist vielleicht nicht nur als Lebensziel, sondern als
Lebenserkenntnis zu betrachten. Dennoch streben ältere Bürger weniger
danach als jüngere. Für neun von zehn jungen Erwachsenen unter 35 Jahren
ist dieses Lebensziel von „wichtiger“ oder „sehr wichtiger“ Bedeutung. Dies
überrascht außerdem, da Rentnerinnen und Rentner nach einem langen
Arbeitsleben nun doch die Zeit hätten, das Leben zu genießen. Für
erstrebenswert halten es allerdings nur 61 Prozent. Vielleicht ist das
Antwortverhalten mancher Seniorinnen und Senioren auch im Hinblick auf ihr
gesundheitliches Befinden zu erklären, indem ein Lebensgenuss zwar
gewollt, aber nicht mehr umsetzbar ist.
Tab. 1-25: Eine Familie haben, in der man sich wohl fühlt

Befragte
Gesamt 2010:
davon:
18-34 Jahre
35-49 Jahre
50-64 Jahre
65-85 Jahre

1
sehr wichtig

2
wichtig

3
teils/teils

Anzahl
936

70

25

Prozent
4

234
209
233
260

80
74
61
59

16
20
31
38

4
unwichtig

4
4
5
2

5
vollkommen
unwichtig

D
1-5

1

1

1,4

0
2
2
0

0
0
1
1

1,3
1,3
1,5
1,5

Im oben angegebenen Ranking landete „eine Familie zu haben, in der man
sich wohlfühlt“ auf Rang eins. 95 Prozent aller Befragten geben an, dass ein
Streben danach „sehr wichtig“ oder „wichtig“ sei. Die Unterschiede zwischen
Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

25

den Altersgruppen sind zwar gering. Es erstaunt jedoch, dass für jüngere
Erwachsene unter 35 Jahren die Familie die höchste Wichtigkeit hat.
In diese Argumentation fügt sich auch die Bewertung für den Aspekt
„Freundschaften pflegen“ ein. Freundschaften sind für jüngere Erwachsene
wichtiger als für ältere. Im Vergleich zur Familie werden sie etwas seltener als
„sehr wichtig“ erachtet, dennoch bleibt ein sehr hoher Stellenwert.
Betrachtet man die unter 35-Jährigen für sich, erfährt man, was die junge
Erwachsenengeneration im Leben anstrebt. Eine Familie zum Wohlfühlen,
gefolgt von Freundschaften und einem eigenverantwortlichen Leben sowie
der Genuss des Lebens stehen ganz oben in der Wertigkeit. Vielleicht gibt die
junge Erwachsenengeneration den Anstoß dazu, dass also Familie und
Freundschaften,
Eigenständigkeit
und
Lebensgenuss
stärker
zu
gesellschaftsprägenden Prinzipien werden.
Tab. 1-26: Freundschaften pflegen

Befragte
Gesamt 2010:
davon:
18-34 Jahre
35-49 Jahre
50-64 Jahre
65-85 Jahre

26

1
sehr wichtig

2
wichtig

3
teils/teils

4
unwichtig

5
vollkommen
unwichtig

Anzahl
934

49

43

Prozent
7

1

1

1,6

233
207
234
260

63
52
40
35

34
41
50
51

3
6
8
12

1
1
1
0

0
0
1
1

1,4
1,6
1,7
1,8

D
1-5

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

2.

Wohnen und Umziehen

Die Wohnverhältnisse beeinflussen in hohem Maße die Lebensqualität, deren
Entwicklung zu den Hauptzielen der Kommunalpolitik der Stadt Leipzig
gehört. Weiterhin benötigen stadtplanerische Entscheidungen Aussagen zur
Umzugsabsicht und den Umzugszielen der Leipzigerinnen und Leipziger.
Deshalb nimmt das Thema Wohnen und Umziehen regelmäßig einen breiten
Raum in den Leipziger Kommunalen Bürgerumfragen ein.
Da die Wohnverhältnisse in der Regel den gesamten Haushalt betreffen, sind
die Auswertungen zum Teil haushaltsbezogen durchgeführt.
2.1. Wohnsituation
Wohneigentumsquote in
Leipzig auf niedrigem
Niveau

Über 40 Prozent der Leipziger Haushalte wohnen bei einem Privatvermieter,
jeder fünfte in einer Genossenschaftswohnung. Insgesamt haben 87 Prozent
der Haushalte ihre Wohnung oder ihr Haus gemietet. Demgegenüber ist der
Anteil der Haushalte, denen die Wohnung oder das Haus selbst gehört, mit
13 Prozent relativ gering. Leipzig ist also eine Mieterstadt. Im Vergleich zu
anderen ostdeutschen Großstädten ist die Eigentumsquote allerdings auf
ähnlichem Niveau. Trotz Förderung der Eigentumsbildung durch die Stadt
Leipzig hat sie sich ab 2008 nicht mehr erhöht. Im Gegenteil, im Vergleich
zum Vorjahr hat es einen leichten prozentualen Rückgang gegeben.
Dass die Eigentumsquote mit zunehmender Haushaltsgröße hingegen
kontinuierlich ansteigt, ist einleuchtend. Am Stadtrand wohnen bereits vier
von zehn Haushalten in den eigenen vier Wänden. Hier liegt die
Eigentumsquote sogar über dem sächsischen Durchschnitt.
Tab. 2-1: In was für einer Wohnung wohnen Sie?
LWB,
kommunal
Haushalte
Gesamt 2010:
davon Haushaltsgröße:
1 Person
2 Personen
3 Personen
4 und mehr Personen
Gesamt 2009:

Mietwohnung
genos- treuhänsenderisch
schaftverlich
waltet

Anzahl
1008

15

20

8

221
493
170
119
1071

19
11
12
2
14

20
25
8
8
20

8
7
11
8
11

privat

Eigentumswohnung

gemietetes
Haus

eigenes
Haus

woanders

Prozent
43
2

11

1

1

46
37
44
43
38

5
14
20
33
12

0
1
1
2
1

0
1
1
1
1

2
3
3
3
3

Die Frage nach dem Baualter des bewohnten Hauses kann ein Drittel der jüngeren Haushalte (Alter der Bezugsperson unter 35 Jahre) nicht beantworten.
Mit zunehmendem Alter (und damit potenziell längerer Wohndauer) steigt verständlicherweise das Wissen über das Baualter.
Tab. 2-2: Wann wurde das Haus errichtet, in dem sich Ihre Wohnung befindet?

Haushalte
Gesamt 2010:
darunter mit vorwiegender
Einkommensquelle aus:
Erwerbstätigkeit
Arbeitslosenbezüge
Renten
davon Alter der Bezugsperson:
18-34 Jahre
35-54 Jahre
55-85 Jahre

weiß nicht

vor 1919
(Gründerzeit)

Anzahl
993

16

14

1961 bis
1990
(Plattenbau)
Prozent
24
22

1961 bis
1990 (kein
Plattenbau)

ab 1991

6

18

557
49
318

17
11
7

19
7
7

25
35
21

15
26
37

5
3
8

19
18
20

231
319
442

32
12
6

23
14
8

20
31
20

12
16
36

4
5
8

10
22
22

1919 bis
1960

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

27

Weit über ein Drittel der Rentnerhaushalte wohnt in Plattenbauten, die zwischen 1961 und 1990 errichtet wurden. Dieser Wohnungstyp spielt bei jüngeren Haushalten eine untergeordnete Rolle; sie bevorzugen eher Altbauwohnungen aus der Gründerzeit.
Abb. 2-1: Wohnfläche nach Haushaltsgröße
120
gesamt
112,8

pro Person

Wohnungsgröße in m²

100
89,9
80
73,7
60
55,7 55,7
40
36,9
30,0

26,5

20

0
1

Durchschnittsgröße der
Wohnung bei 68 m²

2
3
Personen im Haushalt

4 und mehr

Die Haushalte in Leipzig verfügen über eine Wohnfläche von reichlich 68 m²,
die auf durchschnittlich 2,7 Wohnräume verteilt sind. Das entspricht etwa dem
Vorjahresniveau. Pro Kopf ergeben sich damit eine Fläche von 45,4 m² und
1,8 Wohnräumen. Größere Haushalte benötigen natürlich mehr Wohnfläche
als Ein-Personen-Haushalte, die im Schnitt eine 56 m² große Wohnung
bewohnen. Haushalte mit vier und mehr Personen haben insgesamt etwa die
doppelte Wohnfläche zur Verfügung und pro Person etwas weniger als die
Hälfte davon.
2.2. Miete und Mietbelastung

Tab 2-3: Grundmiete und Gesamtmiete
Haushalte
Gesamt 2010:
darunter:
Singles
Paare mit Kind(ern)
Paare ohne Kind(er)
alleinstehende Rentner
Rentnerpaare
davon mit Haushaltsnettoeinkommen:
unter 1100 €
1100 bis unter 2300 €
2300 bis unter 3200 €
3200 € und mehr:
Gesamt 2009:

28

Anzahl
577

Grundmiete
Median
€
€ pro m²
310
5,12

Anzahl
717

Gesamtmiete
Median
€
€ pro m²
421
7,12

98
100
123
44
130

287
420
350
283
347

5,19
5,00
5,08
5,28
5,09

120
113
148
63
165

380
581
470
380
461

7,15
7,05
7,22
7,09
7,25

101
291
96
73
618

250
317
409
480
314

5,00
5,05
5,17
5,49
4,98

123
378
106
83
771

348
430
590
660
414

6,94
7,05
7,20
7,46
6,95

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Jeder zweite Mieterhaushalt zahlt für die Wohnung einschließlich Heizungsund sonstiger Betriebskosten pro Monat über 420 Euro (Gesamtmiete). Für
die Grund- bzw. Kaltmiete liegt der entsprechende Wert (Median) bei
310 Euro.
Wegen der starken Abhängigkeit von der Wohnungsgröße, was in dem folgenden Streudiagramm verdeutlicht wird, werden die Mieten üblicherweise
pro m² ausgewiesen. 2010 betragen die Werte 5,12 Euro für die Grund- und
7,12 Euro für die Gesamtmiete (jeweils Median). Das bedeutet gegenüber
dem Vorjahr einen Anstieg von 14 bzw. 17 Cent.

Grundmiete steigt
gegenüber 2009 um
2
14 Cent pro m

Abb. 2-2: Wohnfläche und Miete

Es verwundert nicht, dass sich Haushalte mit höherem Einkommen teurere
Wohnungen mit in der Regel besserer Ausstattung und Lage leisten. Bei den
Nebenkosten (berechnet als Differenz zwischen Gesamt- und Grundmiete)
pro m² liegen diese Haushalte jedoch unter dem gesamtstädtischen Wert von
2,00 Euro. Rentnerpaare hingegen geben pro m² 16 Cent mehr für die Heizung und andere Betriebskosten aus.
Die höchsten Grundmieten werden in Wohngebäuden, die ab 1991 erbaut
wurden, verlangt. Hier zahlt man im Mittel (Median) 5,90 Euro für den
Quadratmeter. Auf Rang zwei folgen die Gründerzeitwohnungen mit
5,20 Euro. Am günstigsten wohnt man in Plattenbauten mit 4,81 Euro.
Jeder vierte Mieter wäre grundsätzlich bereit, für eine bessere Wohnungsausstattung oder Modernisierungsmaßnahmen eine höhere Miete zu zahlen.
Bei den Arbeitslosen ist es sogar jeder Dritte. Durch die Obergrenzen bei der
Erstattung der Kosten Unterkunft sind dem bei ALG II-Empfängern aber
faktisch Grenzen gesetzt. Auch bei Befragten mit persönlichen Nettoeinkommen zwischen 1 300 und 2 000 Euro liegt der Anteil bei etwa einem
Drittel. Unter den Leipzigerinnen und Leipzigern mit noch höherem Einkommen (ab 2 000 Euro) würden sogar 39 Prozent mehr Miete für eine besser
ausgestattete oder modernisierte Wohnung zahlen.
Diejenigen Leipziger Haushalte, die Miete zahlen, müssen dafür mehr als ein
Drittel ihres Nettoeinkommens aufwenden. Es ist einleuchtend, dass die Mietbelastung (als Anteil der Gesamtmiete am Haushaltsnettoeinkommen) stark
vom Einkommen abhängt: Haushalte mit weniger als 1 100 Euro im Monat
müssen fast die Hälfte des Einkommens für ihre Wohnung ausgeben; HausStadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Plattenbauten am
preiswertesten

Mehr als ein Drittel des
Einkommens für Miete

29

Mietbelastung in unteren
Einkommensklassen am
höchsten

halte mit mehr als 3 200 Euro zahlen weniger als ein Fünftel davon an ihren
Vermieter.
Die Erhöhung der Mietbelastung um zwei Prozentpunkte gegenüber dem
Vorjahr auf 34 Prozent ist unterschiedlich auf die Einkommensklassen verteilt:
In der untersten Klasse (unter 1 100 Euro), wo schon 2009 43 Prozent des
Einkommens für die Gesamtmiete gezahlt werden mussten, hat sich die
Belastung um 5 Prozent erhöht, aber in der obersten Klasse (ab 3 200 Euro)
nur um 1 Prozent.
Abb. 2-3: Mietbelastung 2009 und 2010 nach Einkommensklassen

Anteil Gesamtmiete am Haushaltsnettoeinkommen

50%
48 %
40%

2009

2010

43 %

30%
29 %

30 %

20%

21 % 22 %
17 % 18 %

10%

0%
unter 1100 €

1100 bis unter 2300 2300 bis unter 3200
€
€

3200 € und mehr

monatliches Haushaltsnettoeinkommen

2.3. Zufriedenheit mit der Wohnung und dem Wohnumfeld

Mehrheit der Leipzigerinnen und Leipziger sind mit
ihrer Wohnung zufrieden

Die Zufriedenheit mit der Wohnsituation wird zunächst allgemein hinsichtlich
der aktuellen Wohnung und des Wohnviertels eingeschätzt. Die Mehrheit der
Leipzigerinnen und Leipziger äußert sich hier „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“. Bezüglich der Wohnung geben 86 Prozent und bezüglich des Wohnviertels 79 Prozent der Befragten so ein positives Urteil ab. Der Mittelwert auf
der Fünferskala von 1 = „sehr zufrieden“ bis 5 = „sehr unzufrieden“ liegt bei
1,9 für die Wohnungs- und bei 2,0 für die Wohnumgebungszufriedenheit. Der
Unterschied kann damit erklärt werden, dass man auf die Gestaltung der
Wohnung viel mehr Einfluss nehmen kann als auf die Wohnumgebung.

Tab 2-4: Zufriedenheit mit der Wohnung und dem Wohnviertel
Baualterstyp
Gesamt 2010:
davon erbaut:
vor 1919 (Gründerzeit)
1919 bis 1960
1961 bis 1990 (Plattenbau)
1961 bis 1990 (kein Plattenbau)
ab 1991
weiß nicht

30

Zufriedenheit mit der Wohnung
Mittelwert
Anzahl
1-5
Befragte
1002
1,9
164
252
191
59
206
109

1,9
1,9
2,1
2,0
1,7
2,0

Zufriedenheit mit dem Wohnviertel
Mittelwert
Anzahl
1-5
Befragte
983
2,0
161
247
187
56
203
108

1,9
2,1
2,2
1,9
1,9
2,2

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Am höchsten ist die Wohnungszufriedenheit bei Bewohnern von Häusern, die
nach 1990 erbaut wurden, ausgeprägt (Mittelwert 1,7). Auf Rang zwei der
Zufriedenheitsskala folgen die Bewohner von Gründerzeitbauten (1,9). Die
unmittelbare Wohnumgebung wird von beiden Befragtengruppen jedoch fast
identisch eingeschätzt (jeweils 1,9). Das Schlusslicht bilden die Bewohner in
Plattenbauten (Mittelwert 2,1 bzw. 2,2), was jedoch insbesondere daran liegt,
dass es dort weniger sehr zufriedene Bewohner gibt als in den anderen Baualterskategorien.
Als Gründe für eine Unzufriedenheit mit der Wohnsituation werden Lärm
(20 Prozent der Antwortenden), schlechter Bauzustand und unangenehme
Mieter (jeweils 16 Prozent), schlechte Infrastruktur und zu teure Miete (jeweils
15 Prozent) sowie andere Ursachen genannt.

Lärm ist ein Hauptgrund für
Unzufriedenheit mit der
Wohnung

Abb. 2-4: Zufriedenheit mit der Wohnung und dem Wohnumfeld
Wie zufrieden
oder unzufrieden
sind Sie ganz
allgemein mit ... ?

Wohnung

Wohnviertel

Beleuchtung des
Hauseinganges

Wie zufrieden oder unzufrieden sind Sie mit einzelnen
Aspekten Ihres Wohngebäudes und Wohnumfeldes?

Sauberkeit des
Treppenhauses
Zustand des
Treppenhauses
Sauberkeit der
Grünanlagen
Sauberkeit der
Müllstandsflächen
Zustand der HofAnlagen
Persönliche Sicherheit
Sicherheit der
Hauseingangstür
Gestaltung des
Hauseingangsbereichs
Attraktivität der
Außenanlagen
Spielplatzangebot

Parkplatzsituation
3,0

2,8

2,6

2,4

2,2

2,0

1,8

Mittelwert von 1 = "sehr zufrieden" ... 5 = "sehr unzufrieden"

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

31

Zufriedenheit mit der
Wohnung größer als mit
der Wohnumgebung

Die Zufriedenheit mit der Wohnsituation wird sicher von einem ganzen Spektrum an Einzelmerkmalen beeinflusst. Einige ausgewählte Aspekte waren von
den Befragten zu bewerten. Eine Gesamtauswertung ist in Abb. 2-4 zu finden.
Mit den aufgeführten Einzelaspekten sind die Befragten im Durchschnitt weniger zufrieden als mit der Wohnung und dem Wohnviertel im Ganzen.
Während es an der Beleuchtung des Hauseinganges oder der Sauberkeit des
Treppenhauses noch relativ wenig auszusetzen gibt, werden das
Spielplatzangebot (von der entsprechenden Zielgruppe) oder die Parkplatzsituation schon kritischer gesehen. Da die Parkmöglichkeiten gebietsweise
sehr unterschiedlich sind, verwundert es nicht, dass dieser Aspekt am Stadtrand (inklusive Plattenbausiedlungen) deutlich zufriedener eingeschätzt wird
als in der Innenstadt oder dem Innenstadtrand.
2.4. Lärmbelästigung in der Wohnung bzw. Wohnumgebung
Als Störquelle Nummer Eins wird von den unzufriedenen Mietern – wie bereits
oben erwähnt – ruhestörender Lärm angegeben. Ruhige Wohnlagen werden
deshalb in der Regel bevorzugt, was sich auch im Mietpreis niederschlägt. In
einer Großstadt wie Leipzig gibt es die verschiedensten Lärmquellen, von
denen die Bewohner unterschiedlich betroffen sein können.

Abb. 2-5: Lärmbelästigung nach Stadtbezirken

Lärmquelle Nummer Eins
ist Straßenverkehr

32

Die Karte zeigt, dass sich die Mehrzahl der Leipzigerinnen und Leipziger von
keiner der angegebenen Lärmarten stark oder sogar sehr stark beeinträchtigt
fühlen. Die Mittelwerte auf einer fünfstufigen Lärmskala liegen zwischen 3 =
„mittlere Belastung“ und 5 = „überhaupt keine Belastung“.
In einer Stadt mit einem verzweigten Straßennetz wird der durch den Straßenverkehr verursachte Lärm fast flächendeckend mehr oder weniger stark
wahrgenommen. Deshalb fühlen sich die Leipzigerinnen und Leipziger von
dieser Geräuschkulisse noch am meisten beeinträchtigt (Mittelwert 3,4). SpitStadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

zenreiter bei dieser Lärmbelastung ist der Stadtbezirk Mitte, wo immer noch –
bis zur Fertigstellung des Mittleren Ringes – einige Bundesstraßen aufeinander treffen. Am wenigsten stört der Straßenverkehrslärm im Stadtbezirk
West.
Wenn auch die Transportmittel auf der Schiene und in der Luft von der Anzahl
her weniger sind als die auf den Straßen verkehrenden Fahrzeuge, verursachen sie in ihrem Umfeld einen nicht unerheblichen Lärm. Der Durchschnittswert der Lärmbelastung sowohl durch den Schienen- als auch den
Luftverkehr liegt jeweils bei 4,0. Das entspricht einer schwachen Belastung,
was aber kein Grund zur Entwarnung ist: Denn wenn man sich die obige
Karte genauer ansieht, stellt man fest, dass im Stadtbezirk Alt-West der
Luftverkehr die dominierende Lärmquelle ist. Auch in Nordwest ist die
Belastung durch den Luftverkehr ähnlich hoch. Das verwundert nicht, denn
beide Stadtbezirke liegen teilweise unter der kurzen Südabkurvung des
Flughafen Leipzig-Halle. Aber auch in den Stadtbezirken West und Südost
liegt der Störpegel aus der Luft über dem von der Schiene, wenngleich in
beiden Fällen der Straßenlärm noch an erster Stelle steht.
Der Stadtbezirk Mitte steht außer beim Straßen- auch beim Baustellenlärm
und solchem Lärm, der von Veranstaltungen, Gaststätten oder Freisitzen usw.
ausgeht, an erster Stelle, dicht gefolgt vom Stadtbezirk Süd.
Am wenigsten werden die Leipzigerinnen und Leipziger durch Industrie- oder
Gewerbelärm gestört, wenn er denn überhaupt vorhanden ist.

In Alt-West dominiert
Fluglärm

Geringe Belastung durch
Industrie- und
Gewerbelärm

2.5. Umzug
2.5.1. Umzugspotenzial
Jeder neunte Befragte hat die Absicht geäußert, innerhalb der nächsten zwei
Jahre auszuziehen. Weitere 28 Prozent wollen dies möglicherweise tun.
Damit hat sich in der Summe das Umzugspotenzial (Umzugsabsicht „ja“ und
„möglicherweise“) von 42 Prozent im Vorjahr auf 39 Prozent leicht reduziert.
Besonders stark hat das Umzugspotenzial in der Altersgruppe der 35- bis 49Jährigen abgenommen, wo es 2009 mit 46 Prozent noch zehn Prozentpunkte
über dem aktuellen Wert lag. Auffällig ist der Rückgang auch bei den Männern, von denen im Vorjahr noch 8 Prozent mehr eine feste Umzugsabsicht
äußerten.

Umzugspotenzial
leicht gesunken

Die räumliche Mobilität ist stark altersabhängig: In der Altersgruppe von 18 bis
34 Jahre hat jeder Vierte die feste Absicht, innerhalb der nächsten beiden
Jahre auszuziehen, bei den 65- bis 85-Jährigen ist es nur noch jeder Fünfzigste. Auch bei denjenigen, die eventuell umziehen würden, geht der Anteil
mit zunehmendem Alter von 40 Prozent auf 13 Prozent zurück.
Tab 2-5: Haben Sie vor oder sind Sie gezwungen, in den nächsten zwei Jahren aus Ihrer jetzigen
Wohnung auszuziehen?
ja
Befragte
Anzahl
Gesamt 2010:
986
davon:
412
männlich
574
weiblich
darunter Stellung im Erwerbsleben:
482
Erwerbstätige
64
Arbeitslose
299
Rentner/Pensionäre
37
Studenten/Schüler
Gesamt 2009:
1090

nein

11

möglicherweise
Prozent
28

10
12

27
28

63
60

13
15
2
29
15

27
42
19
38
27

60
43
79
32
58

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

61

33

nein

Abb. 2-6: Umzugsabsicht und Alter

35%

72%
85%

möglicherweise

Umzugsabsicht

64%

40%

28%
ja

24%
25%

13%
8%

18-34

4%

35-49

50-64

65-85

Alter

Aber nicht nur die Umzugsbereitschaft, auch die Umzugsentfernung sinkt mit
den Lebensjahren. Von den Befragten im Rentenalter, die angeben, bestimmt
oder möglicherweise ausziehen zu wollen, möchten drei Viertel im selben
Wohnviertel oder Stadtbezirk wohnen bleiben; bei den 18- bis 34-Jährigen
sind dies 47 Prozent.
Tab 2-6: Falls Sie umziehen wollen: Wo wollen Sie nach dem Umzug wohnen?

Befragte
Gesamt 2010:
davon:
männlich
weiblich
davon:
18-34 Jahre
35-49 Jahre
50-64 Jahre
65-85 Jahre
Gesamt 2009:

Über zwei Drittel der
Umzugswilligen möchten
in Leipzig bleiben

34

in einem
in
anderen
in einem
in der Sachsen
in einem
der
anderen näheren (außer
neuen der alten
im
StadtUmgeLeipzig
Bundes- Bundes- Ausland
bezirk
bung
und
länder
länder
Leipzigs Leipzigs Umge(mit
bung)
Berlin)
Prozent
17
10
4
3
9
5

im
selben
Wohnviertel
wie
bisher

im
selben
Stadtbezirk

Anzahl
322

28

24

125
197

31
26

23
25

18
16

9
11

3
4

3
4

8
10

5
4

144
78
61
39
403

22
31
39
38
26

25
18
24
36
26

18
14
20
14
19

9
14
8
7
8

4
5
3
2
4

5
1
2
0
4

12
10
2
0
8

5
7
3
3
4

Unter allen Umzugswilligen wollen über zwei Drittel nicht aus Leipzig wegziehen, über die Hälfte möchte nicht einmal in einen anderen Stadtbezirk
wechseln. Somit kann man vermuten, dass bei einem Umzug die Suche nach
einer passenderen Wohnung im Vordergrund steht. Tatsächlich stehen bei
den angeführten Hauptumzugsgründen insgesamt solche im Vordergrund, die
sich auf die gegenwärtige Wohnung beziehen (Wohnung ist zu klein, zu groß,
zu teuer, zu laut, in schlechtem Zustand, ...). Berufliche Gründe bzw. die Aufnahme eines Studiums oder einer Ausbildung, die oftmals mit einem
Ortswechsel verbunden sind, werden von jedem fünften Umzugswilligen
Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

angegeben. Dahinter folgen familiäre Gründe, wie eine Haushaltsgründung
oder eine Scheidung.
Abb. 2-7: Umzugsgründe
20%

berufliche Gründe bzw. Aufnahme eines Studiums
Wohnung ist zu klein

13%

familiäre Gründe

13%

Erwerb von Haus-/Wohneigentum

8%

allgemein zu hohe Miete bzw. Betriebskosten

8%
5%

gesundheitliche Gründe
anderes Wohnviertel ist attraktiver

5%

Überschreiten der Miet-Obergrenze

4%

Wohnung/Gebäude ist in schlechtem Zustand
Wohnviertel ist zu laut bzw. zu dicht bebaut
Wohnung ist zu groß

4%
3%
3%

Entmietung, Abriss
anderer Grund

13%

2.5.2. Anforderungen an die künftige Wohnung
Da eine zu kleine Wohnung zu den Hauptumzugsgründen zählt, verwundert
es nicht, dass die Fläche der künftigen Wohnung im Mittel um 5 m² größer als
die Grundfläche der gegenwärtigen Durchschnittswohnung sein soll.
Gegenwärtig liegt die durchschnittliche Wohnungsgröße bei 68 m². Bei der
Anzahl der Wohnräume wird ein Wert von 3,0 angestrebt, der ebenfalls
deutlich über dem aktuellen Mittelwert von 2,7 liegt. Für die größere Wohnung
würden die umzugswilligen Haushalte auch 50 Euro mehr Gesamtmiete im
Monat zahlen.
Bei einem Wohnungswechsel werden eindeutig Altbauten (Gründerzeit oder
andere Altbauten vor 1990) bevorzugt. Ein Drittel der Befragten, die an einen
Umzug denken, würde auch in einen Neubau (ab Baujahr 1991) ziehen. Plattenbauwohnungen werden von 7 Prozent benannt. Bei den Umzüglern im
Rentenalter sind sie recht beliebt: 27 Prozent von ihnen geben dem
Plattenbau den Vorrang; fast ebenso viele bevorzugen eine Altbauwohnung.
Bei der Suche nach einer neuen Wohnung spielen nicht nur der Ort, die
Größe, die Miete oder die Gebäudeart, sondern auch verschiedene Ausstattungs- und Lagemerkmale eine Rolle. Einige ausgewählte Merkmale sollten
von den Befragten hinsichtlich ihrer Wichtigkeit bei einem Wohnungswechsel
eingeschätzt werden.
Wärmedämmung bzw. Energieeffizienz spielen beim Wohnungsbau bzw. bei
der Sanierung von Wohngebäuden aus ökologischen Gründen und wegen
steigender Heizkosten zunehmend eine Rolle. Auch bei einem anstehenden
Umzug ist das für die meisten Betroffenen ein wichtiges Thema. Es steht
sogar an der Spitze unter den sieben vorgegebenen Ausstattungsmerkmalen
auf einer Skala von 1 = „sehr wichtig“ bis 5 = „überhaupt nicht wichtig“.
Dicht dahinter folgt der Balkon, den insbesondere die 65- bis 85-Jährigen
nicht missen möchten. Für diese Altersgruppe sind bei einem potenziellen
Umzug natürlich auch ein Aufzug, eine seniorengerechte Ausstattung und
Schwellenfreiheit von überdurchschnittlicher Bedeutung.
Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Künftige Wohnung sollte
5 m² größer sein als
gegenwärtige

Altbauwohnungen werden
bei Umzug bevorzugt

Wärmedämmung und
Energieeffizienz wichtig für
künftige Wohnung

35

36

Freizeitangebote für
Senioren

Freizeitangebote für
Kinder und Jugendliche

1

ruhiges, verkehrsarmes
Wohnumfeld

Nähe zu Parks und
Grünanlagen

Nähe zu Kindergarten
bzw. Schule

Nähe zu medizinischen
Versorgungseinrichtungen

Nähe zu
Einkaufsmöglichkeiten

ausreichend
Parkmöglichkeiten

gute Anbindung an den
ÖPNV

Wichtigkeit (1 = "sehr wichtig" ... 5 = "überhaupt nicht wichtig")

Parkett bzw.
Laminat

Einbauküche

senioren
gerechte/freundliche
Ausstattung

Wärmedämmung,
Energieeffizienz

Schwellenfreiheit

Aufzug

Balkon

Wichtigkeit (1 = "sehr wichtig" ... 5 = "überhaupt nicht wichtig")

Abb. 2-8: Wichtigkeit einzelner Ausstattungsmerkmale bei einem Umzug nach Altersgruppen
1
18-34 Jahre
35-49 Jahre

50-64 Jahre
65-85 Jahre

2

3

4

Abb. 2-9: Wichtigkeit einzelner Lagemerkmale bei einem Umzug nach Altersgruppen
18-34 Jahre
35-49 Jahre

50-64 Jahre
65-85 Jahre

2

3

4

5

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Ältere Menschen sind nicht mehr so mobil und haben öfter gesundheitliche
Beschwerden. Deshalb steht für sie bei einer Wohnungssuche eine gute
Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und die Nähe zu Einkaufsmöglichkeiten und medizinischen Versorgungseinrichtungen besonders im Vordergrund. Bei den Lagemerkmalen ruhiges, verkehrsarmes Wohnumfeld, Grünanlagen und ausreichend Parkmöglichkeiten sind die Altersunterschiede
geringer. Die Nähe zu Kindergarten und Schule sowie Freizeitangebote für
Kinder und Jugendliche sind natürlich für ältere Wohnungssuchende weit
weniger wichtig als für jüngere, die dagegen (noch) kein Interesse an Freizeitangeboten für Senioren haben.

Gute ÖPNV-Anbindung
wichtig für künftige
Wohnung

Tab 2-7: Welcher Art soll das Gebäude sein, in dem sich Ihre künftige Wohnung befinden soll?
Haushalte
Anzahl
Gesamt 2010:
293
davon:
119
männlich
174
weiblich
davon:
133
18-34 Jahre
68
35-49 Jahre
54
50-64 Jahre
38
65-85 Jahre
darunter Stellung im Erwerbsleben:
158
Erwerbstätige
53
Rentner/Pensionäre
davon mit persönlichem
Nettoeinkommen:
86
unter 700 Euro
99
700 bis unter 1300 Euro
62
1300 bis unter 2000 Euro
34
2000 und mehr Euro

Gründerzeit
(bis 1919)

Plattenbau
(vor 1990)

anderer Altbau
(vor 1990)

Neubau
(ab 1991)

28

7

33

32

27
29

7
7

34
32

32
33

34
34
8
10

2
5
14
27

36
30
34
18

27
31
44
45

29
19

2
22

34
17

35
42

33
22
24
41

9
9
4
0

31
41
34
15

27
29
38
44

Prozent

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

37

38

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

3.

Kommunale Lebensbedingungen, Kommunalpolitik und räumliche
Identität

3.1

Politikinteresse, Bürgerbeteiligung und Informiertheit
zu städtischen Finanzen

Der allgemeine Rückgang des politischen Interesses, der schon zu Beginn der
1990er Jahre einsetzte, hat sich im Verlauf der vergangenen 20 Jahre
offensichtlich weiter fortgesetzt. Die Stabilisierung einer veränderten Lebensweise lässt offenbar zunehmend weniger Raum für eine aktive Zuwendung zu
allgemeinen politischen Problemen. Der sichtbar deutliche Interessenrückgang könnte allerdings auch in der Weise interpretiert werden, dass politische
Entscheidungen kaum noch auf die Akzeptanz einer Mehrheit der Bürgerschaft treffen. Zwar schätzt es die Bürgerschaft, ein Mitspracherecht in der
Gesellschaft zu haben (siehe Kap. 1.3), allerdings verliert sich dieses häufig
beim generellen politischen Interesse und Engagement.
Das allgemeine und kommunalpolitische Interesse erreichte nach dem
deutlichen Rückgang seit 1990 in der Erhebungswelle 2008 sein Minimum.
1991 äußerten noch 54 Prozent die Meinung, sich allgemein für Politik zu
interessieren, danach lauteten die Werte 48 Prozent (1998), 41 Prozent
(2005), und im Jahr 2008 waren es nur noch 36 Prozent, die ein starkes allgemeines Politikinteresse verspürten. 2010 gibt es erstmalig leichte Zuwächse
auf 40 Prozent. Auch der Anteil derjenigen, die „stark“ und „sehr stark“ an
kommunaler Politik interessiert sind, erhöht sich leicht auf 37 Prozent.
Insbesondere junge Menschen im Alter bis zu 34 Jahren waren unterdurchschnittlich am politischen Geschehen interessiert, vornehmlich an Kommunalpolitik. Im Jahr 2008 bekundeten nur noch 23 Prozent, sich „sehr stark“ oder
„stark“ für kommunale Politik zu interessieren. Hochschulabsolventen fühlen
sich traditionell stärker von kommunalpolitischen Themen angesprochen,
aktuell haben 45 Prozent ein „starkes“ oder „sehr starkes“ Interesse, vier
Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.
Reicht der neue Trend, um eine neue politische Offensive auszulösen? Die
aktuellen Zahlen der Leipziger Bürgerumfrage lassen vermuten, dass sich
mittlerweile mehr junge Menschen stärker politisch engagieren. Der Anteil bei
den unter 34-Jährigen, die ein starkes allgemeines politisches Interesse
haben, ist um 4 Prozentpunkte gestiegen. Bei den kommunalpolitisch
Interessierten fand eine Stabilisierung statt (+1 Prozentpunkt). Angesichts
dessen könnten junge, ehrgeizige Personen sich stärker in die Parteienpolitik
einmischen und eventuell sogar den Parteienbestand insgesamt verjüngen.

Das kommunalpolitische
Interesse ist zunächst
deutlich zurück gegangen

Im Jahr 2010 ist ein leichter Anstieg des politischen
Interesses messbar

Abb. 3-1: Allgemeines und kommunalpolitisches Interesse im Zeitvergleich
Allgemeines politisches Interesse
Kommunalpolitisches Interesse
100 %
19

15

9

80 %
32

100 %
10

26

11

sehr stark

13

80 %
29

35

7

7

8

28

27

29

43

44

16

16

14

5

6

5

2005

2008

2010

33

stark

33
60 %

21

60 %

40

mittel
40 %

43
36

46

40 %

44

41

schw ach
20 %

20 %
7

9

0%
1991

1998

43

42

12

11

4

7

5

2005

2008

2010

11

1

33

0 0 %

5

0 %

0 %

überhaupt nicht
0%

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

5
1991

10
1998

39

Junge Menschen wenden
sich wieder stärker politischen Interessen zu

Das Interesse an allgemeiner Politik hat mittlerweile die kommunale
Politik überholt

Vor allem bei den sehr jungen Erwachsenen unter 25 Jahren hat das
politische Interesse – entgegen dem Langzeittrend – seit 2008 deutlich
zugenommen. Interessierten sich 2008 noch 22 Prozent „sehr stark“ und
„stark“ für Politik im Allgemeinen, sind es 2010 schon 30 Prozent. Für
Kommunalpolitik interessiert sich aktuell jeder vierte junge Erwachsene, das
sind 9 Prozentpunkte mehr als noch 2008.
Das Interesse für allgemeine Politik, das sich zu Beginn der 1990er Jahre
zunächst weniger deutlich akzentuierte als das Interesse für die unmittelbare
kommunale Politik in Leipzig, hat zwischenzeitlich die kommunale Leipziger
Politik wieder überholt. Betrachtet man beispielsweise die Gruppe der Hochschulabsolventen, so ist zu vermerken, dass diese sich insgesamt stärker für
die allgemeine Politik interessieren; die kommunale Politik wird insoweit etwas
vernachlässigt. Ebenso ist zu vermerken, dass sich auch Absolventen von
Fachhochschulen stärker für allgemeine Politik interessieren als für die
kommunale Politik in Leipzig, die Unterschiede sind allerdings nur gering
ausgeprägt. Bemerkenswert ist im Übrigen schon seit längerer Zeit, dass sich
männliche Befragte deutlich häufiger mit allgemeiner bzw. kommunaler Politik
beschäftigen als Frauen.

Tab. 3-1: Allgemeines politisches Interesse
1
sehr stark
Befragte
Anzahl
Gesamt 2010:
2974
davon:
1330
Männlich
1644
Weiblich
davon:
689
18-34 Jahre
704
35-49 Jahre
712
50-64 Jahre
868
65-85 Jahre
darunter Stellung im
Erwerbsleben:
1450
Erwerbstätige
169
Arbeitslose
976
Rentner/Pensionäre
108
Studenten/Schüler
davon mit höchstem berufl. Abschluss:
609
Hochschule/Universität
258
Fachhochschule
581
Meister/Techniker/Fachschule
1069
Berufsausbildung/Teilfacharbeiter
150
(noch) ohne Berufsausbildung
Gesamt 2008:
1576
Gesamt 2005:
1043
Gesamt 1998:
1671

2
stark

3
mittel

4
schwach

5
überhaupt
nicht

11

29

Prozent
44

11

5

2,7

15
7

34
25

38
50

9
13

4
5

2,5
2,8

9
9
12
13

26
25
33
36

43
50
45
39

13
12
7
8

8
3
3
4

2,8
2,8
2,6
2,6

10
9
13
13

27
26
34
32

47
46
41
39

12
13
8
12

5
6
4
4

2,7
2,8
2,6
2,6

19
13
13
7
13
10
9
15

39
36
32
25
30
26
32
33

35
40
46
48
44
46
43
41

6
9
8
14
9
11
12
9

1
2
2
6
5
6
4
3

2,3
2,5
2,5
2,9
2,6
2,8
2,7
2,5

D
1-5

Ein weiterer Aspekt kommunaler Lebensbedingungen betrifft die Beteiligungsmöglichkeiten an der Leipziger Stadtentwicklung. Insbesondere von Seiten
des Stadtplanungsamtes sowie des Amtes für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung fanden Veranstaltungen statt, zu denen die Bürger
geladen waren.
Bereits in der Kommunalen Bürgerumfrage 1997 wurden die Bürger nach ihrer
Teilnahme an Beteiligungsmöglichkeiten der Stadtentwicklung befragt. Im
Vergleich zur aktuellen Bürgerumfrage ergibt sich ein differenzierter Befund.

40

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Tab. 3-2: Beteiligungsmöglichkeiten an Leipzigs Stadtentwicklung
Haben Sie sich selbst in den vergangenen zwei Jahren an Aktivitäten beteiligt, um die Stadtentwicklung mit zu beeinflussen?
1 Teilnahme an Informationsveranstaltungen zur
2 Teilnahme an Workshops zur Stadtentwicklung
Stadtentwicklung
3 Mitwirkung in Bürgerinitiativen oder Bürgervereinen
4 aktive Bürgerbeteiligung an Planungs- und
Gestaltungsprozessen
1
Befragte
Gesamt 2010:
davon:
männlich
weiblich
davon:
18-34 Jahre
35-49 Jahre
50-64 Jahre
65-85 Jahre
darunter Stellung im Erwerbsleben:
Erwerbstätige
Arbeitslose
Rentner/Pensionäre
davon mit höchstem beruflichen Abschluss:
Hochschule/Universität
Fachhochschule
Meister/Techniker/Fachschule
Berufsausbildung/Teilfacharbeiter
Gesamt 1997:

3

4

3

8

5

17
14

4
2

10
7

6
4

230
242
232
261

10
15
23
15

4
1
6
2

9
8
11
6

6
5
7
0

480
63
287

15
20
15

4
4
2

9
7
6

6
4
2

195
87
166
360
1458

19
22
23
11
20

5
5
3
2
1

16
9
13
6
5

8
6
5
5
2

Anzahl
966

15

405
561

2
Prozent

Im Jahr 1997 beteiligten sich rund 20 Prozent der Bürgerschaft an Informationsveranstaltungen zur Stadtentwicklung. Der Zuspruch zu den Planungsund Gestaltungsprozessen war damals recht hoch. 2010 nehmen diese
Möglichkeiten weniger Bürgerinnen und Bürger wahr; insgesamt ein Minus
von 5 Prozentpunkten. Bei allen weiteren aufgeführten Beteiligungsmöglichkeiten gibt es – ausgehend von einem geringen Niveau – Zuwächse. Dies ist
in qualitativer Hinsicht nennenswert, da es sich bei diesen Instrumenten der
Beteiligung um aktive Mitgestaltung und nicht nur um die reine Information
handelt. Hervorzuheben ist hierbei die Mitwirkung in Bürgerinitiativen oder
Bürgervereinen. 2010 engagierten sich 8 Prozent in derartigen Gemeinschaften, was immerhin einem Zuwachs von 3 Prozentpunkten entspricht. Aus
aktueller Sicht kann also resümiert werden, dass sich Bürgerinnen und Bürger
zunehmend über Bürgervereine und Bürgerinitiativen in die Planungen der
Stadt einbringen.
An den Informationsveranstaltungen zur Stadtentwicklung beteiligen sich
überwiegend Bürger im Alter zwischen 50 und 64 Jahren, in Planungs- und
Gestaltungsprozessen lassen vorwiegend Hoch- und Fachschulabsolventen
ihre Kompetenz einfließen. Insgesamt kann davon ausgegangen werden,
dass sich zunehmend mehr Bürgerinnen und Bürger der Stadt für Planungsund Gestaltungsprozesse interessieren und sich hierfür einbringen.
Wenn sich die Bürgerinnen und Bürger zu städtischen Planungen einbringen
möchten, sind Informationen zur Haushaltslage der Stadt Leipzig von Nöten.
Die Leipzigerinnen und Leipziger wissen allerdings recht wenig über das
„Stadtsäckel“. Vier von zehn Leipzigern fühlen sich schlecht zum städtischen
Haushalt informiert; aber nur einer von zehn gibt an, einen guten Informationsstand zu haben. Auf ein mangelndes Interesse der Bürgerschaft ist das
Informationsdefizit nicht zurückzuführen, denn rund 75 Prozent der Befragten
wünschen sich mehr Auskünfte zur städtischen Haushaltssituation.
Insbesondere leitende Angestellte und Beamte sind bestrebt, Informationen
zum städtischen Haushalt zu erhalten. Bei Männern ist der Informationsbedarf
etwas höher als bei Frauen.

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Zunehmend mehr Bürgerinnen und Bürger
beteiligen sich an
Planungs- und Gestaltungsprozessen

Bürgerinnen und
Bürger wünschen sich
mehr Auskünfte zum
städtischen Haushalt

41

Tab. 3-3: Informiertheit über die Finanzen und den Haushalt der Stadt Leipzig
Befragte
Gesamt 2010:
davon:
männlich
weiblich
davon:
18-34 Jahre
35-49 Jahre
50-64 Jahre
65-85 Jahre
darunter Stellung im
Erwerbsleben:
Erwerbstätige
Rentner/Pensionäre

1
sehr gut

2
gut

Anzahl
973

1

10

463
510

1
1

10
10

232
209
242
290

0
1
2
1

477
331

0
1

3.2

3
teil/teils
Prozent
52

4
schlecht

5
sehr schlecht

D
1-5

33

5

3,3

50
54

34
31

5
5

3,3
3,3

8
11
9
12

52
51
51
54

35
32
35
28

5
6
4
5

3,4
3,3
3,3
3,2

11
11

52
52

33
30

4
6

3,3
3,3

Kommunalpolitische Schwerpunkte aus Bürgersicht

Wirtschaftsförderung, Grundsicherung für Bedürftige, elementare Daseinsvorsorge und Pflege des kulturellen und baulichen Erbes sind Aufgabenbereiche der Stadt Leipzig. Schon in den Jahren 2003 und 2005 wurden die
Bürger gefragt, wie wichtig für sie diese Aufgaben sind.
Abb. 3-2: Bedeutsamkeit zentraler kommunalpolitischer Aufgaben
1,3
1,4

Wirtschaftsförderung
1,6
1,9
1,8
2,0

elementare Daseinsvorsorge

2,0
Grundsicherung für Bedürftige

1,8
1,9

Erhaltung und Pflege von
Leistungen und Werten aus Kunst,
Kultur und Architektur

2,4
2,3
2,2
5

Die Bedeutsamkeit zentraler kommunalpolitischer Aufgaben hat sich
zwischen 2003 und 2010
relativiert

42

4
3
2
Mittelwert von 1 = "sehr wichtig" . . .5 = "überhaupt nicht wichtig"

2003
2005
2010
1

Die Bedeutsamkeit zentraler kommunalpolitischer Aufgaben hat sich im Zeitraum von 2003 bis zum Jahr 2010 offensichtlich relativiert. Wie Abb. 3-2 zeigt,
sind die Unterschiede in der Wertigkeit geringer geworden.
Wirtschaftsförderung, die Ansiedlung von Investoren, Unternehmern und
Existenzgründern waren im Jahr 2003 sehr wichtig. Sukzessive fand ein
Bedeutungsrückgang statt. Dennoch, der Mittelwert von 1,6 (1 = „sehr wichtig“
bis 5 = „überhaupt nicht wichtig“) bescheinigt immer noch eine hohe Relevanz.
Auch im Hinblick auf die elementare Daseinsvorsorge ist ein leichter
Rückgang einzuschätzen, der sich z.B. auf die Bereiche Katastrophenschutz,
Ver- und Entsorgung, Wasser/Abwasser, Strom, Gas und Abfall erstreckt.
Auch hier kann allerdings nicht von einem starken Leistungsrückgang
ausgegangen werden.
Im Hinblick auf die Grundsicherung für bedürftige Menschen, wozu Sozialhilfe,
Jugendhilfe und Wohngeld zu zählen ist, kann in etwa von einem Gleichstand
ausgegangen werden – hier hat sich das Ausgangsniveau 2005 zunächst
etwas erhöht, um dann auf den Stand von 2010 leicht zurück zu gehen. Der
Pflege des kulturellen und baulichen Erbes wird zunehmend Bedeutung
beigemessen – hierzu zählen die Erhaltung und Pflege von Leistungen und
Werten vergangener Jahrhunderte aus Kunst, Kultur und Architektur.
Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Insgesamt betrachtet ist die Bedeutsamkeit zentraler kommunalpolitischer
Aufgaben aus der Sicht der Bürgerschaft hinreichend gesichert. Allerdings
sind Aussagen zur Wirtschaftsförderung, zur Ansiedlung von Investoren,
Unternehmen und Existenzgründern seit dem Jahr 2003 deutlich zurückgegangen. Im Hinblick auf die Wirtschaftsförderung gaben z.B. im Jahr 2003
noch 77 Prozent der Befragten an, dass dieser Aspekt „sehr wichtig“ sei. Im
Jahr 2010 äußerten dies nur noch 58 Prozent der Befragten.
Tab. 3-4: Bedeutsamkeit von Wirtschaftsförderung, Grundsicherung für Bedürftige, elementare
Daseinsvorsorge und Erhaltung und Pflege von Leistungen vergangener Jahrhunderte
1
Wirtschaftsförderung
Befragte
Gesamt 2010:
davon:
männlich
weiblich
davon:
18-34 Jahre
35-49 Jahre
50-64 Jahre
65-85 Jahre
darunter Stellung im Erwerbsleben:
Erwerbstätige
Rentner/Pensionäre
Gesamt 2005:
Gesamt 2003:

2
Grundsicherung

3
elementare
Daseinsvorsorge
Anteil „sehr wichtig“ in Prozent
36
38

4
Pflege des Erbes

Anzahl
960

58

459
501

59
56

32
40

36
40

28
27

235
210
232
283

57
49
64
62

28
41
44
37

24
38
41
53

28
28
25
30

477
323
909
2867

60
60
70
77

28
40
49
38

30
50
41
35

25
29
25
20

Im Hinblick auf die zentralen kommunalpolitischen Aufgaben ist es erforderlich, sowohl aus der Sicht der Bürgerschaft als auch aus Sicht der Verwaltung
auf die notwendigen und wichtigen Aufgaben zu orientieren und hierbei
festzulegen, welche zentralen Aufgaben als die Wichtigsten anzusehen sind.
In der kommunalen Bürgerumfrage wurden 16 Aufgaben benannt und die
Befragten waren gebeten, drei Bereiche auszuwählen, in denen entweder
gespart oder nicht gespart werden soll.
Im Vergleich zu den Jahren 2003, 2005 und 2010 konnte Folgendes beobachtet werden: Gut 70 Prozent der Befragten entschieden sich im Jahr 2003
dafür, bei der „Wirtschaftsförderung“ nicht zu sparen, danach folgten
„Kindertagesstätten“ sowie „Straßenbau und -sanierung“. Im Weiteren folgten
„Angebote für Kinder und Jugendliche“ sowie Aspekte der „Ver- und
Entsorgung“. Im Jahr 2005 waren „Schulen und Kindertagesstätten“ an der
Spitze zu finden, danach folgte die „Wirtschaftsförderung“, „Angebote für
Kinder und Jugendliche“, „Straßenbau und –sanierung“ sowie die „Soziokultur“.
Für das Jahr 2010 ergibt sich folgende Reihenfolge: Die meisten meinen, bei
„Schule und Kindertagesstätten“ sollte nicht gespart werden, danach folgt,
allerdings mit Abstand, die „Wirtschaftsförderung“, danach „Straßenbau und –
sanierung“, „Angebote für Kinder und Jugendliche“ sowie die „Unterstützung
sozial benachteiligter Personen“. Die Reihenfolge hat sich kaum verändert.
Vergleicht man die Daten der Befragungen, so ist erkennbar, dass der Aspekt
„nicht sparen“ wie schon in den Jahren 2003 und 2005 wiederum die Oberhand gewinnt. Obwohl von Vielen die „Wirtschaftsförderung“ nach wie vor für
wichtig erachtet wird, hat der Anteil derjenigen, die diesbezüglich Einsparungen wünschen auch etwas zugenommen.
Betrachtet man also die „Sparer“-Seite, so ist deutlich erkennbar, dass bei der
„Soziokultur“ am häufigsten Einsparpotenzial gesehen wird. Das war auch
2005 schon so. Ebenso ist unter diesem Aspekt auf die „Museen und
Ausstellungen“, auf „Oper, Gewandhaus und Schauspiel“, auf die „Städtischen
Bibliotheken“, die „Gewährung von Ermäßigungen“ und auf die „Angebote für
Senioren“ hinzuweisen.

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

28

Bürgerinnen und Bürger
positionieren sich zu
16 Aufgaben, die für
die Verwaltung relevant
sind
Sparen oder nicht
sparen – das ist eine
entscheidende Frage
Nicht gespart werden soll
für Schule, Kindertagesstätten, Wirtschaftsförderung, Straßenbau sowie
die Unterstützung sozial
benachteiligter Personen

Nach Bürgermeinung sollen im kulturellen Bereich
weniger Mittel eingesetzt
werden

43

Abb. 3-3: Wo soll künftig gespart werden und wo nicht?
70

Schulen und Kindertagesstätten

48

Straßenbau und –sanierung

Ver- und Entsorgung

33

Brand- und Katastrophenschutz

32

Naherholung, Grünanlagen, Parks

32

Schwimmbäder, Sportanlagen

31

NichtSparen

8,00

10,00
11,00
12,00
13,00

22

Angebote für Senioren

7,00

9,00

23

Oper, Gewandhaus, Schauspiel

14,00

21

15,00

19

16,00

18
Schulen und Kindertagesstätten

17,00

Angebote für Kinder und Jugendliche

18,00

Straßenbau und –sanierung

19,00

Schwimmbäder, Sportanlagen

20,00

Unterstützung sozial Benachteiligter

21,00

Brand- und Katastrophenschutz

22,00

Ver- und Entsorgung

23,00

20

Wirtschaftsförderung

24,00

21

Naherholung, Grünanlagen, Parks

25,00

28

Städtische Bibliotheken

26,00

29

Öffentliche Verkehrsmittel

27,00

29

Angebote für Senioren

28,00

Gewährung von Ermäßigungen

29,00

Oper, Gewandhaus, Schauspiel

30,00

38

Museen, Ausstellungen

31,00

38

Soziokultur

32,00

2
5
11
14
16
17
18

Sparen

34
37

44

6,00

27

Gewährung von Ermäßigungen

60 %

5,00

29

Öffentliche Verkehrsmittel

Soziokultur

4,00

39

Unterstützung sozial Benachteiligter

Museen, Ausstellungen

3,00

42

Angebote für Kinder und Jugendliche

Städtische Bibliotheken

2,00

53

Wirtschaftsförderung

1,00

40 %

20 %

0%

20 %

40 %

60 %

80 %

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Bildet man den Saldo (in Prozent) aus Sparern und Nicht-Sparern, so
entstehen die deutlichsten Überschüsse im Hinblick auf Nicht-Sparen bei
„Schulen und Kindertagesstätten“ (+68), bei „Straßenbau und Sanierung“
(+37), bei „Angeboten für Kinder und Jugendliche“ (+37), bei der
„Wirtschaftsförderung“ (+33) und bei der „Unterstützung sozial benachteiligter
Personen“ (+23). Die deutlichsten Überschüsse zugunsten der Sparer sind im
Bereich der „Soziokultur“ (-20), bei „Museen und Ausstellungen“ (-19) sowie
bei „Oper, Gewandhaus und Schauspiel“ (-14) nachzuvollziehen. Die Salden
auf Ebene der Gesamtgruppe fallen allerdings bei einzelnen soziodemografischen Gruppen sehr differenziert aus. Von der Allgemeinheit wird also
gerade jenen Bereichen das „Sparen“ verordnet, die nur bestimmte
Zielgruppen ansprechen.
Aus dem allgemeinen Meinungsbild wird einmal mehr deutlich, dass gerade
im Bereich „Schulen und Kindertagesstätten“, bei „Angeboten für Kinder und
Jugendliche“ sowie bei „Straßenbau und Sanierung“ vorrangig darauf
gedrungen wird, nicht zu sparen. Im Umkehrschluss ist freilich anzumerken,
dass die Bürger im kulturellen Bereich Einsparungen für sinnvoll halten.
3.3

Die größten Probleme in der Stadt Leipzig

Schon 1998 beobachtet die Stadt Leipzig mithilfe der Kommunalen Bürgerumfrage die Wahrnehmung diverser Probleme. Damals noch als offene Frage
formuliert, erstreckten sich die kategorisierten Probleme auf die Bereiche
Verkehr, Kriminalität, Arbeitsmarkt, Bauen und Wohnen, Freizeitangebote, die
Stadtverwaltung, kommunale Finanzen, das Verhältnis zwischen Deutschen
und Ausländern, Umwelt- und Naturschutz und die Stadtentwicklung. In den
folgenden Erhebungen wurde diese Auflistung sukzessive erweitert.
Für die Befragten bestand jeweils die Möglichkeit, die von ihnen wahrgenommenen größten Probleme in der Stadt Leipzig jeweils an erster, zweiter bzw.
dritter Stelle im Fragebogen einzutragen. Bei der Auswertung wurden die
Nennungen als Mehrfachantworten zusammengefasst. Aufgrund der mitzuteilenden drei Probleme ergeben sich in der Summe der genannten Bereiche
nahezu 300 Prozent. Die Auflistung und Sortierung der Problembereiche kann
für jedes einzelne Erhebungsjahr als Ranking verstanden werden. Die
unterschiedliche Anzahl der Merkmale führt zu Einschränkungen beim
Zeitvergleich. Ein Vergleich der Erhebungsjahre 2005 und 2010 kann am
ehesten für die Position im Ranking vorgenommen werden. Eine Bewertung
der Differenz ist hingegen nur bedingt möglich.

Die größten Probleme der
Stadt aus Bürgersicht sind
Arbeitsplätze, die Verschuldung der Stadt, Straßenzustand, Kriminalität
und Armut

Zunächst werden die Meinungen der Leipzigerinnen und Leipziger für das
Jahr 2010 vorgestellt. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die meisten Äußerungen auf das Merkmal „Arbeits-/Ausbildungsplätze“, die „Finanzsituation und
Verschuldung der Stadt“ sowie den „Straßenzustand“ richten. Jeweils 35
Prozent der Befragten äußern sich zu den oben genannten drei
Sachverhalten. Das Thema „Kriminalität und Sicherheit“ sehen 29 Prozent der
Befragten als großes Problem an. Ein Viertel gibt an, dass die Armut in der
Stadt Anlass zur Sorge gibt. Auf den weiteren Platzierungen landen die
Problembereiche „Sauberkeit auf Straßen und Plätzen“ sowie „Straßenbaustellen und Umleitungen“. Hierin sehen jeweils 15 Prozent der Befragten
die größten Probleme. Weiterhin geben 13 Prozent an, dass das Thema
„Kindertagesstätten“ in Leipzig problematisch sei. 12 Prozent der Befragten
beziehen sich ausdrücklich auf die Höhe der „Wohnkosten“, 11 Prozent auf
die vielen „Baustellen in der Innenstadt“ und jeweils 10 Prozent verweisen auf
die ungenügende Parkplatzsituation und das Zusammenleben von Deutschen
und Ausländern in Leipzig. Die weiteren Problembereiche werden von weniger
als 10 Prozent der Befragten angeführt, dies betrifft unter anderem die
„ärztliche Versorgung“, „Schulen“, „Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche“ und die „Lärmbelastung“ in der Stadt.

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

45

Abb. 3-4: Die größten Probleme in der Stadt Leipzig im Zeitvergleich
Arbeits- und Ausbildungsplätze

35

Finanzsituation, Verschuldung der Stadt

35

39
17

Straßenzustand

35
29
29

Kriminalität, Sicherheit
Armut*

25
12

Sauberkeit auf Straßen und Plätzen

15
13
15

Straßenbaustellen, Umleitungen
7

Kindertagesstätten

13
26

Wohnkosten

12
11
11

Baustellen in der Innenstadt

11
10

Zusammenleben mit Ausländern
Parkplätze

4
10
12

ärztliche Versorgung

9

Schulen

7
8

Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche

9
7

Umweltbelastung
Freizeitangebote für Familien

2010
13

Wohnungsleerstand

Zustand der Sportanlagen*

2005

8
7

Lärmbelastung

öffentlicher Nahverkehr

65

5
2
4
3
6
2
1
1

Freizeiangebote für Senioren 1
1
0%

10 %

20 %

30 %

40 %

50 %

60 %

70 %

* Die Merkmale „Armut“ und „Zustand der Sportanlagen“ wurden 2005 nicht erfragt.

Die Wahrnehmung
des Problems „Arbeitsund Ausbildungsplätze“ hat sich 2010
deutlich reduziert

Wenngleich Zeitvergleiche mit gewissen Einschränkungen behaftet sind, zeigt
die Abb. 3-4, dass beim Problem „Arbeits- und Ausbildungsplätze“ ein Wahrnehmungswandel erfolgt ist. Im Jahr 2005 verwiesen noch 65 Prozent aller
Befragten auf ungenügende „Arbeits- und Ausbildungsplätze“, 2010 nur noch
35 Prozent. Dennoch führt dieser Problembereich nach wie vor das Ranking
an. Weniger problematisch als noch 2005 werden auch die Bereiche
„Wohnkosten“ und „Wohnungsleerstand“ gesehen. Stärker ins Problembewusstsein ist dafür der Bereich „Straßenzustand“ gerückt. In beiden
Erhebungsjahren landen die Problembereiche „Finanzsituation, Verschuldung
der Stadt“ sowie „Kriminalität und Sicherheit“ ebenfalls auf den vorderen
Plätzen, eine Veränderung innerhalb der letzten fünf Jahre ist im Prinzip nicht
nachweisbar.
Im Hinblick auf die aktuellen Ergebnisse des Jahres 2010 ist auf einige
Aspekte aufmerksam zu machen: Insbesondere arbeitslose Befragte geben zu

46

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

62 Prozent an, dass für sie die „Arbeits- oder Ausbildungsstellen“ ein großes
Problem seien. Ebenfalls geben 37 Prozent der Arbeitslosen zu erkennen,
dass „Armut“ für sie ein nachhaltiges Problem sei. Zur finanziellen Situation
der Stadt äußern sich vor allem Selbstständige, leitende und mittlere
Angestellte und verweisen auf die zunehmende Verschuldung der Stadt. Allein
31 Prozent der 25- bis 34-Jährigen gehen auf die Problematik der
„Kindertagesstätten“ ein. Im Hinblick auf „Kriminalität und Sicherheit“ äußern
sich vor allem Personen im Alter zwischen 65 und 85 Jahren. Rund
50 Prozent von ihnen sehen diesbezüglich ein großes Problemfeld.
Zusammenfassend zeigen die Befragungsergebnisse, dass sich die Bürgerinnen
und Bürger vor allem um die „Arbeits- und Ausbildungssituation“, die
„Finanzsituation und Verschuldung der Stadt“, die „Kriminalität und Sicherheit“
und den „Straßenzustand“ sorgen.
3.4

Für viele Arbeitslose ist
Armut ein nachhaltiges
Problem

Zufriedenheit mit der Entwicklung kommunaler
Lebensbedingungen

Kommunale Lebensbedingungen betreffen einen umfangreichen Bereich der
Lebensgestaltung. Erstmals nach 1991 wurde daher wieder nach der Einschätzung der künftigen Entwicklung bei ausgewählten Lebensbedingungen
gefragt. Dabei wird die Zufriedenheit bzw. Unzufriedenheit mit verschiedenen
Lebensbedingungen auf einer fünfstufigen Skala gemessen. Die Differenzierung verläuft von der Ausprägung „sehr zufrieden“ bis zur Ausprägung
„sehr unzufrieden“. Zusätzlich wird ermöglicht, dass Befragte mit „weiß ich
nicht“ antworten. Einbezogen in diesen „Katalog“ sind 13 Fragestellungen zu
verschiedenen Aspekten von Lebensbedingungen.
Die Zufriedenheit mit einer größeren Auswahl von Lebensbedingungen wurde
bereits im Jahr 1998 erhoben und mit dem Jahr 2005 vorläufig beendet. Nach
einer längeren Pause erscheint es daher angemessen, vergleichbare
Merkmale wieder in den Katalog der Zufriedenheitswerte aufzunehmen, um
ergebnisorientierte Aussagen ermitteln zu können. Aus der Sicht wichtiger
Zufriedenheitsaspekte wird daher mit dem Jahr 2010 der Faden wieder
aufgenommen, um über einen längeren Zeitverlauf die Ergebnisse der
Befragten zu verschiedenen Fragestellungen zu ermitteln.
Bereits im Jahr 1998 wurden insgesamt 19 Merkmale zur Abbildung von
Zufriedenheit versus Unzufriedenheit im Rahmen einer umfangreichen
Batterie aufgelistet. Ein größerer Teil dieser Merkmale konnte jedoch nicht in
den Vergleich mit dem Jahr 2010 einbezogen werden. Um eine exakte
Vergleichbarkeit der Merkmale aus den zurückliegenden Befragungsjahren zu
ermöglichen, wird auf die Befragungen der Jahre 2001 und 2010
zurückgegriffen.
Im Hinblick auf die Zufriedenheit mit den kommunalen Lebensbedingungen
haben sich die Merkmale der Jahre 2001 und 2010 zum Teil mehr oder
weniger verändert. Arbeitsplätze und Lehrstellen, ohnehin mit bescheidener
Bewertung versehen, sind zumindest im Jahr 2010 günstiger positioniert als
noch im Jahr 2001. Ein geringer Zuwachs ist im Übrigen auch bei den
Jugendfreizeiteinrichtungen erfolgt. Mit den Grünanlagen und Parks sind die
Befragten häufig „sehr zufrieden“, das trifft auch auf Naherholungsgebiete,
weniger jedoch auf die Sauberkeit der Luft und den Zustand der Gewässer zu.
Freizeitsportanlagen werden im Allgemeinen gut bewertet. Bei Alten- und
Pflegeheimen, Kindereinrichtungen sowie dem Straßenzustand werden
allerdings erhebliche Abstriche gemacht. Im Vergleich zwischen 2001 und
2010 befinden sich Alten- und Pflegeheime sowie Kindereinrichtungen
offensichtlich in einer weniger günstigen Situation als noch im Jahr 2001. Ein
weiterer Makel ist dem Straßenzustand in Leipzig beizumessen. Insoweit
erscheinen Reparaturmaßnahmen dringend notwendig. 2001 waren noch
18 Prozent der Leipzigerinnen und Leipziger zufrieden, heute sind es nur noch
6 Prozent. Nach dem harten Winter 2010 dürfte sich der Handlungsbedarf
nochmals verschärft haben.
Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

47

Abb. 3-5: Zufriedenheit mit kommunalen Lebensbedingungen
Grünanlagen/Parks
Naherholungsgebiete
Sauberkeit der Luft
Zustand der Gewässer
Freizeitsportanlagen
Sauberkeit Straßen und Plätze
Alten- und Pflegeheime

2001

Kindereinrichtungen

2010

Schutz vor Kriminalität
Straßenzustand
Jugendfreizeiteinrichtungen
Lehrstellen
Arbeitsplätze
0%

10 %

20 %

30 %

40 %

50 %

60 %

70 %

80 %

Dargestellt ist die Summe aus den prozentualen Anteilen „sehr zufrieden“ und „zufrieden“

Am meisten unzufrieden
sind die Leipzigerinnen
und Leipziger mit dem
Straßenzustand

Mit dem Zustand der Gewässer und der Naherholung ist man zufrieden

48

Mit dem Angebot an Arbeitsplätzen sind die befragten Leipziger kaum zufrieden, rund 40 Prozent geben an, „unzufrieden“ bzw. „sehr unzufrieden“ zu sein.
Besonders betroffen sind hier die Arbeitslosen (72 Prozent unzufrieden). Auch
junge Menschen im Alter bis zu 34 Jahren geben zu gut 30 Prozent ihre Unzufriedenheit an. Im Hinblick auf die Lehrstellensituation äußern sich wiederum
die 18- bis 34-Jährigen unzufrieden. Hinsichtlich des Angebotes an Kindereinrichtungen äußern sich rund 33 Prozent der jüngeren Erwachsenen in
unzufriedener Weise, lediglich 13 Prozent der jüngeren Erwachsenen sind
„zufrieden“ oder „sehr zufrieden“.
In Bezug auf die Alten- und Pflegeheime sind die meisten älteren Senioren (im
Alter ab 75 Jahren) zufrieden oder geben an, dass sie zum Teil zufrieden sind.
Anzumerken ist allerdings auch, dass etwa 10 Prozent unzufrieden sind.
Das Angebot an Jugendfreizeiteinrichtungen wird von den Jugendlichen
ambivalent wahrgenommen, hierbei ist anzumerken, dass fast 50 Prozent von
ihnen zum Teil unzufrieden sind. Das Angebot an Freizeitsportanlagen war im
Jahr 2001 noch besser bewertet worden als im Jahr 2010. Schaut man auf
eine nennenswerte Ziel- und Nutzergruppe, so sieht man, das immerhin rund
40 Prozent der jungen Leute zufrieden sind.
Der Zustand der Leipziger Gewässer wird insgesamt von allen Befragten
überwiegend positiv aufgenommen. Rund 60 Prozent sind „sehr zufrieden“
oder „zufrieden“. Ebenso positiv werden die Naherholungsgebiete angenommen. Rund 70 Prozent der Befragten sind damit zufrieden. Auch die
Grünanlagen und Parks der Stadt werden gern besucht, vor allem Studenten
und Schüler fühlen sich hier wohl und sind zufrieden. Die Sauberkeit der Luft,
zuletzt etwas ungünstiger beurteilt, wird von mehr als 50 Prozent der Befragten als gut eingeschätzt. Die Sauberkeit der Straßen und öffentlichen
Plätze wird ambivalent beurteilt, rund 90 Prozent der Befragten bewegen sich
Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

zwischen den Polen „zufrieden“ und „unzufrieden“. Besonders negative Werte
ergeben sich für den Straßenzustand in Leipzig.
Tab. 3-5: Zufriedenheit mit ausgewählten Lebensbedingungen

Befragte
Gesamt 2010:
davon:
männlich
weiblich
davon:
18-34 Jahre
35-49 Jahre
50-64 Jahre
65-85 Jahre
darunter Stellung im Erwerbsleben:
Erwerbstätige
Arbeitslose
Rentner/Pensionäre
Studenten/Schüler
Gesamt 2001:

Zufriedenheit mit dem/den...
Angebot an
Angebot an Aus- Angebot an KinAlten- und
Arbeitsplätzen
bildungsplätzen
dereinrichtungen
Pflegeheimen
Anteil „sehr zufrieden“ und „zufrieden“ in Prozent
11
13
16
24
12
9

13
12

18
14

25
22

17
12
5
3

18
12
8
7

13
21
14
17

23
21
27
26

14
3
8
11
4

15
9
7
21
4

16
13
18
15
21

23
20
24
25
30

noch zu Tab. 3-5: Zufriedenheit mit ausgewählten Lebensbedingungen

Befragte
Gesamt 2010:
davon:
männlich
weiblich
davon:
18-34 Jahre
35-49 Jahre
50-64 Jahre
65-85 Jahre
darunter Stellung im Erwerbsleben:
Erwerbstätige
Arbeitslose
Rentner/Pensionäre
Studenten/Schüler
Gesamt 2001:

Zufriedenheit mit dem/den...
JugendfreizeitFreizeitsportZustand der
Naherholungseinrichtungen
anlagen
Gewässer
gebieten
Anteil „sehr zufrieden“ und „zufrieden“ in Prozent
10
33
59
71
10
9

34
33

61
56

71
72

14
10
5
5

40
34
29
26

60
60
57
57

69
72
74
73

11
8
5
21
7

38
22
26
35
37

61
39
58
67
61

73
53
74
70
71

noch zu Tab. 3-5: Zufriedenheit mit ausgewählten Lebensbedingungen
Grünanlagen
und Parks
Befragte
Gesamt 2010:
davon:
männlich
weiblich
davon:
18-34 Jahre
35-49 Jahre
50-64 Jahre
65-85 Jahre
darunter Stellung im Erwerbsleben:
Erwerbstätige
Arbeitslose
Rentner/Pensionäre
Studenten/Schüler
Gesamt 2001:

78

Zufriedenheit mit dem/den/der...
Sauberkeit der Sauberkeit der
StraßenLuft
Straßen/Plätze
zustand
Anteil „sehr zufrieden“ und „zufrieden“ in Prozent
55
27
6

Schutz vor
Kriminalität
18

77
77

59
51

29
25

6
5

21
15

83
75
73
75

49
56
60
60

35
31
19
18

7
4
5
5

29
19
11
6

79
68
75
89
72

55
45
59
52
62

29
24
18
40
26

5
6
5
16
18

21
13
7
34
18

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

49

Die öffentliche Sicherheit und der Schutz vor Kriminalität sind weitere wichtige
Aspekte, die vornehmlich bei älteren Bürgern eine hohe Wahrnehmung
erhalten. Rund 60 Prozent der 65- bis 85-Jährigen sind mit der öffentlichen
Sicherheit in Leipzig unzufrieden.
Die Befragten waren im Übrigen aufgefordert mitzuteilen, inwieweit es im
Verlauf der zurückliegenden fünf Jahre Verbesserungen oder Verschlechterungen hinsichtlich der Lebensbedingungen in Leipzig gegeben hat.
Tab. 3-6: Verbesserungen bzw. Verschlechterungen im Hinblick auf die Lebensbedingungen
Arbeitsplätze
Verbesserung

Verschlechterung

Ausbildungsplätze
Verbesserung

Verschlechterung

Befragte
Gesamt 2010:
davon:
männlich
weiblich
davon:
18-34 Jahre
35-49 Jahre
50-64 Jahre
65-85 Jahre

Kindereinrichtungen
Verbesserung

Alten- und
Pflegeheime

Verschlechterung

Verbesserung

Verschlechterung

Prozent
12

19

16

7

12

12

21

4

14
11

19
18

16
17

6
8

11
13

11
14

20
22

4
4

16
13
9
9

Angebot an Arbeitsplätzen hat sich verschlechtert, bei Ausbildungsplätzen kommt es zu einer
deutlichen Verbesserung

16
16
15
15
7
10
5
24
17
17
18
8
15
3
25
17
11
27
9
8
4
11
13
15
30
4
4
4
Dargestellt ist der prozentuale Anteil von „verbessert“ und „verschlechtert“, auf „weder noch“
sowie „weiß ich nicht“ wurde verzichtet. Der größere Wert ist „fett“ markiert.

Im Hinblick auf das Angebot an Arbeitsplätzen gibt es mit 19 Prozent mehr
Befragte, die eine Verschlechterung sehen, als die, die eine Verbesserung
wahrnehmen (12 Prozent). Lediglich bei den 18- bis 34-Jährigen kehrt sich
das Verhältnis geringfügig um. Bei den Ausbildungsplätzen und Lehrstellen ist
es für 16 Prozent zu einer Verbesserung und nur für 7 Prozent zu einer
Verschlechterung gekommen. Relativ ausgeglichen präsentiert sich die
Situation bei den Kindereinrichtungen. Bei den jüngeren Erwachsenen überwiegt hier allerdings der Anteil derjenigen, für die sich der Aspekt verschlechtert hat; bei den über 50-Jährigen kehrt sich das Verhältnis um. Im
Bereich der Alten- und Pflegeheime überwiegt in allen Teilgruppen die
Verbesserung gegenüber der Verschlechterung.

noch zu Tab. 3-6: Verbesserungen bzw. Verschlechterungen im Hinblick auf die Lebensbedingungen
Jugendfreizeiteinrichtungen
Verbesserung

Freizeitsportanlagen

Verschlechterung

Verbesserung

Verschlechterung

Befragte
Gesamt 2010:
davon:
männlich
weiblich
davon:
18-34 Jahre
35-49 Jahre
50-64 Jahre
65-85 Jahre

Zustand der Gewässer
Verbesserung

Verschlechterung

Ausbau der
Naherholung
Verbesserung

Verschlechterung

Prozent
6

16

21

8

50

5

66

1

5
7

18
15

20
22

9
7

53
47

6
4

64
67

2
1

9
5
4
4

15
25
41
59
9
8
2
22
21
49
68
9
5
2
15
18
61
73
6
2
1
10
16
57
69
6
2
1
Dargestellt ist der prozentuale Anteil von „verbessert“ und „verschlechtert“, auf „weder noch“
sowie „weiß ich nicht“ wurde verzichtet. Der größere Wert ist „fett“ markiert.

Bei den Jugendfreizeiteinrichtungen hat sich der Zustand für 16 Prozent verschlechtert und nur für 6 Prozent verbessert. Besonders groß ist der Unterschied bei den 35- bis 49-Jährigen. In allen anderen Bereichen, insbesondere
beim Zustand der Gewässer und dem Ausbau der Naherholung, überwiegen
allerdings deutlich die Verbesserungen gegenüber den Verschlechterungen.
50

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

noch zu Tab. 3-6: Verbesserungen bzw. Verschlechterungen im Hinblick auf die Lebensbedingungen
Grünanlagen/
Parks
VerVerbesse- schlechrung
terung
Befragte

Sauberkeit der
Luft
VerVerbesse- schlechrung
terung

Sauberkeit Straßen und Plätze
VerVerbesse- schlechrung
terung

Straßenzustand
Verbesserung

Prozent

Gesamt 2010:
38
32
24
3
6
16
davon:
38
34
25
männlich
3
6
16
38
31
24
weiblich
4
7
15
davon:
36
18
18
18-34 Jahre
4
9
15
36
33
22
35-49 Jahre
3
5
17
41
43
31
50-64 Jahre
3
5
16
40
47
32
65-85 Jahre
4
6
14
Dargestellt ist der prozentuale Anteil von „verbessert“ und „verschlechtert“, auf „weder
und „weiß ich nicht“ wurde verzichtet. Der größere Wert ist „fett“ markiert.

10

55

6

33

10
11

56
53

7
6

33
33

12
8
9
10
noch“

51
57
60
54

8
7
5
4

23
30
39
50

Deutliche Verbesserungen haben die Leipzigerinnen und Leipziger unter
anderem bei den Grünanlagen und Parks sowie bei der Sauberkeit der Luft
festgestellt. Geringe Verschlechterungen wurden hingegen im Hinblick auf die
Sauberkeit der Straßen und Plätze vermerkt. Beim Schutz vor Kriminalität
empfinden ein Drittel der Befragten eine Verschlechterung, 6 Prozent eine
Verbesserung. Damit steht bei vielen Bürgerinnen und Bürger das subjektive
Sicherheitsempfinden der objektiven bzw. tatsächlichen Gefahrenlage entgegen. Hinsichtlich des Straßenzustands sieht die Mehrheit der Befragten
(55 Prozent) eine Verschlechterung während der letzten fünf Jahre.
3.5

Verschlechterung

Schutz vor
Kriminalität
VerVerbesse- schlechrung
terung

Deutliche Verbesserungen betreffen Grünanlagen und Parks

Räumliche Identitäten

Der 20. Jahrestag der deutschen Einheit ist ein geeignetes Datum, um nach
der räumlichen Identifikation der Leipzigerinnen und Leipziger zu fragen,
bedeutet die Identifikation mit einem Raum doch eine Verbundenheit mit dem
selben. Von kommunalem Interesse ist der Indikator der „räumlichen Identität“,
da sowohl der Einzelne als auch die Gesellschaft von der Verbundenheit und
dem sich daraus ableitenden Gemeinschaftsgefühl profitieren. Denn das WirGefühl produziert Loyalitäts- und Verantwortungsgefühle gegenüber einem
Raum und seinen Bewohnern.
Umso erfreulicher ist, dass die Bewohner dieser Stadt auch die stärkste
Verbundenheit zu diesem Raum zeigen und sich in erster Linie als „Leipziger“
fühlen. Dann folgt die Identifikation als „Deutsche“, dann als „Sachsen“. Erst
auf dem vierten Rang landet die Identifikation als „Ostdeutsche“. Als
„Bundesbürger“ empfinden sich die Befragten deutlich weniger denn als
„Deutsche“. Das stärkere Empfinden zum „deutsch sein“ zeigt also eine
stärkere Verbindung zur ethnischen Zugehörigkeit und eine Abgrenzung zu
anderen Nationen (z.B. dem Franzosen oder dem Engländer). Die Identität als
„Bundesbürger“ steht dagegen für die Zugehörigkeit zum deutschen
Bundesstaat mit seinen 16 Ländern, in dem etliche Leipziger nicht oder noch
nicht angekommen scheinen. Immerhin jeder Fünfte fühlt sich nur „schwach“
oder „überhaupt nicht“ als Bundesbürger. Gleichfalls ist das europäische
Gemeinschaftsgefühl bei vielen Leipzigern noch wenig ausgeprägt. Auch
Europa ist für jeden fünften Leipziger so weit weg, dass er sich nur „schwach“
oder „überhaupt nicht“ als Europäer fühlt.
Ein Vergleich mit Daten von 1998 zeigt, zu welchen Räumen sich die Bindung
verstärkt und zu welchen sie sich abgeschwächt hat und relativiert die
geringer ausgeprägte Verbundenheit zur nationalen und europäischen Ebene.
Der Vergleich zeigt aber auch, dass in den letzten 12 Jahren die Bindung zur
Stadt Leipzig nachgelassen hat.

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

„Leipzig-Identität“ am stärksten ausgeprägt, erst dann
folgen nationale und regionale Bindungen

51

Abb. 3-6: Stärke der räumlichen Identifizierung der Leipziger Bevölkerung 1998 und 2010
2,0

Leipziger/-in

1,8

2,2

Deutsche/-r

2,3

2,4

Sachse/Sächsin

2,2

2,5

2010

Ostdeutsche/-r

2,3

1998
2,7

Bundesbürger/-in

2,9

2,7

Europäer/-in

2,8

1

2

3

4

5

Mittelwert
1 = "sehr stark" . . . 5 = "überhaupt nicht"

Woran kann das liegen? Raumbewusstsein ist nicht angeboren, sondern
entsteht im Laufe der Zeit. Eine tiefe Verwurzelung mit einem Raum findet
daher häufig über die räumliche Nähe zur Familie und Freunden, die Wohnumgebung oder gemeinsame Wertevorstellungen statt. Nun hat Leipzig in den
letzten Jahren verstärkt durch Zuzüge Bevölkerung gewonnen. Eine – im
Durchschnitt wohlgemerkt – geringere Verbundenheit ist somit logische
Konsequenz. Jedoch können sich auch Zugezogene durchaus mit einem
Raum identifizieren und er kann zur zweiten Heimat werden, wenn eine hohe
Lebensqualität, die berufliche Verankerung, gute Freizeitmöglichkeiten oder
ein angenehmes Flair gegeben sind. Für Leipzig scheint dies der Fall zu sein,
denn die hohe Identifikation, auch unter den Studenten und Auszubildenden,
spricht dafür (siehe Tab. 3-7). Sie kommen häufig von außerhalb und leben
meist noch nicht lange in Leipzig. Dennoch fühlt sich mehr als die Hälfte mit
Leipzig „sehr stark“ oder „stark“ verbunden. Spätestens mit einer beruflichen
Verankerung in unserer Stadt kann eine nochmals steigende Identifikation
erwartet werden, was die guten Werte bei den Erwerbstätigen zeigen. Auch
die Seniorinnen und Senioren fühlen sich sehr stark mit Leipzig verbunden
(siehe Abb. 3-8), blicken sie doch – in der Regel – auf die zeitlich längste
Bindung an die Stadt zurück.
Gestützt wird die Verbundenheit zur Stadt Leipzig dadurch, dass die meisten
Leipzigerinnen und Leipziger gern in ihrer Stadt leben und auch dort wohnen
bleiben möchten. 87 Prozent geben an, gern in Leipzig zu leben, 6 Prozent
würden lieber im Umland leben und 8 Prozent woanders. Generell gilt auch
bei diesem Indikator, dass mit zunehmendem Alter die Verbundenheit und die
Standorttreue zur Stadt Leipzig zunimmt.

52

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Abb. 3-7: Leben Sie gern in Leipzig?
100 %

80 %

60 %

83

84

88

94

40 %

20 %
7

7

9

11

6
6

3
3

18-34 Jahre

35-49 Jahre

50-64 Jahre

65-85 Jahre

0%

Zustimmung zur Aussage:

Ich lebe gern in Leipzig und möchte hier wohnen bleiben.
Ich würde lieber im Umland wohnen.
Ich würde lieber ganz woanders wohnen.

Nachgelassen hat das Empfinden „Sachsen“ und „Ostdeutsche“ zu sein.
Während bei der „Sachsen-Identität“ auch zunehmende Anteile an
zugezogener Bevölkerung eine Rolle spielen können, ist bei der „Ost-Identität“
ein Bewusstseinswandel zu vermuten. Die sich seit der Nachwendezeit
entwickelte „Ost-Identität“, die auch im Rahmen der „Ostalgie-Welle“
gesellschaftspolitisch viel diskutiert wurde, erwuchs Expertenmeinungen
zufolge aus einer Abgrenzung gegenüber den alten Bundesländern. Diese
Abgrenzung fuße auf einem Gefühl westdeutscher Dominanz, was als eine
Abwertung des eigenen Lebens wahrgenommen wird. Vor allem bei älteren
Leipzigerinnen und Leipzigern wird dieses Bewusstsein noch verstärkt
deutlich. In den anderen Altersgruppen, obgleich sie auch noch DDRErfahrungen haben, sind die Empfindungen merklich schwächer ausgeprägt.

Rückgänge bei der
„Leipzig-Identität“,
„Sachsen-Identität“ und
„Ost-Identität“

Tab. 3-7: Wie stark empfinden Sie sich als Leipziger/in?
1
sehr stark
Befragte
Anzahl
Gesamt 2010:
948
davon:
433
männlich
515
weiblich
davon:
222
18-34 Jahre
234
35-49 Jahre
225
50-64 Jahre
267
65-85 Jahre
darunter Stellung im Erwerbsleben:
473
Erwerbstätige
51
Arbeitslose
308
Rentner/Pensionäre
35
Studenten/Schüler
Gesamt 1998:
1621

2
stark

3
mittel

4
schwach

39

35

Prozent
19

5

2

2,0

38
39

37
33

18
20

5
5

2
3

1,9
2,0

36
47
36
37

32
28
42
41

23
15
17
18

7
7
4
2

3
3
1
1

2,1
1,9
1,9
1,9

42
33
37
29
49

34
37
39
27
30

17
22
20
31
15

5
2
3
9
5

2
6
2
5
2

1,9
2,1
1,9
2,3
1,8

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

5
überhaupt
nicht

D
1-5

53

Für einen Bewusstseinswandel spricht auch das zunehmende Empfinden als
„Deutsche“, als „Bundesbürger“ und als „Europäer“. Junge Leipzigerinnen und
Leipziger verstehen sich sogar eher als „Europäer“ und als „Bundesbürger“
denn als „Ostdeutsche“. Gleichwohl hat in allen Altersgruppen das
Raumbewusstsein zu Europa und zur Bundesrepublik in den letzten 12 Jahren
zugenommen. Heute identifizieren sich auch zunehmend ältere Bewohner
unserer Stadt stärker zur nationalen und zur europäischen Ebene als noch
1998. Während sich bei den unter 25-Jährigen 53 Prozent „sehr stark“ oder
„stark“ als „Europäer“ empfinden, sind es bei den Senioren noch unter
40 Prozent. Beim Empfinden als „Bundesbürger“ gibt es dagegen fast gar
keine Unterschiede nach dem Alter. Einzig die Leipzigerinnen und Leipziger,
die 75 Jahre und älter sind, fühlen sich in der Bundesrepublik weniger stark
verwurzelt.

Man wird internationaler:
Zuwächse bei der nationalen, bundesstaatlichen und
europäischen Identität

Abb. 3-8: Stärke der räumlichen Identifizierung der Leipziger Bevölkerung nach Altersgruppen
2,1
1,9

Leipziger/-in

1,9

2,1
2,3

Deutsche/-r

2,0

2,6
2,3

junge Erwachsene
(18 bis 34 Jahre)

Sachse/Sächsin

2,2

2,7
2,6

Erwachsene mittleren
Alters (35 bis 64
Jahre)

Ostdeutsche/-r

2,3

2,6
2,6

Bundesbürger/-in

2,7

Senioren
(65 bis 85 Jahre)

2,6
2,7

Europäer/-in

2,8

1

2

3
Mittelwert

54

4

5

1 = "sehr stark" . . . 5 = "überhaupt nicht"

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

4.

Einkommen und Wirtschaftliche Situation

4.1. Persönliches Nettoeinkommen
Im Vergleich zum Vorjahr sind die persönlichen monatlichen Nettoeinkommen
der Leipzigerinnen und Leipziger um 59 Euro auf 1 036 Euro (jeweils Median)
angestiegen. Es bestehen jedoch geschlechterspezifische Unterschiede: Die
Männer konnten mit fast 100 Euro (jeweils Median) im Monat einen recht
starken Einkommenszuwachs erreichen, während die Einkommen der Frauen
auf stabilem Niveau verblieben (+15 Euro im Vergleich zum Vorjahr).
Damit wird ein seit Jahren bestehender Trend durchbrochen. In den vergangenen Bürgerumfragen nahm die Einkommenslücke zwischen Männern
und Frauen stetig ab. Während Frauen im Jahr 2006 noch ein um
37,5 Prozent geringeres Einkommen hatten, waren es 2008 26,5 Prozent und
2009 nur noch 17,7 Prozent. In der aktuellen Erhebungswelle 2010 wuchs die
Einkommenslücke schließlich wieder auf 25,9 Prozent an.
Die Gründe für den stärkeren Einkommenszuwachs der Männer liegen unter
anderem in einer Zunahme der Beschäftigung. Generell sind die männlichen
Leipziger stärker von Arbeitslosigkeit betroffen als Frauen. Zwischen 2009
und 2010 konnten jedoch viele Männer wieder eine Beschäftigung finden. So
hat sich zwischen Mitte 2009 und Mitte 2010 die Zahl arbeitsloser Männer um
1 855 reduziert, während es bei den Frauen nur einen Rückgang um 791 gab
(Quelle: StaLa Sachsen und BA). Weniger arbeitslose Männer bedeuten
gleichsam ein im Durchschnitt höheres Einkommen.
Allerdings lassen sich auch noch andere Gründe finden. Ganz offensichtlich
sind auch die Verdienste zwischen Männern und Frauen wieder weiter
auseinander gegangen. Ein Vergleich zwischen erwerbstätigen Männern und
Frauen verdeutlicht, dass erwerbstätige Frauen 2009 noch 17,5 Prozent
weniger Einkommen als Männer bezogen, 2010 sind es aber 21 Prozent.
Weder mehr Teilzeitarbeit noch Fehlzeiten wegen Mutterschutz oder
Elternzeit können dafür verantwortlich gemacht werden. Erstere sinkt im
Trend bei den Frauen tendenziell, Zweitere wurden aus der Analyse
ausgeklammert. Ingesamt verbleibt also ein unterdurchschnittlicher
Einkommenszuwachs bei den Frauen.
Ein weiterer Aspekt: Das Bildungsniveau – eine hohe formale Bildung ist im
Prinzip ein guter Garant für ein hohes Einkommen. Personen mit Hochschuloder Universitätsabschluss haben im Durchschnitt ein persönliches
Nettoeinkommen von 1 476 Euro (Median) im Monat. Fachhochschulabsolventen unterscheiden sich in ihrer Einkommenshöhe kaum, sie erzielen
1 472 Euro im Durchschnitt (Median). Ein Blick auf die Einkommensverteilung
zeigt jedoch, dass Spitzeneinkommen deutlich häufiger eines Hochschuloder Universitätszeugnisses bedürfen. Generell ist die Einkommensschere
unter Hochschul- und Universitätsabsolventen höher als unter Personen mit
Fachhochschulabschluss.
Meister,
Techniker,
Fachschulabsolventen,
Teilfacharbeiter und Personen mit Berufsausbildung erzielen im Durchschnitt
circa 400 Euro weniger Einkommen im Monat. Bei Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung und Teilfacharbeitern realisiert jeder Vierte ein
Einkommen, das unter 700 Euro im Monat liegt.
Auch wenn hohe Bildungsabschlüsse im Durchschnitt höhere Einkommen
suggerieren, so besteht der direkte Zusammenhang zur Stellung der Erwerbstätigen im Berufsleben. Vom Ungelernten bis zum leitenden Angestellten
steigt das persönliche Einkommen stetig an. Die Selbstständigen gliedern
sich im mittleren Bereich ein. Die Höhe des Unternehmerlohns ist im
Durchschnitt (Median) ungefähr mit dem einfachen Angestellten zu
vergleichen. Kein gutes Zeugnis, trägt der Selbstständige doch ein ganz
anderes Risiko als ein abhängig Beschäftigter. Die Spreizung der Einkommen
ist bei den Selbstständigen hoch. Fast jeder Vierte realisiert ein Einkommen
von über 2 000 Euro im Monat. Selbstständigkeit kann sich also sehr wohl
auch lohnen. Allerdings erwirtschaftet ebenfalls jeder Vierte nur ein
Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Deutliche Steigerung der
persönlichen Nettoeinkommen im Vergleich
zum Vorjahr

Von der positiven Arbeitsmarktentwicklung profitieren die Männer,
das schlägt sich im
Einkommen nieder

Einkommenslücke zwischen Frauen und Männern ist wieder größer
geworden

Eine hohe Bildung ist
ein guter Garant für ein
hohes Einkommen

Hohe Spreizung bei den
Unternehmereinkommen jeder Vierte hat entweder
mehr als 2 000 Euro oder
weniger als 700 Euro im
Monat

55

Einkommensrückgang in
der Führungskräfteebene

Einkommen von weniger als 700 Euro. Im Vergleich zum Vorjahr, als noch
fast jeder Dritte Selbstständige ein persönliches Einkommen von 2 000 Euro
und mehr hatte, ist also ein deutlicher Rückgang der gutsituierten
Unternehmer zu verzeichnen. In Zeiten von Gründungszuschuss und Kleinund Kleinstunternehmertum ist das Ergebnis aber auch keine Überraschung
und nicht unbedingt als negativ zu bewerten.
Einbußen mussten auch die Führungskräfte in Kauf nehmen. Kam mit der
Wirtschafts- und Finanzkrise doch eine Diskussion um angemessene Entlohnungen in der Führungsebene in Gang, so hat sich im Jahr 2010 die
Differenz zwischen einfachen und leitenden Angestellten/Beamten deutlich
reduziert. Während 2008 ein leitender Angestellte/Beamter im Durchschnitt
93 Prozent mehr Einkommen als ein einfacher Angestellter hatte, waren es
2009 noch 88 Prozent. 2010 schrumpfte die Einkommensdifferenz auf nur
noch 67 Prozent zusammen.

Tab. 4-1: Persönliches monatliches Nettoeinkommen
unter 700 €
Befragte
Anzahl
Gesamt 2010:
2795
davon:
1259
männlich
1536
weiblich
darunter Stellung im Erwerbsleben:
1400
Erwerbstätige
155
Arbeitslose
911
Rentner/Pensionäre
102
Studenten/Schüler
darunter Stellung der Erwerbstätigen im
Berufsleben:
244
Selbstständige
161
leitende Angestellte/Beamte
427
mittlere Angestellte/Beamte
528
einfache Angestellte/Beamte
274
Vorarbeiter/Facharbeiter
118
Ungelernte/Berufsfremde
82
Auszubildende
davon mit höchstem berufl. Abschluss:
581
Hochschule/Universität
245
Fachhochschule
557
Meister/Techniker/Fachschule
1012
Berufsausbild./Teilfacharbeiter
137
(noch) ohne Berufsausbildung
Gesamt 2009:
1027

26

700 bis unter 1300 bis unter
1300 €
2000 €
Prozent
41
22

2000
und mehr €

Median
in €

11

1036

21
31

39
43

24
19

15
7

1152
915

14
68
25
84

38
23
58
14

29
7
15
3

18
1
2
0

1262
592
924
398

24
3
5
13
21
41
82

32
20
26
51
52
50
16

22
30
42
27
23
10
2

23
47
27
9
4
0
0

1160
1925
1617
1153
1085
781
506

13
11
16
25
78
30

29
31
49
48
18
39

28
34
26
21
3
22

30
24
9
6
1
9

1476
1472
1082
1000
503
977

4.2. Haushaltsnettoeinkommen und Sicherung des Lebensunterhalts
Haushaltseinkommen auf
stabilem Niveau

Singles konnten Einkommensniveau halten
Einkommen bei den Familien hat sich merklich verbessert

56

Insgesamt betrachtet verblieben die Haushaltseinkommen im Jahr 2010 mit
durchschnittlich 1 414 Euro (Median) auf nahezu konstantem Niveau.
Ein Blick in ausgewählte Teilgruppen ermöglicht Abb. 4-1. So verfügt im
Durchschnitt ein Leipziger Singlehaushalt (unter 65 Jahre) monatlich über ein
Nettoeinkommen von 1 074 Euro (Median). Im Vergleich zum Vorjahr lässt
sich also eine Stabilisierung auf moderatem Niveau feststellen. Nachdem das
Haushaltseinkommen der Leipziger Singles 2008 noch bei 945 Euro lag, stieg
es 2009 auf 1 060 Euro an. 2010 konnten die Singlehaushalte also ihre
verbesserte Einkommenssituation halten.
Paaren mit Kind(ern) stehen durchschnittlich 2 552 Euro zur Verfügung. Im
Vergleich zu 2009 bedeutet dies für die Leipziger Familien ein Einkommenszuwachs von 262 Euro. Diese Entwicklung ist erfreulich, ist doch die Stadt
Leipzig sehr bemüht, Familien zu unterstützen und beispielsweise durch ein
gutes Angebot an Kinderbetreuungsmöglichkeiten beiden Partnern eine
Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Erwerbstätigkeit zu ermöglichen. Damit sind die Grundlagen für ein solides
Einkommen der Familien gelegt.
Einen Zugewinn konnten 2010 auch Paare ohne Kinder realisieren. Mit einem
durchschnittlichen Monatsnettoeinkommen von 2 218 Euro haben sie
monatlich 116 Euro mehr als im Vorjahr zur Verfügung.
Alleinstehende Rentnerinnen und Rentner waren die einzige Gruppe, die
2010 einen Einkommensrückgang in Höhe von 59 Euro zu erleiden hatten. Im
Vergleich zum Vorjahr haben nun 57 Prozent (Vorjahr 50 Prozent) der
alleinstehenden Rentner weniger als 1 100 Euro monatlich zur Verfügung. Ein
sukzessive sinkendes Rentenniveau ist angesichts fälliger Abschläge bei
Frühverrentung oder Brüchen in der Arbeitsbiographie durch Arbeitslosigkeit
nicht verwunderlich und trifft besonders alleinstehende Rentner. Die Rentenerhöhung Mitte 2009 wirkte offensichtlich in der aktuellen Erhebungswelle
nicht nach. Anders ist die Situation bei Rentnerpaaren, wenn zwei Personen
zum Haushaltseinkommen beitragen. Bei ihnen verblieben die Haushaltseinkommen 2010 auf Vorjahresniveau.
Abb. 4-1: Monatliches Haushaltsnettoeinkommen
1414

nach Alter der
Bezugsperson

Gesamt
18-34

1366
1606

35-54
ab 55

1335
1074

nach Haushaltstyp

Singles
Alleinerziehende

1258

Paare mit
Kind(er)
Paare ohne
Kind
Alleinstehende
Rentner

2552
2218
1046

nach Haushaltsgröße

Rentnerpaar

1811

1

1062
1872

2
3

2346

4 und mehr

2830
0

500

1000

1500

2000

2500

3000
Euro

Zur Beurteilung der sozioökonomischen Lage der Leipziger Haushalte bedarf
es auch einer Analyse der Art des bezogenen Einkommens. Sie lässt Rückschlüsse zu, inwieweit die Lebenslagen bestimmter Haushaltstypen durch
eigenständigen Einkommenserwerb oder eine Abhängigkeit von Transferzahlungen bestimmt werden.
Insgesamt zeigen die Daten der Erhebungswelle 2010, dass die Erwerbseinkommen zur Sicherung des Lebensunterhaltes anteilig etwas
zugenommen haben. Zurückgegangen ist dagegen die Bedeutung von
Arbeitslosenbezügen, deren Anteil auf 9 Prozent (Vorjahr 12 Prozent)
gesunken ist. Während die quantitative Bedeutung von ALG I zur Deckung
des Lebensunterhalts auf Vorjahresniveau verblieb, hat ALG II (Hartz IV) an
Bedeutung für die Leipziger Haushalte verloren (2010: 8 Prozent, 2009:
10 Prozent). Renten und Pensionen sind für 30 Prozent der Leipziger
Haushalte die Hauptquelle des Lebensunterhalts.
Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

57

Abb. 4-2: Hauptquelle des Lebensunterhalts 2008 bis 2010
60 %

50 %

53

54
51

2008

2009

2010

40 %

30 %

31

32

30

20 %

10 %

12

12
9
4

0%
Erwerbseinkommen

Arbeitslosenbezüge

Renten/Pensionen

4

7

übrige Einkommen

Tab. 4-2: Hauptquelle des Lebensunterhalts
Haushalte
Anzahl
Gesamt 2010:
2949
darunter:
423
Singles:
68
Alleinerziehende
440
Paare mit Kind(ern)
600
Paare ohne Kind(er):
231
alleinstehende Rentner
726
Rentnerpaare
davon mit Haushaltsnettoeinkommen:
500
unter 1100 €
1350
1100 bis unter 2300 €
491
2300 bis unter 3200 €
449
3200 € und mehr:
Gesamt 2009:
1074

Die Erwerbstätigkeit hat
zur Sicherung des Lebensunterhalts bei Paare mit
Kind(ern) die höchste
Bedeutung

58

Erwerbseinkommen

ALG I

ALG II

Renten/
Pensionen

alle übrigen
Einkommen

54

2

Prozent
8

30

7

67
63
91
85
0
6

3
2
1
3
0
1

13
26
7
4
0
0

6
4
0
3
98
93

12
6
1
5
2
0

30
58
81
96
51

3
1
0
0
2

19
2
1
0
10

33
36
17
3
32

14
3
1
1
4

Schaut man auf die unterschiedlichen Haushaltskonstellationen, zeigen sich
nennenswerte Unterschiede. In Tab. 4-2 sind die jeweiligen Anteile im Detail
verzeichnet. Arbeitslosenbezüge nehmen für Singles (15 Prozent) und für
Haushalte Alleinerziehender (27 Prozent) eine überdurchschnittliche Bedeutung für die Sicherung des Lebenseinkommens ein. Dennoch hat sich die
Situation für Alleinerziehende scheinbar verbessert, machten doch 2008 die
Arbeitslosenbezüge noch einen Anteil von 37 Prozent aus.
Erfreulich ist, dass bei Paaren mit und ohne Kind(ern) das Einkommen aus
Erwerbstätigkeit meistens den überwiegenden Beitrag zur Sicherung des
Lebensunterhalts liefert. Während bei Paaren ohne Kind mit 85 Prozent das
Vorjahresniveau gehalten wird, nimmt das Erwerbseinkommen bei Paaren mit
Kind(ern) in der Bedeutung deutlich zu. Dort, wo Kinder mit beiden Eltern
(bzw. dem Lebenspartner eines Elternteils) in einem Haushalt leben, wird das
Haushaltseinkommen zu 91 Prozent überwiegend durch Erwerbstätigkeit
gesichert. Im Vorjahr war dies nur in 85 Prozent der Haushalte der Fall. Nur
7 Prozent der Paarhaushalte mit Kind(ern) sind bei der Bestreitung ihres
Lebensunterhalts (überwiegend) auf Arbeitslosenbezüge angewiesen.
Der Anteil von Haushalten mit Kindern, die von Grundsicherung leben
müssen, ist bei Alleinerziehenden also fast viermal höher. Aus Sicht der
Kinder kann also gesagt werden, dass sich durch das Zusammenleben mit
nur einem Elternteil (ohne Partner), die „Gefahr“ in die Abhängigkeit von
Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Transferzahlungen zu gelangen, deutlich erhöht. Diese Problemsituation
besteht nach wie vor, trotz des angesprochenen Rückgangs von ALG IIHaushalten bei Alleinerziehenden.
4.3. Verteilung und Einkommensdisparitäten
Die in Abb. 4-3 dargestellte Entwicklung der Haushaltseinkommen zeigt
Fluktuationen beim Anteil von Haushalten mit geringem Haushaltseinkommen. Haushalte mit weniger als 1 100 Euro im Monat haben derzeit in
Leipzig einen Anteil von circa einem Drittel. Der Anteil einkommensstarker
Haushalte (3 200 Euro und mehr) hat in den letzten Jahren einen kontinuierlichen leichten Anstieg erfahren. Der Anteil mittlerer bis gut situierter
Haushalte (2 300 bis unter 3 200 Euro) verblieb in den letzten Jahren starr
bei 11 Prozent, in diesem Einkommensbereich gibt es keine Dynamik. Untere
bis mittlere Haushaltseinkommen (1 100 bis unter 2 300) schwankten in den
letzten Jahren leicht, circa jeder zweite Leipziger Haushalt fügt sich in diesen
Bereich ein.
Abb. 4-3: Entwicklung der Haushaltsnettoeinkommen 2003 bis 2010
100 %

6

7

7

7

8

9

12

14

11

11

11

11

48

44

47

46

50

47

33

36

35

36

32

33

2003

2005

2006

2008

2009

2010

80 %

60 %

40 %

20 %

0%

bis unter 1100 €

1100 bis unter 2300 €

2300 bis unter 3200 €

3200 € und mehr

Ein Nachteil der haushaltsbezogenen Betrachtung ist, dass die spezifische
Haushaltsgröße nicht berücksichtigt wird. Mehrpersonenhaushalte, bei denen
mehrere Personen zum gesamten Haushaltseinkommen beitragen, werden
im Vergleich zu Einpersonenhaushalten bevorteilt. Besteht doch ein
eklatanter Unterschied, ob ein Haushaltseinkommen von beispielsweise
2 000 Euro nur für eine Person oder für eine vierköpfige Familie ausreichen
muss. Eine Normierung, die Haushalte unterschiedlicher Größe vergleichbar
macht, findet beim Nettoäquivalenzeinkommen statt (siehe Lesehinweise, S.
8).
Die Berechnungsergebnisse für die Jahre 2008 bis 2010 sind in Tab. 4-3
dargestellt. Insgesamt betrachtet ist das durchschnittliche Nettoäquivalenzeinkommen (Median) der Leipziger Haushalte 2010 auf stabilem Niveau
geblieben. Leichte Zuwächse konnten Singles, kinderlose Paare und
Rentnerpaare verzeichnen. Einen guten Zuwachs gibt es für Paare mit
Kind(ern). Einbußen müssen hingegen alleinstehende Rentner in Kauf
nehmen.

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

59

Paare mit Kindern stehen
sich bezüglich ihres Nettoäquivalenzeinkommens
schlechter als kinderlose
Paare
Die Einkommenslücke zwischen Paaren mit Kind(ern)
und kinderlosen Paaren ist
geringer geworden

Die Normierung macht nunmehr Aussagen möglich, welche Haushalte
wirtschaftlich besser und welche schlechter dastehen. Paare mit Kind(ern)
rutschen im äquivalenten Vergleich unter die Einkommensverhältnisse der
kinderlosen Paare. Durch den Einkommenszuwachs dieser Familien ist die
Einkommenslücke zu kinderlosen Paaren aber geringer geworden. Alleinerziehende haben nach wie vor eine prekäre Einkommenssituation.
Tab. 4-3: Nettoäquivalenzeinkommen (Median) nach Haushaltstypen
2008 bis 2010
Haushaltstyp
Singles
Alleinerziehende
Paare mit Kind(ern)
Paare ohne Kind
Alleinstehende Rentner
Rentnerpaare
Gesamt:

2008
.
857
1176
1370
1030
1171
1050

2009
1060
.
1212
1438
1105
1186
1154

2010
1074
878
1327
1477
1046
1209
1148

Abb. 4-4: Entwicklung einkommensstarker und einkommensschwacher
Nettoäquivalenzeinkommen
1800
1676

1600
1568

1616

einkommensstärkste 20 Prozent

1400

Euro

1200
1000

einkommensschwächste 20 Prozent
800
760
600

741

752

400
2008

Einkommensunterschiede
zwischen einkommensstärksten und einkommensschwächsten
Haushalten leicht
gestiegen

60

2009

2010

Bei dieser Gelegenheit soll der Blick auf die Verteilung der Äquivalenzeinkommen gerichtet werden. Sie kann auch als Indikator für Wohlfahrt und
soziale Gerechtigkeit herangezogen werden. Wie in Abb. 4-4 ersichtlich,
haben sich die Einkommensunterschiede auf der Grundlage des Nettoäquivalenzeinkommens in den letzten drei Jahren etwas erhöht. Die
bedarfsgewichteten Einkommen der einkommensschwächsten 20 Prozent
haben sich in ihrer Höhe kaum verändert und liegen bei circa 750 Euro. Die
einkommensstärksten 20 Prozent konnten dagegen ihre wirtschaftliche
Situation leicht verbessern. Von 1 568 Euro im Jahr 2008 stiegen die
bedarfsgewichteten Haushaltseinkommen auf 1 616 Euro in 2009 und
schließlich auf 1 676 Euro in 2010. Zwischen dem bedarfsgewichteten
einkommensstärksten und einkommensschwächsten 20er Perzentil liegt nunmehr eine Differenz von reichlich 900 Euro.
Hinsichtlich der Bewertung der Einkommensunterschiede kann auf eine
Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung verwiesen
werden, die zeigt, dass die Polarisierung der Einkommen in Ostdeutschland
nach wie vor geringer ist als in Westdeutschland (vgl. DIW Wochenbericht
24/2010).

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

4.4. Einschätzung der persönlichen wirtschaftlichen Situation
Neben den „harten“ Daten zum Einkommen der Leipziger Haushalte wird in
der Kommunalen Bürgerumfrage auch nach der persönlichen Einschätzung
der eigenen wirtschaftlichen Lage gefragt.
Ihre Beurteilung hat sich bis zur Erhebungswelle 2006 (Kommunale Bürgerumfrage) tendenziell leicht verbessert und verbleibt seither auf diesem
Niveau. Nur 3 Prozent aller Leipzigerinnen und Leipziger bewerteten 2010
ihre ökonomische Situation als „sehr schlecht“ und weitere 13 Prozent als
„schlecht“. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies in der Summe ein leichter
Anstieg um 3 Prozentpunkte. Leicht angestiegen ist auch der Anteil an
Personen, die ihre wirtschaftliche Situation mit „gut“ und „sehr gut“
beschreiben, insgesamt ein Plus von 5 Prozentpunkten im Vergleich zum
Vorjahr. Der Anstieg im oberen und unteren Bewertungsbereich geht zu
Lasten der „Mitte“. Personen, die ihre wirtschaftliche Situation als „teils/teils“
beschreiben, machen in der aktuellen Erhebungswelle einen Anteil von
36 Prozent aus. Diese Spreizung in der subjektiven Bewertung fügt sich ein in
den Trend zu einer zunehmenden Ungleichverteilung der Einkommen
zwischen „Arm“ und „Reich“.
Abb. 4-5: Einschätzung der persönlichen wirtschaftlichen Situation
2003 bis 2010
100 %

2

3

3

80 %

35

36

37

4

3

4

5

1

42

41

40

44

2
3

44

42

40

37

40

42

4
15

14

15

5

5

12
5

13

10

schlecht
sehr schlecht

36

20 %
0%

gut
teils/teils

60 %
40 %

sehr gut

Mittelwert (1-5)

13

5

2003 2005 2006 2007 2008 2009 2010

Jedoch: Die absolute Höhe des Haushaltseinkommens lässt nicht unbedingt
auf deren Bewertung schließen. Generell gilt zwar, je höher das Einkommen,
desto besser wird die eigene wirtschaftliche Situation eingeschätzt. Aber der
Zusammenhang gilt nicht uneingeschränkt. Es gibt Personenkreise, die ihre
ökonomische Situation abweichend vom grundlegenden Zusammenhang
beurteilen. Am deutlichsten wird das divergierende Meinungsbild bei den
Arbeitslosen und den Studenten/Schülern. Während beide Gruppen durch
sehr geringe persönliche Einkommen charakterisiert sind, gehen die Bewertungen der wirtschaftlichen Situation deutlich auseinander. Das Nettoäquivalenzeinkommen von Arbeitslosen beträgt 653 Euro. Studenten und
Schüler leben in Haushalten mit einem bedarfsgewichteten Einkommen von
640 Euro. Dennoch schätzen Studenten und Schüler ihre wirtschaftliche
Situation deutlich besser ein. Der größte Anteil von ihnen äußert sich
zufrieden (44 Prozent). Bei den Arbeitslosen tun dies nur 15 Prozent. In der
Gesamtbewertung ihrer wirtschaftlichen Situation weichen Studenten und
Schüler im Mittel – trotz ihrer oftmals prekären Einkommenssituation – nicht
von den Bewertungen der Erwerbstätigen oder der Rentner ab. Die
Arbeitslosen bewerten ihre ökonomische Situation hingegen deutlich
schlechter, mehr als die Hälfte betrachtet sie als „schlecht“ oder „sehr
schlecht“. Die sehr viel positivere Wahrnehmung ähnlich schlechter
Einkommensverhältnisse bei den Studierenden und Schülern mag
verschiedene Ursachen haben. Oftmals wird ihnen – trotz eigener
Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Wenig Geld und eine
schlechte Beurteilung der
persönlichen wirtschaftlichen Situation gehen
nicht immer einher

Trotz vergleichbarer Einkommenssituationen bewerten Arbeitslose und
Studenten Grund verschieden

61

Haushaltsführung – noch die Sicherheit des elterlichen oder großelterlichen
Einkommens zuteil. Auch wenn das eigene Einkommen so gering ist, dass
oftmals von „Einkommensarmut“ gesprochen werden kann, bietet die
Sicherheit durch die Eltern und die Aussicht auf spätere gute Einkünfte eine
wohlwollende Einschätzung der eigenen wirtschaftlichen Lage. Durch die
Aussicht auf ein zukünftig gutes Einkommen, für das die Ausbildung oder das
Studium die Grundlage schaffen soll, wird temporär Einkommensarmut
akzeptiert.
Tab. 4-4: Einschätzung der persönlichen wirtschaftlichen Situation
1
sehr
zufrieden
Befragte
Anzahl
Gesamt 2010:
2909
davon:
1311
männlich
1598
weiblich
davon:
683
18-34 Jahre
698
35-49 Jahre
692
50-64 Jahre
835
65-85 Jahre
darunter Stellung im Erwerbsleben:
1439
Erwerbstätige
165
Arbeitslose
947
Rentner/Pensionäre
109
Studenten/Schüler
davon mit persönlichem Nettoeinkommen:
619
unter 700 €
1150
700 bis unter 1300 €
623
1300 bis unter 2000 €
333
2000 und mehr €
Gesamt 2009:
1054

2
zufrieden

5

44

5
5

44
44

6
6
5
2

3
teils/teils
Prozent
36

4
unzufrieden

5
sehr unzufrieden

D
1-5

13

3

2,7

36
36

12
13

3
3

2,6
2,7

46
41
36
50

33
35
36
41

11
14
19
6

4
3
5
1

2,6
2,7
2,8
2,5

7
0
2
1

47
15
47
44

33
32
42
40

11
39
8
12

2
15
1
4

2,6
3,5
2,6
2,7

2
2
8
19
4

27
41
59
64
40

38
42
29
16
42

24
13
3
1
10

8
2
0
0
3

3,1
2,7
2,3
2,0
2,7

4.5. Einschätzung der finanziellen Situation des Haushalts

Das Geld reicht für das
Lebensnotwendige, bei
den „schönen Dingen
des Lebens“ werden je
nach Finanzlage
Prioritäten gesetzt

62

Die Einschätzung der finanziellen Situation des Haushalts fügt sich in das
bisher skizzierte Bild zur ökonomischen Situation Leipziger Haushalte ein. Die
Grundbedürfnisse „Wohnung“ und „Lebensmittel“ können im Wesentlichen gut
finanziert werden. In drei von vier Leipziger Haushalten gibt es für Wohnung
und Lebensmittel genügend Geld („vollkommen“ und „eher ja“).
Dennoch: Getrübt wird das allgemeine Bild bei Personen, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Trotz der Übernahme der Kosten der Unterkunft (bei
ALG II-Empfängern) geben fast ein Viertel der befragten Arbeitslosen an, für
die Wohnung „eher nicht“ oder „überhaupt nicht“ genügend Geld zu haben.
Gleiches gilt für die Finanzierung mit Lebensmitteln, auch dafür hat ein Viertel
der Arbeitslosen nach eigenen Angaben zu wenig Geld.
Bei den weiteren Konsumgruppen, Haushalt, Kleidung, Freizeitunternehmungen und Auto müssen die Leipziger Haushalte generell – je nach
Finanzausstattung – kleinere oder größere Abstriche machen. Auf Gutverdiener trifft dies natürlich viel seltener zu, hier reicht das Geld für alle
Konsumbereiche gut aus, so geht es aus der Tab. 4-5 beispielsweise für die
leitenden Angestellten hervor.
Beim Leipziger Durchschnittshaushalt wird der Rotstift zuerst bei Reisen und
Urlaub, bei Freizeitunternehmungen und beim Auto angesetzt. Aber trotz
mehr oder weniger knapper Kassen werden Prioritäten bei den Konsumgütern
gesetzt. Diese gehen aus den einzelnen Bewertungen für die Konsumgüter
und deren Rangfolge hervor. Ob zum Beispiel das Geld eher für Reisen oder
eher fürs Auto reicht, ist in den Leipziger Haushalten individuell sehr
verschieden. Der Leipziger Durchschnittshaushalt kann sich eher den Haushalt (Mittelwert 2,1) und Kleidung (2,2) als ein (oder mehrere) Auto(s) (2,9),
Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Freizeit (2,9) oder Urlaub und Reisen (3,1) leisten. Bei Rentnern ist dagegen
ein Urlaub oder eine Reise eher drin als Freizeitunternehmungen. Studenten
und Schüler stellen dagegen die Freizeitunternehmungen und auch das
Reisen in der Rangfolge höher als das Auto. Damit sind die Studenten und
Schüler die einzige Gruppe, die für Urlaub und Freizeit eher Geld erübrigen
kann als fürs Auto. Hier kommen offensichtlich Prioritätensetzungen zum
Ausdruck, die abhängig vom Lebensstil sind.
Tab. 4-5: Finanzielle Situation des Haushalts
Wohnung
Haushalte
Anzahl
Gesamt 2010:
2916
davon:
1314
männlich
1602
weiblich
darunter Stellung im Erwerbsleben:
1452
Erwerbstätige
164
Arbeitslose
937
Rentner/Pensionäre
110
Studenten/Schüler
darunter Stellung der Erwerbstätigen im
Berufsleben:
257
Selbstständige
166
leitende Angestellte/Beamte
444
mittlere Angestellte/Beamte
547
einfache Angestellte/Beamte
287
Vorarbeiter/Facharbeiter
120
Ungelernte/Berufsfremde
88
Auszubildende
davon mit höchstem berufl. Abschluss:
598
Hochschule/Universität
260
Fachhochschule
575
Meister/Techniker/Fachschule
1050
Berufsausbild./Teilfacharbeiter
150
(noch) ohne Berufsausbildung
3147
Gesamt 2008:

1,9

Ich habe/ wir haben genügend Geld für . . .
LebensUrlaub/
Kleidung Haushalt
Auto
mittel
Reisen
Mittelwert aus 1 = „vollkommen“ . . . 5 = „überhaupt nicht“
2,2
2,1
1,8
2,9
3,1

Freizeit
2,9

1,9
1,9

2,2
2,3

2,0
2,1

1,8
1,9

2,8
3,0

3,1
3,2

2,8
2,9

1,8
2,5
2,0
1,8

2,1
3,0
2,2
2,4

2,0
2,9
2,1
2,1

1,7
2,6
1,9
1,7

2,6
4,0
2,9
3,7

3,0
4,2
3,0
3,4

2,6
3,9
3,1
2,6

1,8
1,5
1,7
1,9
2,2
2,3
1,9

2,1
1,6
1,8
2,2
2,5
2,9
2,4

2,0
1,5
1,7
2,0
2,3
2,8
2,2

1,7
1,5
1,5
1,8
2,0
2,3
1,8

2,6
2,0
2,3
2,8
3,1
3,6
3,8

2,9
2,2
2,5
3,1
3,4
4,0
3,5

2,6
2,0
2,2
2,8
3,1
3,8
2,7

1,6
1,7
1,9
2,0
1,8

1,8
1,8
2,1
2,4
2,5

1,7
1,7
2,0
2,2
2,2

1,5
1,6
1,8
2,0
1,8

2,4
2,4
2,7
3,0
3,6

2,5
2,5
3,0
3,3
3,6

2,3
2,3
2,8
3,1
2,9

2,0

2,4

2,3

2,0

3,2

3,3

3,0

4.6. Exkurs: Allgemeine wirtschaftliche Situation in der Stadt Leipzig
Die Einschätzung der wirtschaftlichen Situation in der Stadt Leipzig verharrt
seit Jahren auf mittlerem Niveau. Nach sehr schlechten Werten Anfang der
1990er Jahre (Mittelwert = 4,0), hat sich die Einschätzung der Bürger schnell
relativiert. In der Erhebungswelle 2010 sind ebenfalls keine neuen Trends in
der Bürgermeinung sichtbar. Insgesamt bewerten die Leipzigerinnen und
Leipziger die wirtschaftliche Situation in der Stadt auf der Skala von 1 „sehr
gut“ bis 5 „sehr schlecht“ mit einer 3,2; wobei sehr zufriedene und sehr
unzufriedene Bewertungen nur selten vorkommen. Jeder Zweite schätzt die
wirtschaftliche Situation weder gut noch schlecht ein, sondern kreuzte die
ambivalente Antwortmöglichkeit „teils/teils“ an.
Dieses Antwortverhalten ist in den untersuchten Teilgruppen sehr stabil. Das
heißt, über die Bewertung der wirtschaftlichen Situation in der Stadt herrscht
verhältnismäßige Einigkeit.

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

63

Tab. 4-6: Einschätzung der allgemeinen wirtschaftlichen Situation in der Stadt Leipzig

Befragte
Anzahl
Gesamt 2010:
2926
davon:
1324
männlich
1602
weiblich
davon:
684
18-34 Jahre
700
35-49 Jahre
703
50-64 Jahre
838
65-85 Jahre
darunter Stellung im Erwerbsleben:
1447
Erwerbstätige
164
Arbeitslose
947
Rentner/Pensionäre
108
Studenten/Schüler
Gesamt 2009:
1092

64

1
sehr
zufrieden

2
zufrieden

3
teils/teils

4
unzufrieden

5
sehr unzufrieden

D
1-5

1

19

Prozent
48

27

5

3,2

1
1

20
18

47
49

26
27

5
5

3,2
3,2

1
1
1
1

27
16
13
17

48
48
47
48

21
29
33
28

3
6
7
5

3,0
3,2
3,3
3,2

1
0
1
2
1

19
15
16
32
18

48
46
48
45
57

27
30
30
19
21

5
9
5
2
3

3,2
3,3
3,2
2,9
3,1

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

5.

Kinder, Freizeit und Familie

Die Stadt Leipzig setzt Vieles daran, eine kinder- und familienfreundliche Stadt
zu sein. Eine Vielzahl von Aktivitäten und Angeboten für Familien und Kinder
gibt es bereits und auch die Zahl der Kinderbetreuungsangebote,
insbesondere im Krippenbereich, wird kontinuierlich ausgebaut. Dazu wird das
Netz der Ansprechpartner, die bei der Gestaltung des Familienlebens sowie
bei Fragen der Erziehung und Versorgung von Kindern und Jugendlichen
Beratung und Unterstützung anbieten, immer mehr den Anforderungen
angepasst. Familienfreundlichkeit demonstriert die Stadtverwaltung auch im
Kleinen, wenn durch das Konzept „Familienfreundliche Stadtverwaltung“
kleine Spielecken die Wartezeit für Familien auf dem Amt angenehmer
gestalten. Aber wie sieht die Situation der Kinder und Familien aus Sicht der
Leipzigerinnen und Leipziger aus?
5.1. Familienplanung - zwischen Wunsch und Wirklichkeit
1,2 Kinder haben die Leipzigerinnen und Leipziger – im Durchschnitt. Befragt
wurden wohlgemerkt Personen zwischen 18 und 85 Jahren. Die Kinderzahl
differiert erwartungsgemäß in Abhängigkeit vom Alter. Je höher das Alter,
desto höher ist in der Regel auch die Anzahl der Kinder. Zudem kamen früher
häufiger Dritt- oder Viertkinder zur Welt. Haben in der Altersgruppe der 65- bis
85-Jährigen 18 Prozent drei und mehr Kinder großgezogen, so sind es in der
Altersgruppe der 35- bis 49-Jährigen nur noch 12 Prozent.
Tab. 5-1: Kinderzahl
kein Kind
Befragte
Gesamt 2010:
davon:
männlich
weiblich
davon:
18-34 Jahre
35-49 Jahre
50-64 Jahre
65-85 Jahre
Gesamt 2008:

1 Kind

2 Kinder

3 und mehr
Kinder

D

Anzahl
2906

34

28

27

11

1,2

1292
1614

39
30

23
33

27
27

11
10

1,1
1,2

680
690
698
837
3223

71
23
12
13
34

20
30
33
35
28

6
35
41
35
28

3
12
14
18
10

0,4
1,4
1,6
1,7
1,2

Prozent

Aber bekommen junge Menschen heute wirklich weniger Kinder und bleiben
sie häufiger kinderlos?
Gut ein Drittel der Leipziger Erwachsenenbevölkerung ist kinderlos oder noch
kinderlos. Im Vergleich zum Befragungsjahr 2008 ist die Größenordnung der
Kinderlosen gleich geblieben; 2005 waren es allerdings noch etwas weniger
(26 Prozent). Insgesamt scheint sich der Trend zur höheren Kinderlosigkeit zu
bestätigen, aber für Kinderlosigkeit lassen sich ganz verschiedene
Erklärungsansätze finden. Wie in Tab. 5-2 zu sehen, sind Männer häufiger
kinderlos als Frauen. Dies verwundert zunächst, aber in der Tat bleiben in
Deutschland seit Generationen mehr Männer als Frauen kinderlos. Das liegt
daran, dass es in den fertilen Altersjahren mehr Männer als Frauen gibt.
Wissenschaftler nennen das den „birth-squeeze-Effekt“. Auch in Leipzig
herrscht bei den unter 50-Jährigen Altersjahrgängen ein relativ starkes
Frauendefizit. Mitunter kommen auf 100 Männer nur 85 Frauen (siehe Abb.
5-1), was auch auf ein überproportional hohes Wanderungsdefizit bei jungen
Frauen in den 1990er Jahren zurückzuführen ist. Das führte in den
vergangenen Jahren dazu, dass jede Männerkohorte auf eine zahlenmäßig
kleinere Kohorte noch nicht partnerschaftlich gebundener Frauen traf. Nun
können Männer durchaus auch mit räumlich getrennt lebenden Frauen Kinder
bekommen, die Wahrscheinlichkeit ist jedoch Untersuchungen zufolge
deutlich geringer. Somit gab es in Leipzig zwischen 1999 und 2008 immer

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Höhere Kinderlosigkeit
unter Männern resultiert
aus einem Defizit an
fertilen Frauen in der
Vergangenheit

65

Gutes Geschlechterverhältnis bei den unter
27-Jährigen

Kinderlosigkeit nimmt in
der hochfertilen Altersgruppe deutlich ab

mehr kinderlose Männer, der Anteil kinderloser Frauen wuchs dagegen
geringer an.
In den Altersjahrgängen zwischen 18 und 27 ändert sich die Situation seit
einigen Jahren. Dank des Zuzugs vieler junger Frauen nach Leipzig herrscht
in dieser Altersgruppe mittlerweile ein Frauenüberschuss. Die Kinderlosigkeit
bei Leipziger Männern könnte in Zukunft also wieder abnehmen. Ein
ausgewogenes Geschlechterverhältnis wirkt sich generell günstig auf die
Fertilität aus. Tatsächlich wurden von den Erwachsenen bis Mitte 20 mehr
Kinder geboren. Die Kinderlosigkeit sank im Vergleich zu 2008 bei den 18 bis
24-Jährigen um 2 Prozentpunkte und bei den 25 bis 34-Jährigen sogar um
7 Prozentpunkte. Die Altersgruppe zwischen 35 und 44 konnte dagegen nicht
mehr am Trend zu wieder mehr Kindern teilhaben. In dieser Altersgruppe stieg
die Kinderlosigkeit im Vergleich zu 2008 um 6 Prozentpunkte. Ein Nachholen
von Familiengründungen ist bei ihnen eher unwahrscheinlich. Auch wenn
Mütter und Väter bei Geburt eines Kindes immer älter werden, sind eben doch
biologische Grenzen gesetzt. Und auch für die Männer ist empirisch belegt,
dass erste Vaterschaften nach dem 45. Lebensjahr selten sind. Ebenfalls
unwahrscheinlich ist, dass es nennenswert viele partnerschaftliche Bindungen
zu jungen Frauen bis Mitte Zwanzig geben könnte.
Tab. 5-2: Anteil Kinderloser 1999 bis 2010
1999
Befragte
Gesamt 2010:
davon:
männlich
weiblich
davon:
18-24
25-34
35-44
45-54
55-64
65-74
75-85

2005

2008

2010

Prozent
29

26

34

34

32
26

29
24

39
30

39
30

91
52
18
9
13
13
.

96
56
18
13
6
4
8

92
66
22
18
10
13
16

90
59
28
14
11
13
13

Abb. 5-1: Anzahl der Frauen auf 100 Männer in Leipzig (Stichtag: 31.12.2010)
Jahre
58
53
48

Männerüberschuss
43
38
33
28

Frauenüberschuss

23
18
75

80

85

90

95

100

105

110

115

120

125

Anzahl der Frauen auf 100 Männer

Quelle: Ordnungsamt, Einwohnerregister

66

Amt für Statistik und Wahlen

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Angesichts der Gemengelage an Entwicklungen stellt sich die Frage, ob eine
Zu- oder Abnahme an Kinderlosigkeit eher durch äußere Rahmenbedingungen oder durch Änderungen bezüglich des Kinderwunsches zur erklären
ist.
Tab. 5-3: Gewünschte und bereits geborene Kinder 2005 bis 2010
vorhandene
Kinder
Befragte
Gesamt:
davon:
männlich
weiblich
davon:
18-24
25-34
35-44
45-54
55-64
65-74
75-85

2005
Kinder und
Kinderwunsch

2008
vorKinder und
handene
KinderKinder
wunsch
Mittelwert
1,2
1,6

1,3

1,7

1,3
1,4

1,7
1,7

1,1
1,3

0,0
0,7
1,3
1,6
1,7
1,9
1,9

1,9
2,1
1,6
1,6
1,7
1,9
1,9

0,1
0,5
1,4
1,5
1,7
1,7
1,7

vorhandene
Kinder

2010
Kinder und
Kinderwunsch

1,2

1,6

1,5
1,7

1,1
1,2

1,6
1,6

1,8
1,8
1,7
1,5
1,7
1,7
1,7

0,1
0,6
1,3
1,6
1,6
1,6
1,8

1,8
2,0
1,5
1,6
1,6
1,6
1,8

Abb. 5-2: Kinder und Kinderwunsch bei Männern und Frauen
Männer

75-85

2,0

1,7

1,1

1,0

1,7

0,0

Kinder bisher

0,2

0,7

25-34

0,1 18-24

0,5

1,4

35-44

0,5

1,7

1,5

1,6

45-54

1,5

2,0

1,5

55-64

1,5

0,4

1,7

65-74

1,8

2,5

Frauen

Alter

1,2

0,1

0,0

1,7

0,5

1,0

1,5

2,0

2,5

(weiterer) Kinderwunsch

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

67

Männer und Frauen wünschen sich gleich viele
Kinder

Kinderwunsch generell
höher als tatsächliche
Kinderzahl

Unsicherheit und
Finanzen behindern den
Kinderwunsch
Kind und Karriere steht
nach wie vor im Widerspruch
Verlust des Arbeitsplatzes
wird seltener befürchtet

Tatsächlich ist der Kinderwunsch bei jungen Erwachsenen sehr konstant
geblieben. Rechnet man gewünschte und – falls schon vorhanden – geborene
Kinder zusammen, ergibt sich für 2010 eine durchschnittlich gewünschte
Kinderzahl bei den 18 bis 24-Jährigen von 1,6 und bei den 25 bis 34-Jährigen
von 2,0 (siehe Tab. 5-3). Auch in den Erhebungswellen 2008 und 2005 lag
dem Wunsche nach der „Standard“ bei circa zwei Kindern. Männer und
Frauen unterscheiden sich beim Kinderwunsch nicht. Bei den 25 bis 34Jährigen übertrifft der Kinderwunsch der Männer sogar den der Frauen.
Unterstellt man, dass der Kinderwunsch bei den jungen Erwachsenen auch
vor 10 und 20 Jahren in gleicher Weise ausgeprägt war, klafft zwischen
Wunsch und Wirklichkeit eine ziemliche Lücke. Das wird bei den nachfolgenden Altersgruppen deutlich. Selbst bei den 35 bis 44-Jährigen nimmt der
Kinderwunsch schon deutlich ab, obwohl die tatsächliche Kinderzahl noch
nicht den vermeintlich ursprünglichen Vorstellungen entspricht.
Als Hauptgründe dafür, keine Kinder (mehr) haben zu wollen, wird an erster
Stelle die abgeschlossene Familienplanung genannt. Erwartungsgemäß ist
dieser Grund stark altersabhängig. Ab dem 40. Lebensjahr wird die Familienplanung bei beiden Geschlechtern zunehmend als abgeschlossen betrachtet.
Bei Frauen ist die Phase des Abschließens kürzer, für sie hat dieser Grund
seine höchste Bedeutung mit 45 Jahren erreicht, während dies bei Männern
erst mit 50 Jahren der Fall ist.
80 Prozent der unter 35-jährigen Leipzigerinnen und Leipziger wünschen sich
ein oder mehrere Kind(er) bzw. weitere Kinder. 20 Prozent schließen jedoch
zukünftig einen (weiteren) Kinderwunsch aus. Diese jüngeren Leipzigerinnen
und Leipzigern ohne (weiteren) Kinderwunsch, machen dafür vor allem die
finanziellen Ausgaben und die generelle Unsicherheit verantwortlich. Ebenfalls
von großer Bedeutung sind berufliche Hinderungsgründe. Die berufliche
Karriere wird von fast einem Drittel der unter 35-Jährigen als Grund
angegeben. Die Angst, ob der Arbeitsplatz erhalten bleibt, ist bei jedem Dritten
vorhanden. Für Frauen spielt dieser Aspekt nach wie vor die größere Rolle,
wenngleich die Größenordnung geringer geworden ist. 2005 befürchteten
noch 31 Prozent der Männer und 43 Prozent der Frauen den Verlust des
Arbeitsplatzes, 2010 waren es nur noch 24 Prozent der Männer und
37 Prozent der Frauen.

Abb. 5-3: Gründe gegen ein (weiteres) Kind bei unter 35-Jährigen*
Die Familienplanung ist abgeschlossen.
Die finanziellen Ausgaben
wären mir zu groß.

c

Meine berufliche Karriere hat
für mich Vorrang.

d

Mein Partner und ich haben jetzt
ganz andere Wünsche.
In der gegenwärtigen Zeit voller Unsicherheiten sollte man sich kein (weiteres)
Kind anschaffen.
Ein anderer Grund

11
41

b

Gesundheitliche Ursachen bzw. das
Alter lassen es nicht zu.

Wenn man der Arbeit zu lange fernbleiben
muss, weiß man nicht, ob der Arbeitsplatz
erhalten bleibt.

16

a

46
2
6
29
33
24

e

37
22

f

21
33
32

g

männlich

33

h

weiblich

28

0%

10 %

20 %

30 %

40 %

50 %

* bezogen auf diejenigen 18 bis unter 35-Jährigen, die sich zukünftig kein Kind oder kein weiteres Kind wünschen

68

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

5.2. Familienfreundlichkeit – Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Das Hauptengagement der Arbeitnehmer zur besseren Vereinbarkeit von
Familie und Beruf liegt nach wie vor bei der Einrichtung flexibler Arbeitszeiten,
bei der Möglichkeit zur Teilzeitarbeit und bei familienfreundlichen Urlaubsregelungen. Wie aus Tab. 5-4 hervorgeht, kann jeder zweite Berufstätige auf
diese Angebote seines Arbeitsgebers zählen. Problematischer sieht die
Situation bei der infrastrukturellen Ausstattung aus, wie einem Betriebskindergarten (10 Prozent), Kinderspielzimmer (5 Prozent), Eltern-Kind-Arbeitsplatz (5 Prozent) oder Stillraum (6 Prozent). Während ein Betriebskindergarten
für kleinere Unternehmen oftmals außerhalb der Möglichkeiten liegt und auch
die unternehmensinterne Nachfrage dies wahrscheinlich oft nicht rechtfertigt,
wäre eine Unterstützung für die Vermittlung von Betreuungsplätzen eine
Alternative. Allerdings ist auch in diesem Bereich das Engagement der
Arbeitgeber noch recht gering. Dennoch haben die Arbeitgeber ihre
familienfreundlichen Angebote im Vergleich zu 2008 in etlichen Bereichen
ausgeweitet. Zuwächse gab es bis 2010 bei finanziellen Unterstützungsleistungen für die Betreuung von Kindern oder Angehörigen (von 9 auf 14 Prozent) und bei der Möglichkeit von Heimarbeit (von 10 auf 16 Prozent). Leichte
Zuwächse sind zudem bei der Vermittlung von Kinderbetreuungsplätzen, bei
der Möglichkeit zur Teilzeitarbeit, bei der Einrichtung von Eltern-Kind-Arbeitsplätzen und familienfreundlichen Urlaubsregelungen zur verzeichnen.

Unternehmen bieten
häufig flexible Arbeitszeiten, Teilzeitarbeit
und familienfreundliche
Urlaubsregelungen

Tab. 5-4: Angebote des Arbeitgebers zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf 2008 und 2010

Angebote

2008 - Angebote vorhanden
ja
nein
weiß
nicht
Anzahl
Befragte
Prozent

2010 - Angebote vorhanden
ja
nein
weiß
nicht
Anzahl
Befragte
Prozent

Betriebskindertagesstätte

529

10

80

11

473

10

72

18

Vermittlung von Kinderbetreuungsplätzen
Vermittlung von Betreuungsplätzen für
pflegebedürftige Angehörige
finanzielle Unterstützung für die Betreuung von
Kindern und/oder Angehörigen
flexible Arbeitszeiten

512

8

70

22

466

11

64

24

515

5

70

25

462

5

63

31

517

9

68

23

465

14

64

22

549

56

36

8

476

53

35

11

Möglichkeiten zur Teilzeitarbeit

546

56

31

14

469

59

25

16

Möglichkeiten zur Heimarbeit

523

10

75

14

464

16

67

17

Kinderspielzimmer

510

5

84

12

461

5

77

18

Eltern-Kind-Arbeitsplatz

513

3

83

14

461

5

77

18

Stillraum
Freizeitangebote für Kinder der Beschäftigen
oder für Familien
familienfreundliche Urlaubsregelungen
Hilfe bei der Vermittlung hauswirtschaftlicher
Dienstleistungen
etwas anderes

514

7

79

15

459

6

74

20

520

19

66

15

458

12

68

20

535

55

31

14

462

58

25

17

509

5

73

22

457

4

70

26

105

2

53

45

75

7

37

56

Mit Familienfreundlichkeit werden meist die Bedürfnisse junger Familien
assoziiert. Aber auch die Pflege der eigenen Eltern oder des kranken Partners
bzw. der Partnerin kann für einen Beschäftigten eine enorme Herausforderung
darstellen. Die Pflege von Angehörigen ist allerdings nach wie vor wenig in
den Fokus der Arbeitgeber gerückt und selbst die Befragten wissen oftmals
nicht, ob Unterstützungsangebote eventuell bestehen. Eine ziemlich große
Unwissenheit gibt es allerdings in allen abgefragten Bereichen.
Es ist anzunehmen, dass der geringe Informationsstand auf einen fehlenden
eigenen Bedarf bei den Befragten schließen lässt. Ist das Thema „Familienfreundlichkeit“ deswegen für Viele nicht von Bedeutung?
Welchen Stellenwert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat, zeigt sich
bei der Frage zu den Wünschen der Berufstätigen nach derartigen Angeboten.
Da Relevanz und Nachfrage von der derzeitigen Lebenssituation der
Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

69

Befragten abhängen und dabei altersabhängige Unterschiede bestehen, wird
in Tab. 5-5 für zwei Altersgruppen das Angebot dem Wunsch gegenübergestellt. Es sei unterstellt, dass bei unter 50-Jährigen die Vereinbarkeit von
Familie und Beruf eher auf Kinder fokussiert sein wird, während sie bei 50Jährigen und Älteren vermutlich in zunehmendem Maße durch die Betreuung
von pflegebedürftigen Angehörigen aber auch von eventuell vorhandenen
Enkelkindern geprägt sein wird.
Tab. 5-5: Wünsche zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf
18 bis 49-Jährige
nicht
gegewünscht
wünscht
Anzahl
Befragte
Prozent

Angebote

egal
Anzahl
Befragte

50 bis 65-Jährige
nicht
gegewünscht
wünscht
Prozent

egal

Betriebskindertagesstätte

317

51

20

29

102

36

8

55

Vermittlung von Kinderbetreuungsplätzen
Vermittlung von Betreuungsplätzen für
pflegebedürftige Angehörige
finanzielle Unterstützung für die Betreuung von
Kindern und/oder Angehörigen
flexible Arbeitszeiten

311

56

15

29

102

38

12

50

47

14

39

54

10

36

69

7

23

305

36

27

37

99
95

309

66

14

20

304

79

7

14

99

Möglichkeiten zur Teilzeitarbeit

295

66

14

20

97

59

16

25

Möglichkeiten zur Heimarbeit

303

42

36

23

100

31

36

33

Kinderspielzimmer

307

20

50

30

97

15

29

56

Eltern-Kind-Arbeitsplatz

304

22

49

29

96

12

35

53

Stillraum
Freizeitangebote für Kinder der Beschäftigen
oder für Familien
familienfreundliche Urlaubsregelungen
Hilfe bei der Vermittlung hauswirtschaftlicher
Dienstleistungen
etwas anderes

300

21

45

35

93

14

29

57

38

13

49

72

4

23

23

24

53

---

---

---

307

46

24

30

297

84

4

12

305

23

39

38

58

26

24

50

97
98
94
19

Zwischen gewünschtem und vorhandenem Angebot liegt eine Differenz von mehr als 25 Prozentpunkten

Kinderbetreuungsplätze
sind ein „Dauerbrenner“

Flexible Arbeitszeiten und
finanzielle Unterstützung
werden am meisten
gewünscht

70

Zunächst zu den unter 50-Jährigen Berufstätigen: Bei der Gegenüberstellung
von „Wunsch“ und „Wirklichkeit“ klafft die größte Lücke bei den Kinderbetreuungsmöglichkeiten und bei finanziellen Unterstützungsleistungen. Das
Thema Kinderbetreuungsplätze ist ein „Dauerbrenner“ für Berufstätige. Einen
Betriebskindergarten oder Unterstützung bei der Suche nach einem Betreuungsplatz wünscht sich jeder Zweite in dieser Altersgruppe. Angebote von
Arbeitgeberseite bestehen allerdings nur selten und auch finanzielle Unterstützungen für die Betreuung von Kindern oder Angehörigen werden viel
seltener als gewünscht angeboten. Selbst im öffentlichen Dienst sind mit der
Einführung des TVÖD Zuschläge für Kinder und Familie entfallen.
Auf der Wunschliste der unter 50-Jährigen stehen zudem flexible Arbeitszeiten
und die Möglichkeit von Teilzeit sowie familienfreundliche Urlaubsregelungen
ganz oben. Diese Dinge bieten bereits viele Arbeitgeber an, der Wunsch von
Seiten der Arbeitnehmer ist dennoch höher. Punkten könnten die Arbeitgeber
auch mit Freizeitangeboten für die Kinder der Beschäftigten oder für deren
Familien. Aber nicht nur, dass viele Arbeitgeber diesem Wunsch nicht nachkommen, die Angebote sind im Vergleich zu 2008 sogar noch zurückgegangen.
Auch die über 50-Jährigen würden sich über Freizeitangebote für ihre Familie
freuen. Es erstaunt, dass sich auch alle anderen Wünsche eher wenig von
den Ansprüchen der jüngeren Berufstätigen unterscheiden. Zwar wird
erwartungsgemäß die Vermittlung von Betreuungsplätzen für pflegebedürftige
Angehörige häufiger gewünscht und Kinderbetreuungsangebote etwas
weniger, familienfreundliche Arbeits- und Urlaubsregelungen sind aber
gleichermaßen begehrt. In etlichen Bereichen sind ältere Berufstätige sogar
offener für familienfreundliche Angebote als jüngere. Kinderspielzimmer,
Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Eltern-Kind-Arbeitsplatz und einen Stillraum halten viele unter 50-Jährige
Berufstätige nicht für notwendig. Zwar wünschen sich derartige Möglichkeiten
auch ältere Berufstätige nur sehr selten, die Mehrzahl gibt allerdings „egal“ an.
Vielleicht ist diese Zurückhaltung auch ein Ausdruck dessen, dass man die
Entscheidung darüber den Kolleginnen und Kollegen mit kleinen Kindern
überlassen möchte. Kinderfreundlichkeit hört also nicht beim eigenen Bedarf
auf. Gegenseitiges Verständnis und ein solidarisches Verhalten zeigen sich
auch an den vielfach geäußerten Wünschen hinsichtlich der Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Man könnte auch sagen: Kinder- und Familienfreundlichkeit geht eben alle etwas an.
Mit dem Familienfreundlichkeitspreis der Stadt Leipzig wird familienfreundliches Engagement gewürdigt, 2010 wurde zudem ein Sonderpreis "Vereinbarkeit von Familie und Beruf – familienfreundlicher Arbeitgeber" vergeben. 13
Prozent der Leipziger Eltern geben an, den Familienfreundlichkeitspreis zu
kennen. Nur zwei Jahre nach Einführung des Preises kann dieser Bekanntheitsgrad als sehr positiv bewertet werden.

Solidarisches Verhalten
der älteren Beschäftigten
in Sachen Kinder- und
Familienfreundlichkeit

5.3. Familienfreizeit - Besuch von Spielplätzen und Erholung in der
Natur
In Leipzig gibt es circa 400 Spielplätze. Sie können Ziel eines Wochenendspaziergangs oder einer Radtour sein und dort zum Spielen, Verweilen und zu
Naturbeobachtungen einladen. Schön ist es aber auch, wenn sich ein Spielplatz fußläufig in Wohnungsnähe befindet. Dann sind auch kurze Besuche
nach Feierabend bzw. nach dem Kindergarten oder nach Schulschluss
möglich.
Die räumliche Verteilung der Spielplätze deutet anhand der Befragungsdaten
der Bürgerumfrage auf ein recht flächendeckendes Netz an Spielplätzen hin –
zumindest in den Innenstadt- und Innenstadtrandbereichen sowie in den
Ortsteilen mit gebietsprägenden Großwohnsiedlungen. Wie aus Tab. 5-6
hervorgeht, finden im städtischen Durchschnitt 92 Prozent der befragten
Eltern einen Spielplatz in fußläufiger Entfernung vor. Einen Spielplatz im
Wohnquartier gibt es nahezu immer in den Stadtbezirken West (Grünau), Süd,
Südost und Ost. Aber auch im Stadtbezirk Zentrum ist in der Regel
mindestens ein Spielplatz fußläufig erreichbar.
Es stellt sich die Frage, ob wohnungsnahe Spielplätze auch zu einer
häufigeren Nutzung animieren. Tatsächlich besuchen Bewohner von Ortsteilen mit gebietsprägenden Großwohnsiedlungen und der innerstädtischen
Ortsteile häufiger einen Spielplatz. Wie in Tab. 5-7 zu sehen, besuchen
39 Prozent der Eltern des Stadtrands 1 mehrmals wöchentlich einen Spielplatz, 17 Prozent sogar täglich. Etwas seltener, aber auch sehr häufig suchen
die Kinder des Innenstadtrandes einen Spielplatz auf. Nur wenige Spielplätze
gibt es dagegen im so genannten Stadtrand 2, also in den städtischen
Randgebieten, die nach 1990 eingemeindet wurden. Spielplätze sind dort
allerdings auch nicht derart nachgefragt wie in Quartieren mit überwiegendem
Geschosswohnungsbau. Ermöglicht doch der Garten hinter dem Haus das
Spielen „direkt vor der eigenen Haustür“. Über die Häufigkeit des Spielens im
heimischen Garten liegen allerdings keine Informationen vor. Rückschlüsse
auf das Spielen an der frischen Luft sind somit nicht zu ziehen.
Aber nicht nur die Infrastrukturausstattung und die Baustruktur der Wohnquartiere erklärt die Nutzungshäufigkeit. In erster Linie hängen Spielplatzbesuche mit dem Alter der Kinder zusammen. Vor allem Eltern mit Klein- und
Vorschulkindern suchen häufig einen Spielplatz auf, denn in diesem Alter
benötigen sie noch die Begleitung der Eltern (oder anderer Aufsichtspersonen). Neun von zehn befragten Eltern mit Kind(ern), die Kinder unter
sieben Jahren im Haushalt haben, sind regelmäßig auf Spielplätzen anzutreffen. Sind das Kind oder die Kinder erst älter als 11 Jahre, besucht nur noch
einer von zehn elterlichen Befragten regelmäßig einen Spielplatz.
Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Sind Spielplätze wohnungsnah vorhanden,
erhöht dies die Häufigkeit
der Nutzung

Eltern mit Kindern unter
7 Jahren besuchen besonders häufig Spielplätze

71

Tab. 5-6: Fußläufig erreichbare Spielplätze
Befragte
Gesamt 2010:
davon aus Lagetyp:
Innenstadt
Innenstadtrand
Stadtrand 1
Stadtrand 2
davon aus Stadtbezirk:
Mitte
Nordost
Ost
Südost
Süd
Südwest
West
Alt-West
Nordwest
Nord

keiner

einer

Anzahl
426

drei

mehr als drei

31

zwei
Prozent
25

8

20

16

40
212
89
84

5
6
9
13

28
26
32
44

32
28
24
17

25
22
16
15

11
18
19
10

40
32
59
41
51
35
39
38
27
63

5
22
3
3
2
14
0
16
.
7

28
38
42
38
24
24
23
31
.
23

32
13
22
24
33
27
25
23
.
30

25
17
15
23
21
17
22
16
.
25

11
11
19
13
21
19
30
14
.
16

mind. einmal
pro Monat

seltener

8

41

Tab. 5-7: Besuchshäufigkeit von Spielplätzen Leipziger Eltern
Befragte
Anzahl
Gesamt 2010:
264
darunter mit jüngstem Kind im
Haushalt im Alter:
99
unter 7 Jahre
42
zwischen 7 und 10 Jahren
30
zwischen 11 und 14 Jahren
davon aus Lagetyp:
25
Innenstadt
129
Innenstadtrand
49
Stadtrand 1
61
Stadtrand 2

Erholung in der Natur finden die Leipziger innerhalb der Stadtgrenzen

72

täglich

mehrmals pro
Woche

8

25

einmal pro
Woche
Prozent
18

16
6
0

43
27
0

24
22
3

7
21
6

10
24
91

.
9
17
0

.
32
22
13

.
18
18
16

.
8
10
8

.
34
33
63

Zur Erholungssuche in Sachen „Natur“ hat Leipzig viel zu bieten. Das nutzen
viele Leipziger Eltern, und Ausflüge in die Natur werden sehr häufig innerhalb
der Stadtgrenzen realisiert. Ausflüge in die Natur des Umlands oder auch
weiter weg finden dagegen seltener und auch unregelmäßiger statt (siehe
Abb. 5-4).
Vier von fünf der befragten Leipziger Eltern suchen im Durchschnitt
mindestens ein- bis zweimal im Monat die Leipziger Parks, Wälder oder
Gewässer zur Erholung auf. Vor allem in dicht bebauten Gebieten wird die
Erholung in der Leipziger Natur sehr häufig gesucht. Bewohner des durch
Eigenheime geprägten Stadtrands tun dies dagegen seltener. Denn auch
Erholung in der Natur braucht es nur dort, wo die Natur nicht direkt an der
Haustür, nämlich im eigenen Garten, anfängt.
Besonders beliebt sind Ausflüge in die Leipziger Natur bei Eltern mit kleinen
Kindern unter 7 Jahren. Eltern mit etwas älteren Kindern unternehmen diese
deutlich seltener. Bei den Familienausflügen ins Umland oder weiter weg gibt
es jedoch keinen Unterschied zwischen Eltern mit kleinen oder halbwüchsigen
Kindern. Unabhängig vom Alter der Kinder unternimmt knapp jeder zweite
Befragte mindestens einmal im Monat Ausflüge nach außerhalb.

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Abb. 5-4: Erholungssuche mit Kindern in der Natur innerhalb und außerhalb
Leipzigs
innerhalb

täglich

außerhalb
mehrmals pro Woche

einmal pro Woche

ein- bis zweimal pro Monat

seltener

0%

10 %

20 %

30 %

40 %

50 %

Tab. 5-8: Erholungssuche mit Kindern in der Natur innerhalb Leipzigs
Befragte
Anzahl
Gesamt 2010:
270
darunter mit jüngstem Kind im
Haushalt im Alter:
99
unter 7 Jahre
39
zwischen 7 und 10 Jahren
28
zwischen 11 und 14 Jahren
davon aus Lagetyp:
24
Innenstadt
133
Innenstadtrand
54
Stadtrand 1
59
Stadtrand 2

täglich

mehrmals pro
Woche

mind. einmal
pro Monat

seltener

26

einmal pro
Woche
Prozent
22

15

16

21

25
5
.

39
35
.

25
23
.

9
28
.

3
10
.

.
15
18
10

.
28
25
17

.
25
27
18

.
13
15
20

.
18
15
36

mind. einmal
pro Monat

seltener

32

45

Tab. 5-9: Erholungssuche mit Kindern in der Natur außerhalb Leipzigs
Befragte
Anzahl
Gesamt 2010:
258
darunter mit jüngstem Kind im
Haushalt im Alter:
unter 7 Jahre
92
zwischen 7 und 10 Jahren
41
darunter aus Lagetyp:
125
Innenstadtrand
51
Stadtrand 1
61
Stadtrand 2

täglich

mehrmals pro
Woche

3

7

einmal pro
Woche
Prozent
14

1
7

10
5

14
19

35
28

41
41

1
1
9

4
13
8

14
18
15

36
21
29

46
47
39

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

73

5.4. Familienbildung – Bildungsangebote und Elterninformation

Bildungsangebote nimmt
nur ein geringer Teil der
Leipziger Eltern wahr

Die Fragen zu Bildungsangeboten für Eltern richteten sich ebenfalls an
Befragte mit Kindern unter 15 Jahren. Wie in Tab. 5-10 zu sehen, sprechen
Bildungsangebote für Eltern nur einen kleineren Teil der Leipziger Elternschaft
an. 13 Prozent der befragten Eltern haben bisher mindestens einmal ein
derartiges Bildungsangebot wahrgenommen. Wenn Elternbildung stattfindet,
dann sind das in aller Regel vereinzelte Ereignisse. Regelmäßige Bildungsangebote sind in ihrer Verbreitung statistisch nicht messbar. Ein Blick auf die
Altersgruppen zeigt zudem, dass junge Eltern häufiger an Elternkursen oder
Elternbildung partizipieren.

Tab. 5-10: Besuch von Bildungsangeboten für Eltern in den letzten 12 Monaten
jeden Monat
Befragte
Gesamt 2010:
davon:
männlich
weiblich
darunter:
18-34 Jahre
35-49 Jahre
50-64 Jahre

Elternbildung findet am
ehesten bei Eltern mit
kleinen Kindern statt

Frauen nehmen Angebote
häufiger an als Männer

einmal

gar nicht

7

6

87

0
0

5
9

5
7

90
84

0
0
0

10
7
2

5
7
5

85
86
93

Anzahl
365

0

171
194
111
157
75

mehrmals
Prozent

Der durchschnittliche Bildungsteilnehmer zeichnet sich durch folgende
Struktur aus:
- lebt im Haushalt mit insgesamt 3,2 Personen
- lebt mit Kindern zusammen
unter 7 Jahren: 62 Prozent der Teilnehmer
zwischen 7 und 10 Jahren: 25 Prozent der Teilnehmer
zwischen 11 und 14 Jahren: 23 Prozent der Teilnehmer
zwischen 15 und 18 Jahren: 9 Prozent der Teilnehmer
- 41 Prozent sind Männer und 59 Prozent sind Frauen
Auch wenn Bildungsangebote für Eltern nicht von der breiten Masse regelmäßig genutzt werden, so ist der Bekanntheitsgrad zumindest etwas höher als
der Nutzungsgrad. Knapp ein Drittel der befragten Eltern kennt Einrichtungen,
an die sie sich im Bedarfsfall wenden könnten. Bei den unter 35-Jährigen sind
Elternkurse und Co. stärker bekannt als bei den älteren Altersgruppen.
Insgesamt betrachtet muss aber festgehalten werden, dass zwei von drei
Eltern nicht wissen, dass es in Leipzig Einrichtungen gibt, die Elternbildung
betreiben.

Tab. 5-11: Bekanntheit von Einrichtungen, die Bildungsangebote für Eltern anbieten
mehrere
Befragte
Gesamt 2010:
davon:
männlich
weiblich
davon:
18-34 Jahre
35-49 Jahre
50-64 Jahre
65-85 Jahre

keine

18

eine
Prozent
14

182
209

13
23

14
13

73
63

125
160
78
28

22
15
18
.

17
13
12
.

62
73
71
.

Anzahl
391

68

Angesicht des Informationsgrads zu Bildungsangeboten stellt sich die

Über Zeitungen und Zeitgenerelle Frage, wie sich die Eltern über Angebote für Kinder, Jugendliche
schriften sowie das Interund Familien informieren. Die größte Verbreitung kann – wie in Abb. 5-5 zu
net suchen Eltern nach Insehen – über Zeitungen und Zeitschriften sowie über das Internet erreicht
formationen

werden. Mehr als zwei Drittel der Befragten informieren sich über diese
Medien. Plakate und Aushänge sowie Flyer nehmen eine geringere
Größenordnung an.

74

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Die Informationswege unterscheiden sich in der Leipziger Elternschaft recht
wenig. Zwar wird das Internet von Eltern unter 35 Jahren noch etwas stärker
genutzt. Generell kann aber festgehalten werden, dass in allen Alters- und
Bildungsschichten über Zeitungen und Zeitschriften sowie über das Internet
die höchste Verbreitung erzielt werden kann.
Abb. 5-5: Informationswege zu familienrelevanten Angeboten
80 %

71

69

60 %

44

40 %

35
20 %

10
0%
Zeitung/
Zeitschrift

Internet

Plakate/
Aushänge

Flyer

etwas anderes

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

75

76

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

6.

Weiterbildung

6.1. Stellenwert und Gründe für Weiterbildungen
Im Allgemeinen hat Weiterbildung in der Bevölkerung einen großen
Stellenwert. Fast zwei Drittel der Leipzigerinnen und Leipziger messen ihr
einen großen oder sehr großen Stellenwert bei.
Angesichts des strategischen Ziels der Europäischen Union zum dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum zu werden, ist der hohe Stellenwert
von Weiterbildung zunächst ein gutes Ergebnis. Das gesteckte Ziel kann aber
nur erreicht werden, wenn Arbeitskräfte sich den stetig ändernden
Anforderungen des Arbeitsmarktes anpassen. Mit der Initiative Lebenslanges
Lernen sollen die Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung an die
Wissensgesellschaft und die wissensbasierte Wirtschaft angepasst werden.
Lebenslange Weiterbildung soll helfen, in einer dynamischen Arbeitswelt die
Übergänge zwischen wechselnden Arbeits- und Beschäftigungsverhältnissen
zu gewährleisten und Humankapitalverlust vorzubeugen. Aber hat das Thema
Weiterbildung in Leipzig alle Altersgruppen erreicht?
Wie in Tab. 6-1 zu sehen, ist Weiterbildung nach wie vor ein Thema, das vor
allem für junge Leipzigerinnen und Leipziger relevant ist. Der Anteil jener, die
der Weiterbildung einen großen oder sehr großen Stellenwert beimessen,
nimmt von Altersgruppe zu Altersgruppe ab. In den älteren Altersgruppen der
erwerbsfähigen Leipziger Bevölkerung hat sich der Gedanke des lebenslangen Lernens offensichtlich noch nicht durchgesetzt. Aus persönlichem
Kalkül ist auch nachvollziehbar, dass Weiterbildung stärker Personen anspricht, die am Beginn ihrer beruflichen Karriere stehen. Wenn Weiterbildung
zur Verbesserung der beruflichen Position dient, ist der Bildungsertrag einer
Weiterbildung umso höher, desto länger die Person noch beruflich aktiv ist
und von den erlernten Qualifikationen am Arbeitsmarkt profitieren kann. In
Tab. 6-1 wird sehr deutlich, dass sich die Einschätzungen der Schüler und
Studenten deutlich von den Erwerbstätigen unterscheiden. Rentner und
Pensionäre legen in diesem Vergleich den geringsten Wert auf Weiterbildung.
Während sie dem Arbeitsmarkt in aller Regel nicht mehr zur Verfügung
stehen, ist die Einschätzung der Erwerbstätigen im Vergleich zu den
Studenten angesichts der oben beschriebenen Zielsetzung problematisch.
Zusammenfassend kann anhand des Stellenwerts von Weiterbildung also
festgehalten werden, dass bei jungen Erwerbsfähigen Weiterbildung längst
zum Dogma geworden ist, während bei älteren Erwerbsfähigen die
Notwenigkeit noch nicht weitreichend verstanden wird.

Weiterbildung hat im
Prinzip einen hohen
Stellenwert

Vor allem junge Menschen am Beginn der
beruflichen Karriere
setzen auf Weiterbildung

Nachholbedarf besteht bei
älteren Erwerbstätigen

Tab. 6-1: Stellenwert von Weiterbildung
1
sehr großen
Befragte
Anzahl
Gesamt 2010:
959
davon:
437
männlich
522
weiblich
davon:
224
18-34 Jahre
245
35-49 Jahre
233
50-64 Jahre
257
65-85 Jahre
darunter Stellung im Erwerbsleben:
488
Erwerbstätige
54
Arbeitslose
305
Rentner/Pensionäre
35
Studenten/Schüler
Gesamt 2005:
1003

2
großen

25

36

23
26

35
37

40
24
15
11
27
19
14
47
23

3
mittleren
Prozent
21

4
geringen

5
überhaupt
keinen

D
1-5

8

10

2,4

22
20

9
7

10
10

2,5
2,4

36
42
39
27

15
25
28
18

6
7
8
13

2
3
10
30

1,9
2,2
2,6
3,2

39
39
29
43
28

25
22
19
5
20

7
11
13
2
12

2
9
25
3
16

2,2
2,5
3,1
1,7
2,7

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

77

Das Meinungsbild sagt,
wer beruflich erfolgreich
sein will, muss sich
weiterbilden

Arbeitslose mit Resignationstendenzen

Für Rentner bedeutet
Weiterbildung häufig
auch Spaß, Geselligkeit
und Alltagshilfe

Die Argumentation soll aber nicht bedeuten, Weiterbildung verfolge nur berufliche Ziele. Tatsächlich kann Weiterbildung ganz unterschiedliche Aspekte
bedienen, was die Vielfalt der Angebote der allgemeinen Weiterbildung in
künstlerischer, kreativer, sprachlicher oder vielfacher anderer Hinsicht verdeutlicht. Wie die Leipzigerinnen und Leipziger Weiterbildung verstehen und
sie für sich definieren, verdeutlichen die Zustimmungswerte zu den in Abb.
6-1 aufgeführten Aussagen.
Zunächst wird deutlich, dass Weiterbildung von der Leipziger Bevölkerung am
ehesten als Erfordernis für beruflichen Erfolg betrachtet wird. Neun von Zehn
Befragten stimmen dem „voll und ganz“ oder „eher“ zu. Hohe Zustimmungswerte erreicht auch die allgemeine Grundforderung, dass jeder bereit sein
sollte, sich ständig weiterzubilden. Die Zustimmungswerte sind in allen
Altersgruppen gleich groß. Also auch die älteren Erwerbsfähigen stimmen in
der unpersönlichen Form diesem Erfordernis zu, gleichwohl sie (siehe oben)
für sich selbst den Stellenwert von Weiterbildung für geringer erachten.
Auffallend sind auch die geringeren Zustimmungswerte bei Arbeitslosen. Sie
stimmen deutlich seltener „voll und ganz“ zu, dass man zu einer ständigen
Weiterbildung bereit sein sollte und dass Weiterbildung für den beruflichen
Erfolg notwendig sei. Angesichts der Bildungsmaßnahmen, die Langzeitarbeitslose häufig mehrfach durchlaufen, kommt hierbei wohl auch eine
gewisse Resignation und ein geringes Vertrauen in den Erfolg von
Weiterbildung zum Ausdruck.
Allen weiteren Aspekten, also dem Spaßfaktor, der Möglichkeit neue
Menschen kennen zu lernen oder der praktischen Alltagshilfe wird in der
Tendenz weniger zugestimmt. Von Rentnern und Pensionären erhalten diese
Aspekte jedoch eine stärkere Zustimmung. Gleichwohl stimmen Rentner und
Pensionäre auch den beruflichen Zielen und Erfordernissen von
Weiterbildung recht stark zu, auch wenn sie selbst nicht mehr aktiv am
Arbeitsleben partizipieren.

Wer im Beruf erfolgreich sein will, muss
sich weiterbilden.

.

Abb. 6-1: Positionen zum Thema Weiterbildung
Studenten/Schüler
Rentner/Pensionäre
Arbeitslose
Erwerbstätige

1,3
1,2
1,7
1,5

Studenten/Schüler
Jeder sollte bereit sein,
Rentner/Pensionäre
sich ständig weiterArbeitslose
zubilden.
.

1,3
1,4
1,8

Erwerbstätige

Studenten/Schüler
Rentner/Pensionäre
Arbeitslose
Erwerbstätige

Weiterbildung macht
Spaß.

Studenten/Schüler
Rentner/Pensionäre
Arbeitslose
Erwerbstätige

.

.

Weiterbildung ist eine
wichtige Hilfe, um im
Alltag besser zurechtzukommen.

.

Durch Weiterbildung
kann man nette Menschen kennen lernen.

1,5

2,4
1,9
2,5
2,5

2,5
2,2
2,5
2,4

Studenten/Schüler
Rentner/Pensionäre
Arbeitslose
Erwerbstätige

2,4
2,3
2,6
2,6
5

78

4

3
Mittelwert
1 = "voll und ganz" . . . 5 = "überhaupt nicht"

2

1

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

6.1.1. Teilnahme an allgemeinen Weiterbildungen
Bei der Frage zur allgemeinen Weiterbildung stellt sich heraus, dass in vielen
Bereichen nur wenige Befragte an Veranstaltungen teilgenommen haben,
was die Auswertung der Fragen einschränkt. Auswertungen zur zeitlichen
Differenzierung, also wie lange eine Teilnahme zurückliegt, sind ebenso
wenig möglich, wie Auswertungen zum Erwerb eines Zertifikats. In der
folgenden Abbildung wurde daher nur der prozentuale Anteil der Teilnehmer
aufgeführt, die bisher mindestens einmal eine allgemeine Weiterbildung
gemacht haben.

Studenten/Schüler
Rentner/Pensionäre
Arbeitslose
Erwerbstätige
Studenten/Schüler
Rentner/Pensionäre
Arbeitslose
Erwerbstätige
Studenten/Schüler
Rentner/Pensionäre
Arbeitslose
Erwerbstätige
Studenten/Schüler
Rentner/Pensionäre
Arbeitslose
Erwerbstätige

Fremdsprachen

Studenten/Schüler
Rentner/Pensionäre
Arbeitslose
Erwerbstätige

Gesundheit/
Prävention

Studenten/Schüler
Rentner/Pensionäre
Arbeitslose
Erwerbstätige

Sport

Studenten/Schüler
Rentner/Pensionäre
Arbeitslose
Erwerbstätige

Erziehung/
Familie

Studenten/Schüler
Rentner/Pensionäre
Arbeitslose
Erwerbstätige

Studenten/Schüler
Rentner/Pensionäre
Arbeitslose
Erwerbstätige

Musik

NaturwisPolitik,
neue Medien
(Computer,
senschaften, Gesellschaft,
Internet,
Kunst, Kultur,
Technik,
ZeitgescheHandy)
Kreativität
Umwelt
hen

Rechtsfragen,
Verbraucherschutz

Abb. 6-2: Teilnahme an allgemeinen Weiterbildungen

Studenten/Schüler
Rentner/Pensionäre
Arbeitslose
Erwerbstätige

0%

5%

10 %

15 %

20 %

25 %

30 %

35 %

40 %

Angegeben ist der Anteil an Personen, die mindestens einmal an Veranstaltungen zur allgemeinen
Weiterbildung teilgenommen haben.

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

79

Allgemeine Weiterbildungsangebote werden
häufig von Senioren
genutzt

Fremdsprachen stehen
bei Studenten und Rentnern hoch im Kurs

Insgesamt betrachtet nehmen sehr häufig die Leipziger Seniorinnen und
Senioren Angebote zur allgemeinen Weiterbildung wahr. Dies ist auch
naheliegend, schließlich rückt für sie die berufliche Weiterbildung in den
Hintergrund und es eröffnen sich zeitliche Freiräume für die allgemeine
Weiterbildung. Wie in Abb. 6-2 ersichtlich haben einzig bei den
Fremdsprachenkursen anteilig mehr Schüler und Studenten bereits mindestens einen Kurs besucht als dies bei Rentnern und Pensionären der Fall ist.
Weiterbildung im Bereich Fremdsprachen stellt ohnehin eine Ausnahme bei
der Nutzungshäufigkeit dar. In diesem Bereich ist der Überschneidungsbereich zur beruflichen Weiterbildung am größten. Fremdsprachenkenntnisse
stellen im Berufsleben häufig so genannte Schlüsselqualifikationen dar.
Insgesamt 38 Prozent der befragten Studenten und Schüler haben bereits an
Fremdsprachenkursen teilgenommen. 12 Prozent haben sogar ganz frisch,
also im Befragungsjahr, Veranstaltungen besucht. Aber auch Senioren
erlernen gern fremde Sprachen oder verbessern ihre Kenntnisse. Jeder vierte
Rentner oder Pensionär hat schon einmal Fremdsprachenkurse besucht.
Auch Veranstaltungen zum Thema neue Medien, also Computer-, Internetoder Handykurse stehen bei Senioren hoch im Kurs. Ebenfalls jeder Vierte
hat diese Weiterbildungsangebote schon genutzt.
6.1.2. Teilnahme an beruflichen Weiterbildungen

Die Teilnahme an beruflichen Weiterbildungen ist
höher als die an allgemeinen Weiterbildungen

Höher qualifizierte Angestellte nehmen häufiger
an beruflichen Weiterbildungen teil, Selbstständige und gering Qualifizierte machen häufiger
Umschulungen

Die Teilnahme an beruflichen Weiterbildungen fällt wesentlich höher aus als
die an allgemeinen Weiterbildungen, wie in Abb. 6-3 sichtbar.
Insgesamt geben gut zwei Drittel der Antwortenden an, bereits an beruflichen
Weiterbildungen teilgenommen zu haben. Männer und Frauen bilden sich in
vergleichbarem Maße beruflich weiter. Allerdings bestehen Unterschiede
bezüglich des Ziels beruflicher Weiterbildung und auch hinsichtlich der
beruflichen Stellung.
Berufliche Weiterbildung dient häufig dem beruflichen Aufstieg und der
Einarbeitung in neue Aufgaben. Jeweils 42 Prozent der Befragten haben
derartige Weiterbildungen bereits mindestens einmal wahrgenommen.
Seltener ging es um die Umschulung auf einen anderen Beruf.
Berufliche Weiterbildungen finden besonders häufig im hoch qualifizierten
Bereich statt. Leitende Angestellte haben im Vergleich viel häufiger an
mindestens einer Veranstaltung teilgenommen als alle anderen Berufstätigen.
Einzig der Bereich der Umschulungen wird von Selbstständigen oder gering
Qualifizierten bestimmt. Auch von den befragten Arbeitslosen gibt jeder Dritte
an, mindestens an einer Umschulung teilgenommen zu haben.

Tab. 6-2: Teilnahme an beruflicher Weiterbildung
Umschulungen in
anderen Beruf
Befragte
Anzahl
Gesamt 2010:
674
davon:
323
männlich
351
weiblich
davon:
183
18-34 Jahre
182
35-49 Jahre
165
50-64 Jahre
144
65-85 Jahre
darunter Stellung im Erwerbsleben:
364
Erwerbstätige
44
Arbeitslose
175
Rentner/Pensionäre
33
Studenten/Schüler

Lehrgänge/ Kurse für
Lehrgänge/ Kurse
den beruflichen
zur Einarbeitung in
Aufstieg
neue Aufgaben
Prozent

sonst. Lehrgänge/
Kurse der beruflichen Weiterbildung

19

42

42

53

21
16

42
42

41
43

53
53

8
30
26
16

34
55
48
33

36
52
48
32

44
66
59
42

20
32
17
2

49
42
35
4

51
21
35
11

63
38
43
12

Angegeben ist der Anteil an Personen, die mindestens einmal an Veranstaltungen zur beruflichen Weiterbildung teilgenommen haben.

80

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Abb. 6-3: Teilnahme an beruflichen Weiterbildungen

Umschulung

Selbstständige

darunter mindestens eine
Teilnahme seit 2007

leitende Angestellte/ Beamte
mittlere Angestellte/Beamte

Reihe3

einfache Angestellte/ Beamte
Vorarbeiter/Facharbeiter

Einarbeitung in neue
Aufgaben

beruflicher Aufstieg

Ungelernte/ Berufsfremde

Selbstständige
leitende Angestellte/Beamte
mittlere Angestellte/Beamte
einfache Angestellte/Beamte
Vorarbeiter/Facharbeiter
Ungelernte/Berufsfremde

Selbstständige
leitende Angestellte/Beamte
mittlere Angestellte/Beamte
einfache Angestellte/Beamte
Vorarbeiter/Facharbeiter
Ungelernte/Berufsfremde

sonstige berufl.
Weiterbildung

Selbstständige
leitende Angestellte/Beamte
mittlere Angestellte/Beamte
einfache Angestellte/Beamte
Vorarbeiter/Facharbeiter
Ungelernte/Berufsfremde

0%

10 %

20 %

30 %

40 %

50 %

60 %

70 %

80 %

90 %

Angegeben ist der Anteil an Personen, die mindestens einmal an Veranstaltungen zur beruflichen
Weiterbildung teilgenommen haben.

6.2. Nutzung von Weiterbildungsangeboten der Volkshochschule
Leipzig
5 Prozent der befragten Leipzigerinnen und Leipziger nutzen gegenwärtig die
Angebote der Volkshochschule. Weitere 26 Prozent haben vor, an Weiterbildungsangeboten teilzunehmen. Insgesamt umfasst die Zielgruppe der
Volkshochschule also ein Drittel der Leipziger Erwachsenenbevölkerung
(unter 85 Jahre). Frauen scheinen insgesamt interessierter als Männer.
Besonders junge Menschen haben vor, sich durch Angebote der Volkshochschule zukünftig weiterzubilden. Derzeit nutzen Studenten und Schüler die
Volkshochschule nur wenig, die Absichtsbekundungen decken hier aber ein
großes Potenzial auf.
Im Umkehrschluss bedeuten die Ergebnisse aber auch, dass gut zwei Drittel
der Leipzigerinnen und Leipziger die Angebote der Volkshochschule nicht
nutzen möchten. Worin liegen die Gründe dafür?
Ein knappes Drittel begründet die Nichtnutzung der Volkshochschule damit,
bereits andere Weiterbildungsangebote zu nutzen; im Jahr 2005 waren es nur
22 Prozent. Die Volkshochschule befindet sich also zunehmend in einer
Konkurrenzsituation zu anderen Bildungsstätten.

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Hohes Interesse an
Volkshochschulkursen in
der jungen Bevölkerung

Nutzung anderer Weiterbildungsträger und ungünstige Veranstaltungszeiten werden am häufigsten
bemängelt

81

2010 geben zudem Viele an, dass die Veranstaltungszeiten der
Volkshochschule für sie ungünstig seien. Eine weitere Hauptursache ist, dass
die Angebote zu teuer sind, gefolgt von Unkenntnis der Angebote und
mangelndem Interesse an Weiterbildung.
Tab. 6-3: Nutzung der Angebote der Volkshochschule Leipzig
Befragte
Anzahl
Gesamt 2010:
964
davon:
441
männlich
523
weiblich
davon:
224
18-34 Jahre
243
35-49 Jahre
234
50-64 Jahre
263
65-85 Jahre
darunter Stellung im Erwerbsleben:
486
Erwerbstätige
54
Arbeitslose
312
Rentner/Pensionäre
35
Studenten/Schüler
Gesamt 2005:
1020

ja

nein, habe es aber vor

5

Prozent
26

nein, habe es auch nicht
vor
69

3
7

21
30

75
62

3
8
7
6

37
27
22
12

60
65
71
83

5
8
7
0
5

31
21
14
47
24

64
71
79
53
71

Da von jungen Menschen unter 35 Jahren ein besonders hohes Interesse für
die Angebote der Volkshochschule bekundet wird, sollten für sie die Gründe
explizit hinterfragt werden. An erster Stelle wird von ihnen angegeben, die
Angebote der Volkshochschule nicht zu kennen. Um diese bildungsinteressierte Altersgruppe stärker zu erschließen, bedarf es also einer stärkeren
Information und zielgerichteten Öffentlichkeitsarbeit. Weiterhin nutzen die
unter 35-Jährigen häufig bereits Angebote anderer Weiterbildungseinrichtungen und kritisieren darüber hinaus die ungünstigen Veranstaltungszeiten.
Ältere Befragte geben häufiger an, kein Interesse an Weiterbildung zu haben,
die Kosten der Angebote spielen für sie eine eher untergeordnete Rolle.
Insgesamt fällt auf, dass das eigene Interesse an Weiterbildung mit
zunehmendem Alter sinkt.
Tab. 6-4: Gründe für die Nicht-Nutzung der Angebote der Volkshochschule Leipzig

Befragte
Gesamt 2010:
davon:
männlich
weiblich
davon:
18-34 Jahre
35-49 Jahre
50-64 Jahre
65-85 Jahre
darunter Stellung im
Erwerbsleben:
Erwerbstätige
Arbeitslose
Rentner/Pensionäre
Gesamt 2005:

82

kein Interesse an Weiterbildung

kenne die
Angebote
nicht

Anzahl
620

18

20

Veranstaltungszeiten
ungünstig
Prozent
21
23

nutze
Angebote
Anderer

andere
Gründe

30

31

313
307

18
18

24
15

19
24

23
23

31
28

29
32

126
146
152
196

10
14
25
26

37
19
8
10

20
23
28
15

28
34
22
8

36
36
28
16

27
23
25
48

290
36
225
684

14
13
28
21

23
6
10
11

20
60
18
23

34
9
10
14

36
25
16
22

24
25
44
33

Angebote zu
teuer

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

7.

Hilfeleistung im Alltag und ehrenamtliches Engagement

Das Statistische Jahrbuch 2010 enthält eine Übersicht über die Anteile
ausgewählter Altersgruppen von 2005 bis 2009 in Leipzig. Demnach ist die
Altersgruppe der 65-Jährigen und älter in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen und liegt im Jahr 2009 bei 22,6 Prozent. Dies entspricht einer
Altenquote in Leipzig von 34,0 Prozent. Zum Vergleich: im Jahr 2000 lag die
Altenquote noch bei 25,7 Prozent.
Im Alter so lange wie möglich selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden zu
wohnen, ist ein Wunsch, den die meisten älteren Menschen haben. Wichtig ist
dabei aber auch, dass es Menschen in der Nähe gibt (egal ob jung oder alt),
die für sie da sind und bei Bedarf helfen können. Nach Hilfeleistungen im
Alltag fragt die Kommunale Bürgerumfrage ebenso wie nach dem ehrenamtlichen Engagement, das zu einem immer wichtigeren Bestandteil des
sozialen Lebens geworden ist.

Altenquote liegt 2009 in
Leipzig bei 34 Prozent,
2000 lag sie noch bei
26 Prozent

7.1. Hilfen für ältere Mitmenschen und Familien
Ältere, vor allem pflegebedürftige Menschen werden größtenteils von Angehörigen oder anderen nahestehenden Personen zu Hause betreut. 43 Prozent
aller Befragten kümmern sich mindestens mehrmals im Monat um ihre älteren
Verwandten, 14 Prozent davon mehrmals in der Woche und 7 Prozent sogar
täglich. Frauen leisten ihren älteren Angehörigen doppelt so häufig wie
Männer tägliche Unterstützung. Größtenteils sind es die Ehefrauen oder
Töchter, die für ihre Verwandten jeden Tag da sind. Insbesondere Frauen ab
55 Jahren aber auch Arbeitslose helfen auffallend häufiger täglich als die
anderen Altersgruppen ihren Partnern oder Eltern. Neben dem Selbstverständnis, für die nahen Angehörigen da zu sein, spielt sicherlich auch der
Zeitfaktor bei diesen Ergebnissen eine Rolle. Bei der wöchentlichen, monatlichen oder gelegentlichen Hilfeleistung sind Frauen und Männer in etwa
gleichermaßen engagiert.

Besonders Frauen und
Arbeitslose leisten älteren
Angehörigen
Unterstützung im Alltag

Abb. 7-1: Hilfeleistungen für ältere Menschen
ältere Verw andte

7

14

ältere Freunde und
2 7
Bekannte
ältere Nachbarn

3

täglich

40

21

8

Älteren ehrenamtlich
2 6
helfen
0%

22

49

22

51

13
20 %

mehrmals w öchentlich

16

37

78
40 %

60 %

mehrmals monatlich

80 %

100 %

ab und zu

gar nicht

Den älteren Freunden und Bekannten hilft jeder Zweite ab und zu und
30 Prozent aller Befragten mindestens mehrmals monatlich. Jeder zweite
Befragte gibt an, auch seinen älteren Nachbarn gelegentlich zu helfen, aber
nur jeder Neunte tut dies mehrmals monatlich. Älteren Bürgerinnen und
Bürgern im Rahmen ehrenamtlicher Tätigkeit zu helfen, trifft nur auf jeden
fünften Befragten zu. Nicht zu übersehen ist, dass der Anteil derjenigen, die
nur ab und zu oder nie einen älteren Menschen in seiner Umgebung helfend
unterstützen, vergleichsweise hoch ist. Familiäre Netzwerke sind immer
weniger intakt, Eltern und Kinder wohnen immer öfter in verschiedenen
Städten, und auch die Nachbarschaften sind heute weniger intensiv und oft
von Anonymität geprägt.

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

83

Tab. 7-1: Häufigkeit verschiedener Hilfeleistungen
Hilfeleistung
Betreuung der Enkelkinder
Betreuung der Nachbarkinder
hauswirtschaftliche Unterstützung
finanzielle Unterstützung
ehrenamtliches Engagement

nicht
vorhanden

täglich

878
808

66
53

1
0

4
1

776
780
759

entfällt
entfällt
entfällt

4
2
1

6
1
2

Anzahl
Befragte

mehrmals
mehrmals
wöchentlich
monatlich
Prozent

ab und zu

gar nicht

5
3

9
10

14
33

11
6
6

31
33
13

48
59
78

Die Tab. 7-1 bestätigt die vorangegangenen Aussagen. Zunächst wurde den
Befragten bei der Frage nach der Häufigkeit ausgewählter Hilfeleistungen für
die beiden Teilfragen nach der Betreuung der Enkel- und Nachbarkinder die
Antwortmöglichkeit „nicht vorhanden“ angeboten. Bei den drei weiteren
Fragestellungen nach hauswirtschaftlicher, finanzieller oder ehrenamtlicher
Unterstützung erübrigt sich diese Möglichkeit. Die Zahlen zeigen, 42 Prozent
aller Befragten leisten mindestens „ab und zu“ finanzielle Unterstützung in den
Familien ihrer Kinder oder in anderen Familien. Es verwundert nicht, dass die
finanzielle Hilfe hauptsächlich durch Personen mit einem persönlichen
Nettoeinkommen in Höhe von 2000 Euro und mehr geleistet wird. Die
häufigste Hilfeleistung ist die hauswirtschaftliche Unterstützung. Jeder Zweite
engagiert sich mehr oder weniger häufig in dieser Form. Jeder Fünfte leistet
sogar mehrmals monatlich und häufiger hauswirtschaftliche Hilfe. Nicht
verwunderlich ist ebenfalls, dass sich die 50- bis 64-Jährigen häufiger als
andere um die Betreuung der Enkelkinder kümmern.
7.2. Bewertung der Wichtigkeit von haushaltsnahen Diensten
24-Stunden-Notruf wird
als wichtigstes Hilfsmittel im Alltag älterer
Menschen angesehen

Frauen nehmen Unterstützung im Alltag eher
an als Männer

84

Des Weiteren waren die Befragten gebeten, darüber Auskunft zu geben, wie
wichtig ihnen verschiedene vorgegebene haushaltsnahe Leistungen und Angebote sind, auch wenn sie diese zur Zeit selbst nicht nutzen. Die Ergebnisse,
dargestellt in der Abb. 7-2, zeigen, dass der „24-Stunden-Notruf“ für die
meisten der Gesamtgruppe an erster Stelle der Hilfsangebote steht, denn im
Notfall, zum Beispiel bei einem Sturz, kann mit diesem Gerät schnell Hilfe
herbeigerufen werden. Älteren oder behinderten Menschen wird dadurch ermöglicht, länger in ihrer Wohnung leben zu können und dennoch die Sicherheit zu haben, notfalls rasche Hilfe herbeirufen zu können. Aber auch „Gesundheits- und Pflegedienste“ (z.B. Physiotherapeuten oder Fußpflege) sowie
„handwerkliche Dienstleistungen, Hausmeister“ werden von den meisten als
wichtig angesehen, um länger und vor allem selbstständiger in den eigenen
vier Wänden bleiben zu können. Inwieweit diese Einschätzungen dann in der
Realität tatsächlich umgesetzt werden, müsste eine weiterführende Untersuchung beantworten.
Da es bei diesem Fragekomplex speziell um Angebote für Seniorinnen und
Senioren geht, werden im Folgenden insbesondere die Aussagen der 55 bis
85-jährigen Frauen und Männer näher betrachtet. Dabei ist festzustellen, dass
Frauen in diesem Alter grundsätzlich viel eher als Männer bereit sind, Unterstützung im Alltag anzunehmen. Auch in dieser Altersgruppe steht der „24Stunden-Notruf“ an erster Stelle der Unterstützungsleistungen im Alltag.
60 Prozent der 55- bis 85-jährigen Frauen und 55 Prozent der Männer dieser
Altersgruppe sehen dieses Hilfsgerät als wichtig an. Bei der Einschätzung der
Wichtigkeit von „Gesundheits- und Pflegediensten“, von „Begegnungsstätten,
Treffpunkten für Senioren“, beim „Essen auf Rädern“ sowie den „Beratungsstellen für Senioren“ (zu allen Fragen des Alters) gehen die Auffassungen von
Frauen und Männern allerdings weit auseinander. Für 58 Prozent der älteren
Frauen sind „Gesundheits- und Pflegedienste“ besonders wichtig, was hingegen nur für 38 Prozent der älteren Männer zutrifft. Hier bestätigt sich einmal
mehr, dass Frauen gesundheitsbewusster sind als Männer und stärker auf
Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

ihren Körper achten als das andere Geschlecht. Gleichzeitig muss sicherlich
berücksichtigt werden, dass Männer häufiger als Frauen von ihrer Partnerin
„bekocht“ und im Krankheitsfalle betreut und gepflegt werden.
Abb. 7-2: Wertigkeit der haushaltsnahen Hilfeleistungen der Altersgruppe 55- bis 85-Jahre nach
Geschlecht - Antwort: „wichtig“
70 %
60 %
Frauen

50 %

60
55

Männer

58

40 %
41
34

38

20 %

39
33

30

29
21

10 %

19

22

Begegnungsstätte
bzw. Treffpunkte für
Senioren

Beratungsstelle für
Senioren

"Essen auf Rädern"

Wohnungsbetreuung
oder -beaufsichtigung

Handwerkliche
Dienstleistungen

Gesundheits- und
Pflegedienste

24-Stunden-Notruf

Hilfen im Haushalt

9
0%

12 8

9

9

Ehrenamtliche
Besuchsdienste

42

38

Freizeitangebote in
der Wohnanlage

30 %

Tab. 7-2: Welche Wertigkeit haben für Sie folgende Leistungen und Angebote, auch wenn diese z.Z.
nicht von Ihnen genutzt werden?
1

Hilfen im Haushalt

6 Handwerkliche
Dienstleistungen,
Hausmeister
Befragte
Gesamt 2010:
davon:
männlich
weiblich
davon:
männl., 18-54 Jahre
männl., 55-85 Jahre
weibl., 18-54 Jahre
weibl., 55-85 Jahre

2 Wohnungsbetreuung- oder Beaufsichtigung
7 Gesundheits- und
Pflegedienste
1

2

1,9

3 Freizeitangebote in
der Wohnanlage
8 Ehrenamtliche
Besuchsdienste

4 Begegnungsstätten,
Treffpunkte für
Senioren
9 24-Stunden-Notruf

3

5

Beratungsstellen
für Senioren

10 Essen auf Rädern

9

10

2,2

4
5
6
7
8
Mittelwert von 1 = „wichtig“ ... 3 = „unwichtig“
2,1
2,0
1,9
1,7
1,6
2,3

1,4

1,9

1,9
1,8

2,2
2,1

2,1
2,1

2,1
1,9

2,0
1,8

1,8
1,7

1,7
1,5

2,3
2,2

1,5
1,4

1,9
1,8

1,9
1,8
1,9
1,7

2,3
2,0
2,3
1,8

2,0
2,4
2,1
2,2

2,1
2,3
1,9
2,0

2,0
2,1
1,9
1,8

1,8
1,8
1,7
1,6

1,7
1,7
1,6
1,4

2,3
2,4
2,1
2,4

1,4
1,5
1,4
1,4

1,9
2,0
1,9
1,8

7.3. Ehrenamtliches Interesse und Engagement
In allen Gesellschaften und historischen Epochen haben sich Menschen allein
oder organisiert für das Gemeinwohl engagiert. Die Wurzeln des heutigen
Ehrenamts lassen sich bis in die klassische Antike zurückverfolgen. Gemeinsinn und Mitgestalten waren schon zu dieser Zeit ausgeprägt und Bestandteil
des gesellschaftlichen Lebens. Ehrenamtliche Tätigkeit lässt sich über die
Jahrhunderte bis in unsere Zeit verfolgen und immer spielte sie eine ganz
besondere Rolle für die verschiedensten Bereiche des öffentlichen und
insbesondere sozialen Lebens. Gleichzeitig entwickelte sie sich zu einem
Engagement, das alle sozialen Schichten einbezog und Frauen gleichermaßen wie Männer. Die Hauptmotive für das freiwillige Engagement sind in
den meisten Fällen das Bedürfnis der Bürgerinnen und Bürger zur gesellStadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

85

Reichlich jeder Fünfte
aller Leipzigerinnen und
Leipziger über 18 Jahre
übt eine ehrenamtliche
Funktion aus

schaftlichen Mitgestaltung, der Wunsch nach sozialen Kontakten und etwas
Gutes zu tun. Aber auch die Erweiterung von Kenntnissen und Erfahrungen ist
für viele Motivationsgrund.
Fragen nach dem ehrenamtlichen Engagement sind schon lange fester
Bestandteil der Kommunalen Bürgerumfrage. Auch 2010 wurden die
Leipzigerinnen und Leipziger nach ihrer eigenen ehrenamtlichen Tätigkeit,
nach ihrem Interesse daran, nach dem Zeitaufwand, den verschiedenen
Bereichen ehrenamtlicher Arbeit sowie den Gründen, die sie daran gehindert
haben, einer ehrenamtlichen Tätigkeit nachzugehen, gefragt. Um genauer
herauszufinden, wer tatsächlich ehrenamtlich aktiv ist und wer „nur“ Mitglied
eines Vereins (ohne Funktion) ist, wurden die Antwortmöglichkeiten folgendermaßen spezifiziert: „kein Mitglied“, „Mitglied ohne Funktion“ und „ehrenamtliche Funktion“. Die folgenden Ausführungen basieren auf den Antworten
derjenigen, die angekreuzt haben, dass sie eine ehrenamtliche Funktion
ausüben. Demnach sind 21 Prozent aller Befragten über 18 Jahren in einer
ehrenamtlichen Funktion gemeinnützig aktiv, Männer (22 Prozent) etwas
häufiger als Frauen (20 Prozent).
Abb. 7-3:

Aktives ehrenamtliches Engagement nach unterschiedlichen
Teilgruppen

Gesamt

21

Frauen

20

Männer

22

18-24 Jahre

16
29

25-34 Jahre
35-44 Jahre

21

45-54 Jahre

26

55-64 Jahre

17

65-74 Jahre

18
12

75-85 Jahre
0%

Frauen sind mehr im
sozialen Bereich und für
Kinder engagiert, Männer
häufiger für Sport und
Geselligkeit

86

5%

10 %

15 %

20 %

25 %

30 %

Die Abb. 7-3 zeigt, dass die Jahrgänge 25- bis 54 Jahre im Vergleich zu den
jüngeren und älteren Altersgruppen aktiver in ehrenamtlichen Funktionen
agieren. Für die 18- bis 24-Jährigen stehen erst einmal Berufsausbildung,
Haushalts- und Familiengründung an erster Stelle. Reichlich jeder Sechste der
Jüngeren findet aber darüber hinaus Zeit, ehrenamtlich eine Funktion auszuüben. Die mittlere Generation steht mitten im Berufsleben, hat Familie und für
ca. jeden Vierten der 25- bis 54-Jährigen ist es wichtig, sich neben den
eigenen Interessen auch für andere (z.B. in Fördervereinen von Kindergärten
und Schulen, Sportvereinen oder im sozialen Bereich) freiwillig einzusetzen.
Dieses vergleichsweise hohe Niveau an ehrenamtlichem Engagement sinkt
dann deutlich mit zunehmendem Alter, wobei aber bei den 75- bis 85-Jährigen
immerhin noch reichlich jeder Neunte aller Befragten so fit und interessiert ist,
eine ehrenamtliche Funktion auszuüben.
Schaut man sich ausgewählte Bereiche an, in denen ehrenamtlich aktiv
gewirkt wird, so steht nach wie vor der Bereich „Sport und Bewegung“ (z.B.
Sportverein, Bewegungsgruppe) mit 24 Prozent aller, die ehrenamtlich eine
Funktion ausüben, an erster Stelle. Aber auch im Bereich „Schule/Kindergarten“ (z.B. Elternvertretung, Betreuer/-in, Förderverein) versieht noch jeder
Fünfte eine ehrenamtliche Funktion. Bei der geschlechterspezifischen
Betrachtung ehrenamtlicher Betätigungsfelder werden deutliche Unterschiede
Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

sichtbar. Während sich Frauen wesentlich aktiver in den sozialen Bereichen
und für Kinder und Jugendliche ehrenamtlich einsetzen, sind für Männer
Freizeit, Geselligkeit sowie Sport die Haupttätigkeitsfelder ihres gemeinnützigen Engagements.
Abb. 7-4:

Ehrenamtliche Tätigkeit nach ausgewählten Bereichen und
Geschlecht
14
Sport/Bewegung

29
24
29

Schule/Kindergarten

11
20
12

Freizeit/Geselligkeit

22
17
17

Kirche/religiöser
Bereich

15
16
25

sozialer Bereich

6
16
8

Kultur/Musik

17
14
Frauen

14

außerschulische
Jugend- und
Bildungsarbeit

Männer

11

Gesamt

12
9

Umwelt/Natur/Tierschutz

0%

10
9
5%

10 %

15 %

20 %

25 %

30 %

35 %

Der durchschnittliche Zeitaufwand derjenigen, die eine ehrenamtliche Funktion
ausüben, beträgt 14 Stunden pro Monat. Männer können mehr Zeit für eine
ehrenamtliche Funktion zur Verfügung stellen als Frauen, die offensichtlich
durch die Doppelbelastung von Familie und Beruf weniger Zeit für ein Ehrenamt aufbringen können. Die Umfrage ergibt, dass sich Männer durchschnittlich
16 Stunden monatlich für ein gemeinnütziges Amt einsetzen können, Frauen
durchschnittlich 11 Stunden.
Abb. 7-5:

Monatlicher Zeitaufwand für ehrenamtliche Tätigkeit (in Stunden)

20
15
10

14

16

15

11

13

13

35-49
Jahre

50-64
Jahre

15

5

12

11

12

2006

2007

2008

14

0
Gesamt

Frauen Männer

18-34
Jahre

65-85
Jahre

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

2010

87

Für die weitere Unterstützung und Entwicklung ehrenamtlichen Engagements
in Leipzig ist es von großem Interesse, neben den bereits vorhandenen
Aktivitäten auch zu wissen, wie hoch das Bereitschaftspotenzial an freiwilliger,
ehrenamtlicher Tätigkeit ist. Deshalb waren diejenigen, die (bisher) nicht
ehrenamtlich aktiv sind, gefragt, ob sie Interesse an einer ehrenamtlichen
Tätigkeit haben. Die Tab. 7-3 stellt den Anteil der ehrenamtlich Aktiven und
derjenigen, die Interesse an ehrenamtlicher Tätigkeit haben, nebeneinander,
um zu verdeutlichen, welches Potenzial bei den Leipzigerinnen und Leipzigern
hinsichtlich der gemeinnützigen Arbeit vorhanden ist.
Tab. 7-3: Ehrenamtlich Aktive und Interessierte an ehrenamtlicher Tätigkeit
Befragte
Gesamt 2010:
davon:
männlich
weiblich
davon:
18-34 Jahre
35-49 Jahre
50-64 Jahre
65-85 Jahre
davon mit persönlichem
Nettoeinkommen:
unter 700 Euro
700 bis unter 1300 Euro
1300 bis unter 2000 Euro
2000 Euro und mehr

Jeder Vierte Nicht-Aktive
ist an ehrenamtlicher
Tätigkeit interessiert

88

Anzahl

Ehrenamtlich aktiv
ja
nein
Prozent

Falls nicht aktiv: Interesse an Ehrenamt
ja
nein
Anzahl
Prozent

939

21

79

708

25

75

447
492

22
20

78
81

339
369

25
24

75
76

232
204
232
271

24
21
22
16

76
79
78
85

167
157
176
208

35
34
20
5

65
66
80
95

192
350
216
118

22
20
21
23

78
80
79
77

139
265
167
89

32
19
25
31

68
81
75
69

In der Übersicht erkennt man zunächst, dass von denen, die (bisher) nicht
ehrenamtlich aktiv sind, also keine ehrenamtliche Funktion ausüben, jeder
Vierte angibt, Interesse an einer gemeinnützigen Tätigkeit zu haben, was
gleichermaßen auf Frauen und Männer zutrifft. Dies ist ein sehr großes
Potenzial, das es lohnt, zu gewinnen. Dass die Altersgruppe der bis 50Jährigen größeres Interesse zeigt und mit zunehmendem Alter die
Bereitschaft zur ehrenamtlichen Funktion deutlich sinkt, ist dabei nicht
verwunderlich. Interessant ist auch, dass diejenigen mit „kleinem Geldbeutel“,
also einem monatlichen Nettoeinkommen von unter 700 Euro, und diejenigen,
die 2000 Euro und mehr monatlich netto zur Verfügung haben, ebenfalls
großes Interesse an ehrenamtlicher Tätigkeit haben. Fast jeder Dritte dieser
beiden Teilgruppen äußert sich entsprechend.
Auf die Frage nach den Bereichen, in denen sich diejenigen, die zur Zeit nicht
ehrenamtlich aktiv sind, engagieren würden, liegen der „soziale Bereich“
(24 Prozent), „Sport und Bewegung“ (23 Prozent) sowie „Umwelt-, Natur-,
Tierschutz“ (22 Prozent) ganz vorn. Insbesondere der Bereich „Umwelt-,
Natur-, Tierschutz“ besitzt offensichtlich ein besonders großes Potenzial, denn
nur 9 Prozent aller Befragten üben tatsächlich in diesem Bereich eine
ehrenamtliche Funktion aus, während das Interesse der bisher „Nichtaktiven“
bei 22 Prozent liegt. Ähnlich sieht es für den „sozialen Bereich“ aus. Hier sind
16 Prozent der Gesamtgruppe aktiv in einer ehrenamtlichen Funktion, aber
auch hier liegt das Potenzial der „Nichtaktiven“ mit 24 Prozent wesentlich
höher.
Beim Blick auf die Tab. 7-3, in der Interesse am Ehrenamt in verschiedenen
Teilgruppen dargestellt wird, ist festzustellen, dass auch hier Frauen stärker
am „sozialen Bereich“ und dem Bereich „Schule/Kindergarten“ interessiert
sind, während Männer „Sport und Bewegung“, „Umwelt, Natur- und
Tierschutz“ sowie „Politik/Politische Interessenvertretung“ favorisieren. Für
den letztgenannten Bereich zeigen dagegen nur 4 Prozent der Frauen
Interesse. Der Vergleich der verschiedenen Altersgruppen nach dem
Interessenpotenzial ist ebenfalls aufschlussreich. Die 18- bis 34-Jährigen sind
vielseitig interessiert, sehr häufig für die Bereiche „Sport und Bewegung“,
Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

„Umwelt, Natur-/Tierschutz“, „außerschulische Jugend- und Bildungsarbeit“,
„Schule/Kindergarten“ sowie „Politik/Politische Interessenvertretung“. Bei den
50- bis 64-Jährigen besteht ein vorrangiges Interesse für ein Ehrenamt im
„sozialen Bereich“ – hier ist sogar jeder Dritte interessiert - sowie für „Justiz,
Kriminalität“, für das sich auch immerhin reichlich jeder Fünfte dieser
Altersgruppe ehrenamtlich engagieren würde. Und ebenfalls reichlich jeder
Fünfte der 65- bis 85-Jährigen ist geneigt, sich an gemeinnütziger Arbeit im
Bereich „Kultur und Musik“ zu beteiligen.
Abb. 7-6:

Aktives ehrenamtliches Engagement und Interesse an
ehrenamtlichem Engagement nach ausgewählten Bereichen
23

Sport/Bew egung

24
14

Schule/Kindergarten

20
6

Freizeit/Geselligkeit

17
4

Kirche/religiöser Bereich
16
24
sozialer Bereich

16
11

Kultur/Musik

außerschulische
Jugend- und
Bildungsarbeit

14

Interesse am
Ehrenamt

15

ehrenamtlich in
einer Funktion

12
22

Umw elt/Natur/Tierschutz
9
0%

5%

10 %

15 %

20 %

25 %

30 %

Tab. 7-4: Bereiche, für die Interesse an ehrenamtlicher Tätigkeit besteht
sozialer
Bereich

Politik,
polit.
Interessenvertretung

Justiz,
Kriminalität

Kultur,
Musik

Sport und
Bewegung

24

23

22

15

14

13

12

11

18
32

28
16

25
17

11
18

7
22

21
4

12
12

10
12

20
26
34
19

28
21
16
17

27
18
18
17

20
17
3
3

26
6
7
5

21
8
10
0

7
14
22
5

15
7
6
22

Befragte
Gesamt 2010:
davon:
männlich
weiblich
davon:
18-34 Jahre
35-49 Jahre
50-64 Jahre
65-85 Jahre

außerSchule,
schul.
Jugend- u.
KinderBildungsgarten
arbeit
Prozent

Umwelt-,
Natur-,
Tierschutz

Die Zahlen belegen, das Potenzial ist groß, nun gilt es, es zu nutzen. Wenn
man davon ausgeht, dass ehrenamtliches Engagement in einer Zeit, die durch
den demografischen Wandel gekennzeichnet ist, eine zunehmend größere
Rolle spielt und spielen wird, ist es von besonderer Bedeutung, geeignete
Möglichkeiten zu finden und zu etablieren, die freiwilliges, gemeinnütziges
Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

89

Agieren fördern und unterstützen. Zum Teil gibt es diese Möglichkeiten
bereits. Ehrungen und Auszeichnungen, Aufwandsentschädigungen, steuerliche Absetzbarkeit sind Beispiele dafür. In vielen deutschen Städten, so auch
in Leipzig, gibt es die Freiwilligen-Agentur. Die Projekte und Aktivitäten dieser
gemeinnützigen Einrichtung dienen dazu, bereits ehrenamtlich Tätige und
auch am Ehrenamt Interessierte in ein Ehrenamt zu vermitteln.
Wie lässt sich also das ehrenamtliche Engagement steigern? Anhaltspunkte
können die Hinderungsgründe der Nicht-Aktiven aber Interessierten geben.
Als wichtigster Grund wird die fehlende Zeit angegeben. An zweiter Stelle, und
natürlich insbesondere von den älteren Befragten, wird eingeschätzt, dafür zu
alt zu sein. Fehlende Kompetenz und Unkenntnis der Möglichkeiten folgen als
weitere Gründe. Abzuleiten ist daraus, dass zumindest ein Teil des bisher
nicht genutzten Potenzials durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und größere
Anerkennung dieser so wichtigen Arbeit mobilisiert werden könnte. Vor allem
denjenigen, die erwerbstätig sind, fehlt oftmals die Zeit, sich nach der Arbeit
gemeinnützig zu engagieren.
Tab. 7-5: Hinderungsgründe, eine ehrenamtliche Tätigkeit auszuüben

Befragte

mir fehlt
die Zeit
dazu

ich weiß
nicht, an
wen ich
mich wenden kann

niemand
hat mich
gefragt

ich weiß
nicht, welche Möglichkeiten
es da gibt
Prozent

ich bin
eigentlich
zu alt
dazu

ich fühle
mich nicht
genügend
kompetent
dazu

735

64

7

11

12

23

13

12

330
405

67
61

8
7

14
9

10
13

20
25

12
14

12
13

164
156
175
240

90
79
62
21

10
9
7
3

11
13
14
8

19
11
12
4

0
0
13
77

11
11
13
17

9
12
17
13

Anzahl

Gesamt 2010:
davon:
männlich
weiblich
davon:
18-34 Jahre
35-49 Jahre
50-64 Jahre
65-85 Jahre

Abb. 7-7:

etwas
anderes

Hinderungsgründe, eine ehrenamtliche Tätigkeit auszuüben 2002 bis 2010
64
61
62

Mir fehlt die Zeit dazu.
56
7

Ich weiß nicht, an wen ich
mich wenden kann.

25
29
27
11

Niemand hat mich
gefragt.

19
20
21

2010

12

Ich weiß nicht, welche
Möglichkeiten es da gibt.

30

2008
33
38
2005

23
Ich bin eigentlich zu alt
dazu.
Ich fühle mich nicht
genügend kompetent
dazu.
etwas anderes

5
4
13
11
10
6
12
10
5
6

0%

90

2002

7

10 %

20 %

30 %

40 %

50 %

60 %

70 %

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

8.

Kultur und Sport

Leipzig ist eine herausragende Kultur- und Sportstadt. Die große Vielfalt an
kulturellen Einrichtungen und eine lebendige freie Kulturszene sind Grundlagen einer hohen Lebensqualität und ziehen die Leipzigerinnen und Leipziger
gleichermaßen an wie in- und ausländische Gäste. Als Stadt des Sports ist
Leipzig attraktiv für den Freizeit- und Breitensport, den Leistungssport, für den
Sport in Kindertagesstätten und Schulen und auch für sportliche
Großveranstaltungen. Die Zahlen der kommunalen Bürgerumfrage zeigen die
Stärken Leipzigs in diesem Bereich auf und geben Hinweise, wo
nachgebessert werden kann.
8.1.

Besuch kultureller Einrichtungen

Das Kulturamt hatte im Rahmen der diesjährigen Befragung Interesse an der
Meinung der Leipzigerinnen und Leipziger zur weltweit bekannten Leipziger
Baumwollspinnerei mit ihren ansässigen Galerien, Firmen und Vereinen
sowie zur Museumsnacht, die 2010 zum zweiten Mal in Leipzig und Halle
gemeinsam stattgefunden hat. Die Leipziger Oper wiederum hatte Fragen zu
ihrem künstlerischen Angebot und zum Opernbesuch, zu den Eintrittspreisen
sowie den eigenen Internet-Angeboten.
8.1.1. Leipziger Baumwollspinnerei
Im Jahr 2009 beging die Leipziger Baumwollspinnerei im Industrieviertel
Plagwitz ihr 125-jähriges Bestehen. Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts
noch größte Baumwollspinnerei Europas, kam mit der Wende der
Zusammenbruch. Anfang der 1990-er Jahre richteten die ersten
freischaffenden bildenden Künstler ihre Ateliers auf dem Gelände ein. Rund
100 Kunstateliers gibt es auf dem Gelände, ein Dutzend Galerien und
nichtkommerzielle Kunsträume. Die Baumwollspinnerei hat internationale
Ausstrahlung, aber zieht sie nur einen elitären Kreis an Kunstinteressierten an
oder ist sie auch der Allgemeinheit in Leipzig bekannt?
Immerhin 48 Prozent der Befragten kennen die Baumwollspinnerei, Männer
mehr (51 Prozent) als Frauen (44 Prozent). Wer sie kennt, hat sie auch häufig
schon besucht. 70 Prozent der „Kenner“ waren mindestens schon einmal auf
dem Areal. Unter den jungen Leuten, vor allem bei Schülern und Studenten,
hat die Bauwollspinnerei den höchsten Bekanntheitsgrad.

Die Leipziger Baumwollspinnerei ist jedem Zweiten
bekannt und zieht besonders Studenten an

Tab. 8-1: Kenntnis und Besuch der Leipziger Baumwollspinnerei
Kennen Sie die ehemalige Leipziger
Baumwollspinnerei mit ihren heute ansässigen
Galerien, Firmen und Vereinen?
ja
nein

Befragte
Gesamt 2010:
davon:
männlich
weiblich
davon:
18-34 Jahre
35-49 Jahre
50-64 Jahre
65-85 Jahre
darunter Stellung im
Erwerbsleben:
Erwerbstätige
Arbeitslose
Rentner/Pensionäre
Studenten/Schüler

Anzahl
967

48

Prozent
52

458
509

51
44

49
56

234
206
239
288

54
55
47
33

46
45
53
67

475
48
328
38

56
35
36
59

44
65
64
41

Wenn ja, haben Sie die Leipziger Baumwollspinnerei schon einmal
besucht?
ja, einmal

Befragte
Gesamt 2010:
davon:
männlich
weiblich
davon:
18-34 Jahre
35-49 Jahre
50-64 Jahre
65-85 Jahre
darunter Stellung im
Erwerbsleben:
Erwerbstätige
Arbeitslose
Rentner/Pensionäre
Studenten/Schüler

ja,
mehrmals
Prozent
38

nein,
noch nie

Anzahl
475

33

239
236

33
33

46
29

21
38

136
117
117
105

28
32
41
34

45
34
34
35

27
34
25
31

279
18
128
22

33
.
37
.

36
.
35
.

30
.
28
.

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

29

91

8.1.2. Museumsnacht

Museumsnacht
besonders bei jungen
Leuten und Familien
beliebt

Seit 2000 finden in den Städten Leipzig und Halle Museumsnächte statt, seit
nunmehr 2 Jahren als gemischtes Doppel. 15 Prozent aller Befragten geben
an, die Museumsnacht 2010 besucht zu haben. 86 Prozent derjenigen, die die
Museumsnacht besucht haben, gefällt dieses besondere Erlebnis „gut“ bzw.
„sehr gut“. Allerdings bleiben die meisten Besucher jeweils in ihrer Stadt,
nehmen also den Transfer in die Partnerstadt eher selten in Anspruch.
Die Museumsnacht zieht alle Altersgruppen und Bildungsschichten an. Ob
jung oder alt, Besucher mit Hochschulabschluss oder (noch) ohne Berufsausbildung – die Anziehungskraft, die ein nächtliches Museum, noch dazu mit einem speziell abgestimmten Programm ausübt, spricht alle Bevölkerungsgruppen an. Der höhere Anteil der 35- bis 44-Jährigen lässt sich sicherlich
damit begründen, dass gerade Familien mit Kindern die Gelegenheit nutzen,
sich gemeinsam und verhältnismäßig preisgünstig die zum Teil nur an diesem
Tag geöffneten Sammlungen anzusehen.
Abb. 8-1: Wie hat Ihnen die Museumsnacht gefallen?
18-34 Jahre

51

43

23

35-49 Jahre
50-64 Jahre

27

65-85 Jahre

19

0%
sehr gut

66

4

56

13

53
20 %
gut

3 3

4

40 %
teils/teils

60 %
schlecht

7
4

24
80 %

100 %
sehr schlecht

8.1.3. Oper, Ballett und Musikalische Komödie

Frauen gehen häufiger in
Oper, Ballett und
Musikalische Komödie
als Männer

Frauen gehen in der Spielzeit 2009/2010 häufiger in die Vorstellungen der
Leipziger Oper, des Leipziger Balletts und der Musikalischen Komödie als
Männer. Jeder Vierte aller Befragten besucht in dieser Spielzeit mindestens
einmal die Oper und jeder Sechste die Musikalische Komödie. Besonders beliebt sind die Angebote der drei Einrichtungen bei älteren Leipzigerinnen und
Leipzigern und bei den Hochschulabsolventen. Von den Letztgenannten geht
fast jeder Zweite mindestens einmal in die Oper. Die Musikalische Komödie
besucht jeder Vierte der mittleren Angestellten. Allerdings darf nicht verschwiegen werden, dass drei Viertel aller Befragten angeben, dass sie in der
vergangenen Spielzeit nie eine Vorstellung in der Leipziger Oper besucht haben.
Abb. 8-2: Warum haben Sie die Oper Leipzig, das Leipziger Ballett und die
Musikalische Komödie nicht besucht?
50 %
48

40 %
30 %
20 %

35

34
26

25
22
16

10 %
10 2

16

19

17
3

3

21
16
4

3

0%
Leipziger Oper
kein Interesse
gefällt nicht

92

Leipziger Ballett
zu teuer
kenne Künstler nicht

Musikalische Komödie
Zeitprobleme
andere Gründe

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Die voranstehende Grafik verdeutlicht, worin die Gründe bestehen, Oper, Ballett und Musikalische Komödie nicht zu besuchen. „Kein Interesse“ zu haben,
ist für jeden dritten Befragten die Ursache dafür, nicht in die Oper und die
Musikalische Komödie zu gehen. Auf das Leipziger Ballett trifft dieser Grund
sogar auf jeden Zweiten zu. Als weiterer Grund werden für die Leipziger Oper
die zu hohen Eintrittspreise genannt, gefolgt von Zeitproblemen. Bei der
Musikalischen Komödie (jeder Vierte) und dem Ballett (jeder Fünfte) stehen
dagegen die Zeitprobleme als Ursache an zweiter Stelle. Zu teuer sind diese
beiden kulturellen Einrichtungen für jeden sechsten Befragten. Jedem
Zehnten gefällt das Opernrepertoire nicht, was für die beiden anderen
Einrichtungen, ebenso wie der Bekanntheitsgrad der Künstler, kaum eine
Rolle spielt.
Bei der Frage nach der Zufriedenheit mit dem künstlerischen Angebot der drei
Einrichtungen konnten die Befragten mit „weiß ich nicht“ bzw. auf einer Skala
von 1 = „sehr zufrieden“ bis 5 = „sehr unzufrieden“ entscheiden. Demnach ist
fast jeder Vierte aller Befragten mit dem künstlerischen Angebot der Leipziger
Oper zufrieden. Die Zahlen zeigen, dass die Oper mit ihrem Angebot häufiger
den Nerv der jüngeren Besucher trifft. 31 Prozent der 18- bis 34-Jährigen
geben an, mit dem künstlerischen Angebot der Oper zufrieden zu sein, was
dagegen nur auf 16 Prozent der 50- bis 64-Jährigen zutrifft. So verwundert es
auch nicht, dass besonders Besucher (noch) ohne Berufsausbildung, aber
auch Hochschul- bzw. Universitätsabsolventen das künstlerische Angebot der
Oper gut finden.

Haupthinderungsgründe
dafür, nicht in die Oper
oder das Ballett zu gehen,
sind kein Interesse und die
zu hohen Eintrittspreise

Tab. 8-2: Wie zufrieden sind Sie mit dem künstlerischen Angebot der Leipziger Oper?

Anzahl
Befragte
Gesamt 2010:
913
davon:
436
männlich
477
weiblich
davon:
231
18-34 Jahre
207
35-49 Jahre
218
50-64 Jahre
257
65-85 Jahre
davon mit persönlichem
Nettoeinkommen:
181
unter 700 €
342
700 - unter 1300 €
214
1300 - unter 2000 €
117
2000 € und mehr

weiß nicht

1
sehr
zufrieden

2
zufrieden

61

5

18

63
59

6
5

58
58
67
62

60
64
63
47

3
teils/teils

4
unzufrieden

5
sehr
unzufrieden

D
1-5

12

2

1

2,4

16
19

11
14

2
3

2
1

2,4
2,4

11
3
1
3

20
21
15
14

10
14
12
14

1
0
4
6

1
2
1
2

2,1
2,5
2,6
2,7

6
4
3
11

18
18
16
23

13
11
14
14

1
3
2
5

2
1
2
1

2,4
2,4
2,6
2,3

Prozent

Mit dem Leipziger Ballett sind Frauen (17 Prozent) zufriedener als Männer
(12 Prozent). Es scheint, als hätte das Ballett eine eher elitäre Ausstrahlung.
Denn 79 Prozent aller Befragten wissen über das künstlerische Angebot des
Leipziger Balletts nicht Bescheid und können daher auch keinen Zufriedenheitsgrad angeben. Dagegen ist fast jeder vierte Hochschul- bzw. Universitätsabsolvent „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“ mit dem Ballettangebot. Bei
den Befragten mit einer Berufsausbildung/Teilfacharbeiter ist es nur jeder
Neunte. Darüber hinaus ist der Zufriedenheitsgrad mit dem künstlerischen
Ballettangebot derjenigen, die über ein Nettoeinkommen von 2000 Euro und
mehr verfügen, doppelt so hoch wie jeweils bei den darunter liegenden Einkommensklassen.

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

93

Tab. 8-3: Wie zufrieden sind Sie mit dem künstlerischen Angebot des Leipziger Balletts?

Anzahl
Befragte
Gesamt 2010:
882
davon:
422
männlich
460
weiblich
davon:
229
18-34 Jahre
204
35-49 Jahre
210
50-64 Jahre
239
65-85 Jahre
davon mit persönlichem
Nettoeinkommen:
179
unter 700 €
324
700 - unter 1300 €
208
1300 - unter 2000 €
115
2000 € und mehr

weiß nicht

1
sehr
zufrieden

2
zufrieden

79

4

11

82
75

3
5

79
76
79
80

78
81
80
69

3
teils/teils

4
unzufrieden

5
sehr
unzufrieden

D
1-5

6

0

0

2,2

9
12

4
7

0
0

1
0

2,2
2,1

6
2
3
4

10
12
11
9

4
8
7
5

0
0
0
2

0
2
0
0

1,9
2,4
2,2
2,2

7
3
3
10

8
10
11
16

5
6
5
5

0
0
1
0

1
0
0
1

2,1
2,2
2,3
1,9

Prozent

Das künstlerische Angebot der Musikalischen Komödie stößt bei allen Befragten auf größere Zufriedenheit als das der Leipziger Oper. Auch mit dem
künstlerischen Angebot der Musikalische Komödie sind Frauen (24 Prozent)
etwas zufriedener als Männer (21 Prozent). Auch hier zeigen die Zahlen, dass
jüngere Besucher das Vorstellungsangebot besser einschätzen als die älteren
Besucher. Ein Drittel derjenigen, die (noch) keine Berufsausbildung haben, ist
zufrieden mit dem Angebot. Von denen, die eine Berufsausbildung/Teilfacharbeiter haben, trifft dies nur auf halb so viele zu.
Tab. 8-4: Wie zufrieden sind Sie mit dem künstlerischen Angebot der Musikalischen Komödie?

Anzahl
Befragte
Gesamt 2010:
897
davon:
433
männlich
464
weiblich
davon:
229
18-34 Jahre
207
35-49 Jahre
212
50-64 Jahre
249
65-85 Jahre
davon mit persönlichem
Nettoeinkommen:
180
unter 700 €
332
700 - unter 1300 €
212
1300 - unter 2000 €
116
2000 € und mehr

Informationen über
künstlerisches Angebot
von Oper, Ballett und
Musikalischer Komödie
sind verbesserungswürdig

94

4
unzufrieden

5
sehr
unzufrieden

D
1-5

7

1

0

2,1

16
17

7
7

1
1

1
0

2,2
2,0

7
6
4
5

20
13
14
15

7
9
4
7

0
1
0
2

0
2
0
0

2,0
2,4
2,0
2,2

6
6
4
9

18
16
15
16

5
8
10
6

0
0
2
0

1
0
0
2

2,0
2,1
2,4
2,1

weiß nicht

1
sehr
zufrieden

2
zufrieden

70

6

16

71
68

5
7

66
68
77
71

71
71
67
68

3
teils/teils

Prozent

Insgesamt ist zu resümieren, dass die Mehrheit aller Befragten über die
künstlerischen Angebote von Oper, Ballett und Muko nicht so gut Bescheid
weiß. Und ein Weiteres lässt sich ablesen: Hochkultur ist teuer. Eine
Eintrittskarte für die Leipziger Oper wird laut Sächsischem Ministerium für
Wissenschaft und Kunst mit 223 Euro subventioniert. Dies ermöglicht auf der
einen Seite offensichtlich häufiger auch jüngeren Besuchern den Zugang zu
Oper und Operette und ist damit eine gute Investition in die Zukunft.
Andererseits ist aber festzustellen, dass insbesondere Hochschul/Universitätsabsolventen bzw. Personen, die 2000 Euro und mehr verdienen,
zu den Besuchern der drei genannten Einrichtungen gehören.

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Abb. 8-3: Kennen Sie folgende Preise/Angebote der Oper Leipzig, des
Leipziger Balletts bzw. der Musikalischen Komödie?
Antwort: ja, ich kenne...
30 %
25 %
20 %
15 %
10 %
5%
0%
18-34 Jahre

35-49 Jahre

50-64 Jahre

normale Eintrittspreise
Ermäßigungsangebote

65-85 Jahre

niedrigste Preisgruppe
Abo-Angebote

Zurück zu den Zahlen:
Da Frauen offensichtlich häufiger Oper, Ballett und Operette besuchen,
wissen sie in der Regel auch besser über Eintrittspreise und Ermäßigungen
Bescheid als die Männer. Bei den normalen Eintrittspreisen für Oper, Ballett
und Operette kennen sich erwartungsgemäß am besten die Musikliebhaber
aller Altersgruppen aus. Jeder Fünfte aller Befragten gibt an, darüber
Bescheid zu wissen, und ebenfalls jeder Fünfte mindestens „zum Teil“.
Besonders preisbewusst sind ältere Besucher, die sowohl über die
niedrigsten Preisangebote als auch die Abonnements-Angebote gut informiert
sind. Aber auch diejenigen, die 2000 Euro und mehr verdienen, kennen die
Angebote und Preise der drei kulturellen Einrichtungen recht gut, schließlich
sind sie die bevorzugte Nutzergruppe.

Frauen wissen über
Preise und Angebote
besser Bescheid als
Männer

Tab. 8-5: Kennen Sie folgende Preise/Angebote der Oper Leipzig, des Leipziger Balletts bzw. der
Musikalischen Komödie?
normale Eintrittspreise

niedrigste Preisgruppe
ja

Anzahl
Befragte
Gesamt 2010:
927
davon:
442
männlich
485
weiblich
davon:
228
18-34 Jahre
207
35-49 Jahre
224
50-64 Jahre
268
65-85 Jahre
darunter Stellung im
Erwerbsleben:
464
Erwerbstätige
47
Arbeitslose
303
Rentner/Pensionäre
37
Studenten/Schüler
davon mit persönlichem
Nettoeinkommen:
189
unter 700 €
344
700 - unter 1300 €
213
1300 - unter 2000 €
116
2000 € und mehr

20

zum
Teil
Prozent
20

nein

17
23

16
24

67
53

19
22
19
19

20
17
21
22

60
61
60
59

20
13
21
29

19
11
23
26

62
76
56
46

17
18
21
38

22
18
21
19

61
64
58
43

60

ja
Anzahl
Befragte
Gesamt 2010:
894
davon:
426
männlich
468
weiblich
davon:
229
18-34 Jahre
202
35-49 Jahre
216
50-64 Jahre
247
65-85 Jahre
darunter Stellung im
Erwerbsleben:
457
Erwerbstätige
46
Arbeitslose
281
Rentner/Pensionäre
37
Studenten/Schüler
davon mit persönlichem
Nettoeinkommen:
184
unter 700 €
328
700 - unter 1300 €
208
1300 - unter 2000 €
114
2000 € und mehr

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

12

zum
Teil
Prozent
17

nein

10
14

14
20

75
66

8
16
14
13

19
14
16
18

73
71
70
69

12
12
13
11

15
10
19
24

73
78
68
64

9
11
13
24

21
14
19
17

70
75
68
59

71

95

noch zu Tab. 8-5: Kennen Sie folgende Preise/Angebote der Oper Leipzig, des Leipziger Balletts bzw.
der Musikalischen Komödie?
Ermäßigungsangebote
(für Berechtigte, zu den Operntagen u.a.)
ja
Anzahl
Befragte
Gesamt 2010:
895
davon:
426
männlich
469
weiblich
davon:
229
18-34 Jahre
203
35-49 Jahre
217
50-64 Jahre
246
65-85 Jahre
darunter Stellung im
Erwerbsleben:
459
Erwerbstätige
46
Arbeitslose
281
Rentner/Pensionäre
38
Studenten/Schüler
davon mit persönlichem
Nettoeinkommen:
185
unter 700 €
328
700 - unter 1300 €
206
1300 - unter 2000 €
114
2000 € und mehr

Abonnementangebote
(Premieren, Fest- und Wahlabo)

13

zum
Teil
Prozent
14

nein

11
16

12
15

78
68

13
12
16
13

14
12
12
15

72
76
72
72

13
11
15
22

13
9
16
15

75
79
70
63

13
13
14
20

17
12
13
15

70
75
74
65

73

ja
Befragte
Anzahl
Gesamt 2010:
900
davon:
426
männlich
474
weiblich
davon:
228
18-34 Jahre
205
35-49 Jahre
217
50-64 Jahre
250
65-85 Jahre
darunter Stellung im
Erwerbsleben:
461
Erwerbstätige
46
Arbeitslose
285
Rentner/Pensionäre
37
Studenten/Schüler
davon mit persönlichem
Nettoeinkommen:
185
unter 700 €
331
700 - unter 1300 €
207
1300 - unter 2000 €
116
2000 € und mehr

13

zum
Teil
Prozent
12

nein

10
16

9
16

82
68

8
14
15
16

11
12
13
14

80
74
72
70

12
10
17
9

10
13
15
19

77
77
68
73

10
12
13
27

14
13
11
12

77
75
75
61

75

Die sogenannten „neuen Medien“ haben auch bei der Nutzung verschiedener
Internetangebote der Oper Leipzig Einzug gehalten. Jeder Siebente aller Befragten hat im Jahr 2010 im Internet die Webseite www.oper-leipzig.de
genutzt und ebenso jeder Siebente hat vor, dies zu tun. Besonders stark wird
die Seite von Hochschul- und Universitätsabsolventen frequentiert
(30 Prozent). Das Internetportal Facebook wird erwartungsgemäß vorrangig
von jungen Leuten genutzt. Jeder zweite der Schüler/Studenten kommuniziert
über dieses neue Medium. Nur 3 Prozent aller Befragten geben an, das
Internetportal Twitter genutzt zu haben, 91 Prozent haben dies auch nicht vor.

96

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

8.2. Sportliche Betätigungen und Zufriedenheit mit Sportstätten
Leipzig wird auch gern als Sportstadt bezeichnet. Und es ist nicht von der
Hand zu weisen, dass es durch den Bau international anerkannter
Wettkampfarenen zu einer guten Adresse für die Durchführung großer
internationaler Sportereignisse geworden ist. In den vergangenen Jahren war
Leipzig mehrfach Austragungsort internationaler Sportveranstaltungen. Die
Europameisterschaften im Fechten und die Tanz- Weltmeisterschaften seien
an dieser Stelle als zwei Highlights des vergangenen Jahres genannt. Auch
die international erfolgreichen Sportlerinnen und Sportler tragen den Namen
Leipzig in die Welt hinaus. Und nicht zuletzt sind es die umfangreichen
Angebote des Breitensports für alle Altersgruppen und in allen Ortsteilen, die
Leipzig zu einer Sportstadt machen. Aber sind die Leipzigerinnen und
Leipziger so sportlich, wie man angesichts des Angebots meinen könnte?
Auf die Frage, ob sie mindestens einmal in der Woche regelmäßig Sport treiben, antwortet die Mehrzahl der Befragten (61 Prozent) mit “ja”. 42 Prozent
organisieren ihre sportliche Betätigung selbst. Jeweils jeder Sechste der
Gesamtgruppe treibt in einem Sportverein bzw. bei einem privaten Anbieter
mindestens einmal in der Woche Sport.

Die Mehrzahl der Leipziger Bevölkerung treibt
mindestens einmal in der
Woche Sport

Abb. 8-4: Zufriedenheit mit dem Angebot und dem Bau- und Ausstattungszustand von Sportanlagen
Angebot
Bau- und Ausstattungszustand
2,7

Schwimmhallen

2,6
3,1

große Spielsporthallen

2,7

Sportplatzanlagen

2,7

1

2

3

Jogging- und Walkingstrecken
Inlineskaterstrecken
Radwege

Radwegen

4

5

Mittelwert
1 = „sehr zufrieden“ ... 5 = „sehr unzufrieden“

2,5
2,7

Sportplatzanlagen

Wassersportanlagen

Inlineskaterstrecken

2,6

große
Spielsporthallen

Sportplatzanlagen

Jogging-,
Walkingstrecken

2,2

3,2

kleine Sporthallen

große Spielsporthallen

Wassersportanlagen

2,6

Freibäder

kleine Sporthallen

kleine Sporthallen

2,7

2,4

Freibäder

Freibäder

2,7

Schw immhallen

Schwimmhallen

Wassersportanlagen

2,3

Jogging-,
Walkingstrecken

2,3

Inlineskaterstrecken

2,6

Radw egen

2,6

5

4

Und wie sieht es mit den Voraussetzungen zum Sporttreiben aus, mit den
Sportanlagen und Sporthallen? Das Leipziger Sportamt ist daran interessiert
zu erfahren, wie zufrieden die Leipzigerinnen und Leipziger mit dem Angebot
und dem Bau- und Ausstattungszustand ausgewählter Sporteinrichtungen
sind. Die Abb. 8-4 gibt dazu eine allgemeine Übersicht. Auch hier konnten die
Befragten mit „weiß ich nicht“ bzw. auf einer Skala von 1 = „sehr zufrieden“
bis 5 = „sehr unzufrieden“ entscheiden. Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf die Aussagen derjenigen, die eine Zufriedenheitsform angegeben haben. Je kleiner der Mittelwert, desto zufriedener sind die Befragten.
Die Einschätzungen belegen: Es ist schon viel getan – sanierte Sportstätten
und Sportneubauten – aber: Es bleibt noch einiges zu tun. Am besten
schneiden die Jogging- und Walkingstrecken sowie die Wassersportanlagen
ab, sowohl im Angebot als auch in ihrem Bau- und Ausstattungszustand.
Besonderer Nachholbedarf besteht bei den kleinen Sporthallen.

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

3

2

1

Gute Noten für Joggingund Walkingstrecken sowie Wassersportanlagen

97

Tab. 8-6: Wie zufrieden sind Sie mit dem Angebot an Sportstätten?

2,7

große
SportWasser- Jogging-,
InlineSpielplatzsportWalkingskatersportanlagen anlagen strecken strecken
hallen
Mittelwert von 1 = „sehr zufrieden“ ... 5 = „sehr unzufrieden“
2,6
3,1
2,7
2,7
2,4
2,2
2,7

2,7
2,8

2,6
2,6

3,1
3,1

2,7
2,6

2,6
2,8

2,4
2,5

2,2
2,3

2,6
2,7

2,6
2,6

2,7
2,8
2,9
2,7

2,7
2,4
2,6
2,4

3,2
3,2
3,0
2,9

2,8
2,7
2,6
2,5

2,7
2,7
2,7
2,5

2,4
2,4
2,5
2,3

2,0
2,3
2,4
2,4

2,7
2,6
2,7
2,6

2,4
2,6
2,7
2,8

2,8
2,8
2,7
2,6

2,6
2,3
2,5
2,7

3,1
2,7
3,0
3,2

2,7
2,6
2,5
3,0

2,7
2,7
2,6
2,9

2,4
2,5
2,3
2,8

2,2
2,3
2,3
2,1

2,6
3,1
2,6
3,1

2,5
2,5
2,8
2,6

3,0
2,7
2,7
2,7
2,5

2,5
2,7
2,5
2,6
2,6

3,2
3,2
3,0
3,1
3,2

2,7
2,7
2,4
2,7
2,7

2,7
2,8
2,7
2,7
2,8

2,3
2,5
2,3
2,4
2,6

2,0
2,2
2,4
2,2
2,2

2,5
2,7
2,7
2,6
3,1

2,8
2,7
2,5
2,5
2,5

2,6
2,7
2,8
2,9

2,5
2,5
2,7
2,4

3,0
3,0
3,4
3,2

2,5
2,6
2,8
2,8

2,6
2,5
2,8
2,7

2,5
2,4
2,3
2,5

2,1
2,2
2,2
2,2

3,0
2,5
2,6
2,6

2,5
2,6
2,5
2,6

Schwimmhallen

Befragte
Gesamt 2010:
davon:
männlich
weiblich
darunter:
18-34 Jahre
35-49 Jahre
50-64 Jahre
65-85 Jahre
darunter Stellung im
Erwerbsleben:
Erwerbstätige
Arbeitslose
Rentner/Pensionär
Studenten/Schüler
davon mit höchstem beruflichen
Abschluss:
Hochschule/Universität
Fachhochschule
Meister/Techniker/Fachschule
Berufsausbild./Teilfacharbeit.
(noch) ohne Berufsausbildung
davon mit persönlichem
Nettoeinkommen:
unter 700 €
700 bis unter 1300 €
1300 bis unter 2000 €
2000 € und mehr

Freibäder

kleine
Sporthallen

Radwege

2,6

Die Tab. 8-5 verdeutlicht anhand der Mittelwerte die Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger mit ausgewählten Sporteinrichtungen nach verschiedenen soziodemografischen Gruppen. Dabei zeigt sich, dass Männer oftmals
die genannten Angebote etwas positiver beurteilen als Frauen. Während bei
der Einschätzung der Schwimmbäder, der kleinen Sporthallen und der Sportplatzanlagen ein ziemlich ausgewogenes Antwortverhalten aller Teilgruppen
vorliegt, differieren die Antworten bei den Freibädern, den großen Spielsporthallen, den Inlineskaterstrecken und den Radwegen deutlicher. Meist antworten die jüngeren Befragten kritischer als die Älteren, die die Angebote in der
Regel etwas toleranter einschätzen. Lediglich bei den Radwegen urteilen die
65-bis 85-Jährigen kritischer als die 18- bis 34-Jährigen. Jüngere Radfahrer
agieren da sportlicher und stören sich an Mängeln, wie z.B. defekten oder
zugeparkten Radwegen, offensichtlich etwas seltener.

98

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Tab. 8-7: Wie zufrieden sind Sie mit dem Bau- und Ausstattungszustand von Sportanlagen?
Schwimmhallen

Befragte
Gesamt 2010:
davon:
männlich
weiblich
darunter:
18-34 Jahre
35-49 Jahre
50-64 Jahre
65-85 Jahre
darunter Stellung im
Erwerbsleben:
Erwerbstätige
Arbeitslose
Rentner/Pensionär
Studenten/Schüler
davon mit höchstem beruflichen
Abschluss:
Hochschule/Universität
Fachhochschule
Meister/Techniker/Fachschule
Berufsausbild./Teilfacharbeit.
(noch) ohne Berufsausbildung
davon mit persönlichem
Nettoeinkommen::
unter 700 €
700 bis unter 1300 €
1300 bis unter 2000 €
2000 € und mehr

Freibäder

kleine
Sporthallen

2,7

große
SportWasser- Jogging-,
InlineSpielplatzsportWalkingskatersportanlagen anlagen strecken strecken
hallen
Mittelwert von 1 = „sehr zufrieden“ ... 5 = „sehr unzufrieden“
2,5
3,2
2,5
2,7
2,3
2,3
2,6

Radwege

2,6
2,7

2,6
2,5

3,1
3,2

2,5
2,5

2,6
2,9

2,4
2,3

2,2
2,3

2,6
2,6

2,6
2,7

2,7
2,7
2,7
2,5

2,7
2,5
2,5
2,3

3,3
3,3
3,0
2,9

2,6
2,5
2,4
2,5

2,8
2,8
2,7
2,6

2,3
2,5
2,3
2,3

2,1
2,4
2,3
2,4

2,6
2,6
2,5
2,6

2,5
2,7
2,7
2,7

2,7
2,7
2,6
2,8

2,6
2,3
2,4
2,7

3,2
3,0
3,0
3,5

2,5
2,6
2,5
2,8

2,8
2,7
2,6
3,0

2,3
2,3
2,2
2,4

2,2
2,4
2,4
2,1

2,5
3,1
2,5
3,0

2,6
2,6
2,8
2,7

2,8
2,8
2,6
2,7
2,6

2,5
2,7
2,5
2,6
2,8

3,2
3,2
3,0
3,2
3,2

2,5
2,6
2,4
2,6
2,4

2,7
2,8
2,8
2,7
3,0

2,4
2,3
2,2
2,3
2,4

2,2
2,3
2,4
2,3
2,1

2,5
2,5
2,8
2,5
2,9

2,8
2,8
2,6
2,6
2,5

2,7
2,6
2,7
2,9

2,5
2,5
2,7
2,4

3,1
3,0
3,5
3,2

2,4
2,5
2,7
2,6

2,7
2,6
3,0
2,7

2,3
2,3
2,4
2,5

2,2
2,3
2,3
2,2

2,8
2,5
2,6
2,4

2,6
2,6
2,6
2,9

2,6

Auf die Frage nach dem Bau- und Ausstattungszustand der Sportanlagen sind
es ebenfalls die Wassersportanlagen und die Jogging- und Walkingstrecken,
die von allen Befragten am besten eingeschätzt werden. Besonderer Nachholbedarf besteht auch hier bei den kleinen Sporthallen, die die mit Abstand
schlechteste Bewertung erhalten. Auffallend ist, dass hinsichtlich der Sportplatzanlagen die Zufriedenheit von Frauen und Männern stark differiert. Mit
dem Bau- und Ausstattungszustand von Freibädern, kleineren Sporthallen
sowie Sportplatzanlagen sind ältere sportlich Aktive etwas zufriedener als die
Jüngeren. Es lässt sich aus dem Meinungsbild der Leipzigerinnen und Leipziger resümieren, dass es großen Nachholbedarf bei der Sanierung und Ausstattung der verschiedenartigen Sportanlagen in Leipzig gibt. Mit dem „Sportprogramm 2015“ und der Sportentwicklungsplanung ist die Stadt Leipzig
daran,
die
Weichen
für
Strukturverbesserungen
und
die
Sportstättenentwicklung zu stellen und damit für den Breiten- und
Leistungssport die Bedingungen zu optimieren.

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

99

100

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

9.

Verkehr

9.1. Ausstattung der Haushalte mit Fahrzeugen
Der Ausstattungsgrad der Haushalte mit Fahrzeugen – wie auch mit anderen
Gebrauchsgütern – steigt verständlicherweise in der Regel mit zunehmender
Größe und höherem Einkommen, wobei beide Einflussfaktoren stark
miteinander korrelieren. Während bei den Fahrrädern die durchschnittliche
Anzahl mit jedem weiteren Familienmitglied ansteigt, tritt bei der Anzahl der
PKW`s ab den Dreipersonenhaushalten eine Sättigung ein.
Abb. 9-1: Durchschnittliche Anzahl von Privat-Pkw und Fahrrädern in
Haushalten
4

3
Fahrrad

Anzahl

Privat-Pkw
2

1

0
1

2
3
Personen im Haushalt

4 und mehr

Insgesamt betrachtet, steht zwei von drei Leipziger Haushalten wenigstens ein
Auto privat oder dienstlich zur Verfügung. 13 Prozent der Haushalte haben
sogar mindestens einen weiteren Pkw. Die Automobilität nimmt mit dem
Renteneintritt nicht ab; im Gegenteil: Bei den Rentnerpaaren ist der Anteil
autofreier Haushalte sogar kleiner als bei den Paaren mit oder ohne Kind. Das
trifft selbst dann zu, wenn man die Firmen-Pkw einbezieht, die in
Rentnerhaushalten natürlich kaum vorhanden sind. Dafür verfügen weniger
Rentnerpaare über einen Zweit- oder Dritt-Pkw als Paare mit oder ohne Kind.
Von den alleinstehenden Rentnern hat nur jeder Dritte einen Pkw, von den
Singles etwa jeder Zweite.

Ausstattungsgrad mit Pkw
auf Vorjahresniveau

Tab. 9-1: Wie viele Pkw stehen Ihrem Haushalt zur Verfügung?
nicht vorhanden
Haushalte
Gesamt 2010:
darunter:
Singles
Paare mit Kind(ern)
Paare ohne Kind(er)
alleinstehende Rentner
Rentnerpaare
Gesamt 2008:

Anzahl
927

38

129
158
201
49
213
3126

51
19
23
66
14
38

1 Privat2 PrivatPkw
Pkw
Prozent
52
9
49
50
56
34
80
53

0
31
21
0
6
8

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

mehr als 2
Privat-Pkw
0
0
0
0
0
0
0

Anzahl
Privat-Pkw
Mittelwert
0,7
0,5
1,1
1,0
0,3
0,9
0,7

Firmen-Pkw
vorhanden
Prozent
7
7
13
12
0
2
7

101

Abb. 9-2: Anteil der Haushalte mit mindestens einem Fahrzeug nach Haushaltstyp und Fahrzeugart

86%

Singles

81%

82%

Paare mit Kind

77%

85%
77%

Paare ohne Kind
alleinst. Rentner

66%

Rentnerpaare
54%
49%

34%

13% 12%

10%
7%

7%
0%

Privat-Pkw

Einkommensstarke
Haushalte fahren öfter
Dienst- oder Firmen-Pkw

Fahrrad ist häufigstes
Fahrzeug in Leipzigs
Haushalten

2%

Dienst-/Firmen-Pkw

3%

2% 3%

Motorrad, Moped

Fahrrad

Über 90 Prozent der privaten Pkw in Leipzigs Haushalten sind in der Stadt
Leipzig angemeldet. Jüngere Haushalte und solche im Stadtzentrum haben
ihre Privatautos überdurchschnittlich häufig auch außerhalb Leipzigs
angemeldet.
In 7 Prozent der Leipziger Haushalte wird – oft zusätzlich - ein Dienst- bzw.
Firmen-Pkw gefahren. Dieser Anteil steigt mit zunehmendem Haushaltseinkommen und ist in Haushalten mit Einkommen von 3 200 Euro und mehr
schon vier mal so hoch. Von diesen Verkehrsmitteln ist höchstens jedes
zweite in Leipzig angemeldet.
Motorräder oder Mopeds sind wesentlich seltener auf den Straßen zu finden.
Nur in jedem siebten Leipziger Haushalt steht solch ein Fahrzeug. Sie werden
offenbar nicht nur von jüngeren Befragten gefahren: Auch in Haushalten der
mittleren Generation (Bezugsperson zwischen 45 und 54 Jahre) finden sich
überdurchschnittlich viele motorisierte Zweiräder.
Unter allen Fahrzeugen ist das abgasfreie und relativ kostengünstige Fahrrad
am häufigsten in den Haushalten zu finden. Nur jeder vierte Haushalt verzichtet auf dieses gesundheitsfördernde Fortbewegungsmittel. Gegenüber
2008 ist der Ausstattungsgrad (Anteil Haushalte mit mindestens einem Fahrrad) von 72 auf 76 Prozent gestiegen. Selbst von den jüngeren Rentnerhaushalten (Bezugsperson zwischen 65 und 74 Jahre) verfügen jetzt noch
zwei Drittel über mindestens einen Drahtesel.
9.2. Verkehrsmittelwahl – Modal Split

Pkw ist Favorit bei
Fahrten zur Arbeit,
zum Einkauf und in der
Freizeit/zur Erholung

102

Obwohl das Fahrrad bei der Fahrzeugausstattung der Haushalte an der Spitze
steht, ist es doch nicht das dominierende Verkehrsmittel auf Leipzigs Straßen.
Den Modal Split, also die Auswahl eines Verkehrsmittels zum Zurücklegen
eines Weges, führt unangefochten der motorisierte Individualverkehr (Pkw
bzw. Krad) an. Das trifft besonders für die Wege zur Arbeit (Anteil 49 Prozent)
und zum Einkauf (54 Prozent), aber auch noch in der Freizeit bzw. zur
Erholung (40 Prozent) zu. Nur zur Ausbildung, die überwiegend jüngere
Personen (noch meist ohne eigenen Pkw) betrifft, oder in die Leipziger
Innenstadt, wo Parkplätze knapp und teuer sind, werden Straßenbahn und
Bus bevorzugt. (Die S-Bahn spielt als Teil des Öffentlichen PersonenStadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

nahverkehrs in Leipzig nur eine untergeordnete Rolle.) Drei von zehn
Erwerbstätigen steigen bei ihrem Weg zur Arbeit in ein öffentliches
Verkehrsmittel, 16 Prozent fahren mit dem Rad.
Abb. 9-3: Verkehrsmittelnutzung nach Art des Weges
6%

6%

10 %
17 %

23 %

16 %

21 %

3%

14 %

32 %

10 %

zu Fuß
Fahrrad
23 %

27 %

49 %

Eisenbahn
S-Bahn

54 %

Pkw/Krad

40 %

Straßenbahn, Bus
44 %

40 %
27 %
17 %

12 %
zur Arbeit

zur Ausbildung

zu Einkäufen

in der Freizeit,
zur Erholung

in die Leipziger
Innenstadt

Die Verkehrsmittelwahl ist sehr geschlechtsspezifisch: Männer bevorzugen –
bis auf Wege in der Freizeit bzw. zur Erholung - überdurchschnittlich das Auto.
Weiterhin fahren sie mehr Fahrrad, außer wenn es zum Einkaufen geht.
Frauen hingegen lassen sich überdurchschnittlich mit den Verkehrsmitteln des
ÖPNV befördern.

Unterschiede bei Verkehrsmittelwahl zwischen Männern und Frauen

Tab. 9-2: Modal Split nach Art des Weges
Ich benutze
überwiegend
für Wege ...
zur Arbeit
zur Ausbildung
zu Einkäufen
in der Freizeit,
Erholung
in die Leipziger
Innenstadt, allgem.

Befragte
Männer
Frauen
Männer
Frauen
Männer
Frauen
Männer
Frauen
Männer
Frauen

Anzahl
272
335
80
74
374
512
361
483
371
514

Straßenbahn, Bus

Pkw/
Krad

S-Bahn

20
34
30
50
9
15
15
18
39
48

55
43
36
18
62
48
38
41
25
21

0
2
3
4
0
0
0
1
1
1

Eisenbahn

Fahrrad

gehe zu
Fuß

17
14
24
18
9
12
36
29
17
12

5
6
5
7
20
26
10
10
17
17

Prozent
2
0
2
3
0
0
1
1
1
0

Bei der Verkehrsmittelwahl spielt natürlich auch die zurückzulegende Entfernung eine Rolle. So verwundert es nicht, dass von den Erwerbstätigen, die
in der zentral gelegenen Innenstadt wohnen, insgesamt 40 Prozent ihre
Arbeitsstelle mit dem Rad oder zu Fuß erreichen.
Der Modal Split wird weiterhin von den finanziellen Verhältnissen beeinflusst.
Unabhängig vom Weg nimmt mit steigendem persönlichen Einkommen der
Anteil des motorisierten Individualverkehrs kontinuierlich zu und der des
ÖPNV ab. Von den Erwerbstätigen mit Nettoeinkommen ab 2 000 Euro fahren
dreimal so viele mit dem Auto zu Arbeit wie von den Beziehern mit
Einkommen bis 700 Euro.
Detailliertere Daten zum Mobilitätsverhalten liefert das System repräsentativer
Verkehrsbefragungen (SrV), das zuletzt 2008 aktualisiert wurde.
Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

103

9.3. Bedarf an Mobilitätsberatung und Verkehrsinformationen
Wenig Bedarf an zusätzlicher Mobilitätsberatung

Die Wahl des richtigen Verkehrsmittels könnte durch eine Mobilitätsberatung
erleichtert werden, die bereits in einigen Städten angeboten wird. Erstmals
wurde der Bedarf eines solchen Serviceangebotes für die Bürgerinnen und
Bürger Leipzigs im Rahmen einer Kommunalen Umfrage ermittelt.
Abb. 9-4:

Würden Sie eine Mobilitätsberatung bei der Stadtverwaltung
Leipzig nutzen?
ja, zur
Information
26 %

ja, zur
persönlichen
Beratung
5%
nein
70 %

Zusätzliche Mobilitätsberatung vorrangig für ÖPNV
in Leipzig und Umland

Verkehrsinformationen
werden über verschiedene
Medien eingeholt

104

Die Entscheidung ist eindeutig: Nur drei von zehn Befragten würden so ein
Angebot nutzen, hauptsächlich zur Information und weniger zur persönlichen
Beratung. Allerdings steigt die Nachfrage nach einer Mobilitätsberatung mit
zunehmendem Lebensalter.
Diejenigen, die Beratungsbedarf signalisieren, sollten auch noch angeben, für
welches Gebiet und welche Verkehrsmittel sie die Beratung bzw. Information
hauptsächlich in Anspruch nehmen würden. 30 Prozent würden sie für das
Stadtgebiet von Leipzig benötigen, 62 Prozent auch zusätzlich für das Umland
und die restlichen 8 Prozent für ein noch größeres Gebiet. Die Information
bzw. Beratung sollte vornehmlich den ÖPNV (67 Prozent) betreffen.
Überraschenderweise folgt dahinter schon das Fahrrad mit fast 50 Prozent
und erst danach kommt der eigene Pkw mit 33 Prozent. Wie man am besten
zu Fuß ein bestimmtes Ziel erreicht, möchten immerhin noch 21 Prozent der
potenziellen Beratungssuchenden wissen. 23 Prozent würden sich überhaupt
erst über das günstigste Verkehrsmittel beraten lassen.
Dass die restlichen fast 70 Prozent der Befragten keine zusätzliche
Mobilitätsberatung bei der Stadtverwaltung nutzen würden, kann an der
bereits vorhandenen und genutzten Fülle an Informationsquellen zum Thema
Mobilität bzw. Verkehr liegen.
Dabei hängen die zu Rate gezogenen Informationsquellen vom Verkehrsmittel
ab: ÖPNV-Nutzer informieren sich hauptsächlich (zu 63 Prozent) an den
Fahrplanaushängen, Autofahrer stellen das Autoradio ein (54 Prozent) und
Fahrradfahrer befragen vorher das Internet (50 Prozent). Das Web hat sich
ohnehin zu einer wichtigen Bezugsquelle für Verkehrsinformationen entwickelt
und mittlerweile diesbezüglich der Presse den Rang abgelaufen. Weiterhin
werden zu Hause Funk und Fernsehen mehr oder weniger von allen Verkehrsteilnehmern genutzt. Das Handy, das immer mehr zu einem kleinen
Computer mutiert, stellt mittlerweile auch Verkehrsinformationen verschiedener Art zur Verfügung und wird dank mobilen Internets zunehmend diese AufStadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

gabe übernehmen. Bereits heute liegt das Handy bei Jugendlichen bis
24 Jahre als Informationsmedium betreffs ÖPNV auf Rang vier hinter dem
Internet sowie ausgehängten und gedruckten Fahrplänen. Noch seltener
nutzen die jungen Erwachsenen die Presse, Funk und Fernsehen.
Abb. 9-5: Einholen von Verkehrsinformationen über verschiedene Medien und Verkehrsmittel
70 %
ÖPNV

Kfz

Fahrrad

60 %

50 %

40 %

30 %

20 %

10 %

0%
Presse

Fernsehen

Rundfunk

Autoradio

Internet

Handy

gedruckte
Fahrpläne

Fahrplanaushänge

Informationsquelle

Auch die Stadt Leipzig stellt über das Internet auf ihrer Homepage gebündelte
Verkehrsinformationen bereit. Jeder vierte Leipziger kennt inzwischen dieses
Angebot auf www.leipzig.de; das bedeutet eine Zunahme um neun Prozentpunkte gegenüber 2008. Der Bekanntheitsgrad ist mit 27 Prozent unter
Frauen erstaunlicherweise höher als unter Männern (22 Prozent). Von denen,
die das Angebot kennen, werden im Durchschnitt fast zweimal monatlich Verkehrsinformationen über www.leipzig.de abgerufen und damit einmal weniger
als vor zwei Jahren.

Jeder vierte Leipziger
kennt die Verkehrsinformationen auf
www.leipzig.de

9.4. Bewertung der Radverkehrsbedingungen und Handlungsbedarf
Die Förderung des Radverkehrs ist eine wichtige Komponente der Verkehrsplanung der Stadt Leipzig. Seit 1990 hat sich die Länge der Radwege im
öffentlichen Verkehrsraum mehr als vervierfacht. Die Zufriedenheit mit den
Radverkehrsbedingungen wird seit 2008 erfragt, wobei sich die Ergebnisse
jeweils auf ähnlichem Niveau bewegen. Für 36 Prozent der Befragten sind in
der aktuellen Umfrage die Radverkehrsbedingungen „befriedigend“ und für
fast genauso viele „gut“ oder „sehr gut“. Auf einer Skala von 1 = „sehr gut“ bis
5 = „sehr schlecht“ liegt der Mittelwert bei 2,7. Jeder Siebente kann die Radverkehrsbedingungen in der Stadt gar nicht einschätzen. Erfreulicherweise
werden von den Bevölkerungsgruppen, die häufiger mit dem Rad unterwegs
sind und deshalb besser urteilen können, wie z.B. Studenten, günstigere
Bewertungen abgegeben. Im Stadtbezirk West werden die Radverkehrsbedingungen mit einer Durchschnittsnote von 2,4 deutlich besser eingeschätzt
als in den Stadtbezirken Nord, Nordost, Ost oder Mitte mit jeweils 2,8.

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Radfahrer schätzen Radverkehrsbedingungen
günstiger ein

105

Tab. 9-3: Wie schätzen Sie die Radverkehrsbedingungen in Leipzig ein?

Befragte
Gesamt 2010:
davon:
18-34 Jahre
35-49 Jahre
50-64 Jahre
65-85 Jahre
davon aus dem Stadtbezirk:
Mitte
Nordost
Ost
Südost
Süd
Südwest
West
Alt-West
Nordwest
Nord
Gesamt 2008:

Radwege haben Priorität
bei Verbesserung der
Fahrradsituation

1
sehr gut

2
gut

3
4
befrieschlecht
digend
Prozent
36
11

Anzahl
997

4

31

232
252
236
276

7
3
4
2

36
37
33
18

38
37
35
33

94
94
123
123
119
96
85
82
53
124
3218

3
1
3
3
4
8
8
7
6
4
4

28
27
24
31
36
40
36
31
39
30
33

37
33
40
39
39
33
31
32
32
35
39

5
sehr
schlecht

weiß ich
nicht

D
1-5

2

15

2,7

10
11
12
13

2
2
2
2

7
10
14
33

2,6
2,7
2,7
2,9

12
15
12
9
10
9
5
19
8
14
10

2
1
2
3
3
1
0
0
0
5
2

17
23
18
16
8
10
21
10
15
13
12

2,8
2,8
2,8
2,7
2,7
2,5
2,4
2,7
2,5
2,8
2,7

Es besteht also offensichtlich weiterhin Handlungsbedarf zur Verbesserung
der Fahrradsituation in Leipzig. Jeder elfte Befragte lehnt dies jedoch überhaupt ab und meint, es sollte keine Förderung des Radverkehrs geben. Für
über drei Viertel haben dagegen Radwege bzw. Radfahrstreifen oberste
Priorität bei der Entwicklung des Radverkehrs in Leipzig. Weit abgeschlagen
im einstelligen Prozentbereich folgen Abstellanlagen („Leipziger Bügel“),
Wegweiser und Öffentlichkeitsarbeit. Diese Rangfolge entspricht ebenfalls der
aus dem Jahre 2008.

Tab. 9-4: In welchem Bereich sollte der Radverkehr besonders gefördert werden?
Radwege
Befragte
Gesamt 2010:
davon:
18-34 Jahre
35-49 Jahre
50-64 Jahre
65-85 Jahre

106

Abstellanlagen

Wegweisung

Öffentlichkeitsarbeit

anderes

keine
Förderung

Anzahl
895

76

8

4

2

1

9

221
233
214
226

77
78
72
79

10
10
6
5

2
3
6
4

1
3
3
4

1
0
1
2

9
6
12
7

Prozent

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

10.

Dienstleistungen der Stadt

Die Stadtverwaltung bietet ihren Bürgerinnen und Bürgern ein breites
Spektrum an Dienstleistungen an. Ein Großteil dieser Angebote wird in den
Bürgerämtern wohnortnah unterbreitet. Spezielle Leistungen werden von
Eigenbetrieben der Stadt erbracht, von denen die Stadtreinigung Leipzig zu
den größten gehört.
10.1. Bürgerämter
Die Bürgerämter sind gleichmäßig über das Stadtgebiet von Leipzig verteilt,
so dass für viele Anliegen nicht unbedingt das Neue oder das Technische
Rathaus bzw. Stadthaus aufgesucht werden müssen.
Im Jahr 2010 haben nach eigenem Bekunden 70 Prozent der Befragten einer
solchen Serviceeinrichtung der Stadtverwaltung einen Besuch abgestattet,
davon fast die Hälfte nicht nur einmal. In den jüngeren Altersgruppen ist die
Besucherrate deutlich höher, was auch mit deren höherer Mobilität
zusammenhängt. Denn das An-, Um- und Abmelden beim Wechsel der
Wohnung gehört zu den Kernaufgaben der Bürgerämter.

Bürgerämter werden von
den jüngeren Befragten
häufiger aufgesucht

Abb. 10-1: Wie oft haben Sie im Verlauf dieses Jahres ein Leipziger
Bürgeramt aufgesucht?
(ohne Antwortmöglichkeit „gar nicht“)

90 %
8

häufiger
zwei- oder dreimal
einmal

5
60 %

7
44
3
35

28
22

30 %
36
29

29

26

35-49 Jahre

50-64 Jahre

65-85 Jahre

0%
18-34 Jahre

Das Besucheraufkommen in den Bürgerämtern ist sehr unterschiedlich. Am
stärksten wird das zentral gelegene Bürgeramt im Stadthaus frequentiert.
Dahinter folgen die Bürgerämter in den Einkaufszentren Paunsdorf-Center
und Wiedebach-Passage. Alle drei Bürgerämter kommen dem höheren
Besucheraufkommen mit kundenfreundlichen Öffnungszeiten entgegen und
haben in der Woche bis 19:00 oder 20:00 Uhr sowie auch samstags geöffnet.
Die Einrichtungen mit den kürzesten Öffnungszeiten (Außenstellen in Holzhausen, Lindenthal und Lützschena-Stahmeln) werden auch am seltensten
aufgesucht.

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Bürgeramt im Stadthaus
am stärksten frequentiert

107

Abb. 10-2: In der Regel aufgesuchtes Bürgeramt

Der Flächeninhalt der Kreise, deren Mittelpunkt den Standort darstellt, ist dem
Anteil der Besucher, die dieses Amt in der Regel aufsuchen, proportional.
Fachliche Beratung auf
hohem Niveau

108

Die Befragten wurden gebeten, ihren letzten Besuch auf einem Bürgeramt
anhand von drei vorgegebenen Zufriedenheitsaspekten zu bewerten. Dabei
schneidet die fachliche Beratung am besten ab. Auf der fünfstufigen Skala von
1 = „sehr zufrieden“ bis 5 = „sehr unzufrieden“ liegt hier der Mittelwert bei 1,9.
Mit 2,0 folgt die Zufriedenheit mit den Öffnungszeiten dicht dahinter. Am
wenigsten Gefallen finden die Besucher der Bürgerämter an den Wartezeiten.
Der Durchschnitt von 2,5 liegt genau zwischen „zufrieden“ und „teils/teils“. Die
Rangfolge dieser drei Aspekte deckt sich mit der aus der Besucherbefragung
2010, wo noch eine ganze Reihe weiterer Qualitätsindikatoren von den
Besuchern der Stadtverwaltung bewertet werden.

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

10.2. Abfallentsorgung
Durch Mülltrennung wird die Restmüllmenge reduziert, was letztendlich der
Umwelt und dem Portmonee zu Gute kommt. Das wird von der überwiegenden Mehrheit der Leipziger Bevölkerung auch so umgesetzt. Den höchsten
Nutzungsgrad hat dabei die Blaue Tonne für Papier, Pappe und Kartonagen,
die von 97 Prozent der Befragten nach eigenem Bekunden immer und weiteren 2 Prozent manchmal genutzt wird. Es folgen die Gelbe Tonne (für Verpackungen mit dem Grünen Punkt sowie andere Kunststoffe und Metalle) mit
95 Prozent ständiger und 4 Prozent gelegentlicher Nutzung sowie die Glassammelcontainer mit 86 Prozent bzw. 9 Prozent.
Die Biotonne wird von der Hälfte der Bevölkerung immer und von weiteren
20 Prozent manchmal genutzt. Der relativ geringe Nutzungsgrad dieser Tonne
ist auch darauf zurückzuführen, dass manche Haushalte die Möglichkeit
haben, die Abfälle im eigenen Garten zu kompostieren, wovon durchschnittlich
17 Prozent der Befragten Gebrauch machen, in den Eigenheimsiedlungen am
Stadtrand mehr als die Hälfte.
Die Mülltrennung wird von den Befragten in unterschiedlichem Maße
umgesetzt. Vorbildwirkung könnten hier die Rentnerinnen und Rentner haben,
die die vier verschiedenen Tonnen am intensivsten nutzen.

Wertstofftonnen werden
überwiegend genutzt

Höchster Nutzungsgrad bei
Blauer Tonne

Biotonne wird wegen
Eigenkompostierung
seltener genutzt

Abb. 10-3: Nutzungsgrad der Wertstofftonnen nach Alter

Nutzungsgrad (Anteil "nutze ich immer")

100 %
Rentnerinnen und
Rentner sind Vorbild
bei Mülltrennung

80 %
Blaue Tonne
Gelbe Tonne
Glassammelcontainer
Biotonne

60 %

40 %
18-34

35-49

50-64

65-85

Alter

Außer der Leerung von Restmüllbehältern und Biotonnen (für die Leerung der
anderen Wertstoffbehälter ist die Abfall-Logistik Leipzig GmbH zuständig)
bietet die Stadtreinigung Leipzig im Bereich Abfallentsorgung für die
Bürgerinnen und Bürger der Stadt weitere Dienstleistungen an. Sperrmüll und
Elektrogeräte kann man entweder zu Hause abholen lassen oder selbst auf
einem der Wertstoffhöfe abgeben. Weiterhin gibt es spezielle Angebote zur
Schadstoffentsorgung und eine Beratungshotline (Bürgertelefon „Abfall“).
Von den vier Dienstleistungsangeboten ist das Abfalltelefon mit 58 Prozent am
wenigsten in der Leipziger Bevölkerung bekannt. Von denen, die es kennen,
haben es die meisten auch noch nicht in Anspruch genommen. (Hier ist aber
anzumerken, dass sich viele Fragen zum Abfall mittlerweile über die Internetpräsenz der Stadtreinigung Leipzig klären lassen.)
Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

109

Tab. 10-1: Sind Ihnen die folgenden Angebote der Stadtreinigung Leipzig bekannt?

Angebote

Anzahl
Befragte

ja, kenne ich und
habe es bereits
genutzt

ja, kenne ich, habe
nein, interessiert
es aber noch nicht
mich aber
genutzt
Prozent

nein, interessiert
mich auch nicht

Bürgertelefon „Abfall“
(Tel.: 6571-111)

951

16

42

26

16

Möglichkeiten der Sperrmüllentsorgung

975

68

23

7

2

Möglichkeiten der Elektrogeräteentsorgung (Fernsehgeräte,
Waschmaschinen u. ä.)

976

56

30

11

2

Möglichkeiten der Schadstoffsammlung

973

43

37

13

6

Abfalltelefon wird relativ
wenig angenommen

Den größten Bekanntheitsgrad haben die Möglichkeiten der Spermüll- (91
Prozent) und Elektrogeräteentsorgung (86 Prozent), die zugleich auch am
häufigsten genutzt werden. Gegenüber dem letzten Erhebungsjahr 2008 hat
sich der Bekanntheitsgrad aller vier Angebote leicht erhöht, wozu nicht zuletzt
der jährlich an alle Leipziger Haushalte verteilte Abfallwegweiser beigetragen
haben könnte.
Abb. 10-4: Häufigkeit der Abgabe von Schadstoffen an der mobilen oder
stationären Annahmestelle

mehrmals
36 %

gar nicht
48 %

einmal
16 %

Vorschriftsmäßige Entsorgung von Schadstoffen
muss verbessert werden

110

Schadstoffe (z. B. Haushaltschemikalien, Farbreste, Leuchtstoffröhren) gehören nicht in den normalen Müll, sondern sollten vorschriftsmäßig entweder am
Schadstoffmobil, das in gewissen Zeitabständen alle Leipziger Ortsteile
anfährt, oder an der stationären Sammelstelle abgegeben werden. Diese
Abgabemöglichkeiten nutzt aber bisher nur reichlich jeder zweite Einwohner.
Da nicht alle schadstoffhaltigen Gegenstände oder Materialien an den Handel
zurückgegeben werden können, ist davon auszugehen, dass manche
Schadstoffe (z.B. kaputte Energiesparlampen) aus Unwissenheit oder
Bequemlichkeit im Restmüll oder anderweitig unzulässig entsorgt werden.

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Anhang

Tabellenverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Fragebögen Kommunale Bürgerumfrage 2010

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

111

112

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen, Bürgerumfrage 2001 - Ergebnisübersicht

Tabellenverzeichnis
Seite
Methodische Vorbemerkungen ........................................................................................................ 5
Tab. 0-1 Rücklaufquoten ................................................................................................................... 7
Tab. 0-2 Vergleich der Altersstruktur Grundgesamtheit und auswertbare Stichprobe........................ 7
Tab. 0-3 Stellung der Erwerbstätigen im Berufsleben........................................................................ 9
Tab. 0-4 Partnerschaftsbeziehung..................................................................................................... 9
Tab. 0-5 Höchster schulischer Abschluss .......................................................................................... 9
Tab. 0-6 Haushaltstyp........................................................................................................................ 9
1.
Lebenszufriedenheit und Zukunftssicht .......................................................................... 13
Tab. 1-1 Allgemeine Lebenszufriedenheit der Leipzigerinnen und Leipziger ................................. 15
Tab. 1-2 Allgemeine Zukunftssicht der Leipzigerinnen und Leipziger ............................................ 16
Tab. 1-3 Zusammenhänge zwischen Lebenszufriedenheit und Zukunftssicht
sowie ausgewählten sozioökonomischen und weiteren Merkmalen ................................ 17
Tab. 1-4 Zusammenhang zwischen Zukunftssicht und ausgewählten Perspektiven...................... 17
Tab. 1-5 Zukunftsperspektive für ausgewählte Grundbedürfnisse................................................. 17
Tab. 1-6 Gesetz und Ordnung respektieren .................................................................................. 18
Tab. 1-7 Berufliche Karriere machen............................................................................................. 18
Tab. 1-8 Sich politisch engagieren ................................................................................................ 19
Tab. 1-9 Das Leben genießen....................................................................................................... 19
Tab. 1-10 Eigenverantwortlich leben und handeln........................................................................... 19
Tab. 1-11 Sich umweltbewusst verhalten ........................................................................................ 20
Tab. 1-12 Mitspracherecht in Staat und Gesellschaft haben ........................................................... 20
Tab. 1-13 Für andere dasein, auch wenn man auf etwas verzichten muss ..................................... 20
Tab. 1-14 Kinder haben................................................................................................................... 21
Tab. 1-15 Sich für soziale Zwecke einsetzen .................................................................................. 21
Tab. 1-16 Zusammenhänge zwischen den Lebenszielen (Korrelationen)........................................ 22
Tab. 1-17 Gesetz und Ordnung respektieren .................................................................................. 23
Tab. 1-18 Einen hohen Lebensstandard haben............................................................................... 23
Tab. 1-19 Viel Geld haben............................................................................................................... 24
Tab. 1-20 Berufliche Karriere machen............................................................................................. 24
Tab. 1-21 Phantasie und Kreativität entwickeln ............................................................................... 24
Tab. 1-22 Nach Sicherheit streben .................................................................................................. 24
Tab. 1-23 Fleißig und ehrgeizig sein ............................................................................................... 25
Tab. 1-24 Das Leben genießen....................................................................................................... 25
Tab. 1-25 Eine Familie haben, in der man sich wohl fühlt................................................................ 25
Tab. 1-26 Freundschaften pflegen .................................................................................................. 26
2.
Wohnen und Umziehen ..................................................................................................... 27
Tab. 2-1 In was für einer Wohnung wohnen Sie?.......................................................................... 27
Tab. 2-2 Wann wurde das Haus errichtet, in dem sich Ihre Wohnung befindet? ........................... 27
Tab. 2-3 Grundmiete und Gesamtmiete ........................................................................................ 28
Tab. 2-4 Zufriedenheit mit der Wohnung und dem Wohnviertel .................................................... 30
Tab. 2-5 Haben Sie vor oder sind Sie gezwungen, in den nächsten zwei Jahren
aus Ihrer jetzigen Wohnung auszuziehen? ..................................................................... 33
Tab. 2-6 Falls Sie umziehen wollen: Wo wollen Sie nach dem Umzug wohnen?........................... 34
Tab. 2-7 Welcher Art soll das Gebäude sein, in dem sich Ihre künftige Wohnung befinden soll? . 37
3.
Kommunale Lebensbedingungen, Kommunalpolitik und räumliche Identität.............. 39
Tab. 3-1 Allgemeines politisches Interesse ................................................................................... 40
Tab. 3-2 Beteiligungsmöglichkeiten an Leipzigs Stadtentwicklung ................................................ 41
Tab. 3-3 Informiertheit über die Finanzen und den Haushalt der Stadt Leipzig ............................. 42
Tab. 3-4 Bedeutsamkeit von Wirtschaftsförderung, Grundsicherung für Bedürftige, elementare
Daseinsvorsorge und Erhaltung und Pflege von Leistungen vergangener Jahrhunderte 43
Tab. 3-5 Zufriedenheit mit ausgewählten Lebensbedingungen ..................................................... 49
Tab. 3-6 Verbesserungen bzw. Verschlechterungen im Hinblick auf die Lebensbedingungen ...... 50
Tab. 3-7 Wie stark empfinden Sie sich als Leipziger/in? ............................................................... 53
Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

113

Seite
4.
Einkommen und wirtschaftliche Situation....................................................................... 55
Tab. 4-1 Persönliches monatliches Nettoeinkommen.................................................................... 56
Tab. 4-2 Hauptquelle des Lebensunterhalts .................................................................................. 58
Tab. 4-3 Nettoäquivalenzeinkommen (Median) nach Haushaltstypen 2008 bis 2010 .................... 60
Tab. 4-4 Einschätzung der persönlichen wirtschaftlichen Situation ............................................... 62
Tab. 4-5 Finanzielle Situation des Haushalts................................................................................. 63
Tab. 4-6 Einschätzung der allgemeinen wirtschaftlichen Situation in der Stadt Leipzig ................. 64
5.
Kinder, Freizeit und Familie .............................................................................................. 65
Tab. 5-1 Kinderzahl ....................................................................................................................... 65
Tab. 5-2 Anteil Kinderloser 1999 bis 2010..................................................................................... 66
Tab. 5-3 Gewünschte und bereits geborene Kinder 2005 bis 2010 ............................................... 67
Tab. 5-4 Angebote des Arbeitgebers zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf 2008 und 2010 ..... 69
Tab. 5-5 Wünsche zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf.......................................................... 70
Tab. 5-6 Fußläufig erreichbare Spielplätze.................................................................................... 72
Tab. 5-7 Besuchshäufigkeit von Spielplätzen Leipziger Eltern....................................................... 72
Tab. 5-8 Erholungssuche mit Kindern in der Natur innerhalb Leipzigs........................................... 73
Tab. 5-9 Erholungssuche mit Kindern in der Natur außerhalb Leipzigs ......................................... 73
Tab. 5-10 Besuch von Bildungsangeboten für Eltern in den letzten 12 Monaten ............................. 74
Tab. 5-11 Bekanntheit von Einrichtungen, die Bildungsangebote für Eltern anbieten...................... 74
6.
Weiterbildung..................................................................................................................... 77
Tab. 6-1 Stellenwert von Weiterbildung......................................................................................... 77
Tab. 6-2 Teilnahme an beruflicher Weiterbildung .......................................................................... 80
Tab. 6-3 Nutzung der Angebote der Volkshochschule Leipzig ...................................................... 82
Tab. 6-4 Gründe für die Nicht-Nutzung der Angebote der Volkshochschule Leipzig...................... 82
7.
Hilfeleistungen im Alltag und ehrenamtliches Engagement .......................................... 83
Tab. 7-1 Häufigkeit verschiedener Hilfeleistungen......................................................................... 84
Tab. 7-2 Welche Wertigkeit haben für Sie folgende Leistungen und Angebote, auch wenn
diese z.Z. nicht von Ihnen genutzt werden? .................................................................... 85
Tab. 7-3 Ehrenamtlich Aktive und Interessierte an ehrenamtlicher Tätigkeit ................................. 88
Tab. 7-4 Bereiche, für die Interesse an ehrenamtlicher Tätigkeit besteht ...................................... 89
Tab. 7-5 Hinderungsgründe, eine ehrenamtliche Tätigkeit auszuüben .......................................... 90
8.
Kultur und Sport ................................................................................................................ 91
Tab. 8-1 Kenntnis und Besuch der Baumwollspinnerei.................................................................. 91
Tab. 8-2 Wie zufrieden sind Sie mit dem künstlerischen Angebot der Leipziger Oper?................. 93
Tab. 8-3 Wie zufrieden sind Sie mit dem künstlerischen Angebot des Leipziger Balletts? ............ 94
Tab. 8-4 Wie zufrieden sind Sie mit dem künstlerischen Angebot der Musikalischen Komödie?... 94
Tab. 8-5 Kennen Sie folgende Preise/Angebote der Oper Leipzig, des Leipziger Balletts
bzw. der Musikalischen Komödie? .................................................................................. 95
Tab. 8-6 Wie zufrieden sind Sie mit dem Angebot an Sportstätten?.............................................. 98
Tab. 8-7 Wie zufrieden sind Sie mit dem Bau- und Ausstattungszustand an Sportstätten?........... 99
9.
Verkehr ............................................................................................................................. 101
Tab. 9-1 Wie viele Pkw stehen Ihrem Haushalt zur Verfügung?.................................................. 101
Tab. 9-2 Modal Split nach Art des Weges ................................................................................... 103
Tab. 9-3 Wie schätzen Sie die Radverkehrsbedingungen in Leipzig ein?.................................... 106
Tab. 9-4 In welchem Bereich sollte der Radverkehr besonders gefördert werden? ..................... 106
10.
Dienstleistungen der Stadt ............................................................................................. 107
Tab. 10-1 Sind Ihnen die folgenden Angebote der Stadtreinigung Leipzig bekannt?..................... 110

114

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Abbildungsverzeichnis
Seite
Methodische Vorbemerkungen ........................................................................................................ 5
Abb. 0-1 Rücklauf der drei Fragebogenvarianten A, B und C nach Datum ........................................ 6
Abb. 0-2 Zuordnung der Ortsteile zu den Lagetypen ......................................................................... 8
1.

Lebenszufriedenheit und Zukunftssicht ........................................................................ 13

Abb. 1-1 Entwicklung von Lebenszufriedenheit und Zukunftssicht 2005 bis 2010............................ 13
Abb. 1-2 Entwicklung von Lebenszufriedenheit und Zukunftssicht nach Altersjahren ...................... 14
Abb. 1-3 Entwicklung von Lebenszufriedenheit und Zukunftssicht nach dem persönlichen
Einkommen ....................................................................................................................... 15
Abb. 1-4 Lebensziele und Werteorientierungen ............................................................................... 22
2.
Abb. 2-1
Abb. 2-2
Abb. 2-3
Abb. 2-4
Abb. 2-5
Abb. 2-6
Abb. 2-7
Abb. 2-8
Abb. 2-9
3.
Abb. 3-1
Abb. 3-2
Abb. 3-3
Abb. 3-4
Abb. 3-5
Abb. 3-6
Abb. 3-7
Abb. 3-8
4.

Wohnen und Umziehen ..................................................................................................... 27
Wohnfläche nach Haushaltsgröße .................................................................................... 28
Wohnfläche und Miete....................................................................................................... 29
Mietbelastung 2009 und 2010 nach Einkommensklassen ................................................. 30
Zufriedenheit mit der Wohnung und dem Wohnumfeld ..................................................... 31
Lärmbelästigung nach Stadtbezirken ................................................................................ 32
Umzugsabsicht und Alter................................................................................................... 34
Umzugsgründe .................................................................................................................. 35
Wichtigkeit einzelner Ausstattungsmerkmale bei einem Umzug nach Altersgruppen ........ 36
Wichtigkeit einzelner Lagemerkmale bei einem Umzug nach Altersgruppen..................... 36
Kommunale Lebensbedingungen, Kommunalpolitik und räumliche Identität.............. 39
Allgemeines und kommunalpolitisches Interesse im Zeitvergleich..................................... 39
Bedeutsamkeit zentraler kommunalpolitischer Aufgaben .................................................. 42
Wo soll künftig gespart werden und wo nicht?................................................................... 44
Die größten Probleme in der Stadt Leipzig im Zeitvergleich .............................................. 46
Zufriedenheit mit kommunalen Lebensbedingungen ......................................................... 48
Stärke der räumlichen Identifizierung der Leipziger Bevölkerung 1998 und 2010.............. 52
Leben Sie gern in Leipzig? ................................................................................................ 53
Stärke der räumlichen Identifizierung der Leipziger Bevölkerung nach Altersgruppen ...... 54
Einkommen und wirtschaftliche Situation....................................................................... 55

Abb. 4-1
Abb. 4-2
Abb. 4-3
Abb. 4-4

Monatliches Haushaltsnettoeinkommen ............................................................................ 57
Hauptquelle des Lebensunterhalts 2008 bis 2010 ............................................................. 58
Entwicklung der Haushaltsnettoeinkommen 2003 bis 2010 ............................................... 59
Entwicklung einkommensstarker und einkommensschwacher
Nettoäquivalenzeinkommen .............................................................................................. 60
Abb. 4-5 Einschätzung der persönlichen wirtschaftlichen Situation 2003 bis 2010........................... 61
5.
Abb. 5-1
Abb. 5-2
Abb. 5-3
Abb. 5-4
Abb. 5-5
6.

Kinder, Freizeit und Familie .............................................................................................. 65
Anzahl der Frauen auf 100 Männer in Leipzig (Stichtag: 31.12.2010) ............................... 66
Kinder und Kinderwunsch bei Männern und Frauen .......................................................... 67
Gründe gegen ein (weiteres) Kind bei unter 35-Jährigen................................................... 68
Erholungssuche mit Kindern in der Natur innerhalb und außerhalb Leipzigs ..................... 73
Informationswege zu familienrelevanten Angeboten.......................................................... 75
Weiterbildung..................................................................................................................... 77

Abb. 6-1 Positionen zum Thema Weiterbildung ............................................................................... 78
Abb. 6-2 Teilnahme an allgemeinen Weiterbildungen...................................................................... 79
Abb. 6-3 Teilnahme an beruflichen Weiterbildungen........................................................................ 81
Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

115

Seite
7.

Hilfeleistungen im Alltag und ehrenamtliches Engagement .......................................... 83

Abb. 7-1 Hilfeleistungen für ältere Menschen .................................................................................. 83
Abb. 7-2 Wertigkeit der haushaltsnahen Hilfeleistungen der Altersgruppe 55- bis 85-Jahre nach
Geschlecht - Antwort: wichtig ............................................................................................ 85
Abb. 7-3 Aktives ehrenamtliches Engagement nach unterschiedlichen Teilgruppen........................ 86
Abb. 7-4 Ehrenamtliche Tätigkeit nach ausgewählten Bereichen und Geschlecht ........................... 87
Abb. 7-5 Monatlicher Zeitaufwand für ehrenamtliche Tätigkeit (in Stunden) .................................... 87
Abb. 7-6 Aktives ehrenamtliches Engagement und Interesse an ehrenamtlichem
Engagement nach ausgewählten Bereichen...................................................................... 89
Abb. 7-7 Hinderungsgründe, eine ehrenamtliche Tätigkeit auszuüben 2002 bis 2010 ..................... 90
8.

Kultur und Sport ................................................................................................................ 91

Abb. 8-1 Wie hat Ihnen die Museumsnacht gefallen? ...................................................................... 92
Abb. 8-2 Warum haben Sie die Oper Leipzig, das Leipziger Ballett und die
Musikalische Komödie nicht besucht? ............................................................................... 92
Abb. 8-3 Kennen Sie folgende Preise/Angebote der Oper Leipzig, des Leipziger Balletts bzw.
der Musikalischen Komödie?............................................................................................. 95
Abb. 8-4 Zufriedenheit mit dem Angebot und dem Bau- und Ausstattungszustand
von Sportanlagen .............................................................................................................. 97
9.

Verkehr ............................................................................................................................. 101

Abb. 9-1 Durchschnittliche Anzahl von Privat-Pkw und Fahrrädern in Haushalten......................... 101
Abb. 9-2 Anteil der Haushalte mit mindestens einem Fahrzeug nach Haushaltstyp
und Fahrzeugart .............................................................................................................. 102
Abb. 9-3 Verkehrsmittelnutzung nach Art des Weges.................................................................... 103
Abb. 9-4 Würden Sie eine Mobilitätsberatung bei der Stadtverwaltung Leipzig nutzen? ................ 104
Abb. 9-5 Einholen von Verkehrsinformationen über verschiedene Medien und Verkehrsmittel...... 105
10.

Dienstleistungen der Stadt ............................................................................................. 107

Abb. 10-1 Wie oft haben Sie im Verlauf dieses Jahres ein Leipziger Bürgeramt aufgesucht? ......... 107
Abb. 10-2 In der Regel aufgesuchtes Bürgeramt ............................................................................. 108
Abb. 10-3 Nutzungsgrad der Wertstofftonnen nach Alter................................................................. 109
Abb. 10-4 Häufigkeit der Abgabe von Schadstoffen an der mobilen oder stationären
Annahmestelle................................................................................................................. 110

116

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [Kommunale Bürgerumfrage 2010]

Leben in Leipzig
Kommunale Bürgerumfrage 2010 - A
Die Bearbeitung des Fragebogens ist einfach. Sie können zwei Möglichkeiten nutzen:
A: Wenn Sie über einen Internet-Anschluss verfügen, können Sie den Fragebogen unter www.leipzig.de/buergerumfrage
im Internet aufrufen und gleich online beantworten. Dazu benötigen Sie die achtstellige Kontrollnummer, die im Adressfeld
des beiliegenden Anschreibens des Oberbürgermeisters enthalten ist (außerdem auch im Adressfeld des beiliegenden
Rücksende-Kuverts). Nur bei Angabe dieser Nummer werden Ihre Antworten bei der Auswertung der repräsentativen
Stichprobe berücksichtigt.
B: Wenn Sie den Fragebogen lieber handschriftlich bearbeiten möchten, kreuzen Sie bitte im Fragebogen an
oder
tragen Text bzw. Ziffern ein. Den Fragebogen schicken Sie dann in dem beiliegenden Umschlag portofrei zurück. Sie
können natürlich den Umschlag auch in jedem Bürgeramt der Stadt abgeben.
Weitere Auskünfte erhalten Sie beim Amt für Statistik und Wahlen der Stadt Leipzig unter folgenden Telefonnummern:
123 2821

123 2824

123 2827

Zu Beginn einige allgemeine Fragen.
Wenn Sie an Ihr Leben im Großen und Ganzen denken: Wie zufrieden sind Sie gegenwärtig damit?
sehr zufrieden

zufrieden

1

weder zufrieden/noch unzufrieden

2

unzufrieden

3

1
sehr unzufrieden

4

5

Und wie schätzen Sie allgemein Ihre persönliche Zukunft ein?
optimistisch

eher optimistisch

1

2

weder optimistisch/noch pessimistisch

2

eher pessimistisch

3

pessimistisch

4

5

Leben Sie gern in Leipzig oder würden Sie lieber woanders wohnen?
lebe gern in Leipzig,
möchte hier wohnen bleiben

3

würde lieber im Umland
wohnen

1

würde lieber ganz
woanders wohnen

2

3

Wo gibt es Ihrer Meinung nach die größten Probleme in der Stadt Leipzig? Nachfolgend sind einige Bereiche genannt. Tragen
Sie die zutreffenden Buchstaben für das aus Ihrer Sicht größte, zweit- und drittgrößte Problem bitte in der rechten Spalte ein.
A ärztliche Versorgung
L Öffentlicher Nahverkehr
B Arbeits-/Ausbildungsplätze
M Parkplätze
C Armut
N Sauberkeit auf Straßen/Plätzen
1. _______
D Baustellen in der Innenstadt
O Schulen
E Finanzsituation/Verschuldung der Stadt
P Straßenbaustellen, Umleitungen
F Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche
Q Straßenzustand
2. _______
G Freizeitangebote für Familien
R Umweltbelastung
H Freizeitangebote für Senioren
S Wohnkosten
I Kindertagesstätten
T Wohnungsleerstand
J Kriminalität, Sicherheit
U Zusammenleben mit Ausländern
3. _______
K Lärmbelastung
V Zustand der Sportanlagen

4

Wenn Sie noch auf ein anderes Problem aufmerksam machen möchten, so können Sie das in den folgenden Zeilen tun.

Der folgende Fragenkomplex behandelt das Thema Wohnen und Umziehen.
Wie zufrieden oder unzufrieden sind Sie ganz allgemein ...
sehr
zufrieden
a) mit Ihrer Wohnung?

1

zufrieden
2

weder zufrieden/
noch unzufrieden
3

unzufrieden
4

sehr
unzufrieden

5

5

b) mit dem Wohnviertel, in dem Sie leben?
Falls Sie Ihre jetzige Wohnsituation als „eher unzufrieden“ oder „sehr unzufrieden“ einschätzen: Was stört Sie am
meisten? (Nennen Sie bitte maximal 3 Gründe)

6

7

In was für einer Wohnung wohnen Sie?
Mietwohnung - LWB/kommunal

1

Eigentumswohnung

5

Mietwohnung - genossenschaftlich

2

eigenes Haus

6

3

gemietetes Haus

7

4

woanders (z. B. Heim, Untermiete)

8

Mietwohnung - treuhänderisch verwaltet
Mietwohnung - privat

8

9

Wann wurde das Haus errichtet, in dem sich Ihre Wohnung befindet?
vor 1919 (Gründerzeit)

1

1961 bis 1990 (Plattenbau)

3

ab 1991

5

1919 bis 1960

2

1961 bis 1990 (kein Plattenbau)

4

weiß nicht

0

Wie groß ist die von Ihnen genutzte Wohnung? Wie viele Wohnräume hat sie?
a) Wohnfläche:

10

11

_________ m²

__________

Nur für Mieter: Wie hoch ist Ihre gegenwärtige monatliche Miete?
a) Grundmiete (ohne Heizungs- und sonstige Betriebskosten)

________________ Euro

b) Gesamtmiete (einschließlich Heizungs- und sonstige Betriebskosten)

________________ Euro

Nur für Mieter: Wären Sie grundsätzlich bereit, für eine bessere Wohnungsausstattung bzw. für Modernisierungsmaßnahmen
eine höhere Miete zu zahlen?
ja

12

b) Anzahl der Wohnräume:

nein

1

2

Wie zufrieden oder unzufrieden sind Sie mit einzelnen Aspekten Ihres Wohngebäudes und Wohnumfelds?
sehr
sehr
zufrieden
teils/teils
unzufrieden
zufrieden
unzufrieden
a) Sauberkeit des Treppenhauses

1

2

3

4

nicht einschätzbar

5

0

b) Zustand des Treppenhauses
c) Beleuchtung des Hauseinganges
d) Sicherheit der Hauseingangstür
e) Gestaltung des Hauseingangsbereichs
f) Zustand der Hof-Anlagen
g) Sauberkeit der Müllstandsflächen
h) Sauberkeit der Grünanlagen
i) Attraktivität der Außenanlagen
j) Spielplatzangebot
k) Parkplatzsituation
l) Persönliche Sicherheit

13

Haben Sie vor oder sind Sie gezwungen, in den nächsten zwei Jahren aus Ihrer jetzigen Wohnung auszuziehen?
ja

1

möglicherweise

2

nein

3

weiter mit Frage 21

Falls Sie umziehen oder möglicherweise umziehen:

14

Falls Sie umziehen wollen: Wo wollen Sie nach dem Umzug wohnen? Bitte nur ein Kästchen ankreuzen!
im selben Wohnviertel wie bisher

1

in Sachsen (außer Leipzig und näherer Umgebung)

5

im selben Stadtbezirk

2

in einem anderen der neuen Bundesländer (mit Berlin)

6

in einem anderen Stadtbezirk Leipzigs, und zwar
______________________________________

3

in einem der alten Bundesländer

7

in der näheren Umgebung Leipzigs

4

im Ausland

8

Warum wollen oder müssen Sie umziehen? Bitte nur einen Grund ankreuzen!

15

a) Erwerb von Haus-/Wohneigentum
b) berufliche Gründe bzw. Aufnahme eines Studiums,
einer Ausbildung
c) familiäre Gründe (z.B. Haushaltsgründung,
Scheidung)

h) Wohnung ist zu groß
i) Wohnung/Gebäude ist in schlechtem Zustand bzw.
mit Mängeln behaftet
j) gesundheitliche Gründe (Wohnung ist nicht altenbzw. behindertengerecht)

d) allgemein zu hohe Miete bzw. Betriebskosten

k) Wohnviertel ist zu laut bzw. zu dicht bebaut

e) Überschreiten der Miet-Obergrenze für ALG-II- und
Sozialhilfeempfänger

l) Entmietung, Abriss des eigenen Gebäudes oder
benachbarter Gebäude

f) anderes Wohnviertel ist attraktiver

m) anderer Grund:

g) Wohnung ist zu klein

__________________________________________

Wie soll Ihre künftige Wohnung von der Größe her beschaffen sein?
a) Wohnfläche:

_________ m²

16

b) Anzahl der Wohnräume:

__________

Welcher Art soll das Gebäude sein, in dem sich Ihre zukünftige Wohnung befinden soll?

17

Gründerzeit (bis 1919)

1

anderer Altbau (vor 1990)

3

Plattenbau (vor 1990)

2

Neubau (ab 1991)

4

Wie wichtig sind Ihnen folgende Ausstattungsmerkmale der neuen Wohnung bzw. des neuen Wohngebäudes?
sehr wichtig eher wichtig
a) Balkon

1

teils/teils

2

eher nicht
wichtig

3

18
überhaupt
nicht wichtig

4

5

b) Aufzug
c) Schwellenfreiheit
d) Wärmedämmung, Energieeffizienz
e) seniorengerechte/-freundliche Ausstattung
f) Einbauküche
g) Parkett bzw. Laminat
h) sonstiges, und zwar ____________________
Wie wichtig sind Ihnen bei der Suche Ihrer neuen Wohnung folgende Lagemerkmale?
sehr wichtig eher wichtig
a) gute Anbindung an den ÖPNV

1

19
teils/teils

2

eher nicht
wichtig

3

überhaupt
nicht wichtig

4

5

b) ausreichend Parkmöglichkeiten
c) Nähe zu Einkaufsmöglichkeiten
d) Nähe zu medizinischen Versorgungseinrichtungen
e) Nähe zu Kindergarten bzw. Schule
f) Nähe zu Parks und Grünanlagen
g) ruhiges, verkehrsarmes Wohnumfeld
h) Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche
i) Freizeitangebote für Senioren
j) sonstiges, und zwar ____________________
Falls Sie Ihre neue Wohnung mieten: Was würden Sie maximal an Miete zahlen?

20

maximale Gesamtmiete (einschließlich Heizungs- und sonstige Betriebskosten)

________________ Euro

Bei den folgenden Fragen geht es um Ihr Interesse an Politik und Bürgerbeteiligung.
Wie sehr interessieren Sie sich für Politik ganz allgemein und für die kommunale Politik, also das, was Stadtrat und Stadtverwaltung in Leipzig machen?
sehr stark
a) Politik ganz allgemein
b) kommunale Politik in Leipzig

1

stark

mittel
2

schwach
3

4

überhaupt nicht
5

21

22

Haben Sie sich selbst in den vergangenen zwei Jahren an Aktivitäten beteiligt, um die Stadtentwicklung mit zu beeinflussen?
ja
a) Teilnahme an Informationsveranstaltungen zur Stadtentwicklung

nein
1

Das interessiert
mich nicht.
2

0

b) Teilnahme an Workshops zur Stadtentwicklung
c) Mitwirkung in Bürgerinitiativen oder Bürgervereinen
d) aktive Bürgerbeteiligung an Planungs- und Gestaltungsprozessen
Jetzt zwei Fragen zum Thema Kinder und Familie.

23

24

Wie viele Kinder haben Sie? Berücksichtigen Sie dabei bitte
auch diejenigen Kinder, die nicht (mehr) in Ihrem Haushalt
wohnen.

_____

Und wie viele Kinder möchten Sie künftig (noch) haben?

_____

kein Kind

Anzahl

kein Kind

Das weiß ich (noch) nicht.

Anzahl

Wenn Sie keine Kinder (mehr) wollen oder noch schwankend sind: Welche der nachstehenden Gründe sind dafür
verantwortlich? (Mehrfachnennungen sind möglich.)
a) Die Familienplanung ist abgeschlossen.
b) Die finanziellen Ausgaben wären mir zu groß.
c) Gesundheitliche Ursachen bzw. das Alter lassen es nicht zu.
d) Meine berufliche Karriere hat für mich Vorrang.
e) Wenn man der Arbeit zu lange fernbleiben muss, weiß man nicht, ob der Arbeitsplatz erhalten bleibt.
f) Mein Partner und ich haben jetzt ganz andere Wünsche (z.B. Auto, Reisen, Hausbau).
g) In der gegenwärtigen Zeit voller Unsicherheiten sollte man sich kein (weiteres) Kind anschaffen.
h) ein anderer Grund: _____________________________________________________________
Nun zu einigen Lebensbedingungen in Leipzig.

25

Bitte geben Sie zunächst an, wie zufrieden oder unzufrieden Sie mit jedem einzelnen der folgenden Aspekte sind!
Außerdem geben Sie bitte an, ob sich im Verlauf der vergangenen fünf Jahre Ihrer Meinung nach eher Verbesserungen
oder Verschlechterungen ergeben haben.
Hier bitte ankreuzen, wie zufrieden Sie mit dem
Hier bitte ankreuzen, ob Verbesjeweiligen Aspekt sind!
serungen oder Verschlechterungen
eingetreten sind.

a) Angebot an Arbeitsplätzen
b) Angebot an Ausbildungsplätzen, Lehrstellen
c) Angebot an Kindereinrichtungen
d) Versorgung mit Alten- und
Pflegeheimen
e) Angebot an Jugendfreizeiteinrichtungen
f) Angebot an Freizeitsportanlagen
g) Zustand der Gewässer
h) Ausbau der Naherholungsgebiete
i) Angebot an öffentlichen
Grünanlagen und Parks
j) Sauberkeit der Luft
k) Sauberkeit der Straßen
und öffentlichen Plätze
l) Straßenzustand
m) öffentliche Sicherheit/
Schutz vor Kriminalität

1

2

3

4

5

0

1

2

3

0

sehr
zufrieden

zufrieden

teils/
teils

unzufrieden

sehr
unzufrieden

weiß
ich
nicht

verbessert

weder/
noch

verschlechtert

weiß
ich
nicht

Bei den folgenden Fragen geht es um Dienstleistungen der Stadt Leipzig hinsichtlich der Abfallentsorgung.
Sind Ihnen in diesem Zusammenhang die folgenden Angebote bekannt?
ja, kenne ich und ja, kenne ich, habe
es aber noch nicht
habe es bereits
genutzt
genutzt
a) das Bürgertelefon „Abfall“ (Tel.: 6571-111)

1

nein, es
interessiert
mich aber

2

nein,
interessiert
mich auch nicht

3

26

4

b) Möglichkeiten der Sperrmüllentsorgung
c) Möglichkeiten der Elektrogeräteentsorgung
(Fernsehgeräte, Waschmaschinen u. ä.)
d) Möglichkeiten der Schadstoffsammlung
Wie oft haben Sie bisher Schadstoffe (z. B. Haushaltschemikalien, Farbreste, Leuchtstoffröhren) am Schadstoffmobil oder in
der stationären Sammelstelle abgegeben?
gar nicht

einmal

1

mehrmals

2

27

3

Nutzen Sie folgende Wertstoffbehälter?

28
ja, immer

a) die Gelbe Tonne für Verpackungen mit dem Grünen
Punkt sowie andere Kunststoffe und Metalle

nein, gibt es
nicht in der
Nähe

ja, manchmal

1

2

nein, obwohl es
solche Behälter
gibt

3

4

b) die Blaue Tonne für Papier, Pappe und Kartonagen
c) die Glassammelcontainer zur Entsorgung von Glas
Nutzen Sie zur Entsorgung von kompostierbaren Abfällen die Biotonne?
ja, immer

ja, manchmal

1

nein, gibt es nicht in
der Nähe

2

nein, obwohl es solche
Behälter gibt

3

nein, ich kompostiere
selbst

4

29

5

Für die Auswertung der Fragen nach Altersgruppen, Familienstand oder Haushaltsgröße und die Analyse der
wirtschaftlichen Situation der Haushalte sind einige Angaben zur Person, zum Haushalt und zum Einkommen nötig.
Welchen Familienstand haben Sie?
verheiratet und zusammenlebend oder eingetragene Lebenspartnerschaft und zusammenlebend

30

weiter mit Frage 32

1

verheiratet und getrennt lebend

2

verwitwet oder eingetragene/-r Lebenspartner/-in verstorben

3

geschieden oder eingetragene Lebenspartnerschaft aufgehoben

4

ledig

5

Leben Sie in einer Lebensgemeinschaft/in einem gemeinsamen Haushalt?
ja, mit Partner

1

ja, mit Partnerin

Wie alt sind Sie? ___________ Jahre

31
nein

2

Sind Sie

männlich

1

3

oder weiblich?

2

Was trifft für Sie zu? (nur eine Angabe möglich). Ich lebe ...

33

im eigenen Haushalt.

1

in einer Wohngemeinschaft (WG).

3

im Haushalt der Eltern, Kinder, Schwiegereltern, Großeltern.

2

woanders.

4

Wie viele Personen leben ständig in Ihrem Haushalt, Sie selbst mitgerechnet?
(Als Haushalt gilt der Personenkreis, der gemeinsam wohnt und wirtschaftet.)

32

________ Personen

Wie viele davon sind:
a) unter 7 Jahre

____

Personen

d) 15 bis 17 Jahre

_____

Personen

g) 45 bis 64 Jahre

_____ Personen

b) 7 bis 10 Jahre

____

Personen

e) 18 bis 25 Jahre

_____

Personen

h) 65 bis 85 Jahre

_____ Personen

c) 11 bis 14 Jahre

____

Personen

f) 26 bis 44 Jahre

_____

Personen

i) über 85 Jahre

_____ Personen

34

35

Bitte geben Sie Ihre Staatsangehörigkeit an! (Mehrfachantworten möglich)
a) deutsch

36

37

b) andere Staatsangehörigkeit
_________________________________

Welche der folgenden Angaben trifft für Sie hauptsächlich zu? Wenn Sie mit einer (Ehe-)Partnerin bzw. mit einem (Ehe-)
Partner zusammenleben: Was trifft auf diesen zu? (in jeder Spalte nur eine Antwort möglich)
Sie selbst
(Ehe-)Partner/-in
Erwerbstätige/-r (auch Auszubildende/-r, geringfügig Beschäftigte/-r, Kurzarbeiter/-in, Wehr1
1
und Zivildienstleistende/-r)
beschäftigt in einer Arbeitsbeschaffungs- oder Strukturanpassungsmaßnahme, in einem
2
2
Ein-Euro-Job, in Altersteilzeit, zeitweise freigestellt (z. B. Mutterschutz, Elternzeit)
Arbeitslose/-r, Arbeitssuchende/-r bzw. in einer Umschulungsmaßnahme befindlich
3
3
Rentner/-in oder Pensionär/-in (Alters- und Erwerbsunfähigkeitsrente)

4

4

Student/-in oder Schüler/-in

5

5

etwas anderes (z. B. Hausfrau/Hausmann)

6

6

Welchen höchsten schulischen Abschluss haben Sie?

Welchen höchsten beruflichen Abschluss haben Sie (bisher)?

allgemeine Hochschulreife/Abitur

1

Hochschul-/Universitätsabschluss

1

Fachhochschulreife/Fachabitur

2

Fachhochschulabschluss

2

3

Abschluss der Fachschule der ehemaligen DDR

3

8. oder 9. Klasse (Hauptschule)

4

Meister-/Technikerausbildung oder gleichwertiger
Fachschulabschluss

4

(noch) keinen

5

abgeschlossene Berufsausbildung, Teilfacharbeiter

5

Sonstigen

.6

(noch) ohne abgeschlossene Berufsausbildung

6

10. Klasse (Realschulabschluss)

38

Welche berufliche Stellung trifft auf Sie zu?
Selbständige/-r

1

Vorarbeiter/-in, Polier, Facharbeiter im erlernten Beruf

6

mithelfende/-r Familienangehörige/-r

2

ungelernter/angelernter, berufsfremd tätiger Arbeiter

7

3

Auszubildende/-r

8

4

etwas anderes (z. B. Wehr-, Zivildienstleistende/-r)

9

leitende/-r Angestellte/-r, Beamtin/Beamter höherer
Dienst
mittlere/-r Angestellte/-r, Beamtin/Beamter gehobener/
mittlerer Dienst
einfache/-r Angestellte/-r, Beamtin/Beamter einfacher
Dienst

39

40

c) ggf. zweite Staatsangehörigkeit
__________________________________

5

Wie hoch ist das durchschnittliche Haushalts-Nettoeinkommen im Monat insgesamt? Bitte zählen Sie die €-Beträge
sämtlicher Einkommen aller Haushaltsmitglieder zusammen, z. B. Lohn oder Gehalt, Unternehmereinkommen, Rente,
Pension, öffentliche Unterstützungen (z. B. Arbeitslosengeld I, Arbeitslosengeld II („Hartz IV“), Sozialgeld, Kosten der
Unterkunft, Wohngeld, Kindergeld, Krankengeld, Elterngeld, BAFöG), Einkommen aus Vermietung und Verpachtung.
unter 300 €

1

1100 bis < 1300 €

6

2300 bis < 2600 €

11

4000 bis < 4500 €

16

300 bis < 500 €

2

1300 bis < 1500 €

7

2600 bis < 2900 €

12

4500 bis < 5000 €

17

500 bis < 700 €

3

1500 bis < 1700 €

8

2900 bis < 3200 €

13

5000 bis < 5500 €

18

700 bis < 900 €

4

1700 bis < 2000 €

9

3200 bis < 3600 €

14

5500 bis < 6000 €

19

900 bis < 1100 €

5

2000 bis < 2300 €

10

3600 bis < 4000 €

15

6000 und mehr €

20

Welche Einkommensart sichert derzeit überwiegend den Lebensunterhalt Ihres Haushaltes?
Einkommen aus Erwerbs-/Berufstätigkeit und sonstige Arbeitseinkommen (gemeint ist auch Wehrsold,
Zivildienstbezüge, Ausbildungsvergütung, Elterngeld, Landeserziehungsgeld)

1

Arbeitslosengeld I

2

Arbeitslosengeld II („Hartz IV“)

3

Sozialhilfe bzw. Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach SGB XII

4

Renten/Pensionen (gesetzliche Alters-, Hinterbliebenen-, Erwerbsunfähigkeitsrente, Ruhegeld)

5

Alle übrigen Einkommen (auch BAFöG)

6

Und wie hoch ist Ihr durchschnittliches persönliches Nettoeinkommen im Monat?

41

unter 150 €

1

700 bis < 900 €

5

1500 bis < 1700 €

9

2600 bis < 2900 €

13

150 bis < 300 €

2

900 bis < 1100 €

6

1700 bis < 2000 €

10

2900 bis < 3200 €

14

300 bis < 500 €

3

1100 bis < 1300 €

7

2000 bis < 2300 €

11

3200 bis < 3600 €

15

500 bis < 700 €

4

1300 bis < 1500 €

8

2300 bis < 2600 €

12

3600 und mehr €

16

Wie beurteilen Sie allgemein die gegenwärtige wirtschaftliche Situation?
sehr gut
a) in der Stadt Leipzig

gut

1

teils/teils

schlecht

3

4

2

sehr schlecht

42

5

b) Ihre persönliche Lage
Inwiefern treffen die folgenden Aussagen über Ihre bzw. die finanzielle Situation Ihres Haushaltes zu?
Ich habe / wir haben genügend Geld für:

vollkommen

a) Wohnung

eher ja

1

teils/teils

2

43
überhaupt
nicht

eher nicht

3

4

5

b) Kleidung
c) Haushalt
d) Lebensmittel
e) Auto
f)

Urlaub/Reisen

g) andere Freizeitunternehmungen
Jetzt geht es um die Fahrzeuge in Ihrem Haushalt, die Nutzung von Verkehrsmitteln und weitere Fragen zur Mobilität:
Wie viele Fahrzeuge stehen Ihrem Haushalt zur Verfügung? Geben Sie bitte auch an, wo diese Fahrzeuge angemeldet sind.
nicht
vorhanden

davon Anmeldung in ... (bitte jeweils Anzahl eintragen):
woanders
Stadt Leipzig
Landkreis Leipzig oder Nordsachsen *)

Anzahl

a) Privat-Pkw

_______

__________

__________

__________

b) Dienst-/Firmen-Pkw

_______

__________

__________

__________

c) Motorrad, Moped

_______

__________

__________

__________

d) Fahrrad

_______

*) oder in einem der alten Landkreise Leipziger Land, Muldental oder Delitzsch

Welches Verkehrsmittel benutzen Sie überwiegend für welchen Reisezweck? (Bitte in jeder Zeile nur einmal ankreuzen!)
Pkw/
Straßengehe zu
Ich benutze überwiegend für Wege ...
S-Bahn
Eisenbahn
Fahrrad
bahn, Bus
Fuß
Krad
a) zur Arbeit

44

1

2

3

4

5

45

6

b) zur Ausbildung
c) zu Einkäufen
d) in der Freizeit/zur Erholung
e) in die Leipziger Innenstadt, allgemein
Einige Städte bieten ihren Bürgern eine Beratung bzw. Information zu allen Fragen der Mobilität wie den Öffentlichen Nahverkehr, das Auto, Fahrrad usw. an. Würden Sie eine solche Mobilitätsberatung bei der Stadtverwaltung Leipzig nutzen?
ja, zur Information

1

ja, zur persönlichen Beratung

2

nein

3

weiter mit Frage 48

Wenn ja: Für welches Gebiet würden Sie diese Information/Beratung hauptsächlich benötigen?
nur das Stadtgebiet von Leipzig

1

Stadtgebiet von Leipzig mit Umland

2

46

47

noch darüber hinaus

3

Und für welche Verkehrsmittel würden Sie die Information/Beratung vorrangig benötigen? (Mehrfachantworten möglich)
a) eigenen Pkw

d) zu Fuß gehen

b) ÖPNV (Straßenbahn, Bus, S-Bahn)

e) andere Verkehrsmittel

c) Fahrrad

f) Ich würde mich erst über das günstigste Verkehsmittel beraten lassen.

Kennen Sie die Verkehrsinformationen unter www.leipzig.de?
Wenn ja, wie oft nutzen Sie die Informationen?

_________-mal pro Monat

ja

1

nein

2

48

49

Über welche Medien holen Sie zu folgenden Verkehrsmitteln Verkehrsinformationen ein? (Mehrfachantworten möglich)
Presse

Rundfunk
(zu Hause)

Fernsehen

Autoradio

Internet

gedruckte
Fahrpläne

Handy

Fahrplanaushänge

a) ÖPNV
b) Kfz
c) Fahrrad

50

Wie schätzen Sie die Radverkehrsbedingungen in Leipzig ein?
sehr gut

gut

1

51

befriedigend
2

schlecht

3

sehr schlecht

4

weiß ich nicht

5

0

In welchem Bereich sollte Ihres Erachtens der Radverkehr besonders gefördert werden? (Bitte nur einmal ankreuzen)
Radwege/Radfahrstreifen
Abstellanlagen/Fahrradbügel

1

Wegweisung

2

Öffentlichkeitsarbeit

3

anderes:_________________

5

4

keine Förderung

6

Nun einige Fragen zur Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft (LWB).

52

Kennen Sie die LWB?

53

Falls ja: Bitte beurteilen Sie, ob die folgenden Eigenschaften Ihrer Meinung nach auf die LWB bzw. ihre Angebote zutreffen.

ja

Die LWB bzw. ihr
Angebot ist …
a) modern

stimmt genau
1

nein

1

stimmt eher

teis/teils

2

2

stimmt eher
nicht

3

weiter mit Frage 56

stimmt überhaupt nicht

4

weiß ich nicht

5

0

b) zuverlässig
c) engagiert
d) vertrauenswürdig
e) kundenorientiert
f) seriös
g) hochwertig
h) sympathisch
i) kompetent
j) flexibel
k) preisgünstig
l) fair

54

Wenn die LWB ein attraktives Wohnungsangebot für Sie hätte, würden Sie dort eine Wohnung mieten?
ja, auf jeden Fall

1

Frage 56

ja, vielleicht

2

Frage 56

nein, wohl
eher nicht

3

nein, auf
keinen Fall

4

55

Falls nein: Warum würden Sie nicht zur LWB ziehen? (Nennen Sie bitte maximal 3 Gründe).

56

Zum Abschluss noch eine Frage zur Lärmbelästigung. Werden Sie in Ihrer Wohnung bzw. Wohnumgebung durch Lärm
gestört? Geben Sie bitte an, wie stark Sie sich durch folgende Lärmarten belästigt fühlen.
sehr stark
stark
mittel
schwach überhaupt nicht
a) Lärm durch Straßenverkehr
1
2
3
4
5
b) Lärm durch Schienenverkehr
c) Lärm durch Flugverkehr
d) Baustellenlärm
e) Industrie-/Gewerbelärm
f) anderer Lärm (z.B. Freizeit, Sport, Veranstaltungen)

Vielen Dank für Ihre Mitarbeit!

Leben in Leipzig
Kommunale Bürgerumfrage 2010 - B
Die Bearbeitung des Fragebogens ist einfach. Sie können zwei Möglichkeiten nutzen:
A: Wenn Sie über einen Internet-Anschluss verfügen, können Sie den Fragebogen unter www.leipzig.de/buergerumfrage
im Internet aufrufen und gleich online beantworten. Dazu benötigen Sie die achtstellige Kontrollnummer, die im Adressfeld
des beiliegenden Anschreibens des Oberbürgermeisters enthalten ist (außerdem auch im Adressfeld des beiliegenden
Rücksende-Kuverts). Nur bei Angabe dieser Nummer werden Ihre Antworten bei der Auswertung der repräsentativen
Stichprobe berücksichtigt.
B: Wenn Sie den Fragebogen lieber handschriftlich bearbeiten möchten, kreuzen Sie bitte im Fragebogen an
oder
tragen Text bzw. Ziffern ein. Den Fragebogen schicken Sie dann in dem beiliegenden Umschlag portofrei zurück. Sie
können natürlich den Umschlag auch in jedem Bürgeramt der Stadt abgeben.
Weitere Auskünfte erhalten Sie beim Amt für Statistik und Wahlen der Stadt Leipzig unter folgenden Telefonnummern:
123 2821

123 2824

123 2827

Zu Beginn einige allgemeine Fragen.
Wenn Sie an Ihr Leben im Großen und Ganzen denken: Wie zufrieden sind Sie gegenwärtig damit?
sehr zufrieden

zufrieden

1

weder zufrieden/noch unzufrieden

2

1

unzufrieden

3

sehr unzufrieden

4

5

Und wie schätzen Sie allgemein Ihre persönliche Zukunft ein?
optimistisch

eher optimistisch

1

2

weder optimistisch/noch pessimistisch

2

eher pessimistisch

3

pessimistisch

4

5

Leben Sie gern in Leipzig oder würden Sie lieber woanders wohnen?
lebe gern in Leipzig,
möchte hier wohnen bleiben

3

würde lieber im Umland
wohnen

1

würde lieber ganz woanders
wohnen

2

3

Wo gibt es Ihrer Meinung nach die größten Probleme in der Stadt Leipzig? Nachfolgend sind einige Bereiche genannt. Tragen
Sie die zutreffenden Buchstaben für das aus Ihrer Sicht größte, zweit- und drittgrößte Problem bitte in der rechten Spalte ein.
A
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K

ärztliche Versorgung
Arbeits-/Ausbildungsplätze
Armut
Baustellen in der Innenstadt
Finanzsituation/Verschuldung der Stadt
Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche
Freizeitangebote für Familien
Freizeitangebote für Senioren
Kindertagesstätten
Kriminalität, Sicherheit
Lärmbelastung

L
M
N
O
P
Q
R
S
T
U
V

Öffentlicher Nahverkehr
Parkplätze
Sauberkeit auf Straßen/Plätzen
Schulen
Straßenbaustellen, Umleitungen
Straßenzustand
Umweltbelastung
Wohnkosten
Wohnungsleerstand
Zusammenleben mit Ausländern
Zustand der Sportanlagen

4

1. _______

2. _______

3. _______

Wenn Sie noch auf ein anderes Problem aufmerksam machen möchten, so können Sie das in den folgenden Zeilen tun.

Bei der nächsten Frage geht es um Ihr Interesse an Politik.
Wie sehr interessieren Sie sich für Politik ganz allgemein und für die kommunale Politik, also das, was Stadtrat und Stadtverwaltung in Leipzig machen?
sehr stark
a) Politik ganz allgemein
b) kommunale Politik in Leipzig

1

stark

mittel
2

schwach
3

4

überhaupt nicht
5

5

Als eine Stadt mit internationalem Anspruch und hoher Lebensqualität muss die Stadtverwaltung Leipzig
Schwerpunkte setzen, wo sie die immer knapper werdenden Haushaltsmittel vorrangig einsetzt.

6

Inwieweit sind die nachfolgend angeführten vier Aufgaben aus Ihrer Sicht unter diesem Aspekt mehr oder weniger wichtig?
sehr wichtig eher wichtig
a) Wirtschaftsförderung, Ansiedlung von Investoren,
Unternehmern, Existenzgründern
b) Grundsicherung für Bedürftige (Sozialhilfe,
Jugendhilfe, Wohngeld)
c) Elementare Daseinsvorsorge (z.B. Katastrophenschutz, Ver- und Entsorgung Wasser/Abwasser,
Strom, Gas, Abfall)
d) Erhaltung und Pflege von Leistungen und Werten
vergangener Jahrhunderte aus Kunst, Kultur und
Architektur

7

1

eher nicht
wichtig

teils/teils

2

3

überhaupt
nicht wichtig

4

5

Dementsprechend muss die Stadt genau überlegen, wo sie ihre Mittel konzentriert und wo sie weniger Mittel einsetzt. Was
meinen Sie: Wo sollte künftig gespart werden, wo nicht?
Wählen Sie bitte jeweils drei Bereiche (aber nicht mehr) aus, wo gespart und wo weniger gespart werden sollte.
sparen
a)

Wirtschaftsförderung, Ansiedlung von Investoren, Unternehmen

nicht sparen

1

2

b) Brand- und Katastrophenschutz
c) Schulen und Kindertagesstätten
d) Öffentliche Verkehrsmittel
e) Angebote für Kinder und Jugendliche
f)

Angebote für Senioren

g) Gewährung von Ermäßigungen (z.B. Leipzig-Pass, Sozial-Ticket)
h)

Straßenbau und –sanierung

i)

Ver- und Entsorgung (Wasser, Abwasser, Strom, Gas, Abfall)

j)

Naherholung , Grünanlagen, Parks

k) Schwimmbäder, Sportanlagen
l)

Städtische Bibliotheken

m) Museen, Ausstellungen
n) Oper, Gewandhaus, Schauspiel

8

o)

Soziokultur

p)

Unterstützung sozial benachteiligter Jugendlicher/ hilfebedürftiger Familien

Wie gut fühlen Sie sich über die Finanzen und den Haushalt der Stadt Leipzig informiert?
sehr gut

gut

1

9

teils/teils
2

schlecht

3

sehr schlecht

4

Wünschen Sie sich mehr Informationen über den städtischen Haushalt?

ja

5

1

nein

2

Jetzt einige Fragen zu den Bürgerämtern.

10

Wie oft haben Sie im Verlauf dieses Jahres ein Leipziger Bürgeramt aufgesucht?
gar nicht
0

11

einmal

weiter mit Frage 14

1

zwei- oder dreimal

häufiger

2

Wenn Sie ein Bürgeramt aufsuchen: Welches ist das in der Regel?
a) Stadthaus

g) Leutzsch

m) Wiederitzsch

b) Paunsdorf-Center

h) Plagwitz

n) Liebertwolkwitz

c) Wiedebach-Passage

i)

Schönefeld

o) Außenstelle Lindenthal

d) Südwest-Zentrum

j)

Gohlis-Center

p) Außenstelle Holzhausen

e) Stuttgarter Allee

k) Stötteritzer Straße

f) Ratzelbogen

l)

q) Außenstelle LützschenaStahmeln

Böhlitz-Ehrenberg

3

Wie zufrieden oder unzufrieden waren Sie persönlich bei Ihrem letzten Besuch in einem Bürgeramt mit den nachfolgenden
Aspekten?
sehr
zufrieden
a)

fachliche Beratung

b)

Öffnungszeiten

c)

Wartezeit

zufrieden

1

unzufrieden

teils/ teils

2

3

Wie viele Minuten betrug die Wartezeit bei Ihrem letzten Besuch in einem Bürgeramt?

12

sehr unzufrieden

4

5

13

ca. _____________ Minuten

Nun geht es um Ihre Zufriedenheit mit einigen Lebensbedingungen in Leipzig.
Bitte geben Sie zunächst an, wie zufrieden oder unzufrieden Sie mit jedem einzelnen der folgenden Aspekte sind!
Außerdem geben Sie bitte an, ob sich im Verlauf der vergangenen fünf Jahre Ihrer Meinung nach eher Verbesserungen
oder Verschlechterungen ergeben haben.
Hier bitte ankreuzen, wie zufrieden Sie mit dem
jeweiligen Aspekt sind!
sehr
zufrieden

a) Angebot an Arbeitsplätzen

zufrieden

1

teils/
teils

2

unzufrieden

sehr
unzufrieden

4

5

3

14

Hier bitte ankreuzen, ob Verbesserungen oder Verschlechterungen
eingetreten sind

weiß ich
nicht

verbessert

weder/
noch

1

2

0

verweiß ich
schlechnicht
tert
3

0

b) Angebot an Ausbildungsplätzen, Lehrstellen
c) Angebot an Kindereinrichtungen
d) Versorgung mit Alten- und
Pflegeheimen
e) Angebot an Jugendfreizeiteinrichtungen
f) Angebot an Freizeitsportanlagen
g) Zustand der Gewässer
h) Ausbau der Naherholungsgebiete
i) Angebot an öffentlichen
Grünanlagen und Parks
j) Sauberkeit der Luft
k) Sauberkeit der Straßen
und öffentlichen Plätze
l) Straßenzustand
m) öffentliche Sicherheit/
Schutz vor Kriminalität
Jetzt zwei Fragen zur Leipziger Baumwollspinnerei.
Kennen Sie die ehemalige Leipziger Baumwollspinnerei mit ihren heute
ansässigen Galerien, Firmen und Vereinen?

ja

nein

1

2

weiter mit Frage 17

Wer mit „Ja“ geantwortet hat, haben Sie die Leipziger Baumwollspinnerei schon einmal besucht?
ja, einmal

ja, mehrmals

1

15
16

nein, noch nie

2

3

Und nun zur Museumsnacht, die am 24. April 2010 schon zum zweiten Mal in Leipzig und Halle gemeinsam
stattgefunden hat.
Haben Sie Museen in der Museumsnacht 2010 besucht?
ja, in Leipzig und Halle

1

ja, nur in Leipzig

ja, nur in Halle

2

nein

3

17
4

weiter mit Frage 19

Wie hat Ihnen die Museumsnacht gefallen?
sehr gut
1

gut

18
teils/teils

2

3

schlecht
4

sehr schlecht
5

In den nächsten Fragen geht es um die Leipziger Oper.

19

Wie oft haben Sie in der Spielzeit 2009/2010 (August 2009 bis Juni 2010) Vorstellungen in den folgenden Leipziger Kultureinrichtungen besucht?
häufiger als
sechsmal
a) Oper Leipzig

vier- bis
sechsmal

1

zwei- bis
dreimal

2

3

einmal

nie

4

5

b) Leipziger Ballett
c) Musikalische Komödie

20

Falls Sie eine der Einrichtungen nie oder nur einmal besucht haben: Warum haben Sie diese in der Spielzeit 2009/2010 (fast)
nie besucht?
kein bzw.
nur
geringes
Interesse

Karten sind
zu teuer

Inszenierungen
gefallen mir
nicht

Zeitprobleme

kenne die
Künstler
nicht

andere
Gründe

teils/teils

unzufrieden

sehr
unzufrieden

weiß ich
nicht

a) Oper Leipzig
b) Leipziger Ballett
c) Musikalische Komödie

21

Wie zufrieden sind Sie mit dem künstlerischen Angebot ...?
sehr
zufrieden
a) der Oper Leipzig

zufrieden

1

2

3

4

5

0

b) des Leipziger Balletts
c) der Musikalischen Komödie

22

Kennen Sie die folgenden Preise/Angebote der Oper Leipzig, des Leipziger Balletts bzw. der Musikalischen Komödie?
ja
a) normale Eintrittspreise

zum Teil
1

nein

2

3

b) niedrigste Preisgruppe
c) Ermäßigungsangebote (für Berechtigte, zu den Operntagen, u.a.)
d) Abonnementangebote (Premiere, Fest- und Wahlabo)

23

Nutzen Sie die folgenden Angebote im Internet?
ja
a) Facebook

nein, habe ich aber vor
1

nein, habe ich auch nicht
vor

2

3

b) Twitter
c) Webseite www.oper-leipzig.de
Zwischendurch eine ganz andere Frage.

24

Treffen die folgenden Gefühlslagen auf Sie zu?
trifft zu
a) Ich fühle mich einsam und allein.
b) Ich fühle mich sehr wohl.
c) Ich habe das Gefühl, mich im Leben
einfach nicht mehr zurechtzufinden.
d) Ich bin voller Tatendrang.
e) Mir macht eigentlich nichts mehr so richtig Freude.
f) Ich habe Angst vor der Zukunft.

1

trifft eher zu
2

trifft eher
nicht zu
3

trifft
überhaupt
nicht zu
4

Jetzt zwei Fragen zum Thema Kinder und Familie.
Wie viele Kinder haben Sie? Berücksichtigen Sie dabei bitte
auch diejenigen Kinder, die nicht (mehr) in Ihrem Haushalt
wohnen.

_____

Und wie viele Kinder möchten Sie künftig (noch) haben?

_____

Anzahl

25

kein Kind
kein Kind

Das weiß ich (noch) nicht.

Anzahl

Wenn Sie keine Kinder (mehr) wollen oder noch schwankend sind: Welche der nachstehenden Gründe sind dafür verantwortlich? (Mehrfachnennungen sind möglich)
a) Die Familienplanung ist abgeschlossen.

26

b) Die finanziellen Ausgaben wären mir zu groß.
c) Gesundheitliche Ursachen bzw. das Alter lassen es nicht zu.
d) Meine berufliche Karriere hat für mich Vorrang.
e) Wenn man der Arbeit zu lange fernbleiben muss, weiß man nicht, ob der Arbeitsplatz erhalten bleibt.
f) Mein Partner und ich haben jetzt ganz andere Wünsche (z.B. Auto, Reisen, Hausbau).
g) In der gegenwärtigen Zeit voller Unsicherheiten sollte man sich kein (weiteres) Kind anschaffen.
h) ein anderer Grund: _____________________________________________________________
Und nun zu einem anderen Thema.
Wenn Sie einmal daran denken, was Sie in Ihrem Leben anstreben möchten. Wie wichtig sind die folgenden Dinge für Sie
persönlich?
sehr wichtig
a) Gesetz und Ordnung respektieren

1

wichtig
2

teils/teils
3

unwichtig

27

vollkommen
unwichtig

4

5

b) einen hohen Lebensstandard haben
c) Macht und Einfluss haben
d) viel Geld haben
e) seine Phantasie und Kreativität entwickeln
f) nach Sicherheit streben
g) sich und seine Bedürfnisse gegen andere
durchsetzen
h) fleißig und ehrgeizig sein
i) berufliche Karriere machen
j) sich politisch engagieren
k) das Leben genießen
l) eigenverantwortlich leben und handeln
m) eine Familie haben, in der man sich wohlfühlt
n) gesundheitsbewusst leben
o) sich umweltbewusst verhalten
p) Mitspracherecht in Staat und Gesellschaft haben
q) Freundschaften pflegen
r) für andere da sein, auch wenn man auf etwas
verzichten muss
s) Kinder haben
t) dem Leben seinen Lauf lassen, es kommt sowieso
alles, wie es kommen muss
u) sich für soziale Zwecke einsetzen
Für die Auswertung der Fragen nach Altersgruppen, Familienstand oder Haushaltsgröße und die Analyse der
wirtschaftlichen Situation der Haushalte sind einige Angaben zur Person, zum Haushalt und zum Einkommen nötig.
Welchen Familienstand haben Sie?
verheiratet und zusammenlebend oder eingetragene Lebenspartnerschaft und zusammenlebend
verheiratet und getrennt lebend

28
weiter mit Frage 30

1
2

verwitwet oder eingetragene/-r Lebenspartner/-in verstorben

3

geschieden oder eingetragene Lebenspartnerschaft aufgehoben

4

ledig

5

29

Leben Sie in einer Lebensgemeinschaft in einem gemeinsamen Haushalt?
ja, mit Partner

ja, mit Partnerin

1

30

Wie alt sind Sie? ___________ Jahre

31

Bitte geben Sie Ihre Staatsangehörigkeit an! (Mehrfachantworten möglich)

32

Sind Sie

b) andere Staatsangehörigkeit
_________________________________

a) deutsch

nein

2

männlich

oder weiblich?

1

Welche der folgenden Angaben trifft für Sie hauptsächlich zu? Wenn Sie mit einer (Ehe-)Partnerin bzw. mit einem (Ehe-)
Partner zusammenleben: Was trifft auf diesen zu? (in jeder Spalte nur eine Antwort möglich)
Sie selbst
1

1

2

2

3

3

4

4

Student/-in oder Schüler/-in

5

5

etwas anderes (z. B. Hausfrau/Hausmann)

6

6

Welchen höchsten schulischen Abschluss haben Sie?

Fachhochschulreife/Fachabitur
10. Klasse (Realschulabschluss)

1

Welchen höchsten beruflichen Abschluss haben Sie
(bisher)?
Hochschul-/Universitätsabschluss

1

2

Fachhochschulabschluss

2

3

Abschluss der Fachschule der ehemaligen DDR

3

8. oder 9. Klasse (Hauptschule)
5

Meister-/Technikerausbildung oder gleichwertiger
Fachschulabschluss
abgeschlossene Berufsausbildung, Teilfacharbeiter

5

6

(noch) ohne abgeschlossene Berufsausbildung

6

1

Vorarbeiter/-in, Polier, Facharbeiter im erlernten Beruf

6

2

ungelernter/angelernter, berufsfremd tätiger Arbeiter

7

3

Auszubildende/-r

8

etwas anderes (z. B. Wehr-, Zivildienstleistende/-r)

9

4

(noch) keinen
Sonstigen

4

Welche berufliche Stellung trifft auf Sie zu?
Selbständige/-r
mithelfende/-r Familienangehörige/-r
leitende/-r Angestellte/-r, Beamtin/Beamter höherer
Dienst
mittlere/-r Angestellte/-r, Beamtin/Beamter gehobener/
mittlerer Dienst
einfache/-r Angestellte/-r, Beamtin/Beamter einfacher
Dienst

35

(Ehe-)Partner/-in

Rentner/-in oder Pensionär/-in (Alters- und Erwerbsunfähigkeitsrente)

allgemeine Hochschulreife/Abitur

34

2

c) ggf. zweite Staatsangehörigkeit
__________________________________

Erwerbstätige/-r (auch Auszubildende/-r, geringfügig Beschäftigte/-r, Kurzarbeiter/-in, Wehrund Zivildienstleistende/-r)
beschäftigt in einer Arbeitsbeschaffungs- oder Strukturanpassungsmaßnahme, in einem
Ein-Euro-Job, in Altersteilzeit, zeitweise freigestellt (z. B. Mutterschutz, Elternzeit)
Arbeitslose/-r, Arbeitssuchende/-r bzw. in einer Umschulungsmaßnahme befindlich

33

3

4
5

Wie viele Personen leben ständig in Ihrem Haushalt, Sie selbst mitgerechnet?
(Als Haushalt gilt der Personenkreis, der gemeinsam wohnt und wirtschaftet.)

________ Personen

Wie viele davon sind:

36

a) unter 7 Jahre

____

Personen

d) 15 bis 17 Jahre

_____

Personen

g) 45 bis 64 Jahre

_____ Personen

b) 7 bis 10 Jahre

____

Personen

e) 18 bis 25 Jahre

_____

Personen

h) 65 bis 85 Jahre

_____ Personen

c) 11 bis 14 Jahre

____

Personen

f) 26 bis 44 Jahre

_____

Personen

i) über 85 Jahre

_____ Personen

Wie hoch ist das durchschnittliche Haushalts-Nettoeinkommen im Monat insgesamt? Bitte zählen Sie die €-Beträge
sämtlicher Einkommen aller Haushaltsmitglieder zusammen, z. B. Lohn oder Gehalt, Unternehmereinkommen, Rente,
Pension, öffentliche Unterstützungen (z. B. Arbeitslosengeld I, Arbeitslosengeld II („Hartz IV“), Sozialgeld, Kosten der
Unterkunft, Wohngeld, Kindergeld, Krankengeld, Elterngeld, BAFöG), Einkommen aus Vermietung und Verpachtung.
unter 300 €

1

1100 bis < 1300 €

6

2300 bis < 2600 €

11

4000 bis < 4500 €

16

300 bis < 500 €

2

1300 bis < 1500 €

7

2600 bis < 2900 €

12

4500 bis < 5000 €

17

500 bis < 700 €

3

1500 bis < 1700 €

8

2900 bis < 3200 €

13

5000 bis < 5500 €

18

700 bis < 900 €

4

1700 bis < 2000 €

9

3200 bis < 3600 €

14

5500 bis < 6000 €

19

900 bis < 1100 €

5

2000 bis < 2300 €

10

3600 bis < 4000 €

15

6000 und mehr €

20

Welche Einkommensart sichert derzeit überwiegend den Lebensunterhalt Ihres Haushaltes?

37

Einkommen aus Erwerbs-/Berufstätigkeit und sonstige Arbeitseinkommen (gemeint ist auch Wehrsold,
Zivildienstbezüge, Ausbildungsvergütung, Elterngeld, Landeserziehungsgeld)

1

Arbeitslosengeld I

2

Arbeitslosengeld II („Hartz IV“)

3

Sozialhilfe bzw. Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach SGB XII

4

Renten/Pensionen (gesetzliche Alters-, Hinterbliebenen-, Erwerbsunfähigkeitsrente, Ruhegeld)

5

Alle übrigen Einkommen (auch BAFöG)

6

Und wie hoch ist Ihr durchschnittliches persönliches Nettoeinkommen im Monat?

38

unter 150 €

1

700 bis < 900 €

5

1500 bis < 1700 €

9

2600 bis < 2900 €

13

150 bis < 300 €

2

900 bis < 1100 €

6

1700 bis < 2000 €

10

2900 bis < 3200 €

14

300 bis < 500 €

3

1100 bis < 1300 €

7

2000 bis < 2300 €

11

3200 bis < 3600 €

15

500 bis < 700 €

4

1300 bis < 1500 €

8

2300 bis < 2600 €

12

3600 und mehr €

16

Wie beurteilen Sie allgemein die gegenwärtige wirtschaftliche Situation?
sehr gut
a) in der Stadt Leipzig

39

gut

1

teils/teils

schlecht

3

4

2

sehr schlecht
5

b) Ihre persönliche Lage
Inwiefern treffen die folgenden Aussagen über Ihre bzw. die finanzielle Situation Ihres Haushaltes zu?
Ich habe/wir haben
genügend Geld für:

vollkommen

a) Wohnung

eher ja

teils/teils

2

3

1

40

eher nicht

überhaupt
nicht

4

5

b) Kleidung
c) Haushalt
d) Lebensmittel
e) Auto
f)

Urlaub/Reisen

g) andere Freizeitunternehmungen
Und jetzt einige Fragen zu Hilfeleistungen im Alltag.
Für ältere Menschen ist es wichtig, dass es einen Menschen gibt (egal ob jung oder alt), der für sie da ist.
Leisten Sie Hilfen (unterschiedlichster Art) für ältere Bürgerinnen und Bürger?
Ich helfe...

täglich

a) meinen Verwandten

mehrmals
wöchentlich

1

mehrmals
monatlich

2

41

ab und zu

3

gar nicht

4

5

b) Freunden und Bekannten
c) Nachbarn
d) im Rahmen ehrenamtlicher Tätigkeit (im
Verein, Kirche)
Welche Art von Hilfen leisten Sie in den Familien Ihrer Kinder oder in anderen Familien?
Ich leiste Hilfe durch...
a) Betreuung der Enkelkinder
b) Betreuung der Nachbarkinder
c) hauswirtschaftliche Unterstützung
d) finanzielle Unterstützung
e) ehrenamtliches Engagement (im
Verein, Kirche)

mehrmals
wöchentlich

täglich
1

2

42

mehrmals
monatlich

ab und zu

gar nicht

nicht
vorhanden

3

4

5

0

43

Welche Wertigkeit haben für Sie folgende Leistungen und Angebote, auch wenn diese z.Z. nicht von Ihnen genutzt werden?
weiß ich
eher
wichtig
unwichtig
wichtig
nicht
a) Hilfen im Haushalt (z.B. Putzen, Waschen, Einkaufen)
1
2
3
0
b) Wohnungsbetreuung- oder -beaufsichtigung (während einer Reise, Kur)
c) Freizeitangebote in der Wohnanlage (Vorträge, Sport, Kultur, Ausflüge)
d) Begegnungsstätten, Treffpunkte für Senioren
e) Beratungsstellen für Senioren (zu allen Fragen des Alters)
f) Handwerkliche Dienstleistungen, Hausmeister
g) Gesundheits- und Pflegedienste (z.B. Physiotherapeuten, Fußpflege)
h) Ehrenamtliche Besuchsdienste

44

i)

24-Stunden-Notruf

j)

Essen auf Rädern

Es gibt vielfältige Möglichkeiten, sich außerhalb von Beruf und Familie freiwillig zu engagieren, d.h. freiwillig übernommene Aufgaben unbezahlt oder gegen eine geringe Aufwandsentschädigung auszuüben.
Geben Sie bitte an, wo bzw. in welchem Bereich Sie Mitglied sind und/oder eine ehrenamtliche Funktion ausüben. Kreuzen
Sie bitte in jeder Zeile einmal an.
Mitglied
ehrenkein
ohne
amtliche
Mitglied
Funktion
Funktion
A Sport und Bewegung (z.B. Sportverein, Bewegungsgruppe)
1
2
3
B Freizeit und Geselligkeit (z.B. Gartenverein, Karnevalsclub, Seniorenclub)
C Kultur/Musik (z.B. Theater- oder Musikgruppe, Gesangsverein, Kunstverein,
Heimatverein)
D Kirche, religiöser Bereich (Mitarbeit in der Kirchgemeinde, Kirchenvorstand)
E berufliche Interessenvertretung (Gewerkschaft, Berufsverband, Arbeitsloseninitiative)
F Politik, politische Interessenvertretung (Partei, Solidaritätsprojekt, politische
Bildung, Wahlhelfer)
G Gesundheitsbereich (z.B. Selbsthilfegruppe, Patientensprecher/-in)
H Unfall- oder Rettungsdienste/Freiwillige Feuerwehr
I

Schule/Kindergarten (z.B. Elternvertretung, Betreuer/-in, Förderverein)

J außerschulische Jugend- und Bildungsarbeit (z.B. Betreuung von Kinder- und
Jugendgruppen)
K Umwelt-, Natur-, Tierschutz (Initiativen für erneuerbare Energien)
L sozialer Bereich (z.B. Nachbarschaftshilfe, Hilfsorganisation, Seniorenbesuchsdienst, Obdachlosenhilfe)
M Justiz/Kriminalität (z.B. Schöffe, Betreuer/-in, Straffälligenhelfer/-in)
N anderer Bereich _____________________________________________

45

Nur für diejenigen, die in irgendeiner Weise ehrenamtlich aktiv sind, also in Frage 44 in
Spalte 3 angekreuzt haben: Wie viel Zeit wenden Sie dafür durchschnittlich im Monat auf?

46

Nur für diejenigen, die (bisher) nicht ehrenamtlich aktiv sind, also in Frage
44 nicht in Spalte 3 angekreuzt haben: Haben Sie Interesse an einer ehrenamtlichen Tätigkeit?

ja

________ Stunden

1

nein

2

Für diejenigen, die zur Zeit nicht ehrenamtlich tätig sind, aber Interesse haben:

47

In welchen Bereichen würden Sie sich gern engagieren? Geben Sie dazu bitte
den/die Kennbuchstaben von Frage 44 an.

48

Was hat Sie bisher gehindert, einer solchen Tätigkeit nachzugehen? (Mehrfachangaben möglich)
a) Mir fehlt die Zeit dazu.
e) Ich bin eigentlich zu alt dazu.

Kennbuchstabe(n): _______________

b) Ich weiß nicht, an wen ich mich wenden kann.

f) Ich fühle mich nicht genügend kompetent dazu.

c) Niemand hat mich gefragt.

g) etwas anderes, und zwar:

d) Ich weiß nicht, welche Möglichkeiten es da gibt.

___________________________________

Vielen Dank für Ihre Mitarbeit!

Leben in Leipzig
Kommunale Bürgerumfrage 2010 - C
Die Bearbeitung des Fragebogens ist einfach. Sie können zwei Möglichkeiten nutzen:
A: Wenn Sie über einen Internet-Anschluss verfügen, können Sie den Fragebogen unter www.leipzig.de/buergerumfrage
im Internet aufrufen und gleich online beantworten. Dazu benötigen Sie die achtstellige Kontrollnummer, die im Adressfeld
des beiliegenden Anschreibens des Oberbürgermeisters enthalten ist (außerdem auch im Adressfeld des beiliegenden
Rücksende-Kuverts). Nur bei Angabe dieser Nummer werden Ihre Antworten bei der Auswertung der repräsentativen
Stichprobe berücksichtigt.
B: Wenn Sie den Fragebogen lieber handschriftlich bearbeiten möchten, kreuzen Sie bitte im Fragebogen an
oder
tragen Text bzw. Ziffern ein. Den Fragebogen schicken Sie dann in dem beiliegenden Umschlag portofrei zurück. Sie
können natürlich den Umschlag auch in jedem Bürgeramt der Stadt abgeben.
Weitere Auskünfte erhalten Sie beim Amt für Statistik und Wahlen der Stadt Leipzig unter folgenden Telefonnummern:
123 2821

123 2824

123 2827

Zu Beginn einige allgemeine Fragen.
Wenn Sie an Ihr Leben im Großen und Ganzen denken: Wie zufrieden sind Sie gegenwärtig damit?
sehr zufrieden

zufrieden

1

weder zufrieden/noch unzufrieden

2

1

unzufrieden

3

sehr unzufrieden

4

5

Und wie schätzen Sie allgemein Ihre persönliche Zukunft ein?
optimistisch

eher optimistisch

1

2

weder optimistisch/noch pessimistisch

2

eher pessimistisch

3

pessimistisch

4

5

Leben Sie gern in Leipzig oder würden Sie lieber woanders wohnen?
lebe gern in Leipzig,
möchte hier wohnen bleiben

3

würde lieber im Umland
wohnen

1

würde lieber ganz woanders
wohnen

2

3

Wo gibt es Ihrer Meinung nach die größten Probleme in der Stadt Leipzig? Nachfolgend sind einige Bereiche genannt. Tragen
Sie die zutreffenden Buchstaben für das aus Ihrer Sicht größte, zweit- und drittgrößte Problem bitte in der rechten Spalte ein.
A ärztliche Versorgung
L Öffentlicher Nahverkehr
B Arbeits-/Ausbildungsplätze
M Parkplätze
C Armut
N Sauberkeit auf Straßen/Plätzen
1. _______
D Baustellen in der Innenstadt
O Schulen
E Finanzsituation/Verschuldung der Stadt
P Straßenbaustellen, Umleitungen
F Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche
Q Straßenzustand
2. _______
G Freizeitangebote für Familien
R Umweltbelastung
H
I
J
K

Freizeitangebote für Senioren
Kindertagesstätten
Kriminalität, Sicherheit
Lärmbelastung

S
T
U
V

Wohnkosten
Wohnungsleerstand
Zusammenleben mit Ausländern
Zustand der Sportanlagen

4

3. _______

Wenn Sie noch auf ein anderes Problem aufmerksam machen möchten, so können Sie das in den folgenden Zeilen tun.

Wie sehr interessieren Sie sich für Politik ganz allgemein und für die kommunale Politik, also das, was Stadtrat und Stadtverwaltung in Leipzig machen?
sehr stark
a) Politik ganz allgemein
b) kommunale Politik in Leipzig

1

stark

mittel
2

schwach
3

4

überhaupt nicht
5

5

6

Und wie sehen Sie die Zukunft in den nächsten zwei bis drei Jahren in bezug auf die folgenden Dinge?
1

2

3

optimistisch

eher optimistisch

weder optimistisch noch
pessimistisch

4

5

eher
pessimistisch
pessimistisch

a) die Entwicklung Ihres Einkommens
b) nur für Berufstätige: die Sicherheit
Ihres Arbeitsplatzes
c) Ihre soziale Sicherheit generell
d) die Entwicklung der Lebenshaltungskosten
e) die Möglichkeit, politisch Einfluss
zu nehmen

7

Wie stark empfinden Sie sich selbst als ...?
1

2

3

4

5

sehr stark

stark

mittel

schwach

überhaupt
nicht

a) Deutsche/-r
b) Europäer/-in
c) Ostdeutsche/-r
d) Leipziger/-in
e) Sachse/Sächsin
f) Bundesbürger/-in
Und nun zur Zufriedenheit mit einigen Lebensbedingungen in Leipzig.

8

Bitte geben Sie zunächst an, wie zufrieden oder unzufrieden Sie mit jedem einzelnen der folgenden Aspekte sind! Außerdem
geben Sie bitte an, ob sich im Verlauf der vergangenen fünf Jahre Ihrer Meinung nach eher Verbesserungen oder
Verschlechterungen ergeben haben.
Hier bitte ankreuzen, wie zufrieden Sie mit dem
Hier bitte ankreuzen, ob Verbesjeweiligen Aspekt sind!
serungen oder Verschlechterungen
eingetreten sind
1

2

3

4

5

0

sehr
zufrieden

zufrieden

teils/
teils

unzufrieden

sehr
unzufrieden

weiß
ich
nicht

1

2

3

verbes- weder/
versert
noch schlechtert

a) Angebot an Arbeitsplätzen
b) Angebot an Ausbildungsplätzen, Lehrstellen
c) Angebot an Kindereinrichtungen
d) Versorgung mit Alten- und
Pflegeheimen
e) Angebot an Jugendfreizeiteinrichtungen
f) Angebot an Freizeitsportanlagen
g) Zustand der Gewässer
h) Ausbau der Naherholungsgebiete
i) Angebot an öffentlichen
Grünanlagen und Parks
j) Sauberkeit der Luft
k) Sauberkeit der Straßen
und öffentlichen Plätze
l) Straßenzustand
m) öffentliche Sicherheit/
Schutz vor Kriminalität
An dieser Stelle zwei Fragen zur sportlichen Betätigung:

9

Treiben Sie mindestens einmal in der Woche regelmäßig Sport? (Mehrfachnennungen möglich)
a) nein

c)

ja, in einem Sportverein

b) ja, selbst organisiert

d)

ja, bei einem privaten Anbieter (z.B. Fitness-Studio, Reitclub,...)

0

weiß
ich
nicht

Wie zufrieden sind Sie mit dem Angebot sowie dem Bau- und Ausstattungszustand folgender Sportstätten in Leipzig?
Angebot
sehr
zufriezufrieden
den
1

teils/
teils

2

sehr
unzuunzufrieden
frieden

3

4

weiß
ich
nicht

5

0

Bau- und Ausstattungszustand
sehr
sehr
zufrie- teils/ unzuzufrieunzuden
teils frieden
den
frieden
1

2

3

4

10
weiß
ich
nicht

5

0

a) Schwimmhallen
b) Freibäder
c) kleine Sporthallen
d) große Spielsporthallen
e) Sportplatzanlagen
f) Wassersportanlagen
g) Jogging-,
Walkingstrecken
h) Inlineskaterstrecken
i) Radwege
Jetzt folgen einige Fragen zum Thema Kinder und Familie.
Wie viele Kinder haben Sie? Berücksichtigen Sie dabei bitte
auch diejenigen Kinder, die nicht (mehr) in Ihrem Haushalt
wohnen.

_____

Und wie viele Kinder möchten Sie künftig (noch) haben?

_____

Anzahl

11

kein Kind
kein Kind

Das weiß ich (noch) nicht.

Anzahl

Wenn Sie keine Kinder (mehr) wollen oder noch schwankend sind: Welche der nachstehenden Gründe sind dafür verantwortlich? (Mehrfachnennungen sind möglich)
a) Die Familienplanung ist abgeschlossen.

12

b) Die finanziellen Ausgaben wären mir zu groß.
c) Gesundheitliche Ursachen bzw. das Alter lassen es nicht zu.
d) Meine berufliche Karriere hat für mich Vorrang.
e) Wenn man der Arbeit zu lange fernbleiben muss, weiß man nicht, ob der Arbeitsplatz erhalten bleibt.
f) Mein Partner und ich haben jetzt ganz andere Wünsche (z.B. Auto, Reisen, Hausbau).
g) In der gegenwärtigen Zeit voller Unsicherheiten sollte man sich kein (weiteres) Kind anschaffen.
h) ein anderer Grund: _____________________________________________________________
Falls Sie berufstätig sind: Bietet Ihr Arbeitgeber Möglichkeiten zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf bzw.
welche Angebote wünschen Sie sich diesbezüglich?
Angebote des Arbeitgebers
Angebote, die ich wünsche
ja
nein
weiß ich
ja
nein
ist mir
nicht
egal
a) Betriebskindertagesstätte
b) Vermittlung von Kinderbetreuungsplätzen
c) Vermittlung von Betreuungsplätzen für pflegebedürftige
Angehörige
d) Finanzielle Unterstützung für die Betreuung von
Kindern und/oder Angehörigen
e) flexible Arbeitszeiten
f) Möglichkeiten zur Teilzeitarbeit
g) Möglichkeiten zur Heimarbeit
h) Kinderspielzimmer
i) Eltern-Kind-Arbeitsplatz
j) Stillraum
k) Freizeitangebote für Kinder der Beschäftigten oder für
Familien
l) familienfreundliche Urlaubsregelungen
m) Hilfe bei der Vermittlung hauswirtschaftlicher
Dienstleistungen
n) etwas anderes: ______________________________

1

2

0

1

2

0

13

Die folgenden Fragen richten sich vorwiegend an Eltern mit Kindern bis zum 15. Lebensjahr.

14

Wie oft haben Sie in den letzten 12 Monaten Bildungsangebote für Eltern besucht (z.B. Elternkurse, Elternschule,
Elternseminare, Elterngesprächskreise u.ä.)?
jeden Monat

mehrmals

1

15

einmal

2

3

17

mehrere

eine

keine

2

3

Wie viele Spielplätze sind von Ihrer Wohnung aus fußläufig zu erreichen?
keiner

einer

zwei

1

2

3

drei

mehr als drei

4

5

Wie oft besuchen Sie mit Ihren Kindern einen Spielplatz?
(fast) täglich

mehrmals pro Woche

1

18

4

Wie viele Einrichtungen kennen Sie, die Bildungsangebote für Eltern durchführen?

1

16

gar nicht

ein- bis zweimal pro
Monat

einmal pro Woche

2

3

seltener

4

5

Wie oft suchen Sie mit Ihren Kindern Erholung in der Natur (im Park, im Wald, am Wasser)?
(fast) täglich

mehrmals pro
Woche

einmal pro Woche

ein- bis zweimal
pro Monat

seltener

1

2

3

4

5

a) in der Stadt Leipzig
b) außerhalb

19

20

Wie informieren Sie sich über Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien?
a) Zeitung/Zeitschrift

c) Plakate/Aushänge

e) etwas anderes, und zwar:

b) Internet

d) Flyer

____________________________

Ist Ihnen der Familienfreundlichkeitspreis der Stadt Leipzig bekannt?
ja

nein
1

2

Für die Auswertung der Fragen nach Altersgruppen, Familienstand oder Haushaltsgröße und die Analyse der
wirtschaftlichen Situation der Haushalte sind einige Angaben zur Person, zum Haushalt und zum Einkommen nötig.

21

Welchen Familienstand haben Sie?
verheiratet und zusammenlebend oder eingetragene Lebenspartnerschaft und zusammenlebend
verheiratet und getrennt lebend

22

weiter mit Frage 23

1
2

verwitwet oder eingetragene/-r Lebenspartner/-in verstorben

3

geschieden oder eingetragene Lebenspartnerschaft aufgehoben

4

ledig

5

Leben Sie in einer Lebensgemeinschaft in einem gemeinsamen Haushalt?
ja, mit Partner

1

ja, mit Partnerin

nein

2

23

Wie alt sind Sie? ___________ Jahre

24

Wie viele Personen leben ständig in Ihrem Haushalt, Sie selbst mitgerechnet?
(Als Haushalt gilt der Personenkreis, der gemeinsam wohnt und wirtschaftet.)

Sind Sie

männlich

1

3

oder weiblich?

2

________ Personen

Wie viele davon sind:
a) unter 7 Jahre

____

Personen

d) 15 bis 17 Jahre

_____

Personen

g) 45 bis 64 Jahre

_____ Personen

b) 7 bis 10 Jahre

____

Personen

e) 18 bis 25 Jahre

_____

Personen

h) 65 bis 85 Jahre

_____ Personen

c) 11 bis 14 Jahre

____

Personen

f) 26 bis 44 Jahre

_____

Personen

i) über 85 Jahre

_____ Personen

Bitte geben Sie Ihre Staatsangehörigkeit an! (Mehrfachantworten möglich)
a) deutsch

b) andere Staatsangehörigkeit
_________________________________

Welchen höchsten schulischen Abschluss haben Sie?

25
c) ggf. zweite Staatsangehörigkeit
__________________________________

1

Welchen höchsten beruflichen Abschluss haben Sie
(bisher)?
Hochschul-/Universitätsabschluss

Fachhochschulreife/Fachabitur

2

Fachhochschulabschluss

2

10. Klasse (Realschulabschluss)

3

Abschluss der Fachschule der ehemaligen DDR

3

allgemeine Hochschulreife/Abitur

8. oder 9. Klasse (Hauptschule)

4

(noch) keinen

5

Meister-/Technikerausbildung oder gleichwertiger
Fachschulabschluss
abgeschlossene Berufsausbildung, Teilfacharbeiter

.6

(noch) ohne abgeschlossene Berufsausbildung

sonstige

26
1

4
5
6

Welche der folgenden Angaben trifft für Sie hauptsächlich zu? Wenn Sie mit einer (Ehe-)Partnerin bzw. mit einem (Ehe-)
Partner zusammenleben: Was trifft auf diesen zu? (in jeder Spalte nur eine Antwort möglich)
Sie selbst
Erwerbstätige/-r (auch Auszubildende/-r, geringfügig Beschäftigte/-r, Kurzarbeiter/-in, Wehrund Zivildienstleistende/-r)
beschäftigt in einer Arbeitsbeschaffungs- oder Strukturanpassungsmaßnahme, in einem
Ein-Euro-Job, in Altersteilzeit, zeitweise freigestellt (z. B. Mutterschutz, Elternzeit)
Arbeitslose/-r, Arbeitssuchende/-r bzw. in einer Umschulungsmaßnahme befindlich
Rentner/-in oder Pensionär/-in (Alters- und Erwerbsunfähigkeitsrente)
Student/-in oder Schüler/-in
etwas anderes (z. B. Hausfrau/Hausmann)

(Ehe-)Partner/-in

1

1

2

2

3

3

4

4

5

5

6

6

Welche berufliche Stellung trifft auf Sie zu?

28

Selbständige/-r

1

Vorarbeiter/-in, Polier, Facharbeiter im erlernten Beruf

6

mithelfende/-r Familienangehörige/-r

2

ungelernter/angelernter, berufsfremd tätiger Arbeiter

7

3

Auszubildende/-r

8

etwas anderes (z. B. Wehr-, Zivildienstleistende/-r)

9

leitende/-r Angestellte/-r, Beamtin/Beamter höherer
Dienst
mittlere/-r Angestellte/-r, Beamtin/Beamter gehobener/
mittlerer Dienst
einfache/-r Angestellte/-r, Beamtin/Beamter einfacher
Dienst

4

27

5

Wie hoch ist das durchschnittliche Haushalts-Nettoeinkommen im Monat insgesamt? Bitte zählen Sie die €-Beträge
sämtlicher Einkommen aller Haushaltsmitglieder zusammen, z. B. Lohn oder Gehalt, Unternehmereinkommen, Rente,
Pension, öffentliche Unterstützungen (z. B. Arbeitslosengeld I, Arbeitslosengeld II („Hartz IV“), Sozialgeld, Kosten der
Unterkunft, Wohngeld, Kindergeld, Krankengeld, Elterngeld, BAFöG), Einkommen aus Vermietung und Verpachtung.
unter 300 €

1

1100 bis < 1300 €

6

2300 bis < 2600 €

11

4000 bis < 4500 €

16

300 bis < 500 €

2

1300 bis < 1500 €

7

2600 bis < 2900 €

12

4500 bis < 5000 €

17

500 bis < 700 €

3

1500 bis < 1700 €

8

2900 bis < 3200 €

13

5000 bis < 5500 €

18

700 bis < 900 €

4

1700 bis < 2000 €

9

3200 bis < 3600 €

14

5500 bis < 6000 €

19

900 bis < 1100 €

5

2000 bis < 2300 €

10

3600 bis < 4000 €

15

6000 und mehr €

20

Welche Einkommensart sichert derzeit überwiegend den Lebensunterhalt Ihres Haushaltes?

29

30

Einkommen aus Erwerbs-/Berufstätigkeit und sonstige Arbeitseinkommen (gemeint ist auch Wehrsold,
Zivildienstbezüge, Ausbildungsvergütung, Elterngeld, Landeserziehungsgeld)

1

Arbeitslosengeld I

2

Arbeitslosengeld II („Hartz IV“)

3

Sozialhilfe bzw. Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach SGB XII

4

Renten/Pensionen (gesetzliche Alters-, Hinterbliebenen-, Erwerbsunfähigkeitsrente, Ruhegeld)

5

Alle übrigen Einkommen (auch BAFöG)

6

31

32

Und wie hoch ist Ihr durchschnittliches persönliches Nettoeinkommen im Monat?
unter 150 €

1

700 bis < 900 €

5

1500 bis < 1700 €

9

2600 bis < 2900 €

13

150 bis < 300 €

2

900 bis < 1100 €

6

1700 bis < 2000 €

10

2900 bis < 3200 €

14

300 bis < 500 €

3

1100 bis < 1300 €

7

2000 bis < 2300 €

11

3200 bis < 3600 €

15

500 bis < 700 €

4

1300 bis < 1500 €

8

2300 bis < 2600 €

12

3600 und mehr €

16

Inwiefern treffen die folgenden Aussagen über Ihre bzw. die finanzielle Situation Ihres Haushaltes zu?
Ich habe/wir haben
genügend Geld für:

vollkommen

a) Wohnung

eher ja

teils/teils

2

3

1

eher nicht

überhaupt
nicht

4

5

b) Kleidung
c) Haushalt
d) Lebensmittel
e) Auto
f)

Urlaub/Reisen

g) andere Freizeitunternehmungen

33

Und wie beurteilen Sie allgemein die gegenwärtige wirtschaftliche Situation?
1

2

3

4

5

sehr gut

gut

teils/teils

schlecht

sehr schlecht

a) in der Stadt Leipzig
b) Ihre persönliche Lage
Zwischendurch noch zu einem ganz anderen Thema:

34

In Leipzig werden durch verschiedene Träger Angebote der Suchtkrankenhilfe unterbreitet. Sind Ihnen Suchtberatungsstellen
bekannt?
ja

35

nein

1

2

Haben Sie die Leistungen einer Suchtberatungsstelle schon einmal in Anspruch genommen?
ja

nein

1

2

Jetzt geht es um das Thema Weiterbildung.

36

Welchen Stellenwert hat Weiterbildung für Sie?
sehr großen

großen

1

37

mittleren

2

geringen

3

überhaupt keinen

4

5

Inwieweit stimmen Sie den folgenden Aussagen zur Weiterbildung zu?
Ich stimme ... zu.
voll und
ganz

eher

teils/teils

eher nicht

überhaupt
nicht

1

2

3

4

5

a) Jeder sollte bereit sein, sich ständig weiterzubilden.
b) Wer im Beruf erfolgreich sein will, muss sich
weiterbilden.
c) Durch Weiterbildung kann man nette Menschen
kennen lernen.
d) Weiterbildung ist eine wichtige Hilfe, um im Alltag
besser zurechtzukommen.
e) Weiterbildung macht Spaß.

38

Die Stadt Leipzig ist Träger der Volkshochschule, die ein breitgefächertes Angebot für die persönliche, allgemeine und berufliche Weiterbildung unterbreitet. Nutzen Sie gegenwärtig Angebote der Volkshochschule?
ja

1

nein, habe es aber vor

2

nein, habe es auch nicht vor

3

Wer eben mit 3 geantwortet hat: Warum nutzen Sie die Angebote der Volkshochschule nicht? Sie können mehrfach
ankreuzen.
a) kein Interesse an Weiterbildung

39

b) kenne die Angebote der Volkshochschule nicht
c) Angebote sind zu teuer
d) Veranstaltungszeiten der Volkshochschule sind für mich ungünstig
e) nutze die Angebote anderer Weiterbildungseinrichtungen
f) andere Gründe, und zwar: ______________________________________________________________
Haben Sie bereits an Veranstaltungen zur allgemeinen Weiterbildung teilgenommen oder nehmen gerade teil? Haben Sie
dabei ein Zertifikat erworben? Gemeint ist hier nicht die berufliche Weiterbildung!

nein

ja, in
diesem Jahr

1

2

ja, zwischen
ja, vor 2007
2007 und
2009
3

4

40

Ich habe
dabei ein
Zertifikat
erworben.
0

a) Musik
b) Erziehung/Familie
c) Sport
d) Gesundheit/Prävention
e) Fremdsprachen
f) neue Medien (Computer, Internet, Handy)
g) Kunst, Kultur, Kreativität
h) Naturwissenschaften, Technik, Umwelt
i) Politik, Gesellschaft, Zeitgeschehen
j) Rechtsfragen, Verbraucherschutz
k) Sonstiges ________________________________
Haben Sie irgendwann an einer beruflichen Weiterbildung teilgenommen oder nehmen gerade teil? Bitte kreuzen Sie alle
Kategorien an, die für Sie zutreffen?
nein

ja, in diesem
Jahr

ja, zwischen
2007 und
2009

ja, vor 2007

1

2

3

4

41

a) Umschulung auf einen anderen Beruf
b) Lehrgänge/Kurse für den beruflichen Aufstieg
c) Lehrgänge/Kurse zur Einarbeitung in neue Aufgaben
d) Sonstige Lehrgänge/Kurse der beruflichen Weiterbildung
Falls Sie in diesem Jahr an einer beruflichen Weiterbildung teilnehmen oder teilgenommen haben: Wer beteiligt(e) sich an
den Kosten Ihrer Weiterbildung im Jahr 2010?
a) mein Arbeitgeber

d) ich selbst mit _____________ EUR

b) Bundesanstalt für Arbeit (z.B. Bildungsgutschein)

e) Sonstige, und zwar

c) Bildungsprämie

42

_____________________________________

An dieser Stelle einige Fragen zur Sparkasse Leipzig.
Wie sehr engagiert sich Ihrer Meinung nach die Sparkasse als Förderer und Sponsor ...

a) im Bereich Sport?
b) im Bereich Kunst/Kultur?
c) im Bereich Umwelt?
d) im Bereich Soziales?
e) im Bereich Bildung/Wissenschaft?

43

sehr stark

stark

teils/teils

schwach

überhaupt
nicht

weiß ich
nicht

1

2

3

4

5

0

44

Sind Ihnen konkrete Projekte bekannt, die von der Sparkasse Leipzig unterstützt werden? Wenn ja, nennen Sie bitte
nachfolgend einige dieser Projekte.

45

Was sind aus Ihrer Sicht die entscheidungsrelevanten Kriterien bei der Wahl einer Bank oder Sparkasse? Kreuzen Sie bitte in
jeder Zeile ein Kästchen an.
sehr
wichtig

wichtig

teils/teils

weniger
wichtig

überhaupt
nicht wichtig

weiß ich
nicht

1

2

3

4

5

0

a) Professionalität
b) Schnelligkeit
c) innovative Finanzkonzepte
d) Sicherheit (seriöse, verlässliche Geschäftspolitik, ausreichende Finanzierungsmittel)
e) Präsenz vor Ort
f) Wertschätzung gegenüber dem Kunden
g) individuelle Informationen

46

Welche dieser Kriterien treffen Ihrer Meinung nach auf die Sparkasse Leipzig zu?
trifft zu

trifft nicht zu

weiß ich nicht

1

2

0

a) Professionalität
b) Schnelligkeit
c) innovative Finanzkonzepte
d) Sicherheit (seriöse, verlässliche Geschäftspolitik, ausreichende
Finanzierungsmittel)
e) Präsenz vor Ort
f) Wertschätzung gegenüber dem Kunden
g) individuelle Informationen

47

Welche dieser Aussagen treffen Ihrer Meinung nach auf die Werbung der Sparkasse Leipzig zu?
Die Werbung der Sparkasse Leipzig ...

trifft zu:

trifft nicht zu:

weiß ich nicht

1

2

0

a) gefällt mir.
b) ist verständlich.
c) ist informativ.
d) hebt sich von anderer Werbung ab.
e) wirkt sympathisch.
f) strahlt Kompetenz aus.
g) ist glaubwürdig.

Vielen Dank für Ihre Mitarbeit!

Veröffentlichungsverzeichnis
Statistisches Jahrbuch der Stadt Leipzig (jährlich) (je 25,- €)
Statistischer Quartalsbericht (vierteljährlich) (je 7,- €)

LEIPZIGER STATISTIK UND STADTFORSCHUNG
Kommunale Bürgerumfrage 2010 - Ergebnisbericht [03/11]

2011

Besucherbefragung 2010 - Ergebnisbericht (5,- €)
Straßenabschnittsverzeichnis 2011 (7,50 €)

Herausgeber:
Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen
Verantwortlich:
Dr. Ruth Schmidt, Leiterin des Amtes für Statistik und Wahlen
Redaktion:
Dr. Andrea Schultz
weitere Autoren:
Dr. Günter Roski, Johannes Heinemann, Kerstin Lehmann
Verlag:
Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen
Druckerei:
Stadt Leipzig, Hauptamt
Redaktionsschluss: 15.03.2011

2010

Gebühr:

2009

15,- € (zuzüglich Versandkosten)

Die Daten stehen für die einzelnen Kapitel in Dateiform unter:
http://www.leipzig.de/buergerumfrage/ zum Download bereit.
Alle Rechte vorbehalten.
Es ist n icht gestattet, ohne ausdrückliche Geneh migung des Amtes für Statistik und Wahlen
diese Veröff entlichung oder Teile da raus für ge werbliche Z wecke zu v ervielfältigen oder in
elektronische Systeme einzuspeichern. Die Vervielfältigung dieser Veröffentlichung oder von
Teilen daraus ist für nicht gewerbliche Zwecke mit Angabe der Quelle gestattet.
Veröffentlichungen des Amtes für Statistik und Wahlen können wie folgt bezogen werden:
Postbezug (zuzüglich Versandkosten):
Stadt Leipzig
Amt für Statistik und Wahlen
04092 Leipzig
Statistischer Auskunftsdienst:

Fon
Fax
E-Mail

Direktbezug:
Stadt Leipzig
Amt für Statistik und Wahlen
Burgplatz 1, Stadthaus, Raum 228
(0341) 123 2847
(0341) 123 2845
statistik-wahlen@leipzig.de

Internet www.leipzig.de/statistik
www.leipzig.de/wahlen
Zeichenerklärung:
0
=
Ergebnis gleich Null oder Zahl ist kleiner als die Hälfte
der verwen deten
Einheiten
.
= zu geringe Fallzahl der Teilgruppe
davon
= Summe der Einzelpositionen ergibt Gesamtsumme (Aufgliederung)
darunter = nur ausgewählte Einzelpositionen (Ausgliederung)
D
= DULWKPHWLVFKHV0LWWHO

Leipziger Brücken IV: Brücken über den Karl-Heine-Kanal und den Elster-Saale-Kanal (8,- €)
Ortsteilkatalog 2010 (25,- €)
Migranten in der Stadt Leipzig 2010 (15,- €)
EU-Umfrage zur Lebensqualität in europäischen Städten 2009 (5,- €)
Lebensbedingungen im Zeitvergleich 1991-2009 – Trendreport (15,- €)
Deutschland-Umfrage zu Leipzig 2010 (7,- €)
Kommunale Bürgerumfrage 2009 – Ergebnisbericht (15,- €)
Strukturatlas Leipzig 2009 - Karten von Leipzig nach Ortsteilen (15,- €)
Leipziger Brücken III: Parthefließgewässer (8,- €)
Bundestagswahl am 27. September in Leipzig – Ergebnisse und Analysen (5,- €)
Kommunalwahlen 2009 in Leipzig – Ergebnisse und Analysen (5,- €)
Landtagswahl am 30. August in Leipzig – Ergebnisse und Analysen (5,- €)
Europawahl am 7. Juni 2009 in Leipzig – Ergebnisse und Analysen (5,- €)
Bevölkerungsvorausschätzung 2009 für die Stadt Leipzig (5,- €)
Kommunale Bürgerumfrage 2008 – Ergebnisbericht (15,- €)
Straßenabschnittsverzeichnis 2009 (7,50 €)
Menschen mit Behinderungen in Leipzig 2007 (10,- €)
Vorbericht für Wahlen 2009 (5,- €)

2008

Besucherbefragung Weihnachtsmarkt 2008 – Ergebnisbericht (10,- €)
Stadt - Umland - Region Leipzig 2008 (10,- €)
Leipziger Brücken II: Elsterfließgewässer (10,- €)
Leipziger Brücken I: Pleißefließgewässer (10,- €)
Ortsteilkatalog 2008 (25,- €)
Zuwanderung nach Leipzig 2007 – Ergebnisbericht (10,- €)
Das Image der Universität Leipzig – Ergebnisse von Erhebungen 2007 (15,- €)
Kommunale Bürgerumfrage 2007 – Ergebnisbericht (15,- €)
Umfrage zur Sicherheit in Leipzig 2007 – Ergebnisbericht (15,- €)
Bürgerentscheid am 27.01.2008 (5,- €)

2007

Strukturatlas Leipzig 2007 - Karten von Leipzig nach Ortsteilen (15,- €)
EU-Umfrage 2006 zur Lebensqualität in Städten (5,- €)
Bevölkerungsvorausschätzung für die Stadt Leipzig 2007 (5,- €)
Kommunale Bürgerumfrage 2006 – Ergebnisbericht (15,- €)
Deutschland-Umfrage zu Leipzig 2007 (7,- €)
Freizeit in Leipzig 2006 (15,- €)
Straßenabschnittsverzeichnis 2007 (7,50 €)
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Einsicht au s, ebenso die Veröffentlichungen des Statistischen Lan desamtes des Freistaat es
Sachsen, des Statistischen Bundesamtes, weiter er deutscher Städte, des Deutschen Städtet ages
und andere. Statistische Auskünfte erhalten Sie unter:
Fon 0341 123-2847, Fax 0341 123-2845 bzw. E-Mail statistik-wahlen@leipzig.de
        
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