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Full text: Netzstruktur / Fiedler, Gabriele

Netzstruktur
Kinder- und Jugendarbeit
im Bezirk Marzahn-Hellersdorf
- Fortschreibung 2014 -

IMPRESSUM
Herausgeber

Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin
Abt. Jugend und Familie, Weiterbildung und Kultur
Jugendamt
Riesaer Straße 94
12627 Berlin

Verfasserin

Gabriele Fiedler
Jugendamt-Fachsteuerung
gabriele.fiedler@ba-mh.verwalt-berlin.de

Unter Mitwirkung von

Holger Jacobsen
Jugendamt-Fachsteuerung
holger.jacobsen@ba-mh-verwalt-berlin.de

und der Koordinatorinnen und Koordinatoren für „Förderung und Gestaltung“ in den
regionalen Diensten des Jugendamtes
Barbara Schünke für Marzahn Nord
Inge Lohberger für Marzahn Mitte
Joachim Dikmayer für Marzahn Süd/Biesdorf
Dana Deubert-Wambach für Hellersdorf Süd/Kaulsdorf
Gabriele Kokel für Hellersdorf Nord
Björn Teetz für Hellersdorf Ost/Mahlsdorf
Layout

Angelika Herda
Jugendamt-Haushalt
angelika.herda@ba-mh.verwalt-berlin.de

Berlin, Oktober 2014

2

1.

EINLEITUNG

5

2.

SCHWERPUNKTE DER KINDER- UND JUGENDARBEIT

6

2.1.
2.2.

INHALTLICHE SCHWERPUNKTE

6
7

STRUKTUR DER KINDER- UND JUGENDARBEIT

3. ÜBERSICHT ÜBER DIE KINDER- UND JUGENDARBEIT IN MARZAHNHELLERSDORF
3.1.
EINWOHNERENTWICKLUNG UND SOZIALSTRUKTUR
3.2.
ANGABEN ZU ANZAHL, FINANZIERUNG UND BEDARF AN ÖFFENTLICH FINANZIERTEN JUGENDFREIZEITEINRICHTUNGEN
(STAND 1.5.2014)
3.2.1.
JFE mit Bezirks- und/ oder Senatsfinanzierung in Marzahn-Hellersdorf 2014
3.3.
UMSETZUNG DER BEZIRKLICHEN RICHTLINIEN
3.3.1.
Kernbereich Offene Arbeit:
3.3.2.
Partizipation:
3.3.3.
Geschlechtsbewusste Jugendarbeit :
3.3.4.
Politische Bildung:
3.3.5.
Sucht- und Gewaltprävention:
3.3.6.
Jugendkulturarbeit:
3.3.7.
Medienpädagogik:
3.3.8.
Interkulturelle Jugendarbeit:
3.3.9.
Integration und Inklusion:
3.3.10.
Sportorientierte Jugendarbeit
3.3.11.
Erlebnispädagogik:
3.3.12.
Gesundheitsförderung:
3.3.13.
Umweltbildung:
3.3.14.
Arbeitsweltbezogene Jugendarbeit:
3.3.15.
Schulbezogene Jugendarbeit:
3.3.16.
Familienbezogene Kinder- und Jugendarbeit:
3.4.
ZUSAMMENARBEIT JUGENDARBEIT UND SCHULE
3.4.1.
Zusammenarbeit zwischen Jugendfreizeiteinrichtungen und Schulen
3.4.2.
Berliner Programm „Jugendarbeit an Schule“
3.4.3.
Zusammenarbeit von Jugendarbeit und Ganztag
3.5.
ANGABEN ZU ÜBERREGIONALEN ANGEBOTEN
3.5.1.
Kinder- und Jugendbeteiligungsbüro Marzahn-Hellersdorf
3.5.2.
Streetwork/ Mobile Arbeit in Marzahn-Hellersdorf
3.5.3.
Medienkompetenzzentrum Marzahn-Hellersdorf
3.5.4.
überregionale Facharbeitsgemeinschaften nach § 78 SGB VIII
3.6.
THEMEN UND ZUKUNFTSFORDERUNGEN AUS SICHT DER ÜBERREGIONALEN ARBEITSGRUPPEN
3.7.
JUGENDARBEIT ALS TEIL DER JUGENDHILFE

4.

BEZIRKSREGION MARZAHN-NORD
4.1.
4.2.
4.3.
4.4.
4.5.

5.

6.

SOZIODEMOGRAFISCHE SITUATION
ANGABEN ZU DEN BEZIRKLICH FINANZIERTEN JUGENDFREIZEITEINRICHTUNGEN
AUSSAGEN ZUR ANGEBOTSENTWICKLUNG IN DER REGION
REGIONALE SCHWERPUNKTSETZUNGEN
SCHLUSSFOLGERUNGEN FÜR DIE WEITERE ARBEIT

13
14
17
18
18
19
19
20
21
21
22
22
23
23
24
24
25
25
25
26
26
27
27
28
28
28
28
29
29
30
32
35
38
38
39

40

SOZIODEMOGRAFISCHE SITUATION
ANGABEN ZU DEN BEZIRKLICH FINANZIERTEN JUGENDFREIZEITEINRICHTUNGEN
AUSSAGEN ZUR ANGEBOTSENTWICKLUNG IN DER REGION
REGIONALE SCHWERPUNKTSETZUNGEN
SCHLUSSFOLGERUNGEN FÜR DIE WEITERE ARBEIT

40
43
48
49
50

BEZIRKSREGION MARZAHN-SÜD
6.1.
6.2.

10

32

BEZIRKSREGION MARZAHN-MITTE
5.1.
5.2.
5.3.
5.4.
5.5.

10

51

SOZIODEMOGRAFISCHE SITUATION
ANGABEN ZU DEN BEZIRKLICH FINANZIERTEN JUGENDFREIZEITEINRICHTUNGEN

51
54

3

6.3.
6.4.
6.5.

7.

AUSSAGEN ZUR ANGEBOTSENTWICKLUNG IN DER REGION
REGIONALE SCHWERPUNKTSETZUNGEN
SCHLUSSFOLGERUNGEN FÜR DIE WEITERE ARBEIT

57
57
58

BEZIRKSREGION BIESDORF
7.1.
7.2.
7.3.
7.4.
7.5.

8.

59

SOZIODEMOGRAFISCHE SITUATION
ANGABEN ZU DEN BEZIRKLICH FINANZIERTEN JUGENDFREIZEITEINRICHTUNGEN
AUSSAGEN ZUR ANGEBOTSENTWICKLUNG IN DER REGION
REGIONALE SCHWERPUNKTSETZUNGEN
SCHLUSSFOLGERUNGEN FÜR DIE WEITERE ARBEIT

59
62
64
64
64

BEZIRKSREGION HELLERSDORF-NORD
8.1.
8.2.
8.3.
8.4.
8.5.

9.

66

SOZIODEMOGRAFISCHE SITUATION
ANGABEN ZU DEN BEZIRKLICH FINANZIERTEN JUGENDFREIZEITEINRICHTUNGEN
AUSSAGEN ZUR ANGEBOTSENTWICKLUNG IN DER REGION
REGIONALE SCHWERPUNKTSETZUNGEN
SCHLUSSFOLGERUNGEN FÜR DIE WEITERE ARBEIT

66
69
76
76
76

BEZIRKSREGION HELLERSDORF-SÜD
9.1.
9.2.
9.3.
9.4.
9.5.

10.
10.1.
10.2.
10.3.
10.4.
10.5.

11.
11.1.
11.2.
11.3.
11.4.
11.5.

12.
12.1.
12.2.
12.3.
12.4.
12.5.

78

SOZIODEMOGRAFISCHE SITUATION
ANGABEN ZU DEN BEZIRKLICH FINANZIERTEN JUGENDFREIZEITEINRICHTUNGEN
AUSSAGEN ZUR ANGEBOTSENTWICKLUNG IN DER REGION
REGIONALE SCHWERPUNKTSETZUNGEN
SCHLUSSFOLGERUNGEN FÜR DIE WEITERE ARBEIT

78
81
84
84
85

BEZIRKSREGION KAULSDORF

86

SOZIODEMOGRAFISCHE SITUATION
ANGABEN ZU DEN BEZIRKLICH FINANZIERTEN JUGENDFREIZEITEINRICHTUNGEN
AUSSAGEN ZUR ANGEBOTSENTWICKLUNG IN DER REGION
REGIONALE SCHWERPUNKTSETZUNGEN
SCHLUSSFOLGERUNGEN FÜR DIE WEITERE ARBEIT

86
89
91
91
91

BEZIRKSREGION HELLERSDORF-OST

92

SOZIODEMOGRAFISCHE SITUATION
ANGABEN ZU DEN BEZIRKLICH FINANZIERTEN JUGENDFREIZEITEINRICHTUNGEN
AUSSAGEN ZUR ANGEBOTSENTWICKLUNG IN DER REGION
REGIONALE SCHWERPUNKTSETZUNGEN
SCHLUSSFOLGERUNGEN FÜR DIE WEITERE ARBEIT

92
95
98
98
98

BEZIRKSREGION MAHLSDORF

99

SOZIODEMOGRAFISCHE SITUATION
ANGABEN ZU DEN BEZIRKLICH FINANZIERTEN JUGENDFREIZEITEINRICHTUNGEN
AUSSAGEN ZUR ANGEBOTSENTWICKLUNG IN DER REGION
REGIONALE SCHWERPUNKTSETZUNGEN
SCHLUSSFOLGERUNGEN FÜR DIE WEITERE ARBEIT

99
102
104
104
104

13.

AUFGABENSTELLUNG FÜR DIE NÄCHSTEN JAHRE

105

14.

VERZEICHNISSE

108

14.1.
14.2.

TABELLENVERZEICHNIS
ABBILDUNGSVERZEICHNIS

108
109

4

1. Einleitung
Die Erstellung dieses Berichtes zur „Fortschreibung der Netzstruktur Kinder- und
Jugendarbeit in Marzahn-Hellersdorf“ basiert auf den Bericht „Netzstruktur Kinder- und
Jugendarbeit in Marzahn-Hellersdorf“ vom Dezember 2010, welcher am 9.3.2011 im
Jugendhilfeausschuss vorgestellt wurde. Der Bericht umfasst sowohl die Feststellung eines
Ist-Standes der Kinder- und Jugendarbeit im Bezirk als auch eine Bedarfsplanung unter
Einbeziehung der demografischen Entwicklung und der finanziellen Möglichkeiten des
Bezirkes sowie aktueller fachlicher und gesellschaftlicher Entwicklungen.
Im Jahr 2013 wurde vor dem Hintergrund der Stelleneinsparung im Land Berlin und des
bezirklichen Konsolidierungskonzeptes im Jugendamt ein „jugendhilfespezifisches
Auswahlverfahren“ durchgeführt mit dem Ziel:
•

alle noch kommunalen Jugendfreizeiteinrichtungen (JFE) in freie Trägerschaft zu
übertragen

•

die vorhandenen finanziellen Mittel für die Jugendarbeit zu erhalten

•

eine „Neuverteilung“ der finanziellen Mittel vorzunehmen

In diesem Prozess standen für das Jugendamt folgende Aufgabenstellungen:
•

Beschlussvorlagen für das BA und die BVV

•

Personalentwicklungsgespräche mit 46 Mitarbeiter/innen (Schaffung der Möglichkeit
eines Betriebsübergangs) sowie Gespräche mit potentiellen Einsatzstellen

•

Diskussion und Erstellung von 11 Leistungsbeschreibungen für die zukünftige Arbeit
der zu übertragenden JFE`s

•

Erstellung der Ausschreibungsunterlagen (zum Inhalt, Gebäude, zum Inventar, u.a.)

•

Erarbeitung eines Bewertungsverfahrens

•

Organisation von Besichtigungsterminen

•

Juryauswahlverfahren

•

Abschluss von Trägerwechselverträgen

2013 ist als ein Übergangsjahr zu bezeichnen, in dem monatlich kommunale
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Einrichtung verließen, um eine Arbeit in anderen
Einsatzstellen zu beginnen. Nur bei einigen JFE gelang ein nahtloser Übergang, einige JFE
waren kurz- oder mittelfristig geschlossen, Angebote konnten nicht wie geplant umgesetzt
werden, die Nutzerinnen und Nutzer waren verunsichert und blieben den JFE fern. Einige
Angebote wurden in Kooperation mit Partner/innen und freien Trägern der Jugendhilfe
umgesetzt.
Vor diesem Hintergrund hat sich die bezirkliche Jugendarbeitslandschaft in 2014 stark
verändert. Neue Träger mit neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterhaben die Arbeit in den
JFE aufgenommen, es kam zu Veränderungen in der gewohnten Angebotspalette, dafür
kamen neue Angebote hinzu. Die vorhandenen JFE arbeiten mit unterschiedlichen
pädagogischen und methodischen Ansätzen sowie unterschiedlichen inhaltlichen
Ausrichtungen, die sich am Bedarf der Nutzerinnen und Nutzergruppe und den regionalen
und gesellschaftlichen Gegebenheiten orientieren.
Jugendfreizeiteinrichtungen wirken als Bildungseinrichtungen der sozialen Ausgrenzung von
Kindern und Jugendlichen entgegen und vermitteln im Rahmen einer nonformalen
außerschulischen Bildung soziale und handlungsorientierte Kompetenzen. Die regionalen
und bezirklichen Strukturen der Kinder- und Jugendarbeit sind dabei auf Kooperation und
Vernetzung angelegt.

5

2. Schwerpunkte der Kinder- und Jugendarbeit
2.1. inhaltliche Schwerpunkte
Kinder- und Jugendarbeit ist eine kommunale Pflichtaufgabe.
Auf der Grundlage des § 11 SGB VIII sollen jungen Menschen die zur Förderung ihre
Entwicklung erforderlichen Angebote der Jugendarbeit zur Verfügung gestellt werden. Sie
sollen an den Interessen junger Menschen anknüpfen und von ihnen mitbestimmt und
mitgestaltet werden, sie sollen zur Selbstbestimmung befähigt und zu gesellschaftlicher
Mitverantwortung und zu sozialem Engagement angeregt und hingeführt werden.
Jugendarbeit (im Folgenden als Synonym für Kinder- und Jugendarbeit verwendet) als Teil
der Jugendhilfe hat die Aufgabe der allgemeinen Förderung von jungen Menschen.
Allgemeine Förderung richtet sich an alle Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene
unabhängig von ihrer individuellen Bedürftigkeit und ihrer sozialen, ethnischen und
kulturellen Zugehörigkeit. Sie zielt auf eine reiche und ganzheitliche Entfaltung der Persönlichkeit, ihrer sozialen Bezüge und ihrer Handlungsfähigkeit in einem demokratischen
Gemeinwesen.
Kinder und Jugendliche benötigen eine besondere Ansprache und die Ermöglichung von
Teilhabe an Angeboten und Aktivitäten in einer JFE, im Sozialraum, im Bezirk und darüber
hinaus. Nur so können sie eine Vorstellung über perspektivische Möglichkeiten und Chancen
erhalten sowie eigene Vorstellungen entwickeln. In diesen Prozessen bilden sich soziale
Kompetenzen
wie
Teamfähigkeit,
Verantwortungsbereitschaft,
u.ä.
heraus,
Wertevorstellungen
werden
entwickelt
sowie
Selbständigkeit,
Eigeninitiative,
Mitverantwortung und Gemeinschaftssinn gefördert.
Die Angebote der Jugendarbeit beziehen sich auf die Lebenswelten und den sozialen Raum,
in dem Kinder und Jugendliche aufwachsen. Dies umfasst sowohl das soziale Umfeld der
Kinder und Jugendlichen wie Familie, Schulfreunde und Gleichaltrigengruppe als auch die
nähere räumliche Umgebung wie Wohnumfeld, Schule und Freizeiteinrichtung. Lebensweltund Sozialraumorientierung setzen voraus, dass die Fachkräfte die Kinder und
Jugendlichen als Experten ihrer eigenen Angelegenheiten anerkennen. Mit entsprechenden
Methoden der lebensweltlichen und sozialräumlichen Konzeptentwicklung können Kinder
und Jugendliche gezielt bei der Wahrnehmung und Durchsetzung ihrer Interessen unterstützt
werden. Durch Vernetzung und Kooperation mit anderen Einrichtungen und Institutionen
können dabei die Ressourcen des Gemeinwesens für die Förderung junger Menschen
effektiv und zielgerichtet genutzt werden.
Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Belangen ist ein
durchgängiges Handlungsprinzip der Jugendarbeit. Das demokratische Gemeinwesen
verlangt mündige Bürger*/innen, die sich um friedliche Konfliktlösungen bemühen und sich
für eine verantwortungsvolle Interessenvertretung einsetzen. Die Jugendarbeit bietet
Möglichkeiten zum Erlernen von Mitwirkung, Mitbestimmung und Mitgestaltung.
Junge Menschen wachsen heute in einer Gesellschaft auf, in der Lebenswege weniger
vorgezeichnet sind als dies früher der Fall war. Veränderte Rahmenbedingungen im
familiären und beruflichen Bereich, schwer voraussehbare Berufsmöglichkeiten, vielfältige
Partnerschaftsmodelle und eine steigende Mobilität bieten einen Zuwachs an
unterschiedlichen Lebensentwürfen. Häufige Ortswechsel durch arbeitsbedingte Umzüge
ihrer Eltern führen dazu, sich immer wieder neu in Peergruppen einzusortieren. Die
schulischen Anforderungen steigen, die beruflichen Möglichkeiten und Chancen sind für
Viele unüberschaubar. Dies Alles kann zugleich als Chance aber auch als Risiko von den
Kindern und Jugendlichen wahrgenommen werden.
Die Notwendigkeit, in einer unübersichtlichen Welt für das eigene Leben selbstverantwortlich
Entscheidungen zu treffen, fordert von jungen Menschen Lebenskompetenz. Jugendarbeit
fördert die Eigenverantwortung junger Menschen, indem sie einen sozialen Raum bietet, in
dem die eigenen Stärken und Fähigkeiten entwickelt werden können. Kinder und

6

Jugendliche entfalten hier ihre Interessen und Neigungen, um eigene Vorstellungen
umzusetzen, Rollenentwürfe auszuprobieren und Zukunftswünsche auf ihre Realisierbarkeit
hin zu überprüfen. Viele junge Menschen zeigen eine ausgesprochene Verunsicherung und
Desorientierung. Insbesondere diesen müssen Möglichkeiten und Wege für eigene
Zielsetzungen und deren Erreichen aufgezeigt werden.
Jugendfreizeiteinrichtungen sind Bildungsorte. Bildung bezeichnet den umfassenden
Prozess der Persönlichkeitsentwicklung, wodurch junge Menschen in die Lage versetzt
werden, Eigenverantwortung und Selbstorganisation wahrzunehmen, Leistungspotentiale zu
entwickeln, kompetent zu handeln und Probleme zu lösen. Ein ganzheitliches
Bildungsverständnis umfasst kognitives, emotionales und soziales Lernen. Bildung wird als
aktive Aneignung der Lebenswelt durch die Kinder und Jugendlichen verstanden. Der
überwiegende Teil der Bildung wird außerhalb des formellen Bildungssystems Schule
durch nicht-formelle Bildung erworben. Mit der Beschreibung des Bildungsverständnisses
der Jugendarbeit als allgemeine, politische, soziale, gesundheitliche, naturkundliche und
technische sowie kulturelle und sportbezogene Bildung wird die Vielfalt der
Bildungsaktivitäten deutlich, welche direkt an den Lebenswelten, Interessen, individuellen
Fähigkeiten und Fertigkeiten der jungen Menschen ansetzt. Neben Schlüsselkompetenzen
wie Teamfähigkeit, Kreativität, Konfliktfähigkeit, Kulturfähigkeit erwerben Kinder und
Jugendliche in der Jugendarbeit konkretes Wissen und erhalten Anstöße zur beruflichen
Orientierung.
In der Jugendarbeit werden vielfältige inhaltliche Handlungsfelder bearbeitet, die je nach
Zielgruppe, räumlicher Möglichkeit, finanzieller und personeller Bedingungen in den
einzelnen Jugendfreizeiteinrichtungen unterschiedlich umgesetzt werden. Außerschulische
Bildung/politische Bildung, Partizipation und geschlechtsbewusste Pädagogik werden dabei
als Querschnittsaufgaben bezeichnet, die bei allen anderen Themenfeldern mitgedacht
werden müssen. Die Beteiligung der Mädchen und Jungen (deren unterschiedliche
Sichtweisen und Bedürfnisse) an der Vorbereitung und Durchführung thematischer
Aktivitäten ist ein Garant für die Annahme und Akzeptanz dieser Angebote durch die
Nutzer/innen und damit Bedingung für eine gute Kinder- und Jugendarbeit. Die einzelnen
Handlungsfelder der Jugendarbeit wurden im Jahr 2011 in einem dialogischen Prozess mit
allen bezirklich finanzierten Jugendfreizeiteinrichtungen auf der Grundlage der vorhandenen
„Richtlinien…“ von 2006 überarbeitet und sind heute eine wichtige Arbeitsgrundlage für die
Jugendfreizeiteinrichtungen des Bezirkes.
„Grundsätze und Richtlinien für die Arbeit in den Jugendfreizeiteinrichtungen
(kommunale und bezirklich geförderte) des Bezirkes Marzahn-Hellersdorf von Berlin“

2.2. Struktur der Kinder- und Jugendarbeit
Die Zielgruppe der Jugendarbeit sind Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis unter 27
Jahren, zunehmend auch junge Familien.
Zu den grundlegenden Zielen und Handlungsorientierungen in der Jugendarbeit gehören
Niedrigschwelligkeit, Offenheit, Freiwilligkeit und Bedarfsgerechtigkeit.
Jugendarbeit wird regional geleistet durch bezirklich geförderte Jugendfreizeiteinrichtungen
und Projekte ausschließlich freier Träger, weitere über Drittmittel finanzierte Projekte freier
Träger und ehrenamtlich tätige Organisationen.
Überregional auf dem Gebiet der Jugendarbeit tätig ist das Kinder- und Jugendbüro, welches
entsprechend der „Standards für Koordinierungsstellen und Beteiligungsbüros der Kinder
und
Jugendmitbestimmung
in
Berlin“
gesamtbezirklich
tätig
ist.
Das
Medienkompetenzzentrum ist Anlaufstelle für medienorientierte Projekte (insbesondere für
Schulen) und Beratung. Auch die bezirklich geförderten Projekte von Streetwork/Mobiler
Jugendarbeit, deren Schwerpunkt in der Jugendsozialarbeit liegt, leisten Anteile von
Jugendarbeit.

7

Jugendarbeit
wird
strukturell
durch
die
Fachsteuerung
(Fachplanung
und
Jugendhilfeplanung), die regionalen Dienste (regionale Fachplanung und Koordination) und
die Jugendfreizeiteinrichtungen (Einrichtungsplanung) gestaltet. Dazu sind vielfältige
Auswertungs-, Abstimmungs- und Planungsprozesse notwendig, die in einem bezirklichen
Wirksamkeitsdialogkreislauf münden.
Kinder- und Jugendarbeit wird methodisch in Form von offener Arbeit, Gruppenarbeit und
Veranstaltungen geleistet.


Der offene Bereich als Kernstück der Arbeit einer jeden JFE versteht sich als ein
Erprobungs-, Kennenlern-, Anerkennungs- und Selbstbestimmungsraum und wird
als „Brückenraum“ zu strukturierten Angeboten bezeichnet.



Gruppenangebote, Projekte und Workshops sind wichtige inhaltlich thematische
Ergänzungen zum offenen Bereich.



Veranstaltungen wie Festen, Konzerten u.a. werden in der Regel mit Hilfe der
Kinder und Jugendlichen geplant, vorbereitet und durchgeführt. Große
Veranstaltungen wie Stadtteilfeste verlangen ein hohes Maß an logistischen und
finanziellen Gemeinschaftsleistungen in einer Region.

Jugendarbeit findet im sozialen Raum statt. Sozialraumorientierung umfasst nicht nur das
sozialräumliche Arbeiten einer jeden Jugendfreizeiteinrichtung sondern auch das
vernetzende Agieren von Jugendarbeit in einer gesamten Region. Zum sozialräumlichen
Arbeiten gehört die Anwendung unterschiedlicher Methoden der Lebensweltanalyse der
Kinder und Jugendlichen, wie Stadtteilbegehungen, Befragungen, Fremdbilderkundungen
u.a.
In allen Regionen finden monatliche Vernetzungsrunden aller Akteure von Jugendarbeit
(und darüber hinaus) unter Leitung der Koordinator/innen Förderung und Gestaltung statt,
um sich auf die Region bezogen auszutauschen, zu planen und zu gestalten. Auf der
Bezirksebene erfolgt der fachliche Austausch in weiteren unterschiedlichen
Arbeitsgemeinschaften nach § 78 SGB VIII; z.B. AG „Kinder- und Jugendarbeit MarzahnHellersdorf“, AG „Geschlechterdifferenzierte Kinder- und Jugendarbeit in MarzahnHellersdorf“, AG Mobile Jugendarbeit/Streetwork, „Bunter Tisch Jugendkultur(aufbruch)
Marzahn-Hellersdorf“ u.a.
Qualitätsmanagement und Controlling hat in den letzten Jahren zunehmend an
Bedeutung in der Jugendarbeit gewonnen. Die Anwendung des Handbuchs
„Qualitätsmanagement der Berliner Jugendfreizeiteinrichtungen“ ist für alle geförderten
Jugendfreizeiteinrichtungen
verpflichtend.
Alljährlich
finden
Auswertungsund
Zielvereinbarungsgespräche mit den geförderten Einrichtungen auf der Grundlage von
standardisierten Sachberichten statt. Aus Konzepterstellung, Antragslage, fachlicher
Stellungnahme, Festlegung der Finanzierungshöhe, Bescheiderteilung, Zielvereinbarung,
fachliche Begleitung, Auswertung der Kosten- und Leistungsrechnung u.a. Daten,
Sachbericht, Selbstreflexion und Auswertungsgespräch ergibt sich ein kontinuierlicher
bezirklicher Wirksamkeitsdialog. Die Inhalte aus Berichten und Gesprächen fließen in
regionale und fachspezifische Auswertungen ein und sich Bestandteil der bezirklichen
Jugendhilfeplanung.
Zur Umsetzung der grundlegenden Ziele und Handlungsorientierungen der Jugendarbeit
bedarf es der Sicherung allgemeiner Rahmenbedingungen. Für die Jugendarbeit und für
ein erfolgreiches Qualitätsmanagement ist es von entscheidender Bedeutung, dass die
Finanzierung der räumlichen, personellen und finanziellen Rahmenbedingungen der
Jugendarbeit planbar und längerfristig gesichert ist. Dazu gehören feste Orte/Räume für die
Jugendarbeit incl. der Bereitstellung von Betriebs- und Bewirtschaftungskosten,
Fachpersonal (in der Regel Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen und Erzieherinnen
und Erzieher) incl. Honorarmitteln zur Sicherung der pädagogischen Qualität der Angebote
und Sachmittel für die Umsetzung der pädagogischen Ziele.

8

Jugendarbeit ist Teamarbeit. Die Gesamtheit der Arbeit in einer Jugendfreizeiteinrichtung
(Konzeption,
Jahresplanungen,
Umsetzungsstrategien,
Aufgabenverteilungen,
Ressourceneinsatz, Regeln, etc.) muss gemeinsam geplant und getragen werden. Ebenso
sind Teamreflexionen, Beratungen und Absprachen z.B. zum Umgang über die Entwicklung
einzelner Kinder und Jugendlicher notwendig.
Auf
Berliner
Ebene
wurden
Mindeststandards
für
die
Ausstattung
von
Jugendfreizeiteinrichtungen vereinbart. Idealtypisch wurde die Unterteilung in 3
Einrichtungstypen vorgenommen („Handbuch Qualitätsmanagement der Berliner
Jugendfreizeiteinrichtungen von 2012“):
Kleine Jugendfreizeiteinrichtung: Einrichtung mit 20 bis 69 Plätzen (Mittelwert 45) und
2.724 optimalen Angebotsstunden. Sie benötigt mindestens 2 pädagogische Fachkräfte,
7.500 Euro Honorarmittel, ca. 5.250 Euro Sachmittel und ca. 21.000 Euro Betriebskosten
(ohne Mieten). Der Finanzierungsbedarf beträgt mindestens ca. 135.240 Euro.
Mittlere Jugendfreizeiteinrichtung: Einrichtung mit 70-119 Plätzen (Mittelwert 92) und
4.462 optimalen Angebotsstunden. Sie benötigen mindestens 3 pädagogische Fachkräfte,
15.000 Euro Honorarmittel, ca. 10.500 Euro Sachmittel und ca. 25.000 Euro Betriebskosten
(ohne Mieten). Der Finanzierungsbedarf beträgt mindestens ca. 200.920 Euro.
Große Jugendfreizeiteinrichtung: Einrichtung mit 120-280 Plätzen (Mittelwert 200) und
6.627 optimalen Angebotsstunden. Sie benötigen mindestens 4,5 pädagogische Fachkräfte,
22.500 Euro Honorarmittel, 21.000 Euro Sachmittel und ca. 31.500 Euro Betriebskosten. Der
Finanzierungsbedarf beträgt mindestens ca. 299.130 Euro.
In der Realität können diese Mindeststandards nicht in jeder Jugendfreizeiteinrichtung
umgesetzt werden. In unserem Bezirk haben wir uns diesem Standard genähert: kleine
Einrichtungen mit 2 Personalstellen, mittlere Einrichtungen mit 2,5 Personalstellen und große
Einrichtungen mit 3,5, Personalstellen. Viele Jugendfreizeiteinrichtungen sind gezwungen,
zusätzliche Mittel zu akquirieren. Alle Bemühungen auf Berliner Ebene, eine einheitliche
und nachvollziehbare Ausstattung der Bezirke mit finanziellen Mitteln für die Jugendarbeit im
Rahmen einer pro-Kopf-Pauschale zu erreichen, konnten bisher nicht umgesetzt werden.
Als quantitative Bemessungsgröße für die Planung von Jugendfreizeiteinrichtungen gilt in
Berlin die pädagogische Nutzfläche. Pro Kind und Jugendlicher im Alter zwischen 6 und 25
Jahren wird eine Fläche von 2,5 qm zugrunde gelegt. Als Richtwert für die Bedarfsplanung
wird angenommen, dass für 18 % der Zielgruppe ein Platz in einer Jugendfreizeitstätte zur
Verfügung stehen soll. Hiervon sollen für 11,4 % der Altersgruppe Einrichtungen öffentlicher
und öffentlich geförderter freier Träger bereitgestellt werden. Zur Erreichung des
planerischen Bedarfs von 18 % wird implizit davon ausgegangen, dass zusätzliche 6,6 %
durch Einrichtungen nicht öffentlich geförderter freier Träger angeboten werden. Letzteres
entzieht sich aber der Jugendhilfeplanung, deswegen gehen in die Berechnung der
Bedarfsdeckung nur die Plätze für 11,4 % der 6-unter 25Jährigen von öffentlich finanzierten
Jugendfreizeiteinrichtungen ein.
Von
allen
Berliner
Jugendfreizeiteinrichtungen
wird
seit
Jahren
eine
Besucher/innenerfassung erhoben. Darin werden die Besucherinnen und Besucher
unterteilt in Besucher im Normalbetrieb und Besucher bei Veranstaltungen.
Im Normalbetrieb von Jugendfreizeiteinrichtungen lassen sich zwei Gruppen von
Besucherinnen und Besucher unterscheiden. Einerseits kommen Besucherinnen und
Besucher die den Normalbetrieb in Freizeiteinrichtungen regelmäßig nutzen. Diese werden
als „Stammbesucherinnen und Stammbesucher" bezeichnet. Diese Gruppe der
Besucherinnen und Besucher ist den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtungen gut
bekannt, so dass von diesen nicht nur die Anzahl angegeben, sondern auch eine
Kategorisierung nach Alter und Geschlecht vorgenommen werden kann. Andererseits nutzen
den Normalbetrieb in Freizeiteinrichtungen auch unregelmäßig erscheinende Besucherinnen
und Besucher, die den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtungen in der Regel nicht

9

näher bekannt sind, deren Anzahl im Berichtsjahr sich allerdings bestimmen lässt. Bei
beiden wird die Anzahl der Personen angegeben.
Bei Veranstaltungen, die nicht regelmäßig stattfinden und/oder für eine besonders große,
unübersichtliche Besuchermenge organisiert werden (z.B. Events, Konzerte), ist es
unerheblich, ob eine Veranstaltung von Stammbesucherinnen und Stammbesucher oder
unregelmäßig erscheinenden Besucherinnen und Besucher genutzt wird. Hier werden die
Anzahl der Besuche im Jahr erfasst, d.h. wenn dieselbe Person mehrere Veranstaltungen im
Jahr besucht hat, wird sie mehrfach gezählt.
Im Rahmen der Kosten- und Leistungsrechnung wird in der Jugendarbeit
schwerpunktmäßig das Produkt „Allgemeine Kinder- und Jugendförderung“ bebucht, (weitere
Produkte die bebucht werden sind Jugendsozialarbeit, Familienförderung und Erholungsund Reisemaßnahmen.). Hierzu wird die Anzahl von Angebotsstunden von bezirklich
geförderten
Jugendfreizeiteinrichtungen
erhoben.
Methodisch
werden
diese
Angebotsstunden in Angebotsstunden im offenen Bereich, bei Kursen und Projekten und bei
Veranstaltungen unterteilt. Im Land Berlin wird aus den von den Bezirken gemeldeten
Mengen der Median gebildet, auf dessen Grundlage die Finanzzuweisung für die Bezirke für
das Folgejahr erfolgt. In dem Preis für eine Angebotsstunde ist alles enthalten, was zur
Erbringungen derselben notwendig ist (Personalkosten, Betriebskosten, Sachmittel,
Umlagekosten).

3. Übersicht über die Kinder- und Jugendarbeit in MarzahnHellersdorf
3.1. Einwohnerentwicklung und Sozialstruktur
Die Einwohnerzahl in Marzahn-Hellersdorf ist seit 2006 um 2,9 % gestiegen. Die Anzahl der
jungen Menschen zwischen 6 und unter 27 Jahren ist in der Zeit um 12.455 (-19,5 %) und
damit um fast ein Fünftel gesunken, die Anzahl der Jugendlichen ist um fast 40% und die der
Jungen Menschen zwischen 18 und 21 Jahren sogar um nahezu 60% gesunken. Umgekehrt
ist dies bei der Anzahl der Kinder, hier ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen.
Entwicklung der Einwohnerzahl 2006 bis 2013 (jeweils zum 31.12. des Jahres)
Bezirk M-H

Stand 12/2013

Stand 12/2006

Differenz

Differenz in %

6-unter 10

8 865

7 028

1 837

26,1%

10-unter 14

7 833

6 462

1 371

21,2%

14-unter 18

7 236

11 983

- 4 747

-39,6%

18- unter 21

5 669

13 489

- 7 820

-58,0%

21-unter 27

21 869

24 965

- 3 096

-12,4%

6-unter 27

51 472

63 927

- 12 455

-19,5%

254 226

247 127

7 099

2,9%

Gesamt

Tabelle 1Entwicklung der Einwohnerzahl 2006 bis 2013 (jeweils zum 31.12. des Jahres)

In dem folgenden Diagramm ist zu erkennen, dass die Anzahl der Kinder bis zum 14.
Lebensjahr in jedem einzelnen Jahrgang über dem Stand von 2006 lag. Im Diagramm ist
2006 deutlich ein steiler Anstieg ab dem 15. Lebensjahr zu erkennen, im Jahr 2013 ist dieser
entsprechend erst ab dem 23.Lebensjahr zu erkennen. Die verhältnismäßig hohe Anzahl
junger Menschen ab dem 23. Lebensjahr wird insgesamt auch noch in den nächsten 4
Jahren zu einer weiteren Reduzierung der Anzahl der 6- unter 27Jährigen führen.

10

Für die Bedarfsrechnung wird aber nur die Altersgruppe der 6- unter 25 Jährigen
herangezogen, die Jahrgänge ab dem Alter von 24 sind aber durchgängig geringer als die
Jahrgänge der 0- unter 6Jährigen, der rechnerische Bedarf an Plätzen in
Jugendfreizeiteinrichtungen wird also steigen1.
Junge Menschen in Marzahn Hellersdorf (31.12.2013 und 31.12.2006)

5 000
4 500
4 000
3 500
3 000
2 500
2 000
1 500
1 000
500
0
1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

13

Lebensjahr

14

15

16

17

18
2013

19

20

21

22

23

24

25

26

27

2006

Abbildung 1Junge Menschen in Marzahn-Hellersdorf

Der Sozialindex von Marzahn-Hellersdorf weist laut Sozialstrukturatlas Berlin 2013 einen
Wert von -0,5923 aus. Damit nimmt Marzahn-Hellersdorf wie bereits im Sozialstrukturatlas
Berlin 2008 den 9.Rang aller Bezirke ein. Allerdings hat der Wert sich weiterhin nach unten
entwickelt, wie kontinuierlich seit 1995 (noch vor der Bezirksfusion).
Sozialindex I
1995

1999

2003

Marzahn

0,537

0,384

0,017

Hellersdorf

0,619

0,506

0,383

Marzahn-Hellersdorf

0,238

2008

2013

-0,392

-0,592

Tabelle 2Sozialindex I

Der Sozialindex II, der „eine Art Vorstufenindex sich manifestierender sozialer und
gesundheitlicher Problemlagen“ (Sozialstrukturatlas Berlin 2008, S.23) darstellt, ist mit
-0,9491 weiterhin der schlechteste aller Bezirke. 4 Planungsräume aus Marzahn-Hellersdorf

1

Selbstverständlich ist dies keine zuverlässige Bevölkerungsprognose, bei der unter anderem auch
Zu- und Fortzüge berücksichtigt werden müssen, es ist aber ein Anhaltspunkt für eine zu erwartende
Entwicklung in den nächsten Jahren. Die vorhandene offizielle Bevölkerungsprognose der
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung wurde an dieser Stelle nicht dargestellt, da sie bereits jetzt
nicht mehr mit der tatsächlichen Bevölkerungsentwicklung übereinstimmt und von daher für noch ferne
liegende Jahre nicht geeignet ist.

11

(M-H) gehören zu den 6 Planungsräumen (von berlinweit 419 relevanten) mit den
schlechtesten Sozialindizes I in ganz Berlin (67%).
Marzahn-Hellersdorf hat mit 36,25% Alleinerziehenden bezogen auf die Gesamtzahl der
Familien mit Kindern unter 18 Jahren den 2. höchsten Anteil aller Bezirke (Berlin 30,85%),
den höchsten Wanderungssaldo aller Bezirke bezogen auf Ausländer und den 2. höchsten
Wanderungssaldo bezogen auf Kinder unter 6 Jahren.
Der Sozialindex für Kinder ist der 3. schlechteste aller Bezirke.
Langzeitarbeitslose SGB II + SGB III an der Bevölkerung (15-64 Jahre) am 01.06.2012 auf
der Ebene der Bezirke die höchste Quote aller Bezirke.
Arbeitslose Jugendliche SGB II + SGB III (unter 25 Jahren) an der Bevölkerung (15-24
Jahre) am 31.12.2011 auf der Ebene der Bezirke höchste Quote aller Bezirke.
Personen mit Einkommen unter 700 Euro an der Bevölkerung im Jahr 2011 auf der Ebene
der Bezirke 4. höchster Anteil.
Nichterwerbsfähige Hilfebedürftige SGB II (SG) an der Bevölkerung (unter 15 Jahren) am
31.12.2011 auf der Ebene der Bezirke 3. höchster Anteil mit 42,35 % ( Berlin 28,73).
Alleinerziehende SGB II Empfänger (ALG II) an Familien mit Kindern unter 18 Jahren am
31.12.2011 auf der Ebene der Bezirke höchster Prozentsatz mit einem Wert von 25,17 %
(Berlin 13,41%).

12

3.2. Angaben zu Anzahl, Finanzierung und Bedarf an öffentlich
finanzierten Jugendfreizeiteinrichtungen (Stand 1.5.2014)

Grafik 1Marzahn-Hellersdorf Jugendfreizeiteinrichtungen mit Bezirks- und/ oder Senatsfinanzierung

13

3.2.1. JFE mit Bezirks- und/ oder Senatsfinanzierung in Marzahn-Hellersdorf 2014
Name

Region Träger

Adresse

1

Abenteuerspielplatz
Marzahn West

MN

Spielplatzinitiative
Marzahn e.V.

Ahrensfelder Chaussee/
Dessauer Straße,
12689 Berlin

2

Wurzel

MN

GskA

Dessauer Straße 1,
12689 Berlin

3

UNO

MN

pad e.V.

Märkische Allee 414,
12689 Berlin

4

Kinderkeller

MN

Kinderring Berlin e.V

Wittenberger Straße 85,
12689 Berlin

5

Betonia

MN

Kinderring Berlin e.V.

Wittenberger Straße 78,
12689 Berlin

6

Springling

MM

Grenzkultur gGmbH

Otto-Rosenberg-Straße 2,
12681 Berlin

7

M3

MM

Haus der Begegnung M3
e.V.

Mehrower Allee 3,
12687 Berlin

8

MädchenMobil

MM

Kietz für Kids
Freizeitsport e.V.

Schwarzburger Straße 10,
12687 Berlin

9

Bolle

MM

Straßenkinder e.V.

Hohensaatener Straße 20/ 20a,
12679 Berlin

10 Club DRehKreuz

MM

DRK

Sella-Hasse-Straße 19/ 21,
12687 Berlin

11 Impuls

MM

Kinderring Berlin e.V.

Rudolf-Leonhard-Straße2,
12679 Berlin

12 Sportjugendclub
Marzahn

MM

Sportjugend Berlin/GSJ
gGmbH

Franz-Stenzer-Straße 39,
12679 Berlin

13 FAIR

MM

HVD

Marzahner Promenade 51,
12679 Berlin

14 Trinity

MS

CVJM Berlin e.V.

Blenheimstraße 33,
12685 Berlin

15 Klinke

MS

Kinderring Berlin e.V.

Bruno-Baum-Straße 56,
12685 Berlin

16 FiPP Schülerclub

MS

FiPP e.V.

Amanliesweg 40,
12685 Berlin

17 KickProjekt

MS

VSJ

Fichtelbergstraße 18a,
12685 Berlin

18 Anna Landsberger

MS

Roter Baum Berlin UG

Prötzeler Ring 13,
12685 Berlin

19 FiPP-Cafe

B

FiPP e.V.

Garzauer Straße 31,
12683 Berlin

20 Balzerplatz

B

pad e.V. / AWO

Köpenicker Straße 184,
12683 Berlin

14

Name

Region Träger

Adresse

21 Senfte

HN

Kids & Co e.V.

Senftenberger Straße 10,
12627 Berlin

22 Schülerclub CDF

HN

Förderband e.V.

Alte Hellersdorfer Straße 7,
12629 Berlin

23 Joker

HN

Kids & Co e.V.

Alte Hellersdorfer Straße 3,
12629 Berlin

24 Eastend

HN

Eastend Berlin e.V.

Tangermünder Straße 127,
12627 Berlin

25 Hella-Klub für
Mädchen und junge
Frauen

HN

KileLe gGmbH

Tangermünder Straße 2a
12627 Berlin

26 Buntes Haus

HN

Roter Baum Berlin UG

Hellersdorfer Promenade 14,
12627 Berlin

27 Nische

HO

AWO Spree-Wuhle e.V.

Louis-Lewin-Straße 40c,
12627 Berlin

28 Naturschutzzentrum
Schleipfuhl

HO

FV Naturschutzstation
Malchow e.V.

Hermsdorfer Straße 11a,
12627 Berlin

29 Schülerclub
Schatzkarte

HO

JAO gGmbH

Nossener Straße,
12627 Berlin

30 U5

HO

Eastend Berlin e.V.

Auerbacher Ring 25,
12619 Berlin

31 Kraftwerk

HO

Verbund e.V.

Adorfer Straße 6,
12627 Berlin

32 Kompass

HS

FiPP e.V.

Kummerower Ring 42,
12619 Berlin

33 Sportjugendclub
Hellersdorf

HS

Sportjugend Berlin e.V.

Peter-Huchel-Straße 39a,
12619 Berlin

34 Lubminer

HS

FiPP e.V.

Lubminer Straße 38,
12619 Berlin

35 Villa Pelikan

K

AWO Spree-Wuhle e.V

Hellersdorfer Straße 27,
12621 Berlin

36 WandelBar

K

CVJM Kaulsdorf e.V.

Mädewalder Weg 65,
12621 Berlin

37 Am Hultschi

M

pad e.V.

Hultschiner Damm 140,
12623 Berlin

Tabelle 3JFE mit Bezirks und/ oder Senatsfinanzierung in Marzahn-Hellersdorf

15

•

Seit dem 01.01.2014 gibt es keine kommunalen Jugendfreizeiteinrichtungen mehr.

•

Mit JHA-Beschluss vom 26.08.2013 und JHA-Beschluss vom 20.11.2013 wurde die
Neuverteilung der finanziellen Mittel für die Kinder- und Jugendarbeit für das
Haushaltsjahr 2014 beschlossen.

•

Im Jahr 2014 werden im Bezirk ausschließlich 36 Jugendfreizeiteinrichtungen in
freier Trägerschaft finanziert:
6 JFE`s mit Leistungsvertrag für den Doppelhaushalt 2014/ 2015 (diese wurden
bereits zum 01.01.2010 übertragen),
11 JFE`s mit Zuwendungsbescheid für den Doppelhaushalt 2014/ 2015 (diese
wurden zum 01.01.2014 übertragen),
19 JFE`s bzw. Projekte mit Zuwendungsbescheid für das Haushaltsjahr 2014 (dabei
pro Region 1 auskömmlich finanziertes Projekt)

•

Mit dieser bezirklichen Finanzierung sowie der Senatsfinanzierung sind insgesamt
3.673 Plätze in Jugendfreizeiteinrichtungen vorhanden. Bei einem Platzbedarf von
4.863 Plätzen wird eine Bedarfsdeckung von 75,5 % erreicht. Die größten Defizite
an Plätzen bestehen rein rechnerisch in den Regionen Mahlsdorf, Hellersdorf-Nord,
Biesdorf und Hellersdorf-Ost. Dafür besteht in den Regionen Marzahn-Mitte und
Marzahn-Süd ein rechnerisches Überangebot.

Bezirksregion

Anzahl
öffentlich
finanzierte
r an JFE,
von Bezirk
und
(Senat)

Öffentlich
finanziert
e Plätze

Fehlbedarf

Einwohner
(6-unter
25 Jahre)

Bezirklich
e Finanzierung
2014 in
Euro
(Plansumme)

Geplante
Angebotsstunden mit
bezirklicher
Finanzierun
g

Marzahn-Nord

4
(+1)a

386

141

4.622

531.971

22.826

Marzahn-Mitte

7
(+1)b

842
(+ 40)b

12
(-28)

7.489

749.485

32.847

Marzahn-Süd

5

535
(+ 150)c

63
(-87)

5.243

436.843

17.904

Biesdorf

2

239

199

3.839

291.240

11.937

Hellersdorf-Nord

6

493

288

6.855

636.557

26.089

Hellersdorf-Ost

5

234

193

3.746

397.520

16.291

Hellersdorf-Süd

3

308

141

3.941

411.830

16.879

Kaulsdorf

2

326

5

2.901

260.560

10.678

Mahlsdorf

1

120

339

4.026

140.550

8.055

36
(+1)b

3.483
(+ 190)bc

1.190

42.662

3.856.556

163.506

Gesamt

Tabelle 4Anzahl, Finanzierung und Bedarf an öffentlich finanzierten Jugendfreizeiteinrichtungen

16

 a) Es wurden nur die Plätze in JFE`s erfasst, die Fläche des pädagogisch betreuten Spielplatzes in MN wurde
aufgrund der allgemein üblichen Zählweise nicht erfasst.
 b) In Marzahn-Mitte befindet sich der Sportjugendclub Marzahn mit 40 Plätzen, er wird vollständig von der
Senatsverwaltung finanziert. Die dafür genutzten Plätze werden in der Bedarfsermittlung mit erfasst.
 c) In Marzahn-Süd befindet sich das KICK-Projekt mit 150 Plätzen, es wird aus Senatsmitteln finanziert. In der
bezirklichen Finanzierung sind nur Betriebskostenanteile enthalten.
In der Spalte bezirkliche Finanzierung wurden die Summen erfasst, die durch Bescheid erteilt wurden. Die
zusätzlich anfallenden Kosten im Jugendhaushalt für die JFE FAIR (Betriebskosten), Hultschi (Miete und
Mietnebenkosten) und Betonia (Betriebskosten) wurden hier nicht abgebildet. Sie spielen jedoch bei der Höhe der
geplanten Angebotsstunden eine Rolle.
Da einige Jugendfreizeiteinrichtungen nicht nahtlos zum 1.1.2014 ihre Arbeit aufgenommen haben wurde nach
Einzelfallgesprächen für einige Einrichtungen die Zuwendungssumme für 2014 verringert. In der Tabelle sind
jedoch die Plansummen ausgewiesen, wie sie dann auch für 2015 verausgabt werden sollen.

•

Keine Jugendfreizeiteinrichtung verfügt über eine langjährig gesicherte auskömmliche
Finanzierung. Die meisten Jugendfreizeiteinrichtungen arbeiten mit
Mehrfachfinanzierungen. Zusätzliche Mittel kommen dabei aus Stiftungsmitteln,
Quartiers- und LAP-Mitteln, Arbeitsfördermaßnahmen, Mitteln aus FSJ,
Bundesfreiwilligendienst u.ä.

•

Dies ist verwaltungstechnisch aufwendig und für die Gestaltung einer kontinuierlichen
Jugendarbeit nicht zweckmäßig. Es entsteht der Eindruck, dass Jugendarbeit mehr
von temporären und aktionsgeladenen Sonderprogrammen lebt, als von
kontinuierlichen Finanzierungen. Wenn diese Mittel reduziert oder nicht mehr
bereitgestellt werden ist der Bezirk nicht in der Lage die Weiterführung der Projekte
aus dem eigenen Haushalt zu kompensieren.

•

Verbessert hat sich die personelle Ausstattung in einigen Jugendfreizeiteinrichtungen
aufgrund der veränderten bezirklichen Finanzierung ab Jahresbeginn 2014.
Insgesamt 17 JFE`s werden nun nach gleichem Standard (große JFE mit 3,5
Vollzeitpersonalstellen, mittlere JFE mit 2,5
Vollzeitpersonalstellen und kleine JFE mit 2
Vollzeitpersonalstellen) finanziert.

•

In den Regionen der Großsiedlung sind die Jugendfreizeiteinrichtungen gleichmäßig
verteilt, in den Siedlungsgebieten gibt es große räumliche Abstände zwischen den
Einrichtungen.

•

In allen Regionen sind in der Regel Angebote für alle Altersgruppen vorhanden

•

Jugendfreizeiteinrichtungen sind für eine nicht unwesentliche Anzahl an Kindern und
Jugendlichen wichtige Orte, um ihre Freizeit zu verbringen, um andere Jugendliche
zu treffen, um Ansprechpersonen für ihre Sorgen und Probleme zu finden, um sich
auszuprobieren, sich selbst erfahren und entwickeln zu können.

•

Jugendfreizeiteinrichtungen bieten wichtige soziale, personale und materielle
Ressourcen für Kinder und Jugendliche.

•

Obwohl sich die Angebote der Jugendfreizeiteinrichtungen an alle Kinder und
Jugendlichen richten, werden sie immer stärker von Kindern und Jugendlichen mit
sozialen Problemlagen und kommunikativen Defiziten genutzt, so dass die noch vor
zehn Jahren vorhandene soziale Mischung nicht mehr vorhanden ist.

3.3. Umsetzung der bezirklichen Richtlinien
Viele Jugendfreizeiteinrichtungen verfügen über eine konzeptionelle thematische
Schwerpunktsetzung, an der sie im offenen Bereich und/oder projektorientiert sowie im
Veranstaltungsbereich arbeiten. Die im Punkt 2.1 benannten Handlungsfelder der
Jugendarbeit werden dabei als Querschnittsaufgaben aber auch als zusätzliche Angebote
bedarfs- und zielgruppenorientiert in die Arbeit der Jugendfreizeiteinrichtung integriert.

17

Die „Grundsätze und Richtlinien für die Arbeit in den Jugendfreizeiteinrichtungen des
Bezirkes Marzahn-Hellersdorf von Berlin“ enthalten im Punkt 3 inhaltliche Auslegungen zu
den jeweiligen Handlungsfeldern sowie Handlungsempfehlungen, was in jeder
Jugendfreizeiteinrichtung dazu umgesetzt werden soll.
Die einzelnen Punkte in den Richtlinien wurden im Rahmen der Fachmesse „Platz da!? Junges Leben in Marzahn-Hellersdorf“ (Workshopraum2) und in der bezirklichen AG Kinderund Jugendarbeit nach § 78 SGB VIII diskutiert. Gut laufende Umsetzungserfolge wurden
einem noch vorhandenen Optimierungsbedarf gegenübergestellt. Dabei wurde festgestellt,
dass das Thema Öffentlichkeitsarbeit in der Arbeit der Jugendfreizeiteinrichtungen einen
höheren Stellenwert erhalten sollte bzw. bei der Überarbeitung der Richtlinien als neues
Handlungsfeld aufgenommen werden sollte.
3.3.1. Kernbereich Offene Arbeit:
„Die Offene Arbeit ist der Kernbereich in jeder JFE. Sie beinhaltet neben den Ansätzen wie
Niedrigschwelligkeit, Freiwilligkeit, Offenheit, Annahme der jungen Menschen und
Parteilichkeit für diese, auch den Aspekt der Beziehungsarbeit zum Einzelnen und zur
Gruppe. …“
Das läuft gut in der Umsetzung
 existiert in jeder JFE
 es ist immer eine Fachkraft für
Gespräche, Anfragen, Sorgen,
Projektideen, u.a. vorhanden

Das
könnte
noch
(Optimierungsbedarf)

besser

laufen

− inhaltliche Arbeit der Einrichtungen im
Hinblick auf Vielfalt, Demokratie und
Partizipation
− Schaffung einer diskriminierungsfreien
Atmosphäre
− Möglichkeiten der Auseinandersetzung
mit unterschiedlichen gesellschaftlichen
Themen (geschlechtliche, sexuelle,
kulturelle, politische Vielfalt)
− Förderung von Medienkompetenz durch
gezielte Ansprache
− klare Haltung im Umgang mit Alkohol
und Nikotin

Tabelle 5Kernbereich Offene Arbeit

3.3.2. Partizipation:
„Partizipation ist eine Strukturmaxime der Jugendarbeit und damit durchgängiges Prinzip in
einer JFE. JFE`s bieten Raum und Möglichkeiten für eine aktive, selbstbestimmte Gestaltung
und Mitwirkung an (u.a.) Themen, Projekten und Veranstaltungen….“
Das läuft gut in der Umsetzung

Das könnte noch besser laufen
(Optimierungsbedarf)

 Partizipationsformen existieren in jeder
JFE
 es existieren regionale und
einrichtungsübergeifende
Partizipationsformen
(Jugenddemokratiefonds, Peerprojekte,
Kiezdetektive u.a.)

− bessere Zusammenarbeit mit anderen
Amtsbereichen (insbesondere bei der
Abstimmung von Außenprojekten)
− ungenügender Informationsfluss
zwischen den Projekten/Freien Träger
zum Thema
− fachbezogener Austausch zum Thema
− regionales und überregionales
Zusammenarbeiten der JFE`s
− Erarbeitung von bezirklichen Standards
zur Beteiligung

18

Tabelle 6Partizipation

3.3.3. Geschlechtsbewusste Jugendarbeit :
„Geschlechtsbewusste und damit geschlechtergerechte Mädchen- und Jungenarbeit ist eine
wichtige Querschnittsaufgabe in der Jugendarbeit und unterstützt zugleich die Umsetzung
der Strategie Gender Mainstreaming. In JFE`s sind bei allen Angebotsformen und -inhalten
die unterschiedlichen Bedürfnisse, Sozialisationserfahrungen und Lebensbedingungen von
Mädchen und Jungen zu beachten …“
Das läuft gut in der Umsetzung
 es gibt im Bezirk eine geförderte JFE
speziell für Mädchen
 in den JFE`s finden bedarfsgerechte
Angebote (auch geschlechtergetrennt)
statt
 Thematisierung von
Partnerschaft/Familienplanung sowie
Sexualität/ sexuelle Orientierung in den
JFE`s

Das
könnte
noch
(Optimierungsbedarf)
−
−
−

besser

laufen

nicht in allen JFE`s gibt es
gemischtgeschlechtliche Teams
Auseinandersetzung mit Rollenbildern
und Genderthemen
fachlicher Austausch der JFE`s

Tabelle 7Geschlechtsbewusste Jugendarbeit

3.3.4. Politische Bildung:
„Im Rahmen politischer Bildung erhalten junge Menschen die Gelegenheit, sich mit ihrer
Lebenswelt, ihrem sozialen Umfeld und der Gesellschaft auseinanderzusetzen, sie zu
verstehen und mitzugestalten ...“
Das läuft gut in der Umsetzung
 viele Infos zum Thema in den JFE`s
 Aktionen zu politischen Themen (z.B. im
Rahmen der U 18 Wahlen)

Das
könnte
noch
(Optimierungsbedarf)
−
−
−

besser

laufen

kontinuierliche Auseinandersetzung
zu politischen Themen
Auseinandersetzung mit politischem
Extremismus
Finden von geeigneten Methoden für
Jugendliche, um sich mit politischen
Themen auseinander zusetzen

Tabelle 8Politische Bildung

19

3.3.5. Sucht- und Gewaltprävention:
„Suchtprävention dient dazu, junge Menschen zu befähigen, sich eigenverantwortlich mit
sich selbst, mit anderen und ihrer Umwelt auseinander zu setzen. Ziel der Arbeit in den
JFE`s ist es dabei, junge Menschen stark zu machen, Selbstbewusstsein und eine eigene
Identität zu entwickeln …“
Das läuft gut in der Umsetzung

Das
könnte
noch
(Optimierungsbedarf)

 situationsbezogene Gespräche in den
JFE`s zum verantwortungsvollen
Umgang mit Rauchen, Alkohol, Medien,
Glücksspiele u.ä.
 alle JFE`s sind
Nichtrauchereinrichtungen

− Thematisieren des Rauchens vor den
JFE`s
− Thematisieren des Rauchens und
Trinkens von Alkohol auf Fahrten
− Thematisierung des Umgangs mit
Alkohol in den JFE’s (unter den
Mitarbeiter/innen und mit der
Nutzer/innengruppe)
− Einhaltung und Thematisierung des
Jugendschutzgesetzes
− Thematisierung von Suchtpotential in
der Mediennutzung

besser

laufen

„Gewaltprävention dient dazu, junge Menschen zu befähigen, Konflikte zu vermeiden bzw.
mit ihnen umzugehen...“.
Das läuft gut in der Umsetzung
 JFE`s bieten geschützte Räume
 JFE`s führen Projekte zur
Gewaltprävention durch

Das
könnte
noch
(Optimierungsbedarf)
−
−
−
−

besser

laufen

Sensibilisieren und Achten auf
gewaltfreie Sprache und gewaltfreien
Umgang
Reagieren gegen sexualisierte
Gewalt, Homophobie u.a.
Thematisierung von häuslicher
Gewalt
einheitliches Positionieren und
Handeln in den JFE`s auf Formen
von Gewalt

Tabelle 9Sucht- und Gewaltprävention

20

3.3.6. Jugendkulturarbeit:
„Jugendkulturarbeit fördert die Entwicklung der sozialen und kulturellen Identität und
Kompetenz von jungen Menschen. ... JFE`s bieten die Möglichkeit des Sammelns
kreativitätsfördernder Erfahrungen durch verschiedene künstlerische Darstellungsformen
(Theater, Musik, Tanz, Literatur, Spiel, Bildende Kunst, Graffiti, Film, Foto, Video etc.). …“
Das läuft gut in der Umsetzung
 JFE`s bieten Räume und Möglichkeiten
der Interessenfindung, des
Ausprobierens und der
Selbstverwirklichung
 JFE`s führen kulturelle und
jugendkulturelle Projekte durch
 JFE`s nutzen den Projektfonds kulturelle
Bildung

Das
könnte
noch
(Optimierungsbedarf )

besser

laufen

−

Nutzung von Bundesmitteln der
Kulturellen Bildung für die
Zusammenarbeit von JFE´s mit
Dritten
− Unterstützung und
Auseinandersetzung von durch
Jugendliche selbst definierte
jugendkulturelle Arbeit (Skater,
HipHop, Freerum, u.ä.)
− fehlende Flächen und Räume für
kulturelle und jugendkulturelle Arbeit
im Bezirk

Tabelle 10Jugendkulturarbeit

3.3.7. Medienpädagogik:
„JFE`s schaffen die Voraussetzungen und ermutigen und befähigen junge Menschen
verschiedenste Medien kennen zu lernen und kompetent, kritisch und eigenverantwortlich zu
nutzen…“
Das läuft gut in der Umsetzung
 Fachkräfte in vielen JFE`s vermitteln
Medienkompetenz im Umgang mit z.B.
sozialen Netzwerken
 viele JFE`s sind digital vernetzt und in
Medien präsent (Homepage, Facebook,
u.a.)

Das
könnte
noch
(Optimierungsbedarf )
−
−
−

−

besser

laufen

Verbesserung der
Öffentlichkeitsarbeit der JFE`s durch
Nutzung von Medien
Förderung von Medienkompetenz
durch gezielte Begleitung
Jugendliche sind ohne Schulung im
Internet (schützen von Zugangsdaten,
versteckte Kostenfallen, verbotene
Inhalte, illegale Downloads etc.)
Thematisierung von Suchtpotential in
der Mediennutzung

Tabelle 11Medienpädagogik

21

3.3.8. Interkulturelle Jugendarbeit:
„Interkulturelle Jugendarbeit fördert die Auseinandersetzung mit der Lebenswelt
unterschiedlicher Kulturen und erfordert die Reflexion der eigenen kulturellen Werte und
Normen. Sie macht junge Menschen sicherer mit für sie Unbekanntem, beseitigt Vorbehalte,
nimmt die Angst vor „Fremden“ und weckt Neugier….“
Das läuft gut in der Umsetzung

Das
könnte
noch
(Optimierungsbedarf )

 Angebote der JFE`s sind vielfältiger
 mehr Kinder und Jugendliche aus
Migrantenfamilien nutzen die JFE`s
 Internationale Begegnungen finden in
vielen JFE`s statt

− es gibt kein Gremium der Vernetzung
der Akteure von Internationalen
Begegnungen
− fehlende Fortbildungen von
Mitarbeiter/innen
− Aneignung von interkultureller
Kompetenz durch Mitarbeiter/innen

besser

laufen

Tabelle 12Interkulturelle Jugendarbeit

3.3.9. Integration und Inklusion:
„Integration zielt auf die Behandlung einzelner Individuen, um gesellschaftliche Barrieren auf
dem Weg zur Teilhabe zu überwinden. Inklusion tritt für den schrittweisen Abbau dieser
gesellschaftlichen Barrieren ein, um eine gemeinsame und gleichberechtigte Teilhabe zu
ermöglichen. Angestrebt ist dabei die Erreichung eines gemeinsamen gesellschaftlichen
Miteinanders aller Menschen ….“
Das läuft gut in der Umsetzung
 die individuellen Unterschiede von
Kindern und Jugendlichen werden als
Chance und Zugewinn in der Arbeit
betrachtet

Das
könnte
noch
(Optimierungsbedarf )

besser

−

laufen

Zusammenarbeit mit den Trägern der
Migrationsarbeit
− Zusammenarbeit mit den Trägern der
Behindertenarbeit
− Barrierefreiheit in den Einrichtungen
herstellen
− Fortbildungen und
Reflexionsmöglichkeiten der
Mitarbeiter/innen
− Besetzung der Teams mit
Mitarbeiter/innen aus
unterschiedlichen Kulturen

Tabelle 13Integration und Inklusion

22

3.3.10. Sportorientierte Jugendarbeit
„Sportorientierte Jugendarbeit fördert die allseitige Entwicklung und Gesundheit junger
Menschen. … Sie fördern neben den motorischen Fähigkeiten besonders die Teamfähigkeit,
lehren Toleranz und einen fairen Umgang miteinander…“
Das läuft gut in der Umsetzung
 JFE`s fördern körperliche Bewegung
und nutzen Sport als Möglichkeit zum
Frust- und Aggressionsabbau
 einrichtungsübergreifende Sportaktionen
 Einbeziehung von Freiflächen in die
Arbeit der JFE
 JFE`s unterstützen den Ausbau von
Flächen

Das
könnte
noch
(Optimierungsbedarf )
−
−
−

besser

laufen

kostenfreie Nutzung von Sporthallen
durch JFE`s
mangelnde Flächen und Räume für
Trendsportarten
Zusammenarbeit mit Sportvereinen

Tabelle 14Sportorientierte Jugendarbeit

3.3.11. Erlebnispädagogik:
„Im Mittelpunkt der Erlebnispädagogik steht handlungsorientiertes und praktisches Lernen.
Erlebnisorientierte Aktivitäten, die sich vom normalen Alltag der jungen Menschen
distanzieren, eröffnen praktische und sinnlich wahrnehmbare Erfahrungen, die jungen
Menschen ermöglicht, ihre Umwelt aus anderen Perspektiven zu betrachten. …“
Das läuft gut in der Umsetzung
 Tagesausflüge innerhalb von Berlin und
in das Umland
 viele Träger/ JFE`s führen Ferienfahrten
durch

Das
könnte
noch
(Optimierungsbedarf )
−
−
−

besser

laufen

finanziellen Mittel für die
Unterstützung von Ferienfahrten
fehlen im Bezirk
Fortbildungen für die Mitarbeiter/innen
der JFE`s zum Thema
fehlende Flächen im Bezirk für
Abenteuer- und Bauspielplätze und
nichtregulierte Flächen für
nichtinstitutionalisierte Projekte und
Aktionen

Tabelle 15Erlebnispädagogik

23

3.3.12. Gesundheitsförderung:
„Gesundheitsförderung in der Jugendarbeit umfasst unter anderem Elemente der
Suchtprävention und der sportorientierten Jugendarbeit. Wichtig ist es, bei den Kindern und
Jugendlichen ein positives Bewusstsein zu Bewegung, Ernährung, Konsum, Kleidung u.ä. zu
entwickeln…“
Das läuft gut in der Umsetzung
 vielfältige Gesundheits- bzw.
Ernährungsprojekte in den JFE`s

Das
könnte
noch
(Optimierungsbedarf )
−
−
−
−

−

besser

laufen

kostenfreie Sporthallennutzung für
freie Träger im Land Berlin
Angebote zur sexuellen Aufklärung
und zur Prävention von
Teenieschwangerschaften
Thematisierung des Umgangs mit
Alkohol und Nikotin in den JFE’s
Schaffung von Voraussetzungen für
gemeinsames Kochen
(Küchenausstattung und Beschaffung
von Lebensmitteln)
fehlende finanzielle Mittel zur
Förderung von Projekten zur
gesunden Ernährung

Tabelle 16Gesundheitsförderung

3.3.13. Umweltbildung:
„Die Umweltbildung ist ein Querschnittthema, denn sowohl in naturkundlichen, technischen,
sozialen, gesundheitlichen u.a. Themen spielen Umweltbelange in den JFE`s eine wichtige
Rolle. Auch in der Umweltbildung werden sowohl vielfältige Kenntnisse vermittelt,
handwerkliche Fähigkeiten entwickelt und ein ökologisches Bewusstsein herausgebildet. …“
Das läuft gut in der Umsetzung
 viele JFE`s führen Umweltprojekte durch
(Freiflächengestaltung, Wandgestaltung,
Kräuterbeete, Nistkästen, Mülltrennung,
Kleinstreparaturen, Malern, u.ä.)

Das
könnte
noch
(Optimierungsbedarf )
−
−

−
−

besser

laufen

Einbeziehung von Kindern und
Jugendlichen in die Vorbereitung der
IGA
Unterstützung von JFE`s, die im
Rahmen der IGA 2017 Projekte
außerhalb des IGA-Geländes
durchführen
gemeinsame Projektentwicklung
zwischen JFE`s und IGAVerantwortlichen
Eintrittssituation muss geklärt werden,
damit JFE`s die IGA für
Umweltprojekte nutzen können

Tabelle 17Umweltbildung

24

3.3.14. Arbeitsweltbezogene Jugendarbeit:
„Arbeitsweltbezogene Jugendarbeit bereitet junge Menschen auf ein späteres Leben in
Berufstätigkeit und Beschäftigung vor. Sie umfasst insbesondere all jene Angebote, die
darauf ausgerichtet sind, junge Menschen in ihrer Selbstwahrnehmung zu unterstützen und
ihr Selbstbewusstsein zu stärken…“
Das läuft gut in der Umsetzung
 im Alltag einer JFE gibt es
Möglichkeiten, Berufsfelder zu erproben
 In Zusammenarbeit mit Unternehmen
werden Praktikumsplätze akquiriert,
aber auch in den JFE`s werden
Praktikumsplätze angeboten

Das
könnte
noch
(Optimierungsbedarf )
−
−
−

besser

laufen

JFE`s werden nur im geringen Maße
in den Masterplan Ausbildung
einbezogen
Zusammenarbeit zwischen JFE´s und
Wirtschaft
Nutzung des Jugendberatungshauses
XXL

Tabelle 18Arbeitsweltbezogene Jugendarbeit

3.3.15. Schulbezogene Jugendarbeit:
„Jugendarbeit ist Bildungsarbeit; sie ist als eigenes Lernfeld zu betrachten, setzt an den
alltags- und lebensweltbezogenen Interessen junger Menschen an und macht diese zum
Gegenstand von Bildungsprozessen. Jugendarbeit ist Teil des Bildungssystems, d.h.
Jugendbildung ergänzt das institutionelle Angebot des Bildungswesens. ….. Jugendarbeit ist
ein Ort der informellen und nonformellen Bildung….“
Das läuft gut in der Umsetzung
 Zunehmend Kooperationen zwischen
Schulen und JFE`s (Nutzung der
räumlichen, personellen und
methodischen Ressourcen der JFE`s)
 zunehmend findet eine projektorientierte
Zusammenarbeit der JFE`s mit
Schulsozialarbeiter/innen statt
 regionale Bildungsnetzwerke sind
entstanden

Das
könnte
noch
(Optimierungsbedarf )
−
−

besser

laufen

Verzahnung und zielorientierte
Vernetzung zwischen Schule und
Jugendarbeit hat noch viel Potential
Jede Schule sollte die
Mitarbeiter/innen der Jugendhilfe als
Partner an den Tisch holen, z.B.
regelmäßige Teilnahme einer
Fachkraft der nächstgelegenen JFE
und von Streetwork an den
Gesamtkonferenzen der Schule

Tabelle 19Schulbezogene Jugendarbeit

3.3.16. Familienbezogene Kinder- und Jugendarbeit:
Das läuft gut in der Umsetzung
 generationenübergreifende Teilnahme
an Projekten und Großveranstaltungen
 zunehmend nutzen Eltern Angebote in
JFE`s

Das
könnte
noch
(Optimierungsbedarf )
−
−

−

besser

laufen

Förderung von Familienfreizeiten
Implementierung von
Familienberatung, Elterngruppen etc.
in die JFE’s, die als finanzierte
Angebotsstunden abgebildet werden
können
stabile, kontinuierliche Finanzierung
für die Arbeit mit Teenager - Müttern
und - Eltern

Tabelle 20Familienbezogene Kinder- und Jugendarbeit

25

3.4. Zusammenarbeit Jugendarbeit und Schule
•

Kinder und Jugendliche benötigen vielfältige Formen der Ansprache und des Lernens
für ihre körperliche und geistige Entwicklung

•

um einen optimalen Mix aus formaler, informeller und nonformeller Bildung zu
gewährleisten, arbeiten Partner aus unterschiedlichen Bereichen, wie z.B. Schule
und Jugendarbeit zusammen

•

nicht eingegangen wird hier auf Zusammenarbeit in den Bereichen
Jugendsozialarbeit in Form von Schulstationen, im Rahmen des Landesprogramms
„Jugendsozialarbeit an Berliner Schulen“, Schulsozialarbeit im Rahmen des
Bonusprogramms)

3.4.1. Zusammenarbeit zwischen Jugendfreizeiteinrichtungen und Schulen
•

es bestehen vielfältige Kooperationen zwischen JFE`s und Schulen, welche einen
wichtigen Beitrag für die Umsetzung eines ganzheitlichen Bildungsverständnisses
leisten

•

beide Seiten bringen dabei ihre spezifischen Kompetenzen und Erfahrungen ein; so
dass die Schülerinnen und Schüler von dieser Zusammenarbeit profitieren

•

JFE`s arbeiten mit aktivierenden Methoden, um die Selbst- und Sozialkompetenz bei
Kindern und Jugendlichen zu fördern

•

Schulen profitieren von den Netzwerken der Jugendarbeit im Sozialraum

•

Schulen bietet der Jugendarbeit neue bzw. andere Zugänge zu jungen Menschen

•

die Bildungsangebote von Schulen können in Zusammenarbeit mit
Jugendeinrichtungen erweitert werden durch die Nutzung von vorhandenen
Angeboten in den Einrichtungen der Jugendarbeit und durch Öffnung der Schulen
durch die Umsetzung von Projekten der Jugendarbeit am Ort Schule

•

freie Träger der Jugendarbeit stellen in Kooperation mit Schulen Anträge für
zusätzliche finanzielle Projektmittel

•

Beispiele für Kooperationsprojekte sind: Durchführung von thematischen Projekten
(Unterrichtsstunde, Projekttag, Projektwoche) wie Konfliktlotsenausbildung,
Streitschlichtertraining, Antigewalttraining, soziales Lernen, Anleitung von Schülerbzw. Klassensprechern, Berufsorientierung, Medienkompetenz, Suchtprävention,
genderorientierte Verhaltensweisen, Schülerzeitungsgestaltung, Gestaltung der
Hausordnung, Kinderrechte, Freiflächengestaltung, Kiezdetektivaktionen,
Zukunftsdiplom, Stadtspiele, Stadtteilerkundungen, Familienarbeit, Klassenrat,
Lernwerkstätten, Mitwirken auf Schulveranstaltungen, Elternabende u.a.

•

Schulen und JFE`s nutzen gemeinsam materiell-technische Ressourcen (z.B.
Häuser, Räume, Sporthallen, Fachräume, Geräte u.a.)

•

auch werden zunehmend Jugendbildungsstätten als Partner/innen für gemeinsame
Fortbildungsmaßnehmen genutzt

•

durch das 2008 existierende „Berliner Rahmenprogramm Kulturelle Bildung“ wird das
Thema Kulturelle Bildung berlinweit inhaltlich und finanziell befördert; eine wichtige
Kernaufgabe dabei ist die Kooperation und Vernetzung der Bereiche Kultur, Jugend
und Schule; mit dem „Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung“ ist ein wichtiges
Instrument zur Förderung künstlerischer Projekte zwischen den genannten Partnern
geschaffen worden

26

3.4.2. Berliner Programm „Jugendarbeit an Schule“
•

das Landesprogramm Jugendarbeit an Schulen zielt auf die Verankerung von
Angeboten der Jugendarbeit in und im Umfeld von Schulen, um Formen der
formellen, informellen und nonformellen Bildung miteinander zu verbinden.

•

als Angebote der Jugendarbeit an Schule richten sie sich an alle Schülerinnen und
Schüler der jeweils festgelegten Klassen- bzw. Altersstufen und werden von ihnen
freiwillig wahrgenommen, mitgestaltet und mitbestimmt

•

die Konzeptionen der einzelnen Angebote werden zwischen dem freien Träger der
Jugendhilfe, der Schulleitung, dem Jugendamt und der Schulaufsicht gemeinsam
vereinbart

•

die Finanzierung der Angebote erfolgt aus Mitteln der Senatsverwaltung für Bildung,
Jugend und Wissenschaft auf der Grundlage von Fördervorschlägen der bezirklichen
Jugendämter; Jugendamt und Schule müssen zu mindestens 20% der Senatssumme
kofinanzieren

•

im Bezirk Marzahn-Hellersdorf werden derzeit 3 Projekte in Form von Schülerclubs
(an der Grundschule an der Geißenweide, der Schleipfuhl-Grundschule, der CasparDavid-Friedrich-Schule) finanziert

•

diese Schülerclubs arbeiten als kleine Jugendfreizeiteinrichtung am Ort Schule bzw.
mit Schule (Freiwilligkeit, Ganzheitlichkeit, Interessenbezogenheit, Mitbestimmung
mittels offener Angebote, Kurse und Veranstaltungen) und ergänzen so die
schulischen Bildungsangebote um informelle und nonformelle Formen

•

die Schülerclubs fördern die sozialen, kreativen und personellen Kompetenzen der
Kinder und Jugendlichen, entwickeln Selbstbewusstsein, Urteilsvermögen,
Teamfähigkeit u.a.

•

die Arbeit im Schülerclub führt zu einer hohen Identifikation der Nutzerinnen und
Nutzer der Schülerclubs mit ihrer Schule und zu einer Verbesserung des Schulklimas

•

durch die Mitwirkung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schülerclubs in den
Vernetzungsrunden der jeweiligen Region können Kooperationen angebahnt und die
Sichtweisen von Schule einbezogen werden

3.4.3. Zusammenarbeit von Jugendarbeit und Ganztag
•

alle Berliner Grundschulen, Integrierte Sekundarschulen und zunehmend auch
Gymnasien sind Ganztagsschulen in gebundener, teilgebundener oder offener Form

•

Kernstück ganztägiger Bildung ist die Verknüpfung von geplanten und
vorstrukturierten Bildungsangeboten mit den weniger formalisierten Angeboten;
selbständiges Lernen und Vertiefen, konzentrierte Unterrichtsphasen und
Entspannung sollen sich in der rhythmisierten Ganztagsschule abwechseln; so
können Schülerinnen und Schülereigene Stärken entdecken und ihren Interessen
und Begabungen nachgehen

•

der Ganztag erfordert rhythmisierende Zeitstrukturen, Kooperationen und eine
Öffnung der Schule in die Bildungsregion

•

die Integrierten Sekundarschulen erhalten ein finanzielles Budget, um mit
außerschulischen Partnern wie den Trägern der Jugendhilfe, Sportvereinen,
Musikschulen und Kultureinrichtungen ihre Ganztagskonzepte umzusetzen

•

es wurden vielfältige Kooperationen zwischen Trägern/Einrichtungen der
Jugendarbeit und Schulen zu einer gemeinsamen Gestaltung des Ganztages
geschlossen (leider fehlt eine Gesamtübersicht)

27

•

auch aus Mitteln aus dem Bonusprogramm werden an vielen Schulen des Bezirkes in
Zusammenarbeit mit freien Trägen der Jugendhilfe gemeinsam konzipierte
Maßnahmen durchgeführt

•

Ganztagsangebote am Ort Schule führen jedoch auch dazu, dass Kinder und
Jugendliche wochentags bis mindestens 16 in den Schulen „eingebunden“ sind. Dies
hat Auswirkungen auf alle Einrichtungen außerhalb von Schule (auf
Jugendfreizeiteinrichtungen, Musikschulen, Sportvereine, u.ä.)

3.5. Angaben zu überregionalen Angeboten
3.5.1. Kinder- und Jugendbeteiligungsbüro Marzahn-Hellersdorf
•

Das KJB (Träger: Humanistischer Verband mit Sitz im FAIR) ist Koordinierungsstelle
und Beteiligungsbüro der Kinder- und Jugendmitbestimmung im Bezirk MarzahnHellersdorf.

•

Es informiert, begleitet, aktiviert, unterstützt, qualifiziert und stärkt Kinder und junge
Heranwachsende, damit sie sich ihrer Rechte (Kinderrechte) einfordern und
verwirklichen können. Das KJB agiert als Lobbyvertretung für Kinder- und
Jugendinteressen.

•

Das KJB arbeitet vernetzt mit den bezirklichen Einrichtungen und Institutionen
zusammen, führt Beteiligungsprojekte (Kiez- und Klimadetektive,
Zukunftswerkstätten, Jugendjurys im Rahmen des bezirklichen
Jugenddemokratiefonds u.a.) durch und arbeitet am Bürgerhaushalt (im Rahmen der
Kinder- und Jugendinteressen) mit.

•

bezirkliche Finanzierung 2014: 100.000€

3.5.2. Streetwork/ Mobile Arbeit in Marzahn-Hellersdorf
•

Streetwork und Mobile Jugendarbeit werden im Bezirk vom Förderverein für Jugend
und Sozialarbeit e.V., von Gangway e.V. und von der gemeinnützigen Gesellschaft
für sozial-kulturelle Arbeit mbH/Outreach geleistet. Die Arbeit dieser drei freien Träger
ist historisch gewachsen, regional verankert und erfolgt in Abstimmung miteinander
und unter Koordination des Jugendamtes.

•

In der bezirklichen Konzeption "Streetwork und Mobile Jugendarbeit in MarzahnHellersdorf", die von der AG Mobile Jugendarbeit im November 2013 überarbeitet
wurde, sind die jeweiligen Arbeitsansätze, die Rahmenbedingungen, die
Kooperationen und Vernetzungen sowie die jeweiligen Ansprechpartner/innen
enthalten.

•

bezirkliche Finanzierung 2014: jedes dieser drei Projekte erhält 73.815,00 € als
bezirklichen Anteil zu der Senatsfinanzierung

3.5.3. Medienkompetenzzentrum Marzahn-Hellersdorf
•

Medien spielen in der Jugendarbeit eine zunehmende Rolle als Informations- und
Gestaltungsmittel. Die Herausbildung von Medienkompetenz gehört deshalb zu einer
der wichtigsten Schlüsselkompetenzen für die jungen Menschen. (3.3.)

•

Das Medienkompetenzzentrum Marzahn-Hellersdorf (Lernzentrum von Helliwood
media & education im Förderverein für Jugend und Sozialarbeit e.V.) unterstützt
Jugendeinrichtungen, Kitas, Schulen, Eltern u.a. mit weiterführenden Informationen
und Beratungen zur Medienkompetenz und führt unterschiedliche Medienprojekte mit
Partnern im Bezirk durch.

•

Finanzierung: das Projekt erhält keine bezirkliche Förderung; es wird aus
Senatsmitteln finanziert

28

3.5.4. überregionale Facharbeitsgemeinschaften nach § 78 SGB VIII
Neben den regionalen Vernetzungsrunden finden thematische Facharbeitsgruppen im Bezirk
statt, in denen sich das Jugendamt gemeinsam mit Fachkräften aus unterschiedlichen
Jugendfreizeiteinrichtungen u.a. Fachkräften zu Fachthemen und -planungen verständigt.
Im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit sind das:
•

AG Kinder- und Jugendarbeit Marzahn-Hellersdorf

•

AG Geschlechterdifferenzierte Kinder- und Jugendarbeit Berlin Marzahn-Hellersdorf

•

AG Mobile Jugendsozialarbeit

•

AG Bunter Tisch Jugendkultur(Aufbruch) Marzahn-Hellersdorf

Darüber hinaus sind das z.B.:
•

AG Schulbezogene Jugendsozialarbeit

•

AG Prävention des Suchtverbundes

•

AG Jugend und Arbeitswelt

•

Bündnis für Kinder Marzahn-Hellersdorf

3.6. Themen und Zukunftsforderungen aus Sicht der
überregionalen Arbeitsgruppen
aus Sicht der AG Streetwork/Mobile Jugendarbeit:
•

Schaffung von akzeptablen Wohnraum für junge Menschen

•

niedrigschwellige Angebote für Schuldnerberatung

•

Sensibilisierung aller Verwaltungsmitarbeiter/innen für den Umgang mit Jugendlichen

•

Erhalt von nicht reglementierten Freiflächen für die Nutzung durch Jugendliche

•

kostenfreie Zugänge zu Sporthallen und Sportflächen

•

gerechte/wirkliche Beteiligung von jungen Menschen

•

Bereitstellung von finanziellen Mitteln für "spontane" Beteiligungsprojekte von
Jugendgruppen

aus Sicht vom Bunten Tisch Jugendkultur(aufbruch) MH
•

wir müssen die Teilhabemöglichkeiten für alle Kinder und Jugendlichen an kulturellen
und jugendkulturellen Angeboten sichern

•

wir brauchen Orte und Freiräume zum Ausprobieren; ebenso für
Großveranstaltungen, Festivals u.ä., aber auch für Ausstellungsflächen u.ä.

•

wir benötigen eine Übersicht über alle kulturellen und jugendkulturellen Aktivitäten im
Bezirk sowie eine Koordinierungsstelle für Kulturelle Bildung

•

wir benötigen ein Netzwerk zwischen Künstler/innen und Institutionen, wie Schulen,
Kitas, JFE`s, Familienzentren im Bereich kulturelle Bildung/Jugendkultur muss
verbessert werden

•

wir benötigen bezirkliche Standards für kulturelle Bildung/Jugendkultur

aus der Sicht der AG Prävention des Suchtverbundes Marzahn-Hellersdorf:
•

kein Rauchen in geschlossenen Räumen (weder in Gaststätten noch zuhause)

29

•

Einhaltung des Jugendschutzgesetzes in öffentlichen Gebäuden; aber auch im
privaten Raum

•

die Situation des Jugendlichen akzeptieren und nicht verteufeln, auf keinen Fall die
„Jugendlichen von der Straße holen wollen“ als pädagogischer Ansatz, aber das
Bewusstsein für die Verantwortungsübernahme für das eigene Leben wecken

•

verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol lernen statt Verbote

•

Vorbereitung auf den Einstieg in ein selbstbestimmtes Leben (Geld, Wohnen, Lernen,
Leben, Behörden, etc.)

•

Freiräume schaffen zum Ausagieren und Kennenlernen der eigenen Grenzen

•

freizeitpädagogische Angebote für konsumierende Jugendliche schaffen (keine
Ausgrenzung)

•

Mobile Jugendberatung zur persönlichen Orientierung an wechselnden Orten

•

bessere Information über Suchthilfeangebote

•

Aufklärung über Trendsuchtmittel

•

vorhandene Angebote/Projekte den Schulen zur Kenntnis bringen

•

Aufmerksamkeit auf stofffreie Süchte (Internet, PC, Handy) legen

•

Lösungen suchen, um bewährte Projekte im Rahmen der Suchtprävention
(Finanzierung überwiegend aus Drittmitteln) aus kommunalen Mitteln weiter zu
fördern

aus Sicht der AG geschlechterdifferenzierte Kinder- und Jugendarbeit in MarzahnHellersdorf:
•

Erhalt einer geförderten JFE speziell für Mädchen

•

gemischtgeschlechtliche Teams in gemischtgeschlechtlichen JFE`s

•

in allen JFE muss erkennbar sein, dass Genderthemen aufgegriffen werden und
dass eine Auseinandersetzung mit vorhandenen Rollenbildern erfolgt

•

die „alten Hasen“ der AG sind dabei, den Staffelstab an die „Jungen“ zu übergeben;
dabei treffen Erfahrungen auf neue Sichtweisen; nach dem Weggang der
kommunalen Mitarbeiter/innen aus der AG wäre ein Mitgliederzuwachs aus den
übertragenen JFE`s wünschenswert

•

die AG „geschlechterdifferenzierte Kinder- und Jugendarbeit in Marzahn-Hellersdorf“
führt in jedem Jahr eine Aktion zum Weltmädchentag durch und wünscht mehr
Mitwirkung

3.7. Jugendarbeit als Teil der Jugendhilfe
Die Kinder- und Jugendarbeit ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Jugendhilfelandschaft
und der kommunalen Infrastruktur für Kinder und Jugendliche. Die besonderen
Kompetenzen der Kinder- und Jugendarbeit liegen in der Beziehungsarbeit.
•

Jugendarbeit

•

aktiviert, motiviert, begleitet und berät Kinder und Jugendliche

•

leistet eine frühzeitige Orientierung zu Demokratie und Toleranz

•

fördert die Interessen junger Menschen

•

trägt zur Persönlichkeitsentwicklung bei

•

fördert Selbstständigkeit, Selbstorganisation, Selbstwirksamkeit und Eigenständigkeit

30

•

bietet ein breites Lernfeld für die persönliche und soziale Entwicklung

•

fördert soziale Kompetenz (Perspektivenübernahme, Empathie, Konfliktlösung)

•

unterstützt junge Menschen und befähigt sie, mit Misserfolgen umzugehen

•

fördert die Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit

•

vermittelt technische Fähigkeiten (Computer, Geräte, Equipment)

•

fördert die Organisationskompetenz (Gruppenleitung, Organisieren, Planen)

•

fördert das ehrenamtliche Engagement

Seit Beginn der Sozialraumorientierung steht die Jugendarbeit einerseits unter Druck,
eigenständig Leistungen bedarfsgerecht und abrechenbar zu erbringen und andererseits als
Partner für andere Bereiche zur Verfügung zu stehen. Letzteres ist darin begründet, dass
die Fachkräfte der Kinder- und Jugendarbeit über viele Erfahrungen mit einer auf den
Sozialraum ausgerichteten und vernetzten Arbeitsweise besitzen. Sie arbeiten in
Quartiersrunden, Sozialraumkonferenzen, Ausschüssen, ressortübergreifenden Gremien,
aber auch in Fallteams, teilweise sogar in Helferkonferenzen mit und kooperieren mit
Schulen, Kitas, Familienzentren, Stadtteilzentren, Sportvereinen, Kultureinrichtungen,
Beratungsstellen, Wohnungsbaugesellschaften u.a. Als Partner für Schulen bereichert die
Jugendarbeit mit ihren Methoden zunehmend den formalen schulischen Alltag.
Jugendarbeit als Teil der Jugendhilfe muss sich ständig und flexibel entsprechend den
gesellschaftlichen Rahmenbedingungen weiterentwickeln. Dazu werden regelmäßig Bedarfe
ermittelt, Schlussfolgerungen gezogen, Veränderungen vorgenommen und die Kompetenzen
der Fachteams angepasst.
Jugendarbeit hat eine präventive Wirkung und kann unter Umständen weiterführende
Hilfen verhindern. Jugendarbeit hat aber auch einen eigenen gesetzlichen Auftrag, der nicht
vernachlässigt werden darf. Vor dem Hintergrund der finanziellen Lage des Bezirkes muss
die Verwaltung des Jugendamtes Beides im Blick haben.

31

4. Bezirksregion Marzahn-Nord
4.1. Soziodemografische Situation
Die Einwohnerzahl in Marzahn-Nord ist seit 2006 um 3,1 % gestiegen. Die Anzahl der jungen
Menschen zwischen 6 und unter 27 Jahren ist in der Zeit um 1.351 (-19,8 %) und damit um
fast ein Fünftel gesunken, die Anzahl der Jugendlichen ist nahezu um ein Viertel und die der
Jungen Menschen zwischen 18 und 21 Jahren sogar um mehr als die Hälfte gesunken.
Umgekehrt ist dies bei der Anzahl der Kinder, hier ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen.
Entwicklung der Einwohnerzahl 2006 bis 2013 (jeweils zum 31.12. des Jahres)
M-Nord

Stand 12/2013

Stand 12/2006

Differenz

Differenz in %

6-unter 10

1.100

779

321

41,2%

10-unter 14

877

710

167

23,5%

14-unter 18

827

1.097

-270

-24,6%

18- unter 21

596

1444

-848

-58,7%

21-unter 27

2.067

2.788

-721

-25,9%

6-unter 27

5.467

6.818

-1.351

-19,8%

Gesamt

23.183

22.495

688

3,1%

Tabelle 21Entwicklung der Einwohnerzahl 2006 bis 2013 (jeweils zum 31.12. des Jahres)

32

In dem folgenden Diagramm ist zu erkennen, dass die Anzahl der Kinder bis zum 14.
Lebensjahr in jedem einzelnen Jahrgang über dem Stand von 2006 lag. Im Diagramm ist
2006 deutlich ein steiler Anstieg ab dem 15. Lebensjahr zu erkennen, im Jahr 2013 ist dieser
entsprechend erst ab dem 23.Lebensjahr zu erkennen. Die verhältnismäßig hohe Anzahl
Junger Menschen ab dem 23. Lebensjahr wird insgesamt auch noch in den nächsten 4
Jahren zu einer weiteren Reduzierung der Anzahl der 6- unter 27-Jährigen führen.
Junge Menschen in Marzahn-Nord (31.12.2013 und 31.12.2006)

Junge Menschen in Marzahn Nord (31.12.2013 und 31.12.2006)
700
600
500
400
300
200
100
0
1

2

3

4

5

6

7

8

9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27
2013

Lebensjahr

2006

Abbildung 2Junge Menschen in Marzahn-Nord

Der Sozialindex liegt in Marzahn-Nord bei -1,7638 und ist dabei der 2. schlechteste der 9
Bezirksregionen (BZR) in Marzahn. Im Berliner Vergleich liegt Marzahn-Nord auf Rang 133
und gehört damit zu den 5 BZR mit den schlechtesten Sozialindizes aller 137 BZR.
Der Migrationsanteil bei den Kindern liegt bei fast einem Drittel, dies ist der zweithöchste
Anteil im Bezirk. Der Migrationsanteil der Gesamtbevölkerung liegt bei 21% und ist damit der
höchste Wert aller 9 BZR.

33

Grafik 2Marzahn-Nord mit den Jugendfreizeiteinrichtungen mit Bezirks- und/ oder Senatsfinanzierung

34

4.2. Angaben zu den bezirklich finanzierten Jugendfreizeiteinrichtungen
Seit 01.01.2014 gibt es im Stadtteil Marzahn NordWest keine kommunale Jugendeinrichtung mehr.5 Einrichtungen werden über bezirkliche Mittel
finanziert, bzw. teilfinanziert.
Name
Adresse
Träger

Zielgruppe

Öffnungszeiten

Inhaltliche Schwerpunkte

Bemerkungen

Bezirklich geförderte JFE durch Übertragung
Betonia
Wittenberger Str. 78
12689 Berlin
Kinderring Berlin e.V.

11-27 Jahre
(insbesondere 1419 Jahre) aus dem
Stadtteil

Mo-Mi: 14.00-20.00 Uhr Offene Jugendarbeit; Veranstaltungen, Workshops,
Jugendbeteiligung, Jugendkulturarbeit,
Do:14.00-21.00 Uhr
Internationale Begegnungen, Politische Bildung
Fr:14.00-22.00 Uhr
So:13.00-19.00 Uhr
Sa: Projektarbeit

UNO
Märkische Allee 414
12689 Berlin
Pad e.V.

6-16 Jahre und
Familien

Mo-Fr: 13.00-18.00 Uhr Offene Jugendarbeit; Veranstaltungen, Workshops,
Sa:
10.00-17.00 Uhr Kulturelle Jugendarbeit, Kreativangebote,
oder 12.00-20.00 Uhr sportorientierte Jugendarbeit,
Gesundheitsförderung

Bezirklich geförderte JFE mit jährlicher Zuwendung
Kinderkeller
Wittenberger Str. 85
12689 Berlin
Kinderring Berlin e.V.

5-14 Jahre/ Eltern
und Familien

Mo-Fr: 13.00-19.00 Uhr Offene Jugendarbeit; Veranstaltungen, Workshops,
Im Winter: 13.00-18.00 Beteiligung und Politische Bildung/ Internationale
Begegnungen, schulbezogene Jugendarbeit,
Uhr
nonformale Bildung, berufliche Frühorientierung

Wurzel
Dessauer Str. 1
12689 Berlin
GskA

14-21 Jahre aus
Marzahn West

Mo-Fr: 13.00-20.00 Uhr Offene Jugendarbeit; Veranstaltungen, Workshops,
Samstags alle 14 Tage, Hinausreichende Jugendarbeit, Jugendkulturarbeit,
sowie nach Bedarf
sportorientierte Jugendarbeit,
geschlechterdifferenzierte Jugendarbeit

35

Gemeinsamer Standort
mit dem Regionalteam
Marzahn-Nord,
Reistrommel e.V. und
Lebensnähe e.V.

Name
Adresse
Träger

Zielgruppe

6-13 Jahre aus
Abenteuerspielplatz
Marzahn West
Marzahn West
Ahrensfelder Chaussee
12689 Berlin
Spielplatzinitiative
Marzahn e.V.

Öffnungszeiten

Inhaltliche Schwerpunkte

Bemerkungen

Mo-Sa: 9.00-18.00 Uhr

Pädagogisch betreuter Spielplatz, Umweltbildung,
nonformale Bildung

Sonstige wichtige JFE und Kinder- und Jugendprojekte
Abenteuerspielplatz
Marzahn Nord
Schorfheidestraße 52
12689 Berlin
Spielplatzinitiative
Marzahn e.V.

6-14 Jahre
Die-Sa: 13.00-18.00
Kita, Hortgruppen, Uhr
sowie Schulklassen

Pädagogisch betreuter Spielplatz

Zusammen für die
Zukunft lernen
Wittenberger Str. 67
12689 Berlin
Vision e.V.

5-14 Jahre und
Familien

Interkulturelle Kinder- und Jugendarbeit, Integration Gefördert über das
Programm „Soziale Stadt“

5-14 Jahre und
Projekt „Anlauf“
Im Nachbarschafts- und Familien
Familienzentrum
Kiek in gGmbH
Rosenbecker Straße 29
12689 Berlin

Unterschiedliche
Wochentage

Mo-Fr: 13.00-18.00 Uhr Kinder- und Familienarbeit

2. Arbeitsmarkt und
Bundesfreiwilligendienst

integraler Bestandteil
eines Stadtteilzentrums

Tabelle 22Bezirklich finanzierte Jugendfreizeiteinrichtungen in Marzahn-Nord

36

Aus jugendhilfeplanerischer Sicht sind die geförderten Einrichtungen gut über den Stadtteil verteilt. In jedem der beiden Sozialräume gibt es eine
Einrichtung, die sich insbesondere an Jugendliche und junge Erwachsene wendet.
Der Abenteuerspielplatz in Marzahn West spricht insbesondere Kinder an und auch in Marzahn Nord stehen Kinderkeller und Jugendhaus UNO
insbesondere Kindern und ihren Familien offen.
Name

Einrichtungsgröße/
Platzzahlen/
Freifläche

Finanzierung
2014 in Euro

dabei Stellen von päd.
Fachkräften

Geplante
Angebotsstunden

Bemerkungen
(Kofinanzierung)

Betonia

Große JFE,
127 Plätze,
keine eigene
Freifläche

193.950,00

4 FK mit ges.
140 Stunden

8.600

Einsatz von FSJ`lern

UNO

Große JFE,
161 Plätze,
Freifläche

215.560,00

5 FK mit ges.
150 Stunden

8.834

Kinderkeller

Kleine JFE,
40 Plätze,
keine eigene
Freifläche

70.000,00

3 FK mit ges.
80 Stunden

3.000

Weitere Projektbausteine im
Kulturhochhaus werden über
das Programm „Soziale
Stadt“ finanziert

Wurzel

Kleine JFE,
58 Plätze

37.461,00

2 FK mit ges.
80 Stunden

1.535

Kofinanzierung durch die
Senatsverwaltung für Jugend
(Ehemals AGAG)

Abenteuerspielplatz
Marzahn West

päd. betreuter
Spielplatz

15.000,00

nur Honorare

615

Flankierung über
Maßnahmen des 2.
Arbeitsmarktes

Tabelle 23Angaben zur personelle und finanziellen Ausstattung der Einrichtungen in Marzahn-Nord

Im Stadtteil stehen momentan 386 Plätze in Jugendfreizeiteinrichtungen zur Verfügung. Dies entspricht einem Fehlbedarf von 141 Plätzen

37

4.3. Aussagen zur Angebotsentwicklung in der Region
Die 5 geförderten sozialräumlichen Einrichtungen der Jugendarbeit bilden ein relativ stabiles
Gerüst an jugendkultureller Infrastruktur.
Flankiert werden sie von einem Team mobiler Jugendarbeit von Outreach. Weitere wichtige
Einrichtungen sind die Schulstation „Selma“, das Kinder- Jugend- und Familienzentrum
„Haus Windspiel“, insbesondere der Familientreff im Haus Windspiel und das
Stadtteilzentrum von Kiek in.
Ebenfalls beziehen sich viele Projekte, die über das Programm Soziale Stadt gefördert
werden, auf Ressourcen und Möglichkeiten von Jugendarbeit und ergänzen damit
vorhandene Infrastruktur.
Einige Beispiele:
Das Projekt „Zusammen für die Zukunft“ lernen“ von Vision e.V. stärkt junge Migrant/innen
und trägt zur interkulturellen Verständigung bei, das Projekt „Kulturendolmetscher“ von dem
Träger Reistrommel e.V. versteht sich als Scharnier zwischen Familien mit
Migrationsgeschichte, sowie Schule, Kita und Jugendeinrichtung. Das Berliner Tschechow
Theater vom Träger Kulturring in Berlin e.V. ermöglicht Kindern und Jugendlichen Zugänge
zur Schauspielerei und bietet Auftrittsmöglichkeiten.
Weitere sehr spezielle Angebote, die Jugendarbeit tangieren können, sind das Wohnprojekt
JULE (Junges Leben im Kiez),
das Migrationszentrum der Caritas mit
Integrationskurse der „Reistrommel“ e. V.

dem

Jugendmigrationsdienst,

sowie

die

4.4. Regionale Schwerpunktsetzungen
Der Stadtteil gliedert sich in zwei Sozialräume, die durch die Märkische Allee und die S-Bahn
voneinander getrennt sind. Die Verbindung ist eine Brücke, die gerade für viele Kinder ein
unüberwindliches Hindernis bedeutet. Von daher sollten aus jugendhilfeplanerischer Sicht
beide Sozialräume eigene Infrastruktur vorweisen. In Marzahn West wohnen ca. 1300 junge
Menschen zwischen 6-27 Jahren. Als geförderte Einrichtung steht der Jugendklub Wurzel als
Angebot für Jugendliche, sowie der Abenteuerspielplatz Marzahn West für Kinder zur
Verfügung.
Insbesondere Grundschulkinder können punktuelle Angebote im Kieztreff, wie
Hausaufgabenhilfe, kreatives Gestalten usw. nutzen. Im letzten Jahr wurde die Einrichtung
Elterntreff-Vorurteilsbewusste Bildung für Romafamilien“ -eröffnet.
Im Sozialraum Marzahn Nord leben ca. 4200 junge Menschen zwischen 6-27 Jahren. Hier
werden durch den Bezirk drei Einrichtungen gefördert.
Vernetzungsrunden der Jugendarbeit finden monatlich statt. Hieran nehmen neben den
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der einzelnen Jugendprojekte auch andere Akteure des
Stadtteils teil. Problem- oder projektbezogen bilden sich kurzfristige Austauschrunden.
Zum Projekt: „Zukunftsdiplom“ gibt es seit Frühjahr 2006 eine Steuerungsrunde, in der
Vertreter/innen von Kiek in e.V., Kinderring e.V., Kulturring e.V., Vision e.V. und JAO e.V.
mitarbeiten. Geleitet wird sie vom bezirklichen Koordinator der Lokalen Agenda 21 sowie der
Koordinatorin Jugendarbeit.
Seit ca. 5 Jahren arbeiten Kitas mit Kinder- und Familieneinrichtungen im Rahmen des
Projektes „BLiQ“ (Bewegtes Leben im Quartier) zusammen. Hier werden Projekte, wie:
Winterspielplätze und Sportaktionswoche organisiert und durchgeführt.
Seit 15 Jahren ist im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ ein Quartiersmanagement
eingerichtet. Hierdurch konnten viele neue Impulse für die Entwicklung im Stadtteil gesetzt
werden. Neue Projektideen und maßgeschneiderte Angebote wurden kurzfristig initiiert die

38

ressortübergreifende Zusammenarbeit im Stadtteil hat sich verbessert. Die
Vernetzungsrunde der Jugendarbeit ist, vertreten durch eine Mitarbeiterin, stimmberechtigtes
Mitglied im Quartiersrat.
Seit drei Jahren existiert im Stadtteil ein „Lokales Kooperationsgremium“. Dieses versteht
sich als Steuerungsinstrument.
Vertreten sind Jugendamt, Sozialamt, Jugendhilfezentrum und Stadtteilzentrum.

4.5. Schlussfolgerungen für die weitere Arbeit
Die Struktur der Jugendarbeit hat sich weiterentwickelt, vorhandene Angebote beziehen sich
aufeinander und ergänzen sich. Die durch den Bezirk geförderten Einrichtungen und
Projekte der Kinder und Jugendarbeit müssen finanziell und fachlich abgesichert bleiben. Sie
bilden das Grundgerüst jugendkultureller Infrastruktur, an das sich die verschiedensten,
teilweise auch sehr spezifischen Angebote weiterer freier Träger der Jugendarbeit und
anderer Akteure andocken lassen.
Der Stadtteil verfügt über zwei Abenteuerspielplätze, die von der Spielplatzinitiative Marzahn
e.V. betrieben werden. Es sind die einzigen pädagogisch betreuten Spielplätze in unserem
Bezirk. 2014 ist es gelungen eine Teilfinanzierung über Zuwendungen des Bezirkes für den
Platz in West sicherzustellen.
Bildungsangebote müssen in der Jugendarbeit eine noch stärkere Rolle spielen.
Jugendarbeit muss hier auf ihre eigene Fachlichkeit bestehen, die einen eigenen
Bildungsbegriff, der aus den Konzepten Partizipation und Aneignung besteht, umsetzt. Erste
Ansätze wurden mit dem Projekt „Zukunftsdiplom“ verwirklicht. Dazu ist die Zusammenarbeit
mit der Institution „Schule“ zu intensivieren.
Schulsozialarbeit wurde weiterentwickelt und hat sich an allen Schulen im Stadtteil etabliert.
Hier gilt es die Zusammenarbeit zwischen Jugend- und Jugendsozialarbeit, sowie.
Schulsozialarbeit zu intensivieren.
In diesem Jahr wurde als gemeinsames Projekt zwischen Schule, Schulsozialarbeit und
Jugendarbeit die Stadtteilrallye für Sechstklässler zum Thema „Übergänge“ durchgeführt.
Dieses Angebot sollte sich verstetigen.
Die Integration junger Migrant/innen wird weiterhin eine Herausforderung sein. Bei den unter
18jährigen Bewohner/innen im Stadtteil hat jeder 3. eine Migrationsgeschichte. Für die
Unterstützung von Aussiedler- Romafamilien, bzw. vietnamesischer Familien gibt es aktive
Partner im Stadtteil. Handlungsfelder, wie Integration und Inklusion werden ein wichtiger
Schwerpunkt in der Arbeit bleiben
In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass die Beteiligung junger Menschen in einem stark
benachteiligten Gebiet, wie Marzahn NordWest die Fachkräfte vor große Herausforderungen
stellt. In den Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit werden Besucherinnen und
Besucher auf unterschiedliche Weise aktiv beteiligt.

39

5. Bezirksregion Marzahn-Mitte
5.1. Soziodemografische Situation
Die Einwohnerzahl in Marzahn-Mitte ist seit 2006 um 3,5 % gestiegen. Die Anzahl der jungen
Menschen zwischen 6 und unter 27 Jahren ist in der Zeit um rund 18% gesunken, die Anzahl
der Jugendlichen ist um mehr als ein Viertel und die der jungen Menschen zwischen 18 und
21 Jahren sogar fast um die Hälfte gesunken. Umgekehrt ist dies bei der Anzahl der Kinder,
hier ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen.
Entwicklung der Einwohnerzahl 2006 bis 2013 (jeweils zum 31.12. des Jahres)
M-Mitte

Stand 12/2013

Stand 12/2006

Differenz

Differenz in %

6-unter 10

1.587

1.188

399

33,6%

10-unter 14

1.431

1.021

410

40,2%

14-unter 18

1.153

1.624

-471

-29,0%

18- unter 21

1.022

1.949

-927

-47,6%

21-unter 27

3.799

5.166

-1.367

-26,5%

6-unter 27

8.992

10.948

-1.956

-17,9%

Gesamt

45.878

44.341

1.537

3,5%

Tabelle 24Entwicklung der Einwohnerzahl 2006 bis 2013 (jeweils zum 31.12. des Jahres)

40

In dem folgenden Diagramm ist zu erkennen, dass die Anzahl der Kinder bis zum 15.
Lebensjahr in jedem einzelnen Jahrgang über dem Stand von 2006 lag. Im Diagramm ist
2006 deutlich ein steiler Anstieg ab dem 16. Lebensjahr zu erkennen, im Jahr 2013 ist dieser
entsprechend erst ab dem 23.Lebensjahr zu erkennen. Die verhältnismäßig hohe Anzahl
junger Menschen ab dem 23. Lebensjahr wird insgesamt auch noch in den nächsten 4
Jahren zu einer weiteren Reduzierung der Anzahl der 6- unter 27-Jährigen führen.
Junge Menschen in Marzahn Mitte

(31.12.2013 und 31.12.2006)

1 000
900
800
700
600
500
400
300
200
100
0
1

2

3

4

5

6

7

8

9

10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27
Lebensjahr

2013

2006

Grafik 3Junge Menschen in Marzahn-Mitte

Der Sozialindex liegt in Marzahn-Mitte bei -1,1994 und ist dabei der 3. schlechteste der 9
Bezirksregionen (BZR) in Marzahn. Im Berliner Vergleich liegt Marzahn-Mitte auf Rang 125
von insgesamt 137 BZR in ganz Berlin.
Der Migrationsanteil bei den Kindern liegt bei rund 30%, dies ist der dritthöchste Anteil der 9
BZR in M-H, bei der Gesamtbevölkerung liegt der Anteil bei 17%,.dies ist der zweithöchste
Anteil der 9 BZR in Marzahn-Hellersdorf.

41

Grafik 4Marzahn-Mitte mit den Jugendfreizeiteinrichtungen mit Bezirks- und/ oder Senatsfinanzierung

42

5.2. Angaben zu den bezirklich finanzierten Jugendfreizeiteinrichtungen
Seit 01.01.2014 gibt es im Stadtteil keine kommunale Jugendeinrichtung mehr.
7 Einrichtungen werden über bezirkliche Mittel finanziert, bzw. teilfinanziert.
Name
Adresse
Träger

Zielgruppe

Öffnungszeiten

Inhaltliche Schwerpunkte

Bemerkungen

Bezirklich geförderte JFE durch Übertragung
Haus der Begegnung M3
Mehrower Allee 3
12687 Berlin
Haus der Begegnung M3 e.V.

6-27 Jahre, Eltern,
Familien,
Anwohnerinnen und
Anwohner

Mo, Di, Mi, Fr: 14.0020.00 Uhr
Do: 14.00-18.00 Uhr
Sa: 13.00-20.00 Uhr
Mo-Fr: 10.00-14.00 Uhr
Nachbarschaftsangebot

Offene Jugendarbeit, Veranstaltungen,
Projekte, Internationale Begegnungen,
politische Bildung, Jugendkulturarbeit,
sportorientierte Jugendarbeit,
Jugendbeteiligung, Peer-HelperAusbildung, KiezMobil, Projekte mit
Romafamilien

Nachbarschaftsarbeit,
Kiezküche,
Übernachtungshaus,
Außenfläche vorhanden

FAIR
Marzahner Promenade 51
12679 Berlin
HvD LV BB e.V.

8-18 Jahre, Familien

Di-Fr: 13.00-20.00 Uhr
Sa: 12.00-17.00 Uhr

Offene Jugendarbeit, Veranstaltungen,
Projekte und Kurse, Jugendkulturarbeit,
Theaterpädagogik, Medienpädagogik,
Jugendbeteiligung,
Gesundheitsförderung

Kinder- und Jugendbüro
im FAIR,
keine Außenfläche zur
Einrichtung gehörend

IMPULS
Rudolf-Leonhard-Str. 2
12679 Berlin
Kinderring Berlin e.V.

12-27 Jahre

So-Do: 14.00-20.00 Uhr
Fr: 16.00-22.00 Uhr

Offene Jugendarbeit, Veranstaltungen,
Jugendkulturarbeit, inklusive
Jugendarbeit, Projekte,
Jugendbeteiligung, Internationale
Begegnungen, hinausreichende
Jugendarbeit

Außengelände
vorhanden,
Tonstudio

43

Bezirklich geförderte JFE mit jährlicher Zuwendung
Name
Adresse
Träger

Zielgruppe

Öffnungszeiten

Inhaltliche Schwerpunkte

Zirkus Cabuwazi/ Springling
Otto Rosenberg Str. 2B
12681 Berlin
GrenzKultur gGmbH

9-17 Jahre,
spezifische Angebote
für 4-8jährige und 1826jährige

Mo: 14.30-20.30 Uhr
Di: 9.00-20.00 Uhr
Mi: 13.30-20.00 Uhr
Do: 12.00-20.00 Uhr
Fr: 13.30-20.00 Uhr

Sporthalle , Zirkuszelt
Offene Angebote, zirkuspädagogische
und Außengelände
Kurse und Projekte, Veranstaltungen,
Internationale Begegnungen, Schulprojekte vorhanden

Club DRehKreuz
Sella-Hasse-Str. 19/21
12687 Berlin
DRK Kreisverband Nordost
e.V.

6-14 Jahre

Mo, Mi, Do: 14.30-18.30
Uhr
Fr: 15.00-17.00 Uhr
Kochwerkstatt

Offene Jugendarbeit, Veranstaltungen,
Projekte und Workshops, sportorientierte
Jugendarbeit, Jugendbeteiligung, kulturelle
Jugendarbeit

Mädchen Mobil
Schwarzburger Str.10
12687 Berlin
Kietz für Kids Freizeitsport
e.V.

Mädchen zwischen 8
und 15 Jahre

Mo-Do: 14.30-19.00 Uhr Offene Mädchenarbeit, Projekte und
Kurse, sportorientierte Mädchenarbeit,
Mädchenbeteiligung, Veranstaltungen,
Erlebnispädagogik

Kinder- und Jugendhaus
„Bolle“
Hohensaatener Str.20/20A
12679 Berlin
Straßenkinder e.V.

5-18 Jahre
gefördert.
Teenieprojekt: 10-13
Jahren

gefördert. Projekt:
Mo-Fr: 14.30-18.00 Uhr
Allg. Öffnungszeit:
Mo-Mi: 12-19 Uhr
Do/ Fr: 12-19:30 Uhr
Sa: 11-17 Uhr

Offene Jugendarbeit, Veranstaltungen,
Kurse und Projekte, Jugendbeteiligung,
Hausaufgabenhilfe und Nachhilfe,
sportorientierte Jugendarbeit

44

Bemerkungen

Im Kinder-, Jugend- und
Familienzentrum des
DRK gelegen,
Außengelände
vorhanden

Außengelände
vorhanden,
Mittagsversorgung

Sonstige wichtige JFE und Kinder- und Jugendprojekte
Schul- und Sportjugendklub
Franz-Stenzer-Str. 39
12679 Berlin
Verein für Sport- und
Jugendsozialarbeit e.V./GSJ
gGmbH

7-21 Jahre

10-18 Jahre
Kiez-Haus
6-10 Jahre
Glambecker Ring 80-82
12679 Berlin
Plattenverbund e.V., MiM e.V.

Mo-Fr: 14.00-20.00 Uhr
Schulprojekte am
Vormittag

Offene Jugendarbeit, sportorientierte
Jugendarbeit, Sportkurse und Projekte,
Kraftsport und Fitness

Außengelände
vorhanden, Sporthalle,
Kletterturm,
enge Zusammenarbeit
mit Peter-PanGrundschule

Mädchenzentrum:
Mo-Fr: 14.00-18.00 Uhr
„Flitzpiepe“:
Di-Fr: 14.00-18.00 Uhr

Soziale Beratung für Mädchen, Freizeitund Bildungsangebote
Offene Angebote für Kinder

Außengelände
vorhanden

Tabelle 25Bezirklich finanzierte Jugendfreizeiteinrichtungen in Marzahn-Mitte

In allen 5 Sozialräumen des Stadtteils werden offene Angebote, Veranstaltungen und Projekte in Jugendfreizeiteinrichtungen für junge Menschen
vorgehalten. Die Zielgruppe umfasst Kinder und Jugendliche von 5 bis 27 Jahren. Auch jüngere Kinder finden sich mit ihren Eltern oder älteren
Geschwistern in einzelnen Einrichtungen ein. Die Mehrzahl der Besucherinnen und Besucher sind Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18
Jahren.
Montags bis samstags können viele offene Angebote, Projekte und Veranstaltungen in den Jugendfreizeiteinrichtungen genutzt werden. Sonntags
hat regelmäßig die JFE IMPULS geöffnet.

45

Name

Einrichtungsgröße/
Platzzahlen/
Freifläche

Finanzierung
2014 in Euro

dabei Stellen von päd.
Fachkräften

Geplante Angebotsstunden

Bemerkungen
(Kofinanzierung)

Haus der Begegnung
M3

Große JFE,
156 Plätze,
Freifläche

212.070,00

4 FK mit ges.
140 Std.

8.691

Bundesmittel

FAIR

Große JFE,
280 Plätze,
keine separate
Freifläche

243.640,00

5 FK mit ges.
165 Std.

12.116

IMPULS

Mittlere JFE,
96 Plätze,
Freifläche

143.500,00

4 FK mit ges.
110 Std.

5.881

Zirkus Springling

Große JFE,
150 Plätze,
Freifläche

80.000,00

3 FK mit ges.
75 Std.

3.279

Club DRehKreuz

Kleine JFE,
40 Plätze,
Freifläche

40.000,00

2 FK mit ges.
40 Std.

1.639

Mädchen Mobil

Kleine JFE,
40 Plätze,
Freifläche

15.275,00

1 FK mit ges.
13,5 Std.

626

Senatsfinanzierung

Kinder- und
Jugendhaus „Bolle“

Mittlere JFE,
80 Plätze,
Freifläche

15.000,00

1 FK mit ges.
13 Std.

615

Spenden und Stiftungsgelder

Stiftungsgelder, Bundesmittel

Tabelle 26Angaben zur personelle und finanziellen Ausstattung der Einrichtungen in Marzahn-Mitte

46

Im Stadtteil stehen gegenwärtig 842 Plätze in Jugendfreizeiteinrichtungen zur Verfügung. Das entspricht einem Fehlbedarf von 12 Plätzen. Mit
dem aus Senatsmitteln finanzierten Sportjugendclub zusammen ergibt sich ein Überangebot an 28 Plätzen.

47

5.3. Aussagen zur Angebotsentwicklung in der Region
Die ehemals 3 kommunalen Jugendfreizeiteinrichtungen Haus der Begegnung M3 (SR 4),
IMPULS (SR 6) und FAIR (SR 7), die seit 2010 bzw. 2014 mit bezirklicher Finanzierung in
freier Trägerschaft arbeiten, haben sich im jeweiligen Sozialraum sehr gut etabliert. Sie
bieten vielfältige und interessante jugendkulturelle Angebote, die von den Besucherinnen
und Besucher sehr gut angenommen und mitgestaltet werden. Die Einrichtungen
kooperieren miteinander und organisieren gemeinsame Projekte.
Die JFE IMPULS arbeitet inklusiv und bietet jungen Menschen mit Behinderungen eine
Vielzahl von Projekten und Veranstaltungen zum Mitmachen.
Die Freizeitangebote im Kinder- und Jugendzirkus Cabuwazi/Springling (SR 3) sind seit
Jahren bei sport- und zirkusbegeisterten Kindern und Jugendlichen sehr beliebt. Die
Einrichtung verzeichnet ständig steigende Besucherzahlen. Durch die erweiterte bezirkliche
Förderung konnte die pädagogische Arbeit stabilisiert werden. Es gibt gemeinsame
Kinderprojekte mit den nahe gelegenen Flüchtlingsheimen und der Peter-Pan-Grundschule,
in der die meisten Kinder der beiden Einrichtungen beschult werden.
Der Club DRehKreuz (SR 6) im Kinder,- Jugend- und Familienzentrum des DRK bietet u.a.
spezifische
offeneund
Projektangebote
insbesondere
für
Kinder
mit
Entwicklungshemmnissen, das Projekt Mädchen mobil (SR 4) stellt sich mit viel Engagement
und Ideenreichtum der sportorientierten Mädchenarbeit.
Im SR 5 hält das Kinder- und Jugendhaus BOLLE seit 2010 ein umfangreiches
Angebotsspektrum für Kinder und Jugendliche bereit. Das Haus wird sehr stark frequentiert.
Die Einrichtung finanziert sich überwiegend aus Spenden- und Stiftungsmitteln.
Das Jugendberatungshaus XXL (SR 5) als kommunale Einrichtung bietet im Trägerverbund
bezirksweit Beratungsangebote für junge Menschen zwischen 15 und 27 Jahren. Dazu
gehören: Allgemeine Jugendberatung, Angebote der Jugendberufshilfe, Beratung und
Unterstützung beim Einstieg in die Berufs- und Arbeitswelt.
Das Streetworkteam von Gangway e.V., anteilig gefördert über bezirkliche Zuwendungen,
unterstützt jungen Menschen mit Beratung, Hilfe und Vermittlung, leistet mobile Jugendarbeit
in Marzahn Mitte und Marzahn Süd, fördert insbesondere partizipative Projekte junger
Menschen im öffentlichen Raum, in Marzahn Mitte beispielsweise das Jugendskaterteam auf
dem Freizeit- und Sportplatz an der Schwarzburger Straße.
Neben den genannten Einrichtungen und Projekten, die eine volle bzw. anteilige bezirkliche
Finanzierung erhalten, bietet der Schul- und Sportjugendklub (SR 7) (Senatsfinanzierung)
vielen Kindern und insbesondere Jugendlichen umfangreiche Sport- und Fitnessangebote.
Der Kletterfelsen wird in den Sommermonaten sehr gut angenommen.
Im KiezHaus (SR 5) finden Kinderangebote und Projekte für Mädchen und junge Frauen
statt.
Weitere wichtige Einrichtungen sind die Schulstation „Bruno“ in der Bruno-BettelheimGrundschule von JAO gGmbH (SR 4), das bezirkliche Kinder- und Jugendbüro in der
Jugendfreizeiteinrichtung FAIR des HvD LV BB e.V. (SR 7), das Kinder-, Jugend- und
Familienzentrum „DRehKreuz“ des DRK Kreisverband Nordost e.V. mit dem Familientreff
(SR 6), das Don-Bosco-Zentrum für Menschen in prekären Lebenssituationen der Manege
gGmbH und Salesianer Don Boscos (SR 7) und das Stadtteilzentrum Marzahn Mitte der
Volkssolidarität LV Berlin e.V. in der Marzahner Promenade (SR 7).
Leider konnten in den vergangenen Jahren zwei Einrichtungen, die insbesondere von
Spätaussiedler/innen genutzt wurden, vom betreibenden Träger nicht mehr finanziert
werden. Sie wurden geschlossen. Eine Einrichtung wird zur KITA umgebaut.
Einrichtungsübergreifende Veranstaltungen und Projekte sind beispielsweise das Kinderfest
auf dem Victor-Klemperer-Platz zum Kindertag am

48

1. Juni, das Kinder- und Jugendfestival ebenfalls auf dem Platz im Juni, das
Familiensommerfest „kiez4all“ Anfang August im Bürgerpark Marzahn,
gemeinsame
Ferienprojekte, Fahrten und Ausstellungen verschiedener Einrichtungen.

5.4. Regionale Schwerpunktsetzungen
Ein Teilgebiet des SR 6 erhält im Rahmen des Projektes „Soziale Stadt“ seit dem Jahr 2005
eine Quartiersförderung. Das Quartiersmanagement Mehrower Allee organisiert in enger
Zusammenarbeit mit den ansässigen Trägern, im Quartier wohnenden Bürgerinnen und
Bürgern, Beirat und Steuerungsgruppe viele Projekte und Veranstaltungen. Gegenwärtige
Themenschwerpunkte sind Nachbarschaft (Kultur, Gemeinwesen, Integration, Gesundheit),
Bildung, Ausbildung, Jugend und Beteiligung, Vernetzung und Einbindung von Partnern.
Aktuelle Projekte, die mit Kindern und Jugendlichen umgesetzt werden, sind beispielsweise
das Projekt „Fitte Kids von Anfang an“ an der Karl-Friedrich-Friesen-Grundschule, der
Aufbau eines Jugendrates, der Aufbau eines Elternnetzwerkes und der Einsatz des
KiezMobils mit Spiel-, Sport und Bewegungsangeboten für Kinder im Bürgerpark Marzahn.
Eine finanzielle Förderung und städtebauliche Aufwertung über den Bereich Soziale Stadt
erfahren seit einigen Jahren auch die Marzahner Promenade und der Victor-Klemperer-Platz
als „Aktives Zentrum“. Die Marzahner Promenade soll attraktiver werden und neben dem
Einkaufszentrum Eastgate wieder als Geschäftsstraße fungieren. Im Zuge der Neugestaltung
des Victor-Klemperer-Platzes wurde dort auch ein neuer Spielplatz gebaut, der seit seiner
Eröffnung im Jahr 2013 sehr frequentiert ist. Verschiedenste kulturell-künstlerische und
sportliche Projekte „für die ganze Familie“ werden regelmäßig von Einrichtungen wie der JFE
FAIR, weiteren Trägern und Anwohnerinnen und Anwohner des Gebietes organisiert.
Seit dem Jahr 2007 wird im Stadtteil Marzahn Mitte ein Lokaler Aktionsplan für Vielfalt und
Toleranz umgesetzt. Bis 2010, gefördert mit finanziellen Mitteln aus dem Bundesprogramm
VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie des Bundesministeriums
für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, wurden insgesamt 53 Einzelprojekte mit Kindern,
Jugendlichen und Bürger/innen unterschiedlicher Altersgruppen realisiert. Seit dem Jahr
2011 wird der lokale Aktionsplan im Folgeprogramm TOLERANZ FÖRDERN-KOMPETENZ
STÄRKEN gefördert und umgesetzt. Begleitausschuss und lokale Koordinierungsstelle
(Koordinatorin Förderung und Gestaltung) steuern und entwickeln in enger Zusammenarbeit
mit dem Jugendamt und vielen engagierten Trägern, Einrichtungen und Netzwerken im
Stadtteil die nachhaltige Weiterführung von Projekten für Vielfalt, Demokratie und Toleranz.
Dazu zählen beispielsweise Projekte wie die Peer Helper Ausbildung im Haus der
Begegnung M3, das KiezMobil zur Belebung von Plätzen im öffentlichen Raum,
Beratungsangebote für Roma Familien.
Kieznet, ein Netzwerk der FORTUNA Wohnungsgenossenschaft, dem verschiedene Träger
und Einrichtungen des Stadtteils angehören, organisiert und fördert seit dem Jahr 2008 in
Zusammenarbeit mit dem Regionalteam Marzahn Mitte des Jugendamtes Projekte für
Kinder, Jugendliche und Familien, von Familienfrühstück über Kindertreff bis Sommerfahrt.
Mit umfänglichem partizipativen Einbezug von Kindern, Jugendlichen und Anwohnerinnen
und Anwohner wurde der Kiezpark auf einer Brachfläche (SR4) geplant, im Jahr 2012
übergeben und seitdem vielfältig genutzt.
Die Vernetzungsrunde Jugendarbeit, an der sich die Vertreter/innen aller
Jugendfreizeiteinrichtungen und Projekte des Stadtteils, Streetwork, Stadtteilzentrum,
Quartiersmanagement und Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter beteiligen, trifft
sich monatlich. Moderiert durch die Koordinatorin Förderung und Gestaltung, werden u.a.
aktuelle Themen der Jugend- und Stadtteilarbeit besprochen, gemeinsame Projekte,
Veranstaltungen und thematische Fortbildungen geplant und umgesetzt.
Seit
3
Jahren
arbeitet
ein
„Lokales
Kooperationsgremium“,
welches
als
Steuerungsinstrument fungiert, in dem Vertreter/innen des Regionalteams des Jugendamtes,
Sozialamt, Kinder-, Jugend- und Familienzentrum und Stadtteilzentrum mitarbeiten. Es plant

49

und organisiert in Zusammenarbeit mit Trägern und Einrichtungen Sozialraumwerkstätten
und Regionalkonferenzen im Stadtteil.

5.5. Schlussfolgerungen für die weitere Arbeit
Grundvoraussetzung ist, dass alle durch den Bezirk geförderten Jugendfreizeiteinrichtungen
und Projekte der Kinder- und Jugendarbeit auch weiterhin mindestens im bisherigen Umfang
finanziert werden. Dabei ist zu gewährleisten, dass die fachlichen Standards eingehalten
werden können.
Folgende Schwerpunkte sollen kontinuierlich umgesetzt werden:
•

breite Vielfalt von Kinder- und Jugendangeboten, Jugendkulturarbeit, Medien-, Sportund Gesundheitsangebote in den Jugendfreizeiteinrichtungen und Projekten
gemeinsam mit den Besucherinnen und Besucher planen und umsetzten

•

Partizipationsprojekte durch junge Menschen Kind- und jugendgemäß umsetzen,
Freiräume für Entfaltung anbieten, weiterhin Peer Helper Projekte
herkunftsübergreifend realisieren

•

Handlungsfelder Integration und Inklusion in allen Einrichtungen thematisieren und
methodenreich umsetzen

•

Zusammenarbeit mit Schule intensivieren, insbesondere mit Schulsozialarbeit,
Synergien fördern und gemeinsam nutzen

•

Geschlechtsspezifische Angebote vorhalten

•

Beratungsangebote für junge Menschen intensivieren und erweitern

•

Aufsuchende Arbeit, Streetwork festigen

50

6. Bezirksregion Marzahn-Süd
6.1. Soziodemografische Situation
Die Einwohnerzahl in Marzahn-Süd ist seit 2006 um 2,4 % gestiegen. Die Anzahl der jungen
Menschen zwischen 6 und unter 27 Jahren ist in der Zeit um rund 16% gesunken. Die
Anzahl der Jugendlichen ist um mehr als ein Drittel und die der Jungen Menschen zwischen
18 und 21 Jahren sogar mehr als die Hälfte gesunken. Umgekehrt ist dies bei der Anzahl der
Kinder, hier ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen.
Entwicklung der Einwohnerzahl 2006 bis 2013 (jeweils zum 31.12. des Jahres)
M-Süd

Stand 12/2013

Stand 12/2006

Differenz

Differenz in %

6-unter 10

1.126

828

298

36,0%

10-unter 14

1.017

743

274

36,9%

14-unter 18

857

1.291

-434

-33,6%

18- unter 21

665

1.443

-778

-53,9%

21-unter 27

2.661

3.197

-536

-16,8%

6-unter 27

6.326

7.502

-1.176

-15,7%

Gesamt

36.725

35.868

857

2,4%

Tabelle 27Entwicklung der Einwohnerzahl 2006 bis 2013 (jeweils zum 31.12. des Jahres)

51

In dem folgenden Diagramm ist zu erkennen, dass die Anzahl der Kinder bis zum 14.
Lebensjahr in jedem einzelnen Jahrgang über dem Stand von 2006 lag. Im Diagramm ist
2006 deutlich ein steiler Anstieg ab dem 16. Lebensjahr zu erkennen, im Jahr 2013 ist dieser
entsprechend erst ab dem 21.Lebensjahr zu erkennen. Die verhältnismäßig hohe Anzahl
junger Menschen ab dem 23. Lebensjahr wird insgesamt auch noch in den nächsten 4
Jahren zu einer weiteren Reduzierung der Anzahl der 6- unter 27-Jährigen führen.

Junge Menschen in Marzahn Süd (31.12.2013 und 31.12.2006)
700

600

500

400

300

200

100

0
1

2

3

4

5

6

7

8

9

10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27
Lebensjahr

2013

2006

Grafik 5Junge Menschen in Marzahn-Süd (31.12.2013 und 31.12.2006)

Der Sozialindex liegt in Marzahn-Süd bei -0,4191 und ist dabei mit Rang 6 der 9
Bezirksregionen (BZR) in Marzahn-Hellersdorf im Mittelfeld. Im Berliner Vergleich liegt
Marzahn-Süd auf Rang 95 von insgesamt 137 BZR in ganz Berlin.
Der Migrationsanteil bei den Kindern liegt bei gut einem Drittel und damit am höchsten aller
BZR im Bezirk, der der Gesamtbevölkerung liegt bei 16%, dies ist der dritthöchste Anteil der
9 BZR in Marzahn-Hellersdorf.

52

Grafik 6Marzahn-Süd mit den Jugendfreizeiteinrichtungen mit Bezirks- und/ oder Senatsfinanzierung

53

6.2. Angaben zu den bezirklich finanzierten Jugendfreizeiteinrichtungen
Seit 01.01.2014 gibt es im Stadtteil keine kommunale Jugendeinrichtung mehr.
5 Einrichtungen werden über bezirkliche Mittel finanziert, bzw. teilfinanziert.
Name
Adresse
Träger

Zielgruppe

Öffnungszeiten

Inhaltliche Schwerpunkte

Bemerkungen

Bezirklich geförderte JFE durch Übertragung
Anna Landsberger
Prötzeler Ring 13
12685 Berlin
Roter Baum Berlin UG

Kinder ab 8 Jahre,
Jugendliche ab 14
Jahre und junge
Erwachsene

Mo-Fr:13.00-21.00 Uhr Offene Kinder -und Jugendarbeit; Bereich Barrierefrei
Focus populäre Musik
mit Spiel-, Sport- und Kreativangebote,
Sa: 15.00-18.00 Uhr
Sonntag projektbezogen Internet, Beratung, Projekt- und
Gruppenarbeit, Musik, Theater, Atelier,
Sport, Bandprobenraum, Veranstaltungen,
Partys, Konzerte

Klinke
Bruno-Baum-Str. 56
12685 Berlin
Kinderring Berlin e.V.

Kinder und
Jugendliche von 13
bis 17 Jahre

Mo-Fr: 12.00-20.00 Uhr Offene Kinder -und Jugendarbeit mit Spiel- Barrierefrei
Focus populäre Musik
Sa/ So je nach
und Sportangeboten, Kreativangeboten,
Veranstaltung/ Projekt
Bandproben, Aufnahmestudio, Siebdruck,
Graffiti, Modern-Hiphop-Tanz, Internet,
Beratung, Projekt- und Gruppenarbeit

Bezirklich geförderte JFE mit jährlicher Zuwendung
Trinity
Blenheimstraße 33
12685 Berlin
CVJM Berlin e.V.

Kinder und
Jugendliche ab 4 bis
20 Jahre

Mo:15.00-18.00 Uhr
Di: 16.00-20.00 Uhr
Mi: 15.30-20.00 Uhr
Do: 15.00-21.00 Uhr
Fr: 15.30-22.00 Uhr
Sa: 1x monatlich
14.00-18.00 Uhr

Offene Kinder -und Jugendarbeit mit Spiel- Wertebetont
, Sport- und Kreativangeboten, Projektund Gruppenarbeit, Veranstaltungen,
Feste, Ferienfreizeiten, Beratung,
familienfreundliche Angebote

54

Schülerclub in der
Grundschule an der
Geißenweide
Amanlisweg 40
12685 Berlin
FiPP e.V.

Kinder im Alter von 6
bis 14 Jahre

Mo-Fr: 12.00-17.00 Uhr Offene Kinder -und Jugendarbeit mit der
Nicht geeignet für
und projektbezogene
Spezifik Freizeitangebote für Schüler/innen Rollstuhlfahrer/innen
Zeiten
im unmittelbaren Schulbereich mit Spiel-,
Sport- und Kreativangeboten, Internet,
Beratung, Projekt- und Gruppenarbeit

KICK-Projekt
Fichtelbergstraße 18a
12685 Berlin
GSJ gGmbH

Kinder und
Jugendliche von 6 bis
18 Jahre

Mo-Fr:13.00-19.00 Uhr
Sa und So
projektbezogene Arbeit

OffeneKinder- und Jugendarbeit mit Spiel-,
Sport- und Kreativangeboten, Beratung,
Projekt- und Gruppenarbeit, Gitarrenkurs,
Boxen ab 10 Jahren, Fußball ab 10
Jahren, Mädchenturnen auf den Matten 711 Jahren, Koch- und Backkurs ab 10
Jahren

Enge Zusammenarbeit mit
der lokalen Polizeibehörde;
Arbeit mit delinquenten
Kinder und Jugendlichen

Sonstige wichtige JFE und Kinder- und Jugendprojekte
Treibhaus
Allee der Kosmonauten 170
12685 Berlin
Agrarbörse Deutschland Ost
e.V.

Kinder und
Jugendliche ab 5 bis
20 Jahre

Mo-Fr: 8.00-18.00 Uhr

Offene Kinder -und Jugendarbeit mit Spiel- Enge Kooperation mit der
benachbarten Racing-Car, Sport- und Kreativangeboten,
Anlage
Tischtennis, Dart, funkgesteuerte
Elektroautos mit einer Outdoor-MiniRacing-Car-Anlage

Tabelle 28Bezirklich finanzierte Jugendfreizeiteinrichtungen in Marzahn-Süd

Die vorhandenen Einrichtungen bieten Angebote für alle Altersgruppen, sie sind gut über den Stadtteil verteilt.

55

Name

Einrichtungsgröße/
Platzzahlen/
Freifläche

Finanzierung
2014 in Euro

dabei Stellen von päd.
Fachkräften

Geplante
Angebotsstunde
n

Bemerkungen
(Kofinanzierung)

Anna Landsberger

große JFE,
166 Plätze,
Freifläche

234.630,00

2 FK a 40 h
1 FK a 30 h
1 FK a 10 h
Veränderung stehen
bevor

9.616

Klinke

mittlere JFE,
119 Plätze,
Freifläche

155.900,00

3 FK a 39 h

6.389

Trinity

Große JFE,
212 Plätze,

30.000,00

2 FK a 40 h

1.230

Schülerclub in der
Grundschule an der
Geißenweide

Kleine JFE,
38 Plätze,
Mitnutzung Schulhof

13.313,00

1 FK a 34 h

546

Finanzierung aus dem
Programm „Jugendarbeit an
Schule“, Kofinanzierung von
Schule

KICK-Projekt

Große JFE,
150 Plätze,
Freifläche

3.000,00

(2 FK a 40h)

123

Personal- und Sachmittel
werden über den Senat
finanziert

Tabelle 29Angaben zur personelle und finanziellen Ausstattung der Einrichtungen in Marzahn-Süd

Im Stadtteil stehen gegenwärtig 685 Plätze in Jugendfreizeiteinrichtungen zur Verfügung. Das entspricht, mit Einrechnung des Kick-Projektes,
einem Überangebot an 87 Plätze.

56

6.3. Aussagen zur Angebotsentwicklung in der Region
Im Stadtteil gibt es 5 durch den Bezirk geförderte Einrichtungen der Kinder- und
Jugendarbeit (Jugendkulturzentrum Klinke, Anna Landsberger, Trinity, FiPP Schülerklub und
Kick-Projekt).
Für die Straßensozialarbeit ist das Team von Gangway zuständig.
Im Kinder-, Jugend- und Familienzentrum arbeitet der „AHA-Elterntreff“ mit Angeboten für
Kinder und deren Familien. Hier hält auch der Internationale Bund den
Jugendmigrationsdienst als Angebot vor.
Zusätzlich befindet sich das TreibHaus mit Angeboten für Kinder und Jugendliche im
Stadtteil. Hier wurden nach jahrelangem Stillstand durch die Nichtbesetzung der Stelle
Koordination für Förderung und Gestaltung gemeinsam neue Ansätze und Wege der engen
Zusammenarbeit erarbeitet und umgesetzt.
Zum 1.1.2014 wurde die letzte verbliebene kommunale Einrichtung „Klinke“ an einen freien
Träger übertragen.
Die Kinder- und Jugendeinrichtungen verteilen sich in 3 von 4 Sozialräumen.
In den monatlich stattfindenden Vernetzungsrunden ( VR ) der Region Marzahn-Süd/Biesdorf
werden aktuelle Ereignisse und inhaltliche Aspekte der Jugendarbeit und Jugendkulturarbeit
diskutiert, die seit 1.1.2014 durch den genannten Umstand der Nichtbesetzung, wieder
regelmäßig und mit neuen Ansätzen der Arbeit wieder aufgenommen werden konnte.
Gemeinsame Projekte (Stadtteilfest) werden hier geplant sowie Fortbildungen (Rechtliche
Grundlagen der Arbeit von Jugendfreizeiteinrichtungen in freier Trägerschaft) durchgeführt.
Themenschwerpunkte der VR sind u.a.: Inhaltliche Profilierung und Stabilisierung aller
übertragenen Jugendfreizeiteinrichtungen in freie Trägerschaft, Soziodemographische
Entwicklung in der Region und den Herausforderungen in der stadtteilbezogenen
Jugendarbeit, Psychische Erkrankungen, Alkohol –und Suchtprävention, RessourcenDatenbank der Jugendarbeit, Projekt „Setzt Zeichen - 25 Jahre UN-Kinderrechtskonvention“
und den sich daraus ergebenden Anregungen für die Schnittstelle Schule und Jugendhilfe
(federführend für das Projekt: Gesellschaft für Politische Bildung und Partizipation) und in
Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle Kooperation Schule – Jugendhilfe (SPI).
Wahrnehmungen aus Sicht der Teilnehmer/innen der Vernetzungsrunden:
-

-

es gibt einen Zuzug bzw. Bildung vieler junger Familien
viele Familien mit vietnamesischem Migrationshintergrund
besonders im Lückekindalter nehmen Verhaltensauffälligkeiten zu; gemeinsam mit
Schulen wurden verschiedene Projekte in den Bereichen soziale Kompetenzen und
Gesundheit durchgeführt
Stärkung der Beteiligung und Ehrenamt Jugendlicher

6.4. Regionale Schwerpunktsetzungen
Das Grundprinzip aller Einrichtungen und Projekte in der Region ist die Einbeziehung der
Kinder und Jugendlichen in der Planung ihrer Lebens-, Lern- und Freizeitbereiche. Ihre
Bedürfnisse und Wünsche werden ernst genommen, aufgegriffen und Sie werden bei deren
Umsetzung unterstützt. Die Mitarbeiter/innen sind hierbei parteiische oder unparteiische
Partner.
Die Nutzer/innen artikulieren ihre Wünsche nach Angeboten, werden in die Planung und
Realisierung mit einbezogen und bekommen Verantwortung für verschiedene Bereiche
übertragen. Viele Prozesse müssen miteinander ausgehandelt werden. Als Methoden
kommen hier Klubversammlungen, Stammtisch, Mitarbeit und Zusammenarbeit mit einem
Förderverein u.ä. zum Einsatz.

57

Im Berichtszeitraum war in der Region ein mobiles Team von Gangway. e.V. im Einsatz. Für
das Team bildet die Kooperation mit anderen Partnern, Projekten und Einrichtungen eine
elementare und unverzichtbare Grundlage ihrer Arbeit.
Eine Vernetzungsrunde (VR) Jugendarbeit findet jeden 1. Donnerstag im Monat statt. Von
hier kommen entscheidende Impulse, Anregungen und Umsetzungsschwerpunkte für die
Gestaltung der sozialen Infrastruktur auf dem Gebiet der Jugendarbeit. Außerdem werden
von der VR gemeinsame Anstrengungen und Maßnahmen zur Sicherung der bestehenden
Einrichtungen und Projekte sowie eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Schulen
entwickelt und in enger Zusammenarbeit mit dem Jugendamt umgesetzt.

6.5. Schlussfolgerungen für die weitere Arbeit
-

Ausbau der Sozialräumlichen Kinder- und Jugendarbeit

-

Weiterer Ausbau und Stabilisierung der gerade in freie Trägerschaft übertragenen
Freizeiteinrichtung Klinke

-

Effektive Nutzung und Erschließung von Ressourcen,
bürgerschaftlichen Engagements in diesem Stadtteil

-

Mehr Sportorientierte Angebote in der Region entwickeln, verorten und anbieten

-

Mangel verwalten

insbesondere

58

des

7. Bezirksregion Biesdorf
7.1. Soziodemografische Situation
Die Einwohnerzahl in Biesdorf ist seit 2006 um 6,4 % gestiegen. Die Anzahl der Jungen
Menschen zwischen 6 und unter 27 Jahren ist in der Zeit allerdings um gut 18% gesunken.
Die Anzahl der Jugendlichen ist um fast ein Drittel und die der jungen Menschen zwischen
18 und 21 Jahren sogar um mehr als die Hälfte gesunken. Umgekehrt ist dies bei der Anzahl
der Kinder, hier ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen.
Entwicklung der Einwohnerzahl 2006 bis 2013 (jeweils zum 31.12. des Jahres)
Biesdorf

Stand 12/2013

Stand 12/2006

Differenz

Differenz in %

6-unter 10

761

590

171

29,0%

10-unter 14

643

566

77

13,6%

14-unter 18

704

1.038

-334

-32,2%

18- unter 21

568

1.200

-632

-52,7%

21-unter 27

1.827

2.109

-282

-13,4%

6-unter 27

4.503

5.503

-1.000

-18,2%

Gesamt

25.689

24.133

1.556

6,4%

Tabelle 30Entwicklung der Einwohnerzahl 2006 bis 2013 (jeweils zum 31.12. des Jahres)

59

In dem folgenden Diagramm ist zu erkennen, dass die Anzahl der Kinder bis zum 15.
Lebensjahr in jedem einzelnen Jahrgang über dem Stand von 2006 lag. Im Diagramm ist
2006 deutlich ein steiler Anstieg ab dem 15. Lebensjahr zu erkennen, im Jahr 2013 ist dieser
erst ab dem 22.Lebensjahr zu erkennen. Die verhältnismäßig hohe Anzahl junger Menschen
ab dem 21. Lebensjahr wird insgesamt auch noch in den nächsten 5-6 Jahren zu einer
weiteren Reduzierung der Anzahl der 6- unter 27-Jährigen führen.

Junge Menschen in Biesdorf (31.12.2013 und 31.12.2006)
450
400
350
300
250
200
150
100
50
0
1

2

3

4

5

6

7

8

9

10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27
Lebensjahr

2013

2006

Grafik 7Junge Menschen in Biesdorf (31.12.2013 und 31.12.2006)

Der Sozialindex liegt in Biesdorf bei 1,0072 und hat damit den 3. besten Wert der 9
Bezirksregionen (BZR). Im Berliner Vergleich liegt Biesdorf auf Rang 19 von insgesamt 137
BZR in ganz Berlin.
Der Migrationsanteil bei den Kindern liegt bei rund 15%, der der Gesamtbevölkerung liegt bei
11%.

60

Grafik 8Biesdorf mit den Jugendfreizeiteinrichtungen mit Bezirks- und/ oder Senatsfinanzierung

61

7.2. Angaben zu den bezirklich finanzierten Jugendfreizeiteinrichtungen
Seit 01.01.2014 gibt es im Stadtteil keine kommunale Jugendeinrichtung mehr.
2 Einrichtungen werden über bezirkliche Mittel finanziert, bzw. teilfinanziert.
Name
Adresse
Träger

Zielgruppe

Öffnungszeiten

Inhaltliche Schwerpunkte

Bemerkungen

Di: 13.00-19.00 Uhr
Mi: 9.00-19.00 Uhr
Do: 9.00-22.00 Uhr
Fr: 10.00-19.00 Uhr bei
VA länger
Sa/ So: zur Zeit nach
Absprache

Offene Kinder -und Jugendarbeit,
Streetdance, Breakdance, Sport -und
Bewegungsangebote, Projektküche, Projekt
Umgangsräume für Eltern und deren Kinder,
die in schwierigen Lebenssituationen leben
ab Herbst 2014,
Zusammenarbeit mit Kitas und Schulen im
Kiez

Zusammenarbeit mit
Vereinen und
Bürgerinitiativen, VA für
Kinder, Jugendliche und
Anwohner

Mo, Di, Mi, Do, Fr:
14.00-19.00 Uhr
Sa: 1x im Monat
(Projektangebote und
Wochenendveranstaltun
gen)

Offene Kinder -und Jugendarbeit vor allem
für Kinder und Jugendliche, die unmittelbar
nach der Schule gern ihre Freizeit sinnvoll
und in Gesellschaft verbringen möchten.
Starke Mitbestimmung der Kinder und
Jugendlichen sowie deren Idee; Respekt
voreinander-unabhängig von Geschlecht,
Herkunft, Aussehen oder Alter ist ein
weiterer Leitgedanke Einrichtung

Bezirklich geförderte JFE durch Übertragung
Balzerplatz
alle Altersgruppen
Köpenicker Str. 184
12683 Berlin
Pad e.V. und
AWO Spree-Wuhle Berlin e.V.

Bezirklich geförderte JFE mit jährlicher Zuwendung
FippCafe
Garzauer Str. 31
12683 Berlin
FiPP e.V.

Kinder und
Jugendliche zwischen
6 und 15 Jahren
Schwerpunkt auf 8 bis
12 Jährige

Tabelle 31Bezirklich finanzierte Jugendfreizeiteinrichtungen in Biesdorf

Der Balzerplatz deckt den Bereich Biesdorf-Süd und das FippCafe den Bereich Biesdorf-Nord ab.

62

Name

Einrichtungsgröße/
Platzzahlen/
Freifläche

Finanzierung
2014 in Euro

dabei Stellen von päd.
Fachkräften

Geplante Angebotsstunden

Balzerplatz

Große JFE,
199 Plätze,
Freifläche

201.240,00

3 FK a 39 h
1 FK a 24 h

8.248

FippCafe

Kleine JFE,
69 Plätze,
Freifläche

90.000,00

1 FK a 37 h
1 FK a 32 h

3.689

Bemerkungen
(Kofinanzierung)

Tabelle 32Angaben zur personelle und finanziellen Ausstattung der Einrichtungen in Biesdorf

Im Stadtteil stehen gegenwärtig 239 Plätze in Jugendfreizeiteinrichtungen zur Verfügung. Das entspricht einem Fehlbedarf von 199 Plätzen.

63

7.3. Aussagen zur Angebotsentwicklung in der Region
Im Stadtteil gibt es 2 durch den Bezirk geförderte Kinder- und Jugendeinrichtungen - das
FippCafe und den Balzerplatz.
Ebenfalls im Sozialraum 26 bietet BALL e.V. im Stadtteilzentrum Biesdorf ein Angebot für
Kinder an.
Im Sozialraum 24 (Oberfeldstraße) gibt es keine Einrichtung der Kinder- und Jugendarbeit.
Der Stadtteil Biesdorf hat im Vergleich zum Gesamtbezirk - aber auch zum Land Berlin –
überwiegend sehr positive Lebensbedingungen; allerdings ähnelt der Sozialraum 25
(Buckower Ring) mit seinen Plattenbauten eher Marzahn-Süd. Damit treffen auf die
Besucher/innen die Problemlagen des genannten Stadtteils zu.
In den monatlich stattfindenden Vernetzungsrunden der Region Marzahn-Süd/Biesdorf
werden aktuelle Ereignisse diskutiert, gemeinsame Projekte geplant sowie Fortbildungen
durchgeführt.
Wahrnehmungen/Themen aus Sicht der Teilnehmer/innen der Vernetzungsrunden:
-

-

es gibt einen Zuzug bzw. Bildung vieler junger Familien
viele Familien mit vietnamesischem Migrationshintergrund
besonders im Lückekindalter nehmen Verhaltensauffälligkeiten zu; gemeinsam mit
Schulen wurden verschiedene Projekte in den Bereichen soziale Kompetenzen und
Gesundheit durchgeführt
Stärkung der Beteiligung und Ehrenamt Jugendlicher

7.4. Regionale Schwerpunktsetzungen
Das Grundprinzip aller Einrichtungen und Projekte in der Region ist die Einbeziehung der
Kinder und Jugendlichen in der Planung ihrer Lebens-, Lern- und Freizeitbereiche. Ihre
Bedürfnisse und Wünsche werden ernst genommen, aufgegriffen und Sie werden bei deren
Umsetzung unterstützt. Die Mitarbeiter/innen sind hierbei parteiische oder unparteiische
Partner.
Die Nutzer/innen artikulieren ihre Wünsche nach Angeboten, werden in die Planung und
Realisierung mit einbezogen und bekommen Verantwortung für verschiedene Bereiche
übertragen. Viele Prozesse müssen miteinander ausgehandelt werden.
Als Methoden kommen hier Befragungen, Klubversammlungen,
Zusammenarbeit mit anderen Partnern u.ä. zum Einsatz.

Mitarbeit

und

Im Berichtszeitraum war in der Region je ein mobiles Team von Gangway. e.V. und
Outreach im Einsatz. Für beide Teams bildet die Kooperation mit anderen Partnern,
Projekten und Einrichtungen eine elementare und unverzichtbare Grundlage ihrer Arbeit.
Eine Vernetzungsrunde (VR) Jugendarbeit findet jeden 1. Donnerstag im Monat statt. Von
hier kommen entscheidende Impulse, Anregungen und Umsetzungsschwerpunkte für die
Gestaltung der sozialen Infrastruktur auf dem Gebiet der Jugendarbeit. Außerdem werden
von der VR gemeinsame Anstrengungen und Maßnahmen zur Sicherung der bestehenden
Einrichtungen und Projekte sowie eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Schulen
entwickelt und in enger Zusammenarbeit mit dem Jugendamt umgesetzt.

7.5. Schlussfolgerungen für die weitere Arbeit
-

Ausbau der Sozialräumlichen Kinder- und Jugendarbeit

-

Weiterer Ausbau und Stabilisierung der gerade in freie Trägerschaft übertragenen
Freizeiteinrichtung Balzer Platz

-

Effektive Nutzung und Erschließung von
bürgerschaftliche Engagement in diesem Stadtteil

Ressourcen,

insbesondere

64

das

-

Mehr Sportorientierte Angebote in der Region entwickeln, verorten und anbieten

-

Mangel verwalten

65

8. Bezirksregion Hellersdorf-Nord
8.1. Soziodemografische Situation
Die Einwohnerzahl in Hellersdorf-Nord ist seit 2006 um 7,2 % gestiegen. Die Anzahl der
Jungen Menschen zwischen 6 und unter 27 Jahren ist in der Zeit um rund 13% gesunken.
Die Anzahl der Jugendlichen nahezu um die Hälfte und die der jungen Menschen zwischen
18 und 21 Jahren sogar um deutlich mehr als die Hälfte gesunken. Umgekehrt ist dies bei
der Anzahl der Kinder, hier ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen.
Entwicklung der Einwohnerzahl 2006 bis 2013 (jeweils zum 31.12. des Jahres)
H-Nord

Stand 12/2013

Stand 12/2006

Differenz

Differenz in %

6-unter 10

1.317

1.055

262

24,8%

10-unter 14

1.165

944

221

23,4%

14-unter 18

993

1.942

-949

-48,9%

18- unter 21

895

2.041

-1.146

-56,1%

21-unter 27

4.190

3.802

388

10,2%

6-unter 27

8.560

9.784

-1.224

-12,5%

Gesamt

33.513

31.275

2.238

7,2%

Tabelle 33Entwicklung der Einwohnerzahl 2006 bis 2013 (jeweils zum 31.12. des Jahres)

66

In dem folgenden Diagramm ist zu erkennen, dass die Anzahl der Kinder bis zum 14.
Lebensjahr in jedem einzelnen Jahrgang über dem Stand von 2006 lag. Im Diagramm ist
2006 deutlich ein steiler Anstieg ab dem 14. Lebensjahr zu erkennen, im Jahr 2013 ist dieser
entsprechend erst ab dem 21.Lebensjahr zu erkennen. Die verhältnismäßig hohe Anzahl
Junger Menschen ab dem 23. Lebensjahr wird insgesamt auch noch in den nächsten 4
Jahren zu einer weiteren Reduzierung der Anzahl der 6- unter 27-Jährigen führen.
Junge Menschen in Hellersdorf Nord

(31.12.2013 und 31.12.2006)

1 000
900
800
700
600
500
400
300
200
100
0
1

2

3

4

5

6

7

8

9

10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27
Lebensjahr

2013

2006

Grafik 9Junge Menschen in Hellersdorf-Nord (31.12.2013 und 31.12.2006)

Der Sozialindex liegt in Hellersdorf-Nord bei -1,8492 und hat damit den schlechtesten Wert
aller 9 Bezirksregionen (BZR) in Marzahn. Im Berliner Vergleich liegt Hellersdorf-Nord auf
Rang 135 von insgesamt 137 BZR in ganz Berlin, es gibt also nur 2 Bezirksregionen in Berlin
die einen schlechteren Sozialindex aufweisen.
Der Migrationsanteil bei den Kindern liegt bei knapp einem Viertel und damit am
vierthöchsten aller BZR im Bezirk, der der Gesamtbevölkerung liegt bei 15%, dies ist
ebenfalls der vierthöchste Anteil der 9 BZR in Marzahn-Hellersdorf.

67

Grafik 10Hellersdorf-Nord mit den Jugendfreizeiteinrichtungen mit Bezirks- und/ oder Senatsfinanzierung

68

8.2. Angaben zu den bezirklich finanzierten Jugendfreizeiteinrichtungen
Seit 01.01.2014 gibt es im Stadtteil keine kommunale Jugendeinrichtung mehr.
6 Einrichtungen werden über bezirkliche Mittel finanziert, bzw. teilfinanziert
Name
Adresse
Träger

Zielgruppe

Öffnungszeiten

Inhaltliche Schwerpunkte

Bemerkungen

Bezirklich geförderte JFE durch Übertragung
Eastend
Tangermünder Str. 127
12627 Berlin
Eastend Berlin e.V.

Di-Sa: 13.00-21.00 Uhr
Kinder und
Jugendliche von 10- veränderte
Öffnungszeiten bei
27 Jahren
Veranstaltungen

Offene Kinder- und Jugendarbeit; Sport und
Spiel; eigene Kletterwand im Saal;
Veranstaltungshaus; Musikorientierte
Einrichtung; 2 Aufnahmestudios; Konzerte;
politische Bildung; Projekte und
Veranstaltungen zum Thema gesunde
Ernährung in Zusammenarbeit mit der
benachbarten Hellen Oase; großer Saal mit
Bühne und Technik; Erlebnispädagogik

Die Einrichtung wird von
Kindern und Jugendlichen
aus dem Einzugsgebiet
und Veranstaltungen aus
ganz Berlin und
Brandenburg genutzt.
Schwerpunkt ist der offene
Bereich, aus dem sich
Projektarbeit und
Workshops ergeben.

Joker
Alte Hellersdorfer Str. 3
12629 Berlin
Kids & Co e.V.

Kinder- und
Jugendliche von 818 Jahren

Offene Kinder- Jugendarbeit im Bereich
Umweltorientierung und Sport; Fußball,
Tischtennis, Nutzung der Sportanlage der
Casper-David-Friedrich-Schule; Naturkunde;
Erlebnispädagogik; Veranstaltungen;
Hausaufgabenhilfe; Kochprojekte

Die Einrichtung liegt
angrenzend am Gelände
der IGA 2017; Das wird
konzeptionell
aufgenommen und
entsprechend einbezogen.

Mo-Fr: 13.00-20.00 Uhr
Sa: 13.00-19.00 Uhr

69

Hella-Klub für Mädchen und Mädchen ab 10
Jahre
junge Frauen
Tangermünder Str. 2a
12627 Berlin
KiLeLe gGmbH

Mo-Mi: 13.00-19.00 Uhr
Do: für Mädchen von 812 Jahren 13.00-19.00
Uhr
Fr: für Mädchen ab 13
Jahren 14.00-21.00 Uhr
Sa: 13.00-18.00 Uhr

Offener Treff für Mädchen und junge Frauen
und Familien; Projektarbeit zu verschiedenen
Themen: Baustelle Körper, Sexualpädagogik,
Medienarbeit (wir drehen einen Film); Boxen,
Breakdance
Für junge Mütter: offene Spielgruppe;
Familienfrühstück; Beratung und Hilfe für
junge Mütter in den ersten Lebensjahren;
Erlebnispädagogik; Babymassage

Die Einrichtung arbeitet
eng mit Schulen
zusammen. Soziales
Kompetenztraining;
Sexualpädagogik mit
Schulklassen

Sportorientierte offene Kinder- und
Jugendarbeit, Beteiligung, Rampen, Inliner,
Skaten, Betreuung der Jugendlichen des
Parcoursparks, Turniere, Selbstverwalteter
Jugendklub an den Wochenenden und in den
Abendstunden

Sehr enge und
kooperative
Zusammenarbeit mit
weiteren
Freizeiteinrichtungen in
der Region, Helle Oase,
Eastend, Joker, Haus
Sonneneck,

Sport, Spiel und Bewegung, Kletterwand für
Kinder, Bewegungsbaustelle, Toberaum,
Hausaufgabenhilfe, Kochen mit der ganzen
Familie, Musik, Leseklub, Kleiderstube,
Beratung und Begleitung von jungen Familien,
Kreativraum

Familientreff in der
Hellersdorfer Promenade,
die Promenade dient als
offener Spielraum

Bezirklich geförderte JFE mit jährlicher Zuwendung
Senfte 10
Senftenberger Str. 10
12627 Berlin
Kids & Co e.V.

8-23 Jahren aus
dem Einzugsgebiet
und auf Grund der
Rampen aus den
Umliegenden
Regionen

Mo-Fr: 13.00-20.00 Uhr
Sa: 14.00-20.00 Uhr
veränderte
Öffnungszeiten in den
Ferien

Kinder und Familien Mo-Fr: 13.00-18.00 Uhr
Buntes Haus
Hellersdorfer Promenade 14 von 0 bis 99 Jahren an Wochenenden
Ausflüge
12627 Berlin
Roter Baum Berlin UG
(Haftungsbeschränkt)

70

Schülerclub an der CasparDavid-Friedrich-Schule
Alte Hellersdorfer Str. 7
12629 Berlin
Förderband e.V

Kinder und
Jugendliche von
12-16 Jahren

Mo-Fr: 14.00-18.00 Uhr

Schülerclub an der Casper David Friedrich
Schule, offener Treff, Schülercafe von den
Jugendlichen betrieben, Billard, Werkstätten
wie Theater, Bandproben, Bibliothek, Theater,
gesunde Ernährung, Kunstwerkstatt, Keramik,
Medien,
Die Werkstätten werden vom Schülerclub
koordiniert und stehen dem Schulbetrieb wie
auch dem offenen Bereich zur Verfügung.

Koordinierung der
Werkstätten und
Workshops für Schule. Die
Werkstätten werden zum
großen Teil durch
arbeitsmarktpolitische
Maßnahmen betreut.
Enge Zusammenarbeit mit
dem Joker im
Sportbereich und bei
speziellen Projekten.

Freizeitangebote, Beratung, Familienarbeit,
Sport, Ausflüge, Multimediaraum, Tanzen,
Basteln, Hausaufgabenbetreuung,
Die Angebote teilen sich auf drei verschiedene
Bereiche auf:
Kleinkinderbereich: Kleinkinderbetreuung,
Familienberatung, Spielen,
Kinderbereich: Ausflüge, Basteln, Sport,
Jugendbereich: Jugendclub, Sport, Billard,
Musik, Streetwork, Beratungsangebote, Kurse
und Projekte

Der Träger arbeitet mit
anderen Einrichtungen
zusammen. Gute
Zusammenarbeit mit dem
RSD.
Beteiligung an
überregionalen
Veranstaltungen.

Sonstige wichtige JFE und Kinder- und Jugendprojekte
Arche
Tangermünder Straße 7
12627 Berlin
Die Arche-Christliches
Kinder- und Jugendwerk
e.V.

Kinder, Jugendliche Mo-Fr: 12.00-21.00 Uhr
und Familien aller
Altersklassen

71

Kinder, Jugendliche Mo-Fr: 9.00-18.30 Uhr
SOS-Familienzentrum
Alte Hellersdorfer Straße 77 und Familien
12629 Berlin
SOS-Kinderdorf e.V.

Erziehungs- und Familienberatung,
Stadtteilzentrum, Treffpunkt für Familien,
breite Angebotspalette für Kinder, Familien
und Anwohner/innen; Beratungsangebote in
allen Fragen rund um Erziehung, Familie,
Kinder, Probleme im Alltag, Sozialberatung,
Jugendberatung, Projekte zum Wiedereinstieg
ins Berufsleben. Das Treffpunktcafe ist für alle
zugänglich und der Ort für Erstkontakte.

sehr gute vernetzte
Strukturen,
Stadtteilzentrum mit
Angebote für Familien.
Betreuung und Förderung
von Ehrenamt

Angebote: Spiel, Bewegungsangebote, Kurse,
Secondhandshop, Leseklub, Ausflüge und
vieles mehr. Projekt Starke Kinder im Stadtteil,
gemeinsame Koordinierung der
Vernetzungsrunden mit dem Jugendamt,
Projekte und überregionale Maßnahmen wie
Organisation Freiwilligentag, Stadtteilfest,
Workshops, Federführung der Stadtteilzeitung
„AktuHelle“
Haus Sonneneck
Alt Hellersdorf 29-31
12629 Berlin
Kids & Co e.V.

12-27 Jahren

Mo-Fr: 8.00-18.00 Uhr
Weitere Öffnungszeiten
an Wochenenden bei
Projekten und Nutzung
der Begegnungsstätte

Angebote für Praxislernen, Werkstätten (Holz,
Metall, Malern, Medien, Gastronomie, Garten,
Textil); Berufsorientierung, Beratung und
Begleitung von Jugendlichen,
Kompetenztraining,
Jugendbegegnungsstätte „Das Nest“, große
Außenanlage mit Niedrigseilgarten und
Sinnesparcours, Minigolfanlage, Betreuung
des neu eröffneten Parcoursparks; Projekt
JUWEL; die Einrichtung ist offen wird aber
nicht als offene Kinder- und Jugendeinrichtung
betrieben.

72

Der Träger arbeitet eng
mit den Schulen in der
Region und überregional
zusammen,
Schwerpunktträger im
Bereich
Berufsorientierung,
Kooperation zu allen
Projekten in der Region
und darüber hinaus

Haus Babylon
Stephan-Born-Straße 3
12629 Berlin
Babel e.V.

0-99 Jahren,
Familien mit ihren
Kindern und
anderen
Angehörigen.
Eine weitere
Zielgruppe sind
Erzieherinnen und
Erzieher sowie
Lehrerinnen und
Lehrer

Mo/ Mi: 8.30-17.00 Uhr
Di/ Do: 8.30-18.00 Uhr
Fr: 8.30-13.30 Uhr
Sa: 11.00-18.00 Uhr

interkulturelles Zentrum mit den
Schwerpunkten:
•Konfliktbearbeitung im interkulturellen
Kontext sowie Toleranztraining /
Antiaggressionstraining,
•Interkulturelles Kompetenztraining (Anti-BiasTraining),
•Rechtsextremismus
Der Träger unterhält bezirklich und
überbezirklich vielfältige Arbeitskontakte,
dauerhafte Kooperationsbeziehungen mit
Schulen und weiteren Trägern der Sozial-,
Bildungs- und Jugendarbeit und ist ein
immanenter Bestandteil der lokalen
Vernetzung interkultureller Arbeit.
Angebote: Sport, Spiel Spaß, Medien,
Projekte mit Schulklassen zum Thema Vielfalt,
Basteln, Puppenspiel, offener Kinder und
Jugendtreff, Bildung und Freizeitangebote für
Kinder und Jugendliche mit und ohne
Migrationshintergrund, Jugendrat

Tresor
Ludwigsfelder Straße 2a
12629 Berlin
G.U.T. Consult

6-26 Jahre

Mo-Fr: 12.00-19.00 Uhr

Offene Kinder und Jugendeinrichtung,
Basteln, Sport und Spiel, Kreativwerkstatt

Kellerklub „Paule“
Alte Hellersdorfer Straße
12629 Berlin
Ball e.V.

6-12 Jahre

Mo-Fr: 14.00-18.00 Uhr

Offener Treff für Kinder, Basteln, Spielen,
Hausaufgabenbetreuung, Fußball,
Spielnachmittage, Projekte, Ferienprogramm,
Ausflüge, Projekt gesunde Ernährung

73

überregionales
interkulturelles Zentrum,
der Träger kooperiert mit
anderen Einrichtungen
und ist ein verlässlicher
Ansprechpartner im
Bereich interkulturelle
Arbeit

Der Träger arbeitet eng
mit anderen Trägern
zusammen.

Kellerklub „Paulinchen“
Gothaer Straße
12629 Berlin
Ball e.V.

6-12 Jahre

Mo-Fr: 14.00-18.00 Uhr

Offener Treff für Kinder, Basteln, Spielen,
Hausaufgabenbetreuung, Fußball,
Spielnachmittage, Projekte, Ferienprogramm,
Ausflüge, Projekt gesunde Ernährung

Der Träger arbeitet eng
mit anderen Trägern
zusammen.

Tabelle 34Bezirklich finanzierte Jugendfreizeiteinrichtungen in Hellersdorf-Nord

Zusammenfassend ist zu sagen, dass sich die Besuchergruppen in den Einrichtungen in den letzten Jahren verändert haben. Die
Jugendeinrichtungen haben sich darauf eingestellt und es wurden veränderte Öffnungszeiten eingeführt. Auch die Übertragung der letzten
kommunalen Jugendeinrichtungen in Freie Trägerschaft haben Veränderungen in Öffnungszeiten und Angebote herbeigeführt. So gibt es jetzt
zum Beispiel einen Mädchentag für „große“ Mädchen mit längeren Öffnungszeiten.
Name

Einrichtungsgröße/
Platzzahlen/
Freifläche

Finanzierung
2014 in Euro

dabei Stellen von päd.
Fachkräften

Geplante Angebotsstunden

Eastend

Große JFE,
184 Plätze,
Freifläche

229.650,00

1 FK mit 39 Stunden

9.412

2 FK mit je 30 Stunden
1 FK mit 20 Stunden

Kleine JFE,
62 Plätze,
Freifläche

120.520,00

2 FK mit je 40 Stunden

4.939

Hella-Klub für Mädchen Mittele JFE,
und junge Frauen
81 Plätze,
Freifläche

151.200,00

3 FK mit je 30 Stunden

6.197

Senfte

100.000,00

2 FK mit je 40 Stunden

4.098

Joker

Kleine JFE,
42 Plätze,

74

Bemerkungen
(Kofinanzierung)

Buntes Haus

Kleine JFE,
52 Plätze
Keine separate
Freifläche

30.000,00

1 FK mit 40 Stunden

1.230

Zusätzliche QM-Finanzierung

Schülerclub an der
Caspar-DavidFriedrich-Schule

Mittlere JFE,
72 Plätze,
Mitnutzung
Schulhof

5.187,00

1 FK mit 36 Stunden

213

Finanzierung aus dem
Programm „Jugendarbeit an
Schule“, Kofinanzierung von
Schule

Tabelle 35Angaben zur personelle und finanziellen Ausstattung der Einrichtungen in Hellersdorf-Nord

Im Stadtteil stehen gegenwärtig 493 Plätze in Jugendfreizeiteinrichtungen zur Verfügung. Das entspricht einem Fehlbedarf von 288 Plätzen. Der
Bedarf besteht hauptsächlich in den Sozialräumen 16 und 12.

75

8.3. Aussagen zur Angebotsentwicklung in der Region
Die Region Hellersdorf-Nord hat mit einem Sozialindex von -1,8492 den schlechtesten Wert
im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Allerdings gibt es in den Sozialräumen große Unterschiede.
Helle Mitte und das Gebiet um die Böhlener Straße sind hier besonders problematisch.
Die Trägerlandschaft in Hellersdorf-Nord ist flächenmäßig gut aufgeteilt. Die Angebote sind
gut aufeinander abgestimmt und der Bedarfsgruppe angepasst. In zwei Sozialräumen gibt es
trotz der vielfältigen Trägerlandschaft Problemlagen und Fehlbedarfe. Im Sozialraum 16 gibt
es keine offenen Kinder- und Jugendeinrichtung. Das in der Torgauer Straße befindliche
Freilandlabor der INU gGmbH kann einen kleinen Teil des Bedarfs mit Angeboten für Kinder
abdecken, arbeitet aber eher in der Projektarbeit mit Schulen. Weitere offene Kinder- und
Jugendeinrichtungen fehlen hier.
Ein weiteres Problemfeld ist der Sozialraum 12. Hier haben sich die Probleme mit
schwierigen Jugendlichen in den letzten Jahren enorm verstärkt. Es gibt nur wenige
Angebote für Kinder und Jugendliche. Die Kontakt und Beratungsstelle C119 ist für viele
Kinder und Jugendliche ein Treffpunkt, hat aber nicht die Funktion einer
Jugendfreizeiteinrichtung. Hier besteht eine gute Zusammenarbeit mit dem Paule Klub von
Ball e.V.. Es fehlt dringend eine Einrichtung für Jugendliche mit entsprechenden Angeboten.
Die Jugendeinrichtung „Tresor“ könnte in diesem Bereich einen größeren Anteil an
Jugendarbeit leisten, dafür fehlt dem Träger aber die finanzielle Grundlage. Viele
Jugendliche nehmen auch die Angebote im Haus Babylon in Anspruch. Die Platzkapazität
für den Jugendbereich ist in der Einrichtung begrenzt. Die Besucherinnen und Besucher
kommen zu großen Teil aus schwierigen sozialen Familienverhältnissen. Viele sind bereits
polizeilich bekannt. Hier zeigt sich die gute Zusammenarbeit mit dem Streetworkprojekt, die
beratend unterstützen.

8.4. Regionale Schwerpunktsetzungen
In der Region Hellersdorf-Nord gibt es eine sehr gut funktionierende Vernetzungsrunde, an
der alle sozialen Projekte und weitere Institutionen beteiligt sind. Aus dieser Runde wurden
und werden zahlreiche überregionale Projekte organisiert und durchgeführt. Die
Vernetzungsrunden finden immer zu bestimmten Themen statt. Die Themen werden in der
letzten Vernetzungsrunde im Dezember besprochen und durch die Organisatoren der
Vernetzungsrunde geplant. Das sind aktuelle Problemlagen, aber auch die Entwicklung in
der Region. Hellersdorf-Nord zeichnet sich durch eine sehr gute Vernetzungsstruktur aus.
Kooperationsprojekte wie „Starke Kinder im Stadtteil“ und das Kooperationsforum
Bezirksamt ASH sind nur zwei Beispiele für die kooperative Zusammenarbeit der Projekte.
Ein weiterer Schwerpunkt war in den letzten Jahren der Lokale Aktionsplan Toleranz fördern
- Kompetenz stärken. Mit diesem Bundesprogramm konnten verschiedene Projekte gefördert
werden. Ein Beteiligungsprojekt ermöglichte die Mitarbeit und Einbeziehung der
Jugendlichen in der Region. Durch die Erweiterung des Quartiersverfahrens Hellersdorfer
Promenade konnten weitere Einrichtungen Anträge zur Förderung von Projekten stellen. Das
ermöglichte weitere Kooperationsprojekte. Die Zusammenarbeit mit Schule hat sich in den
letzten Jahren stark verbessert. Die nun an allen weiterführenden Schulen beschäftigten
Sozialarbeiter/innen haben einen großen Anteil daran. Sie besuchen die Vernetzungsrunden
und geben Informationen an Schule weiter. Die Sozialarbeiter/innen untereinander
verständigen sich über Kinder und Jugendliche. Die Übergänge Grundschule, weiterführende
Schule und Jugendfreizeiteinrichtungen sind dadurch für die Schüler/innen leichter.
Lehrer/innen, Erzieher/innen und Sozialarbeiter/innen können sich so besser aufeinander
einstellen.

8.5. Schlussfolgerungen für die weitere Arbeit
Die Zusammenarbeit mit Schule soll weiter Schwerpunktthema bleiben. In mehreren
Workshops der Vernetzungsrunde wurden die Probleme angesprochen, wie die Eltern der

76

Kinder und Jugendlichen einbezogen werden können. Dieses wird als Thema im ersten
Halbjahr 2015 mit einer Fortbildungsveranstaltung mit externen Experten angegangen.
Weitere Schwerpunkte für die weitere Arbeit:
•

Das Kooperationsforum wird weitergeführt.

•

Öffentlichkeitsarbeit der Projekte in der Region.

•

Stärkung der Familien, der Eltern und der Kinder

•

Beratungsangebote, besonders im Bereich Verschuldung

•

Berufsorientierung

•

Jugendkulturarbeit, Medienarbeit

•

Beteiligungsprojekte

77

9. Bezirksregion Hellersdorf-Süd
9.1. Soziodemografische Situation
Die Einwohnerzahl in Hellersdorf-Süd ist seit 2006 um 1,2% gestiegen. Die Anzahl der
Jungen Menschen zwischen 6 und unter 27 Jahren ist in der Zeit allerdings um gut 24%
gesunken. Die Anzahl der Jugendlichen ist um mehr als die Hälfte und die der jungen
Menschen zwischen 18 und 21 Jahren sogar um mehr als zwei Drittel gesunken. Umgekehrt
ist dies bei der Anzahl der Kinder, hier ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen.
Entwicklung der Einwohnerzahl 2006 bis 2013 (jeweils zum 31.12. des Jahres)
H-Süd

Stand 12/2013

Stand 12/2006

Differenz

Differenz in %

6-unter 10

749

597

152

25,5%

10-unter 14

671

584

87

14,9%

14-unter 18

546

1.179

-633

-53,7%

18- unter 21

510

1.558

-1.048

-67,3%

21-unter 27

2.606

2.779

-173

-6,2%

6-unter 27

5.082

6.697

-1.615

-24,1%

Gesamt

24.414

24.129

285

1,2%

Tabelle 36Entwicklung der Einwohnerzahl 2006 bis 2013 (jeweils zum 31.12. des Jahres)

In dem folgenden Diagramm ist zu erkennen, dass die Anzahl der Kinder bis zum 13.
Lebensjahr in jedem einzelnen Jahrgang über dem Stand von 2006 lag. Im Diagramm ist
2006 deutlich ein steiler Anstieg ab dem 14. Lebensjahr zu erkennen, im Jahr 2013 ist dieser
erst ab dem 22.Lebensjahr zu erkennen. Die verhältnismäßig hohe Anzahl Junger Menschen
ab dem 23. Lebensjahr wird insgesamt auch noch in den nächsten 4 Jahren zu einer
weiteren Reduzierung der Anzahl der 6- unter 27-Jährigen führen.

78

Junge Menschen in Hellersdorf Süd (31.12.2013 und 31.12.2006)
700

600

500

400

300

200

100

0
1

2

3

4

5

6

7

8

9

10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27
Lebensjahr

2013

2006

Grafik 11Junge Menschen in Hellersdorf Süd (31.12.2013 und 31.12.2006)

Der Sozialindex liegt in Hellersdorf-Süd bei -0,8116 und hat damit den 5. schlechtesten Wert
der 9 Bezirksregionen (BZR). Im Berliner Vergleich liegt Hellersdorf-Süd auf Rang 112 von
insgesamt 137 BZR in ganz Berlin.
Der Migrationsanteil bei den Kindern liegt bei unter 20%, der der Gesamtbevölkerung liegt
bei 10%.

79

Grafik 12Hellersdorf-Süd mit den Jugendfreizeiteinrichtungen mit Bezirks- und/ oder Senatsfinanzierung

80

9.2. Angaben zu den bezirklich finanzierten Jugendfreizeiteinrichtungen
Seit 01.01.2014 gibt es im Stadtteil keine kommunale Jugendeinrichtung mehr.
3 Einrichtungen werden über bezirkliche Mittel finanziert, bzw. teilfinanziert.
Name
Adresse
Träger

Zielgruppe

Öffnungszeiten

Inhaltliche Schwerpunkte

Bemerkungen

Zusammenarbeit mit
dem Stadtteilzentrum
und Plan B in einem
Haus

Bezirklich geförderte JFE durch Übertragung
KOMPASS-Haus im Stadtteil
Kummerower Ring 43
12619 Berlin
FiPP e.V.

6-25 Jahre
Hauptzielgruppe:7-16
Jahre

Mo-Fr: 14.00-20.00 Uhr
(Di ab 15.00 Uhr)
Sa: 11.00-18.00 Uhr

Offene Jugendarbeit,
Gesundheitserziehung, Partizipation,
Politische Bildung, Medienkompetenz;
Interkulturelle und kulturelle JA,
schulbezogene JA, geschlechtsbewusste
Bildung, sportorientierte JA

JFE Lubminer
Lubminer Str. 38
12619 Berlin
FiPP e.V.

6-14 Jahre
Hauptzielgruppe:9-14
Jahre

Mo-Fr: 14.00-19.00 Uhr
Sa: 11.00-16.00 Uhr

Offene Jugendarbeit, Partizipation,
erzieherischer Kinder- und Jugendschutz,
Medienkompetenz, sportorientierte JA,
geschlechtsbewusste JA,
Gesundheitserziehung

Bezirklich geförderte JFE mit jährlicher Zuwendung
Sportjugendclub Hellersdorf
Peter-Huchel-Str. 39
12619 Berlin
Sportjugend Berlin e.V.

Hauptzielgruppe:1014 Jahre
selbstorganisierte
Jugendgruppe:15-21
Jahre

Mo-Do: 13.00-19.00 Uhr
Fr: 13.00-18.00 Uhr
1. Sa im Monat:14-18 Uhr
Mo-Fr: 19.00-24.00 Uhr
Sa/ So: 10.00-24.00 Uhr

Offene Jugendarbeit, Sportorientierte
Kinder- und Jugendarbeit, Partizipation,
Medienkompetenz, erzieherischer Kinderund Jugendschutz, geschlechtsbewusste
Jugendarbeit, Gesundheitserziehung

81

in einem Haus mit dem
Regionalteam
Hellersdorf-Süd/
Kaulsdorf im KJFZ

Sonstige wichtige JFE und Kinder- und Jugendprojekte
No Name
Streetwork Hellersdorf
Ernst-Bloch-Straße 34
12619 Berlin
fjs e.V.

10-21 Jahre

Bürozeit:
Di/ Do:13.00-16.00 Uhr

Streetwork, Beratung und Begleitung,
Projektarbeit an Schulen, Betreuung der
Peergruppen

Plan B
Kummerower Ring 43
12619 Berlin
FiPP e.V.

ab 16 Jahre
(Schüler/innen)

Regionale Beratung
Peter-Huchel-Straße 39
12619 Berlin
JAO gGmbH

15-27 Jahre

Mo-Mi: 9.00-15.00 Uhr
Do: 9.00-19.00 Uhr
Fr: 9.00-12.00 Uhr

Beratung Übergang Schule-Beruf

Freizeitclub
Boizenburger Straße 52-54
12619 Berlin
Grünes Haus für Hellersdorf
e.V.

insbesondere für
Kinder aus Kitas und
Grundschulen

Mo-Do: 10.00-17.00 Uhr
Fr: 9.00-13.00 Uhr

Kreativangebote, Umwelterziehung,
gesunde Ernährung

La Famiglia
Peter-Huchel-Straße 39
12619 Berlin
Metrum Berlin gGmbH

junge Familien mit
Kindern

Mo, Mi, Do: 14.00-18.00
Uhr

Elterntreff, Angebote der Familienbildung

15+
Peter-Huchel-Straße 39
12619 Berlin
Metrum Berlin gGmbH

ab 15 Jahre

Mi: 15.00-18.00 Uhr
(offener Treff)

Kompetenztraining, Sportangebote,
Beratung

Übergang Schule-Beruf

82

wird durch das
Jugendamt zugewiesen

Jugendliche im Bereich
HzE

Sonstige wichtige JFE und Kinder- und Jugendprojekte
Absolute Beginner
Peter-Huchel-Straße 39
12619 Berlin
Metrum Berlin gGmbH

13-14 Jahre

Mo: 15.00-18.00 Uhr
(offener Treff)

Kompetenztraining, Sportangebote,
Beratung

Jugendliche im Bereich
HzE

Tabelle 37Bezirklich finanzierte Jugendfreizeiteinrichtungen in Hellersdorf-Süd

Name

Einrichtungsgröße/
Platzzahlen/
Freifläche

Finanzierung
2014 in Euro

dabei Stellen von päd.
Fachkräften

Geplante
Angebotsstunden

KOMPASS - Haus im
Stadtteil

Große JFE,
215 Plätze,
Freifläche

206.510,00

5 päd. FK mit 137 h

8.464

Lubminer

Kleine JFE,
53 Plätze,
Terrasse

115.320,00

3 päd. FK mit 108 h

4.726

Sportjugendclub
Hellersdorf

Kleine JFE,
40 Plätze,
Freifläche

90.000,00

3 päd. FK mit 99 h

3.689

Bemerkungen
(Kofinanzierung)

Tabelle 38Angaben zur personelle und finanziellen Ausstattung der Einrichtungen in Hellersdorf-Süd

Im Stadtteil stehen gegenwärtig 308 Plätze in Jugendfreizeiteinrichtungen zur Verfügung. Das entspricht einem Fehlbedarf von 141 Plätzen.

83

9.3. Aussagen zur Angebotsentwicklung in der Region
Im Stadtteil gibt es 3 durch den Bezirk geförderte Einrichtungen der Kinder- und
Jugendarbeit (KOMPASS, SportJugendClub und Lubminer) sowie eine Kontakt- und
Beratungsstelle „NO NAME“ des Streetworkteams Hellersdorf. (Die JFE Lubminer wurde
2014 als letzte kommunale Einrichtung des Stadtteils an einen freien Träger vergeben.)
Im Bereich der Einrichtung KOMPASS, in dem sich auch das Berufsorientierungsprojekt
„Plan B“ sowie das Stadtteilzentrum befinden, steht die 1. freie Graffiti-Wand des Bezirkes.
Im Kinder-, Jugend- und Familienzentrum arbeiten zudem das Familienprojekt „La Famiglia“,
die Projekte „15+“ und „Absolute Beginner“ von MetrumBerlin. Hier befindet sich auch die
eine Außenstelle der „Regionalen Beratung“ für den Teil Hellersdorf, ein Projekt der
Berufsorientierung.
Es gibt eine enge Zusammenarbeit mit dem Projekt „TeenKom“ des Trägers Caiju e. V.,
woraus sich auch andere Projekte entwickelten wie „Stadtteil bewegt“ und das
„Beratungsspiel“.
In den beiden Grundschulen arbeitet jeweils ein Schulsozialarbeiter, welche mit den
Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit sehr gut vernetzt sind.
Im Sozialraum 21 wird durch das Projekt „Freizeitclub“ im „Grünen Haus“ ebenfalls ein
Angebot für Kinder gestaltet, welches durch Ehrenamtler/innen und Mitarbeiter/innen und
Mitarbeiter über den 2. Arbeitsmarkt durchgeführt wird.
Die Einrichtungen sind gut in den 4 Sozialräumen verteilt.
Einrichtungsübergreifende Projekte der Region sind die jährlichen Stadtteilrallyes und ein
gemeinsames Sommerferiencamp für Grundschülerinnen und Schüler der 4., 5. und 6.
Klassen, die durch uns beim Übergang aus dem Schulhort bzw. in eine weiterführende
Schule begleitet werden.

9.4. Regionale Schwerpunktsetzungen
In den monatlich stattfindenden Vernetzungsrunden der Region Hellersdorf-Süd/Kaulsdorf
werden aktuelle Ereignisse (z.B. Eröffnung des Flüchtlingsheims an der Grenze des
Stadtteils zu Hellersdorf-Ost) diskutiert, gemeinsame Projekte wie Stadtteilrallye und
Sommerferiencamp geplant sowie Fortbildungen zu Themen wie Romafamilien,
Internetsicherheit, Gesundheit, Kinderschutz oder Elternarbeit durchgeführt.
Zur Vernetzungsrunde kommen auch die Schulsozialarbeiter der beiden Grundschulen des
Stadtteils sowie-themenbezogen-6 Kita-Leiter/innen der Region.
Wahrnehmungen aus Sicht der Teilnehmer/innen der Vernetzungsrunden:
•

fehlende Fähigkeiten/Können bei Kita-Kindern und Grundschüler/innen

•

überwiegend auf neue Medien (PC-Spiele) und Fernsehen fixiert

•

Kinder können auch geringe Beiträge für Projekte und Kurse nicht zahlen

•

hungrige Kinder

•

verbal aggressiver Umgang der Eltern mit den Kindern

•

Unselbständigkeit

Da es im Stadtteil keine weiterführenden Schulen mehr gibt (Eine dritte private arbeitet jetzt
noch im Grundschulbereich, will aber zukünftig bis zum Abitur führen.), liegt ein großer
Schwerpunkt unserer Arbeit im Lückekinderbereich. Deshalb haben die Einrichtungen der
Region sich für 2015/2016 um das Projekt „Zukunftsdiplom“ beworben, welchen bisher sehr
erfolgreich in Marzahn-Nord durchgeführt wurde.

84

9.5. Schlussfolgerungen für die weitere Arbeit
•

Sicherung der bestehenden Einrichtungen und Projekte

•

verstärkte Zusammenarbeit mit den Grundschulen, insbesondere durch die
Vernetzung mit den Schulsozialarbeitern

•

niedrigschwellige Angebote besonders in den Bereichen Sport/Bewegung,
Gesundheit und Ernährung, Erlebnispädagogik

•

Übergänge gemeinsam gestalten: Kita-Grundschule/ Grundschule-weiterführende
Schule

•

Freizeit- und Bildungsmöglichkeiten im Stadtteil für Kinder bekannt machen, die den
Hort nicht mehr besuchen sowie für jene, die aus Hilfemaßnahmen des Jugendamtes
kommen bzw. in diese noch eingebunden sind

85

10. Bezirksregion Kaulsdorf
10.1. Soziodemografische Situation
Die Einwohnerzahl in Kaulsdorf ist seit 2006 um 1,2 % gesunken. In allen anderen 8 BZR ist
er gestiegen. Die Anzahl der Jungen Menschen zwischen 6 und unter 27 Jahren ist in der
Zeit um gut ein Viertel gesunken. Die Anzahl der Jugendlichen ist um fast ein Drittel und die
der jungen Menschen zwischen 18 und 21 Jahren sogar um fast zwei Drittel gesunken.
Umgekehrt ist dies bei der Anzahl der Kinder unter 10 Jahren, hier ist ein Anstieg zu
verzeichnen.
Entwicklung der Einwohnerzahl 2006 bis 2013 (jeweils zum 31.12. des Jahres)
Kaulsdorf

Stand 12/2013

Stand 12/2006

Differenz

Differenz in %

6-unter 10

631

593

38

6,4%

10-unter 14

613

519

94

18,1%

14-unter 18

651

974

-323

-33,2%

18- unter 21

379

1.039

-660

-63,5%

21-unter 27

1.013

1.371

-358

-26,1%

6-unter 27

3.287

4.496

-1.209

-26,9%

Gesamt

18.595

18.822

-227

-1,2%

Tabelle 39Entwicklung der Einwohnerzahl 2006 bis 2013 (jeweils zum 31.12. des Jahres)

86

In dem folgenden Diagramm ist zu erkennen, dass die Anzahl der Kinder nur bis zum 9.
Lebensjahr in jedem einzelnen Jahrgang über dem Stand von 2006 lag auch dies ist im
Vergleich der Bezirksregionen sehr ungewöhnlich. Im Diagramm ist 2006 deutlich ein steiler
Anstieg ab dem 15. Lebensjahr zu erkennen, im Jahr 2013 ist dieser nur noch minimal ab
dem 23. Lebensjahr zu erkennen.

Junge Menschen in Kaulsdorf (31.12.2013 und 31.12.2006)
450
400
350
300
250
200
150
100
50
0
1

2

3

4

5

6

7

8

9

10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27
2013

Lebensjahr

2006

Grafik 13Junge Menschen in Kaulsdorf (31.12.2013 und 31.12.2006)

Der Sozialindex liegt in Kaulsdorf bei 1,1203 und hat damit den 2. besten Wert der 9
Bezirksregionen (BZR). Im Berliner Vergleich liegt Kaulsdorf auf Rang 13 von insgesamt 137
BZR in ganz Berlin.
Der Migrationsanteil bei den Kindern liegt bei rund 10%, der der Gesamtbevölkerung liegt bei
5%, diese Werte sind zusammen mit denen von Mahlsdorf die niedrigsten aller 9 BZR.

87

Grafik 14Kaulsdorf mit den Jugendfreizeiteinrichtungen mit Bezirks- und/ oder Senatsfinanzierung

88

10.2. Angaben zu den bezirklich finanzierten Jugendfreizeiteinrichtungen
Seit 01.01.2014 gibt es im Stadtteil keine kommunale Jugendeinrichtung mehr.
2 Einrichtungen werden über bezirkliche Mittel finanziert, bzw. teilfinanziert.
Name
Adresse
Träger

Zielgruppe

Öffnungszeiten

Inhaltliche Schwerpunkte

Bemerkungen

Mo: 15.00-21.00 Uhr
Di: 15.00-23.00 Uhr
Mi-Fr:15.00-20.00 Uhr
Sa: 11.00-18.00 Uhr

Offene Jugendarbeit, Partizipation,
Medienkompetenz, Kulturelle JA,
Geschlechterbewusste JA, Sportorientierte
JA, Selbstorganisation und freiwilliges
Engagement

Kooperation mit Pelikan
e.V.

Mo: 15.00-17.30 Uhr
Di: 14.00-18.30 Uhr
Mi: 13.30-17.30 Uhr
Do: 13.30-18.30 Uhr
Fr: 14.00-22.00 Uhr
So: 17.00-21.00 Uhr

Offene Jugendarbeit, Partizipation,
Kulturelle JA, erzieherischer Kinder- und
Jugendschutz, Pol. Bildung, sportorientierte
JA

Jugendgästehaus

Bezirklich geförderte JFE durch Übertragung
Villa Pelikan
Hellersdorfer Str. 27
12621 Berlin
AWO Spree-Wuhle e. V.

06-27 Jahre
Hauptzielgruppe:1023 Jahren

Bezirklich geförderte JFE mit jährlicher Zuwendung
WandelBar
Mädewalder Weg 65
12621 Berlin
CVJM Kaulsdorf e.V.

Hauptzielgruppe:1016 Jahren,
Zusätzliche Angebote
für Jüngere und Ältere

Sonstige wichtige JFE und Kinder- und Jugendprojekte
Villa Pelikan
Hellersdorfer Str. 27
12621 Berlin
Pelikan e. V.

Kita-Gruppen
Grundschulklassen
Hortgruppen

Di-Do: 9.30-11.30 Uhr
und 13.00-15.00 Uhr

thematische Veranstaltungen

89

Kindertreff und Jugendtreff
Nentwigstraße 1
12621 Berlin
St. Martin e. V.

Grundschüler/innen
und Schüler/innen ab
6. Klasse ab 14
Jahren

Mi: 17.00-18.00 Uhr
Do: ab 18.00 Uhr
Di: ab 19.30 Uhr

sportorientierte Angebote, thematische
Freizeitfahrten, „Kinder- und Jugendschola“

Tabelle 40Bezirklich finanzierte Jugendfreizeiteinrichtungen in Kaulsdorf

Name

Einrichtungsgröße/
Platzzahlen/
Freifläche

Finanzierung
2014 in Euro

dabei Stellen von päd.
Fachkräften

Geplante Angebotsstunden

Bemerkungen
(Kofinanzierung)

Villa Pelikan

Große JFE,
196 Plätze,
große Freifläche
vorhanden (Park)

220.560,00

4 päd. FK mit 137 h

9.039

FSJ

Große JFE,
130 Plätze,
Freifläche
vorhanden

40.000,00

WandelBar

Arbeitsfördermaßnahmen

2 päd. FK mit 46 h

1.639

Eigenmittel durch
Jugendgästehaus, Spenden

Tabelle 41Angaben zur personelle und finanziellen Ausstattung der Einrichtungen in Kaulsdorf

Im Stadtteil stehen gegenwärtig 326 Plätze in Jugendfreizeiteinrichtungen zur Verfügung. Das entspricht einem Fehlbedarf von 5 Plätzen.

90

10.3. Aussagen zur Angebotsentwicklung in der Region
Im Stadtteil gibt es 2 durch den Bezirk geförderte Kinder- und Jugendeinrichtungen, die Villa
Pelikan und Cafe WandelBAR. (Die Villa Pelikan wurde als letzte kommunale Einrichtung
des Stadtteils 2014 an einen freien Träger übergeben.)
In der Villa arbeitet auch der Verein Pelikan e. V.
Ebenfalls im Sozialraum 28 bietet die Katholische Gemeinde St. Martin Kinder- und
Jugendarbeit an.
Im Sozialraum Kaulsdorf-Süd gibt es keine Einrichtung der Kinder- und Jugendarbeit, hier
sichern Sportvereine die Freizeitgestaltung.
Der Stadtteil Kaulsdorf hat im Vergleich zum Gesamtbezirk - aber auch zum Land Berlin überwiegend sehr positive Lebensbedingungen; das Haupteinzugsgebiet der Villa ist aber
der Stadtteil Hellersdorf-Süd, an dessen Grenz sie liegt. Damit treffen auf die Besucherinnen
und Besucher die Problemlagen des genannten Stadtteils zu.
Die Besucherinnen und Besucher der WandelBar, die überwiegend Grundschülerinnen und
Schüler der 5. und 6. Klassen der Franz-Carl-Achard-Schule sind, aber auch ehemalige
Grundschüler/innen, die jetzt weiterführende Schulen besuchen.

10.4. Regionale Schwerpunktsetzungen
In den monatlich stattfindenden Vernetzungsrunden der Region Hellersdorf-Süd/Kaulsdorf
werden aktuelle Ereignisse diskutiert, gemeinsame Projekte wie Stadtteilrallye und
Sommerferiencamp geplant sowie Fortbildungen zu Themen wie Romafamilien,
Internetsicherheit, Gesundheit, Kinderschutz oder Elternarbeit durchgeführt.
Zur Vernetzungsrunde kommen auch die Schulsozialarbeiter der beiden Grundschulen des
Stadtteils Hellersdorf-Süd sowie-themenbezogen-6 Kita-Leiter/innen der Region.
In Kaulsdorf gibt es keine weiterführenden Schulen; von den 3 Grundschulen ist eine privat.
Sie haben keine Schulsozialarbeiter.

10.5. Schlussfolgerungen für die weitere Arbeit
Handlungserfordernisse:
•

Sicherung der bestehenden Einrichtungen und Projekte

•

verstärkte Zusammenarbeit mit den Grundschulen

•

niedrigschwellige Angebote besonders in den Bereichen Sport/Bewegung,
Gesundheit, Erlebnispädagogik

•

Übergänge gemeinsam gestalten: Kita-Grundschule/ Grundschule-weiterführende
Schule

•

Freizeit- und Bildungsmöglichkeiten im Stadtteil für Kinder bekannt machen, die den
Hort nicht mehr besuchen sowie für jene, die aus Hilfemaßnahmen des Jugendamtes
kommen bzw. in diese noch eingebunden sind

91

11. Bezirksregion Hellersdorf-Ost
11.1. Soziodemografische Situation
Die Einwohnerzahl in Hellersdorf-Ost ist seit 2006 nur geringfügig gestiegen. Die Anzahl der
Jungen Menschen zwischen 6 und unter 27 Jahren ist in der Zeit allerdings um gut 20%
gesunken. Die Anzahl der Jugendlichen ist um mehr als die Hälfte und die der jungen
Menschen zwischen 18 und 21 Jahren sogar fast um zwei Drittel gesunken. Umgekehrt ist
dies bei der Anzahl der Kinder unter 10 Jahren, hier ist ein deutlicher Anstieg zu
verzeichnen.
Entwicklung der Einwohnerzahl 2006 bis 2013 (jeweils zum 31.12. des Jahres)
H-Ost

Stand 12/2013

Stand 12/2006

Differenz

Differenz in %

6-unter 10

781

569

212

37,3%

10-unter 14

542

571

-29

-5,1%

14-unter 18

590

1.335

-745

-55,8%

18- unter 21

488

1.370

-882

-64,4%

21-unter 27

2.315

2.083

232

11,1%

6-unter 27

4.716

5.928

-1.212

-20,4%

Gesamt

19.146

19.088

58

0,3%

Tabelle 42Entwicklung der Einwohnerzahl 2006 bis 2013 (jeweils zum 31.12. des Jahres)

92

In dem folgenden Diagramm ist zu erkennen, dass die Anzahl der Kinder bis zum 12.
Lebensjahr in jedem einzelnen Jahrgang über dem Stand von 2006 lag. Im Diagramm ist
2006 deutlich ein steiler Anstieg ab dem 14. Lebensjahr zu erkennen, im Jahr 2013 ist dieser
erst ab dem 19.Lebensjahr zu erkennen. Die verhältnismäßig hohe Anzahl Junger Menschen
ab dem 23. Lebensjahr wird insgesamt auch noch in den nächsten 4 Jahren zu einer
weiteren Reduzierung der Anzahl der 6- unter 27-Jährigen führen.
Junge Menschen in Hellersdorf Ost (31.12.2013 und 31.12.2006)
600

500

400

300

200

100

0
1

2

3

4

5

6

7

8

9

10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27
Lebensjahr

2013

2006

Grafik 15Junge Menschen in Hellersdorf-Ost (31.12.2013 und 31.12.2006)

Der Sozialindex liegt in Hellersdorf-Ost bei -0,8732 und hat damit den 4. schlechtesten Wert
der 9 Bezirksregionen (BZR). Im Berliner Vergleich liegt Hellersdorf-Ost auf Rang 115 von
insgesamt 137 BZR in ganz Berlin.
Der Migrationsanteil bei den Kindern liegt bei gut 15%, der der Gesamtbevölkerung liegt bei
10%.

93

Grafik 16Hellersdorf-Ost mit den Jugendfreizeiteinrichtungen mit Bezirks- und/ oder Senatsfinanzierung

94

11.2. Angaben zu den bezirklich finanzierten Jugendfreizeiteinrichtungen
Seit 01.01.2014 gibt es im Stadtteil keine kommunale Jugendeinrichtung mehr.
5 Einrichtungen werden über bezirkliche Mittel finanziert bzw. teilfinanziert.
Name
Adresse
Träger

Zielgruppe

Öffnungszeiten

Inhaltliche Schwerpunkte

Bemerkungen

Bezirklich geförderte JFE durch Übertragung
Nische
Louis-Lewin-Str. 40c
12627 Berlin
AWO Berlin Spree-Wuhle e.V.

8-18 Jahre

Di-Fr: 12.00-20.00 Uhr
Sa: 11.00-17.00 Uhr

Sportorientierte Arbeit, Schwarzlichttheater,
geschlechterdifferenzierte Arbeit,
Erlebnispädagogik (z.B. jährliche Kanufahrt),
offene Arbeit, familienbezogene Arbeit,
Eishockey

Kooperation mit der
GSJ bzgl.
Sporthallennutzung,
Zusammenarbeit mit
der Hellersdorfer Kiez
e.G.

U5
Auerbacher Ring 25
(Schneeberger Str. 1)
12619 Berlin
Eastend Berlin e.V

6-18 Jahre

Di-Sa: 14.00-20.00 Uhr

Offene Arbeit, Musikprojekte,
Integrationsarbeit

derzeit wird ein
Ausweichobjekt in
Kooperation mit einer
Wohnungsbaugesellschaft genutzt

Mo-Di: 8.00-16.00 Uhr
Mi-Do: 8.00-18.00 Uhr
Fr: 8.00-14.00 Uhr

Arten- und Biotopschutz, Projektangebote
für Kinder und Interessierte, Betreuung der
Streuobstwiese, Pflanzen- und
Pflegearbeiten, AG Naturschutz

Kooperation mit
Umweltgruppen im
Bezirk

Bezirklich geförderte JFE mit jährlicher Zuwendung
Naturschutzzentrum Schleipfuhl
Hermsdorfer Str. 11a
12627 Berlin
Förderverein Naturschutzstation
Malchow e.V.

6-99 Jahre

95

Schülerzentrum Kraftwerk
Adorfer Str. 8
12627 Berlin
Verbund e.V.

6-18 Jahre

Mo-Fr: 14.00-18.00 Uhr Offene Arbeit, Fahrradwerkstatt,
Projektarbeit, Hausaufgabenbetreuung

unter einem Dach mit
der Kita und einem
Familienprojekt des
gleichen Trägers
gelegen

Schülerclub Schatzkarte
Nossener Str. 87-89
12627 Berlin
JAO gGmbH

10-12 Jahre

Mo, Mi, Do, Fr: 13.0016.00 Uhr

Offene Arbeit, Hausaufgabenbetreuung,
Gartenprojekt, Akrobatikkurs, Theaterkurs

Theaterkurs mit dem
Kraftwerk zusammen

Medienarbeit in vielfältigster Form, medienpädagogische Projekte und Workshops

das Lernzentrum wird
aus Mitteln Sen JBW
finanziert

Sonstige wichtige JFE und Kinder- und Jugendprojekte
Das Lernzentrum
Riesaer Str. 2
12627 Berlin,
Helliwood media& education im
fjs e.V.

Mo-Fr: 9.00-17.00 Uhr
ab 6 Jahre,
nach Absprache
Kinder,
Jugendlichen,
Multiplikator/innen,
Eltern

Tabelle 43Bezirklich finanzierte Jugendfreizeiteinrichtungen in Hellersdorf-Ost

Die geförderten Einrichtungen sind gut über den Stadtteil verteilt. Es gibt Einrichtungen für alle Altersgruppen. Das Naturschutzzentrum Schleipfuhl
hat mit seiner ökologischen Orientierung eine große Anziehungskraft. Ebenso wird das Lernzentrum von Kindern und Jugendlichen aus dem
Gesamtbezirk genutzt.
Name

Einrichtungsgröße/
Platzzahlen/
Freifläche

Finanzierung
2014 in Euro

dabei Stellen von päd.
Fachkräften

Geplante Angebotsstunden

Bemerkungen
(Kofinanzierung)

Nische

kleine JFE,
45 Plätze,
ca. 800 m²

112.120,00

2 x 39 h pro Woche

4.595

FSJ-Einsatzstelle

96

U5

Mittlere JFE,
115 Plätze,
derzeit keine
Freifläche

155.900,00

1 x 39 h pro Woche
3 x 20 h pro Woche

6.389

Ausweichobjekt im Boulevard
Kastanienallee

Naturschutzzentrum
Schleipfuhl

Kleine JFE,
30 Plätze,
1500 m² + zwei
Streuobstwiesen
1,5 ha

70.000,00

1 x 40 h pro Woche
1 x 30 h pro Woche
1 x 22 h pro Woche

2.869

Schülerzentrum
Kraftwerk

Kleine JFE,
35 Plätze,
ca. 2400 m²

45.000,00

1 x 34 h pro Woche

1.844

Zusätzliche
Senatsfinanzierung

Schülerclub
Schatzkarte

14.500,00
Kleine JFE,
9 Plätze,
Freifläche des
„Haus Aufwind“, ca.
5000 m²

2 x 15 h pro Woche

594

Finanzierung aus dem
Programm „Jugendarbeit an
Schule“, Kofinanzierung von
Schule

Tabelle 44Angaben zur personelle und finanziellen Ausstattung der Einrichtungen in Hellersdorf-Ost

Im Stadtteil stehen gegenwärtig 234 Plätze in Jugendfreizeiteinrichtungen zur Verfügung. Das entspricht einem Fehlbedarf von 193 Plätzen.

97

11.3. Aussagen zur Angebotsentwicklung in der Region
In diesem Jahr dürfte sich vor allem durch den Umzug des „U5“ in den Boulevard
Kastanienallee eine Veränderung des Angebotes stattgefunden haben. Hierbei die verstärkte
Zusammenarbeit U5 - Laienpuppentheater - Frauenzentrum Mathilde untereinander sowie,
ergänzend dazu, die Streetworker hervorzuheben. Das „Haus Aufwind“, die evangelische
Kirche mit ihrem Gemeindezentrum sowie die jeweiligen Stadtteilzentren müssen an dieser
Stelle erwähnt werden.

11.4. Regionale Schwerpunktsetzungen
Regionaler Schwerpunkt ist der Boulevard Kastanienallee bis hin zur Umgebung des
Asylbewerberheimes. Grund ist die wohnliche Zusammenballung von Hartz IV Empfängern,
welche sich in ihrer Weltsicht nicht unbedingt positiv beeinflussen.
Vom Naturschutzzentrum Schleipfuhl über das Laienpuppentheater „Kasperle“ bis hin zu den
klassischen Kinder- und Jugendfreizeitreinrichtungen oder speziellen Beratungsangeboten
für soziale Problematiken vielerlei Art gibt es ein vielfältiges Angebot.
Auch in Hellersdorf Ost, einschließlich Mahlsdorf, findet, abgesehen von den Sommerferien,
eine monatliche Vernetzungsrunde statt. Daraus resultierten schon einige, durch diverse
Vertreter gemeinsam vorbereitete Veranstaltungen sowie nachbarschaftlich-hilfreiche
Aktionen.

11.5. Schlussfolgerungen für die weitere Arbeit
Ein weiteres Zusammenrücken der Akteure in der Region wird angestrebt.
Die als Grundlage benötigten Gelder müssen weiterhin bereitgestellt werden.
Grundsätzlich ist die befristete Anstellung von Fachkräften zu einem geringen Stundensatz,
sofern nicht selbst erwünscht, suboptimal.

98

12. Bezirksregion Mahlsdorf
12.1. Soziodemografische Situation
Die Einwohnerzahl in Mahlsdorf ist seit 2006 minimal gestiegen. Die Anzahl der Jungen
Menschen zwischen 6 und unter 27 Jahren ist in der Zeit um gut ein Viertel gesunken. Die
Anzahl der Jugendlichen ist um fast ein Drittel und die der Jungen Menschen zwischen 18
und 21 Jahren sogar um fast zwei Drittel gesunken. Umgekehrt ist dies bei der Anzahl der
Kinder, hier ist insgesamt ein Anstieg zu verzeichnen.
Entwicklung der Einwohnerzahl 2006 bis 2013 (jeweils zum 31.12. des Jahres)
Mahlsdorf

Stand 12/2013

Stand 12/2006

Differenz

Differenz in %

6-unter 10

813

829

-16

-1,9%

10-unter 14

874

804

70

8,7%

14-unter 18

915

1.503

-588

-39,1%

18- unter 21

546

1.445

-899

-62,2%

21-unter 27

1.391

1.670

-279

-16,7%

6-unter 27

4.539

6.251

-1.712

-27,4%

Gesamt

27.083

26.976

107

0,4%

Grafik 17Entwicklung der Einwohnerzahl 2006 bis 2013 (jeweils zum 31.12. des Jahres)

99

In dem folgenden Diagramm ist zu erkennen, dass die Anzahl der Kinder nur bis zum 7.
Lebensjahr in jedem einzelnen Jahrgang über dem Stand von 2006 lag, auch dies ist im
Vergleich der Bezirksregionen sehr ungewöhnlich. Im Diagramm ist 2006 deutlich ein steiler
Anstieg ab dem 15. Lebensjahr zu erkennen, im Jahr 2013 ist dieser nur noch minimal ab
dem 23.Lebensjahr zu erkennen.
Junge Menschen in Mahlsdorf (31.12.2013 und 31.12.2006)
600

500

400

300

200

100

0
1

2

3

4

5

6

7

8

9

10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27
Lebensjahr

2013

2006

Grafik 18Junge Menschen in Mahlsdorf (31.12.2013 und 31.12.2006)

Der Sozialindex liegt in Mahlsdorf bei 1,2692 und hat damit den besten Wert der 9
Bezirksregionen (BZR). Im Berliner Vergleich liegt Mahlsdorf auf Rang 10 von insgesamt 137
BZR in ganz Berlin.
Der Migrationsanteil bei den Kindern liegt bei rund 10%, der der Gesamtbevölkerung liegt bei
5%, diese Werte sind zusammen mit denen von Kaulsdorf die niedrigsten aller 9 BZR.

100

Grafik 19Mahlsdorf mit den Jugendfreizeiteinrichtungen mit Bezirks- und/ oder Senatsfinanzierung

101

12.2. Angaben zu den bezirklich finanzierten Jugendfreizeiteinrichtungen
Seit 01.01.2014 gibt es im Stadtteil keine kommunale Jugendeinrichtung mehr.
1 Einrichtung wird über bezirkliche Mittel finanziert.
Name
Adresse
Träger

Zielgruppe

Öffnungszeiten

Inhaltliche Schwerpunkte

Bemerkungen

Mo, Di: 14.00-19.00 Uhr
Mi, Do, Fr: 14.00-20.00
Uhr
Sa: 2x monatlich 11.0017.00 Uhr

Offene Arbeit, Partizipation,
Geschlechtsbewusste Jugendarbeit,
Sportangebote, Medienführerschein,
Erlebnispädagogik, Hausaufgabenhilfe

Zusammenarbeit mit
den Streetworkern des
fjs, Stern Mahlsdorf und
dem Stadtteilzentrum

Bezirklich geförderte JFE durch Übertragung
Kinder-, Jugend- und
Familientreff „Am Hultschi“
Hultschiner Damm 140
12623 Berlin
pad e.V.

6-21 Jahren

Bezirklich geförderte JFE mit jährlicher Zuwendung

Sonstige wichtige JFE und Kinder- und Jugendprojekte

Tabelle 45Bezirklich finanzierte Jugendfreizeiteinrichtungen in Mahlsdorf

Der „Hultschi“ deckt mit seinen Angeboten den gesamten Stadtteil ab.

102

Name

Einrichtungsgröße/
Platzzahlen/
Freifläche

Finanzierung
2014 in Euro

dabei Stellen von päd.
Fachkräften

Geplante Angebotsstunden

Bemerkungen
(Kofinanzierung)

Kinder-, Jugend- und
Familientreff „Am
Hultschi“

Mittlere JFE,
120 Plätze,
keine separate
Freifläche

140.550,00

1 x 35 h pro Woche
2 x 30 h pro Woche
1 x 20 h pro Woche

8.055

Mietobjekt

Tabelle 46Angaben zur personelle und finanziellen Ausstattung der Einrichtungen in Mahlsdorf

Im Stadtteil stehen gegenwärtig 120 Plätze in Jugendfreizeiteinrichtungen zur Verfügung. Das entspricht einem Fehlbedarf von 339 Plätzen.

103

12.3. Aussagen zur Angebotsentwicklung in der Region
Derzeit ist eine weitere JFE, ca. 120 Plätze, an der Landsberger Straße, Mahlsdorf Nord, in
Planung.
Hervorzuheben ist auch das „ Kunsthaus Flora“. Durch den Trägerwechsel, nunmehr die
Agrar- Börse, zeichnet sich eine Öffnung des Hauses für ein weit gefächertes Klientel ab.
Dies fand, nicht zuletzt, Ausdruck in der Durchführung des Abschlussfestes des
Feriensommers am 23.08.2014.

12.4. Regionale Schwerpunktsetzungen
Zwangsläufig ergibt sich das Haus „ Am Hultschi“ als Schwerpunkt für die Kinder- und
Jugendarbeit in dieser Region. Ergänzend dazu muss die vermittelnde und betreuende
Arbeit der Streetworker genannt werden, da, vor allem, in den wärmeren Jahreszeiten
Jugendliche Treffpunkte außerhalb von Räumlichkeiten bevorzugen. Dies zum Leidwesen
der jeweiligen Anwohner.

12.5. Schlussfolgerungen für die weitere Arbeit
Die Kooperation des Hauses „ Am Hultschi“ mit den Streetworkern muss unbedingt weiterhin
ermöglicht werden.
Das JFE „ Am Hultschi“ ist, durch die Vielfältigkeit ihrer Angebote unabdingbar.
Eine ergänzende JFE im Norden Mahlsdorfs sehr wünschenswert.

104

13. Aufgabenstellung für die nächsten Jahre
•

Die vorhandenen Standorte der Jugendarbeit müssen langfristig gesichert werden.

•

Für diese Standorte müssen verlässliche Rahmenbedingungen, die auf Kontinuität
zielen, geschaffen werden.

•

Die Träger- und Angebotsstruktur in der Kinder- und Jugendarbeit muss nach den
Veränderungsprozessen 2013/2014 stabilisiert und gefestigt werden.

•

Die Angebotsvielfalt für Kinder und Jugendliche im Bezirk muss erhalten und
beständig den Gegebenheiten angepasst werden.

•

Dazu müssen die Konzepte der Jugendfreizeiteinrichtungen jährlich bedarfsgerecht
weiterentwickelt werden. Die sozialräumlichen Aspekte und Trägerprofile sind zu
beachten. Auf eine breite Angebotsvielfalt für Kinder und Jugendliche innerhalb der
Regionen ist durch eine Abstimmung von Maßnahmen zu achten.

•

Die Angebote in den Jugendfreizeiteinrichtungen sind regelmäßig den Lebenswelten
und Interessen der Kindern und Jugendlichen anzupassen. Hierzu sind regelmäßige
Nutzerinnen- und Nutzerbefragungen, aber auch Nichtnutzerinnen- und
Nutzerbefragungen durchzuführen, diese auszuwerten, Schlussfolgerungen zu
ziehen und Änderungsprozesse einzuleiten.

•

Die Sachberichte der Jugendfreizeiteinrichtungen (Abgabe im Februar des
Folgejahres) sind einrichtungsbezogen, sozialraumorientiert und gesamtbezirklich
auszuwerten.

•

In den jährlichen Zielvereinbarungen sind die Ziele konkret und abrechenbar
(SMART) zu formulieren (Gespräche März/April des laufenden Jahres). Auf die
Einhaltung der vereinbarten Angebotsstunden muss im Rahmen der Kosten- und
Leistungsrechnung geachtet werden.

•

Das Vorhandensein von pädagogischen Fachkräften, die Zeit, Geduld und
Einfühlungsvermögen für die Fragen und Probleme der Kinder und Jugendlichen
haben, muss als positive Ressource mehr im Vordergrund stehen. Das Berufsbild
des Sozialarbeiters bzw. Erziehers muss nach außen verbessert werden.

•

Der Bildungscharakter der Jugendfreizeiteinrichtungen (insbesondere informelle und
nonformelle Bildung) muss stärker hervorgehoben werden.

•

Im Rahmen der Handlungsfelder der Jugendarbeit müssen insbesondere die
Aktivitäten im Bereich Partizipation intensiviert werden. Junge Menschen müssen
befähigt werden, ihre Meinung zu äußern, diese zu vertreten, sich einzumischen,
mitzuwirken, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Dazu muss
abgesichert werden, wie bzw. mit welchen Medien Kinder und Jugendliche am besten
erreicht werden können.

•

Initiativen und Aktionen von Jugendlichen für Jugendliche müssen stärker unterstützt
und gefördert werden. Peer Projekte müssen verstärkt unterstützt werden.
Möglichkeiten wie z.B. der Jugenddemokratiefonds müssen stärker bekannt gemacht
und genutzt werden. Dazu ist ein intensiverer Austausch zwischen den JFE`s zum
Thema Partizipation/Beteiligung nötig. Die AG Kinder- und Jugendarbeit hat dazu
eine UAG Beteiligung installiert. Das Thema Beteiligung muss aber auch
ämterübergreifend diskutiert und Formen der Zusammenarbeit gefunden werden.

•

Um allen Kindern und Jugendlichen die Teilhabe an Angeboten in
Jugendfreizeiteinrichtungen (Kurse, Projekte. Ausflüge) zu ermöglichen, ist es auch
weiterhin nötig, dafür zusätzliche Finanzierungsformen zu suchen.

•

Viele inhaltliche Projekte werden aus Programmen Soziale Stadt, LAP, Quartier u.ä.
finanziert. Damit sind bestimmte Regionen seit Jahren ausgeschlossen. Hier muss es

105

gelingen, bewährte Projekte, auch in anderen Regionen durchzuführen (z.B.
Ausweitung Zukunftsdiplom auf andere Stadtteile; Antrag Bundesprogramm
„Demokratie leben!“ u.a.).
•

Jugendarbeit benötigt eine kontinuierliche Strukturförderung und keine befristete sich
ständig verändernde Projektfinanzierung.

•

In den letzten Jahren wurde die Zusammenarbeit zwischen den Trägern der Kinderund Jugendarbeit und Schulen intensiviert, dies wird weiter fortgesetzt werden. Durch
die strukturelle Weichenstellung im Land Berlin ist es gewollt, Angebote und
Methoden der Jugendarbeit stärken an den Ort Schule zu bringen. Dies betrifft
sowohl zeitlich befristete thematische Projekte (überwiegend drittmittelfinanziert),
regelmäßige Projekte (z.B. Schülerclubs, siehe 3.5.2), schuljahresbezogene Projekte
(aus Ganztagsmitteln, BUT, Bonusprogramm u.a., siehe 3.5.3) u.a. Diese Projekte
tragen wesentlich zur Profilentwicklung und Anerkennung der jeweiligen Schule
bei(für viele Eltern sind diese zusätzlichen Angebote wichtig im Rahmen der
Schulauswahl für ihre Kinder). Sie festigen aber auch die Rolle der Schule im
Sozialraum und die Kooperationen zwischen allen in diesem Sozialraum Tätigen. Die
Kinder- und Jugendarbeit muss dabei ihre Rolle finden.

•

Die Auswirkungen der Einführung von Ganztagsschulen auf die Arbeit der
Jugendfreizeiteinrichtungen muss weiter beobachtet, diskutiert und den
Gegebenheiten angepasst werden. Erste Reaktionen gibt es durch Veränderungen in
den Öffnungszeiten der JFE´s).

•

Übergänge Kita-Grundschule, Grundschule-weiterführende Schule, weiterführende
Schule-Ausbildung sollten durch außerunterrichtliche Projekte von seitens der Kinderund Jugendarbeit begleitet werden.

•

Die Zusammenarbeit von Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit, insbesondere
zwischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Jugendfreizeiteinrichtungen und
Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter wurde in den letzten Jahren
intensiviert. Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter nehmen verstärkt an
regionalen Vernetzungsrunden teil. Damit werden die Schulen bei der Öffnung in den
Stadtteil hinein unterstützt und es entwickelten sich vielfältige
Kooperationsbeziehungen.

•

Die Zusammenarbeit zwischen Jugendamt und Fachkräften der freien Kinder- und
Jugendarbeit hat sich im letzten Jahr stark verändert. Die langjährig tätigen
Fachkräfte der kommunalen Jugendfreizeiteinrichtungen sind nicht mehr vorhanden;
viele „neue“ und junge Fachkräfte sind in den Einrichtungen tätig. Für die bezirklichen
Arbeitsgruppen ist dies derzeit eine Herausforderung. Aufgabenverteilungen,
Verständigungen zu fachlichen Schwerpunkten und die Einordnung in Strukturen sind
auf der Tagesordnung. Wir benötigen im Bezirk eine starke gemeinsam
auftretende freie Trägerlandschaft im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit, um
den Anforderungen der nächsten Jahre gerecht zu werden (Lobbyarbeit für die
Kinder und Jugendliche, Finanzierung Jugendarbeit auf Berliner Ebene, u.a.).

•

Auf der Fachmesse „Platz da!? - Junges Leben in Marzahn-Hellersdorf“ am
11.09.2014 präsentierte sind die gesamte bezirkliche Kinder- und Jugendarbeit. Hier
wurden die Vielfalt, die Dynamik, aber auch die unterschiedlichen Spezialisierungen
in der Kinder- und Jugendarbeit sichtbar.

•

Wichtig ist, dass sich die Jugendarbeit auch weiterhin als eigenständiges
Handlungsfeld im Rahmen der Jugendhilfe behauptet. Die Schnittstellen mit den
anderen Bereichen der Jugendhilfe werden derzeit in dem Projekt
„Optimierungspaket-Schnittstellen HzE“ untersucht. Daraus gilt es zu gegebener Zeit
Konsequenzen abzuleiten.

106

•

In der Zusammenarbeit mit anderen Ämtern kann sich die Kinder- und Jugendarbeit
auf ihre Erfahrungen der letzten Jahre im Rahmen der Sozialraumorientierung
berufen und so Veränderungsprozesse im Bezirk bzw. in den Bezirksregionen
mitgestalten. In den regionalen Vernetzungsrunden werden auch
ressortübergreifende Themen behandelt; die Rolle der Koordinator/innen Förderung
und Gestaltung hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen.

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14. Verzeichnisse
14.1. Tabellenverzeichnis
Tabelle 1Entwicklung der Einwohnerzahl 2006 bis 2013 (jeweils zum 31.12. des Jahres)
Tabelle 2Sozialindex I
Tabelle 3JFE mit Bezirks und/ oder Senatsfinanzierung in Marzahn-Hellersdorf
Tabelle 4Anzahl, Finanzierung und Bedarf an öffentlich finanzierten Jugendfreizeiteinrichtungen
Tabelle 5Kernbereich Offene Arbeit
Tabelle 6Partizipation
Tabelle 7Geschlechtsbewusste Jugendarbeit
Tabelle 8Politische Bildung
Tabelle 9Sucht- und Gewaltprävention
Tabelle 10Jugendkulturarbeit
Tabelle 11Medienpädagogik
Tabelle 12Interkulturelle Jugendarbeit
Tabelle 13Integration und Inklusion
Tabelle 14Sportorientierte Jugendarbeit
Tabelle 15Erlebnispädagogik
Tabelle 16Gesundheitsförderung
Tabelle 17Umweltbildung
Tabelle 18Arbeitsweltbezogene Jugendarbeit
Tabelle 19Schulbezogene Jugendarbeit
Tabelle 20Familienbezogene Kinder- und Jugendarbeit
Tabelle 21Entwicklung der Einwohnerzahl 2006 bis 2013 (jeweils zum 31.12. des Jahres)
Tabelle 22Bezirklich finanzierte Jugendfreizeiteinrichtungen in Marzahn-Nord
Tabelle 23Angaben zur personelle und finanziellen Ausstattung der Einrichtungen in Marzahn-Nord
Tabelle 24Entwicklung der Einwohnerzahl 2006 bis 2013 (jeweils zum 31.12. des Jahres)
Tabelle 25Bezirklich finanzierte Jugendfreizeiteinrichtungen in Marzahn-Mitte
Tabelle 26Angaben zur personelle und finanziellen Ausstattung der Einrichtungen in Marzahn-Mitte
Tabelle 27Entwicklung der Einwohnerzahl 2006 bis 2013 (jeweils zum 31.12. des Jahres)
Tabelle 28Bezirklich finanzierte Jugendfreizeiteinrichtungen in Marzahn-Süd
Tabelle 29Angaben zur personelle und finanziellen Ausstattung der Einrichtungen in Marzahn-Süd
Tabelle 30Entwicklung der Einwohnerzahl 2006 bis 2013 (jeweils zum 31.12. des Jahres)
Tabelle 31Bezirklich finanzierte Jugendfreizeiteinrichtungen in Biesdorf
Tabelle 32Angaben zur personelle und finanziellen Ausstattung der Einrichtungen in Biesdorf
Tabelle 33Entwicklung der Einwohnerzahl 2006 bis 2013 (jeweils zum 31.12. des Jahres)
Tabelle 34Bezirklich finanzierte Jugendfreizeiteinrichtungen in Hellersdorf-Nord
Tabelle 35Angaben zur personelle und finanziellen Ausstattung der Einrichtungen in Hellersdorf-Nord
Tabelle 36Entwicklung der Einwohnerzahl 2006 bis 2013 (jeweils zum 31.12. des Jahres)
Tabelle 37Bezirklich finanzierte Jugendfreizeiteinrichtungen in Hellersdorf-Süd
Tabelle 38Angaben zur personelle und finanziellen Ausstattung der Einrichtungen in Hellersdorf-Süd
Tabelle 39Entwicklung der Einwohnerzahl 2006 bis 2013 (jeweils zum 31.12. des Jahres)
Tabelle 40Bezirklich finanzierte Jugendfreizeiteinrichtungen in Kaulsdorf
Tabelle 41Angaben zur personelle und finanziellen Ausstattung der Einrichtungen in Kaulsdorf
Tabelle 42Entwicklung der Einwohnerzahl 2006 bis 2013 (jeweils zum 31.12. des Jahres)
Tabelle 43Bezirklich finanzierte Jugendfreizeiteinrichtungen in Hellersdorf-Ost
Tabelle 44Angaben zur personelle und finanziellen Ausstattung der Einrichtungen in Hellersdorf-Ost
Tabelle 45Bezirklich finanzierte Jugendfreizeiteinrichtungen in Mahlsdorf
Tabelle 46Angaben zur personelle und finanziellen Ausstattung der Einrichtungen in Mahlsdorf

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14.2.

Abbildungsverzeichnis

Grafik 1Marzahn-Hellersdorf Jugendfreizeiteinrichtungen mit Bezirks- und/ oder Senatsfinanzierung
Grafik 2Marzahn-Nord mit den Jugendfreizeiteinrichtungen mit Bezirks- und/ oder Senatsfinanzierung
Grafik 3Junge Menschen in Marzahn-Mitte
Grafik 4Marzahn-Mitte mit den Jugendfreizeiteinrichtungen mit Bezirks- und/ oder Senatsfinanzierung
Grafik 5Junge Menschen in Marzahn-Süd (31.12.2013 und 31.12.2006)
Grafik 6Marzahn-Süd mit den Jugendfreizeiteinrichtungen mit Bezirks- und/ oder Senatsfinanzierung
Grafik 7Junge Menschen in Biesdorf (31.12.2013 und 31.12.2006)
Grafik 8Biesdorf mit den Jugendfreizeiteinrichtungen mit Bezirks- und/ oder Senatsfinanzierung
Grafik 9Junge Menschen in Hellersdorf-Nord (31.12.2013 und 31.12.2006)
Grafik 10Hellersdorf-Nord mit den Jugendfreizeiteinrichtungen mit Bezirks- und/ oder Senatsfinanzierung
Grafik 11Junge Menschen in Hellersdorf Süd (31.12.2013 und 31.12.2006)
Grafik 12Hellersdorf-Süd mit den Jugendfreizeiteinrichtungen mit Bezirks- und/ oder Senatsfinanzierung
Grafik 13Junge Menschen in Kaulsdorf (31.12.2013 und 31.12.2006)
Grafik 14Kaulsdorf mit den Jugendfreizeiteinrichtungen mit Bezirks- und/ oder Senatsfinanzierung
Grafik 15Junge Menschen in Hellersdorf-Ost (31.12.2013 und 31.12.2006)
Grafik 16Hellersdorf-Ost mit den Jugendfreizeiteinrichtungen mit Bezirks- und/ oder Senatsfinanzierung
Grafik 17Entwicklung der Einwohnerzahl 2006 bis 2013 (jeweils zum 31.12. des Jahres)
Grafik 18Junge Menschen in Mahlsdorf (31.12.2013 und 31.12.2006)
Grafik 19Mahlsdorf mit den Jugendfreizeiteinrichtungen mit Bezirks- und/ oder Senatsfinanzierung

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